www.region-stuttgart.org: Aktuelles https://www.region-stuttgart.org//sonder-seiten/rss-feed-news/rss.xml Aktuelle Neuigkeiten zur Region Stuttgart de Copyright::© Verband Region Stuttgart – Kronenstraße 25 – 70174 Stuttgart news-1131 Thu, 23 Jun 2022 11:34:56 +0200 Region stellt nächste Schritte zur Schaffung des regionalen Gewerbeschwerpunkts in Mundelsheim vor Die Regionalplanänderung, die Fortschreibung des Flächennutzungsplans- und Aufstellung des Bebauungsplans sollen parallel und zeitnah erfolgen. Schnelle Baureifmachung angestrebt. presse/artikel/aktuell/region-stellt-naechste-schritte-zur-schaffung-des-regionalen-gewerbeschwerpunkts-in-mundelsheim-vor/ In der Region Stuttgart mangelt es an großen zeitnah bebaubaren Flächen für die Neuansiedlung von innovativen Technologien und Unternehmen. Am 29. Mai haben sich die wahlberechtigen Mundelsheimerinnen und Mundelsheimer für die Entwicklung eines regionalen Gewerbeschwerpunkts auf ihrer Gemarkung ausgesprochen. Damit ist ein erster Schritt für die Entwicklung eines 20 Hektar großen Geländes erfolgt. Im nächsten Schritt ist eine Änderung des Regionalplans, des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans erforderlich. Mit den zeitlichen Abläufen hat sich der dafür zuständige Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch befasst.

Aus Zeitgründen, und da alle Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen sollen, ist vorgesehen, alle Planungsverfahren eng aufeinander abzustimmen und bis 2024 abzuschließen. So ist beabsichtig bis zum Jahresende den Offenlagebeschluss durch die Regionalversammlung zu fassen. Die gesetzlich vorgeschriebene dreimonatige Offenlage zur Regionalplanänderung soll direkt im ersten Quartal 2023 erfolgen. Dabei werden neben den betroffenen Städten und Gemeinden, Träger öffentlicher Belange und weiteren landesplanerisch vorgegebenen Stellen auch die Öffentlichkeit beteiligt. Hierzu sind eine umfassende Information und Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen geplant. Die eingebrachten Stellungnahmen und Anregungen werden anschließend aufbereitet und im Planungsausschuss vorberaten. Sollten daraus keine wesentlichen Änderungen des Planentwurf erfolgen, kann die Regionalversammlung im zweiten Quartal den Satzungsbeschluss fassen. Mit Genehmigung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen ist das Verfahren voraussichtlich bis 2024 abgeschlossen. Parallel wird seitens der Gemeinde Mundelsheim mit der Aufstellung des Bebauungsplans begonnen, sodass beide Planungen zeitgleich abgeschlossen werden können. Bei dessen Ausgestaltung werden alle wichtigen Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung inkludiert. Bereits im dritten Quartal 2022 wird der Entwurf des Flächennutzungsplans offengelegt, zudem soll zeitnah die Grundstücksverhandlungen begonnen werden.

Hintergrund:

Der Verband Region Stuttgart hat über 600 Flächen innerhalb und außerhalb des Siedlungsbestands untersucht. Große Flächen für die Neuansiedlung von innovativen Technologien und Unternehmen zur Begleitung des wirtschaftlichen Strukturwandels stehen zeitnah nicht zur Verfügung. Daher verfolgt die Region gemeinsam mit den Kommunen das Ziel, regionale Vorhaltestandorte zu entwickeln, die ansiedlungswilligen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden können. Da ein Gewerbegebiet dieser Größenordnung einer interkommunalen Kooperation bedarf soll ein Zweckverband gebildet werden, dem neben Mundelsheim, Besigheim, Gemmrigheim, Neckarwestheim, Hessigheim und Walheim angehören.

Stimmen der Fraktionen

Laut Roland Schmid (CDU/ÖDP) sei der Ausgang der Bürgerentscheids „ein Erfolg für die Region.“ Ganz entscheidend sei die Art und Weise wie man den Entscheid begleitet habe. „Die dialogische Bürgerbeteiligung war der Schlüssel zum Erfolg,“ so Schmid. Diese Art des Umgangs müsse der Maßstab für zukünftiges Handeln werden. Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) unterstützte die geplante parallele Vorgehensweise, die sich hier auch anbiete. Für Wilfried Dölker (Freie Wähler) sei es logisch geschlossen für die Regionalplanänderung zu stimmen. Er betonte: „Es macht Mut, dass es sowohl in Weilheim als auch Mundelsheim positive Entscheide gab“. Regina Traub (SPD) gab zu bedenken, dass man am Anfang des Verfahrens stehe und noch einiges kommen könnte, was dagegenspreche. Wichtig sei, dass eine zukunftsfähige und nachhaltige Planung entstehe. Kai Buschmann (FDP) lobte das Vorgehen der Region bei diesem Bürgerentscheid. „Die Linie im Hintergrund zu bleiben, zu begleiten und zu unterstützen war richtig.“ Sebastian Luckes (DIE LINKE/PIRAT) Fraktion hätte sich anderes Ergebnis gewünscht. Er betonte: „Wenn schon etwas entstehen muss, dann etwas Gutes.“

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news-1130 Thu, 23 Jun 2022 08:08:14 +0200 Infoveranstaltung zur Regionalplanänderung mit einer möglichen Erweiterung des regionalplanerischen Vorranggebietes für den Rohstoffabbau im Steinbruch in Marbach-Rielingshausen Am Dienstag, 28. Juni 2022, erläutert der Verband Region Stuttgart das Verfahren zur Änderung des Regionalplans und die Beteiligungsmöglichkeiten der Öffentlichkeit. Außerdem werden die Rahmenbedingungen zum Abbau von Rohstoffen in der Region Stuttgart und unterschiedliche Perspektiven auf die entsprechenden Planungen dargestellt. presse/artikel/aktuell/infoveranstaltung-zur-regionalplanaenderung-mit-einer-moeglichen-erweiterung-des-regionalplanerischen/ Der Verband Region Stuttgart informiert am 28. Juni von 19.00 bis 21.30 Uhr über das Planänderungsverfahren, in dem die Ausweisung eines Vorranggebietes für den Rohstoffabbau in Marbach-Rielingshausen geprüft werden soll. Im Fokus stehen Ausführungen zu den einzelnen Schritten des Verfahrens, dessen Ziele sowie die Inhalte des Umweltberichtes. Vor allem aber werden Wege aufgezeigt, wie sich die Bürgerinnen und Bürger in die Planungsprozesse einbringen und Stellung beziehen können. Bei der Veranstaltung wird zudem unterschiedlichen Perspektiven und Argumenten Raum geboten.

Der Verband Region Stuttgart organisiert den Informationsabend als zusätzliches Angebot in Ergänzung der gesetzlich geforderten Offenlage der Planunterlagen. Die formale Beteiligung der Träger öffentlicher Belange im Rahmen des Planänderungsverfahrens läuft bis zum 31. Juli 2022. Die Öffentlichkeit und damit die Bürgerinnen und Bürger haben darüber hinaus bis zum 15. August Zeit, ihre Meinung zu den Planunterlagen mitzuteilen. Weitere Informationen zum Verfahren und die Planunterlagen sind abrufbar unter www.region-stuttgart.org/rohstoffsicherung.

Ein Änderungsverfahren für den Regionalplan ist ergebnisoffen. Es bildet den Rahmen, um alle Kriterien für oder gegen die Ausweisung eines regionalplanerischen Vorranggebietes strukturiert und tiefgehend zu prüfen. Die Beurteilung der Ergebnisse, insbesondere die Abwägung von privaten und öffentlichen Belangen, ebenso wie die abschließende Entscheidung über die Änderung des Regionalplans liegen bei der Regionalversammlung. Rechtskraft erhält die Planänderung mit der Genehmigung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen als Oberste Landesplanungsbehörde. Die mögliche Erweiterung des Steinbruches muss dabei in einem eigenständigen Verfahren deutlich weitgehender anhand der konkreten Tatbestände geprüft werden.

Veranstaltungsinfos auf einen Blick

Wann:                                  Dienstag, 28. Juni 2022, 19.00 bis 21.30 Uhr

Wo:                                       Gemeindehalle Rielingshausen, Backnanger Straße 8,
                                               71672 Marbach am Neckar

Veranstalter:                     Verband Region Stuttgart

Gut zu wissen:

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet, um ein Protokoll zur erstellen. Dieses wird in den Wochen nach der Veranstaltung auf der Homepage des Verbands Region Stuttgart zur Verfügung gestellt und dient auch als Rahmen, um evtl. bestehende Fragen im Nachgang beantworten zu können.

Für mobilitätseingeschränkte Personen ist eine Online-Teilnahme über WebEx möglich:
Anmeldung unter planung(at)region-stuttgart.org.

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news-1129 Tue, 07 Jun 2022 14:38:44 +0200 Wohin, warum und wie sind die Menschen in der Region auf der Schiene unterwegs? Der Verband Region Stuttgart führt ab dem 21. Juni 2022 zweieinhalb Wochen lang eine Befragung der Fahrgäste an S-Bahnhöfen und Bahnhaltestellen in der Region durch. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung von Mobilitäts- und Informationsangeboten. presse/artikel/aktuell/wohin-warum-und-wie-sind-die-menschen-in-der-region-auf-der-schiene-unterwegs/ Der Verband Region Stuttgart führt in der Zeit vom 21. Juni bis zum 7. Juli 2022 an nahezu allen Schienenhaltestellen in der Region eine Befragung der einsteigenden Fahrgäste durch. Sie erhalten am Bahnsteig eine Postkarte mit Fragen und werden gebeten, Auskunft über ihren Weg zum Bahnhof, den Reisezweck und das Ziel der Reise zu geben. Auch zu den Einrichtungen rund um den Bahnhof ist die Meinung der Fahrgäste gefragt. 

Die Postkarte kann kostenlos über die Briefkästen der Deutschen Post zurückgeschickt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, den Fragebogen im Internet auszufüllen. Über einen QR-Code auf der Postkarte gelangt man zu den Fragen. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die online an der Befragung teilnehmen, wird in der Region Stuttgart jeweils ein Quadratmeter Blühwiese für Bienen und andere Insekten gepflanzt. Darüber hinaus kann man online an der Verlosung von drei iPads teilnehmen.

Die Region führt die Erhebungen in regelmäßigen Abständen durch, um zu erfahren, welche Verkehrsmittel genutzt werden, um zum Bahnhof zu kommen. Die Ergebnisse dienen als Orientierung für eine Verbesserung der Fahrgastinformationen und als Grundlage für Planungen rund um Mobilitätsangebote, etwa zu Park-and-Ride, Bike-and-Ride, Fahrradabstellplätzen oder E-Ladestellen, verwendet. Der Verband Region Stuttgart bittet die Fahrgäste herzlich um Unterstützung. Das Befragungspersonal erkennt man an den blauen Westen mit dem Logo der Region Stuttgart und einem entsprechenden Namensschild.

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news-1128 Mon, 30 May 2022 10:34:34 +0200 Region begrüßt Entscheidung für Gewerbe- und Innovationspark in Mundelsheim „Mit der Entscheidung in Mundelsheim ist ein erster Schritt für die Neuansiedlung von Zukunftstechnologien in der Region getan“, so Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart. presse/artikel/aktuell/region-begruesst-entscheidung-fuer-gewerbe-und-innovationspark-in-mundelsheim/ STUTTGART: Beim heutigen Bürgerentscheid in Mundelsheim haben sich die Bürgerinnen und Bürger für die Schaffung eines Gewerbe- und Innovationspark auf den Mundelsheimer Benzäckern ausgesprochen. Auf der Basis des Votums kann die erforderliche Änderung des Regionalplanes weiter fortgeführt werden. Die Fläche von rund 20 Hektar an der Autobahn 81 war umstritten. Als Gegenargumente wurde neben dem Boden- und Landschaftsschutz auch die Sicherung der Ernährungsgrundlage und die Angst vor Verkehr und steigenden Preisen genannt. Der für die nachhaltige Entwicklung der Region zuständige Verband Region Stuttgart begrüßt die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger.

„Es ist gut, dass die Bürgerschaft bereit ist, die Benzäcker zu einem Gewerbegebiet zu entwickeln und damit die Grünzugänderung, die die Regionalversammlung angestoßen hat, mitzutragen. Dadurch übernehmen sie die Mitverantwortung für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Transformation der Wirtschaft in der Region Stuttgart. Mit der Entscheidung in Mundelsheim ist ein erster Schritt für die Neuansiedlung von Zukunftstechnologien der Region getan. Die Auseinandersetzung und Beratung über die nächsten Verfahrensschritte erfolgen in der Regionalversammlung“, betont Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart. Im Vorfeld des Bürgerentscheids habe ein exzellenter Beteiligungsprozess der Bürgerinnen, Bürger und unterschiedlichen Interessengruppen stattgefunden, so Lahl, wofür er allen Beteiligten danke.

Der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart, Thomas S. Bopp, gratulierte den Mundelsheimer Bürgerinnen und Bürgern zu dem zukunftsträchtigen Votum. „Das ist ein guter Tag für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Mundelsheim und der gesamten Region Stuttgart. Wir müssen alle gemeinsam daran arbeiten, für den Transformationsprozess des Industriestandortes die erforderlichen Flächen bereitzustellen. Nur so können wir unsere Arbeitsplätze und unsere Zukunftsfähigkeit langfristig erhalten. Ich danke allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.“

Dr. Walter Rogg, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) begrüßt ausdrücklich das positive Votum der Mundelsheim Bürgerinnen und Bürger. „Der vom Gemeinderat initiierte Bürgerentscheid hat eine deutliche Signalwirkung für Zukunftsinvestitionen in der Region Stuttgart. Vorausgegangen ist der Entscheidung eine vorbildliche Bürgerbeteiligung. Dabei stand die Abwägung zwischen der Bereitstellung von Flächen für Zukunftstechnologien und dem damit verbundenen Flächenverbrauch im Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen des tiefgreifenden technologischen Wandels werden auch große zusammenhängende Gewerbeflächen z.B. auch für die Entwicklung und Produktion von Nachhaltigkeitstechnologien benötigt. Der Standort in Mundelsheim ist hierfür sehr gut geeignet.“

Hintergrund:

Der Verband Region Stuttgart hat über 600 Flächen innerhalb und außerhalb des Siedlungsbestands untersucht. Große Flächen für die Neuansiedlung von innovativen Technologien und Unternehmen zur Begleitung des wirtschaftlichen Strukturwandels stehen zeitnah nicht zur Verfügung. Daher verfolgt die Region gemeinsam mit den Kommunen das Ziel, regionale Vorhaltestandorte zu entwickeln, die ansiedlungswilligen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden können.

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news-1127 Wed, 25 May 2022 18:40:28 +0200 Barrierefreiheit bei der S-Bahn in der Region wird weiter ausgebaut Bis 2029 soll an 17 Stationen der niveaugleiche Ein- und Ausstieg geschaffen werden. Der Verband Region Stuttgart investiert im ersten Schritt rund 12,2 Millionen Euro in entsprechende Planungs- und Realisierungsvereinbarungen. Insgesamt ist mit Kosten zwischen 38 und 66 Millionen Euro für die Region zu rechnen. presse/artikel/aktuell/barrierefreiheit-bei-der-s-bahn-in-der-region-wird-weiter-ausgebaut/ Für mobilitätseingeschränkte Menschen, Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Gepäck, Fahrrädern oder Gehhilfen ist der niveaugleiche Ein- und Ausstieg zwischen Bahnsteigkante und S-Bahn-Fahrzeug unerlässlich. Daher setzt sich der Verband Region Stuttgart kontinuierlich für den entsprechenden Ausbau ein. In seiner heutigen Sitzung hat der regionale Verkehrsausschuss den Ausbau von weiteren vier Stationen beschlossen, sodass unter Berücksichtigung der in Vergangenheit getroffenen Vereinbarungen derzeit die Aufhöhung an 17 Stationen vorangetrieben wird. In der Region Stuttgart gibt es aktuell noch an 31 von 83 S-Bahnstationen einen Höhenunterschied zwischen den Bahnsteigen und Fahrzeugen. Dieser Höhenunterschied soll kontinuierlich an allen Stationen abgebaut werden.
In der Vergangenheit hat die Region bereits entschieden, folgende Stationen bis 2028 aufzuhöhen:

2022/2023 Rommelshausen

2026 Esslingen-Mettingen, Stetten-Beinstein, Leonberg

2027 Zuffenhausen, Esslingen (Neckar), Maubach

2028 Oberesslingen, Backnang, Stuttgart-Obertürkheim, Esslingen-Zell, Altbach, Kornwestheim

Der Verkehrsausschuss hat heute entschieden in die Planungen für die Stationen Weilimdorf, Ditzingen, Neuwirtshaus (Porscheplatz) und Korntal einzusteigen. Für die erstgenannten beiden Stationen ist mit einer Fertigstellung in 2028 zu rechnen, während die letzteren 2029 fertiggestellt werden sollen. Die Auswahl und Priorisierung aller genannten Stationen erfolgte unter Berücksichtigung des Fahrgastaufkommens, sowie der Bündelung entlang von Netzästen. Um die verfahrensbedingten Planungs- und Umsetzungszeiten zu verkürzen soll bei jeder Maßnahme die Inanspruchnahme des Investitionsbeschleunigungsgesetzes geprüft werden. Mit der Umsetzung aller bisher beschlossenen Maßnahmen wären rund drei Viertel der S-Bahn-Stationen in der Region ohne Stufen erreichbar. Zudem werden etwa alle 15 Jahre die Fahrstühle erneuert. Aktuelle Informationen über deren Funktionsfähigkeit liefern die DB BahnhofLive- und die VVS-App.

Weitere Verbesserungen

Neben der Anpassung der Bahnsteige umfasst die Planung die Prüfung und gegebenenfalls Verbesserung der Fahrgastinformationsanlagen, Lautsprecheranlagen, des taktilen Leitsystems an Bahnsteig und zum Bahnsteig, die Stufenmarkierung, taktile Handlaufschilder an Treppen und Rampen, die Wegeleitung, sowie Wetterschutzeinrichtungen. Die taktilen Handlaufschilder sollen darüber hinaus nach und nach an allen Treppen und Rampen nachgerüstet werden.

Finanzierung

75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten sowie ein Planungskostenzuschuss werden durch das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) übernommen. Damit unterstützt das Land Baden-Württemberg die Schaffung, den Aus- und Umbau von barrierefreier Verkehrsinfrastruktur. Die DB AG beteiligt sich mit 10 Prozent an den Bau- und Planungskosten, während die Region die restlichen Kosten übernimmt. Insgesamt wird der regionale Kostenanteil für alle zuvor genannten Stationen nach derzeitigem Kenntnisstand auf 38 bis 66 Millionen Euro geschätzt.

Stimmen aus den Fraktionen

Laut Helmut Noë (CDU/ÖDP) sei es ein „Dauerbrenner diese Barrierefreiheit zu realisieren. Allerdings könnte man in Depressionen verfallen, wenn man sieht, wie lange es dauert.“ Man habe Mühe es Bürgerinnen und Bürger zu erklären. „Am Verband Region Stuttgart liegt es definitiv nicht.“ Er wäre dankbar, wenn künftig Umsteigeverbindungen bereits im Zug angesagt werden könnten. Dies habe seine Fraktion schon mehrfach angemahnt. „Die behindertengerechte Ausführung endet nicht am S-Bahnhof. Die Menschen gehen auch zum Bus“, deswegen appellierte er, die kommunale Seite einzubinden und Anschlusssysteme mitzudenken. „Wir bekennen uns zu dem finanziellen Einsatz und sind bereit die Kosten zu tragen, die durch die Förderung nicht gedeckt werden können.“ Philipp Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte: „Im Großen und Ganzen erkennen wir, dass wir Fortschritte machen. Wir hatten jedoch das Ansinnen, dass man bereits in der S-Bahn die Info erhält, falls ein Fahrstuhl nicht funktioniert.“ Ansagen an den Stationen könnten zur Überfrachtung werden. Für seheingeschränkte Menschen wäre es jedoch sinnvoll, wenn die Zuglänge durchgesagt werden könnte. Zudem würde sich Buchholz wünschen, dass bei der digitale Fahrplanauskunft auch der richtige Ausgang mitanzeigt würde. „Wir bekennen uns zu den Kosten, die der Verband tragen muss. Das Geld ist gut angelegt“, betonte Michael Makurath (SPD). Er begrüßte, dass die Planungsvorläufe bei sechs und nicht mehr acht Jahren lägen. „Das ist ein Fortschritt, aber der Fortschritt ist noch immer eine Schnecke. Dies ist ein bittersüßes Resümee“, so Makurath. Joachim Hülscher (AfD/FR) fand es nicht sonderlich erfreulich, dass zwischen den Wünschen und der Realität derartige Zeitunterschiede klafften. Er bat zu versuchen, in intensiven Gesprächen die Zeitschienen zu verkürzen. Laut Gabriele Heise (FDP) müsse man weiterkommen, auch wenn man immer wieder erfahre, dass es in kleinen Schritten gehe. „Vieles haben wir nicht in der Hand. Was wir tun können, tun wir“, so Heise. „Es bleiben noch immer 14 Stationen übrig“, so Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT). Aufgrund er langen Dauer wäre es gut, wenn man jetzt schon mit den Planungen beginnen würde.

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news-1126 Thu, 19 May 2022 13:11:42 +0200 Region schreitet beim Ausbau von Fotovoltaik voran 3,7 Prozent der Flächen der Region Stuttgart für großflächige Solaranlagen geeignet. Verfahren zur Umsetzung der Flächen soll im Sommer beginnen und Bürgerinnen und Bürger sowie Gemeinden einbeziehen. presse/artikel/aktuell/region-schreitet-beim-ausbau-von-fotovoltaik-voran/ Mindestens 2 % der Flächen in Baden-Württemberg sollen zur Errichtung von Windkraftanlagen und als Flächen für Fotovoltaikanlagen zur Verfügung gestellt werden, so das Klimaschutzgesetz in Baden-Württemberg. Wo diese in der Region Stuttgart entstehen könnten hat der Verband Region Stuttgart bereits untersucht und sieht bei 3,7 % der Flächen in der Region Potenzial. Damit diese auch zur Umsetzung kommen, bedarf es eines einheitlichen und kooperativen Verfahrens mit Einbindung von Kommunen und Bürgerinnen und Bürger. „Land und Bund haben hier Ziele vorgegeben, aber noch kein Verfahren festgeschrieben, sodass sich die Regionalverbände und Baden-Württemberg gemeinsam mit dem zuständigen Landesministerium um eigene Lösungen bemühen“, betonte Dr. Alexander Lahl. Wie dieses aussehen könnte, wurde am Mittwoch in Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart vorgestellt.

Bisher gibt es keine festen Kriterien für die Auswahl der Flächen, was der Verband Region Stuttgart ändern möchte. Deshalb wurden in einem ersten Schritt Flächen in der Region Stuttgart für Flächenfotovoltaik analysiert, die schon heute weder attraktive Wohngegenden noch schützenswerte Naturgebiete tangieren und damit ohne Konflikte mit dem Regionalplan entwicklungsfähig sind. Konkretes Potenzial besteht für 13.3000 Hektar. Dabei handelt es sich beispielsweise um frühere Deponien oder Flächen neben Autobahnen oder Bundes- und Landesstraßen, auf den sich die Anlagen gut in die Landschaft integrieren lassen.

In zwei parallelen Schritten soll auf die Gemeinden mit den regionalen Überlegungen zugegangen werden und die Planungen von Gemeinden berücksichtigen. Aus den Ergebnissen soll eine Gebietskulisse entstehen. Berücksichtigt werden sollen auch sogenannte Tabuflächen, wie Landmarken, Wälder oder Grünzäsuren. Eine Änderung regionaler Grünzüge ist nicht nötig, soll aber nicht explizit ausgeschlossen werden. Stattdessen ist beabsichtigt, feste Kriterien zu erarbeiten, die eine Änderung ermöglich sollen. Wie diese konkret aussehen sollen, bestimmen die Regionalrätinnen und Regionalräte des Planungsausschusses.

Bis Sommer ist beabsichtigt die Gebietskulisse zu finalisieren, um dann in das formale Verfahren einzusteigen. Dieses soll transparent und beteiligungsorientiert sein, denn: „Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger in unserer Region, die es grundsätzlich befürworten, klimaneutralen Strom aus den unendlichen Ressourcen Wind und Sonne zu erzeugen und zu nutzen, ist groß. Die generelle Zustimmung nimmt jedoch ab, wenn es darum geht, ob eine Windkraftanlage oder eine Flächenphotovoltaikanlage vor der eigenen Haustür gebaut werden soll. Deshalb werden wir die Bürgerinnen und Bürger auch bei diesen Fragen gut informieren, mitnehmen und idealerweise gewinnen“, so Dr. Alexander Lahl.

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news-1125 Thu, 12 May 2022 09:43:51 +0200 SportRegion Stuttgart erhält beim Verband Region Stuttgart große Zustimmung Informieren, vernetzen und jährlich ein Schwerpunktthema bespielen – dies und Vieles mehr leistet die SportRegion Stuttgart presse/artikel/aktuell/sportregion-stuttgart-erhaelt-beim-verband-region-stuttgart-grosse-zustimmung/ Der Bericht der SportRegion Stuttgart vor dem Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart bestätigte: Auch bei Sportveranstaltungen sind die Besucherzahlen noch nicht wieder auf dem Niveau wie vor der Pandemie. Und einige Menschen erleben Sport inzwischen lieber online. So oder so – die Vermittlung von sportlichen Events und Vereinsangeboten hat sich verändert. In einem Video, das anlässlich des Jahresmottos 2022 „Sport im Wandel“ der SportRegion Stuttgart entstand, erläutert Prof. Christof Seeger von der Hochschule der Medien in Stuttgart: „Mit Covid 19 waren für die Vereine vor allem Kommunikationsaufgaben wichtig, da man die Athletinnen und Athleten und ihre Mitglieder nicht mehr direkt am Sportplatz erreichen konnte.“ Dazu mussten die Vereine auch langfristig auf neue digitale Kommunikationskanäle umstellen.

Ein Beispiel für Veränderungen, welche die SportRegion Stuttgart mit vielfältigen Projekten im Rahmen des Jahresmottos aufgreift: Wie haben sich der Sport im Allgemeinen oder einzelne Sportarten über die Jahre gewandelt? Wie entstanden diese Sportarten, welche Bedeutung hatten sie gestern und welche haben sie heute? Die Serie „Zeitreise“ dokumentiert die Entwicklungen, Zeitzeugen und Experten kommen in Kurzfilmen zu Wort. Über ihren Jahresschwerpunkt hinaus ist die SportRegion Stuttgart bei vielen Veranstaltungen des regionalen Sportgeschehens vor Ort. Sie berichtet auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube oder über ihren wöchentlichen Newsletter, veröffentlicht einen Podcast und bringt so den regionalen Sport auf mobile Endgeräte.

Doch auch mit eigenen Veranstaltungen lockt die SportRegion Stuttgart: Sie veranstaltet Formate wie den Sport Talk oder den jährlichen Bundesliga-Brunch. Und bereits zum dritten Mal wird beim NaturVision Filmfestival eine eigene Sportfilm-Reihe in Kooperation mit der SportRegion Stuttgart gezeigt. Ihre Expertise bringt die SportRegion Stuttgart ebenfalls bei den Vorbereitungen der Schlussetappe der Deutschland Tour 2022 am 28. August in Stuttgart und der Region Stuttgart ein. Sie ist also immer mittendrin im Geschehen – als eine Organisation, welche die sportlichen Fragen für die Region Stuttgart auch über die einzelne Sportart hinaus im Blick behält. Für ihre mehr als hundert Mitgliedskommunen und -verbände ist sie als Ansprechpartner eine gesetzte Größe.

Für die zahlreichen Aktivitäten erntete ihr Geschäftsführer, Michael Bofinger, Applaus beim jährlichen Bericht im Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart. 

Stimmen aus den Fraktionen:

Regina Wagner (CDU/ÖDP) lobte das Team der SportRegion Stuttgart, das wieder hervorragende Arbeit geleistet habe. Sie habe den Eindruck, dass die für 2022 zusätzlich bereitgestellten 30.000 Euro gut angelegt seien, wie insgesamt die Förderung der SportRegion durch den Verband. „Die SportRegion Stuttgart ist präsent, sie wird wahrgenommen und erfüllt ihren satzungsgemäßen Zweck. Wir werden Sie unterstützen, denn unser Herz schlägt für die SportRegion.“ Sabine Kober (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) bezeichnete sich selbst als „Fan der Veranstaltungen der SportRegion Stuttgart.“ Besonders gefalle ihr, dass die Stipendien ausgeweitet wurden und immer wieder exotische Sportarten aufgenommen würden. Abschließend äußerte Sie den Wunsch, die Themen Sport und Klimaschutz bzw. Sport und Nachhaltigkeit in den Fokus zu nehmen. Laut Gerd Maisch (Freie Wähler) sei es schön und wichtig, dass die SportRegion breit aufgestellt sei und sowohl den Spitzensport als auch den Breitensport im Blick habe. Seiner Meinung nach hätte es die SportRegion vierdient noch bekannter zu sein. Laut Dr. Jürgen Zieger (SPD) sei die Unterstützung des Breitensports „ein großes Stück Sozialpolitik, die wir durch die SportRegion leisten.“ Es werde oft unterschätzt wieviel Integration über Sportvereine geleistet werde. Hartfrid Wolff (FDP) betonte: „Sport verbindet!“ Dem sei neben dem Dank für die geleistete Arbeit nichts mehr hinzuzufügen. Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) lobte, dass es immer wieder gelinge Sport, Gesellschaft, Politik, Kultur und Natur zu verknüpfen.

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news-1124 Thu, 12 May 2022 09:41:15 +0200 Neugegründeter Weiterbildungsverbund Region Stuttgart unterstützt bei Fachkräftesicherung und begleitet Transformation Regionale Anlaufstelle für Personalverantwortliche von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aus der Automobilwirtschaft und dem Maschinenbau rund um das Themenfeld Weiterbildung und Qualifizierung entstanden. presse/artikel/aktuell/neugegruendeter-weiterbildungsverbund-region-stuttgart-unterstuetzt-bei-fachkraeftesicherung-und-beglei/ Der technologische Wandel in Automobilwirtschaft und Maschinenbau fordert die Unternehmen besonders in der Region Stuttgart heraus. Im Weiterbildungsverbund Region Stuttgart haben sich 15 Organisationen zusammengeschlossen, um Unternehmen bei der Bindung, Weiterentwicklung und Fachkräftesuche zu unterstützen. Im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart wurde die Arbeit des Weiterbildungsverbunds (WBV) Region Stuttgart vorgestellt.

Die Partner des WBV organisieren gemeinsam eine regionale Anlaufstelle für Personalverantwortliche von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aus der Automobilwirtschaft und dem Maschinenbau rund um das Themenfeld Weiterbildung und Qualifizierung. Diese kann als regionaler Marktplatz mit Lotsenfunktion verstanden werden, der die bereits bestehenden Unterstützungsangebote der Partner über eine gemeinsame digitale und analoge Plattform zugänglich macht und auf diesem Weg Orientierung gibt und zu den passenden Services verweist. Im Mittelpunkt steht eine digitale Plattform, auf der sich Personalverantwortliche (Geschäftsleitung, Personaler*innen, Führungskräfte und der Betriebsrat) informieren, vernetzen und austauschen sowie passgenaue Unterstützung vermittelt bekommen. Die KMU erhalten eine schnelle, unabhängige und unbürokratische Vermittlung von Informationen, Förderangeboten und Ansprechpartnern aus dem Partnernetzwerk des WBV. Unternehmen sollen so u.a. Informationen über Trends, Konzepte und Methoden, Arbeitshilfen und Fördermittel/-projekte finden. Dabei werden wissenschaftliche Erkenntnisse mit unternehmenspraktischer Expertise und Umsetzungsbegleitung kombiniert. Als analoges Angebot entsteht parallel ein „regionales Lotsennetzwerk Weiterbildung“.

Der WBV ist im Rahmen des Projekts „Plattform Weiterbildung Region Stuttgart in Automobilwirtschaft und Maschinenbau“ entstanden. Ziel ist es, mit Qualifizierungs- und Vernetzungsinitiativen Fachkräfte, insbesondere für KMU, zu sichern und dadurch die Transformation in der Region Stuttgart zu begleiten. Gemeinsam soll eine regionale, neutrale Anlaufstelle für Unternehmen der Region Stuttgart in diesen Schlüsselbranchen rund um das Themenfeld Weiterbildung aufgebaut und organisiert werden. Die WRS hat den Weiterbildungsverbund initiiert und koordiniert das Projekt.

