Konkretisierung für das Redesign bei der S-Bahn

Weiterhin ein hoher Komfortstandard mit 1. Klasse

Im Verkehrsausschuss wurde beschlossen, dass die 1. Klasse beim Redesign der S-Bahnen weiterhin erhalten bleiben soll. Aktuell werden in einer S-Bahn mindestens 16 Sitzplätze in der 1. Klasse angeboten. In so genannten Langzügen mit der maximal möglichen Zuglänge sind es 48 Sitzplätze. Die Abschaffung der 1. Klasse wurde zur Diskussion gestellt, da hiermit die Sitzplatzkapazitäten um bis zu 10 Prozent hätten gesteigert werden können. Auf der anderen Seite wäre damit Raum verloren gegangen, der beispielsweise ein ruhiges Arbeiten für Berufspendler ermöglicht.
 

Mit dem Votum für den Erhalt der 1. Klasse hat sich der Verkehrsausschuss mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, den bisherigen hohen Komfortstandart durch die 1. Klasse auch mit dem Redesign weiter anzubieten. Ein technisches und optisches Redesign aller insgesamt 215 S-Bahn-Fahrzeuge (60 Modelle der Reihe 423 und 155 Modelle der Reihe 430) wurde im Zuge der Verlängerung des Verkehrsvertrags mit der DB Regio im Februar vereinbart. Mit dem Redesign sind folgende Zielmaßgaben verbunden: die Optimierung des Ein- und Ausstiegsverhaltens der Fahrgäste, die Verbesserung der Fahrgastinformation, die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Fahrzeug, die Einrichtung eines automatischen Fahrgastzählsystems zur Erfassung von Fahrgastzahlen in einzelnen S-Bahnen sowie die Neugestaltung des Außendesigns. In allen S-Bahnen wird WLAN verfügbar sein. Eine abschließende Beratung über das Redesign soll im Herbst 2019 erfolgen. Die Maßnahmen werden von DB Regio im Zeitraum von Januar 2023 bis 2027 umgesetzt.

Helmut Noe (CDU) betonte: „Der mögliche Wegfall der Plätze in der 1. Klasse bringt keinen nennenswerten Vorteil.“ Daher solle die 1. Klasse weiterhin angeboten werden. Regina Wagner (CDU) ergänzte, dass man den Menschen das Recht zugestehen solle, für eine höhere Qualität auch mehr zu bezahlen. Eva Mannhardt (Grüne) fand die „Debatte überhöht“. Eine Umnutzung der Räume als Mehrzweckabteil sei ein interessanteres Thema, jedoch nicht darstellbar. Gleichzeitig würde durch eine Abschaffung der 1. Klasse nur wenig zusätzliche Kapazität geschaffen. Harald Raß (SPD) plädierte für eine Abschaffung der 1. Klasse als nicht mehr zeitgemäß. „Die Auslastung der 1. Klasse liegt in der Hauptverkehrszeit nur bei 36 Prozent.“ Der Aufwand zur Abschaffung der 1. Klasse sei überschaubar, um dafür das Platzpotenzial zu nutzen. Bernhard Maier (Freie Wähler) sagte, dass die S-Bahn in der 2. Klasse in der Hauptverkehrszeit kein Vergnügen sei. Allerdings solle man respektieren, dass Menschen bereit sind, mehr zu zahlen, um sich dieser Situation nicht auszusetzen. Christoph Ozasek (Die Linke) begrüßte, dass das Thema infolge des Antrags seiner Fraktion diskutiert werde. „Es ist eine Frage der Vernunft, die zusätzlichen Platzkapazitäten zu ermöglichen.“ Es sei politisch falsch, Luft statt Menschen zu transportieren. Armin Serwani (FDP) sprach sich dafür aus, die knapp 700.000 Euro Einnahmen der 1. Klasse beizubehalten. „Wir müssten sonst einen kompletten Wegfall dieser Fahrgäste und ihren Umstieg aufs Auto befürchten.“ Dr. Burghard Korneffel (Innovative Politik) befand, dass die 1. Klasse heutzutage für ein öffentliches Verkehrsmittel fehl am Platz sei.

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