Attraktive Flussufer, bessere Rad- und Wanderwege und neue Lernorte über die Natur

Förderrunde 2019 berücksichtigt 13 Landschaftspark-Projekte in der Region – rund zwei Millionen Euro Kofinanzierung von kommunalen Vorhaben

Mehr Grün zwischen dichter Bebauung, Naherholung und Naturerlebnis direkt vor der Haustüre, ökologische Nischen für Flora und Fauna – viele Maßnahmen können die Landschafträume in der Region Stuttgart weiter aufwerten. Darauf zielt das regionale Kofinanzierungsprogramm Landschaftspark Region Stuttgart ab.  Welche kommunalen Vorhaben in der Förderrunde 2019 einen Zuschlag erhalten, beschloss der regionale Planungsausschuss heute. Mit 1,96 Millionen Euro werden 13 Projekte über alle Kreise hinweg unterstützt - sechs davon im Landkreis Ludwigsburg, je drei auf Gemarkung der Landeshauptstadt Stuttgart und im Landkreis Esslingen sowie je eines in den Landkreisen Böblingen, Göppingen und im Rems-Murr-Kreis. Interkommunale Vorhaben können sich dabei auch auf mehrere Landkreise erstrecken.

Nachfrage weiterhin hoch

Mit diesem Beschluss folgte der Planungsausschuss einstimmig der Empfehlung der Jury. Insgesamt 16 Anträge für eine regionale Kofinanzierung lagen ihr vor, die sich auf eine Fördersumme von insgesamt rund 3,27 Millionen Euro beliefen. Im Fördertopf 2019 sind knapp zwei Millionen Euro: Sie setzen sich zusammen aus den jährlich verfügbaren 1,5 Millionen Euro des regionalen Förderprogramms und etwa 480.000 Euro Restmittel aus den beiden Vorjahren.

Viele in diesem Jahr geförderte Vorhaben dienen gleichzeitig mehreren Funktionen von Freiräumen – beispielsweise der Naherholung und dem Hochwasserschutz oder auch als Bildungsmaßnahme zum Thema Umwelt. Dies spielte für die Jury eine wesentliche Rolle, denn in Verdichtungsräumen mit hohem Siedlungsdruck und daher mehrfachen Ansprüchen an die Fläche ist es bedeutsam, dass vorhandene Freiräume vielschichtig genutzt werden. Darüber hinaus werden attraktive siedlungsnahe Grünflächen ein immer wichtigerer Standortfaktor für Wohnqualität.

Die Projekte

Für das Landschaftsentwicklungskonzept Hummelgraben in Stuttgart-Zuffenhausen, sind aktuell 418.000 Euro Unterstützung vorgesehen, mit insgesamt über 2 Millionen Euro sollen dort Biotope und Grünbereichen entlang der Wege sowie Fuß- und Radwege in einem dicht besiedelten Gebiet angelegt werden. 400.000 Euro gibt die Region für Verbesserungen beim Uferradweg an der Lauter in Wendlingen und neue Aufenthaltsplätze am Wasser, die Gesamtkosten des Projekts liegen bei knapp einer Million Euro. 310.000 Euro sind für Schwieberdingen eingeplant: Die Kommune möchte für rund 760.000 Euro in der Ortsmitte den Uferweg an der Glems mit Aufenthaltsplätzen und einem Natur-Erlebnisraum ausstatten, damit verbunden sind gleichzeitig Verbesserungen beim Hochwasserschutz. Auch in Ditzingen wird die Glems noch schöner: Dort soll der „Lachengraben“ mit über 560.000 Euro aufgewertet und erlebbarer gemacht werden, unterstützt werden soll dies durch 225.000 Euro von der Region. In Herrenberg wird die Wohnqualität im Verdichtungsraum gefördert: Nahe des Stadtteils „Längenholz“ soll ein „Mitmachpark Mensch und Natur“ Sport und Bewegung entstehen, auch Grillstellen mit Sanitäranlagen sowie ein Naturgarten mit einer Streuobstwiese werden dort angelegt. Zu den Gesamtkosten circa 640.000 Euro schießt der Verband Region Stuttgart 260.000 Euro zu. In Leonberg wird die naturnahe Umgestaltung der ehemaligen Autobahntrasse fortgesetzt, zu den 420.000 angesetzten Kosten erhält die Kommune 170.000 Euro regionales Geld.

Weitere Zuschüsse erhalten Bietigheim-Bissingen und Oberriexingen für neue Rastplätze am Enztalradweg sowie Geislingen an der Steige, um eine für die Schwäbische Alb typische „Hülbe“ wiederherzustellen und so als Kulturgut zu erhalten. Es handelt sich hierbei um ein künstlich angelegtes Kleingewässer, das in früheren Zeiten der Landwirtschaft und damit auch der Siedlungsentwicklung diente. Zusagen gehen auch an den Kommunalen Arbeitskreis Filder für Investitionen in die FilderRadRunde und in einen architektonisch interessanten Aussichtsturm in Form eines Apfelkerns zwischen Heumaden und Ruit, ebenso an Allmersbach im Tal für ein „Grünes Klassenzimmer“ am Streuobst-Erlebnisweg „s’äpple“ sowie an Ingersheim für Rundwege mit Infotafeln zu den Weinberg-Steillagen rund um den Schlossberg.

Der Landschaftspark Region Stuttgart basiert auf zwei Säulen: zum einen die Masterpläne zu landschaftlichen Teilräumen, in denen zehn der diesjährig geförderten Projekte liegen, zum anderen das Kofinanzierungsprogramm. Seit 2005 hat der Verband Region Stuttgart mit rund 17,5 Millionen Euro über 200 Projekte der Kommunen mit auf den Weg gebracht.

Geschätztes Instrument für Freiraumentwicklung

„Es sind gute Projekte, welche die eingesetzten Summen rechtfertigen“, so das Fazit von Jürgen Lenz (CDU), „und wir freuen uns, wenn sich die Projekte in der Warteschleife für die nächsten Jahre so weiterentwickeln wie bisher.“ Dorothee Kraus-Prause (Grüne) sagte: „Wir haben uns dieses Jahr besonders über die große Bandbreite der Projekte gefreut“. Für Matthias Hahn (SPD) zeichnet es die Entscheidung aus, dass „große wie auch kleine Projekte gleichermaßen betrachtet werden.“ Wilfried Dölker (Freie Wähler) begrüßte, dass sich „die Landschaftsparkprojekte wie eine Perlenkette fortsetzen“. Gleichzeitig mahnte er an, Doppelförderungen zu vermeiden und den Verwaltungsaufwand bei geringen Fördersummen im Auge zu behalten. Christoph Ozasek (Linke) lobte die „hervorragenden Projekte“ mit ihren regionalbedeutsamen Aspekten, ihrer Ausstrahlungskraft und ihrer Multifunktionalität. Albrecht Braun (FDP) weist darauf hin, die Nachfrage auch weiterhin hoch zu halten.

28.01.2019
Die Pressemitteilung als PDF-Download
Die Übersicht über die kofinanzierten Landschaftspark-Projekte 2019 als PDF-Download