Pilotstudie zu Zweisystemverkehren
01.06.2005

Mit zwei Fahrzeugen auf einem Gleis durch die Region
STUTTGART: S-Bahnen und Stadtbahnen könnten im VVS-Gebiet auf ein und denselben Gleisen fahren, obwohl sie sich historisch unabhängig von einander entwickelt haben. Als besonders gut geeignet für den Einsatz dieser so genannten „Zweisystemverkehre“ haben sich die Linien zwischen Strohgäubahn - Hauptbahnhof – Neuhausen, die Stadtbahnlinie Markgröningen über Ludwigsburg und Remseck nach Stuttgart (Vaihingen) und die Linie zwischen Killesberg und Degerloch herausgestellt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Pilotstudie, die die SSB AG und der Verband Region Stuttgart in Auftrag gegeben haben. Wie Planungsdirektor Dr. Dirk Vallée heute im Verkehrsausschuss ausführte sei das Ziel gewesen, neue Fahrgastpotenziale zu erschließen und die Grundlagen für kostengünstigere Schienenverkehre zu schaffen.

Die Vorteile beim Einsatz von Zweisystemzügen lägen auf der Hand: auf der Strohgäustrecke wäre mit Ziel Hauptbahnhof oder Charlottenplatz und Flughafen kein Umstieg mehr erforderlich. Auch wäre eine bessere Verknüpfung mit der S-Bahn, mit Stadtbahnen oder Bussen gegeben. Nicht so auf dem Streckenabschnitt zwischen Sielmingen und Neuhausen. Hier lägen die Vorteile in Einsparungen bei den Infrastrukturkosten sowohl im Vergleich zu einer S-Bahn-Verlängerung als auch zur Umrüstung des Flughafentunnels, die im Falle einer Stadtbahnverlängerung notwendig würde.

Technisch und wirtschaftlich wäre die Entwicklung eines Zweisystemfahrzeugs machbar, das für die Region Stuttgart geeignet wäre, führte Dr. Vallée weiter aus. Darüber hinaus müssten Systemwechselstellen geschaffen werden.

Inwieweit die erwähnten Vorteile eine Einführung des Zweisystemkonzepts rechtfertigen, soll in einem zweiten Schritt untersucht werden. Der Verkehrsausschuss hat dafür heute bei einer Enthaltung grünes Licht gegeben. Es soll eine angemessene Mitfinanzierung durch die Landkreise Ludwigsburg und Esslingen erfolgen.

„Innovativer Ansatz“

„Es lohnt sich, die zweite Stufe anzugehen“, sagte Peter Alderath (CDU). Es handele sich um einen „innovativen Ansatz“, dem man näher treten sollte. „Wir stehen am Anfang einer neuen Entwicklung in der Region Stuttgart.“, machte er deutlich.

Alfred Bachofer (FW) begrüßte das stufenweise Vorgehen. Für den Landkreis Esslingen eröffneten sich neue Chancen, sagte er.

Wolfgang Stehmer (SPD) betonte: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Die Strohgäustrecke werde dadurch attraktiver, indem eine Anbindung an die Stuttgarter Innenstadt erfolgt. Denn mehrmaliges Umsteigen schreckt Benutzer ab.

Josef Matschiner (Grüne) begrüßte ebenfalls das Engagement des Verbands Region Stuttgart.

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