Mehr 15-Minuten-Takt und längere Züge

Verkehrsausschuss für Verbesserungen des S-Bahn-Verkehrs

Mehr Fahrten der S-Bahn im 15-Minuten-Takt und den Einsatz längerer S-Bahn-Züge auf der S1. Diese Verbesserungen mit jährlichen Kosten von rund 2,1 Millionen Euro hat der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung heute mit Stimmen von CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke zum Beschluss empfohlen. Die Freien Wähler enthielten sich. Die CDU-Fraktion hatte die Verkehrsverbesserungen beantragt. 

Der neue S-Bahn-Vertrag bietet Spielräume für betriebliche Verbesserungen zu günstigeren Preisen, sagte Dr. Jürgen Wurmthaler. Eine zentrale Rolle spiele die längste Linie S1. Dort seien in den letzten Jahren so viele neue Fahrgäste im S-Bahn-Netz hinzugekommen, so dass Rückgänge auf anderen Linien abgefedert werden konnten. Die empfohlenen Verbesserungen haben einen Umfang von 150.000 Zug-Kilometern. Dadurch würden an Werktagen 20 S-Bahn-Züge mehr fahren, so Wurmthaler. 

Sofern die Regionalversammlung dies beschließt, soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 der 15-Minuten-Takt am Nachmittag auf allen S-Bahn-Linien spätestens gegen 15.30 Uhr, also 30 Minuten früher als heute, beginnen und wie bisher gegen 19.30 Uhr enden. Allein diese Verbesserung schlägt mit rund 1 Millionen Euro zu Buche. Zusätzlich sollen zwei Fahrten am Nachmittag auf der „kleinen S 1“ zwischen Esslingen und Schwabstraße so verlängert werden, dass sie zwischen Plochingen und Herrenberg verkehren. Damit beginnt der 15-Minuten-Takt auf der S1 bereits gegen 15.00 Uhr. Abends wird der 15-Minuten-Takt um die Fahrt Plochingen (ab 18:53 Uhr) – Hauptbahnhof (19:20 Uhr) – Herrenberg (an 19.58 Uhr) ergänzt. Um auf einigen Fahrten während der Hauptverkehrszeit mehr Platz in den S-Bahnen der Linie 1 zu schaffen, werden die vier zusätzlichen, neuen Fahrzeuge des Typs ET 430 genutzt werden. An Züge auf 16 Fahrten soll jeweils ein zusätzliches Fahrzeug angehängt werden. Um rechtzeitig mit der S-Bahn zur Frühschicht der Firma Daimler zu kommen, sollen auf drei Jahre befristet zwei zusätzliche Frühfahrten auf der S6 eingerichtet werden. 

Große Zustimmung zu Verbesserungen bei der S-Bahn
Ein leistungsgerechter ÖPNV müsse auf die veränderten Lebensgewohnheiten der Menschen eingehen, begründete Rainer Ganske (CDU) die Verbesserungen. Angesichts des neuen Verkehrsvertrags können durch ein vergleichsweise kleines Entgelt deutliche Verbesserungen erzielt werden“. Mittelfristig hält er die weitere Ausdehnung der Hauptverkehrszeit sowie Nachtverkehre am Donnerstag für sinnvoll. „Die S-Bahn ist das Rückgrat und damit der Schrittmacher für den ÖPNV in der Region Stuttgart“, begrüßte Thomas Leipnitz (SPD) die betrieblichen Verbesserungen. Darüber hinaus könne seine Fraktion der Spätanbindung des Flughafens mit der S3, zwei zusätzlichen Fahrtenpaaren auf der Schusterbahn sowie dem Nachtverkehr donnerstags etwas abgewinnen.

Verweisung in die Regionalversammlung
„Angesichts der jährlichen Kosten von über 2 Millionen Euro sollte zunächst der Haushaltsentwurf fürs nächste Jahr abgewartet werden, bevor die Angebotsverbesserungen beschlossen werden“, sagte Bernhard Maier (Freie Wähler). Sein Antrag, die Entscheidung in die Regionalversammlung im Herbst zu verweisen, fand die notwendige Mehrheit von 8 Stimmen (Freie Wähler, FDP). 

Mark Breitenbücher (Grüne) verteidigte die Angebotsverbesserungen. „Ein attraktives Angebot bringt die Menschen auf die S-Bahn, das habe die Nacht-S-Bahn gezeigt. Er sprach sich für ein mutiges Vorangehen aus. Derzeit hechele man der Lebenssituation der Menschen hinterher.“ Albrecht Braun (FDP) fragt „bei allem Wohlwollen für Verbesserungen“, wer und wie dies zu finanzieren sei. Er unterstützte den Antrag der Freien Wähler. Christoph Ozasek (Linke) befürwortet die Verbesserungen bei der S-Bahn. Er sprach sich auch für Optimierungen auf der Schusterbahn aus.

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