Ab Herbst beginnen Schulungen für KMU, die Website wird ab September online gehen. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen des Bundesprogramms „Aufbau von Weiterbildungsverbünden“ über drei Jahre gefördert.

Projektpartner der WRS sind: Agenturen für Arbeit in der Region Stuttgart, AgenturQ, AKAD Bildungsgesellschaft mbH, Andreas Stihl AG & Co. KG, DGB Region Stuttgart, e-mobil BW GmbH, Handwerkskammer Region Stuttgart, IG Metall Region Stuttgart, Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart, Offensive Mittelstand BW, Regionalbüros der Netzwerke für berufliche Fortbildung Stuttgart, Ludwigsburg, Rems-Murr sowie Esslingen und Göppingen, Robert Bosch GmbH, Arbeitgeberverband Südwestmetall, Zentrum Digitalisierung Region Stuttgart (ZD.BB).

Stimmen der Fraktionen

Laut Andreas Koch (CDU/ÖDP) ginge es im Wesentlichen darum Angebot und Nachfrage zusammen zu bringen. Angesichts des Wandels in der Wirtschaft klaffen diese derzeit auseinander. Daher sei es gut, dass Aktivitäten entwickelt wurden. „Es geht um Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung.“ Bei letzterem bat er Geflüchtete aus Russland und Ukraine in den Blick zu nehmen. Dr. Cleo Becker (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte: „Es gibt genug Angebote, man muss sie aber bündeln, das geschieht jetzt.“ Agiles Arbeiten sei eine gute Methode und ein Weg in die Zukunft, erfordere aber einen Kulturwandel auf Seiten der Arbeitnehmer und -geber. Sie wünsche sich daher eine proaktivere Unterstützung insbesondere der KMU im Bereich der Digitalisierung. Zudem regte sie einen Blick über den Tellerrand des Maschinenbaus an und auf andere Bereiche zugehen. Für Dr. Jürgen Zieger (SPD) beziehe sich die Frage der Arbeitskräftegewinnung nicht mehr nur auf Fachkräfte, sondern generell auf qualifizierte Kräfte. „Transformation ist nicht nur eine Frage von Technik, sondern auch von wandelnden Anforderungen an Arbeitskräfte.“ Deswegen müsse man qualifizierte Fachkräfte an neue Herausforderungen heranführen. Mitarbeitende in Unternehmen und Verwaltungen an Transformation anzupassen werde laut Zieger eine Mammutaufgabe, die Unterstützung bedürfe. Laut Hartfrid Wolff (FDP) werde Weiterbildung ein Schlüsselthema für die Zukunft und Transformation. Netzwerke und Plattformen seien die Zukunft. Wichtig sei, in Fremdsprachen zu investieren und den Blick von außen in die Region zu schärfen, um noch attraktiver zu werden, denn der Wettbewerb werde härter. Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) betonte, dass die Transformation einen erhöhten Qualifizierungsbedarf auslöse, der in den Betrieben und Allgemeinbildenden Schulen erfolgen müsse. Letztere müssten die Schülerinnen und Schüler mit überfachlichen Kompetenzen ausstatten.

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news-1123 Thu, 05 May 2022 07:17:53 +0200 Positiver Trend erkennbar Region erwartet Aufwärtstrend bei der Fahrgastentwicklung bei der S-Bahn presse/artikel/aktuell/positiver-trend-erkennbar/ Auch im Jahr 2021 hat die Corona-Pandemie den ÖPNV besonders betroffen: Die Fahrgastzahlen sind entgegen dem langjährigen Trend nochmals gesunden. Die Gesamtzahl der Fahrgäste lag im Jahr 2021 bei 69,5 Mio. (2020: 78,6 Mio.) Dies entspricht einem Rückgang von 48 Prozent zum Jahr 2019 (132,9 Mio.). Ein detaillierter Blick auf die Zahlen zeigt zudem, dass neben der Pandemie auch die Sperrung der Stammstrecke für dringend notwendige Modernisierungsarbeiten sowie die Folgen des Streiks im Bahnverkehr zum weiteren Rückgang geführt haben. Gleichzeitig ist vor allem im vierten Quartal ein Aufwärtstrend zu erkennen, der Hoffnung auf die Fahrgastentwicklung in den kommenden Jahren macht. In der Sitzung des Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart wurden die aktuellen Zahlen aus 2021 im Detail vorgestellt und über die Konsequenzen für die kommenden Jahre diskutiert.

„Der Zahlen aus dem letzten Quartal 2021 zeigen uns einen ersten positiven Trend bei den Fahrgastzahlen“, sagte Dr. Jürgen Wurmthaler, Leitender Direktor für Verkehr und Wirtschaft beim Verband Region Stuttgart. Gleichzeitig deute die Auswertung von Mobilfunkdaten an, dass das Mobilitätsverhalten stark ansteige und das Potenzial an Reisenden wieder da sei. „Darum gilt es jetzt den Kapazitätsausbau weiter voranzutreiben, um nicht nur Fahrgäste zurückzugewinnen, sondern auch neue Fahrgäste zu überzeugen“, so Wurmthaler in der Sitzung des Verkehrsausschusses. Verkehrsunternehmen und -Träger werden alles daransetzen, um an den langjährigen Aufwärtstrend der Vor-Corona-Jahre anzuknüpfen. 

Fahrgastzahlen 2021

Die Nachfrage der S-Bahn-Fahrgäste war im Jahr 2021 eng mit dem Infektionsgeschehen verknüpft. Seit Dezember 2020 galt in Deutschland ein weitreichender Lockdown mit Empfehlung zur Arbeit aus dem Homeoffice und geschlossenen Schulen, Freizeiteinrichtungen und geschlossener Gastronomie. Dadurch entfiel für viele potenzielle Fahrgäste der Anlass, ein öffentliches Verkehrsmittel zu nutzen. Erst im späten Frühjahr gab es eine stückweise Wiederöffnung und damit einhergehend eine Erholung der Fahrgastnachfrage. Mit steigenden Infektionszahlen ab Oktober/November und der erneuten Homeofficepflicht sanken die Zahlen zum Jahresende wieder ab. Darüber hinaus gab es 2021 noch weitere Ereignisse, die sich an den Fahrgastzahlen ablesen lassen. So wurde die Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof (tief) und Stuttgart-Vaihingen baustellenbedingt für einen Zeitraum von sechs Wochen während der Sommerferien komplett gesperrt. Die Ausdünnung des Angebots auf einen Halbstundentakt auf vielen Streckenabschnitten, die Nichtbedienung der innerstädtischen Bahnhöfe durch die S-Bahn sowie auch die technischen Probleme im Zusammenhang mit der Nutzung der Panoramabahn als Umleitungsstrecke hatten sich merklich auf die Fahrgastzahlen der S-Bahn im August und September ausgewirkt. Zudem führte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) während der Sommerferien mehrmals umfangreiche Streiks durch, woraufhin der ohnehin schon ausgedünnte Fahrplan noch weiter reduziert werden musste.

Trotzdem zeigten die Fahrgastzahlen im Jahr 2021 auch einen positiven Trend. Aus den detaillierten Zahlen lässt sich erkennen, dass die Gesamtzahl der Fahrgäste nur deshalb eine weitere Abnahme von 2020 zu 2021 zeigte, da die Anfangsmonate Januar bis Mitte März 2020 noch die starken Nachfragewerte vor der Pandemie hatten und der Einbruch der Nachfrage in den Sommerferien 2021 ungewöhnlich stark war. In vielen Monaten lag die Nachfrage in 2021 wieder über den Werten von 2020 und vor allem der deutliche Anstieg im 4. Quartal 2021 lässt den Schluss zu, dass die Nachfrage im Großen und Ganzen eine Erholung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen kann.

Digitale Angebote

Die digitalen Angebote in der S-Bahn wurden im Jahr 2021 verstärkt genutzt. Seit Juli 2019 verfügen alle Fahrzeuge der S-Bahn über die technischen Voraussetzungen für die WLAN-Nutzung durch die Fahrgäste. Im Mittel loggten sich rund 19 Prozent der S-Bahn-Fahrgäste mit einem Endgerät in das WLAN ein, monatsbezogen schwankten die Werte in einer Bandbreite zwischen 17 und 22 Prozent. Der durchschnittliche Datenverbrauch je Endgerät stieg von rund 65 Megabyte im Jahr 2020 auf etwa 89 Megabyte im Jahr 2021 an. Positiv ist auch die Entwicklung bei der Nutzung des Zugportals von S-Bahn und Verband Region Stuttgart. Mitte 2021 wurden die technischen Voraussetzungen für den Zugang ins Zugportal vereinfacht, so dass im Zuge dessen ab Juni 2021 die Zugriffszahlen deutlich anstiegen. Die monatlichen Besuchszahlen des S-Bahn-Zugportals sind von rund 220.000 im Juni auf fast 394.000 im Oktober angestiegen. Im Durchschnitt nutzten etwa 5 Prozent der Fahrgäste dieses Angebot, um Reisenden-Informationen abzurufen, Nachrichten zu lesen oder sich anderweitig zu unterhalten.

Stimmen aus den Fraktionen

Für Helmut Noë (CDU/ÖDP) ist die Pandemie weiterhin der Hauptgrund für die schlechten Fahrgastzahlen: „Wir müssen viel Geduld mitbringen, um wieder auf die Werte von 2019 zu kommen und uns zugleich fragen, welche Mittel wir haben, um das zu forcieren.“  Beim Thema Finanzierung müsse man als Verkehrsträger für die S-Bahn darauf setzen, dass Bund und Land die Ausfälle ausgleichen. „Alle Beteiligten müssen sich anstrengen, dass aus dem Silberstreif, der aktuell erkennbar ist, eine strahlende Sonne wird“, hofft Noë auf den aktuell positiven Trend.

Die Auswertung der Zahlen zeigen Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) nochmals deutlich, dass es bestimmte Strecken gebe, die stärker belastet sind: „Hier müssen wir ansetzen: Wo sind Steigerungen möglichen auch außerhalb der bisherigen Linien, zum Beispiel auf der Schuster- oder  Panoramabahn?“ Gleichzeitig befinde man sich beispielsweise mit der beschlossenen Imagekampagne für die S-Bahn auf einem guten Weg: „Wir gehen es an.“ Zudem sei zu prüfen, inwiefern man die WLAN-Nutzerzahlen in der S-Bahn noch besser für die Erfassung tagesaktueller Fahrgastzahlen nutzen könne.

Für Bernhard Maier (Freie Wähler) liegen die aktuell schwachen Fahrgastzahlen nicht an der Qualität der S-Bahn, sondern an Corona und neuen Arbeitssituationen. „Keiner kann beantworten, ob und wann wir wieder das Niveau von 2019 erreichen.“ Man müsse sich jetzt auf die Gegenwart konzentrieren. „In den letzten beiden Jahren haben Rettungsschirme die Ausfälle gedeckt, für 2022 gibt es noch keinerlei Zusagen“, so Maier. Er befürchtet, dass man sich im Herbst mit massiven Tariferhöhungen befassen müsse.

Michael Makurath (SPD) sieht den Rückgang von fast 50 Prozent bei den Fahrgastzahlen als gravierend an: „Das zeigt uns zugleich, vor welchen wirtschaftlichen Herausforderungen der ÖPNV steht.“ Man müsse die Fahrgäste zurückgewinnen: „Ob das mit Marketingmaßnahmen funktioniert, wird sich zeigen“, so Makurath weiter. Wenn es langfristig zu geringeren Fahrgastzahlen kommt, werde man sich auch tariflichen Fragen stellen müssen. „Besondere Lagen brauchen besondere Antworten“, so Makurath, der zudem die erste Klasse in Frage stellt: „Warum betreibt man für so einen kleinen Anteil an Reisenden einen so großen Aufwand?“

Gabriele Heise (FDP) sieht durchaus einen Silberstreif am Horizont bei den Fahrgastzahlen: „Wir müssen aber gleichzeitig deutlich nach außen tragen, was der ÖPNV kostet, um die Wertigkeit des ÖPNV zu steigern.“ Vor allem die vielen Kapazitätserweiterungen werden sich finanziell bemerkbar machen. „Entsprechend werden wir im Herbst Diskussionen über Tarifsteigerungen führen müssen.“

Für Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) zeigen die Zahlen deutlich, dass die Pandemie nicht vorbei ist. „Wir hoffen, dass die Infektionszahlen nicht wieder steigen und sich das erneut auf die Fahrgastzahlen auswirkt.“ Er sehe verstärktes Homeoffice durchaus positiv: „Wer zu Hause arbeitet, fährt nicht Auto auf der Straße und nimmt keine Plätze in der S-Bahn weg“, so Knödler.

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news-1122 Thu, 05 May 2022 07:15:35 +0200 S-Bahn-Verlängerungen auf dem Prüfstand Region Stuttgart will mögliche Erweiterungen des S-Bahn-Netzes durch Machbarkeitsstudie prüfen lassen. presse/artikel/aktuell/s-bahn-verlaengerungen-auf-dem-pruefstand/ Das S-Bahn-Netz der Region wird kontinuierlich ausgebaut und erweitert. Mit Beschluss des ÖPNV-Paktes 2025, neuen politischen Zielen bezüglich des Klimaschutzes und des ÖPNVs, der Taktverdichtung der S-Bahn auf einen durchgehenden 15-Minuten-Takt tagsüber sowie dem fortentwickeltem S21 Fahrplan haben sich seit den letzten Betrachtungen zu weiteren möglichen S-Bahn-Linienverlängern die Rahmenbedingung geändert. Vor diesem Hintergrund hat der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch beschlossen, erneut in die Prüfung einzusteigen, ob und wie S-Bahnlinien in Ergänzung der Metropolexpressverkehre über die vorhandenen Endpunkte hinaus verlängert werden können. Geplant ist es, im Herbst 2022 mit einer einjährigen Machbarkeitsstudie zu beginnen.

Nutzen, Aufwand und Stabilität

Ziel der Untersuchung ist es, den Bedarf bei den Fahrgästen und damit einhergehend den Mehrwert, der sich mit einer Verlängerung für sie bietet, zu ermitteln. Ebenso soll geprüft werden, wie viel CO2 im Individualverkehr durch die verlängerten Strecken eingespart werden kann. Mithilfe der Studie wird zusätzlich die Höhe der Kosten und der Bedarf an Fahrzeugen ermittelt. Ein hohes Augenmerk liegt außerdem darauf, das Netz stabil zu halten und Möglichkeiten aufzuzeigen, vorhandene Abläufe an den betroffenen Bahnhöfen zu optimieren und freie Kapazitäten zu identifizieren. Bei den vielversprechendsten Varianten werden im Anschluss Kosten und Nutzen gegenübergestellt.

Fünf Linien könnten länger werden

Die S1 könnte in der einen Richtung bis Bondorf, in der anderen bis Geislingen (Steige) erweitert werden und so das Filstal an das S-Bahn-Netz anbinden. Hier gilt es innovative Lösungsansätze zu entwickeln, da die S1 bereits abwechselnd in Richtung Kirchheim (Teck) und Nürtingen fährt und so bis dato keine Züge zur Weiterfahrt nach Geislingen (Steige) zu Verfügung stehen. Bei der S2 wird eine maximale Verlängerung bis Plüderhausen geprüft. Ein neuer Halt könnte außerdem in Murrhardt entstehen. Hier könnte die S3 den Metropolexpress (MEX) ergänzen und/oder die S4 eine direkte Verbindung von und nach Ludwigsburg ermöglichen. Für die S5 bieten sich zwei Möglichkeiten: Zum einen könnte die Linie in Richtung Vaihingen/Enz und zum anderen bis nach Kirchheim (Neckar) verlängert werden. Auch eine Aufspaltung der Linien nach dem Vorbild der S1 wäre denkbar, um beide Richtungen zu ermöglichen.

Hand in Hand mit dem Metropolexpress

Durch den ÖPNV-Pakt 2025 haben die meisten potenziellen Haltepunkte bereits heute durch die Metropolexpressverkehre (MEX) eine Anbindung zum Stuttgarter Hauptbahnhof. Die Untersuchung soll auf dem bestehenden MEX-Konzept des Landes aufsetzen, ohne dieses zu verändern. Konkret bedeutet dies, dass die S-Bahn diese Fahrten ergänzen könnte und so das Angebot auf einen 15-Minuten-Takt verdichten.

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news-1121 Tue, 03 May 2022 14:19:52 +0200 Die Fahrradsaison wird eingeläutet: RegioRadStuttgart überreicht farbenfrohe RegioRäder als Botschafter nachhaltiger Mobilität presse/artikel/aktuell/die-fahrradsaison-wird-eingelaeutet-regioradstuttgart-ueberreicht-farbenfrohe-regioraeder-als-botschaf/ Mehr als 50 Städte und Gemeinden der Region sowie weitere Kooperationspartner beteiligen sich mittlerweile am interkommunalen RegioRadStuttgart. Allein zwölf neue Kommunen sind im vergangenen Jahr der RegioRadStuttgart-Familie beigetreten, ebenso zwei Landkreise und mehrere Unternehmen. Das flexible und umweltbewusste Mobilitätsangebot wird immer weiter ausgebaut, sowohl in der Landeshauptstadt als auch in der Region. Mehr als 1.700 Fahrräder und Pedelecs stehen mittlerweile an bald 250 Stationen für vielfältige Zwecke bereit.

17 neue, bunt designte Kommunenräder wurden nun gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Verband Region Stuttgart, der Deutsche Bahn Connect GmbH sowie der RegioRadStuttgart-Kommunen, des Flughafen Stuttgarts und der Landesmesse Stuttgart auf dem Stuttgarter Marktplatz präsentiert. Die individuell designten Räder tragen auf dem Fahrradrahmen beispielsweise den Namen und/oder das Wappen ihrer Kommune bzw. Unternehmens. Darüber hinaus wurden die Räder in einer Wunschfarbe gestaltet und heben sich von den blauen und grauen RegioRädern ab. Bereits im vergangenen Jahr wurden 33 Kommunenräder sowie 14 Pedelecs in das Verleihsystem integriert und sind seitdem in der gesamten Region unterwegs. „Die farbenfrohen RegioRäder rollen als Botschafter der facettenreichen RegioRadStuttgart-Familie und einer regionalen Verkehrswende durch Stuttgart und die Region“, so Thomas S. Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart. „Wir freuen uns, dass das Förderprogramm ‚Zwei für eine‘ des Verband Region Stuttgart sowohl in neuen Städten und Gemeinden als auch bei bestehenden RegioRadStuttgart-Kommunen zur Ausweitung und Verdichtung des Angebotes beiträgt“, so Bopp weiter. „Mit dem engmaschigen Stationsnetz, auch in der Fläche, den steigenden Nutzerzahlen im ÖPNV durch das Ende vieler Corona-Einschränkungen und dem Beginn der Radsaison gehen wir von einer Steigerung der Ausleihen aus.“ Das Förderprogramm des Verbands erfreut sich einer großen Nachfrage. Bereits 33 Antragssteller profitieren von der attraktiven Förderung. Bei 57 Verleihstationen wurde die Kofinanzierung mit bis zu 50 Prozent der Kosten bis zum Ende der Vertragslaufzeit 2026 beschlossen. „Vor der Sommerpause planen wir bei entsprechender Nachfrage ein weitere, letzte Förderrunde“, kündigt Herr Bopp an.

Die Deutsche Bahn Connect GmbH ist Betreiberin des Verleihsystems. Sie stellt allen beteiligten Städten und Gemeinden ein von ihnen individuell gestaltetes RegioRad zur Verfügung. Sören Heinze, Partnermanager der Deutsche Bahn Connect GmbH, erklärte: „Wir freuen uns, dass sich immer mehr Kommunen, aber auch weitere Kooperationspartner unserem zukunftsorientierten Verleihsystem anschließen. Je mehr Räder in der Region unterwegs sind, desto attraktiver die Nutzung – sei es für die Fahrt zur Arbeit oder Uni, Freizeitausflüge mit der Familie oder spontane Erledigungen. Dabei bieten die RegioRäder eine praktische Anschlussmobilität zu Bus und Bahn und energiesparende Alternative zum Auto. Unter den mehr als 1.700 Rädern bilden die 50 Kommunenräder ein besonderes Highlight.“ Die bunten Räder werden umgehend in das Verleihsystem integriert und in mehreren Kommunen vor Ort erneut eingeweiht. Sie sind Teil der gesamten Fahrradflotte und können von allen RegioRadStuttgart‐Nutzern geliehen und an jeder beliebigen Station wieder zurückgegeben werden. Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator von RegioRadStuttgart, zeigt sich begeistert: „RegioRadStuttgart hat sich in Stuttgart, aber insbesondere auch in der Region sehr dynamisch entwickelt. Vier Jahre nach dem Start blicken wir auf ein flächendeckendes, regionsweites Verleihsystem, an dem sich neben der Landeshauptstadt 50 weitere Städte und Gemeinden der Region, aber auch zahlreiche Kooperationspartner beteiligen. Vor einem Jahr haben wir die Einweihung der 200. Station in Stuttgart-Weilimdorf gefeiert. Nun steht die Eröffnung der 250. Station kurz bevor. In einem Jahr werden es vielleicht mehr als 300 Stationen sein.“ Nach wie vor schließen sich neue Kommunen dem Verleihsystem an – so errichten dieses Jahr auch Ehningen, Korb, Rudersberg, Schwaikheim, Weissach und Welzheim Stationen. Maier-Geißer geht zudem von einer deutlichen Zunahme der Nutzerzahlen in den Frühlings- und Sommermonaten aus: „Das dichte und flächenhafte Stationsnetz, die steigenden Nutzerzahlen im ÖPNV, zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen sowie das Radfahrwetter sind hierbei natürlich eine wichtige Komponente.“

RegioRadStuttgart bietet eine tolle Möglichkeit, an der weltweiten Klima-Bündnis-Kampagne STADTRADELN teilzunehmen. Auf der ganzen Welt beteiligen sich immer mehr Städte und Gemeinden an der weltgrößten Fahrradkampagne, um ein Zeichen für mehr Radförderung, Klimaschutz und Lebensqualität zu setzen. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart und vielen weiteren Städten und Gemeinden der Region treten Radbegeisterte aus Kommunalpolitik und Bürgerschaft in die Pedale. Die Kampagne findet an jeweils 21 Tagen zwischen Mai und September statt. In der Landeshauptstadt startet sie am 9. Mai und läuft bis 29. Mai.

Hintergrund

Rund 1.700 Fahrräder und Pedelecs des öffentlichen Verleihsystems können mittlerweile an rund 250 Stationen in Stuttgart und 50 weiteren Kommunen der Region für vielfältige Zwecke entliehen werden. Die Nutzung von RegioRadStuttgart ist einfach: Es bedarf lediglich einer Registrierung auf www.regioradstuttgart.de, der RegioRadStuttgart‐App oder telefonisch. Im Anschluss können die RegioRäder und RegioPedelecs an jeder Station per polygoCard, App oder Telefon entliehen werden und an jeder beliebigen Station wieder zurückgegeben werden. Mit einer polygoCard erhält man bei jeder Fahrt 30 Freiminuten für Fahrräder und 15 Freiminuten für Pedelecs geschenkt. Die polygoCard kann kostenlos unter www.mypolygo.de bestellt werden. Ein attraktives Angebot für Pendlerinnen und Pendler bietet auch der Übernachttarif. Zwischen 18 und 9 Uhr des Folgetags können die RegioRäder und RegioPedelecs für nur 1,50 Euro mit der polygoCard oder 2 Euro im Basis‐ oder Light‐Tarif mit nach Hause genommen werden. Wer gerne mit Freunden unterwegs ist oder ein Team-Event plant, profitiert von der Gruppenbuchungsoption für bis zu 15 RegioRäder oder RegioPedelecs. Weitere Informationen rund um das RegioRadStuttgart gibt es auf www.regioradstuttgart.de. Wer zudem Inspirationen für RegioRadStuttgart‐Touren durch die Region sucht, findet diese unter www.stuttgart‐tourist.de/radfahren‐wandern‐stuttgart‐region/regiorad‐stuttgart. Die Deutsche Bahn Connect GmbH betreibt RegioRadStuttgart im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart und den Kommunen der Region. Das Bikesharing‐System ist Teil der Call-a-Bike‐Familie mit deutschlandweit mehr als 16.000 Räder in über 80 Städten.

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news-1120 Thu, 28 Apr 2022 14:10:06 +0200 Bürgermeister Peter Pätzold und asp Architekten informieren die Region über den Sachstand und Planung des Rosensteinquartiers Pätzold: „Das Rosenstein ist ein sehr bedeutendes Projekt für die Landeshauptstadt. Es ist beabsichtigt, mindestens 50 Prozent geförderten Wohnraum zu schaffen.“ presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1120&cHash=d90413006f4569fd866e7845e7fb691a Urban+Gemischt, Sozial+Lebendig, Vernetzt+Klima angepasst, so soll das Rosensteinquartier werden. Peter Pätzold, Bürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, berichtete im Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart gemeinsam mit Vertretern der asp Architekten GmbH, über den Sachstand und die weiteren Schritte bei der Planung und Umsetzung des Rosensteinquartiers.

„Wir wollen hohe Dichte mit hoher Qualität in zentraler Lage“, betonte Pätzold gleich zu Beginn. Angesichts des Wohnraummangels in der Landeshauptstadt werden man eine Bruttowohndichte von 310 bis 375 Einwohnern pro Hektar haben. Dies sei deutlich mehr als die Vorgabe. Dabei sei beabsichtigt, mindestens 50 Prozent geförderten Wohnraum zu schaffen. Der Wohnraummangel sei auch der Hauptgrund, weshalb man das Quartier schnell umzusetzen möchte. „Wir machen Dampf, dass Stuttgart 21 im Jahr 2025 in Betrieb geht, damit wir die Flächen zügig entwickeln“, so Pätzold. Zudem hob er die Bedeutung der S-Bahn mit der neuen Haltestelle Mittnachstraße hervor: „Künftig ist man in sieben Minuten von der Mittnachtstraße bei Porsche.“

Cem Aras von dem zuständigen Architekturbüro asp Architekten GmbH, die den Zuschlag für die Entwicklung des Projekts erhalten haben, betonte: „Im Rosensteinquartier soll ein robuster, zukunftsfähiger und klimaangespasster Stadtteil entstehen, der von der Größe fast die Innenstadt spiegelt.“ Es solle ein Stadtteil der kurzen Wege werden in dem gewohnt und gearbeitet werde, weshalb man die Produktion wieder in Stadt holen wolle. Alle entstehenden Teilbereiche hätten unterschiedliche Charaktere, jedoch sei überall Wohnen, Gewerbe und Soziales geplant. Da man innerstädtisch sehr dicht baue werde es als Ausgleich viel Freiraum geben. So sind beispielsweise Nachbarschaftsplätze mit blau-grüner Infrastruktur, also einer Mischung aus Natur und Wasser, vorgesehen. Auch Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sind in hohem Maß vorgesehen. Konkret sind acht Schulstandorte und zwei Campus-Standorte geplant. Den Verkehr möchte man schon am Rand abfangen, den Anteil der Autos reduzieren und den Anteil des Fuß- und Radverkehrs erhöhen, deswegen soll es auch keine Tiefgaragen geben. Zudem schaffe man mit dem neuen Quartier eine vernetzte Stadt, mit einer Verbindung zwischen dem Stuttgarter Norden und Osten.

Derzeit werden die Planungen den Bezirksbeiräte und Gremien präsentiert, bevor es von Mitte Juni bis Ende Juli in die Öffentlichkeitsbeteiligung geht. Die Anregungen aus der Öffentlichkeit werden anschließend ausgewertet, der Rahmenplan im Herbst abgestimmt und im Dezember dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt.

Stimmen der Fraktionen

Roland Schmid (CDU/ÖDP) ermunterte die Verantwortlichen zur Umsetzung und befürwortete, wenn dies zeitnah geschehe. Jedem Quadratmeter komme eine vernünftige Zuordnung zugute. „Das Ganze ist in einem Guss und man sollte es so umsetzen, wie es jetzt auf dem Papier ist und nichts herausbrechen“, appellierte er. Für den Verband Region Stuttgart biete Stuttgart 21 einen verkehrlichen Quantensprung. Das Rosenstein zeige aber, dass Stuttgart 21 einen enormen Gewinn an Bauflächen und Wohnraum bedeute.

Ingrid Grischtschenko (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) gab zu bedenken, dass man neben den dort wohnhaften Personen auch den Einpendelverkehr berücksichtigen müsse. Zudem habe sie in den Plänen die S-Bahn mit der Mittnachtstraße und dem Nordbahnhof vermisst.

Laut Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) sehe man am Rosenstein sie städtebauliche Ernte von Stuttgart 21. Er komplimentierte die Verantwortlichen auch für die sinnvollen und soliden Beteiligungsprozesse.

Regina Traub (SPD) lobte, dass nicht schon vor zehn bzw. zwanzig Jahren geplant habe, da das Augenmerk damals gewiss nicht auf Resilienz und Klimaaspekte gelegen hätte. „Sicherlich eine sehr zukunftsträchtige Planung.“

Für Joachim Hülscher (AfD/FR) sei das Projekt architektonisch ambitioniert und zeitgeistig. Er sei gespannt wie die Akzeptanz in der Realität sein werde, da Modellvorhaben oft nicht die große Akzeptanz fänden.

Kai Buschmann (FDP) betonte: „Der städtebauliche Lohn von Stuttgart 21 darf nicht durch einen Ergänzungsbahnhof gefährdet werden. Es ist eine großartige, perfekt Sache.“

Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) thematisierte die kritische thermische Belastung durch die Bebauung und appellierte, dass beim Wohnungsbau die Rendite nicht dominieren dürfe.

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news-1119 Mon, 25 Apr 2022 09:49:38 +0200 Region begrüßt Ausgang des Bürgerentscheids in Weilheim an der Teck Auf dem Areal „Rosenloh“ kann ein Standort für Brennstoffzellentechnologie etabliert und gleichzeitig eine Entwicklungsperspektive weitere Betriebe in der Region gesichert werden. presse/artikel/aktuell/region-begruesst-ausgang-des-buergerentscheids-in-weilheim-an-der-teck/ Mit dem Votum der Bürgerinnen und Bürger in Weilheim an der Teck für die Entwicklung eines 30 Hektar großen Gewerbegebiets wird eine Ansiedelung von Brennstoffzellentechnologie am Standort ermöglicht. Aus regionalplanerischer Sicht standen der Aktivierung des „Rosenloh“-Areals für Industrie und Gewerbe keine Ziele entgegen. Beim Verband Region Stuttgart ebenso wie bei der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart wird der der Ausgang des Bürgerentscheids sehr positiv bewertet. In einer ersten Reaktion zeigte sich Dr. Alexander Lahl erleichtert: „Ich bin froh, dass die Weilheimer Bürgerinnen und Bürger sich für das Gewerbegebiet entschieden haben und dadurch Mitverantwortung übernehmen für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Transformation der Wirtschaft in der Region Stuttgart. Vielen Dank dafür!“ Beim Verband werde man weiterhin die herausfordernde Spannung zwischen Ökologie und Flächenverbrauch intensiv Abwägen und verantwortungsvoll gestalten, so der Regionaldirektor.

