S-Bahnstationen in Mettingen und Maubach werden als nächste barrierefrei

Regionaler Verkehrsausschuss beschließt Finanzierungsvereinbarung für weitere Planungen. Weiterer Ausbau der Barrierefreiheit in der Region in Vorbereitung.

Barrierefreie Ein- und Ausstiege in die S-Bahnen der Region sind schon lange im Fokus des Verband Region Stuttgart. Für Feuerbach, Ludwigsburg, Rommelshausen, Mettingen, Esslingen (Neckar) und Maubach hat der regionale Verkehrsausschuss bereits Grundsatzbeschlüsse für die Herstellung der Barrierefreiheit gefasst. Während in Feuerbach und Rommelshausen die Maßnahmen bereits laufen, bedurfte es für Mettingen und Maubach noch einer Finanzierungsvereinbarung, die heute beschlossen wurde.

An der Station Esslingen/Mettingen ist vorgesehen am Bahnsteig Gleis 3/4 eine stufenfreie Einstiegsmöglichkeit zu schaffen, sowie ein taktiles Leitsystem für Sehbehinderte Menschen umzusetzen. Selbiges gilt auch für die Bahnsteige an den Gleise 1 und 2 in Maubach. Die Kosten für die Vorplanung betragen 340T€, die der Verband vollständig übernimmt. Für den Umbau der Bahnsteige in Esslingen (heute 17.000 Ein-, Aus- und Umsteiger) und Ludwigsburg (heute fast 35.000 Ein-, Aus- und Umsteiger) will der Verkehrsausschuss prüfen lassen, ob mit dem Fahrplan von Stuttgart 21 die S-Bahnsteige vollständig barrierefrei aufgehöht werden können, weil dort keine anderen Züge mehr halten müssen. In der heutigen Sitzung hat der Verkehrsausschuss zudem beschlossen, mit Stetten-Beinstein und Leonberg die Planung fortzusetzen. Für den Betrieb und die Wartung der Bahnhöfe und Haltepunkte ist die DB Station&Service AG zuständig. Diese könnte nach den Worten von Michael Groh, Leiter Regionalbereich Südwest, bis 2030 weitere zehn Bahnhöfe barrierefrei ausbauen, sofern Mittel aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (L-GVFG) und ergänzend vom Verband Region Stuttgart bereitstehen.  Die verbleibenden, betrieblich umsetzbaren Stationen könnten laut der DB Station&Service AG bis 2040 barrierefrei werden. Auswahl und Reihenfolge der Bahnhöfe ergeben sich aus einer gemeinsamen Priorisierung. Grundlage dieser sind hauptsächlich die Anzahl der Fahrgäste und der Kurvenradius am Bahnsteig.

Helmut Noe (CDU) bemängelte die lange Dauer von der Beschlussfassung bis zur Umsetzung der Maßnahmen. Eine Bahnsteigerhöhung sei kein „Hexenwerk“. Er forderte von der DB Station&Service AG mehr Ehrgeiz und appellierte „eine Lösung im Sinne der Nutzer zu suchen.“ Zudem forderte er, die Bahnsteige in Esslingen und Ludwigsburg nicht nur partiell, sondern durchgängig zu erhöhen. Beide Bahnhöfe seien für den S-Bahnverkehr bedeutend, dies würden auch die Nutzerzahlen zeigen. DB Netz und das Land blockierten aus seiner Sicht das Vorhaben. Eva Mannhardt (Grüne) hatte den Eindruck, dass die Barrierefreiheit bei der Bahn generell nicht im Fokus sei. Für sie dauerten die Maßnahmen viel zu lange, „schließlich sind es keine Bahnhöfe, die gebaut werden.“ Sie gab zu bedenken, dass die Menschen immer älter werden, mit Gepäck und Kinderwägen unterwegs seien und Barrierefreiheit nicht nur für Menschen mit Handicap wichtig sei. Harald Raß (SPD) forderte eine Verschärfung des Beschlusses, sodass zehn weitere Stationen bis 2025 und die verbleibenden Bahnsteige bis 2035 realisiert werden müssen. Zudem solle mit der Planung für die Bahnsteige in Stetten/Beinstein und Leonberg sofort begonnen werden. Dies wurde einstimmig angenommen. Für Rainer Gessler (Freie Wähler) seien die zeitlichen Planungen ein Armutszeugnis, das für Empörung sorge. Wolfgang Hoepfner (Die Linke) forderte eine ganzheitliche Betrachtung. Es könne nicht sein, dass man barrierefrei einsteigt und am Ziel noch immer Barrieren seien. Gudrun Wilhelm (FDP) bemängelte, dass man Millionen in die Stärkung des ÖPNV investiere, die mangelnde Barrierefreiheit aber eine „never ending story“ sei.

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