Kofinanzierungsprogramm "Modellregion für nachhaltige Mobilität"

Der Verband Region Stuttgart und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) haben im Jahr 2012 das regionale Kofinanzierungsprogramm „Modellregion für nachhaltige Mobilität“ ins Leben gerufen. Mit den vom Wirtschaftsausschuss der Regionalversammlung beschlossenen Mitteln werden innovative, Beispiel gebende Mobilitätsprojekte in der Region kofinanziert. Einige dieser kofinanzierten Projekte wurden mit Preisen ausgezeichnet und tragen dazu bei, nachhaltige Mobilität, wie bspw. den Umweltverbund, die Intermodalität oder die Elektromobilität, noch stärker im Alltag zu verankern:

Das regionale Pedelec-Verleihsystem „NETZ E 2 R“.

Hierfür erhielt die Region Stuttgart - als Bundessieger im 17. ADAC-Wettbewerb für Städte und Gemeinden 2014 - den Sonderpreis für „Maßnahmen und Konzepte für eine nachhaltige Mobilität in Städten & Gemeinden“. Im Bundeswettbewerb „Land der Ideen“ wurde das Projekt als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen 2014/15“ prämiert. Von der Geschäftsstelle und der WRS mitbegleitet, erfährt das Projekt eine Fortsetzung im neuen Verleihsystem „RegioRad Stuttgart“. Damit wird nachhaltige Mobilität auf dem Rad bzw. dem Pedelec regionsweit erlebbar. Die Ausleihe und Rückgabe der Räder ist an verschiedenen Stationen in der Region möglich.

Die Elektro-Hybridbusse der Städtischen Verkehrsbetriebe Esslingen,

ebenfalls mit regionalen Kofinanzierungsmitteln unterstützt, wurden im Jahr 2016 beim ÖPNV-Innovationskongress in der Kategorie Elektromobilität prämiert. Die knapp 19 Meter langen Gelenkbusse der Firma Solaris werden auf den Linien 113 nach Berkheim und 118 zum Zollberg eingesetzt. Sie können sowohl unter der bereits bestehenden Fahrleitung des Oberleitungsbusses als auch auf Strecken ohne Fahrleitung fahren. Die elektrisch gefahrenen Linienkilometer konnten dank der neuen Technik um fast 20 Prozent auf rund 605.000 Kilometer gesteigert werden. Dem stehen Einsparungen beim Dieselverbrauch von etwa 74.000 Litern (Linie 113 nach Berkheim) gegenüber. Auch der Kohlenstoffdioxidausstoß reduziert sich um 79 Tonnen pro Bus und Jahr.

Fahrrad2GO

Deutschlandweit einmalig und in 2015 mit dem ÖPNV-Innovationspreis ausgezeichnet wurden die von der Region kofinanzierten neuen Fahrradhalterungssysteme im Projekt „Fahrrad2GO“ im Rems-Murr-Kreis. An der Entwicklung waren das Busunternehmen Omnibus-Verkehr Ruoff (OVR), Studenten der Fachhochschule Esslingen und der Rems-Murr- Kreis beteiligt. Mittels neu konstruierter Heckträger und Radaufhängungen im Bus können bis zu zehn Fahrräder pro Bus im täglichen Linienverkehr kostenlos mitgenommen werden – bis zu fünf Fahrräder im Bus und fünf Fahrräder am Heck. Das Angebot wurde zwischenzeitlich auf vier Buslinien ausgeweitet und wird gut angenommen.