Stimmen der Region zum Ausgang des Bürgerentscheids in Weilheim

Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor Verband Region Stuttgart:

„Wir freuen uns sehr, dass diese Chance auf einen innovativen Gewerbestandort in Weilheim genutzt werden kann. Davon wird die gesamte Region profitieren. Wenn wir ‚grüne‘ Technologien wie die Brennstoffzelle voranbringen wollen, müssen wir den Firmen, die sie entwickeln, dafür auch Platz einräumen. Nur so können wir wirtschaftlich erfolgreich bleiben, das Wohlstandsniveau halten und gleichzeitig das Ziel der Klimaneutralität erreichen. Wir begrüßen es sehr, dass der Prozess exzellent organisiert war und die Bürgerinnen und Bürger die Chance ergriffen haben mitzugestalten. Mit dem Votum haben die Weilheimer Bürgerinnen und Bürger ein starkes Signal gesendet, dass sie innovativen Unternehmen eine zuverlässige Perspektive bieten wollen. Weilheim wird ein positiver Standort des tiefgreifenden Strukturwandels. Hier haben wir Produktion, Forschung und Entwicklung nachhaltiger Technologie in einer Unternehmenseinheit. Ein Gewerbestandort mit Vorbildcharakter – und das Ganze unter verantwortungsvoller Abwägung ökologischer Aspekte.“

Thomas S. Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart:

Das ist ein guter Tag für die Zukunftsfähigkeit der Region Stuttgart. Ich gratuliere den Weilheimer Bürgerinnen und Bürgern zu dem überzeugenden Abstimmungsergebnis für die Ansiedlung von Spitzentechnologie und die Ausweisung von Gewerbeflächen für mittelständische Betriebe. Die Region Stuttgart muss für den Transformationsprozess des Industriestandortes die erforderlichen Flächen schaffen, Dass dies in Weilheim nun möglich ist, macht Hoffnung auf den Erhalt unserer Arbeitsplätze. Ich danke allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS):

„Die Brennstoffzelle ist eine der Nachhaltigkeitstechnologien der Zukunft. Sie ist ein zentraler Baustein des Mobilitätswandels und der Bekämpfung der Klimakrise. Die Ansiedlung der cellcentric GmbH & Co. KG schafft nun Perspektiven für die Serienproduktion der Brennstoffzelle und damit auch für neue Wertschöpfung in der Region. Der Gemeinderat, die Stadtverwaltung und die Bürgerinnen und Bürger von Weilheim haben in den vergangenen Wochen gemeinsam einen vorbildlichen Prozess der Bürgerbeteiligung durchgeführt. Dabei stand insbesondere die Abwägung zwischen der Ansiedlung der Nachhaltigkeitstechnologie Brennstoffzelle und dem damit verbundenen Flächenverbrauch im Vordergrund. Der vom Gemeinderat initiierte Bürgerentscheid hat mit seinem deutlichen Votum für das Gewerbegebiet ‚Rosenloh‘ eine positive Signalwirkung für Zukunftsinvestitionen in der Region Stuttgart, aber auch für eine erfolgreiche Politik der Bürgereinbindung.“

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news-1118 Thu, 07 Apr 2022 09:36:59 +0200 Pünktlichkeit, Fahrgastzahlen und -bewertung der S-Bahn in 2021 Die S-Bahn zeichnet 2021 eine stabile Pünktlichkeit bei gleichzeitiger Ausweitung der Kapazität aus – trotz der Beeinträchtigungen durch die COVID-19-Pandemie presse/artikel/aktuell/puenktlichkeit-fahrgastzahlen-und-bewertung-der-s-bahn-in-2021/ Der Betrieb der S-Bahn Stuttgart war auch im Jahr 2021 massiv geprägt durch die COVID-19-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen quer durch alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche. Hinzu kamen die Sperrung der Stammstrecke für dringend notwendige Modernisierungsarbeiten sowie die Folgen des Streiks im Bahnverkehr jeweils während des Sommers. Entsprechend sind Pünktlichkeit und Qualität wie schon im Jahr 2020 schwierig mit der Entwicklung in den vorherigen Jahren zu vergleichen. Die Zahlen des vergangenen Jahres wurden in der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch präsentiert.

Neben den Fahrgastzahlen und den Pünktlichkeitswerten wurden zudem die Qualitätsbewertungen der Fahrgäste vorgestellt. Hier können S-Bahn und Verband Region Stuttgart auf Verbesserungen in vielen Bereichen blicken.

Entwicklung Fahrgastzahlen, Zugkilometer und Pünktlichkeit

Lockdown, zahlreiche gesetzliche Änderungen, Home-Office-Pflicht: Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben sich 2021 vor allem zu Beginn des Jahres erneut auf die Fahrgastzahlen niedergeschlagen. Im Vergleich zum Vorjahr (78,5 Millionen) ist die Anzahl nochmals um 11,5 Prozent auf 69,5 Millionen Fahrgäste zurückgegangen. Neben den Auswirkungen der Pandemie war auch die Stammstreckensperrung von Ende Juli bis Mitte September mit ihren unvorhersehbaren Schwierigkeiten auf der Ausweichstrecke Panoramabahn sowie weitere Fahrplaneinschränkungen aufgrund des Bahnstreiks der Lokführergewerkschaft GDL für den Rückgang verantwortlich.

„Trotz der besonderen Herausforderungen auch für unsere Mitarbeitenden haben wir im vergangenen Jahr unsere Betriebsleistung nochmals um zwei Prozent gesteigert“, so Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart. Die Summe der Zugkilometer stieg im Vergleich zum Vorjahr von 11.227.594 auf 11.457.610.

Die Gesamtpünktlichkeitswerte sind im Vergleich zum letzten Jahr bei Verspätungen unter sechs Minuten mit 97,0 Prozent (2020 97,3 Prozent) stabil geblieben und bewegen sich bei den Verspätungen unter drei Minuten mit 89,6 Prozent (2020: 90,7 Prozent) in der Nähe des letztjährigen Niveaus. Gleiches gilt für die Hauptverkehrszeit: 95,8 Prozent (2020 96,1 Prozent) der Züge waren weniger als sechs Minuten verspätet und 85,3 Prozent (2020: 85,8 Prozent) weniger als drei Minuten.

„Diese Werte muss man immer auch im Zusammenhang mit dem starken Ausbau der Kapazitäten sehen. Wir haben dieses Jahr wieder mehr Züge auf die Strecke gebracht“, so Dr. Jürgen Wurmthaler, Leitender Direktor für Wirtschaft und Infrastruktur beim Verband Region Stuttgart. In Zahlen bedeutet dies: Statt bislang 897 Zügen sind 2021 montags bis freitags täglich 940 Züge gefahren, was einer Steigerung von fünf Prozent und einer Erhöhung von über 20.000 Sitzplätzen pro Tag entspricht.

Sicherheit, Sauberkeit und Fahrgastinformation

„Wir wollen mit der S-Bahn das Herzstück des öffentlichen Verkehrs hier in der Region sein. Deshalb freuen wir uns, dass der Zuspruch unserer Fahrgäste nahezu in allen Bereichen gestiegen ist“, so Rothenstein.  Die Fahrgastnote bei der Pünktlichkeit konnte von 2,8 im Vorjahr auf 2,7 gesteigert werden. Signifikante Verbesserungen gibt es auch bei der Fahrgastinformation. Diese wurde im Regelfall von den Fahrgästen mit einer 2,0 (Vorjahr 2,3) bewertet, bei Verspätungen mit 2,7 (Vorjahr 3,0). Bei der Sicherheit und Sauberkeit der S-Bahn wurden die guten Werte von 2,0 (Sicherheit) und 2,4 (Sauberkeit) aus dem letzten Jahr bestätigt.

Ausblick

„Nun gilt es daran anzuknüpfen und den Kapazitätsausbau weiter voranzutreiben, um möglichst viele Fahrgäste zurückzugewinnen und auch neue Fahrgäste zu überzeugen“, sagte Wurmthaler in der Sitzung des Verkehrsausschusses. „Mit der verstärkten Langzugbildung, der zweiten Ausbaustufe des 15-Minuten-Takts am Samstag sowie der S62 sind wir hier auf einem guten Weg.“

Ein Baustein ist hierzu auch der Digitale Knoten Stuttgart. „Die Digitalisierung ermöglicht uns, auf den dichtbefahrenen Strecken in Stuttgart das Fahrplanangebot auszuweiten und betriebliche Abläufe für bessere Qualität zu optimieren“, so Rothenstein. „Diese Herausforderung müssen wir für die Mobilitätswende und für den Klimaschutz annehmen – auch wenn damit wie in diesem Jahr für die Fahrgäste und die Verkehrsunternehmen wieder eine Sperrung der Stammstrecke verbunden ist.“

Stimmen aus den Fraktionen

„Wir haben sehr viel investiert und können stolz auf unsere S-Bahn sein“, äußerte sich Elke Kreiser (CDU/ÖDP), „Die Investitionen haben sich bis 2019 auch in den Nutzerzahlen wiedergespiegelt.“ Die Pandemie sei dann ein herber Rückschlag gewesen: „Aber wir sind immer noch auf dem richtigen Weg, auch wenn die Pünktlichkeitswerte noch nicht so sind, wie wir sie uns wünschen“, sagte Kreiser. Sie freue sich aber über die positive Wahrnehmung durch die Fahrgäste, auch beim Thema Sicherheit. Diese Wahrnehmung teile man allerdings nur tagsüber, nicht aber in den Abendstunden und bei Nacht, vor allem an Bahnhöfen und im Bahnhofsumfeld. „Da müssen wir dranbleiben“, so Kreiser. Wichtig sei das Sicherheitsgefühl auch beim Thema Corona. Kreiser lobte in diesem Zusammenhang, dass die S-Bahn auch weiterhin das Tragen einer FFP2-Maske empfiehlt.

Laut Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hat die S-Bahn gerade mit dem Ausbau des 15-Minuten-Taktes Einiges geleistet. „Den Zielwert bei der Pünktlichkeit haben wir aber leider nicht erreicht“, so Lateier. „Wir befinden uns auf einem guten Weg, was die Werte angeht, allerdings hängt dies mit den niedrigen Fahrgastzahlen zusammen.“ Auch bei der Fahrgastinformation in Störfällen sei noch viel Luft nach oben. Viele weitere Probleme stünden zwar nicht unter der Verantwortung der S-Bahn Stuttgart, für den Fahrgast spiele dies aber nur eine untergeordnete Rolle. Sehr positiv nahm Lateier zur Kenntnis, dass das zentrale Öffnen der Türen, das während der Pandemie eingeführt wurde, beibehalten werden soll.

Bernhard Maier (Freie Wähler) erinnerte an Zeiten, als bei der Vorstellung der S-Bahn-Jahreszahlen noch die Formulierung die Runde machte: „Die S-Bahn ist am Limit.“ Seither habe man viel gemacht, Kapazitäten ausgebaut und viele Verbesserungen erzielen können. „Dadurch ist natürlich auch die Anforderung an die Qualität gestiegen“, sagt Maier. „Trotzdem verbessert sie sich. Die Maßnahmen zeigen Wirkung.“ Er bedauerte allerdings, dass man gerade beim Kriterium Pünktlichkeit, das an vorderster Front steht, stagniert. „Dies darf nicht nur Routine werden.“

„Im Ergebnis ist es uns nicht gelungen, die Pünktlichkeitswerte zu erreichen“, kritisierte Michael Makurath (SPD). Es sei noch viel Luft nach oben, vor allem auf Grund der geringeren Fahrgastzahlen. Zudem stellte er die subjektiven Zufriedenheitswerte in Frage, da diese eventuell gerade mit dem vermehrten Platz in den S-Bahnen zusammenhängen könnten. „Das Jahr 2022 wird schwieriger, wenn die Menschen wieder stärker auf die S-Bahn zurückgreifen.“ Dies werde zu einer großen Herausforderung für die Mitarbeiter der S-Bahn.

„Wir haben aus manch schwieriger Situation das beste gemacht“, sagte Gabriele Heise (FDP). „Trotzdem bleibt die Pünktlichkeit ein neuralgischer Punkt.“ Man habe wegen der niedrigen Fahrgastzahlen auf bessere Werte gehofft. „Denn wir wissen alle, es wird wieder schwieriger, wenn wieder mehr Menschen die S-Bahn nutzen.“ Natürlich freue man sich auch über eine bessere subjektive Bewertung durch die Fahrgäste, aber das könne auch damit zusammenhängen, dass weniger Fahrgäste unterwegs sind und die Leute mehr Platz haben.

Auch Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) freut sich über die positivere subjektive Wahrnehmung der S-Bahn. „Dies hilft sicherlich bei der Wiedergewinnung von Fahrgästen“, so Hoepfner. Die Stärkung des ÖPNV bleibe in Bezug auf Klimaziele alternativlos. „Aber das Thema Pünktlichkeit ist weiter nicht befriedigend“, so Hoepfner. „Hier müssen wir kritisch hinterfragen: Woran liegt das?“ Ebenfalls Verbesserungsbedarf sieht Hoepfner bei der Fahrgastinfo vor allem in den Außenbereichen, was Anschlüsse angeht.

Detaillierte Zahlen und Darstellungen finden Sie im „Jahresbericht 2021“ von Verband Region Stuttgart und S-Bahn Stuttgart unter www.region-stuttgart.org/sbahn.

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news-1117 Thu, 31 Mar 2022 11:13:16 +0200 Dr. Alexander Lahl als neuer Regionaldirektor vereidigt „Wenn wir die notwendigen Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Region auf allen Feldern unserer Zuständigkeit befördern wollen, müssen wir die Menschen mitnehmen“, so der neue Regionaldirektor. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1117&cHash=c7ad8518c87c02074c51513ca5240a0f In der ersten Sitzung der Regionalversammlung am Mittwoch wurde Dr. Alexander Lahl als neuer Regionaldirektor offiziell vereidigt. Lahl wurde für die Amtszeit 2022 bis 2030 gewählt und trat sein Amt am 15. März an. Seit seiner Wahl am 15. Dezember 2021 haben sich ungeahnte Herausforderungen ergeben. „Bei meiner Wahl vor drei Monaten habe ich von den Herausforderungen gesprochen, die uns in den kommenden acht Jahren viele wichtige Entscheidungen abverlangen werden. Wenn wir die notwendigen Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Region auf allen Feldern unserer Zuständigkeit befördern wollen, müssen wir die Menschen mitnehmen“, betonte Lahl. „Was zum Zeitpunkt meiner Wahl am 15. Dezember niemand wirklich ahnen konnte ist, dass der russische Präsident Wladimir Putin quasi vor unserer Haustür Ernst macht und einen grausamen Angriffskrieg in der Ukraine beginnt,“ so Lahl weiter. Welche Folgen dieser Krieg für die weitere Entwicklung der Region haben werde, sei bisher nicht absehbar. Trotzdem werde deutlich, dass angesichts der humanitären Katastrophe wirtschaftspolitische Fragen in den Hintergrund treten, die Unternehmen aus der Region die Sanktionen unterstützen, Produktionsstätten in Russland schließen und den Handel aussetzen. Die Wirtschaftsförderung sei daher im Austausch mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, denn: „Wir werden gemeinsam mit Land und Bund Wege finden müssen, perspektivisch unsere Unternehmen zu unterstützen,“ so Lahl.

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news-1116 Thu, 31 Mar 2022 11:08:09 +0200 Verband Region Stuttgart steht an der Seite der Ukraine Regionalversammlung verabschiedet einstimmig Resolution zum Angriffskrieg in der Ukraine. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1116&cHash=b3b7867f2f3574001b8bf460e8f4e759 „Der Krieg bringt nicht nur unfassbares Leid über die Menschen in der Ukraine, er bedroht demokratische Grundwerte. Er zerstört auch einen großen Teil der ökonomischen Lebensgrundlagen und des volkswirtschaftlichen Produktionspotenzials,“ betonte Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl am Mittwoch in der Regionalversammlung.  Der Verband Region Stuttgart steht an der Seite der Ukraine, was mit einer Resolution verdeutlicht wurde.

In der Resolution fordert die Region Stuttgart das sofortige Ende der Kampfhandlungen und den Rückzug der russischen Truppen aus der ganzen Ukraine. Zudem betont sie ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und Russland, die täglich für den Erhalt demokratischer Grundwerte einstehen und würdigt das große ehrenamtliche Engagement der Vielen. Des Weiteren möchte sich die Region Stuttgart weiterhin für die Belange der Wirtschaft einsetzen, deren Lieferketten unterbrochen sind, um die ökonomische Zukunft zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Im Welcome Center, das gemeinsam mit der Landhauptstadt betrieben wird, engagiert sich die Region aktiv für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen. „Wir unterstützen sie mit Rat und Tat beim Ankommen in den Themen Unterbringung, Aufenthalt, Dolmetschen und beraten auch Arbeitgeber, die Geflüchtete aus der Ukraine beschäftigen wollen,“ so der genaue Wortlaut. Zudem trägt der Verband Region Stuttgart die Entscheidung des VVS uneingeschränkt mit, ukrainische Kriegsflüchtlinge kostenfrei zu befördern. Als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine verabschiedete die Regionalversammlung einstimmig die Resolution.

„Der Krieg in der Ukraine hat in kurzer Zeit die politischen und ökonomischen Eckpfeiler weltweit grundlegend verändert. Die hohe Abhängigkeit von russischem Gas, Öl und anderen Rohstoffen für unsere Volkswirtschaft und die Privathaushalte muss perspektivisch anderen und autarkeren Versorgungsformen weichen,“ konstatierte der Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl. Der Verband Region Stuttgart sei mit seiner Wasserstoffstrategie und seinem Weg hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsregion Teil der Lösung dieser herausfordernden Zukunftsaufgabe. Das Bekenntnis der Regionalversammlung, die Transformation zu einer klimaneutralen Region Stuttgart voranzutreiben, sei ein starkes Signal für den Erhalt von Freiheit und Demokratie. Am 17. März haben zudem das Land Baden-Württemberg und die Regionalverbände beschlossen, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, zwei Prozent der Flächen für eine bessere Versorgung mit erneuerbaren Energien zu sichern. „Ein wichtiger Schritt weg von der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und hin zur Klimafreundlichkeit und Versorgungssicherheit“, so Lahl.

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news-1115 Thu, 31 Mar 2022 11:04:24 +0200 Regionale Entwicklungsachse beschlossen Die Regionalversammlung hat einer Regionalplanänderung für die Festlegung einer Regionalen Entwicklungsachse und von Gemeinden im Siedlungsbereich zwischen den Mittelzentren Ludwigsburg/Kornwestheim und Backnang zugestimmt. Rechtskraft erhält die Planungsänderung nach Genehmigung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1115&cHash=950bd582687e5ba60f82471fe64eda69 Die neue Regionale Entwicklungsachse verläuft entlang der S-Bahn-Linie S4 zwischen Marbach und Backnang – diese Schienenverbindung war ein wichtiges Kriterium, das der Regionalplanänderung zugrunde liegt. Der Bereich der Entwicklungsachse umfasst die Kommunen Erdmannhausen, Kirchberg an der Murr, Affalterbach und Burgstetten inklusive des Ortsteils Burgstetten-Erbstetten, die den Status als „Gemeinden im Siedlungsbereich“ und damit erweiterte Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Die Änderung des Regionalplans betrifft nicht die festgelegten Regionalen Grünzüge und Grünzäsuren. Zusätzliche Bautätigkeiten, die der neue Status als „Gemeinden im Siedlungsbereich“ den Kommunen ermöglicht, sind also nach wie vor nur dort zulässig, wo keine Konflikte mit im Regionalplan festgelegten Freiraumfunktionen zu erwarten sind. Die konkreten Siedlungsflächen und Baugebiete werden im Rahmen der Bauleitplanung von den jeweiligen Kommunen beschlossen.

Hintergrund der Festlegung der Regionalen Entwicklungsachse zwischen den Mittelzentren Ludwigsburg/Kornwestheim und Backnang

Der Landesentwicklungsplan gibt vor, dass Siedlungswachstum insbesondere an Standorten erfolgen soll, die über einen leistungsfähigen ÖPNV-Anschluss verfügen. Ziel dabei ist es, dass möglichst viele Menschen einen besseren Zugang zum Nahverkehr erhalten und sich infolgedessen der Anteil öffentlicher Verkehrsmittel am Gesamtverkehrsaufkommen erhöht. Dieses Prinzip wird über die Ausweisung sogenannter Siedlungsachsen umgesetzt. Je nach Lage zu diesen Achsen sind die Gemeinden in der Region Stuttgart in zwei Kategorien eingeteilt: Gemeinden an einer Entwicklungsachse liegen im Siedlungsbereich. Das heißt, sie dürfen und sollen bei der Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen auch Wanderungsgewinne berücksichtigen – über den Bedarf der ansässigen Bevölkerung und Unternehmen hinaus. Das heißt, neue Baugebiete können so bemessen werden, dass in den Gemeinden auch Zuzug miteinkalkuliert wird. Zudem erhöht sich die Bruttowohndichte, die für die Berechnung zugrunde gelegt wird, von 55 auf 60 Einwohner pro Hektar. Die Gemeinden, die nicht im Siedlungsbereich behalten dabei ihr Recht auf die Bereitstellung von Bauflächen im Rahmen ihrer „Eigenentwicklung“. Mit dem Ausbau der S-Bahn-Linie S4 zwischen Marbach und Backnang wurde die Schienenverbindung für die Anrainergemeinden Erdmannhausen, Kirchberg an der Murr, Affalterbach und Burgstetten aufgewertet. Damit erfüllt dieser Bereich eine wesentliche Voraussetzung, um als „Regionale Entwicklungsachse“ festgelegt zu werden. Ein Automatismus zur Festlegung Regionaler Entwicklungsachsen entlang von Bahnstrecken besteht allerdings nicht.

Ablauf einer Regionalplanänderung

Im Rahmen des Regionalplanänderungsverfahrens werden die unterschiedlichen
Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung – soziale, ökologische und ökonomische Belange – und die damit jeweils verbundenen Wirkungen systematisch erfasst, ausgiebig beleuchtet und gegenübergestellt. Auf dieser Grundlage werden ein Entwurf zur Änderung des Regionalplanes erarbeitet sowie ein umfassender Umweltbericht erstellt, die nach Freigabe durch die Regionalversammlung offengelegt werden. Dabei besteht sowohl für Träger öffentlicher Belange, Städte und Gemeinden als auch für die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, Anregungen zur Planung vorzubringen. Die Abwägung von privaten und öffentlichen Belangen ebenso wie die abschließende Entscheidung über die Änderung des Regionalplans liegen dann wieder bei der Regionalversammlung. Rechtskraft erhält die Planänderung mit der Genehmigung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen als Oberste Landesplanungsbehörde. Die Entscheidung darüber, ob die zusätzlichen Entwicklungsmöglichkeiten auch tatsächlich genutzt und konkrete Flächen entwickelt werden, bleibt jedoch Aufgabe der Gemeinden.

 Stimmen aus der Regionalversammlung

„Der Mangel an Wohnraum war eines der beherrschenden Themen für den Verband Region Stuttgart in den vergangenen Wahlperioden und ist es auch heute noch“, betonte Michael Schreiber (CDU/ÖDP). Es mache nirgends mehr Sinn Freiraum für Wohnungsbau aufzugeben, als im unmittelbaren Einzugsbereich der Schiene. „Alle Untersuchungen belegen, dass eine Siedlungsentwicklung entlang der Schiene dazu beitragen kann, die Belastung der Straße zu reduzieren, weil sich Verkehr auf die Schiene verlagert“, so Schreiber. Zwar habe Affalterbach keinen S-Bahn-Halt, aber einen Einpendlerüberschuss aufgrund vieler Arbeitsplätze vor Ort, was die Höherstufung rechtfertige. Rielingshausen hätte hingegen einen Auspendlerüberschuss, sodass die Siedlungsentwicklung auf den Hauptort konzentriert werden sollte. „Allein mit der Ausweisung dieser Regionalen Entwicklungsachse und der Aufstufung von vier Gemeinden im Siedlungsbereich werden wir den Wohnungsmangel in der Region nicht beheben. Aber es ist ein weiterer kleiner Schritt von vielen, die wir schon seit Jahren unternehmen“, konstatierte Michael Schreiber.

Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte, dass es schon bei der Erstellung des Regionalplanes vorrangiges Ziel gewesen sei, Siedlung und Verkehr zusammenzudenken. Deshalb würden Gemeinden entlang der Verkehrsachsen als Kommunen im Siedlungsbereich eingestuft, anders als die Eigenentwicklergemeinden, die häufig um vertaktete Busverkehre kämpften. „Mit dieser neuen Einstufung geht auch eine höhere Siedlungsdichte und damit eine effizientere Flächennutzung einher“, so Kraus-Prause. Ihre Fraktion teile die Abwägungen der Verwaltung. Wichtig sei ihnen, dass mit den neuen Festlegungen der regionale Freiraumschutz mit den festgelegten Grünzügen und Grünzäsuren bestehen bliebe. Die Fraktion hoffe und erwarte, dass die Kommunen in der Bauleitplanung diese mit geschärftem Blick auf den Flächen- und Klimaschutz bewältige. Auch die Würdigung einzelner Schutzgüter, die im Umweltbericht benannt seien, erfolge in nachgeordneten Verfahren, auf deren Genauigkeit und Sorgfalt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bauen.

Laut Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) sei eine Änderung des Regionalplans 2009 aufwendig und gut zu überlegen. „Wir Freien Wähler stehen zu diesem Konzept, auch wenn es – wie jedes Konzept - Vorteile, aber auch Nachteile hat“, betonte Wallbrecht. „Aber wir sind damit bisher gut gefahren und sehen auch kein besseres Konzept.“ Für die Freien Wähler sei jedoch wichtig, dass es keine neue Abgrenzung von Grünzügen/Grünzäsuren zu Siedlungsflächen gebe. „Wohl aber werden die sogenannten ‚Flächen als Siedlungsbereich‘ ausgeweitet, sozusagen ein Upgrading gegenüber dem bisherigen Status als Gemeinden mit Eigenentwicklung.“

Regina Traub (SPD) betonte, dass die Ausweisung als Siedlungsbereich nicht nur eine prozentual höhere Flächenausweisung bedinge, sondern auch einen höheren Dichtewert bei der Bebauung fordere. Ob diese Dichtewerte ausreichen, habe ihre Fraktion schon mehrfach infrage gestellt. „Für uns sind sie entscheidend, denn damit ist nicht zu befürchten, dass es zu einem erheblichen Verbrauch von Freiflächen kommt. Die Freiräume rund um die Siedlungslagen sind auch weiterhin durch regionale Grünzüge und Grünzäsuren geschützt“, so Traub.

Die zwischenzeitlich an das S-Bahn-Netz angebundenen Gemeinden erfüllten laut Klaus Mauch (AfD/FR) die Voraussetzungen für die Festlegung als Gemeinden im Siedlungsbereich und den damit verbundenen erweiterten Spielräumen hinsichtlich der Ausweisung von Wohnflächen. Seine Fraktion begrüße ausdrücklich das entstehende wirtschaftliche entwicklungspolitische Veränderungspotenzial. „Wir unterstützen auch ausdrücklich die damit einhergehende Förderung des ÖPNV. Es darf dabei indes nicht vernachlässigt werden, dass auch der Individualverkehr angemessen und im Interesse der betroffenen Bevölkerung zu berücksichtigen ist“, appellierte Mauch.

Für Kai Buschmann (FDP) seien unter den aktuellen Gegebenheiten Konzepte hinfällig, die sich nur auf schienengestützten ÖPNV als Kriterium stützen. Internetbasierte Arbeitsweisen, autonomes Fahren, neue Formen des Nahverkehrs und alternative Antriebsarten hätten Auswirkungen auf die Bewertung der Arbeitswege. Zudem benötige es einer Gewerbe- und Industriegebietsentwicklung, die die Verlagerung von Arbeitsplätzen in wohnortnahe Gebiete unterstützt. All dies würde den „Abschied von den zentralörtlichen Bereichen fördern“, so Buschmann.

Laut Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT) reiche die alleinige günstige Lage zum schienengebundenen Nahverkehr nicht aus. „Es müssen noch weitere Nachhaltigkeitskriterien für die weitere Aufwertung von diesen Gemeinden hinzukommen“, betonte er. Er regte kompaktes Bauen und bezahlbare Wohnraum für möglichst viele Menschen an. Lucke appellierte Orts- bzw. Stadtentwicklungskonzepte von den entsprechenden Gemeinden einzufordern und somit eine Auseinandersetzung mit Bodenschutz und kompakter baulicher Dichte.

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news-1114 Thu, 31 Mar 2022 10:59:28 +0200 Region sichert Vorkommen und Abbau von Rohstoffen Regionalversammlung leitet mit dem Beteiligungsverfahren den nächsten Schritt im Verfahren zur möglichen Änderung des Regionalplans ein. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1114&cHash=9a4ef2c2b698329eca7e0975763b6f5c STUTTGART: Die Regionalversammlung hat am Mittwoch mehrheitlich beschlossen das Beteiligungsverfahren im Rahmen des Verfahrens zur möglichen Änderung des Regionalplans einzuleiten. Grundlage für diesen Beschluss ist der Planentwurf zur Rohstoffsicherung und zum Abbau oberflächennaher Rohstoffe an den Standorten Marbach-Rielingshausen, Markgröningen und Weissach. Diesen hat die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart einschließlich einer Strategischen Umweltprüfung erarbeitet. Zudem wurde die frühzeitige Unterrichtung der Träger öffentlicher Belange durchgeführt.

Durch den Beschluss der Regionalversammlung kann mit der insgesamt dreimonatigen Offenlage begonnen werden. Beteiligt sind neben der von der Planänderung betroffenen Städten und Gemeinden, den Trägern öffentlicher Belange und sonstigen Stellen gemäß den landesplanerischen Vorgaben auch die Öffentlichkeit in Form einer umfassenden Information und Einbeziehung der Bevölkerung. Nach Aufarbeitung der eingegangenen Stellungnahmen werden die vorgebrachten Anregungen zunächst im Planungsausschuss vorberaten. Im Anschluss kann der Satzungsbeschluss vorbereitet und gegebenenfalls durch die Regionalversammlung gefasst werden. Bis zum Satzungsbeschluss ist das Verfahren ergebnisoffen.

Bisheriges Verfahren

Im Rahmen der Unterrichtung der Träger öffentlicher Belange gingen bereits Hinweise in Bezug auf das Planungsverfahren ein. Viele davon beziehen sich auf konkurrierende Raumnutzungsansprüche und sind damit Gegenstand des Beteiligungsverfahrens und der anschließenden Abwägung. Für den Offenlagebeschluss relevante Aspekte, die sich direkt auf die geplante Abgrenzung beziehen oder eine mögliche Änderung des Regionalplans von vorneherein komplett ausschließen, wurden in Form einer öffentlichen Sitzungsvorlage in die Regionalversammlung eingebracht und schriftlich beantwortet. Die intensive Auseinandersetzung mit allen vorgebrachten Anregungen im Rahmen einer abschließenden Gesamtbetrachtung bleibt davon unberührt. 

Hintergrund: Sicherung und Abbau von Rohstoffen in der Region Stuttgart

Der Verband Region Stuttgart ist gemäß Landesentwicklungsplan für die Sicherung abbauwürdiger Rohstoffvorkommen zuständig. Im Regionalplan sind regionalbedeutsame Abbaustätten, aktivierbare Reserven und Rohstoffvorkommen als Bereiche für den Abbau von Rohstoffen und als Bereiche zur Sicherung von Rohstoffen festzulegen. Im Zuge der Regionalplanfortschreibung 2009 wurden 31 Gebiete für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe und 30 Gebiete zur Sicherung von Rohstoffen festgelegt. Dabei decken die Gebiete für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe rein rechnerisch den Bedarf der ersten 20 Jahre nach in Kraft treten des Regionalplanes, die Gebiete zur Sicherung den der darauffolgenden 20 Jahre. Damit wird angestrebt, den Import mineralischer Rohstoffe von außerhalb der Region Stuttgart so weit wie möglich zu vermeiden, da dieser auf Grund der großen Massen und Volumen mineralischer Rohstoffe aufwendig und emissionsintensiv ist.

Die Region Stuttgart weist im Vergleich zu ihren Nachbarregionen einen deutlich niedrigeren Eigenversorgungsanteil mit Rohstoffen auf. Daher sollte es das Ziel sein, dass zumindest die Mengen, die durch Produkte aus Jurakalk und Muschelkalk substituierbar sind, möglichst weitgehend in der Region bereitgestellt werden. Eine Sicherung der abbauwürdigen bzw. in Abbau befindlichen Lagerstätten mineralischer Rohstoffe über Vorranggebiete trägt dazu grundlegend bei. Aufgrund der anhaltend regen Bautätigkeit in der Region ist die Bereitstellung mineralischer Rohstoffe weiterhin erforderlich – dies auch, weil eine signifikante Substitution mineralischer Rohstoffe durch Rohstoffrecycling aufgrund des begrenzten Materialrückflusses nicht möglich ist. Neben einer Änderung der Bedarfssituation können auch veränderte Rahmenbedingungen an einzelnen Standorten dazu führen, dass bereits vor Ablauf des vorgenannten Prognosezeitraums eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der einschlägigen Festlegungen des Regionalplanes erfolgen muss.

