Vorfreude auf Straßenradsport-Großevents

Regionalversammlung beschließt Mitfinanzierung der Deutschen Straßen-Radmeisterschaften 2020, der Schlussetappe Deutschland Tour 2021 sowie Jedermann-Rennen

Die Vorfreude auf die nächsten Radsport-Großereignisse in Stuttgart und der Region schwang in den Reden in der Regionalversammlung am Mittwoch deutlich mit. Konkret geht es um die Austragung von Jedermann-Rennen in den nächsten beiden Jahren, die Deutschen Straßen-Radmeisterschaften vom 19. bis 21. Juni 2020, deren Austragung in Stuttgart und Region vom Veranstalter Bund Deutscher Radfahrer und dem Ausrichter Freunde Eventagentur zugesichert ist, sowie um die Bewerbung für die Schlussetappe der Deutschland Tour 2021. Mit ihrer Entscheidung für eine Mitfinanzierung der Gemeinschaftsvorhaben von Landeshauptstadt Stuttgart und Region Stuttgart bestätigten die Regionalrätinnen und Regionalräte das positive Votum des Wirtschaftsausschusses vom Mai – die regionale CDU-Fraktion hatte ein weiteres Engagement für den Spitzenstraßenradsport und für begleitende Jedermann-Rennen beantragt. Auch in den nächsten zwei Jahren sollen Jedermann-Rennen mit Start und Ziel in Stuttgart und einer Streckenführung durch die Region wesentliche Elemente der Elite-Veranstaltungen sein. Mit weiteren Aktivitäten soll zudem für das Radfahren als nachhaltige Mobilitätsform im Alltag geworben werden. Der Stuttgarter Verwaltungsausschuss hat den Vorhaben schon im Mai zugestimmt.

Der regionale Anteil beträgt für die Deutschen Straßen-Radmeisterschaften 150.000 Euro von insgesamt 450.000 Euro, für die Deutschland Tour ist die Region bereit, 162.500 Euro von insgesamt 650.000 Euro zu zahlen. Damit möchte man an die erfolgreiche Austragung des Finales der Deutschland Tour im letzten Jahr durch die Region mit Zieleinlauf auf der Stuttgarter Theodor-Heuss-Straße anknüpfen. Vorgeschaltet war ein Jedermann-Rennen mit über 3.000 begeisterten Radsportlerinnen und Radsportler.

Stimmen aus der Regionalversammlung
Monica Wüllner (CDU) befürwortete die Entscheidung die Radsportveranstaltungen in die Region zu holen, da ihre Fraktion 2016 auch den Antrag gestellt hatte eine Etappe der Deutschland Tour 2018 in die Region zu holen. Millionen Menschen hätten das Spektakel auf der ganzen Welt verfolgt und beeindruckende Bilder der Region gesehen. „Nach dem ersten Schritt folgt nun der zweite und der dritte und wir kommen unserem ursprünglichen Ziel, die Region Stuttgart als Sport-Region zu verankern, wieder ein Stück näher.“ Sie appellierte: „Lassen Sie uns diese Begeisterung für die Region nutzen und mit Sportveranstaltungen für sie werben.“ Die Menschen in der Region hätten schon mehrfach bewiesen, dass sie ein hervorragendes Sportpublikum sind.
Cleo Becker (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, „dass es hierbei nicht nur um den Spitzensport, sondern eben auch um ´jedermann´ und ´jedefrau´ geht. Radfahren sei nicht nur gesund, sondern auch ein umweltfreundliches alternatives Fortbewegungs- und Transportmittel. „Wir wollen mehr Menschen dazu motivieren umzusteigen – auf den ÖPNV und natürlich auch auf das Fahrrad. Die Begeisterung für Radrennen soll sich übertragen auf die Begeisterung für das eigene Fahrradfahren.“ Sie appellierte die Zweiradmobilität verstärkt auch als Wirtschaftsfaktor in den Blick zu nehmen – speziell die Elektrifizierung. „Denken wir nicht immer vom Auto abwärts, denken wir einmal vom Fahrrad aufwärts!“
Für Harald Raß (SPD) eröffneten solche Radsport-Großveranstaltungen die Möglichkeit, die Region aus einer anderen Perspektive zu erleben, nicht nur was die Fernsehübertragungen betreffe. Zudem sei der Radsport, bei allen Höhen und Tiefen faszinierend und ziehe die Menschen an die Strecken, um bei einem eigentlich nur sehr kurzzeitigen Teil des Geschehens dabei zu sein. „Keine randalierenden Fans, keine Bengalos, keine Schiedsrichterbeleidigungen – auch das gehört zum Radsport.“ Im Grunde würde jeder Fahrer mit ordentlichem Beifalle versorgt, was für Raß nicht ganz unwesentliche Gründe waren dem Beschlussvorschlag zuzustimmen.
Andreas Hesky (Freie Wähler) und seine Fraktion betonte, dass dieses sportliche Event sowohl den Radsport als auch die Region in ein gutes Licht gerückt hätte. Daher wäre es schade, wenn man die gewonnenen Erfahrungen nicht nutzen würde. Zudem sei die Regionalversammlung gut beraten den Sport auf Ebene der Kommunen zu belassen. Am Zielpunkt Stuttgart wollten er und seine Fraktion festhalten. „Stuttgart braucht das Umland und das Umland braucht Stuttgart. Gemeinsam sind wir die Region.“
Für Christoph Ozasek (Die Linke) ist in einer klimaneutralen neuen Mobilitätskultur das Fahrrad unersetzlich. “Mit der Bewerbung um die Deutsche Radmeisterschaften und die Deutschland Tour verbinden wir die Chance, die Region Stuttgart als Fahrradregion neu aufzustellen und dieses positive Image nachhaltig zu entwickeln.
Gudrun Wilhelm (FDP) warb dafür den Breitensport nicht zu vergessen, denn „aus der Breite kommt im Sport die Spitze.“ Ihre Fraktion forderte zudem ein Konzept, mit dem die beschlossenen Radsport-Veranstaltungsreihe durch Veranstaltungen in der Breite unterfüttern werden könnte.
Stephan Schwarz (AfD) forderte: „Dabei sein muss die dicke Überschrift für Radsportgroßveranstaltungen lauten. Ein Radrennen der Bürger für die Bürger.“

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