Risikokarten und Handlungsansätze zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vorgestellt

Landkreis Böblingen und Verband Region Stuttgart haben landesweites Vorzeigeprojekt erarbeitet. Ziel ist es, den Städten und Gemeinden Gefahrenpotenziale und Lösungsansätze aufzuzeigen.

Spätestens seit den Unwetterereignissen in Braunsbach und im Ahrtal sowie zunehmend spürbaren Hitzewellen ist klar: Maßnahmen zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels gewinnen an Bedeutung. Das Gemeinschaftsprojekt „Klimaanpassung im Landkreis Böblingen (KlimaBB)“ des Landkreises Böblingen und des Verbands Region Stuttgart hat sich zum Ziel gemacht, die Städte und Gemeinden bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen. Am Dienstag, den 26. Juli, wurden die erarbeiteten Hinweise für eine klimafeste Stadt- und Ortsentwicklung im Beisein von Umweltministerin Thekla Walker, Landrat Roland Bernhard und dem Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart, Dr. Alexander Lahl, durch den Projektleiter Dr. Christoph Hemberger vorgestellt und an die Städte und Gemeinden übergeben.

Das vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft geförderte Projekt ist landesweit einzigartig. Auf rund 300 Seiten liefert es eine wichtige Grundlage für die 26 Städten und Gemeinden im Landkreis Böblingen. Neben umfangreichen Kartendarstellungen zu Betroffenheiten durch zunehmende Hitzewellen sowie Hochwasser- und Starkregenereignisse beinhaltet es konkrete Maßnahmen und Handlungsansätze. Die Maßnahmen beziehen sich sowohl auf Bereiche innerhalb und außerhalb der bestehenden Ortschaften als auch auf geplante Neubauvorhaben. Dabei werden je nach Gefahrenpotenzial spezifische Vorschläge zur klimaaktiven Gestaltung gemacht. Diese reichen von sogenannten Ökopflastern oder hellen Belägen, die das Rückstrahlvermögen von Oberflächen erhöhen, bis hin zur klimafesten Ertüchtigung von kritischer Infrastruktur, Spielplätzen oder Freizeitanlagen. Auch Hinweise zur Wasserspeicherung, Versickerung, Verdunstung und schadlosen Ableitung von Oberflächenwasser sind zu finden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sogenannten „Grünen Infrastruktur“, die auf vielfältige Weise zur Abpufferung von Klima- und Wetterrisiken beitragen und darüber hinaus die Lebensqualität und Attraktivität der Städte und Gemeinden stärken kann.

Umweltministerin Thekla Walker sagte: „Immer häufigere und längere Hitzewellen machen deutlich, dass die Klimakrise längst bei uns angekommen ist. Unser Ziel muss es sein, ein lebenswertes Baden-Württemberg zu erhalten. Klimaanpassung lautet das Gebot der Stunde. Bei allen Planungsvorhaben müssen wir die weiter zunehmende Klimaerwärmung noch viel mehr in den Blick nehmen.“ Die Ministerin hob dabei die besondere Rolle der Kommunen hervor. „Wir brauchen das Engagement und die Expertise der Kommunen, um passende Lösungen zu entwickeln.“ Thekla Walker lobte insbesondere die nun vorliegende detaillierte Kartendarstellung, die es erlaube, in einzelnen Gemarkungen des Landkreises bis hin zur Quartiersebene die konkreten Auswirkungen extremer Wettergeschehen abzuschätzen und zielgerichtet präventiv aktiv werden zu können.

„Wir sind sehr stolz, hier Vorreiter zu sein“, betonte der Böblinger Landrat Roland Bernhard. „Das Thema hat zuletzt noch an Aktualität gewonnen. Hitzeaktionspläne rücken in den Blick, die es meist aber nur für größere Städte gibt. Der Klimawandel betrifft aber alle; insofern schließt KlimaBB eine Lücke dort, wo es an Fachressourcen für den Umgang mit der Thematik mangelt.“ Denn das umfangreiche Buch zeigt auf, was in verantwortungsbewusstes kommunales Handeln künftig verstärkt einfließen muss. Es enthält viel wertvolle Information, Daten und Fakten. „KlimaBB schlägt die Brücke zwischen den rechtlichen Vorgaben einerseits und dem, was die Kommunen praktisch umsetzen können andererseits“, erklärte der Landrat.“ Damit ist ein wertvoller Werkzeugkasten geschaffen worden, mit dem es sich arbeiten lässt.“

„Die Region Stuttgart ist ein Ort, an dem Menschen gerne leben und arbeiten. Doch auch an uns geht der Klimawandel nicht vorbei“, betonte Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl. „Damit unsere Lebensqualität, Ge-sundheit und Sicherheit auch unter veränderten klimatischen Rahmen-bedingungen gewährleistet bleiben, müssen wir handeln. Jetzt ist die Zeit, umfassende Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen. Mit dem Projekt ´Klimaanpassung im Landkreis Böblingen´ geben Region und Landkreis den Städten und Gemeinden wichtige Impulse und Hilfe-stellungen für die klimafeste Ortsentwicklung.“

 Bei Interesse an der Printversion und für weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an:

Martin Wuttke, Landratsamt Böblingen (m.wuttke(at)lrabb.de) oder

Dr. Christoph Hemberger, Verband Region Stuttgart (hemberger(at)region-stuttgart.org)

Gemeinsame Pressemitteilung als PDF-Download

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