Stimmen aus der Regionalversammlung

Roland Schmid (CDU/ÖDP) betonte: „Wir sind nach wie vor in der Planungs- und Prüfungsarbeit. Es geht auch heute nicht darum, verbindlich zu entscheiden, dass der Regionalplan geändert wird.“ Die Arbeit sei jedoch vorangekommen. „Der Offenlagebeschluss gibt aber Anlass, angesichts des bisherigen Beratungsgangs und der Vorarbeit eine vorläufige Bewertung vorzunehmen“, so Schmid. Die CDU/ÖDP-Fraktion werde sich nicht vor der Aufgabe drücken, auch wenn man sich vor allem am Standort Rielingshausen schwertue. „Es spielt eine Rolle, ob die vom Betreiber vorgeschlagenen Veränderungen und der vorgesehene Abstand zum Siedlungsrand einen ausreichenden Beitrag dazu leisten kann, die Belastung der Gemeinde und der betroffenen Bürger auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.“ Man sei im Spagat zwischen der gesetzlichen Aufgabe, für die Rohstoffsicherung zu sorgen, verbunden mit der Vorgabe des Landes, eine aufgeschlossene Abbaustelle zunächst so weit wie möglich zu nutzen, bevor anderorts der Neuaufschluss erfolge.

Die Sachlage habe sich seit der Eröffnung des Verfahrens im Juli nicht verändert, sagte Leo Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Entsprechend stimme man zu, das Verfahren mit der Offenlage weiterzuführen. „So können wir insbesondere an umstrittenen Standorten die Vielfalt der Argumentationen aufbereiten“, so Buchholz weiter. „Und in einem klar definierten demokratischen Prozess Argumente abwägen und überprüfen.“

Als Grüne Fraktion stehe man selbstverständlich zu den Zielen der Regionalplanung, die eine möglichst hohe Förderung regionaler Baustoffe vorsehen. „Wir wissen aber auch, dass die Art und Weise wie wir Bauen und Wirtschaften, wie wir mit unserer Umwelt, diesem Planeten, umgehen, keinesfalls auf ewig so bestehen kann.“ Man wäge die Gegebenheiten vor Grund gründlich ab. „Heute fällen wir jedoch keine inhaltliche Entscheidung, diese Abstimmung steht uns noch bevor“, sagte Buchholz.

„Eine Abwägung des Für und Wider ist nur nach dem weiteren Beteiligungsverfahren rechtssicher möglich“, äußerte Wilfried Dölker (Freie Wähler). Man wisse natürlich, dass die direkt betroffenen Bürger in Rielingshausen erhebliche Einwände gegen eine Erweiterung des dortigen Steinbruches vortragen. „Diese Einwände sind im weiteren Verfahren zu bewerten“, so Dölker weiter. Er betonte zudem: „Die Regionalversammlung entscheidet nur über die Rücknahme des regionalen Grünzuges und die Ausweisung des Vorranggebietes nicht über die immissionsschutzrechtliche Genehmigung eines Steinbruches.“ Erst in einem solchen Genehmigungsverfahren müssen die konkreten Schutzgüter bewertet und gegeneinander abgewogen werden. „Für uns ist es entscheidend, dass die Rohstoffsicherung zu den Planungsaufgaben der Region gehört“, sagte Dölker.

Laut Regina Traub (SPD) hätten die bisherigen Hinweise keine wirklich neuen Aspekte ergeben, dass Verfahren nicht weiter zu betreiben. Allerdings kritisierte sie, „dass sich sehr deutlich zeige, dass es wohl eher fließende Übergänge oder Überschneidungen zwischen dem Regionalplanänderungsverfahren und der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung gibt.“ Traub forderte im weiteren Verfahren, speziell die Untersuchungen zum „Schutzgut Mensch“ substanziell und differenzierter aufzuarbeiten. „Vom weiteren Verfahren erwarten wir bessere Information für unsere Abwägung, auf deren Grundlage wir dann entscheiden, ob wir letztendlich einer Änderung des Regionalplanes zustimmen können“, sagte Traub.

Für Stephan Wunsch (AfD/FR) zeige die aktuelle geopolitische Situation drastisch: „Es ist extrem wichtig, eigene Rohstoffressourcen umfassend zu nutzen und sich nicht in Abhängigkeiten zu begeben.“ Es sei klar, dass Versorgungssicherheit mit Rohstoffen sowie der Versuch das Klima zu schützen, erhebliche Zumutungen mit sich bringe. Auch hier gehe es um Zumutungen für die Anwohner. „Die Staub- und Lärmemissionen sind ebenso wie die Erschütterungen laut dem Umweltbericht auch bei der Erweiterung unterhalb der Grenzwerte zu erwarten“, so Wunsch. Von daher stimme man dem Vorschlag der Verwaltung zu.

„Wer es ernst meint mit Klimaschutz und damit sich von globalen Lieferketten unabhängig zu machen, der muss bereit sein, den Rohstoffabbau in unserer Region dauerhaft, ehrlich und wirtschaftlich zu sichern“, äußerte sich Rena Farquhar (FDP). Ihre Fraktion stimme dem Verfahren zu. „Wir stehen für die Position, dass es für die Region nur eine Strategie gibt, die uns Menschen wie Firmen, Erfolg bringen kann: Optimale Ressourcennutzung für optimale Wertschöpfung - Klimaschutz inklusive.“

„In Rielingshausen ist der Preis für den Raubbau, die Rodung großer Streuobstbestände und der Verschleiß hochwertiger und ertragreicher Böden“, sagte Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT). „In Markgröningen bedeutet es den Verlust flächenhafter Naturdenkmale und Biotope im Kernraum des landesweiten Biotopverbunds“, so Rauscher weiter. Von daher könne und wolle man dem Beschlussantrag nicht folgen.

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news-1113 Thu, 24 Mar 2022 11:49:08 +0100 IBA’27-Intendant Andreas Hofer berichtet zur Halbzeit Viele Projekte sind auf gutem Weg. Angesichts der Herausforderungen und Hemmnisse appelliert Hofer auch bei der Umsetzung neue Wege zu gehen. presse/artikel/aktuell/iba27-intendant-andreas-hofer-berichtet-zur-halbzeit/ Die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBAʼ27) sucht nach der Zukunft des Bauens und Zusammenlebens. Im Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart berichtete am Mittwoch der Intendant der IBA’27, Andreas Hofer, über den aktuellen Stand und benannte konkrete Herausforderungen und Hemmnisse.

„Die IBA ist bisher ein großer Erfolg“, so Andreas Hofer. Rund 90 Vorhaben wurden in das Netzwerk der IBA aufgenommen, 16 davon sind derzeit als offizielle IBA’27-Projekte im Portfolio. Um den IBA-Geist verstärkt in die Öffentlichkeit und das Bewusstsein der Menschen der Region zu bringen plane man 2023 das erste IBA-Festival. „Bis zum offiziellen IBA-Jahr sind es noch fünf Jahre, was für Bauprojekte nicht mehr viel Zeit ist. Daher könne man gegebenenfalls nicht alle Projekte realisieren,“ betonte Hofer. Hierfür nannte er diverse Gründe: „Bei aller Euphorie merken wir, dass für neuartige Bauprojekte die etablierten Prozesse erkennbar an ihre Grenzen kommen: bei Projektentwicklung und Projektsteuerung, in der Bauwirtschaft, in den Verwaltungen.“ Konkret mangle es an Ressourcen und Kapazitäten bei Verwaltungen und Projektträger*innen. Allein dadurch würden die Zeitpläne einiger Projekte mittlerweile kritisch. Hinzu kämen die heute sehr aufwändigen Abstimmungsverfahren. „Die Demokratisierung des Planens und Bauens ist richtig, kostet aber Zeit und braucht viel Überzeugungsarbeit“, sagte der IBA-Intendant.

Probleme sieht er insbesondere in eingefahrenen Planungssystemen und im bestehenden regulatorischen Rahmen. Die sehr statische und hierarchische Abschichtung des Planens in Städtebau, Bebauungsplan, Hochbau brauche nicht nur wertvolle Zeit, sondern führe oft auch zu herkömmlicher Architektur. „Normen, Gesetze und etablierte Verfahren führen zum Mittelmaß“, so Hofers Beobachtung. Hofer sprach offen den mangelnden Mut in der Projektumsetzung an, den er und sein Team oft beobachten. Nachhaltigkeitsziele beispielsweise würden bei kleinsten Widerständen allzu schnell relativiert. Hofer betonte: „Die IBA hält nicht stur an irgendwelchen abstrakten Kennwerten fest, sondern möchte für jedes Projekt um die jeweils beste Lösung ringen.“ Einer Bauausstellung unwürdig sei es aber, wenn hart errungene Entscheide von Preisgerichten im Nachgang durch Aufsichtsräte und Vergabegremien in Frage gestellt würden. Es zeige sich, dass die IBA hier teilweise an die Grenzen des Formats stoße: Sein Team könne inspirieren, überzeugen, Know-How vermitteln und vernetzen. Die IBA baue aber nicht selbst, habe keine Grundstücke, keine eigenen Investitionsmittel. Verantwortlich für die Umsetzung vor Ort sind die verschiedenen Projektträger*innen: Kommunen, Genossenschaften, private Investorinnen, städtische Baugesellschaften.

Hofer forderte mehr Mut und vor allem Respekt vor dem Format ‚IBA‘ ein. Es gelte nun, alle Kräfte zu bündeln, alle Ressourcen zu mobilisieren, die Strukturen und Abläufe nachzujustieren und gemeinsam zu lernen. Sein Fazit: „Wenn wir alle zusammen im IBA-Geist auch bei der Umsetzung neue Wege gehen, bin ich sicher, dass wir 2027 eine ganze Reihe wirklich ambitionierter Exponate zeigen können, die im Maßstab eins zu eins erleben lassen, wie Häuser und Quartiere für eine Welt im Wandel aussehen können.“

Stimmen der Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) lobte Hofers unermüdlichen Einsatz für die IBA. Die vorgestellten Projekte zeigten die Vielfalt und die Breite der Projekte. „Es ist gelungen, Projekte zu gewinnen und in die Region und nahezu alle Landkreise zu bringen“, betonte Ganske. Es sei aber gut, dass die Schwierigkeiten offen angesprochen würden. Zusätzlich zum Zeitfaktor und hemmenden kleinteiligen Diskussionen werde die Situation durchsteigende Baukosten und aktuell kriegsbedingt unterbrochene Lieferketten verschärft. Er appellierte: „Bleiben Sie dran und haben Sie den Mut auszusortieren und die guten Projekte zu pushen.“

Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) beklagte den fehlenden Mut für innovative Lösungen. Sie würde sich wünschen, dass in den Gemeinderäten der Region mehr Bewusstsein für die IBA entstehen würde. „Die Gemeinderäte brauchen Informationen über Baukultur und gute Beispiele,“ betonte sie. Die geplanten IBA-Festivals 2023, 2025 und 2027 könnten hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Sie appellierte: „Bitte denken Sie an die bewusstseinskommunikativen Prozesse und bleiben Sie dran, wir erwarten viel.“

Wilfried Walbrecht (Freie Wähler) zeigte sich erstaunt, dass schon nahezu Halbzeit sei. Er sagte Hofer und seinem Team die volle Unterstützung durch die Freien Wähler zu. Laut Regina Traub (SPD) drohe genau das, was man nicht wollte – Mittelmaß aufgrund von fehlendem Mut und beeinträchtigenden Genehmigungsverfahren. Bisher sei die Öffentlichkeitsarbeit der IBA sehr fachlich geprägt und nur für einen kleinen Kreis von Interesse. Sie bat bei den geplanten Festivals sich darauf zu fokussieren, die Allgemeinheit mitzunehmen.

Joachim Hülscher (AfD/FR) bedauerte die Konzentration der Projekte auf die Landeshauptstadt und deren Speckgürtel. „Bei der Architektur und dem Umgang mit dem Bauwesen sollte die IBA mustergültig sein,“ betonte er. Daher bat er dort Mut zu zeigen, wo Ökonomie vor Sinnhaftigkeit zu stehen drohe.

Für Kai Buschmann (FDP) habe die IBA mit den gleichen Problemen wie der Ausbau der regenerativen Energie zu kämpfen, nämlich den unnötig langen Planungszeiten und hinderlichen Vorgaben. Mit den auftretenden Problemen umzugehen erfordere viel Zähigkeit. Er sei aber sicher, dass Hofer hierfür der richtige Mann sei.

Für Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) seien die Widerstände nicht erstaunlich, da der Weißenhof vor 100 Jahre auch entsprechende Widerstände hatte. Er appellierte an die Fraktionen auf die Gemeinderäte zuzugehen und darauf hinzuwirken, unsinnige und hinderliche Diskussionen vor Ort zu unterlassen.

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news-1112 Wed, 16 Mar 2022 15:44:47 +0100 Stuttgart und die Region machen den Weg frei für den Straßenradsport 2023 presse/artikel/aktuell/stuttgart-und-die-region-machen-den-weg-frei-fuer-den-strassenradsport-2023/ Am heutigen Mittwoch hat der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung der Regionalversammlung für die Unterstützung eines Straßenradsportevents im nächsten Jahr votiert. Damit hat nun auch der Verband Region Stuttgart den Weg für ein weiteres Veranstaltungshighlight im Jahr 2023 freigemacht, nachdem der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart im vergangenen Dezember seinerseits die Förderung beschlossen hat.

Im kommenden Jahr startet so die zweite Auflage des erfolgreichen „Brezel Race Stuttgart & Region“, einem Radrennen durch die Region für Jedermann und Jedefrau. Erwartet werden bis zu 5.000 Hobbyradlerinnen und Hobbyradler. Zusätzlich werden mit einem internationalen Elite-Event wieder viele bekannte Spitzensportlerinnen und Spitzensportler den Weg nach Stuttgart finden. Dies garantiert eine hohe mediale Aufmerksamkeit für den Radsport und das Fahrradfahren in und um Stuttgart.

„2023 können sich die Stuttgarterinnen und Stuttgarter erneut auf attraktiven Breitensport und hochklassigen Spitzensport in einer Veranstaltung freuen. Das Jedermann-Rennen Brezel Race und ein Elite-Event bringen alle Rennradfans in Bewegung“, sagt Dr. Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart. „Mein Dank gilt der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart und dem Stuttgarter Gemeinderat – gemeinsam haben wir den Radsport wieder erfolgreich vorangebracht“, ergänzt der Sportbürgermeister.

„Wir freuen uns nun auf ein neues hochkarätiges Eliterennen und eine zweite Auflage des Brezel Race durch die herrlichen Landschaften in der Region Stuttgart“, führt Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, aus. „Ich kenne kein anderes Straßenradrennen für Breitensportlerinnen und Breitensportler in dieser Größenordnung in ganz Süddeutschland. Die unzähligen begeisterten Hobbyradlerinnen und -radler waren schon das letzte Mal sehr beeindruckend. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt und den Kommunen an der Strecke bringen wir damit die Region aufs Rad.“

Ausrichter und Veranstalter für den Event 2023 ist die Sindelfinger Freunde Eventagentur. Geschäftsführer Albrecht Röder blickt voraus: „Wir planen für den Mai 2023 mit einem Spitzensportereignis, das deutschlandweit einzigartig sein soll. Zum Brezel Race braucht man schon gar nicht mehr viel sagen, bereits bei der Premiere standen mehr als 2.000 Freizeitradelnde am Start. Deshalb freuen wir uns sehr, dass die Landeshauptstadt Stuttgart und die Region Stuttgart diese Radsportinitiative erneut fördert.“

Hintergrund

Der Verband Region Stuttgart fördert die Straßenradsport-Events 2023 mit einem Betrag von 180.000 Euro. Die Landeshauptstadt Stuttgart hat mit ihrem Doppelhaushalt 2022/2023 eine Fortsetzung der gemeinsamen Radevents für das Jahr 2023 beschlossen und stellt dafür 360.000 Euro bereit. Damit stehen insgesamt 540.000 Euro zur Förderung des Straßenradsportevents 2023 zur Verfügung.

Seit 2018 finden in der Region Stuttgart Radsportgroßveranstaltungen statt, die Breiten- und Spitzensport miteinander kombinieren. Die Deutschland Tour war hier 2018 zu Gast und wird im August 2022 wieder zurückkehren. In der Landeshauptstadt endet dann auch die Schlussetappe des wichtigsten deutschen Radrennens mit ihrer Jedermann Tour. Im vergangenen Jahr wurden in Stuttgart und der Region bereits die Deutschen Straßenradmeisterschaften und das Brezel Race ausgetragen.

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news-1111 Wed, 16 Mar 2022 13:47:01 +0100 Jedermann Tour – mit dem Rennrad auf abgesperrten Straßen durch Stuttgart und die Region Stuttgart Die Strecken der Jedermann Tour 2022 stehen fest. Am 28. August fahren 3.000 Hobbyradsportler*innen durch Stuttgart und die Region Stuttgart. Für ihr sommerliches Sonntagserlebnis auf dem Rennrad können sie aus zwei attraktiven Touren wählen. Die Anmeldung ist bereits gestartet – unter jedermann.deutschland-tour.com gibt es den Startplatz inklusive Trikot. presse/artikel/aktuell/jedermann-tour-mit-dem-rennrad-auf-abgesperrten-strassen-durch-stuttgart-und-die-region-stuttgart/ In einem halben Jahr wird das Finale der Deutschland Tour in Stuttgart und der Region Stuttgart gefeiert. Ende August lockt Deutschlands wichtigstes Radrennen nicht nur die weltbesten Profis, sondern auch tausende aktive Radsportler*innen nach Baden-Württemberg. Es ist Tradition, dass sie den Finaltag einläuten und den Zuschauerjubel als Erste genießen dürfen.

Der große Tag für Jedefrau und Jedermann beginnt auf dem Schlossplatz in der Stuttgarter City. Von hier starten sie auf abgesperrten Straßen entweder zur kürzeren "Weinbergrunde" (57 Kilometer) oder zur längeren Tour "Durch die Region Stuttgart" (116 Kilometer). Extra für die Teilnehmenden der Jedermann Tour wird die B14 am 28. August für den Autoverkehr gesperrt. Sie führt die Radsportler*innen durch die Landeshauptstadt nach Stuttgart-Obertürkheim, wo die Strecken getrennt werden.

Rennatmosphäre schnuppern auf der "Weinbergrunde"

Auf der "Weinbergrunde" geht es von Stuttgart-Obertürkheim leicht ansteigend in die Weinberge bis zum Rotenberg. Die Grabkapelle auf dem Württemberg wird passiert – ein sehenswerter Ausblick auf Stuttgart. Vom Höhepunkt der Runde führt die Abfahrt nach Fellbach und ein Abzweig über welliges Terrain nach Kernen im Remstal läutet bereits das Finale ein. Es geht Richtung Neckar, der in Remseck am Neckar, überquert wird. Auf den Straßen, die kurz darauf auch die Profis befahren, winkt das Finale in der Stuttgarter Innenstadt. Die letzten Kilometer des Radsport-Erlebnisses verlaufen über die Löwentorstraße und den Killesberg bis zum Zielstrich auf der Theodor-Heuss-Straße.

Knapp 750 Höhenmeter verteilen sich auf den 57 Kilometern. Damit bietet sich die "Weinbergrunde" auch für Jedefrau und Jedermann an, die zum ersten Mal Rennatmosphäre schnuppern wollen. Die doppelte Herausforderung wartet auf der längeren Tour "Durch die Region Stuttgart": 116 Kilometer und 1.600 Höhenmeter. Perfekt für ambitionierte Radsportler*innen, die Ende August in Bestform sind.

Ambitionierte Tour „Durch die Region Stuttgart“

Während die kürzere Runde ab Obertürkheim in die Weinberge führt, fahren alle Teilnehmenden der längeren Tour weiter durch Esslingen am Neckar und überqueren den Fluss auf der Sirnauer Brücke. Ab jetzt geht es bergauf, denn das hügelige Albvorland wartet auf Jedefrau und Jedermann. Kirchheim unter Teck und Notzingen werden passiert, in Ebersbach an der Fils ist Halbzeit. Die Fahrt durch das Nassachtal bietet Zeit zum Durchatmen, bevor der Anstieg zum höchsten Punkt der Jedermann Tour viel abverlangt. Es geht auf fast 500 Meter Höhe auf den Schurwald nach Schorndorf-Schlichten. Nach diesem Höhepunkt können sich die Beine bis zum Treffpunkt aller Strecken im Remstal ausruhen. Dann heißt es, alles auf die Pedale zu bringen bis zum Ziel auf der Theodor-Heuss-Straße.

Großes Radsport-Erlebnis für Alle

Komplett gesperrte Straßen, sehenswerte Strecken, ein gut gefüllter Starterbeutel und eine professionelle Organisation inklusive Verpflegung und Materialservice versprechen einen Radsport-Sonntag in Stuttgart und der Region Stuttgart. Neben schönen Erinnerungen ist für jeden Starter und jede Starterin noch ein besonderes Souvenir vorbereitet: ein kostenloses Trikot von Santini im exklusiven Design 2022!

Jetzt heißt es, für den 28. August zu planen und den eigenen Startplatz zu sichern. Um für den großen Tag vorbereitet zu sein, stehen Trainingspläne von Ex-Profi Johannes Fröhlinger und die GPS-Daten der beiden Strecken pünktlich zum Saisonstart bereit. Diese gibt es, genauso wie den Startplatz inklusive Trikot, unter jedermann.deutschland-tour.com.

Helfende entlang der Strecke gesucht

Die Vorbereitungen für die Deutschland Tour laufen bereits auf Hochtouren. Für die Umsetzung in Stuttgart und der Region Stuttgart werden zahlreiche Helfende gesucht. Die Freiwilligen sind wichtiger Teil von Deutschlands wichtigstem Radrennen und unterstützen die einzigartige Stimmung an der Strecke. Gruppen, Vereine und Fans können so ihren Besuch an der Strecke mit einer Beteiligung an der Deutschland Tour verbinden. Der Einsatz wird mit einer Aufwandsentschädigung belohnt. Wer mitmachen möchte, meldet sich per E-Mail unter strecke(at)deutschland-tour.com.

Stimmen zur Jedermann Tour in Stuttgart und der Region Stuttgart

Mit der Rückkehr der Deutschland Tour wird die Stuttgarter Innenstadt erneut zum Stadion für den Straßenradsport. Das Finale der Schlussetappe in der Landeshauptstadt bietet packenden Radsport auf höchstem Niveau. Im Rampenlicht stehen aber nicht nur die Profis. Die Jedermann Tour bietet Einsteigerinnen und Einsteigern wie ambitionierten Breitensportlerinnen und Breitensportlern eine ideale Gelegenheit, auf gesperrten Straßen Rennen zu fahren. Egal ob Profi oder Breitensportler: Der Schlusssprint und die Fahrt durch das Ziel auf 'der Theo' ist für alle ein Erlebnis", sagt Dr. Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart. 

Thomas S. Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart: „Wir freuen uns sehr, dass mit der Elite- und Jedermannstrecke alle Stadt- und Landkreise der Region Stuttgart berücksichtigt werden konnten. Die Freude über ein spannendes Sportereignis in der Region umsonst und draußen hatte sich schon bei den letzten Radevents auf viele Menschen übertragen, welche live oder auch über den Bildschirm mitfieberten. Die Region Stuttgart hat tolle Radsportfans. Auch die Deutschland Tour 2022 wird erneut Begeisterung in der ganzen Region und darüber hinaus auslösen für das Event der Spitzenklasse. Sie stärkt so das regionale Wir-Gefühl und die positive Außenwahrnehmung der Region Stuttgart.


Wir leben in einer radsportbegeisterten Region. Die Deutschland Tour ist dabei eine gute Möglichkeit, das Interesse der hier lebenden Menschen für das Radfahren zu verstärken. Das Besondere ist dabei das Miteinander von Profi- und ambitioniertem Breitensport. Daher freue ich mich ganz besonders darauf, an der Jedermann Tour teilzunehmen und dort selbst in die Pedale zu treten“, sagt Matthias Klopfer, Vorsitzender SportRegion Stuttgart e.V. und Oberbürgermeister Esslingen am Neckar.

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news-1110 Thu, 10 Mar 2022 11:45:23 +0100 Region lässt Verbesserungen für die Kleine Teckbahn prüfen Ziel ist die Entwicklung eines Konzepts für einen 30-Minuten-Takt zwischen Kirchenheim unter Teck und Oberlenningen. presse/artikel/aktuell/region-laesst-verbesserungen-fuer-die-kleine-teckbahn-pruefen/ Die Kleine Teckbahn verkehrt derzeit zwischen Kirchheim unter Teck bis Oberlenningen an allen Wochenstunden im Stundentakt und bedient dabei sieben Haltestellen. Am Mittwoch erteilt der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart grünes Licht für eine Machbarkeitsstudie, die die Umsetzung eines 30-Minuten-Takts untersuchen soll.

Die Kleine Teckbahn wird kontinuierlich verbessert. So wurden in der Vergangenheit bereits die Fahrzeugflotte modernisiert, die Bahnsteige ertüchtigt, der stufenlose Einstieg weiter ausgebaut und die Prüfung alternativer Antriebskonzepte beauftragt. Nun soll das Angebot mit der Erarbeitung eines Konzepts für einen 30-Minuten-Takt weiter verbessert werden. Bereits 2010 wurde hierzu eine Untersuchung erstellt, die auf Kosten in Höhe von elf Millionen Euro kam. Darin bleiben die Kosten für die Signaltechnik mangels belastbarer Kostenschätzung unberücksichtigt. Der aktuelle Stundentakt wird durch den parallelen Busverkehr von Montag bis Freitag annähernd zu einem 30-Minuten-Takt ergänzt. Allerdings verlängert sich die Fahrzeit durch doppelt so viele Halte um bis zu acht Minuten.

In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen geändert. So stellen beispielsweise der Bund und das Land eine Förderung der Baukosten in Höhe von 95,75 Prozent sowie einen Planungskostenzuschuss in Aussicht. Zudem gibt es bereits diverse Modernisierungsvorhaben, die sich positiv auswirken könnten. Hierzu zählt die Digitalisierung der Schienentechnik in der Region im Zuge des Pilotprojekts „Digitale Schiene Deutschland“. Daher soll im Auftrag des Verbands Region Stuttgart eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, deren Oberziel die Entwicklung eines aussichtsreichen Betriebs- und Infrastrukturkonzept für eine Taktverdichtung auf 30 Minuten ist. Zudem sollen weitere Unterziele verfolgt werden. So soll der Antrieb elektrisch erfolgen. Darüber hinaus soll ermittelt werden, welche Vorabmaßnahmen bei laufenden oder geplanten Maßnahmen berücksichtigt werden müssen. Die Taktverbesserung erfordert eine Modernisierung der Leit- und Sicherheitstechnik. Diese ist im Zuge der Digitalisierung des Schienenknoten Stuttgart bereits vorgesehen und soll bis 2030 erfolgen, sodass man von einer Inbetriebnahme im selben Zeitraum ausgeht.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) begrüßte die Prüfung der Stärkung der Kleinen Teckbahn. Er betonte: „Wir brauchen Klarheit über die Verkehrsvolumina, die wir bestellen können.“ Er bat darum, schnell das Gespräch mit den betroffenen Kommunen und Landkreisen zu suchen, da es mit der Angebotsausweitung der Kleinen Teckbahn keinen Parallelverkehr von Bus und Bahn geben könne. Lena Weihofer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) bat darum, das Mögliche bei der Kleinen Teckbahn rauszuholen. Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern im Lenninger Tal hätten gezeigt, dass man dort zum Teil stark unter Straßenlärm leide. „Die Kleine Teckbahn könnte eine Lösung für das Lärmproblem sein und die Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen“, konstatierte sie. Sie bat den künftigen Takt mit dem Schulbeginn abzustimmen. Laut Bernhard Meier (Freie Wähler) habe die Kleine Teckbahn bisher ein Schattendasein geführt, daher sei es gut, die Ausbauperspektiven zu ermitteln. Mit der Untersuchung könne man fundierte politische Entscheidungen treffen. Für ihn sei klar: „Der Verband wird kein Geld in die Hand nehmen, wenn der Bus parallel verkehrt.“ Thomas Leipnitz (SPD) betonte: „Nicht alles, was denkbar ist, ist auch realisierbar.“ Dennoch sei es höchste Zeit, jetzt die Ausbauoptionen zu prüfen, insbesondere angesichts der attraktiven Förderkulisse. Holger Dorn (AfD/FR) zeigte sich skeptisch gegenüber den potenziellen Ergebnissen der Studie. Er plädierte dafür, den Schulverkehr durch Busse abzudecken und nicht als Basis für den Regelverkehr zu nehmen. Laut Armin Serwani (FDP) müsse die Region alles tun, um die Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. Er hoffe, dass das Land die vom Bund großzügig zur Verfügung gestellten Regionalisierungsmittel an die Aufgabenträger weitergibt. Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) kritisierte den vorgesehenen Zeithorizont und betonte die Notwendigkeit von lokalen Konzepten für Zubringer aus den Teilorten.

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news-1109 Thu, 10 Mar 2022 11:42:50 +0100 Verbesserungen im S-Bahn-Verkehr Ausgebauter 15-Minuten-Takt und längere Züge sorgen für Verbesserungen. presse/artikel/aktuell/verbesserungen-im-s-bahn-verkehr/ Bereits in diesem Jahr können sich die S-Bahn-Reisenden über einen 15-Minuten-Takt am Samstag, mehr Langzüge in der Hauptverkehrszeit und ab September über die neue Express-S-Bahn zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen freuen. Zudem hat das Gremium zusätzlichen Ersatzverkehren während der Stammstreckensperrung im Jahr 2022 zugestimmt und sich bereiterklärt, die Kosten zu übernehmen. Die Option zur Schließung der Taktlücken nach Herrenberg stellte das Gremium infrage und hat dazu keine finale Entscheidung getroffen. Somit kann die Maßnahme nicht zum Fahrplanwechsel umgesetzt werden.

Verbesserungen im laufenden Jahr

Bereits im Dezember 2021 konnte die erste Stufe des 15-Minuten-Taktes an Samstag umgesetzt werden. Seitdem fahren alle Linien nachmittags an Samstagen zwischen 13 Uhr und 18 Uhr abschnittsweise im Viertelstundentakt – zusätzlich zum schon länger existenten Viertelstundentakt der S1 und S6 am Vormittag. Die zweite Stufe wird zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 realisiert. Der Viertelstundentakt wird dann an Samstagen von 8.30 Uhr bis 20.30 Uhr auf allen Linienabschnitten angeboten, wo dies montags bis freitags der Fall ist, inklusive der S2 bis Filderstadt.

Ein großer Teil der bestellten 58 Neufahrzeuge soll noch im Lauf diesen Jahres dazu genutzt werden, die Kapazität der heute noch verkehrenden Vollzüge zwischen 6 Uhr und 9 Uhr sowie zwischen 15:30 Uhr und 19 Uhr um 50 Prozent zu erhöhen, indem hier nur noch Langzüge eingesetzt werden.

Ab dem 12. September 2022 werden montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 Uhr und 9 Uhr und zwischen 15:30 Uhr und 19 Uhr insgesamt 13 neue Zugpaare der neuen Express-S-Bahn S62 im Halbstundentakt zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen verkehren. Von Weil der Stadt nach Ditzingen benötigt die S62 nur 16 Minuten anstatt 21 Minuten mit der S6 – bei einem anstatt fünf Zwischenhalten. Es ist Ziel des Vorlaufbetriebs, Erfahrungen zu sammeln, um das Angebot mit fortschreitendem Infrastrukturausbau weiter optimieren zu können.

Zusätzliche Maßnahmen bei Stammstreckensperrung

Die diesjährige Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke findet wieder innerhalb der Sommerferien zwischen dem 30. Juli und dem 11. September statt. Vor dem Ende des Sperrzeitraums wird ein Probebetrieb durchgeführt, damit der Verkehr auf der Stammstrecke am Morgen des 12. Septembers reibungslos aufgenommen werden kann. Einen wesentlichen Beitrag im Ersatzverkehr während der Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke leistet auch die Stadtbahn. Wie im vergangenen Jahr soll die Linie U34 ab ihrem Endpunkt Südheimer Platz in den Hauptverkehrszeiten bis Vaihingen verlängert werden. Der Verband Region Stuttgart beteiligt sich an den Mehrkosten mit einem Zuschuss. Zusätzlich wird die RELEX-Buslinie X60 auf der Teilstrecke zwischen Leonberg und Universität montags bis freitags wieder auf einen Halbstundentakt bzw. einen Viertelstundentakt in den Hauptverkehrszeiten verdichtet. Die zusätzlichen Kosten werden vom Verband Region Stuttgart übernommen.