Regionale Mobilitätspunkte

Der Verband Region Stuttgart treibt die Entwicklung von Mobilitätspunkten voran: Das sind zentrale Umstiegspunkte mit besonderen Angebotsstandards, die regionsweit einheitlich sind. Es geht auch bei diesem Projekt darum, Verbesserungen des Mobilitätsangebots zu schaffen, ohne neue Verkehrswege zu bauen. U.a. in Backnang, Sindelfingen, Stuttgart-Zuffenhausen, Waiblingen, Ludwigsburg, Fellbach, Esslingen und Eislingen/Fils werden Bahnstationen zu regionalen Mobilitätspunkten umgebaut. Dort soll man künftig nicht nur in Züge, S-Bahnen oder Busse steigen können, sondern weitere Dienstleistungen und Informationen rund um die Mobilität erhalten. So gehören Taxi- und Carsharingplätze zur notwendigen Ausstattung der Mobilitätspunkte, um das Angebot des ÖPNV zu ergänzen. Besonders interessant sind diese Angebot, wenn man beispielsweise in Tagesrandzeiten ankommt oder das Ziel nicht an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs angebunden ist.  Kurzzeitstellplätze aber auch Mobilitätsberatung oder Lademöglichkeiten für Elektroautos oder Pedelecs runden das intermodale Mobilitätsangebot ab. Wegen der zunehmenden Nutzung des Fahrrads als Alltagsverkehrsmittel werden immer mehr sichere Abstellmöglichkeiten nachgefragt vor allem auch weil sich hochwertige Räder und E-Bikes immer größerer Beliebtheit erfreuen. Außerdem wächst der Bedarf an Serviceangeboten für Wartung und Reparatur. An nahezu allen Mobilitätspunkten werden deshalb verbesserte Fahrradparkmöglichkeiten angeboten, die dazu animieren sollen, emissionsfrei und ohne viel Platz auf der Straße und dem Parkplatz in Anspruch zu nehmen zum Bahnhof zu kommen.

Als sichtbares, informatives und verbindendes Element sollen alle Mobilitätspunkte jeweils elektronische Informationsstelen erhalten. Sie werden über Abfahrtszeiten in Echtzeit und Mobilitätsangebote am Standort wie auch über Verbindungen in die Region informieren. Außerdem soll ein einheitliches Markenzeichen die Stationen als besonderen Teil des regionalen Netzes nach einem definierten Standard erkennbar machen. Finanziert werden diese Verkehrsdrehscheiben zu etwa gleichen Teilen aus dem regionalen Förderprogramm sowie aus EU-Geldern des Landeswettbewerbs RegioWIN.

Ausschreibung 2019

Im Oktober 2018 hat der Wirtschaftsausschuss eine neue Ausschreibungsrunde beschlossen, wobei anders als in den Vorjahren, keine thematischen Schwerpunkte gesetzt werden.  Für die neue Runde stehen im Zeitraum 2020 bis 2021 insgesamt bis zu 780.000 Euro an Kofinanzierungsmitteln für innovative Projektvorhaben bereit. Antragstellern und Interessenten wird empfohlen, sich mit ihren Projektideen frühzeitig mit dem Verband Region Stuttgart bzw. mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH in Verbindung zu setzen, um mögliche Arbeitspakete, die Finanzierung und andere Details vorab zu erörtern. Die Kofinanzierungsquote beträgt 50 Prozent. Details der Ausschreibung enthalten die Kofinanzierungsrichtlinien 2019.  

Übersicht über die bisher kofinanzierten Projekte

2018 (mit Start zum 1.1.2019)
Betriebliches Mobilitätsmanagement beim Württembergischen Staatstheater
Projektziele: Erarbeitung und Umsetzung einer betrieblichen Mobilitätsstrategie mit dem Ziel, einerseits Dienstfahrten vom MIV auf den ÖPNV, das Rad und Lastenpedelec zu verlagern, andererseits Teile des Fuhrparks zu elektrifizieren.
Module: Stärkung des ÖPNV, u.a. durch innerbetriebliche Bewerbung des Jobtickets, Förderung des Rad-/eBike-Verkehrs durch die Erweiterung der Fahrradabstellmöglichkeiten; Fuhrparkanalyse, Anschaffung von drei Elektroautos und von zwei Lastenpedelecs, Aufbau von Ladeinfrastruktur für Elektroautos und eBikes.
Laufzeit: 24 Monate
Kofinanzierung: 59.750 Euro