Kunden bestätigen Qualität der S-Bahn

Qualität der S-Bahn: Fahrgäste so zufrieden wie nie – Weitere Anstrengungen bei der Pünktlichkeit notwendig

STUTTGART: „Unsere Fahrgäste sind mit der S-Bahn so zufrieden wie noch nie“, lautet ein Fazit von Regionaldirektor Dr. Bernd Steinacher und Wirtschaftsdirektor Dr. Jürgen Wurmthaler zur Qualität der S-Bahn im Jahr 2006. Die Deutsche Bahn habe als Betreiberin der S-Bahn die Mammutleistung Fußball-WM „bestens gemeistert“, lobte Dr. Steinacher heute auf der gemeinsamen Pressekonferenz zu den Qualitätserhebungen 2006. Die S-Bahn fahre zwar nach wie vor auf einem hohen Niveau der Gesamtpünktlichkeit, doch gebe es keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. „Denn die gemessene Pünktlichkeit, speziell in der Hauptverkehrszeit, ging im Jahr 2006 leicht zurück“, hob Dr. Steinacher hervor.

Bemühungen um Pünktlichkeit müssen weiter gehen

Während die Pünktlichkeit im Jahr 2005 bei bis zu drei Minuten in der Hauptverkehrszeit mit 88,2 Prozent nahe an das realistische Optimum der vereinbarten Zielwerte heranreichte, sank sie im Jahr 2006 um 1,9 Prozentpunkte auf 86,3 Prozent (Zielwert: 91,5 Prozent). „Gerade die 70 Prozent unserer Fahrgäste, die mit der S-Bahn zur Arbeit oder Ausbildung fahren, sind auf Pünktlichkeit angewiesen“, sagte Dr. Steinacher. Er appellierte, die Deutsche Bahn solle in ihren Bemühungen um die Pünktlichkeit der S-Bahnen nicht nachlassen.

Einen leichten Rückgang der Pünktlichkeit gab es auch bei der Gesamtbetrachtung bis zu drei Minuten. Mit 92,6 Prozent im Jahr 2006 (93,8 Prozent im Jahr 2005) entfernte sich die Pünktlichkeit vom vereinbarten Zielwert 94,5 Prozent.

Bei einer Verspätung von bis zu sechs Minuten sieht die Bilanz wesentlich besser aus. Zwar gab es bei der Gesamtbetrachtung einen leichten Rückgang von 98,7 Prozent (2005) auf 98,5 Prozent, doch ist der Zielwert von 98 Prozent nach wie vor überschritten. Mit 97,4 Prozent (2006) liegt die Pünktlichkeit bei bis zu sechs Minuten in der Hauptverkehrszeit dicht am Zielwert von 98 Prozent.

Bessere Schulnoten für die S-Bahn
„Unsere Fahrgäste sind mit der Gesamtleistung der S-Bahn wesentlich zufriedener als 2005“, freute sich Dr. Jürgen Wurmthaler. Die Durchschnittsnote für Pünktlichkeit, Sicherheit, Information und Sauberkeit liege bei 2,65 (2,74 im Jahr 2005). Nach dem Wunsch der Fahrgäste sollten allerdings die Informationen bei Verspätungen noch besser werden. Hier gab es mit einer 2,9 deutliche Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr (3,2), aber die Zielmarke 2,5 sei noch nicht erreicht. Die Informationen im Regelfall wurden mit 2,5 bewertet und entsprechen damit dem Zielwert. Für Dr. Wurmthaler ist das der Beleg: „Unsere Investitionen in elektronische Anzeigen mit den aktuellen Fahrzeiten haben sich ausgezahlt.“ Die Sauberkeit in und an den Fahrzeugen sei von den Fahrgästen mit der Note 2,8 zwar besser beurteilt worden (2,9 im Jahr 2005), aber sie sei noch nicht zufriedenstellend.

Ausgleichszahlung an die Region

Die Auswertung dieser subjektiven und objektiven Qualitätserhebungen dient als Grundlage für die Höhe der Pönale, einer Ausgleichszahlung der Deutschen Bahn an den Verband Region Stuttgart. Für das Jahr 2006 liegt dieser Betrag für nicht oder nicht zufriedenstellend erbrachte Leistungen bei rund 130.000 Euro und damit nahezu gleich hoch wie im Jahr 2005. Wie vertraglich vereinbart, wird die Pönale dazu verwendet, weitere Qualitätsverbesserungen bei der S-Bahn zu finanzieren. Dabei sollte bevorzugt in Verbesserungen der Pünktlichkeit investiert werden.

Das Qualitätsmesssystem

Zum vierten Mal seit 2003 haben die Deutsche Bahn AG und der Verband Region Stuttgart im Jahr 2006 die Qualität der S-Bahn durch ein unabhängiges Institut erheben lassen. Befragt wurden um die 500 Fahrgäste nach ihren subjektiven Eindrücken, beispielsweise zu Pünktlichkeit, Sauberkeit, Information und Sicherheit. Neutrale Prüfer haben ebendiese Kriterien durch Stichproben in 220 Zügen abgecheckt. Die Pünktlichkeit der S-Bahn wird kontinuierlich erhoben und monatlich abgeglichen.

Das Qualitätsmesssystem ist Bestandteil des im Juli 2003 unterzeichneten Vertrags über den Betrieb der S-Bahn Stuttgart. Die Deutsche Bahn AG und der Verband Region Stuttgart hatten sich darin auf einen hohen Qualitätsstandard festgelegt, um die Fahrt mit der S-Bahn noch attraktiver zu machen. Auf den sechs S-Bahn-Linien sind an jedem Tag etwa 330.000 Menschen unterwegs.