Limes und Landschaft als Kapital

Masterplan Landschaftspark Limes im Planungsausschuss vorgestellt – attraktive Landschaft soll entwickelt werden

STUTTGART: Aus dem natürlichen Kapital, dem Limes und der ihn umgebenden Landschaft, noch mehr Nutzen zu ziehen, ist der Ansatz des Masterplans Limes. Er ist heute im Planungsausschuss vorgestellt und fraktionsübergreifend begrüßt worden. Nach den Masterplänen für die Landschaftsparks Rems und Neckar liegt nun der dritte Aktionsplan des Verbands Region Stuttgart vor, der auch konkrete Projekte zur Verwirklichung des Landschaftsparks Limes enthält.

Bei der Erarbeitung des Masterplans Landschaftspark Limes ist das Expertenwissen vor Ort eingeflossen. Der Verband Region Stuttgart hat gemeinsam mit dem Landratsamt Rems-Murr-Kreis sowie den Städten und Gemeinden Alfdorf, Althütte, Großerlach, Kaisersbach, Murrhardt, Rudersberg, Spiegelberg und Welzheim in „hervorragender Weise“ (Regionalpräsident Bopp) zusammengearbeitet. Auch das Landesamt für Denkmalpflege, die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald und der Naturpark waren mit von der Partie.

Sanfter Tourismus

Speziell auf Erholungssuchende und Touristen soll der Landschaftsraum im Nord-Osten der Region Stuttgart noch anziehender wirken. Attraktive Natur und Landschaft in Kombination mit dem Weltkulturerbe Limes als einem der wichtigsten Zeugnisse römischer Grenzbefestigungen in Europa bieten dafür beste Voraussetzungen. „Diese unerhörten landschaftlichen Potenziale gilt es über sanften Tourismus zu vermarkten“, so Christof Helbig vom Landschaftsarchiteken-Büro „Schmid, Treiber, Partner“ aus Leonberg. Vor diesem Hintergrund sollen neu zu schaffende Attraktionen ihren besonderen Reiz entfalten. Dies soll in den folgenden vier Kernthemen passieren: „Landschaft“, „Weltkulturerbe Limes“, „Kulturbuckel“ und „Spielplatz der Natur“. So sollen Mountainbike-Touren für Familien ausgewiesen, Wellness-Einrichtungen ausgebaut werden, der Wald für Erlebnispädagogik genutzt oder attraktive Rundwege sowie Wasserspielplätze angelegt werden.

Für vier so genannte Starter-Projekte, unter anderem die Markierung des Limes mit „Holzbrammen“ und die Errichtung so genannter Landschaftsfenster, wurden beim Verband Region Stuttgart Gelder aus dem Programm zur Co-Finanzierung von Landschaftspark-Projekten 2009 beantragt.

Der Masterplan Landschaftspark Limes erntete von allen Fraktionen Zustimmung. Gleichwohl wiesen alle Redner auf die Gradwanderung zwischen Bewahrung der Natur einerseits und einer Aufwertung durch Aktionen und Inszenierungen andererseits hin.

Udo Goldmann (CDU) regte an, die Bedeutung des Limes über das reine Kulturgut hinaus in den Vordergrund zu stellen. Er sprach sich dafür aus, auch die zusammenhängende, unbebaute Natur zu erhalten. Joachim von Zimmermann (SPD) erinnerte daran, dass es sich beim Limes um eine militärische Anlage und um eine Trennlinie handele. Er plädierte dafür, „den Charakter der Landschaft vorsichtig zu entwickeln und nicht zu stören.“

Auf eine Ausgewogenheit zwischen Inszenierung und Bewahrung des „vorhandenen Schatzes“ wies auch Dorothee Kraus-Prause (Grüne) hin. Ihrer Fraktion sei es wichtig, dass auch ein Bürgerengagement angestoßen werde. Auf das „Spannungsfeld zwischen Freizeitpark Limes und Schutzgemeinschaft“ machte auch Alfred Bachofer (Freie Wähler) aufmerksam. Was die Höhe des Budgets des Co-Finanzierungsprogramms für Landschaftspark-Projekte angeht, die im Jahr 2008 bei 1,5 Millionen Euro liegt, sieht er „ keine nennenswerte Steigerung“ mehr.

Für Ulrich Deuschle (Republikaner) bietet der Landschaftspark Limes gute Möglichkeiten für Schulgruppen, ihre Heimat kennenzulernen. Nach der Bereitschaft der Kommunen, sich dem Tourismus zu öffnen, erkundigte sich Ulrich Scholtz (FDP).