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news-1108 Thu, 10 Mar 2022 11:40:34 +0100 Region beschließt Maßnahmen, um die Inbetriebnahme der S-Bahn nach Neuhausen in 2027 zu sichern Die Maßnahmen beziehen sich auf die Umsiedlung von Eidechsen, die Baufeldfreimachung, den Grunderwerb und den Baubeschluss. Die frühestmögliche Inbetriebnahme wäre 2027. presse/artikel/aktuell/region-beschliesst-massnahmen-um-die-inbetriebnahme-der-s-bahn-nach-neuhausen-in-2027-zu-sichern/ Da der Planfeststellungsbeschluss noch nicht wie erwartet vorliegt, verzögert sich die Inbetriebnahme der rund vier Kilometern umfassenden S-Bahnstrecke zwischen Filderstadt und Neuhausen auf den Fildern mit Halt in Sielmingen. Um die Auswirkungen daraus so weit wie möglich zu reduzieren hat der Verband Region Stuttgart als Besteller des S-Bahnverkehrs in der Region in der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch Gegensteuerungsmaßnahmen beschlossen.

Vor dem eigentlichen Baubeginn für die Verlängerung der S2 bis nach Neuhausen muss der Planfeststellungsbeschluss, der Förderbescheid und der Baubeschluss der Projektpartner vorliegen. Im Dezember 2021 informierte das Regierungspräsidium die SSB AG – die das Projekt umsetzen wird -, dass der Planfeststellungsbeschluss nicht zum Jahreswechsel 2021/2022 vorliegen wird. Als Grund wurden personelle Umbesetzungen angegeben. Aufgrund von Auflagen des Arten- und Naturschutzes auf den Bauablauf hätte dies zur Folge, dass sich das Vorhaben um ein Jahr verzögern würde, wenn keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Die für die Baufeldfreimachung erforderlichen Baumfällungen und Gebäudeabbrüche können üblicherweise erst erfolgen, wenn geschützte Arten umgesiedelt sind und sichergestellt ist, dass sich keine archäologisch wertvollen Objekte im Baufeld befinden. Für die Umsiedlung schützenswerter Arten gibt es ein sehr begrenztes Zeitfenster. So dürfen Mauer- und Zauneidechsen nur zwischen Ende März und Ende April oder Anfang August bis Ende September umgesiedelt werden. Die bisherige Planung sah vor, 2022 die entsprechenden Zeitfenster zu nutzen. Grundlage dafür wäre aber ein rechtzeitig vorliegender Planfeststellungsbeschluss gewesen. Da Verzögerung der Umsiedlungsmaßnahmen unmittelbar auch Verzögerungen im weiteren Verlauf ergeben, hat die SSB AG gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Gegensteuerungsmaßnahmen entwickelt.

Geplante Gegenmaßnahmen

Konkret handelt es sich um Maßnahmen zur Umsiedlung von Eidechsen, zur Baufeldfreimachung und zur Flächeninanspruchnahme. So stellte die SSB AG im Januar beim Regierungspräsidium einen Antrag, um die Eidechsen im geplanten Zeitfenster umsiedeln zu können. Ergänzend dazu hat der Verkehrsausschuss entschieden, diverse Leistungen vor dem Baubeschluss auszuschreiben und vorzufinanzieren. Konkret handelt es sich um Aufträge zum Gebäudeabbruch, Baumfällungen und Leitungsverlegungen, die der Verband Region Stuttgart mit bis zu zwei Millionen Euro vorfinanziert. Mit diesem Vorgehen soll versucht werden den entstandenen Verzögerungen entgegenzuwirken. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass Verträge zum Grunderwerb, Entschädigungen, Pachtaufhebungen sowie weitere Maßnahmen zur Flächeninanspruchnahme erst nach erfolgten Baubeschluss abgeschlossen werden sollen. Der Verkehrsausschuss hat die SSB AG deshalb jetzt bevollmächtigt, die notwendigen Verträge bereits vor dem eigentlichen Baubeschluss zu fassen. Sofern der Planfeststellungsbeschluss wie vom Regierungspräsidium in Aussicht gestellt spätestens im Juni 2022 erlassen wird und alle beschlossenen Gegenmaßnahmen ihre volle Wirkung entfalten können, ist unter heutigen Gesichtspunkten von einer frühestmöglichen Inbetriebnahme in fünf Jahren auszugehen.

Stimmen aus den Fraktionen

Für Ilona Koch (CDU/ÖDP) seien mehr als zehn Jahre Planungszeit nicht akzeptabel. Sie sieht das Land und den Bund in der Pflicht, die Gesetze zum Artenschutz anzupassen. „Die Regeln, die man zur Beschleunigung der Windkraft erlassen hat, muss man auch bei Schienenprojekte anwenden,“ appellierte sie. Zusätzlich erschwert würde die Situation durch den Fachkräftemangel und die Pandemie. Dennoch stünde das Bekenntnis ihrer Fraktion zu dieser klimafreundlichen Verlängerung. Laut Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) befinde man sich in einer sehr misslichen Lage. Man habe 2013 beschlossen, die Verlängerung 2019 in Betrieb zu nehmen. Seither habe man „nicht eine einzige Schaufel in die Hand genommen.“ Schuld daran seien keine Eidechsen, sondern der Staat. Er befürchte, dass die Gelder die seit 2013 gestiegenen Kosten nicht auffangen könnten. Bernhard Meier (Freie Wähler) war angesichts der Entwicklung beim Projekt sprachlos. Ines Schmidt (SPD) freute sich über die hohe Förderquote, sah sich angesichts der erwarteten Preissteigerung jedoch im „Wechselbad der Gefühle.“ Laut Holger Dorn (AfD/FR) sei das Verhalten des Regierungspräsidiums „unverschämt.“ Für Hans-Dieter Scherer (FDP) sei es unfassbar, dass bei einer Verlängerung von lediglich vier Kilometern seit 2013 nichts passiert sei. Er gehe von einer deutlichen Kostensteigerung aus. Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) betonte: „Wir stehen zu dem Projekt und müssen alles tun, um die Sache zu beschleunigen.“

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news-1107 Thu, 10 Mar 2022 11:38:18 +0100 Region lässt Ausbaumöglichkeiten der Schusterbahn untersuchen Neben Taktverbesserungen sollen Erweiterungsmöglichkeiten über die bestehenden Endpunkte analysiert werden. Verband Region Stuttgart erhält 100.000 Euro Förderung vom Land. presse/artikel/aktuell/region-laesst-ausbaumoeglichkeiten-der-schusterbahn-untersuchen/ Der Verband Region Stuttgart ist seinem Ziel die Schusterbahn (RB 11) weiter auszubauen ein Stück nähergekommen. Für eine Machbarkeitsstudie zu weiteren Verbesserungspotentialen stellt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg 100.000 Euro zur Verfügung.

Im Herbst 2020 hat eine Potentialuntersuchung des baden-württembergischen Verkehrsministeriums der Schusterbahn, die zwischen Untertürkheim und Kornwestheim verkehrt, ein sehr hohes Nachfragepotential bescheinigt. Zur Ermittlung weiterer Verbesserungsmöglichkeiten beauftragt nun der Verband Region Stuttgart eine Machbarkeitsstudie. „Von der Machbarkeitsstudie erhoffen wir uns ein wirtschaftlich aussichtsreiches Gesamtkonzept, um die bestehenden Nachfragepotentiale zu bedienen. Zudem sehen wir Optionen zur Erweiterung der Schusterbahn über die aktuellen Endpunkte hinaus, die konkretisiert werden sollen,“ betonte der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart Thomas S. Bopp.

Denkbare neue Endpunkte wären Esslingen im Osten sowie Bietigheim-Bissingen im Norden. Auch eine temporäre Durchbindung zu einem Vorlaufbetrieb auf der Markgröninger Bahn soll in der Studie berücksichtigt werden. Neben der Erarbeitung des Gesamtkonzepts soll der Fokus auf der Erarbeitung eines kurz nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 umsetzbaren Konzepts liegen. Dieses soll sich auf den Linienweg zwischen Untertürkheim und Ludwigsburg konzentrieren und ohne größere Umbaumaßnahmen umsetzbar sein. Die Studienergebnisse könnten stufenweise umgesetzt werden.

Für das baden-württembergische Verkehrsministerium ist die Reaktivierung von Bahnstrecken ein bedeutsamer Baustein für den Ausbau des Schienenverkehrs.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Uns liegt viel an einem Ausbau der Schusterbahn Sie weist als Tangentialverbindung zwischen Untertürkheim und Kornwestheim hohes Potenzial für neue Fahrgäste auf. Deshalb fördert das Land die Studie mit 100.000 Euro, das sind drei Viertel der Kosten. Für das aus Klimaschutzgründen angestrebte Ziel einer Verdopplung der Fahrgastzahlen im ÖPNV braucht es auch in der Region Stuttgart weitere attraktive Angebote und Verbindungen.“

Die Schusterbahn verkehrt derzeit auf einer 11,5 km langen Strecke mit insgesamt fünf Haltepunkten in der morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeit mit jeweils drei Fahrtenpaaren im Stundentakt. Der Streckenabschnitt ist zusätzlich durch einen regen Güterverkehr geprägt.

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news-1106 Thu, 10 Mar 2022 11:36:02 +0100 Weitere Förderrunde für RegioRadStuttgart-Stationen Verband Region Stuttgart stellt weitere rund 330.000 Euro für 15 RegioRadStuttgart-Stationen zur Verfügung. presse/artikel/aktuell/weitere-foerderrunde-fuer-regioradstuttgart-stationen/ Nach der erfolgreichen Kofinanzierung von bereits 42 RegioRadStuttgart-Stationen in der ganzen Region geht das Förderprogramm „Zwei für eine“ des Verbands Region Stuttgart nun in die vierte Runde. Das hat der Verkehrsausschuss des Verbands in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Als neue RegioRadStuttgart Kommunen werden Korb, Schwaikheim, Weissach, Ehningen und Welzheim/Rudersberg in das regionsweite Netz aufgenommen. In Gerlingen, Leonberg, Böblingen und Stuttgart kommen neue (Gegen-)Stationen hinzu.

Als wichtiger Bestandteil der sechs Maßnahmenpakete zur Unterstützung des regionalen Fahrrad- und Pedelecverleihsystems RegioRadStuttgart hat der Verband im Juni 2020 sein Förderprogramm ins Leben gerufen. Aufgrund der anhaltenden Nachfrage wurden für 2022 weitere Mittel im Haushalt eingestellt. Eine fünfte und letzte Förderrunde in diesem Jahr ist bei einer entsprechenden Interessenslage denkbar.

Hintergrund zum Förderprogramm

Unter dem Ansatz „ergänzen, verdichten, erweitern“ unterstützt das regionale Förderprogramm „Zwei für eine“ des Verbands Region Stuttgart den Ausbau von RegioRadStuttgart, auch in der Fläche. Antragsteller erhalten eine 50%-Förderung der Gesamtkosten bis maximal 50.000€, wenn sie zwei Stationen errichten. Die Kofinanzierung soll das Verleihsystem als niederschwelliges, attraktives und nachhaltiges Mobilitätsangebot in der Region fördern.

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news-1105 Thu, 10 Feb 2022 13:17:31 +0100 Strategieplan 2027 für Tourismus in der Region Stuttgart geht in die Umsetzung Beteiligungsprozess mit über 350 Akteurinnen und Akteuren – neues Markenhandbuch unterstützt einheitlichen Auftritt der Tourismusregion. presse/artikel/aktuell/strategieplan-2027-fuer-tourismus-in-der-region-stuttgart-geht-in-die-umsetzung/ Nach Jahren einer sehr guten Tourismusentwicklung in der Region Stuttgart veränderte die Coronapandemie die Bilanz dramatisch. Die Erstellung einer neuen Tourismusstrategie war vorher bereits in Planung, hat aber eine ganz neue Dringlichkeit und Dynamik erhalten. Im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung am Mittwoch präsentierte Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Stuttgart Marketing GmbH und der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH, die erarbeiteten Eckpunkte für einen nachhaltigen und innovativen Tourismus in der Region.

Der Freizeittourismus soll neben dem Geschäftsreisetourismus als festes Standbein für die Region ausgebaut werden. Noch deutlicher als bisher sollen die Bedürfnisse der Bewohner in ihrem „Lebensraum“ ebenso wie die der Gäste in ihrem „Erlebnisraum“ adressiert werden. „Der Tourismus ist eine Querschnittbranche“, betonte Dellnitz. „Wenn der Tourismus nicht funktioniert, funktioniert auch der Einzelhandel nicht.“ Die Strategie sei hier bereits mit allen Anforderungen von Corona aufgeladen. Und vielleicht hätten auch gar nicht so viele mitgemacht, wenn der Prozess nicht komplett digital abgelaufen wäre, so Dellnitz. Die Strategie zeige „die Ergebnisse von 90 Workshops mit über 350 Teilnehmern und Partnern aus dem Tourismus. Nun gehe es an die eigentliche Arbeit. Das Kernstück: die Marke Tourismusregion Stuttgart. „Nur mit Marke kann man auch strategisch und zielgerichtet in den Markt gehen. Die Region sei deutlich komplexer als andere Produkte, aber sie fordert geradezu auf, sie als Marke zu beschreiben. Wir wollen dabei nicht alles aufzählen, was wir haben, sondern wie man die Region erleben kann“, erläuterte Dellnitz. Ein wichtiges Anliegen dabei sei es, die Angebotsqualität zu steigern. Spannend sei es, diese Werte mit einer Bild- und Textsprache zu füllen. Eine erste Vorschau darauf zeigte Dellnitz in einem filmischen Bilderreigen über die Region. Als konkrete Vorhaben sind bereits ein „Haus des Tourismus“ in Stuttgart geplant sowie eine neue Erlebniskarte ausschließlich für Bewohner der Region, mit der viele Angebote für ein Jahr kostenlos genutzt werden können. Es liege nun an den Kommunen, Kultureinrichtungen und Organisationen, Antworten für sich zu finden und weiter zu entwickeln. „Dazu geben wir ihnen und uns gemeinsam das Handbuch mit dem Strategieplan 2027 sowie das Markenhandbuch als Grundlage“, schloss Dellnitz. Daraus abgeleitet würden weitere Handbücher zur Umsetzung der Strategie.

Stimmen aus den Fraktionen

„Der Film macht Lust auf die Region“, lobte Elke Kreiser (CDU/ÖDP). Jetzt seien die Kommunen dran. Der Strategieprozess sei ein Spagat, allen gerecht zu werden. Am Ende sollten „alle Beteiligten damit gut arbeiten können, die Mittelzentren genauso wie kleine Kommunen auf den Fildern oder im Bottwartal. Dort habe nicht jeder eigene Tourismusmanager und eine eigene Tourismusstrategie. Über 300 Teilnehmer zu erreichen, sei eine tolle Sache. „Wir gehen davon aus, dass Sie vernetzt sind mit unseren Partnern, der SportRegion, der KulturRegion und auch beim Landschaftspark“, adressierte sie Dellnitz direkt. Sie betonte, dass beim Nachhaltigkeitsprozess, der als solcher nicht explizit im Strategiepapier aufgeführt sei, noch nachgearbeitet werden müsse.

Laut Sabine Kober (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) wurde „die Arbeit, die lange Zeit in Anspruch genommen hat, zu einem guten Ende geführt.“  Sie hoffe, dass Ergebnisse zu einer großen Resonanz führen. Kober kritisierte: „Unserer Fraktion ist dieser Plan in einigen Punkten zu kurz geraten. Bei der IBA wäre eine wunderbare Verknüpfung mit der Nachhaltigkeit möglich gewesen. Dieser Punkt sei zu stiefmütterlich behandelt, ebenso wie der Sport. Auch die KulturRegion mit ihrem Festival wäre ein guter Aufhänger gewesen. Der Filmausschnitt zeige die Region einseitig, „zu hell, sauber“. Ihr fehle die Subkultur, hier müsse noch ergänzt werden. „Wir wünschen uns alle, dass dieser Plan ein großer Erfolg wird und wir an frühere Zeiten anknüpfen können“, betonte Kober.

Gerd Maisch (Freie Wähler) erklärte: „Pläne und ihre Schlagworte haben das Risiko, dass es schwierig wird, wenn es an die Umsetzung geht, weil der Plan zu aufgesetzt ist.“ Doch dieser Tourismus-Plan sei mit allen Beteiligten zusammen entwickelt worden, nicht nur von der Geschäftsstelle der Tourismusregion.  Dies sei das Pfund, mit dem man bei diesem Strategieplan wuchern könne. „Der Plan zeigt die Vielfalt der Region. Damit sind wir gut vorbereitet auf die kommende Zeit nach Corona. Mit dem gemeinsamen Wollen der Kommunen und der anderen Partner wird die Umsetzung auch gelingen.“ Der Tourismus in der Region habe noch große Potenziale.

„Der Plan ist mit Weitblick aufgestellt“, zeigte sich Siglinde Lohrmann (SPD) zufrieden. Jetzt müsse er mit Leben gefüllt werden. „Lebendig, wegweisend und kulturell“ – für sie würden diese Schlagworte bereits wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit beinhalten. „Wir sind derzeit an einem Tiefpunkt angelangt, aber das ist auch die Chance, die Region neu zu entdecken“, so Lohrmann, etwa „Plätze zu erkunden, die bisher nicht so wichtig erschienen sind.“ Man habe nun das Grundgerüst, auf das man aufbauen könne. Wichtig sei es, den Strategieplan noch mehr an die Region anzubinden. Damit könne er für die Region etwas Nachhaltiges bringen, hoffte Lohrmann. 

Volker Weil (FDP) lobte: „Der Plan nimmt die Bevölkerung mit, wirkt nach innen, nach außen, nicht nur high Level, sondern auch in den Details, wie er umgesetzt werden soll. Das Markenhandbuch gefällt mir auch gut.“ Der Plan sei jedoch zu stark auf das Thema Vielfalt ausgerichtet. Für Bewohner mache dies die Region lebenswert. Als Tourist sei Vielfalt aber nicht unbedingt ein Grund, in die Region zu kommen. „Mir fehlt das Alleinstellungsmerkmal, zum Beispiel über den Wein oder die IBA“, erläuterte Weil.  Man müsse aufpassen, dass die Stadt Stuttgart nicht zu schlecht wegkomme und auch die Subkultur berücksichtigt werde.

Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) erklärte: „Gut finden wir den Stellenwert der Kultur und, dass wir vom Automobil und dessen Geschichte wegkommen. Eine Marke ist eine Aura und Seele der Region, die man spürt.“ Jedoch verwiesen die Bilder zu stark auf die Landeshauptstadt und darauf, „dass man entspannt weltstädtisch“ sein wolle. Doch das wahre Alleinstellungsmerkmal sei die einzigartige Häufung von Dichtern und Denkern, von Museen und Gedenkstätten, und vielen Städten mit tollen Sammlungen, „selbstbewusste Städte mit eigener kultureller Tradition.“ Rauscher weiter: „56 Prozent der Übernachtungen finden in der Region statt. Deswegen muss man sich einen stärkeren Gang in die Region überlegen.“

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news-1104 Thu, 10 Feb 2022 13:14:22 +0100 Pandemie trifft Hotellerie und Gastronomie in der Region Stuttgart besonders stark Pandemiebedingte Schließungen führten zu starker Abwanderung von Beschäftigten in andere Branchen. Öffnungsphasen können finanzielle Ausfälle nicht kompensieren. presse/artikel/aktuell/pandemie-trifft-hotellerie-und-gastronomie-in-der-region-stuttgart-besonders-stark/ Die Coronapandemie hat die Gastronomie und Hotellerie in der Region Stuttgart stärker getroffen als andere Teile Baden-Württembergs. Die langen Lockdowns haben bei vielen Unternehmen die Reserven aufgebraucht und die Verschuldung erhöht. Im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart berichtete Jochen Alber, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Baden-Württemberg über die aktuelle Situation und Aktivitäten.

„Corona hat deutlich gezeigt, was gute Gastronomie wert ist und was fehlt, wenn diese nicht geöffnet ist: Lebensqualität und Charme in den Innenstädten. Wer keine wirtschaftlich und kulturell toten Innenstädte will, braucht gute Gastronomie“, so Alber. Er appellierte in diesem Zusammenhang an die Ausschussmitglieder, Themen wie etwa längere Öffnungszeiten, mehr Optionen für Gastronomie im öffentlichen Raum oder Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende, mit in ihre Kommunen und Landkreise zu nehmen.

Hotellerie, Gastronomie und Tourismus sind ein oft unterschätzter Wirtschaftsfaktor. So erwirtschafteten 30.874 steuerpflichtige Betriebe in Baden-Württemberg fast 13 Milliarden Euro. Pandemiebedingt sind 2020 die Umsätze um 38,7 Prozent gesunken. Seit Beginn der Pandemie bis heute kann von einem Verlust in Höhe von zwölf Milliarden ausgegangen werden, was nahezu einem Jahresumsatz entspricht. Die Hilfsprogramme in Höhe von drei Milliarden Euro können dies nicht kompensieren. Im Beherbergungsbereich sind die Umsätze um 45,6 Prozent gesunken, in der Gastronomie um 35 Prozent. 2021 brachte leichte Verbesserungen mit sich, allerdings konnte noch immer nicht das Niveau vor der Pandemie erreicht werden. Der Geschäftstourismus (Messen, Kongresse, Unternehmenstermine und dienstliche Reisen) spielt in der Region Stuttgart eine sehr wichtige Rolle. Viele dieser dienstlichen Termine konnten in den vergangenen zwei Jahren nicht stattfinden. Dadurch gab es in der Hotellerie 2020 einen Rückgang der Übernachtungen um 45,6 Prozent. Auch der überdurchschnittliche Rückgang des Anteils internationaler Gäste (2020, -62,1 Prozent) wirkte sich hier spürbar aus.

Mit Rückgang der Gästezahlen ist auch die Zahl der Beschäftigten in diesen Branchen gesunken. Pandemiebedingte Schließungen haben die Abwanderung in andere Branchen begünstigt. Von 2019 auf 2020 kam es zu einem Rückgang um 17 Prozent (Beherbergungen -15,7 Prozent, Gastronomie -17,5 Prozent). Von Januar bis Oktober 2021 setze sich dieser Trend fort, sodass es einen weiteren Rückgang um 13,9 Prozent gab. (Beherbergungen -11,3 Prozent, Gastronomie -14,9 Prozent). Durch zwischenzeitliche Öffnungsphasen konnten Betriebe mit Außengastronomie teilweise bessere Zahlen als in Vergleichszeiträumen vor der Pandemie erwirtschaften, jedoch unter dem Strich die Ausfälle nicht kompensieren. Die Pandemie wirke wie ein Brennglas für Themen wie Fachkräftemangel und die damit verbundenen Stichworte Ausbildung/Lohn- und Gehaltsgefüge/Arbeitszeit- und Wohnsituation, so Alber. Neben bereits bestehenden Bausteinen wie Akademie und Internat des Gastgewerbes in Bad Überkingen intensivierte der DEHOGA in dieser Zeit seine Aktivitäten zur Unterstützung der Mitgliedsbetriebe laut Alber u.a. durch spezielle Ausbildungsbörsen und vermehrte Betreuung von Betrieben. Zudem wurden gemeinsam mit dem Land Aktionen und Kampagnen wie „WIR GASTFREUNDE“ oder das Gastromobil ins Leben gerufen, die sowohl potenzielle Auszubildende als auch Unternehmen ansprechen und unterstützen.

Stimmen aus den Fraktionen

„Wir wissen, was wir an der Gastronomie haben und wissen auch um die Bedeutung für die Sicherheitsstruktur in den Städten“, betonte Andreas Hesky (Freie Wähler). Daher sei es seiner Fraktion wichtig gewesen, die Gastronomie als eine wichtige Säule im Leben der Städte in den Mittelpunkt zu rücken. Hesky bat darum, sich um konkrete Maßnahmen Gedanken zu machen, „mit denen der Verband Region Stuttgart der Gastronomie einen Schub geben kann.“ Diese sollen gemeinsam mit dem DEHOGA und lokalen Akteuren erarbeitet werden.

Auch Andreas Koch (CDU/ÖDP) bekräftigte die Bedeutung der Gastronomie. „Es geht um Lebensqualität und darum, dass sich sowohl Bewohner als auch Touristen in der Region wohlfühlen.“ Das betreffe auch die Innenstädte insgesamt und die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in der Region. Koch bezeichnete die Gastronomie und Hotellerie als Verlierer der Pandemie. „Vor allem die Folgewirkungen wie Personalmangel werden die Branche noch lange Zeit beschäftigen.“ Koch bewertete es als zentral, nun nicht an Qualität zu verlieren: „Wir wollen eine Genussregion sein, dann dürfen die Produkte nicht von der Stange kommen.“

Einige Betriebe seien besser als andere durch die Pandemie gekommen, so Sabine Kober (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). „Wenn man näher hinschaut, sind dies Betriebe mit einem ausgezeichneten Verhältnis zu ihrer Belegschaft – das ist einer der Knackpunkte.“ Aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen hätten die Arbeitsplätze der Branche nicht den besten Ruf. „Dies muss erkannt und angegangen werden, zum Beispiel in der DEHOGA-Akademie. Dann kann die Krise gemeistert werden“, konstatierte Kober. Ohne Gastronomie und Hotellerie sei auch der Tourismus nichts.

Dr. Jürgen Zieger (SPD) sah es als unbestritten an, dass der Bereich Gastronomie und Gastwirtschaft zu den gebeutelten Branchen gehöre. „Corona ist aber auch ein Brennglas, unter dem die Branchenprobleme noch einmal deutlich werden, die bisher nicht angegangen wurden“, war Zieger überzeugt. Diese Merkmale wie Arbeitszeiten, Bezahlung und Fachkräftemangel seien nicht pandemiebedingt. Die Branche müsse sich daher selbst reformieren.

Für Volker Weil (FDP) war es „befremdlich, einer Branche, die bis zum Anfang der Pandemie geboomt hat und in der jetzt viele Mitglieder um die Existenz bangen, die Schuld selbst in die Schuhe zu schieben.“ Mit Vorwürfen über die Arbeitsbedingungen solle man daher zurückhaltend sein. „Wir sollten uns überlegen, was wir tun können, um die Rahmenbedingungen in der Region zu setzen“, schloss Weil.

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news-1103 Thu, 03 Feb 2022 09:59:48 +0100 Aktuelle P+R-Situation in der Region Die Anzahl der geförderten P+R-Parkplätze in der Region wächst stetig. Durch den Ausbau des ÖPNV-Angebots und damit verbundenen steigenden Fahrgastzahlen erwartet die Region in den nächsten Jahren insgesamt eine erhöhte Nachfrage. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1103&cHash=bcc7fd7e25f3c50a8b35b677c8a33299 Der Verband Region Stuttgart hat sich zum Ziel gesetzt, das bestehende P+R-Angebot in der Region langfristig zu sichern und darüber hinaus die Anzahl der Plätze zu steigern. So soll für Pendelnde ein ideales Angebot geschaffen werden, um möglichst wohnortnah auf den ÖPNV umsteigen zu können. Über den aktuellen Stand des P+R-Konzeptes, die Förderrunden für P+R-Parkplätze sowie mögliche technische Neuerungen, wurde der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart in seiner Sitzung vom Mittwoch informiert.

Ergebnisse der ersten Förderrunden

Aufgrund der ersten beiden Runden der regionalen P+R-Förderung, die im Jahr 2018 und 2019 vom Verkehrsausschuss beschlossen wurden, geht die Region aktuell davon aus, 3.400 bestehende Stellplätze in die regionale P+R-Konzeption einzubringen und rund 680 Stellplätze neu zu schaffen. Bislang wurden davon 3.210 bestehende Stellplätze an 15 Haltestellen in der Region für die nächsten 20 Jahre gesichert. Die Vereinbarungen mit Ditzingen und Kirchheim am Neckar über insgesamt 188 Bestandsstellplätze stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Diese Stellplätze werden künftig nach regionalen Leitlinien betrieben. Von den 680 neuen Stellplätzen sind bislang 466 in neuen Parkhäusern in Vaihingen (Enz) und Waiblingen umgesetzt worden.

Ursprünglich hat der Verkehrsausschuss einen Finanzierungsbeitrag zum Betrieb von 4.535 bestehenden Stellplätzen und den Bau von 1.676 zusätzlichen Stellplätzen beschlossen. Wegen veränderter Konzeptionen, dem Rückzug einiger Kommunen und der Abhängigkeit von anderen Projekten in den Kommunen vor Ort wird das anvisierte Ziel der ersten beiden Förderrunden nicht erreicht.

Unter anderem verzögert sich der Abschluss der Kooperationsvereinbarung über die kommunalen Stellplätze am Standort Marbach, da die Konzeption über die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes aussteht. In Schwaikheim fehlt noch ein Gremienbeschluss über eine Teilnahme an der regionalen P+R-Förderung. In Wendlingen hat sich die Zahl von ursprünglich 150 zusätzlichen Stellplätzen auf 42 verringert. Im Westen von Ludwigsburg sollten 400 P+R-Stellplätze im Zusammenhang mit einer neuen Mobilitätsdrehscheibe an einer neuen Schienenhaltestelle entstehen. Die Stadt verfolgt die Pläne aus finanziellen Gründen zunächst nicht weiter. In Weinstadt wurde der Bau eines P+R-Parkhauses an der Station Stetten-Beinstein wegen der unsicheren Haushaltslage der Stadt zurückgestellt. In Gäufelden verzögert sich die Umsetzung des Vorhabens wegen der anstehenden Gesamtsanierung des Bahnhofs. Die Stadt Backnang geht für die Errichtung eines neuen Parkhauses am Bahnhof nicht mehr von einer Realisierung vor 2025 aus. Die geplante Erweiterung der P+R-Anlage an der S-Bahn-Haltestelle Maubach wird nicht realisiert. Die Stadt Herrenberg hat die Pläne für die Aufstockung eines bestehenden Parkhauses wegen der enorm gestiegenen Kosten verworfen.

Dritte Förderrunde

Trotz der Unsicherheiten ist es gelungen, Interessenten für eine weitere Förderrunde zu gewinnen. Mit sechs Kommunen könnten Fördervereinbarungen über rund 200 Bestandsstellplätze und knapp 800 zusätzliche Stellplätze abgeschlossen werden. Zu der Vereinbarung gehört unter anderem die Einnahmegarantie von 180 Euro im Jahr je Bestandstellplatz und bis zu 4.500 Euro Förderung für einen zusätzlichen Stellplatz. In der Sitzung vom Mittwoch hat der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung die Geschäftsstelle beauftragt mit diesen Kommunen weitergehende Verträge zu schließen.

Dazu gehört Nürtingen mit geplanten rund 400 neuen P+R-Stellplätzen. Die Stadt Schorndorf hat beim Bau eines neuen Parkhauses rund 190 neue P+R-Stellplätze im Blick. In Kirchheim am Neckar sollen etwa 100 zusätzliche Abstellmöglichkeiten entstehen. In Remseck am Neckar soll die Anlage an der Stadtbahnhaltestelle Aldingen um ebenfalls 100 Stellplätze aufgestockt werden.  Mit Uhingen könnte die erste P+R-Anlage im Landkreis Göppingen von der regionalen P+R-Förderung profitieren. Die Anlage hat 125 Bestandstellplätze. Die Stellplätze würden durch die regionale Förderung gebührenfrei bleiben. An der Regionalzughaltestelle Sulzbach an der Murr stehen 75 P+R-Stellplätze zur Verfügung. Mit der Aufnahme in die regionale P+R-Förderung würden die Stellplätze für Nutzerinnen und Nutzer kostenfrei.

Der Verband Region Stuttgart erwartet auf Grund der anstehenden Verbesserungen im ÖPNV, wie der Verlängerung der S-Bahn nach Neuhausen, der Ausweitung des 15- Minuten-Takts und den deutlich mehr fahrgastfreundlichen Direktverbindungen durch die Inbetriebnahme von Stuttgart 21, einen stark steigenden Bedarf an P+R-Stellplätzen. Eine Anzahl von rund 25.000 P+R-Stellplätzen könnte realistisch sein. Diesem Bedarf stehen jedoch auch künftig Hindernisse sowohl beim Erhalt als auch beim Ausbau der P+R-Anlagen gegenüber. Die P+R-Flächen stehen in Konkurrenz mit städtebaulichen Entwicklungen rund um die Bahnhöfe und für die Kommunen bedeuten sie einen hohen finanziellen Eigenanteil.

Technische Neuerungen

Im Rahmen des Förderprojekts Regionale Mobilitätsplattform wurde die P+R-Anlage in Bondorf mit einer Echtzeitbelegungserfassung ausgestattet, deren Ergebnisse im Mobilitätsdatenmarktplatz (MDM) des Bundes als Open-Data veröffentlicht werden. Ziel ist es, auf P+R durch die Angabe verfügbarer Stellplätze hinzuweisen, dabei Parksuchverkehr zu vermeiden und Empfehlungen zum Umstieg im regionalen Verkehrsmanagement geben zu können. Als weitere Anlagen sollen Neustadt-Hohenacker und der P+R-Parkplatz in Kirchheim am Neckar folgen. Zudem wurde die potenzielle Ausstattung von P+R mit Fotovoltaikanlage näher betrachtet. Aufgrund ohnehin schon hoher Baukosten, geringer Fahrdistanzen zwischen Wohnort und P+R Anlage und somit auch geringen Bedarf wird diese Option derzeit nicht weiterverfolgt.

