Über eine Million Euro für Landschaftsparkprojekte

Anträge aus 18 Städten und Gemeinden eingereicht – 16 kommen in den Genuss einer Kofinanzierung. Rund die Hälfte der Projekte interkommunal.

Landschaft nicht nur schützen, sondern auch aufwerten und gestalten: Dies ist die Grundidee des Landschaftsparks Region Stuttgart. Deswegen unterstützt der Verband Region Stuttgart Städte und Gemeinden in der Region mit einem jährlichen Kofinanzierungsprogramm. In seiner heutigen Sitzung ist der regionale Planungsausschuss die Empfehlung der Jury gefolgt und hat die Förderung von 16 Projekten mit insgesamt 1.232.700 Euro beschlossen. Das förderfähige Gesamtvolumen der Projekte umfasste 6.011.111 Euro. Erbeten wurden Kofinanzierungsmittel in Höhe von 1.294.753 Euro, wovon 1.232.700 Euro bewilligt wurden. Insgesamt gingen 18 Projektanträge ein, wovon 16 goutiert wurden. Anders als in den Vorjahren gab es in dieser Vergaberunde deutliche räumliche und thematische Schwerpunkte. So konzentrieren sich die Projekte räumlich auf den Kreis Ludwigsburg und insbesondere die Steillagen im Mittleren Neckartal und auf das Obere Filstal. Das Thema Sport und Bewegung, insbesondere für Jugendliche, spielt im Bottwartal eine Rolle. Ökologische Aspekte stehen bei Projekten in Stuttgart und Waiblingen im Vordergrund. „Wir freuen uns sehr, dass es sich bei rund der Hälfte der Projekte um interkommunale Projekte handelt“, betonte Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling.

Die höchste Kofinanzierung geht an das Projekt „Naturoase Auwiesen“ der Stadt Stuttgart. 450.000 Euro sollen die Anlage eines mit dem Neckar verbundenen Feuchtbiotops mit Naturerlebnis für Menschen im Bereich der Stauhaltung Hofen unterstützen. Das Projekt verknüpft auf besondere Weise ökologische Aufwertung, Umweltbildung und Naherholung heißt es in der Projektbeurteilung des Verbands. Es ist das fünfte Projekt zur Stärkung der Erlebbarkeit des Neckars der Stadt Stuttgart, das mit regionalen Mitteln kofinanziert wird. Die zweithöchste Förderung in Höhe von 185.000 Euro geht nach Bietigheim-Bissingen. Eine 1984 angelegte Aufenthaltsfläche soll für Erholungssuchende entlang der Enz, insbesondere für Radfahrer, Kanuten und Wanderer attraktiv gestaltet werden. Einladende Rastplätze mit drehbaren Sonnenliegen, ein Aussichtsbalkon sowie ein Spiel- und Aufenthaltsbereich sollen die Erlebbarkeit der Enz verbessern.  115.600 Euro gehen nach Wiesensteig für die Umwandlung eines Spielplatzes in einen multifunktionalen Lebensraum an der Fils. Dazu gehören ein neuer Spielbereich unter dem Motto Leben am und im Bach, sowie flache Uferböschungen in kombinierter Nutzung als Retentionsraum. Im Haushalt 2020 wurden 1,5 Millionen Euro für die Kofinanzierung von Landschaftsparkprojekten eingestellt, die nicht in vollem Umfang vergeben wurden. Durch günstiger abgerechnete beziehungsweise aufgegebene Projekte stehen in diesem Jahr zusätzlich rund 500.000 Euro zur Verfügung. Die Geschäftsstelle schlug vor, diese Mittel in das nächste Jahr zu übertragen beziehungsweise für geeignete und den Zielen des Landschaftspark entsprechende Sonderprojekte, die sich möglicherweise im Laufe des Jahres entwickeln, vorzuhalten. Der Planungsausschuss hat dies befürwortet.

Roland Schmid (CDU/ÖDP) zeigte sich erfreut über die sehr gute Projektauswahl. „Das zeigt, dass das Förderprogramm sehr sinnvoll ist und gute Entwicklungen auslöst.“ Ebenfalls erfreulich sei, dass für alle Bevölkerungsgruppen etwas dabei war sowie für die Sinne. „Das ist gut angelegtes Geld“, resümierte Schmid. Dorothee Kraus-Prause (Grüne) betonte, dass es sich bei der vorgestellten Projektauswahl um eine gute Mischung zwischen Einzelmaßnahmen und Großprojekten handle. Sie lobte die resultierende ansprechende ökologische Aufwertung. Dadurch sei es besonders leicht gewesen eine Entscheidung zu treffen. „Wir freuen uns auf die Projekte!“ Peter Aichinger (Freie Wähler) hob hervor, dass die thematischen Schwerpunkte auf Verbesserungen für den Radverkehr und Steillage lag. Dies mache die Projekte zu einem „weiteren Mosaikstein zur Stärkung des Landschaftsparks Region Stuttgart.“ Regina Traub (SPD) lobte die breitgefächerten Projekte, die sowohl tolle Sachen für Kinder böten, als auch ökologisch wertvoll seien. Für Joachim Hülscher (AfD) war neben der Bandbreite erfreulich, dass die Kofinanzierungsmittel in der aktuellen Förderrunde ausgereicht haben. Kai Buschmanns (FDP) Freude über die Projekte wurde ein wenig getrübt, da nicht alle Landkreise Projekte eingereicht haben. Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) bat offensivere Werbung für die Kofinanzierung zu machen, damit im kommenden Jahr alle Mittel abfließen.

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