RAMONA – Stadtregionale Ausgleichsstrategien als Motor einer nachhaltigen Landnutzung

In der dicht besiedelten Region Stuttgart ist der Druck auf die unbebauten Flächen hoch. Der Bedarf an Entwicklungsflächen für Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Infrastruktur konkurriert mit dem Natur- und Landschaftsschutz, der landwirtschaftlichen Produktion von Nahrungsmitteln sowie dem Bedarf nach naturnahem Erholungsraum.

Nachverdichtungspotenziale und Brachflächenrecycling im bereits bebauten Bereich kommen an ihre Grenzen, und aktuelle Entwicklungen wie die Energiewende und der Transformationsprozess im Automobilsektor generieren zusätzliche Flächenansprüche.

Auf der anderen Seite stellt die Natur- und Kulturlandschaft der Region Stuttgart mit ihren Feldern und Wäldern, Flüssen und Tälern sowie den Streuobstwiesen einen wichtigen Faktor der Lebensqualität und Identifikation für die Bevölkerung dar. Diesen gilt es zu schützen und nachhaltig zu entwickeln.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen sind für zahlreiche Bauvorhaben sogenannte „Ausgleichsmaßnahmen“ erforderlich, mit denen Eingriffe in Natur und Landschaft kompensiert und die ökologische Leistungsfähigkeit insgesamt gewahrt werden soll. Flächen für diesen Ausgleich zu finden, wird im aktuellen Kontext immer schwieriger, auch weil diese oft in Konkurrenz zu klassischen landwirtschaftlichen Nutzungen stehen. Dieser Kontext wirft Fragen auf für die künftige nachhaltige Raumentwicklung:

  • Wie lässt sich diese Konfliktsituation entschärfen?
  • Wie kann Kompensation in der Agrarlandschaft stattfinden ohne wertvolle Böden dauerhaft der landwirtschaftlichen Nutzung zu entziehen?
  • Welchen Beitrag können Kompensationsmaßnahmen zum Aufbau eines regionalen Biotopverbunds, zum Hochwasserschutz oder zur Naherholung leisten?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, durch vorausschauende, integrierende Planung sowie die Kooperation aller Beteiligten Kompensationsmaßnahmen mit einem Mehrwert für Natur und Mensch umzusetzen?

Diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Kompensation im stadtregionalen Zusammenhang geht der Verband Region Stuttgart gemeinsam mit der Landeshauptstadt Stuttgart, der Stadt Filderstadt, der Flächenagentur Baden-Württemberg GmbH, dem NABU Stuttgart e.V., der RWTH Aachen sowie der Universität Hohenheim im Forschungsprojekt RAMONA – „Stadtregionale Ausgleichsstrategien als Motor einer nachhaltigen Landnutzung“ nach.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt sucht innovative, flächensparende und nachhaltige Wege, Kompensation im Stadt-Land-Kontext mit weiteren Nutzungsansprüchen zu verbinden, Beteiligte zu vernetzen und Win-Win-Situationen zu schaffen.

In der aktuell laufenden Umsetzungsphase werden die Forschungserkenntnisse in Pilotprojekten in Stuttgart und Filderstadt sowie weiteren Kommunen der Region Stuttgart erprobt und optimiert.

Die Projektergebnisse werden im Laufe des Jahres 2022 über Veranstaltungen wie Online-Seminare und Vor-Ort-Exkursionen vorgestellt sowie durch eine umfangreiche Dokumentation auf der Projektwebsite zur Verfügung gestellt.

Projektsteckbrief

Laufzeit 2018 – 2023
Gesamtvolumen 2,6 Mio Euro
Projektförderung

Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus der BMBF-Strategie
Forschung für Nachhaltigkeit

Projektleitung RWTH Aachen, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur


Projektbeteiligte

  • Verband Region Stuttgart
  • Landeshauptstadt Stuttgart
  • Stadt Filderstadt
  • Flächenagentur Baden-Württemberg GmbH
  • NABU Stuttgart e.V.
  • Universität Hohenheim, Fachgebiet Gesellschaftliche Transformation und Landwirtschaft 
  • Universität Hohenheim, Fachgebiet Landwirtschaftliche Betriebslehre  

Projektwebsite: www.fona-ramona.de 

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