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Verband Region Stuttgart

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Region beschließt: S-Bahn-Stationen Kornwestheim und Zuffenhausen werden barrierefrei

Damit alle Fahrgäste selbstständig in die Stuttgarter S-Bahnen ein- und aussteigen können, will die Region alle S-Bahnsteige auf das Einstiegsniveau der Fahrzeuge erhöhen. Die Maßnahmen für die Stationen Kornwestheim und Zuffenhausen sollen im Jahr 2028 starten.

Ein weiterer Schritt in Richtung kompletter Barrierefreiheit an den insgesamt 83 Stationen des Stuttgarter S-Bahn-Netzes: In seiner Sitzung am Mittwoch hat der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart dem Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für die Stationen Kornwestheim und Zuffenhausen zugestimmt. Die Umsetzung der Maßnahmen an den beiden Haltestellen soll im Jahr 2028 beginnen, ebenso die in Leonberg. Aktuell stehen von den 83 Stationen noch 28 aus. Mit zwei Drittel komplett barrierefreier S-Bahn-Stationen zählt die Region Stuttgart bereits jetzt bundesweit zu den führenden Regionen. Damit das Ziel erreicht werden kann, müssen für alle umzubauenden Stationen mehrere Vertragswerke geschlossen werden: Zum einen Planungsvereinbarungen für die Leistungsphasen, zum anderen Realisierungs- und Finanzierungsverträge für die zukünftigen Leistungsphasen und die dazugehörigen Bauleistungen. Dem Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für die Stationen Kornwestheim und Zuffenhausen hat der Verkehrsausschuss zugestimmt, der Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für Leonberg wurde bereits in einer früheren Sitzung beschlossen. Von den Gesamtkosten trägt die Deutsche Bahn jeweils zehn Prozent.

Station Kornwestheim: VRS übernimmt 6,8 Mio. Euro

In Kornwestheim sollen die Mittelbahnsteige an den Gleisen 3 (Fahrtrichtung Stuttgart), 4 (Fahrtrichtung Ludwigsburg) und 5 auf 96 Zentimeter über der Schienenoberkante ausgebaut werden, um das Einstiegsniveau der S-Bahn-Fahrzeuge zu erreichen. Zusätzlich sollen an Gleis 5 im Ausnahmefall auch längere Züge des Landesverkehrs halten können. Das erfordert eine Baulänge von 220 Metern. Üblich für die S-Bahn sind 210 Meter. Die Gesamtkosten für Bau und Planung betragen voraussichtlich 15 Mio. Euro. Der Verband Region Stuttgart trägt die nicht von der Deutschen Bahn sowie vom Land geförderten Kosten von rund maximal 6,8 Mio. Euro. Außerdem sichert der Verband Region Stuttgart die Förderung des Landes für die Maßnahmen in Kornwestheim und Zuffenhausen ab, bis der Förderbescheid abgerufen werden kann.

Station Zuffenhausen: VRS-Beteiligung mit 2,6 Mio. Euro

In Zuffenhausen wird der Mittelbahnsteig an Gleis 4/5 mit unterschiedlichen Einstiegshöhen je Bahnsteigkante ausgebaut. An Gleis 4 (S-Bahnfahrtrichtung Ludwigsburg) erfolgt ein barrierefreier Ausbau auf S-Bahn-Niveau mit einer Höhe von 96 Zentimetern über der Schienenoberkante. Wie in Kornwestheim soll für außerplanmäßige Halte des Landesverkehrs eine Baulänge von 220 Metern realisiert werden. Da an Gleis 5 kein regulärer S-Bahn-Verkehr vorgesehen ist, kann diese Bahnsteigkante weiterhin für die außerplanmäßige Halte des Landesverkehrs mit einer Höhe von 76 Zentimeter vorgehalten werden. Das Gleis 5 wird jedoch so angehoben, dass der Mittelbahnsteig trotz unterschiedlicher Einstiegshöhen einheitlich wird und es somit auf dem Bahnsteig keiner Stufe bedarf. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 5,6 Mio. Euro, von denen der VRS rund maximal 2,6 Mio. Euro finanziert.

STIMMEN DER FRAKTIONEN

CDU/ÖDPElke Kreiser begrüßte den barrierefreien Ausbau der beiden S-Bahn-Haltestellen: „Wir freuen uns über jede behindertengerecht ausgebaute S-Bahn-Station.“ Es gebe noch einiges zu tun, immerhin seien 28 Stationen noch nicht ausgebaut. Ihre Fraktion gehe bei der Finanzierung mit „und bei der Vorfinanzierung auch ordentlich in Vorleistung“, so Kreiser. Im Zusammenhang mit barrierefreien Haltestellen stellten auch defekte Aufzüge ein wichtiges Thema dar, dem man sich widmen müsse. Für die Vorhaben in Kornwestheim und Zuffenhausen hoffe die CDU/ÖDP-Fraktion nun „auf eine schnelle Umsetzung“. 
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNENHanna Gutknecht hielt es für ein „wichtiges und erfreuliches Signal, dass die Planungen bereits so weit vorangeschritten sind, dass wir sie nun vertraglich fixieren können.“ Ihre Fraktion freue sich insbesondere darüber, dass die Einstiegskanten an beiden Haltestellen auf 96 Zentimeter über der Schienenoberkante ausgebaut werden sollen. „Es geht bei Barrierefreiheit aber nicht nur um die Einstiegshöhe, sondern beispielsweise auch um das taktile Leitsystem oder die Beleuchtung“, so Gutknecht. Diese Maßnahmen seien wichtig, um die Sicherheit für Menschen mit Einschränkungen zu gewährleisten.
FREIE WÄHLERFrank Buß fasste es für seine Fraktion in einem Satz zusammen: „Wir sind uns bei dem Thema einig: Es ist gut, dass es hier mit dem barrierefreien Ausbau der S-Bahn-Stationen in großen Schritten weitergeht.“
SPDMichael Makurath bekräftigte: „Die Barrierefreiheit an den S-Bahn-Haltestellen ist für uns ein essenzielles Qualitätsmerkmal eines ÖPNV für alle Altersklassen.“ Deshalb begrüße seine Fraktion die Schritte in Richtung der Realisierung der zwei Haltestellen. Dennoch: „Wir investieren hier in fremdes Eigentum, wobei der Eigentümer selbst nur zehn Prozent der Kosten trägt.“ Das zeige aber auch, welchen hohen Stellenwert das Thema Barrierefreiheit beim VRS habe. 

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