Für Helmut Noë (CDU/ÖDP) sei P+R eine „Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen kann.“ Hier habe man bedarfsgerecht gehandelt und dort P+R-Anlagen geschaffen, wo sie gebraucht würden, außerhalb der Zentren. Fotovoltaikanlagen bzw. Lademöglichkeiten für Elektroautos mit P+R zu verknüpfen sei für ihn ein Zukunftsthema, da es momentan noch nicht so viele Elektroautos gebe. Hier stelle sich die Frage, ob man den erzeugten Strom nicht anders nutzen könnte z.B. für die S-Bahn. Dies sei praktizierter Klimaschutz. Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte, dass P+R keine Globallösung sei, aber ein Baustein, um die Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Das Land beabsichtige eine Pflicht einzuführen, wonach auf jeder neuen Fläche, Flächen für erneuerbare Energie vorgehalten werden müssten. Mittelfristig könnte er sich vorstellen, dass es auch für Altanlagen gelte. Welche positiven Wirkungen P+R entwickeln könne zeige laut Rainer Gessler (Freie Wähler) die Anlage in Vaihingen an der Enz. Hier habe sich ein regelrechter „Abstellmagnet“ entwickelt. Mit der Echtzeitbelegung böte man in Zukunft noch mehr Service und hätte Daten für eine bedarfsgerechte Planung. Michael Makurath (SPD) sei nicht überrascht, dass nicht alle Maßnahmen umsetzt werden konnten. Bahnhofsflächen seien aufgrund der Nutzerzahlen der Bahn zu interessanten Flächen geworden. Hier sollte man die Chancen nutzen und beispielsweise geplante Parkhausneubaten bei der Entwicklung von P+R unterstützen. Bei digitalen Echtzeitinformationen zur Auslastung stünde man am Anfang, hier wünschte er sich mehr Ehrgeiz. Joachim Hülscher (AfD) sah die zunehmende Flächenkonkurrenz im Bahnhofsumfeld kritisch. Hier bräuchte man in Zukunft intelligente Lösungen und Stapelmöglichkeiten um Wohnen, Gewerbe und P+R zu vereinen. In Bezug auf Lademöglichkeiten auf P+R Anlage bat er nicht über das Ziel hinaus zu schießen, da die Autos zu Hause geladen würden. Gabriele Heise (FDP) betonte, dass man langfristig an P+R-Plätzen und außerhalb eine Ladeinfrastruktur bräuchte. Diese sei zumindest künftig bei Neubauten verpflichtend. Ihrer Meinung nach werde es ein Drahtseilakt dafür zu sorgen, dass P+R-Flächen und der Bedarf an Wohnraum- und Gewerbeflächen sich nicht gegenseitig blockieren. Für Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) ist P+R eine Möglichkeit Menschen zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen. Er bat beim Bau neuer Anlagen darauf zu achten, dass eine einfache Nachrüstung mit Lademöglichkeiten berücksichtigt werde.

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news-1102 Thu, 03 Feb 2022 09:57:44 +0100 Optimierungen im Ersatzverkehr während der Stammstreckensperrung 2022 Mit Schmiermittel soll sichergestellt werden, dass bei der kommenden Stammstreckensperrung die Züge über die Panoramabahn fahren können. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1102&cHash=aae714d07ee99641803c647c4e9b5025 Während einer routinemäßigen Überprüfung wurde, während der Stammstreckensperrung im Sommer 2021, bei zahlreichen S-Bahn-Fahrzeugen ein erhöhter Verschleiß an den Rädern festgestellt. Da dies mit der Nutzung der Panoramabahn in Verbindung gebracht wurde, wurde von der S-Bahn Stuttgart dieser Verkehr sofort eingestellt und näher beleuchtet. Die Ergebnisse der Untersuchung und die Lehren für die kommenden Stammstreckensperrung im Sommer 2022 wurden am Mittwoch im regionalen Verkehrsausschuss vorgestellt. Beantragt hatten dies BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, FDP und DIE LINKE/PIRAT.

In den Sommerferien 2021 musste die Stammstrecke erstmals für einen sechswöchigen Zeitraum außer Betrieb genommen werden. Dies machte einen umfassenden Ersatzverkehr und die Umleitung der Züge zwischen Hauptbahnhof und Stuttgart Vaihingen über die sogenannte Panoramabahn nötig. Die Untersuchung der DB Systemtechnik stellte fest, dass es durch die intensive Nutzung der bogenreichen Panoramabahn zu einem erhöhten Verschleiß an den Rädern der Baureihe 423/ 430 zwischen Stuttgart West und Dachswald kommt. „Wir haben die Wendeschleife der S-Bahn an der Schwabstraße als eine Blaupause identifiziert. Schmierfette halten die Reibung von Schienen und den Rädern der S-Bahn-Fahrzeuge auch in engen Kurvenradien auf Normalniveau. Die Deutsche Bahn ist deshalb zuversichtlich, dass wir während der Sperrung der Stammstrecke in den diesjährigen Sommerferien das Betriebskonzept mit den drei S-Bahn-Linien über die Panoramastrecke durchgängig fahren können“, berichtet Rüdiger Weiß, Leiter Betrieb, Fahrplan, Vertrieb der DB Netz AG für die Region Südwest im Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart. Solche Maßnahmen sind nicht ungewöhnlich, sodass beispielsweise die Wendeschleife in der Schwabstraße über eine solche Anlage verfügt. Bei der S-Bahn Rhein-Ruhr wurde ähnliche Probleme bei Zügen der Firma Abellio ebenfalls auf diese Weise behoben. „Unsere Fahrgäste haben während der Sperrung der Stammstrecke im vergangenen Jahr das geänderte Fahrplanangebot der S-Bahn einschließlich der Busse sehr gut angenommen. Das ursprüngliche Konzept mit den drei S-Bahn-Linien über die Panoramabahn hat mit einer Pünktlichkeit von bis zu 99 Prozent zuverlässig funktioniert. Insofern werden wir auch in den kommenden Sommerferien dafür sorgen, dass die Menschen in der Region trotz Baustelle auf der Stammstrecke mobil bleiben“, sagte Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart. Während der Sperrungen, die voraussichtlich bis 2025 erforderlich sind, wird neben der Modernisierung der Haltestellen auch wird auch die Technik instandgesetzt und digitalisiert.

Stimmen aus den Fraktionen

Helmut Noë (CDU/ÖDP) hielt es für wichtig, dass nach 40 Jahren die Instandsetzung der S-Bahn endlich angegangen werde. Er stellte jedoch klar: „Wir haben immer mehr Verkehr bestellt, dadurch werden die Zeitfenster für Instandsetzungsmaßnahmen immer enger, sodass es nur im Rahmen einer längeren Sperrung geht.“ Klar sei zudem, dass der Austausch der Technik und der Einbau der digitalen Technik über das normale Maß hinausgingen, sodass mehrere Sperrungen notwendig seien. Anfängliche Probleme hätte man in den Griff bekommen, was besser werden müsse, sei die Fahrgastinformation. Zudem bat er sich bei den kommenden Sperrungen mit der SSB abzustimmen, um parallele Baumaßnahmen möglichst zu verringern. Philipp Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte die Rolle der Region als wirtschaftliches und kulturelles Herz des Landes und Wohnort für 2,8 Millionen Menschen. „Wir brauchen eine Infrastruktur, die ebenbürtig ist und den Menschen einen zuverlässigen Verkehr bietet.“ Die vorgestellte Planung ließe an der Zuverlässigkeit zweifeln. Er habe kein Verständnis für die Durchführung der Maßnahmen, da es möglich sein müsste mit Wochenendbaustellen auszukommen. Auch dafür, dass frühere Schmieranlagen außer Betrieb genommen und nicht ersetzt wurden fehle ihm das Verständnis. Er appellierte eindringlich die Maßnahmen zu beschleunigen und eine Sperrung 2025 verhindern, da in dieser Zeit auch die Stadtbahn erneuert würde und die Panoramabahn nicht zur Verfügung stünde.

Bernhard Maier (Freie Wähler) appellierte bei der Stammstreckensperrung und die Verschleißthematik nicht ins „Bahn-bashing“ zu verfallen.  Klar sei, dass die Panoramabahn Gegenstand der Zukunftskonzepts für den Schienenknoten sei. Er hoffe deswegen auf baldmögliche Informationen für welchen Verkehr die Panoramabahn auch in Zukunft genutzt werden könne. Thomas Leipnitz (SPD) haben die vorgestellten Erkenntnisse nicht überrascht. Bei Baumaßnahmen müsse man aber die Kirche im Dorf lassen. „Wir brauchen eine leistungsfähige Infrastruktur, aber ohne Sperrung geht es nicht.“ Für ihn sei die zentrale Frage wie es mit dem Nordhalt aussehe. Für Joachim Hülscher (AfD) sei wichtig, dass rund um die Uhr gearbeitet würde, auch an Wochenenden. Er sei weit entfernt vom Bahn-bashing, appellierte jedoch die Arbeiten zu beschleunigen und eine Sperrung 2025 zu verhindern. Hans-Dieter Scheerer (FDP) betonte die Bedeutung der Panoramabahn als Ersatz für die Stammstrecke. Seine Fraktion befürworte seit Jahren eine zweite Stammstrecke, da diese nicht komme, müsse man die Panoramabahn ertüchtigen. „Ich hoffe, dass die Schmiermittel und Öle nicht ausgehen“, konstatierte er. Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) sei erschüttert, dass es früher Schmiermittelanlagen gab, die jetzt verschwunden seien. Er appellierte bei der nächsten Sperrung neben der Verschleißthematik auch die Fahrgastinformation und Beschilderung in den Griff zu bekommen.

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news-1101 Thu, 27 Jan 2022 10:58:57 +0100 Kleines Angebot an großen Flächen Der Verband Region Stuttgart hat über 600 Flächen innerhalb und außerhalb des Siedlungsbestands untersucht. Große Flächen für den wirtschaftlichen Strukturwandel stehen zeitnah nicht zur Verfügung. presse/artikel/aktuell/kleines-angebot-an-grossen-flaechen/ Die Sicherung der Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit der Region ist eine Kernaufgabe des Verbands Region Stuttgart. Erforderlich sind hierfür, neben zahlreichen anderen Aspekten, geeignete Flächen, auf denen sich ansässige Unternehmen weiterentwickeln und neue angesiedelt werden können. Eine Untersuchung des Verbands, die am Mittwoch im regionalen Planungsausschuss vorgestellt wurde, bestätigt das von der Region mehrfach thematisierte Defizit an größeren baureifen Flächen.

Auf den ersten Blick besteht ein erhebliches Flächenpotenzial. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die meisten Flächen relativ klein und somit für industrielle Nutzungen nicht geeignet sind. Auf den wenigen großen Flächen fehlt es an Baurecht und auch die Bodenordnung steht noch aus. Für eine kurzfristige Bebauung kommen sie damit nicht in Betracht. Für einen Standort, dessen zentraler Wirtschaftssektor mit der Automobilindustrie einen tiefgehenden Strukturwandel durchläuft, ist das eine ungünstige Situation: Für Investitionen in zukunftsfähige Antriebssysteme oder neue Technologien finden sich derzeit keine geeigneten Bauplätze. „Die Ergebnisse zeigen einen dringenden Handlungsbedarf. Wenn die Region auch in Zukunft ihren Wohlstand und Innovationskraft sichern will, müssen jetzt geeignete Standort so entwickelt werden, dass für wichtige Vorhaben konkrete Angebote zur Verfügung stehen,“ betonte Thomas Kiwitt, Leitender Technischer Direktor des Verbands Region Stuttgart.

Vorgehen und Parameter der Untersuchung

Die regionsweite Analyse basiert auf Flächen, die im Regionalplan oder den Bauleitplänen der Gemeinde für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen sind, sowie auf der Auswertung aktueller Luftbilder. Neben neu geplanten Flächen wurden auch Baulücken im Siedlungsbestand ab einer Größe von 0,5 Hektar berücksichtigt. Für eine weitergehende Beurteilung der Eignung wurden immissionsschutzrechtliche Einschränkungen, die Geländesituation, Hochwassergefahren, oder der Flächenzuschnitt herangezogen. Die eigentumsrechtliche Situation, und damit auch die Verkaufsbereitschaft der Eigentümer, konnte hingegen nicht berücksichtigt werden.

Flächenpotenziale innerhalb des Siedlungsbestands

Schon aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen genießt die Nutzung von Baulücken Vorrang vor der Inanspruchnahme von Freiflächen. Innerhalb des Siedlungsbestands wurden 343 Flächen mit einer Mindestgröße von 0,5 ha untersucht. Nach dem Ausscheiden von unbebauten, aber für betriebliche Zwecke (z.B. Lager- und Parkflächen) benötigten Arealen ergab sich ein Potential von 206 ha auf insgesamt 169 Einzelflächen.  90 Prozent dieser Flächen sind allerdings kleiner als zwei Hektar und kommen somit für großflächige Vorhaben nicht in Betracht. Insgesamt können damit die zur Begleitung des wirtschaftlichen Strukturwandels erforderlichen Flächen innerhalb der bereits bebauten Areale nicht in ausreichendem Umfang angeboten werden.

Flächenpotenziale außerhalb des Siedlungsbestands – keine Angebote ab 20 ha

Auf 211 Flächen sind insgesamt knapp 1.000 ha für Gewerbliche Zwecke in den unterschiedlichen Planwerken auf regionaler und gemeindlicher Ebene gesichert. In planerischer Hinsicht ist damit eine ausreichende Vorsorge getroffen. Deutlich geringer fällt allerdings die Bilanz hinsichtlich der tatsächlich baureifen Flächen aus: 216 ha auf 71 Flächen verfügen über einen entsprechenden Bebauungsplan und können damit relativ schnell bebaut werden. Dabei sind 59 (bzw. 85%) dieser Flächen kleiner als 5 ha, lediglich vier Flächen finden sich in der Größenordnung zwischen 10 und 20 ha. Größere baureife Angebote gibt es in der Region nicht. Damit wird ein Segment nicht bedient, das für die Begleitung des Strukturwandels durch Realisierung neuer Anlagen und damit verbundener Arbeitsplätze von besonderer Bedeutung wäre. Zahlreiche Wirtschaftsstandorte in Deutschland und Europa verfügen hingegen über ein entsprechendes Flächenportfolio und können dementsprechend konkrete Bauplätze für Zukunftsinvestitionen anbieten.

Umwandlung von Flächen und Mischflächen

Untersucht wurde zudem die Umwandlung von Gewerbegebieten zu Misch- und Wohngebieten. Hier zeigte sich, dass 120 ha ehemaliger Gewerbegebiete planungsrechtlich in Misch- (90 ha) und Wohngebiete (30 ha) umgewandelt wurden. Für eine „robuste“ gewerbliche Nutzung mit entsprechenden Immissionsbelastungen stehen diese Gebiete damit nicht mehr zur Verfügung.

Stimmen der Fraktionen

Roland Schmid (CDU/ÖDP) lobte, dass man mit der Untersuchung Fakten auf dem Tisch habe. Seine Fraktion mache sich schon seit langem Sorgen, weil Bestandunternehmen mangels Flächen die Gemeinden in der Region verlassen. „Manch einer würde sagen die Natur habe gewonnen, andere hingegen der Mensch habe verloren, da damit auch der Arbeitsplatz, die Wirtschaftskraft und der Wohlstand gehen.“ Insgesamt habe man kein Angebot für größere Ansiedlungen, kein Angebot für internationalen Wettbewerb und kein Angebot für den Strukturwandel. Allein auf Innenentwicklung zu setzten sei falsch. Deswegen müsse man das Thema aktiv angehen, denn mit Bedenken komme man nicht voran.

Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und ihre Fraktion wollten hingegen stark auf Innenentwicklung setzen. „Durch andere Organisation innerhalb der bestehenden Flächen bekommen auch große Unternehmen im Bestand viel unter“, betonte sie. Im Zusammenhang mit der Transformation stelle sich für sie die Frage, wie diese aussehen wird. Werden es weiterhin Gebiete mit 24-Stundenbetrieb und entsprechender Lautstärke sein, oder ganz anders? Als Beispiel nannte sie emissionsarme Bereich wie Künstliche Intelligenz oder Medizintechnik. Laut Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) habe die Untersuchung gezeigt, dass es keine wundersame Flächenvermehrung gebe. „Zeitnahe Flächen sind und bleiben eine Illusion.“ Die Eigentumsfrage käme noch erschwerend hinzu. Für Regina Traub (SPD) haben die Zahlen belegt, dass es unumgänglich sei in den Außenbereich zu gehen. Jetzt stelle sich de Frage wie man dies den Bürgern erklären könne und mit ihnen umgeht. Joachim Hülscher (AfD) sah in der Untersuchung den Beleg dafür, dass man in der Region keine schnelle Reaktionsmöglichkeit habe. „Ich bin gespannt, wie wir das beheben können.“

„Wir sind ein Industriestandort“, betonte Gabriele Heise (FDP). Alles was man sich hier leisten könne und zahlreiche Sozialleistungen der Kommunen gebe es nur deswegen. Deswegen müssen man auch entsprechend handeln. Für Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT) sei Strukturwandel auch kleinteilig möglich, ohne auf Grünzüge zurückzugreifen. Er betonte: „Wir geben den Grünzug nicht frei.“

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news-1100 Thu, 27 Jan 2022 10:55:31 +0100 Region vergibt über zwei Millionen Euro für Maßnahmen zur Aufwertung der Landschaft Kofinanzierungsprogramm zum Landschaftspark Region Stuttgart so gefragt wie noch nie. Mit insgesamt 1.4 Millionen Euro geht der größte Anteil nach Winnenden, Stuttgart und Esslingen. presse/artikel/aktuell/region-vergibt-ueber-zwei-millionen-euro-fuer-massnahmen-zur-aufwertung-der-landschaft/ Landschaft nicht nur schützen, sondern auch aufwerten und gestalten: Dies ist die Grundidee des Landschaftsparks Region Stuttgart. Alljährlich unterstützt der Verband Region Stuttgart Städte und Gemeinden in der Region hierzu mit dem Kofinanzierungsprogramm Landschaftspark Region Stuttgart. In seiner heutigen Sitzung ist der regionale Planungsausschuss der Empfehlung der Jury gefolgt und hat die Förderung von 21 Projekten beschlossen. Lediglich sechs Projekte lehnte die Jury im Vorfeld ab. Erstmalig seit Bestehen des Programms werden dieses Jahr 2.001.738 Euro vergeben. Mit 700.000 Euro geht der größte Anteil nach Winnenden für ein Leuchtturmprojekt.

Hier plant die Stadt, die Buchenbachaue im Bereich zwischen dem Stadtteil Höfen und dem östlichen Siedlungsrand von Winnenden in zwei Bauabschnitten zu einem ökologisch wertvollen Naturerlebnisraum zu entwickeln. Es verbessert die Wohnumfeld- und Umweltqualität, leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung und zum Hochwasserschutz.

300.000 bzw. 400.000 Euro gehen für mehr Aufenthaltsqualität am Neckar nach Esslingen und Stuttgart. Die Stadt Esslingen am Neckar greift eine Projektidee des Masterplans Neckar auf. Auf einer Länge von 1,2 km soll eine öffentlich zugängliche Erholungsfläche mit unterschiedlichen Aufenthaltsplätzen und naturnahen Uferzonen am Neckar entstehen: der Neckaruferpark. Ziel ist es, die Erholungs- und Biotopfunktionen am Neckar zu verbessern und die bisher geschaffenen Aufwertungen am Neckar fortzusetzen.

Vergleichbar mit dem Neckaruferpark plant die Stadt Stuttgart eine 900 m lange öffentliche Naherholungsfläche entlang des Neckarufers am Wasen mit Aufenthaltsbereichen und naturnahen Flachwasserzonen. Auch dies ist ein Projekt aus dem Masterplan Neckar. „Das Projekt trägt dazu bei, die Flusslandschaft im urban stark überformten Umfeld erlebbar zu machen“, heißt es in der Begründung für die Kofinanzierung. An beiden Projekten will sich der Verband Region Stuttgart auch in den kommenden zwei Jahren mit jeweils 300.000 beteiligen.

Die Städte und Gemeinden entlang des bestehenden Museumsradwegs zwischen Weil der Stadt und Nürtingen können sich ebenfalls über Kofinanzierungsmittel freuen.  Ziel ist es, den rund 50 Kilometer langen Museumsradweg schrittweise durch verschiedene Gestaltungselemente und teils interaktive Informations- und Erlebnisstationen zur umgebenden Landschaft und ihrer Geschichte aufzuwerten. Dazu gehört auch der neue Name „Entdeckertour – KulturLandschaft zwischen Heckengäu und Schönbuch“ sowie die Ausschilderung mit einem neuen Logo. Die Konzeption soll schrittweise umgesetzt werden. Für die ersten Maßnahmen dieses interkommunalen Projekts gehen insgesamt 78.738 Euro nach Aidlingen, Altdorf, Hildrizhausen, Holzgerlingen, Nürtingen, Waldenbuch, Weil der Stadt, Weil im Schönbuch und an die Landkreise Böblingen und Esslingen.

Im Gegensatz zu den anderen Verdichtungsräumen verfügt die Region Stuttgart beinahe flächendeckend über eine hohe landschaftliche Erholungsqualität und gleichzeitig unterliegen die Landschaftsräume einem hohen Nutzungsdruck. Dies unterstreicht die hohe Relevanz des Instruments Landschaftspark Region Stuttgart, die sich durch die Pandemie zusätzlich verstärkt hat. Durch günstigere Projekte in den Vorjahren oder zum Teil nicht abgerufene Projektmittel ist man übereingekommen die üblichen 1.5 Millionen, die hierfür jährlich zur Verfügung stehen, einmalig aufzustocken.

Stimmen der Fraktionen

Roland Schmid (CDU/ÖDP) betonte, dass seine Fraktion es für richtig halte, die Projektmittel auf zwei Millionen Euro zu erhöhen, da so das übrige Geld richtig eingesetzt werde. „Das Kofinanzierungsprogramm Landschaftspark macht die Region sichtbar und erlebbar.“ Es sei ein verbindendes Element „durch gemeinsame Aufgaben über Gemeindegrenzen hinweg, aber auch indem es Menschen näher zusammenbringt“, freute sich Schmid. Weiter konstatierte er: „Große Maßnahmen sind sichtbarer, aber die Kleinen sind genauso bedeutsam.“ Der Vorschlag der Jury sei daher ein gelungener Mix mit nachhaltigen Verbesserungen und einer Aufwertung des gesamten Verbandsgebiets.

„Wir sind in Stuttgart insofern privilegiert, dass unser Nutzungsdruck auch tatsächlich mit einer Eignung korrespondiert“, stellte Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) fest. Ein Großteil der Projekte sei sehr gelungen, schön sei, dass deutlich vermehrt als früher Kinder und Jugendliche einbezogen würden. In ihrer Fraktion habe es aber durchaus Stimmen für die kleine Version der Fördersumme gegeben. „Nicht, weil wir kein Geld ausgeben wollen, sondern weil wir bei manchen Projekten das Gefühl hatten, die regionale Bedeutsamkeit kommt zu kurz.“ Einige Aufgaben könnten die Kommunen auch selbst bewerkstelligen. Kraus-Prause bat daher, den Begriff zu schärfen.

Peter Aichinger (Freie Wähler) bedankte sich für die gute Vorbereitung, die es ermöglicht habe „eine qualifizierte Diskussion zu führen und die Entscheidung im Konsens zu treffen.“ Dies sei sowohl bei Leuchtturmprojekten als auch bei kleineren Maßnahmen der Fall gewesen. Für Regina Traub (SPD) war die Erhöhung der Fördersumme durch große und teure Projekte gerechtfertigt. Lobend erwähnte sie das Projekt in Mundelsheim. Das Projekt sei ideal, da es den Mundelsheimern, den Radfahrern auf dem Neckartalradweg sowie der Schifffahrt zugutekomme und habe Vorbildcharakter. „Das Geld ist gut angelegt, da so manche Kommune das ein oder andere Projekt ohne Förderung gar nicht umsetzen könnte“, schloss Traub.

Laut Joachim Hülscher (AfD) sei eine gute Auswahl getroffen worden. Seine Fraktion kritisiere allerdings die „Geldausgebefreude“, mit der die Fördersumme erhöht worden sei. Dennoch resümierte er: „Wenn man die einzelnen bisher kofinanzierten Maßnahmen anschaut sieht man, dass die Mittel gut eingesetzt sind und auf Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen.“ Eine „große Entscheidung“ habe man mit dem erhöhten Förderetat und einer Haushaltswirkung bis 2024 getroffen, so Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT). Es sei sachgerecht die Zweckbindung der Mittel zu erhalten. „Die Gesamtschau der Projekte stützt die regionale Tourismusstrategie“, gab sich Ozasek zufrieden.

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Kurzübersicht Kofinanzierung 2022

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news-1099 Thu, 20 Jan 2022 11:25:16 +0100 Region informiert über Stand der Angebotsverbesserungen bei der S-Bahn Konkretisierungen und Planungen für acht Maßnahmen mit über 100 Millionen Euro Gesamtinvestitionsvolumen. Ziel der Maßnahmen sind die Steigerung der Qualität der S-Bahn, die Ausweitung des Angebots sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit. presse/artikel/aktuell/region-informiert-ueber-stand-der-angebotsverbesserungen-bei-der-s-bahn/ Das Angebot der S-Bahn in der Region wird kontinuierlich ausgebaut und verbessert. Das hat der regionale Verkehrsausschuss bereits 2020 beschlossen. Hierzu sind Erweiterungen und Anpassungen der Infrastruktur nötig. Über den Stand der Planungen der sogenannten QSS Maßnahmen (Qualitätsoffensive für den Schienenknoten Stuttgart) wurde gestern im Ausschuss informiert. Konkret handelt es sich um acht Maßnahmen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 100 Millionen Euro.

Angebot auf der S6 wird durch S62 ergänzt

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember letzten Jahres verkehrt die S62 als zusätzliches Angebot zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen. Damit diese Linie zukünftig bis Feuerbach weitergeführt werden kann, muss dort ein neuer Bahnsteig gebaut werden. Dazu wird der heute an Gleis 130 in Feuerbach bereits vorhandene Bahnsteig erhöht und verlängert. Zudem erhält das Gleis eine Oberleitung und wird durch weitere Weichen besser auch in Richtung Kornwestheim angebunden. Für die Bahnsteigmaßnahme wird für Mitte 2022 die Entwurfsplanung erwartet, die Umsetzung soll gemeinsam mit der Ausrüstung der Oberleitung bis Ende 2025 erfolgen. Der Einbau der zusätzlichen Weichen erfolgt erst nach Inbetriebnahme von S21. Danach ist beabsichtigt den bisherigen Vorlaufbetreib anzupassen und weitere Halte anzusteuern. Ab September 2022 soll die S62 als zusätzliches Angebot zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen verkehren.

S-Bahn nach Nürtingen

Damit die S1 von Plochingen künftig bis nach Nürtingen fahren kann, sind Anpassungen an den Bahnsteigen in Wendligen, Oberboihingen und Nürtingen erforderlich. Für den Ausbau der Bahnsteige in Wendlingen und Oberboihingen sind die planerischen Randbedingungen unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit festgelegt. So werden die Bahnsteige verlängert und im Bereich der ersten S-Bahntüren erhöht, sodass die Bahnsteige sowohl von der S-Bahn als auch von den Landeszügen genutzt werden können. In Nürtingen soll ein neuer Bahnsteig gebaut sowie die Tälesbahn ebenfalls an den neuen Bahnsteig verlegt werden. Die ersten Planungsphasen zeigen diese Lösung als praktikabel an. Hierzu muss noch die Finanzierung mit dem Land geklärt werden. Nach Inbetriebnahme von S21 entsteht so gemeinsam mit dem Regionalverkehr ein Ringschluss ins Neckartal.

Weitere Linien aus dem Norden bis Vaihingen/Böblingen und Ehningen sowie Verbesserungen an der Stammstrecke

Die geplante Durchbindung von S-Bahn Linien aus dem Nordast bis Vaihingen und weiter bis Böblingen und Ehningen macht die S-Bahn für viele Nutzer deutlich attraktiver. Dafür werden verschiedene Infrastrukturergänzungen vorgesehen, die auch im Störungsfall wichtig sind. Auf dem Abschnitt Schwabstraße/Österfeld sind zwei zusätzliche Weichenverbindungen zur flexiblen Betriebsführung geplant. Die Vorplanung wurde fertiggestellt. Die Umsetzung soll während der geplanten Stammstreckensperrungen stattfinden. Deswegen hat der Verkehrsausschuss bereits vor der vollständigen Fertigstellung der Vorplanung beschlossen, die Planungen weiterzuführen.

Um Verspätungen abbauen zu können soll die Geschwindigkeit im Hasenbergtunnel talabwärts auf 100km/h und zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße in beide Richtungen auf 80km/h erhöht werden. Bis März soll die Vorplanung abgeschlossen sein. Die Inbetriebnahme erfolgt Ende 2025 gemeinsam mit der Inbetriebnahme der digitalen Technik (ETCS Level 2).

In Vaihingen wurde zwischenzeitlich der neue Bahnsteig an Gleis 4 und 6 in Betrieb genommen, an dem der Verband beteiligt war und, der passend für die S-Bahn mit der nötigen Länge gebaut wurde. Um am neuen Regionalbahnsteig den bahnsteiggleichen Umstieg von Regionalzügen in die S-Bahn zu ermöglichen, sind zwei zusätzliche Weichenverbindungen nötig. Zudem soll eine weitere Abstellmöglichkeit für S-Bahn Triebzüge mit Anbindung an das Gleis 4 geschaffen werden. Die Vorplanung ist abgeschlossen und geht von Kosten in Höhe von 6,2 Millionen Euro aus. Bis Ende 2025 soll auch diese Maßnahme fertiggestellt sein.

In Bad Cannstatt muss der Bahnsteig an Gleis 1 nach Inbetriebnahme von S21 auf
96 cm erhöht werden. Die Planungen hierzu haben begonnen und erweisen sich aufgrund der zum Teil darunterliegenden Bahnhofsräume als aufwendiger als zunächst angenommen.

In Böblingen laufen derzeit die Planungen für weitere Weichen, um eine flexiblere Betriebsführung zu ermöglichen. Zudem muss hier das S-Bahnabstellgleis verlängert werden, damit auch Langzüge (drei Triebwagen) Platz haben. Es wird mit Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro gerechnet und einer Umsetzung bis Ende 2025. In Bezug auf mögliche Anpassungen des Bahnsteigs an Gleis 4 wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. In Ehningen haben die Planungen für ein Wendegleis mit Bahnsteig begonnen und die Planleistungen sind ausgeschrieben.

15-Minuten-Takt Böblingen-Renningen

Für den Ausbau des 15-Minuten-Takts zwischen Böblingen und Renningen werden die ersten Ergebnisse der betrieblichen und verkehrlichen Untersuchung Anfang 2022 erwartet. Basierend darauf beginnen die Planungen.

Langzugbildung, Fahrzeugreserven und dafür nötige Abstellmöglichkeiten

Die Region hat die Beschaffung von weiteren 58 Zügen beschlossen, um das Angebot zu verbessern und u.a. eine Langzubildung in der Hauptverkehrszeit zu gewährleisten. Damit diese abgestellt werden können, bedarf es Ertüchtigungen von Gleisen in Kornwestheim, Stuttgart-Vaihingen, Schorndorf, Bietigheim-Bissingen, Nürtingen und Esslingen. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanungen für Kornwestheim (9 Stellplätze Kurzzug), Bietigheim-Bissingen (10 Stellplätze Kurzzug) und Esslingen (4 Stellplätze Kurzzug) sind freigegeben. In Nürtingen und Schorndorf wurden nach den Vorplanungen die weiteren Schritte zurückgestellt, da noch Abstimmungen zur schalltechnischen Beurteilung nötig sind.

Stimmen aus den Fraktionen

Für Rainer Ganske (CDU/ÖDP) zeigten die beschlossenen Maßnahmen, dass die „Region Geld in die Hand genommen und Bewegung in das Thema gebracht“ habe. Er betonte: „Alle Maßnahmen orientieren sich an die Bedürfnisse der Zukunft. Wir müssen klar nach vorne schauen, nicht abwarten und den Menschen in der Region zeigen, dass wir das Angebot stetig verbessern.“ Die Gesamtschau habe zudem gezeigt, dass man überall in der Region etwas tut. Dr. Stefan Belz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte, dass die Schaffung von Kapazitäten und die Verdichtung des Takts wichtig für die Qualität der S-Bahn seien. „Zur Qualität zählen auch die Bahnhöfe und die Möglichkeit niveaugleicher Umstiege.“ Daher sei ein wichtiges Ziel der QSS Maßnahmen die Herstellung der Barrierefreiheit. Hier wünschte er sich ein schnelleres Umsetzungstempo. Bernhard Maier (Freie Wähler) hob die Bedeutung des Vorlaufbetriebs der S62 hervor. „Es ist notwendig zu verdeutlichen, dass es bei dem Betrieb der S62 um eine Übergangsmaßnahme handelt. Langfristig könnten Renningen und der Porscheplatz in Zuffenhausen angebunden werden.“ Für Thomas Leipnitz (SPD) war die Berücksichtigung der Barrierefreiheit am neuen Bahnsteig in Nürtingen wichtig. Stutzig sei er jedoch bei der unklaren Finanzierung des Landes geworden. Bisher sei er davon ausgegangen, dass dort für den Ausbau des ÖPNV „Geld in Hülle und Fülle“ vorhanden sei.
Holger Dorn (AfD) schloss sich seinen Vorrednern an und bezeichnete die Gesamtschau der Maßnahmen als erhellend. Für Armin Serwani (FDP) seien die 100 Millionen gut angelegtes Geld. Er hob hervor, dass viele Maßnahmen nur durch Stuttgart 21 möglich wurden. „Jede Weiche macht das System flexibler, resilienter und stabiler“, betonte Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT), weshalb er die Maßnahmen auch begrüßte.

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news-1098 Thu, 16 Dec 2021 13:22:07 +0100 Region verabschiedet Haushalt 2022 Regionalversammlung stimmt für größten Etat in der Geschichte des Verbands Region Stuttgart – hoher Invest in Mobilität und Zukunftstechnologien presse/artikel/aktuell/region-verabschiedet-haushalt-2022/ Die Regionalversammlung hat am Mittwoch einstimmig den Haushalt des Verbands Region Stuttgart für das Jahr 2022 beschlossen. Alle Fraktionen stimmten für den Rekord-Etat mit einem Gesamtvolumen von 685 Millionen Euro.

Der Budgetentwurf, der von Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling Ende September eingebracht wurde, hatte ein Gesamtvolumen von 679 Millionen Euro. Durch die Anträge der Fraktionen kommen weitere sechs Millionen Euro hinzu. Gegenüber dem Vorjahr sind das insgesamt 266,8 Millionen Euro mehr. Die Verbandsumlage, die bei den 179 Kommunen der Region erhoben wird, steigt um 7,2 Prozent auf 24,2 Millionen Euro, die Verkehrsumlage steigt um 23 Prozent auf 73,5 Millionen Euro. Über 90 Prozent des Haushaltsvolumens (638,6 Millionen Euro) entfallen auf den Verkehrsetat, der stets den größten Posten ausmacht. Darin enthalten sind die Investitionen in den kontinuierlichen Ausbau des Viertstundentakts, neuerdings auch am Samstagnachmittag, die zusätzliche Beschaffung von 56 S-Bahnen, die Verbesserung der Barrierefreiheit sowie Maßnahmen aus der Qualitätsoffensive für die Schieneninfrastruktur. Zudem soll das von den Kommunen stark nachgefragte Förderprogramm zum Ausbau von RegioRad Stuttgart fortgesetzt werden.

Inhaltliche Schwerpunkte der Fraktionen

In diesem Jahr stand über alle Fraktionen hinweg die Förderung der Region als nachhaltigem Wirtschaftsstandort ganz oben auf der Prioritätenliste. Verschiedene Wirtschaftszweige und Zukunftstechnologien, darunter insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) sollen weiter vorangebracht werden. Die Fraktionen setzen mit ihren Anträgen außerdem auf eine sparsame und zukunftsgerichtete Inanspruchnahme von Flächen für Wohnen und Gewerbe, auf Klimaschutz, den Ausbau erneuerbarer Energien und Nachhaltigkeit sowie die Stärkung des ÖPNV.

Verbesserung und Ausbau des ÖPNV

Im Vergleich zum von der Regionaldirektorin eingebrachten Haushaltsentwurf werden zusätzlich 20.000 Euro für die Ausbauförderung von Pedelec-Ladestationen entlang von Radwanderrouten im Haushalt 2022 eingeplant – mittelfristig soll der gleiche Betrag auch jährlich von 2023 bis 2025 zur Verfügung gestellt werden. Mit 180.000 Euro schlagen Initiativen mit dem Ziel der Verbesserung des ÖPNV im Haushalt zu Buche: für Untersuchungen zur Verlängerung der Linie S 5 in Richtung Kirchheim am Neckar beziehungsweise Laufen am Neckar und zu einem 15-Minuten-Takt auf der Strecke der Filstalbahn bis Geislingen/Steige. Beinhaltet ist auch eine Studie zu den Perspektiven und dem Ausbaubedarf der Zulaufstrecken zum neuen Stuttgarter Tiefbahnhof. Zudem soll die Verlängerung der S 1 nach Bondorf in Angriff genommen werden. Dafür ist eine Analyse notwendig, wie das bestehende S-Bahn-Netz über die aktuellen Endhaltepunkte hinaus erweitert werden kann. Zusätzlich 50.000 Euro stehen für gutachterliche Unterstützung zur Erstellung eines Notfallkonzepts für unterschiedliche Sperrungs-Szenarien auf der S-Bahn-Stammstrecke im Rahmen der S21-Baumaßnahmen. Für weitere 30.000 Euro sollen in allen Landkreisen Infoveranstaltungen zum ÖPNV-Ausbauprogramm mit Fokus auf die finanziellen Erfordernisse für alle Beteiligten.

Wirtschaftsstandort stärken, Innovation und Klimaschutz fördern

Perspektivisch der höchste Betrag in diesem Themenfeld ist mit 16,22 Millionen Euro für die Stärkung der Umsetzung von KI-Technologien in Region vorgesehen, von denen im Plan-Haushalt 2022 zunächst fünf Millionen Euro eingestellt sind. Ausgearbeitet werden soll dabei unter anderem ein regionales Kofinanzierungsprogramm, aus dem bereits im Antragskonzept für das Landesprojekt Innovationspark KI ausgearbeitete Vorhaben unterstützt werden können. Aus dem Themenkomplex Klimaschutz kommen verschiedene Haushaltsposten dazu: Im Hinblick auf den hohen Ressourcenbedarf der Baubranche soll der Verband Region Stuttgart eine Studie beauftragen, wie der Einsatz von recyceltem Beton und anderen Baustoffen erhöht werden kann. 59.500 Euro stehen dafür zur Verfügung. Mit 150.000 Euro sollen Formen der Energienutzung in der Region und der jeweils damit erzeugten Energiemengen untersucht werden. Insbesondere sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie der Ausbau von Solaranlagen und Fotovoltaik erfolgreicher gestaltet werden kann. Zudem soll ausgelotet werden, welche technologischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für eine klimaneutrale Region erfüllt werden müssen. Auch unter diesem Aspekt soll die Landwirtschaft in der Region näher betrachtet werden: Ein Cluster-Report für die Landwirtschaft in der Region soll hierfür belastbare Daten und Erkenntnisse bringen. Dafür können 59.500 Euro eingesetzt werden. Gemeinsam mit der IBA´27 soll die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) ein Büro- und Co-Working-Konzept speziell für das Angebot von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum entwickeln. Für dieses Projekt sind 119.000 Euro an Haushaltsmitteln eingestellt.

Erfolg der IBA´27 sichern

Die IBA´27 benötigt über die Förderung einzelner Projekte hinaus einen höheren finanziellen Rahmen als zu Beginn gedacht. Hier waren sich die Fraktionen der Regionalversammlung einig – nicht zuletzt aufgrund ihres bisherigen Erfolgs. Die eingereichte Zahl der Projektanträge im Jahr 2018 war bereits größer als erwartet. Der Anspruch an Qualität und Intensität der Arbeit der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart GmbH soll hoch bleiben. Deswegen erhöht der Verband Region Stuttgart den Anteil der Region an der Grundfinanzierung der IBA´27 um jährlich 400.000 Euro für 2022 bis einschließlich 2027, dies sind insgesamt 2,4 Millionen Euro. Insgesamt liegt der regionale Beitrag zur IBA´27 ab 2022 bei jährlich 1,2 Millionen Euro.

Region datenbasiert weiterentwickeln

Noch unter Vorbehalt steht eine Anschubfinanzierung über 120.000 Euro für die Erstellung eines fortlaufend aktualisierbaren Daten- und 3D-Modells, das die Region Stuttgart spiegelt. Unter anderem soll dieses als Softwareplattform für die Stadt- und Regionalentwicklung dienen.

Stimmen aus den Fraktionen

„Wir behandeln hier die Zukunft“, stellte Jan Tielesch (CDU/ÖDP) fest. Beim Haushalt würden die zwei großen interfraktionellen Anträge zur Künstlichen Intelligenz (KI) und zur IBA´27 ins Auge stechen. Der politische Schulterschluss bei KI sei umso wichtiger nach dem inhaltlichen Schulterschluss zwischen vielen Beteiligten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen für den Landeswettbewerb um einen Innovationspark. Auch wenn das Land gegen die Region entschieden habe, werde man „den Wettstreit mit Heilbronn und anderen Regionen in Deutschland aufnehmen und dafür sorgen, dass wir ein Innovations-Hub für KI werden“. Das Vorgehen solle jedoch keine Blaupause dafür sein, dass die Region künftig Projekte ohne das Land stemmen wolle. Denn, so Tielesch: „Wir verstehen und als Schrittmacher, nicht als Nachmacher.“ In der Region Stuttgart, der „wirtschaftlichen Herzkammer Baden-Württembergs“ mache es am meisten Sinn, das breite Anwendungsfeld von Künstlicher Intelligenz schnell zu etablieren. „Die Transformation der Wirtschaft und der Wandel der Arbeitswelt, der Aufbau neuer Wertschöpfungsketten, Maßnahmen gegen den Klimawandel, nachhaltige Konzepte in Mobilität, Gesundheitsvorsorge und Energie – dies sind Bereiche, in denen viele regionale Akteure erfolgreich sind und damit Perspektiven für das ganze Land eröffnen.“ Auch 2,4 Millionen zusätzlich für die IBA´27 seien „ein Wort“ für Lösungen um Wohnen, Freiraumschutz und damit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der hoch verdichten Region. Im Bereich Verkehr und Mobilität schultere man als Region bereits sehr viel. Doch die Zielvorstellung, langfristig auf einen 10-Minuten-Takt bei der S-Bahn zu kommen, bleibe weiterhin bestehen.

„Die Region hat die Zeichen der Zeit erkannt“, erklärte Irmela Neipp-Gereke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Transformation, Strukturwandel, menschengemachte Klimakrise und dazu noch die Pandemie hätten erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen. Um die starke Wirtschaftsregion Stuttgart zukunftsfähig zu machen, bedürfe es der politischen Unterstützung und Steuerung. Neipp-Gereke nannte die Weichenstellung für eine grüne Wasserstoff-Strategie und das dazugehörige Kofinanzierungsprogramm. Das Vorhaben „KI in die Umsetzung zu bringen“, sei entscheidend als Innovationsmotor und für den internationalen Anschluss. KI-Produkte und Dienstleistungen könnten auch dabei helfen, dem fortschreitenden Klimawandel entgegen zu wirken. Mit dem Haushaltsbeschluss werde man außerdem den Erfolg der IBA´27 und die Präsentation einer Bauausstellung von internationaler Relevanz sichern. Neipp-Gereke erläuterte: „Bei der IBA´27 handelt es sich um wertvolle Investitionen in die Zukunft, weil es darum geht, Lösungen zur Sicherung einer klimaresilienten, lebenswerten Zukunft für die nachfolgende Generation zu finden.“ Die Bauwirtschaft sei der größte Klimakiller. Experimenteller Leichtbau und flächensparendes, recyclingfähiges Bauen unter Einsatz neuester Technologien und Materialien könne dazu beitragen, wichtige Klimaschutzziele zu erreichen. Im Hinblick auf den Klimaschutz freute sich Neipp-Gereke, dass der interfraktionelle Antrag von Grünen, SPD und Linke/Pirat zur Umstellung der S-Bahn auf 100% Ökostrom erfolgreich war. Daneben leiste die Weiterentwicklung der RELEX-Busse und die Zukunft der Panoramabahn einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des ÖPNV.

„Der Wunsch, dass der menschliche Fußabdruck so klein wie möglich wird und wir nachhaltig leben zieht sich durch alle Beratungen“, fasste Andreas Hesky (Freie
Wähler) zusammen. „Wir dürfen nicht aufhören, Windvorranggebiete auszuweisen, um regenerative Energie dezentral zu erzeugen“, fuhr er fort. Allerdings zeige sich gerade bei den Themen Freiflächen-Photovoltaik und Überdachung von Parkflächen, dass es eine Vereinfachung des Planungsrechts brauche, um rasch handeln zu können. Bezüglich des Bauens der Zukunft hoffe seine Fraktion auf Antworten und Impulse von der IBA´27. „Aber wie so oft liegt die Wahrheit im Konkreten und dazu gehört, dass viele Menschen keine Versprechen für die Zukunft benötigen, sondern heute eine Wohnung“, appellierte Hesky. Obwohl Innenentwicklung vorgehe, werde man ohne neue Baugebiete nicht auskommen. „Transformation braucht zunächst Platz“, betonte er, Flächen könnten dann zurückgegeben werden, wenn die neue Produktion stehe. „Wir möchten die Region voranbringen, damit wir weiterhin ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort bleiben und die Menschen hier gerne wohnen, arbeiten und leben.“

Für Thomas Leipnitz (SPD) ist es der Regionalversammlung gelungen, einige zentrale Weichenstellungen in den Haushalt einzubringen, insbesondere mit den Vorhaben zur KI. „So bleibt die Region bei diesem für die Zukunft so wichtigen Thema zumindest im Spiel“, so Leipnitz. Ebenso wegweisend sei die höhere Unterstützung für die IBA´27, damit der Bauausstellung auf dem letzten Zielanstieg nicht die Puste ausgehe. Er forderte die IBA-Partner Stadt und Land ebenfalls zu einem höheren Beitrag auf. „Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gibt es noch viel Luft nach oben.“ Das Motto „Mehr Fortschritt wagen“ solle auch für die Region gelten. Dabei sei die soziale Nachhaltigkeit entscheidend, nicht nur beim Wohnraum, sondern auch bei der Transformation der Wirtschaft und dem ÖPNV. Die Region brauche eine Verkehrswende und dafür – neben Ökostrom für die S-Bahn und einem Ausbau des RELEX-Bussystems – einen weiteren Ausbau der Schieneninfrastruktur. „Wir müssen die richtigen Weichen für die Zukunft des Schienenknoten Stuttgarts stellen. Dazu gehören das dritte Gleis an der Mittnachtstraße, das Nordkreuz, die T-Spange, die Panoramabahn und die Zulaufstrecken der Region“, bekräftigte Leipnitz.

Christian Köhler (AfD) bezeichnete es als fragwürdig, eine technologische Revolution zu erzwingen: „Bei diesem Transformationsprozess handelt es sich um keine Revolution, die sich aus Überlegenheit der Technik Bahn bricht, sondern um ein Revolutionsplacebo.“ Mit Blick auf die Vorgaben der EU sei es wichtig, vor Ort und nicht weit entfernt diese Transformationsprozesse mit Kopplung an die jeweiligen regionalen Begebenheiten zu vollziehen. „Es wird nicht ausreichen, die Umsetzung von Vereinbarungen und Vorgaben ohne Hinterfragen auf Anpassung an die hiesigen Begebenheiten umzusetzen, da diese zu allgemein sind“, sagte Koethe. Entscheidungen dazu seien nicht nur in technischer, sondern besonders in sozialer Hinsicht hochriskant. „In unserer Verantwortung für die Region dürfen wir keine Klimapolitik auf Kosten der wirtschaftlichen Existenz machen.“

„Es gibt vier interfraktionelle Anträge, die wir initiiert haben oder an denen unsere Fraktion beteiligt ist“, zeigte sich Kai Buschmann (FDP) zufrieden: Der Geist der Zusammenarbeit solle ein Markenzeichen der Region sein. Eine gute Arbeit in der Regionalversammlung nütze jedoch nichts, wenn niemand darüber berichtet und redet. Kritisch sah Buschmann, dass der Antrag seiner Fraktion für eine Medienresonanzanalyse angesichts einer veränderten Medienlandschaft keine Zustimmung fand. „Tue Gutes und rede drüber, geht nicht, wenn es keinen redaktionellen Raum gibt, egal ob auf Papier oder elektronisch“, so Buschmann. Der Verband stehe an einem Scheideweg. Man stelle mit der Wahl der Regionaldirektorin oder des Regionaldirektors auch die Weichen für eine neue Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes. Man sehe aber weiterhin auch die regionalen Medien in der Pflicht. Buschmann kündigte an, dass seine Fraktion das Thema weiterverfolgen werde, um „den Medienverhältnissen des 21. Jahrhunderts gerecht werden können“.

Peter Rauscher (Die LINKE/PIRAT) kritisierte den Haushalt als ein „fantasieloses Weiter-so“, bei dem die Notwendigkeiten einer zukunftsorientierten Politik verweigert würden. Seine Fraktion stimmte aber erstmals einem regionalen Haushalt zu. Denn es gebe auch viele Projekte samt konkreten Maßnahmen, die die Zukunftsaufgaben anpacken. Rauscher nannte dabei die Anträge seiner Fraktion zur On-Demand-Mobilität, Revitalisierung von Gewerbeflächen und insbesondere zum vorsorgenden Klima-Risikomanagement im Regionalplan. „Wir haben uns besonders gefreut, dass unser Anliegen eines Cluster-Reports Landwirtschaft eine Mehrheit gefunden hat“, betonte Rauscher mit Blick auf den Schutz landwirtschaftlicher Flächen. Er begrüßte die zusätzlichen Mittel für die IBA´27– sie gehe über ein „Weiter-so“ hinaus, indem sie die „Neuerfindung unserer Stadtregion“ thematisiere.

Anlage: Schaubilder zum Haushalt 2022

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news-1097 Thu, 16 Dec 2021 13:18:57 +0100 Wasserstoffstrategie für Region Stuttgart beschlossen Regionalversammlung bringt Kofinanzierungsprogramm für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien auf den Weg presse/artikel/aktuell/wasserstoffstrategie-fuer-region-stuttgart-beschlossen/ Die Zukunft beginnt jetzt: Die nachhaltige Wasserstoffwirtschaft in der Region Stuttgart wird strategisch aufgebaut. Bis 2035 soll der Energieträger in allen Industriesektoren eine wichtige Rolle spielen. Mit diesem Ziel beschloss die Regionalversammlung am Mittwoch die Wasserstoffstrategie für die Region Stuttgart sowie ein neues regionales Kofinanzierungsprogramm zur Umsetzung zukunftsweisender Wasserstoff- und Brennstoffzellenprojekte in der Region Stuttgart. „Es ist ein besonderer Meilenstein in der Geschichte der Regionalversammlung, dass ein so großvolumiges Programm zur Verfügung gestellt wird“, betonte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), Dr. Walter Rogg. „Das Förderprogramm kann in dem momentanen herausfordernden Prozess eine große Unterstützung für die Unternehmen sein und zur Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen.“

„Grüner“ Wasserstoff, der auf der Basis von erneuerbaren Energien gewonnen wird, gilt als eines der zentralen Elemente, um die Transformation der Wirtschaft weg von fossilen Energieträgern zu schaffen. Die Regionalversammlung hatte daher im Dezember 2020 einen Betrag von insgesamt 20 Millionen Euro zur Kofinanzierung von investiven Kooperationsprojekten und Maßnahmen für den Einsatz alternativer Energieträger bewilligt – aufgeteilt auf jeweils fünf Millionen Euro pro Jahr. Als Grundlage der nun verabschiedeten Richtlinien zum Kofinanzierungsprogramm dient die regionale Wasserstoff- und Brennstoffzellenstrategie, die im Auftrag der WRS vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung erarbeitet wurde. Wichtigste Zielgruppen sind insbesondere öffentlichen Einrichtungen, öffentlichen Eigenbetriebe sowie Industrieunternehmen in der Region. Sie können sich ab sofort mit ihren Projekten um eine Kofinanzierung von bis zu 50 Prozent der Investitionskosten bewerben.

Für eine Unterstützung infrage kommen beispielsweise die Errichtung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie zur Umwandlung in Wasserstoff oder Elektrolyseanlagen zur Erzeugung grünen Wasserstoffs. Aus dem Bereich Mobilität sind als Projektbeispiele Wasserstofftankstellen sowie die Anschaffung von mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenfahrzeugen genannt – von Dienstflotten-PKWs über Liefer- und Nutzfahrzeuge und Schwerlasttransporter bis hin zu Bussen und Schienenfahrzeugen.

Ebenso kofinanziert werden können Gebäude- oder Quartiersenergieversorgungsanlagen auf Basis von grünem Wasserstoff. Grundsätzlich ist das Programm für alle Anwendungen der Erzeugung oder Nutzung von Wasserstoff in Industrie, Mobilität oder Städtebau offen.

Mit Wasserstoff als Energieträger und dem Einsatz von Brennstoffzellentechnologien will die Region Stuttgart den Herausforderungen des Klimawandels und des industriellen Strukturwandels begegnen. Sie ist vom Strukturwandel in der Automobilindustrie besonders betroffen. Eine Industrialisierung der mobilen und stationären Wasserstoff- und Brennstoffzellenanwendungen soll hier den Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen in der Region sichern. Die regionale Wasserstoffstrategie sieht dafür ausdrücklich die Vernetzung der Akteure im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bei der Entwicklung von Systemen für Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff vor, um die aktuell noch vorhandenen Wettbewerbsvorteile zu erhalten und auszubauen. Mit dem Kofinanzierungsprogramm sollen zusätzlich Anreize für einen gezielten Aufbau und eine schnelle Verbreitung von Produktions-, Speicher- und Nutzkapazitäten für Wasserstoff und Brennstoffzellen geschaffen werden. Durch die breite Anwendung dieser Technologien soll auch die Produktion der dafür notwendigen Hardware in der Region Stuttgart etabliert werden.

Voraussetzungen sind gut

Die Region Stuttgart ist bei den Themen „Wasserstoff“ und „Brennstoffzelle“ gut aufgestellt. Neben führenden Forschungseinrichtungen sind in der Region Hersteller und zahlreiche Zulieferer der Fahrzeugbauindustrie in passenden Bereichen tätig. Dies bietet Chancen im Hinblick auf die Entwicklung eines Produktionsclusters. Dabei sind laut einer Studie des Landes die nächsten zwei bis fünf Jahre entscheidend für die Rolle des Standorts Region Stuttgart im zukünftigen Weltmarkt. Gerade die Automobilregion Stuttgart dürfe diese Entwicklung nicht verpassen, wenn kurzfristig die Brennstoffzelle im Zug-, Schwerlastverkehr und in Bussen an Bedeutung gewinnen könnte. Die Region Stuttgart ist bereits „Modellregion Grüner Wasserstoff“ im gleichnamigen Förderprogramm des baden-württembergischen Umweltministeriums und der EU. Dabei geht es nicht nur darum, grünen Wasserstoff als Energieträger voranzutreiben, sondern es sollen auch die damit verbundenen technologischen, wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkte untersucht werden.

Stimmen aus den Fraktionen

Wir sind an einer entscheidenden Wegmarke unserer Wirtschaftspolitik angelangt“, erklärte Andreas Koch (CDU/ÖDP). „Erfolgreich bleiben“ laute die Devise – garantiert werde dies allen voran von der Automobilindustrie und dem Maschinenbau. „Ein großer Teil der Arbeitsplätze und damit Existenzen hängt an diesen Branchen. Gleichzeitig sind diese Wirtschaftszweige angesichts des Klimawandels und neuer Produktionsmethoden starken Veränderungen unterworfen, da Mobilität CO2-neutral werden muss und die Digitalisierung Produktionsstandorte in Frage stellt“, legte Koch dar. Die Chancen der Region, vom globalen Markt für Umwelttechnologien ein großes Stück abzubekommen seien jedoch hervorragend. Die Hinwendung zu nachhaltiger Produktion sei nicht Ideologie, sondern ökonomische Vernunft zur Sicherung der Arbeitsplätze und ökologische Vernunft zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen. Das Kofinanzierungsprogramm gebe einen kraftvollen Impuls, um das Thema in der Region voranzubringen. Die Strategie sei dafür eine gute Grundlage.

Dr. Ludger Eltrop (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte: „Für eine dekarbonisierte Wasserstoffwirtschaft brauchen wir regenerativen Strom – und zwar möglichst viel, möglichst bald.“ Denn nur grüner Wasserstoff könne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Vielfach sei es dabei effizienter, den Strom direkt einzusetzen z.B. für die Elektrifizierung des ÖPNV. Es sei Aufgabe der Region, die hiesige Wirtschaft dabei zu unterstützen, auf Wasserstoff als klimaneutrale Brenn- und Rohstoff umzusteigen. Für den Durchbruch des Wasserstoffs im System sei es zentral, das regionsspezifische Innovationscluster aus produzierendem Industriesektor, Maschinen- und Anlagenbau sowie innovativen Mittelstandsunternehmen und Forschungs­einrichtungen zu stärken.  „Mit der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Strategie haben wir nun den Rahmen, um unsere politischen Unterstützungs­maß­nahmen entsprechend zielgenau auszurichten“, schloss Eltrop. Das regionale Kofinanzierungsprogramm könne Impulse setzen, müsse aber zielgerichtet evaluiert und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

Für Gerd Maisch (Freie Wähler) wird Wasserstoff einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Energiewende zu meistern. Die Wasserstoffstrategie zeige dabei nicht nur die Chancen auf, sondern auch Rahmenbedingungen, die dafür geschaffen werden müssen. Neben der Regionalpolitik müssten viele ihren Beitrag leisten, um die Energie- und verkehrswende zu schaffen und so seien verschiedene Maßnahmen für verschiedene Gruppen definiert. „Hohe Investitionen sind für die Wasserstofftechnologie erforderlich. Die Region kann und soll dazu ihren Beitrag leisten“, bekräftigte Maisch. Seine Fraktion hätte es doch bevorzugt, erst Unterstützungsfelder und Projekte zu identifizieren und dann zu überlegen, wieviel Geld eingesetzt werden kann. „Mit den erfolgten Modifizierungen am Programm sind wir optimistisch, dass es gelingt, passende Projekte mit klarem regionalem Bezug zu fördern.“

„Die politisch auf den verschiedensten Ebenen definierten Klimaziele sind ein ziemlicher Kraftakt – volkswirtschaftlich, technisch, sozialpolitisch und organisatorisch“, so Dr. Jürgen Zieger (SPD). Die Dekarbonisierung sei nur durch die Ablösung der fossilen Energieträger in der Energieversorgung insgesamt zu erreichen, wobei Baden-Württemberg aktuell im Ländervergleich der grünen Stromproduktion auf den hintersten Rängen platziert sei. „Dem grünen Wasserstoff als einem idealen Speichermedium fällt zur Erreichung der Klimaziele eine Schlüsselrolle zu“, betonte Zieger. Trotzdem halte es seine Fraktion für ein mutiges Ziel der Region, die angestrebte Spitzenstellung in Entwicklung und Produktion von H2-Technologien zu erreichen. Es bedürfe daher deutlich höherer materieller Unterstützung von Bund und Land.  „Die Ressourcen des Verbandes können bestenfalls einen unterstützenden Beitrag leisten“, fasste Zieger zusammen.

Hans Dieter Scheerer (FDP) bezeichnete die Beschlüsse zum Wasserstoff als „kleinen Urknall“. Aus den Atomen des Wasserstoffs sei nach dem Urknall schließlich alles entstanden. Nun gehe es sofort los damit, die notwendigen Investitionen und Entwicklungen für eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft anzustoßen, gerade in einer guten Ausgangslage der Region. Er monierte jedoch, dass das Land die „Modellregion Grüner Wasserstoff“ nur mit zehn statt der erwarteten 31 Millionen Euro unterstütze. Für die Region komme es nicht nur darauf an, selbst im Rahmen ihrer Möglichkeiten Wasserstoff zu erzeugen, sondern vor allem die Technologie rund um den Wasserstoff zu entwickeln.

„Was heute frenetisch gefeiert wird, hält als Technologiepfad einer kritischen Betrachtung nicht stand“, befand Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT). Der Gesamtwirkungsgrad von grünem Wasserstoff zwischen Erzeugung und Verwendung entspreche einer „Energievernichtungsmaschine“. Wasserstoff habe das Potenzial, industrielle Kernsektoren zu dekarbonisieren und werde als Rohstoff für die chemische Industrie und in der Stahlproduktion benötigt. Ozasek erläuterte jedoch: „Die Region Stuttgart wird kein Standort für Wasserstoffproduktion sein. Baden-Württemberg ist Energieimportland.“ Eine im Zuge der Modellregion beschriebene Neckar-Wasserstoffpipeline beinhalte unzählige Zielkonflikte.

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news-1096 Thu, 16 Dec 2021 08:20:13 +0100 Kostenlose Bürgerbusnutzung mit VVS-Ticket Region zahlt Bürgerbusbetreiber ab 1. Januar 2022 einen Zuschuss, wenn sie Fahrgäste mit VVS-Ticket kostenlos mitnehmen. presse/artikel/aktuell/kostenlose-buergerbusnutzung-mit-vvs-ticket/ Gute Nachrichten für alle Bürgerbusnutzer mit VVS-Ticket. Diese Fahrgäste können ab dem 1. Januar 2022 kostenlos mitfahren. Voraussetzung: der Betreiber des Bürgerbusses schließt sich einer neuen Regelung zur Finanzierung an. Grundlage dafür ist die Allgemeinen Vorschrift des Verbands Region Stuttgart, deren Änderung in der gestrigen Regionalversammlung beschlossen wurde. Sie sieht vor Bürgerbusbetreiber künftig durch Ausgleichsleistungen zu entlasten, wenn sie VVS-Fahrscheine akzeptieren.

In den letzten Jahren haben Bürgerbusverkehre in der Region Stuttgart deutlich zugenommen. „Ehrenamtlich betriebene Bürgerbusverkehre sind eine sinnvolle Ergänzung zum ÖPNV und schließen Angebots- und Netzlücken insbesondere in kleineren und mittelgroßen Gemeinden“, so die Regionaldirektorin des Verbands, Dr. Nicola Schelling. Um sowohl die Betreiber als auch die Fahrgäste finanziell zu entlasten, zählen künftig das Fahrpersonal und gegebenenfalls ergänzend der VVS wie viele Personen in den Bussen mitfahren. Auf dieser Basis erhalten die Betreiber einen Zuschuss. Somit können sie auf eine zusätzliches Kostenbeteiligung der Fahrgäste mit gültigem VVS-Ticket verzichten. Die neue Zuschussregelung gilt aber nur, sofern die Nutzung des Bürgerbusses nicht sowieso kostenlos ist.

„Die Zahl der meist ehrenamtlich betriebenen Bürgerbusse hat in den letzten Jahren zugenommen. Sie werden insbesondere als Ergänzung des normalen ÖPNV wahrgenommen und können flexibel zu den gewünschten Zielen eingesetzt werden. Um dieses Fundament des Ehrenamtes zu stärken, macht es Sinn, den Bürgerbusbetreibern einen Anteil der Fahrgeldeinnahmen der VVS- Fahrgäste zukommen zu lassen. Dies wird den oftmals älteren Menschen den Zugang zum Bürgerbus in ihrer Umgebung erleichtern“, sagte VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger.

Der Verband Region Stuttgart regelt über die Allgemeine Vorschrift unter anderem die Finanzierung der Busverkehre. Im Einvernehmen mit den Verbundlandkreisen und dem baden-württembergischen Ministerium für Verkehr wurde die Aufnahme von Bürgerbusverkehren in die Finanzierung beschlossen.

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news-1095 Thu, 16 Dec 2021 06:35:26 +0100 Dr. Alexander Lahl ist neuer Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart Mit knapper Mehrheit wurde Dr. Alexander Lahl von der Regionalversammlung zum neuen Regionaldirektor für die Zeit von 2022 bis 2030 gewählt. presse/artikel/aktuell/dr-alexander-lahl-ist-neuer-regionaldirektor-des-verbands-region-stuttgart-1/ Die Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart hat in ihrer heutigen Sitzung entschieden, wer künftig den Verband gesetzlich vertreten soll. Mit 43 Stimmen hat sich Dr. Alexander Lahl im zweiten Wahlgang durchgesetzt.

Die Wahlen fanden geheim und mit Stimmzetteln statt. Als gewählt gilt, wer mehr als die Hälfte der Stimmen der anwesenden Stimmberechtigten erhalten hat. Da diese im ersten Wahlgang von keinem der Kandidierenden erreicht wurde, fand zwischen den beiden Bewerbern mit den meisten Stimmen eine Stichwahl statt.  Neben Dr. Alexander Lahl, der im ersten Wahlgang 34 Stimmen bekam, trat Andreas Junt (35 Stimmen) im zweiten Wahlgang an. Hier reichte die einfache Stimmenmehrheit. Mit 43 zu 39 Stimmen setzte sich der 51-jährige Theologe gegen seinen Mitbewerber durch. Der Verbandsvorsitzende Thomas S. Bopp, der der Regionalversammlung vorsteht, beglückwünschte den künftigen Regionaldirektor. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Lahl und bin sicher, dass wir ein gutes Team werden.“

Dr. Lahl ist derzeit Geschäftsführer der Pflegeunternehmen der Stiftung Liebenau und des Pflegeunternehmens der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist.  In seiner Vorstellungsrede ging er insbesondere auf die Neuausrichtung der Region hin zu einer zukunftsorientierten und nachhaltigen, klimaneutralen und erfolgreichen Wirtschaftsregion. „Es geht um nichts weniger als Wohlstand und Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger in der Region Stuttgart langfristig zu sichern“, betonte Dr. Lahl. Dabei sei es für ihn selbstverständlich die 179 Kommunen, die Landkreise und die Landeshauptstadt einzubinden.

„Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit sowohl mit der Regionalversammlung als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle. Der Regionalversammlung danke ich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.“

Dr. Alexander Lahl tritt voraussichtlich im Frühjahr sein Amt an. Er vertritt für acht Jahre den Verband Region Stuttgart, leitet die Verbandsverwaltung und vollzieht die Beschlüsse der Regionalversammlung. Damit folgt er auf Dr. Nicola Schelling, die seit 2014 das Amt innehat. „Ich freue mich sehr auf einen neuen Lebensabschnitt mit neuen spannenden Aufgaben“, so Schelling.

Beworben hatten sich 13 Personen, davon acht Männer und fünf Frauen. Fünf Bewerber*innen hatten die Möglichkeit, sich im Vorfeld im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart vorzustellen sowie in Gesprächen mit den Fraktionen Fragen zu klären. In der heutigen Regionalversammlung haben 83 Regionalrät*innen die finale Entscheidung getroffen.

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news-1093 Tue, 14 Dec 2021 10:56:19 +0100 Wichtige Weichenstellungen in der Regionalversammlung Regionalversammlung entscheidet am Mittwoch, 15. Dezember, über den Haushalt für 2022 sowie weitere wegweisende Themen für die Region. Eines davon ist die Wahl des/der künftigen Regionaldirektor/in. presse/artikel/aktuell/wichtige-weichenstellungen-in-der-regionalversammlung/ Am Mittwoch trifft sich die Regionalversammlung zur letzten, aber zugleich wichtigsten Sitzung des Jahres. Neben der Verabschiedung des Haushalts für das kommenden Jahr diskutiert und entscheidet die Regionalversammlung über die regionale Wasserstoff- und Brennstoffzellenstrategie der Region Stuttgart und sichert die Finanzierung der Internationalen Bauausstellung IBA 2027 StadtRegion Stuttgart.

Darüber hinaus findet die Wahl des Regionaldirektors/der Regionaldirektorin für die neue Amtszeit 2022-2030. Die derzeitige Amtszeit endet im März 2022.

Die Ausschreibung erfolgte Mitte September. Insgesamt sind 13 Bewerbungen beim Verbandsvorsitzenden eingegangen, darunter acht Männer und fünf Frauen. Der Ältestenrat hat in nichtöffentlicher Sitzung eine Vorauswahl getroffen. Diese Bewerber*innen hatten die Möglichkeit, sich im Vorfeld im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart vorzustellen. Der Ausschuss hat bestimmt, wer sich am Mittwoch in der Regionalversammlung vorstellen wird.

Wie Thomas S. Bopp, der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart, mitteilt, werden sich vier Bewerber/innen in alphabetischer Reihenfolge zur Wahl stellen:

  • Andreas Junt (39)

Diplom-Verwaltungswirt, Leiter der Stabsstelle Kommunalaufsicht und Rechnungsprüfung beim Landratsamt Freudenstadt

  • Dr. Alexander Lahl (51)

Theologe, Geschäftsführer der Pflegeunternehmen der Stiftung Liebenau und des Pflegeunternehmens der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Meckenbeuren

  • Dr. Christine Rex (40)

Juristin, Leiterin des regionalen Sonderstabs für gefährliche Ausländer beim Regierungspräsidium Stuttgart

  • Dr. Nicola Schelling (54)

Juristin, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart

Der/Die Regionaldirektor/in wird von der Regionalversammlung als Beamter/in für acht Jahre gewählt. Er/Sie vertritt den Verband Region Stuttgart, leitet die Verbandsverwaltung und vollzieht die Beschlüsse der Regionalversammlung. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der Stimmen der anwesenden Stimmberechtigten erhalten hat.

Die Wahl findet statt am

Mittwoch, den 15.12.2021, voraussichtlich gegen 15:30 Uhr

Carl Benz Arena

Mercedesstraße 73 D

70372 Stuttgart

 

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news-1092 Thu, 25 Nov 2021 11:03:00 +0100 Mehr regionale Finanzierung für IBA’27 in Aussicht Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart spricht sich für Erhöhung der Grundfinanzierung der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart GmbH um jährlich 400.000 Euro aus presse/artikel/aktuell/mehr-regionale-finanzierung-fuer-iba27-in-aussicht/ Der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart hat am Mittwoch der Regionalversammlung empfohlen, die Grundfinanzierung der IBA’27 um jährlich 400.000 Euro für 2022 bis einschließlich 2027 zu erhöhen. Darüber entschieden wird im Rahmen des Haushaltsbeschlusses für 2022 in der Regionalversammlung am 15. Dezember. Die zusätzlichen Mittel der Region sollen über eine Erhöhung die Gesellschafterbeiträge des Verbands Region Stuttgart beziehungsweise der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) zur Verfügung gestellt werden. Der Beschluss fiel einstimmig auf Initiative eines interfraktionellen Antrags von CDU/ÖDP, Bündnis90/Die Grünen, Freien Wählern, SPD und FDP. Bisher bezuschusst die Region die IBA gemäß der 2018 von der Regionalversammlung beschlossenen Finanzierungsvereinbarung mit jährlichen Festbeträgen von 800.000 Euro. Entsprechend der jeweiligen Gesellschafteranteile entfallen davon 446.200 Euro auf den Verband Region Stuttgart und 353.800 Euro auf die WRS.

Das Land fördert die IBA, die als Leuchtturmprojekt mit Bedeutung für ganz Baden-Württemberg gilt, bisher mit jährlich 250.000 Euro sowie durch Unterstützung einzelner Projekte. Zusätzlich hat das Land für 2022 eine einmalige Förderung in Höhe von 300.000 Euro in Aussicht gestellt. Der regionale Wirtschaftsausschuss forderte das Land nun auf, als Gesellschafter in die IBA’27 GmbH einzutreten und den jährlichen Betrag analog zu den Gesellschafterbeiträgen der Landeshauptstadt Stuttgart und der Region spätestens vom Jahr 2023 bis zum Präsentationsjahr 2027 auf insgesamt 1,2 Millionen Euro aufzustocken.

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news-1091 Mon, 22 Nov 2021 10:42:35 +0100 Region bezieht Stellung zur ÖPNV-Strategie des Landes Ziel der weiteren ÖPNV-Verbesserung findet Zustimmung – grundsätzliche Hinweise vor allem zu Verantwortlichkeiten und Finanzierungsfragen presse/artikel/aktuell/region-bezieht-stellung-zur-oepnv-strategie-des-landes/ Der Verband Region Stuttgart unterstützt das Ziel der Landesregierung vollumfänglich, den ÖPNV weiter zu verbessern. Dennoch ist die Region mehrheitlich der Ansicht: Wer Verkehrsleistungen „bestellt“, soll sie auch bezahlen, und die bisherigen Verantwortlichkeiten dürfen nicht ausgehebelt werden. Das sind Kernaussagen der Stellungnahme, die der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Freitag zur „ÖPNV-Strategie 2030“ des Landes Baden-Württemberg beschloss.

Die „ÖPNV-Strategie 2030“ entspringt einem Dialogprozess des Landes von Juli bis Dezember 2020 mit ÖPNV-Akteuren in der sogenannten „Zukunftskommission“. Die daraus empfohlenen rund 130 Maßnahmen wurden im Januar 2021 veröffentlicht und sollen die ÖPNV-Nachfrage bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2010 verdoppeln.  Dies soll unter anderem erreicht werden durch eine Mobilitätsgarantie mit festgeschrieben Takten, dem weiteren Ausbau von Linienverkehren in Kombination mit flexiblen Bedienformen, der digitalen Vernetzung von Verkehrsträgern, einem verbesserten Preis-Leistungsverhältnis oder einem Imagewandel hin zu einer ÖPNV-Kultur. Mit dem Kabinettsbeschluss im Oktober startete die Anhörungsphase. Der Verband Region Stuttgart als Träger des regionalbedeutsamen ÖPNV hat nun Stellung bezogen - nicht zuletzt, da die ÖPNV-Nachfrage in der bevölkerungsreichen Region Stuttgart die landesweite Nachfrage wesentlich mitbestimmt.

In seiner Positionierung äußert sich der Verband Region Stuttgart nicht zu den einzelnen Maßnahmen, sondern verwies hierfür auf die Zielsetzungen im Regionalverkehrsplan. Die Einschätzungen der Region waren daher grundsätzlicher Art: Mit den bereits beschlossenen Verkehrsverbesserungen seien bereits wichtige Grundlagen auf den Weg gebracht, weitere Infrastrukturmaßnahmen sowie die Einführung von des digitalen Zugbeeinflussungssystems ETCS würden diesen Weg konsequent weiter fortsetzen. Zur Frage der Preisgestaltung verwies der Verband auf die Tarifreform als wesentlichen Beitrag für einen preislich attraktiven ÖPNV. Neben der Zusicherung des Landes, diese dauerhaft mitzufinanzieren, sei es zwingend notwendig, dass weitere Tarifabsenkungen, welche die „ÖPNV-Strategie 2030“ vorsieht, vom Land mitfinanziert werden. Über diese Punkte herrschte Einvernehmen. Bei weiteren Themen hingegen fiel der Beschluss mehrheitlich gegen die Stimmen der Fraktionen der Grünen und der Linke/Pirat: So wurde beschlossen, dass verbindliche Vorgaben des Landes für das ÖPNV-Angebot durch die Kommunen nur durch eine dauerhafte und vollumfängliche Landesfinanzierung akzeptabel seien. Die Einführung einer Mobilitätsabgabe zur Zielerreichung der ÖPNV-Strategie des Landes lehnt der Verkehrsausschuss überwiegend ab. Zudem wurde ÖPNV als Pflichtaufgabe für den Verband Region Stuttgart mehrheitlich abgelehnt. Die Regionalversammlung erfülle ihre Aufgaben diesbezüglich bereits auf freiwilliger Basis.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) betonte: „Man muss feststellen, dass wir als Verband Region Stuttgart einen Großteil der Maßnahmen bereits realisiert haben.“ Als Beispiel nannte er den 15-Minuten Takt der S-Bahn. Ganske weiter: „Wir haben den ÖPNV in der Region auf freiwilliger Basis sehr gut nach vorne gebracht.“ Daher brauche man keinen ÖPNV als Pflichtaufgabe. „Mit Blick auf die Zukunft auf der S-Bahn mit ETCS gibt es eine Fülle von Maßnahmen, die wir umsetzen wollen.“ Die Einführung einer Mobilitätsabgabe lehnte er ab.

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) sagte: „Es ist schizophren, dass der Verband Region Stuttgart die Ziele des Landes unterstützt und dann wesentliche Maßnahmen ablehnt.“ In der Hälfte Deutschlands sei der ÖPNV bereits Pflichtaufgabe. Lateier kann daher in der Stellungnahme keine „großartige inhaltliche Differenzen“ erkennen, zumal der Regionalverkehrsplan nun überarbeitet werde. Alle Punkte im Maßnahmenpapier des Landes dienten dem Klimaschutz und könnten die Wende in der Verkehrspolitik herbeiführen.

Bernhard Maier (Freie Wähler) stellte klar: „Wir haben die Aufgabe übertagen bekommen, einen Regionalverkehrsplan zu machen, und sind Träger der S-Bahn. Wir nehmen diese Aufgaben mit erheblichen kommunalen Mitteln sehr gewissenhaft wahr.“ Er kritisierte die „nicht demokratische legitimierte Vorgaben“ des Landes. ÖPNV als Pflichtaufgabe sei ein Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung. Zur Nahverkehrsabgabe forderte er, dass die Maßnahmen „bezahlen soll, wer sie fordert“, also das Land.

Auch Michael Makurath (SPD) forderte: „Das Geld muss der Aufgabe folgen.“ Die Inhalte der Strategie teile man. Wesentlich erscheint seiner Fraktion jedoch, wer darüber entscheide und wie die Maßnahmen ausgestaltet werden. Für eine Pflichtaufgabe ÖPNV gebe es „keine Veranlassung“. Er unterstütze grundsätzlich, über eine ÖPNV-Abgabe nachzudenken, aber nicht, um damit die Ziele des Landes zu finanzieren.

Holger Dorn (AfD) signalisierte die Zustimmung seiner Fraktion zum Beschlussvorschlag im Sinne einer zuverlässigen und streitbaren Vertretung regionaler Interessen.

Für Gabriele Heise (FDP) ist es wichtig, dass mehr Entscheidungen auch beim ÖPNV von den dafür gewählten Gremien getroffen werden. Die Stellungnahme habe nichts mit Opposition zu tun, sondern damit, Zuständigkeit zu beachten. Sie appellierte an das Land, sich daran zu halten.

Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) meinte, der ÖPNV als wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge dürfe keine freiwillige Aufgabe bleiben. Für mehr Verkehr über die Mindeststandards im ÖPNV hinaus brauche es die Nahverkehrsabgabe.

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news-1090 Tue, 16 Nov 2021 07:20:43 +0100 Weiterer Baustein für Fairtrade-Region Stuttgart Erstes Treffen der Steuerungsgruppe zur Verbreitung der Fairtrade-Idee. Region Stuttgart als Vorreiter-Region in Baden-Württemberg presse/artikel/aktuell/weiterer-baustein-fuer-fairtrade-region-stuttgart/ In Deutschland werden pro Kopf jährlich durchschnittlich 11,5 Kilogramm Schokolade, 150 Liter Kaffee und 16 kg Bananen verbraucht. Dahinter steckt in den Anbauländern oftmals eine Entlohnung unter dem Existenzminimum oder Kinderarbeit ohne Aussicht der jungen Menschen auf Schulbesuch. Im Juli hat die Regionalversammlung beschlossen, dass die Region Stuttgart eine „Fairtrade-Region“ werden soll. Mit einer eigens eingerichteten Steuerungsgruppe aus regionalen Organisationen und Initiativen macht sich die Region nun auf den Weg, die Zertifizierung des Vereins „TransFair“ zu erhalten. Die Gruppe hat am Montag zum ersten Mal getagt. Sie soll das Thema in die gesellschaftliche Breite tragen und die Aktivitäten vor Ort koordinieren.

Elena Muguruza, FairHandelsBeraterin und eine Welt-Fachpromoterin Fairer Handel des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V., unterstrich die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens: „Die Situation von Millionen Menschen in vielen Ländern ist mit der Corona-Pandemie noch schlimmer geworden. Die Initiative der Region ist daher ein Zeichen der Hoffnung.“ Faire Produkte zu konsumieren, sollte Standard werden, fordert sie. Konkrete Vorhaben erarbeiten, Best Practice-Botschafter identifizieren und die Vernetzung mit anderen Fairtrade-Regionen suchen, das sind nun einige Vorhaben im weiteren Prozess. Die Steuerungsgruppe besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Verbands Region Stuttgart, der Eine-Welt-Initiative, der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH, der IHK Region Stuttgart, des Dialogforums der Kirchen, der JugendRegion Stuttgart, der Vereine Kultur- und SportRegion Stuttgart sowie Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart.

Die Steuerungsgruppe ist eine Voraussetzung für die Bewerbung. Ein weiteres Erfordernis ist es, bei den laufenden Geschäften des Verbands Region Stuttgart Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel zu verwenden. Zudem müssen Handel und Gastronomie in der Region eine Mindestanzahl an Produkten aus fairem Handel anbieten. Dasselbe gilt für den Einsatz der Produkte in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchengemeinden. Ergänzend sind Bildungsaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. All diese Kriterien sind durch die Gegebenheiten vor Ort in den Fairtrade-Kommunen der Region größtenteils erfüllt. Es wird erwartet, dass mit den Kommunen, die bereits im Zertifizierungsprozess sind, den Erfordernissen bald entsprochen werden kann.

Mit der Zertifizierung möchte die Region Vorreiter werden: Fünf Fairtrade-Regionen gibt es in Deutschland bisher, in Baden-Württemberg noch keine. Weltweit sind über 2.000 Kommunen in mehr als 36 Ländern als Fairtrade-Towns ausgezeichnet. In der Region Stuttgart sind es derzeit 31 Kommunen, fünf befinden sich im Zertifizierungsprozess.

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news-1089 Thu, 11 Nov 2021 08:49:38 +0100 Wie geht es weiter mit der Energie aus Wind und Sonne? Planungsausschuss diskutiert die weiteren Schritte zur Standortsicherung für Windkraft- und Photovoltaikanlagen in der Region presse/artikel/aktuell/wie-geht-es-weiter-mit-der-energie-aus-wind-und-sonne/ Was bedeuten die Festlegungen zum Klimaschutz und zum Ausbau der erneuerbaren Energien im Koalitionsvertrag der Landesregierung für die Region? Und wie wirken sich die Neuauflage des Windatlasses 2019 und eine entsprechend aktualisierte Datengrundlage auf die Auswahl von Standorten für Windkraftanlagen aus? Im Planungsausschuss am Mittwoch gab es eine Bestandsaufnahme zu diesen Fragen mit anschließender Diskussion zu den weiteren planerischen Überlegungen und Schritten.

Eine neue, zentrale Vorgabe durch die Landesregierung bildet in der dicht besiedelten Region Stuttgart eine besondere Herausforderung: Zwei Prozent der Landesfläche sollen für Windkraft und Photovoltaik auf Freiflächen gesichert werden. Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart wurde in diesem Zusammenhang damit beauftragt, das zuständige Landesministerium um Informationen zu den genauen Rahmenbedingungen zu bitten. Diese Vorgaben würden dann zusammen mit potenziellen Flächen für Wind- und Solarnutzung die Grundlage für eine Teilfortschreibung des Regionalplans bilden. Die Geschäftsstelle wird zwischenzeitlich einen Kriterienkatalog für die Findung möglicher Photovoltaik-Flächen vorlegen – basierend auf einer Potenzialstudie des Landes. Bei der Windkraft werden die Daten aus dem Windatlas 2019 zugrunde gelegt, um „Suchräume“ zu definieren, die eine für die Energiegewinnung ausreichende „Windhöffigkeit“ aufweisen.

Vorranggebiete für Standorte regionalbedeutsamer Windkraftanlagen wurden bereits 2011 im Entwurf zur Teilfortschreibung des Regionalplans ermittelt. Das Änderungsverfahren konnte jedoch nicht abgeschlossen werden und ruht derzeit. Die vorliegende Überarbeitung des Windatlasses als zentraler Datengrundlage und damit auch die Änderung des relevanten Schwellenwerts für die Eignung von Standorten, macht eine umfassende Revision des planerischen Vorgehens nötig. Wesentliche Eckpunkte wie Abstände zur Wohnbebauung und ganz aktuell die Umsetzung des Zwei-Prozent-Zieles bringen weiteren Klärungsbedarf. Bei den Arbeiten am Regionalplan wird auch die Öffentlichkeit Gelegenheit haben, sich über die Inhalte zu informieren und Stellung zu beziehen.  

Stimmen der Fraktionen

„Der Sachstandsbericht macht es nicht einfacher, zeigt aber, wo wir stehen und was auf uns zukommt“, befand Roland Schmid (CDU/ÖDP). „Regionen sind sehr unterschiedlich gestrickt, es gibt dichtere und weniger dicht besiedelte Bereiche.“ Daher gebe es Regionen mit 5-6 Prozent Fläche für erneuerbare Energien, aber auch Regionen, die nicht auf zwei Prozent kämen. Da der Windatlas 2019 andere Beurteilungskriterien anlege, stellte sich für Schmid die Frage: „Worauf kann man aufbauen und wo müssen wir von vorne anfangen?“ Photovoltaik sei besser mit der Landschaft vereinbar als Windkraftanlagen: „Hier müssen wir Schwerpunkte setzen“, so Schmid. „Wir waren damals schnell, inzwischen haben sich die Verfahren verfeinert, deshalb ist es auch klar, dass es neue Vorgaben geben muss“, konstatierte Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Mit den 27 Anlagen sei trotzdem schon ein namhafter Beitrag geleistet worden. Bezüglich der Photovoltaik-Anlagen verwies Kraus-Prause auf den Antrag ihrer Fraktion, Potentiale entlang von Bahn- und Autobahnstrecken zu heben, bevor Grünzüge dafür angedacht werden. Sie sprach sich für eine landesplanerische Regionalisierung aus: „Es leuchtet ein, dass die Region Stuttgart aufgrund ihrer Siedlungsdichte mit anderen Maßstäben gemessen werden muss.“ Um den Zeitplan machte sich Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) Sorgen, „vor allem den vom Land“. Er befürchtete „einen weiten Weg, der vor uns liegt.“ Regina Traub (SPD) hob hervor, dass zwölf Neuanlagen im Jahr 2020 nicht genug seien. „Ziel muss es sein, möglichst viele Standorte zu finden.“ Sie bat darum, neue Flächen, die sich durch den Windatlas 2019 ergeben, als Vorarbeit schon herauszusuchen. Weiter stellte sie die Frage, was mit Standorten passiere, die nach den neuen Berechnungen nicht mehr als geeignet gelten. „Teilweise sind dort schon Planungen entstanden“, so Traub. Bei Photovoltaik-Anlagen müsse man die Auswirkungen auf das Landschaftsbild bedenken.  Joachim Hülscher (AfD) bezeichnete das Zwei-Prozent-Ziel als „politisch aus der Luft gegriffen“. „Wir sehen ja, dass die Investoren nicht in Scharen Schlage stehen, dass muss man sich bewusst machen.“ Einen „harten Brocken“ sah Kai Buschmann (FDP) in den neuen Daten. „Bei 53 Prozent der Vorranggebiete haben wir Entscheidungen auf falscher Faktenbasis getroffen.“ Da mit diesem vorläufigen Plan aktuell noch bei Bauanträgen für Windkraftanlagen argumentiert werde, müsse man für die Zwischenphase entscheiden, wie man mit diesen Anträgen umgehe. „Es gibt andere Hinderungsgründe als die Regionalplanung und die liegen vor allem dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zugrunde“, betonte Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT). Er hoffe, dass diese durch die neue Evaluation ausgeräumt werden.

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news-1088 Thu, 28 Oct 2021 12:52:28 +0200 Viele Bauarbeiten für Zukunftsfähigkeit des Bahnknotens Stuttgart notwendig S-Bahn Stuttgart kündigt Optimierungen für die nächste Stammstreckensperrung an. Zusätzliche Sperrungen der Stammstrecke in den Jahren 2024 und 2025 geplant presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1088&cHash=be50c4fa040aabceaf313ada7cdba864 In den Sommerferien war die Stammstrecke der S-Bahn erstmals in ihrer Geschichte für einen mehrwöchigen Zeitraum vom 31. Juli bis zum 12. September 2021 außer Betrieb. Grund waren notwendige Baumaßnahmen zur Ertüchtigung der Gleise und zur digitalen Weiterentwicklung der Strecke. Im Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart vom Mittwoch hat Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn Stuttgart, über den Betrieb, die Ersatzverkehre und Fahrgastinformation während der Baustelle berichtet und einen Ausblick gegeben, wie die Abläufe für das nächste Jahr optimiert werden können. Das Gremium hat in der Folge zugestimmt, die Kosten für einen kurzfristigen verkehrlichen Zusatzbedarf im Sommer zu tragen. Zudem hat der Ausschuss beschlossen, zusätzliche verkehrliche Entlastungsmaßnahmen wie die Taktverdichtung der RELEX-Buslinie X60 sowie die Verlängerung der Stadtbahn U34 bis Stuttgart-Vaihingen auch für den Zeitraum der Stammstreckensperrung 2022 zu bezuschussen. Darüber hinaus gab die Deutsche Bahn in der Sitzung einen Ausblick auf die anstehenden Baustellen der nächsten Jahre in der Region Stuttgart und kündigte weitere Stammstreckensperrungen in den Jahren 2024 und 2025 an. Zweitere steht im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Mittnachtstraße und mit einem Testbetrieb sowie dem Start der digitalen Schiene (ETCS).

Stammstreckensperrung im Sommer 2021

Während der ersten beiden Augustwochen erfolgte der Betrieb sehr zufriedenstellend. „Der Ersatzfahrplan der S-Bahn erwies sich als robust und die Kapazitäten im Busersatzverkehr waren ausreichend – nach geringen Anfangsschwierigkeiten hat es in Summe gut funktioniert“, äußerte sich Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn Stuttgart in der Sitzung. „Auch die Vorabkommunikation war zielführend und das Konzept wurde gut von den Reisenden angenommen.“ Ab der zweiten Augusthälfte kam es allerdings zu gravierenderen Problemen im S-Bahn-Verkehr: Bei zahlreichen S-Bahn-Fahrzeugen wurde ein außergewöhnlich hoher Verschleiß an den Rädern festgestellt, der mit der umleitungsbedingt intensiven Nutzung der bogenreichen Panoramabahn in Verbindung gebracht wird. Der S-Bahn-Verkehr auf der Panoramabahn wurde daher eingestellt. In den darauffolgenden Tagen konnte jedoch ein eingeschränkter Notbetrieb mit Ersatzfahrzeugen zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen aufgebaut werden. Hinzu kamen weitere Einschränkungen: Baustellen und unterschiedliche Sperrzustände auf der Gäubahn, die dreiwöchige Totalsperrung der Filstalbahn zwischen Stuttgart und Ulm und Störungen wie der Ausfall der Fernsteuerung des Stellwerks in Marbach. An mehreren Tagen kam es auch zu Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), infolge derer der gesamte S-Bahn-Verkehr reduziert wurde. Darüber hinaus wurde der Bonatz-Bau am Stuttgarter Hauptbahnhof über beinahe vier Tage hinweg aus Sicherheitsgründen gesperrt.

„Allerdings ist es uns gelungen, nach Inkrafttreten der Probleme innerhalb kürzester Zeit ein neues Betriebsprogramm zu entwickeln, abzustimmen und umzusetzen“, sagte Dr. Rothenstein. Um die Folgen abzumildern, wurde unter anderem in Absprache mit der SSB der Fahrplan der Linie U34 abermals ausgedehnt. Trotz der Probleme bei der diesjährigen Sperrung sei man zudem optimistisch, dass im kommenden Jahr während der Stammstreckensperrung das Konzept mit den S-Bahn-Umleitungen über die Panoramabahn wieder gefahren werden könne. „Das Ergebnis der Expertenanalyse zum erhöhten Radverschleiß an den Fahrzeugen der S-Bahn Stuttgart erwarten wir Ende November“, so Dr. Rothenstein. „Das Zwischenergebnis zeigt aber schon positive Ansätze. Die S-Bahn-Wendeschleife an der Schwabstraße weist ebenfalls einen engen Radius auf. Dort wird durch Schmieren der Schienen der Abrieb an Rädern und Schienen auf normalem Niveau gehalten“, sagte er. Auch Erfahrungen aus ähnlichen Situationen in Nordrhein-Westfahlen sprechen für diese Lösungsmöglichkeit.

Für die Stammstreckensperrung in 2022 möchte die S-Bahn Stuttgart zudem das bewährte Kommunikationskonzept erneut auflegen: „Darüber hinaus soll eine Linie des Regionalverkehrs während der Stammstreckensperrung über die Panoramabahn fahren“; sagte Dr. Rothenstein. Auch ein Probe-/Testbetrieb nach Abschluss der Baumaßnahmen vor der Wiederaufnahme des Regelverkehrs ist angedacht.

Baumaßnahmen ab 2022

In der Sitzung des Verkehrsausschusses stellte die Deutsche Bahn zudem weitere Baumaßnahmen vor, die den S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr in der Region Stuttgart in den folgenden Jahren mit erheblichen Einschränkungen betreffen. Hintergrund ist der Abbau des Instandhaltungsrückstaus sowie der Ausbau des Schienennetzes.  Konkreter werden zudem die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 mit dem neuen Hauptbahnhof und die Umstellung auf die digitale Leit- und Sicherungstechnik ETCS. Eine wichtige Rolle spielen hierbei weiterhin Arbeiten entlang der S-Bahn-Stammstrecke:

„Nach den Bauarbeiten in der Haltestelle Hauptbahnhof (tief), die planmäßig im November 2021 abgeschlossen werden, stehen nun die weiteren Haltestellen entlang der Stammstrecke an“, so Michael Groh, Leiter Regionalbereich Südwest bei der DB Station und Service AG. Die Maßnahmen an den Halten Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld sollen 2022 erfolgen, „wobei die Umbauarbeiten in den Haltestellen Feuersee und Universität eventuell auf 2023 geschoben werden“, sagte Groh weiter. „Gemeinsam mit den Umbauarbeiten im Bereich der Haltestelle Hauptbahnhof investiert die Deutsche Bahn rund 35 Millionen Euro.“

Ab 2022 finden zudem neben Gleisarbeiten und dem Austausch von Weichen Maßnahmen zur Montage und zum Anschluss signaltechnischer Elemente für die digitale Steuerungstechnik (ETCS) statt.

„Allerdings haben sich die Planungen in dem Sinne geändert, dass auch im Jahr 2024 eine Stammstreckensperrung erfolgen muss“, so Rüdiger Weiß, Leiter Betrieb und Fahrplan Südwest bei der DB Netz AG.

In Arbeit ist derzeit darüber hinaus ein Konzept für den Anschluss der neuen Strecken und der Haltestelle Mittnachtstraße an das bestehende Schienennetz und zur Inbetriebnahme von ETCS. Dies ist für den Sommer und Herbst 2025 angedacht. Auch hier wird es wieder zu Eingriffen in den S-Bahn, Regional- und Fernverkehr und einer Stammstreckensperrung kommen: „Der genaue Umfang der Sperrung ist allerdings noch nicht ausgearbeitet. Sobald dies erfolgt ist, werden wir das Konzept vorstellen“, so Weiß weiter.

Auch abseits der Stammstrecke stehen in den folgenden Jahren Maßnahmen an, die sich auf den Bahnverkehr auswirken. In Bad Cannstatt müssen von Februar bis Oktober 2022 von Montag bis Samstag zur Mittagszeit einzelne Gleise gesperrt werden. Die betreffenden Züge werden entsprechend auf andere Gleise umgeleitet. Hintergrund ist das Absammeln von Eidechsen.

Auf Grund der Erneuerung der Eisenbahnüberführung Feuerbach Borsigstraße müssen vom 15. Mai 2023 bis 14. Juni 2023 sowie vom 30. November 2023 bis 9. Dezember 2023 die S-Bahn-Gleise zwischen Zuffenhausen und Pragtunnel gesperrt werden. In der Folge entfallen die Linie S6/60 zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart Schwabstraße sowie teilweise die Linien S4/S5 zwischen Ludwigsburg und Stuttgart Schwabstraße. In der zweiten Bauphase vom 30. Juni 2023 bis 4. Juli 2023 muss erneut die Linie S6/60 zwischen Zuffenhausen und Stuttgart Schwabstraße entfallen.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) zeigte sich geschockt von der Ausweitung der Sperrungen von drei auf fünf Jahre: „Das ist fast eine Verdopplung der Bauzeit.“ Trotzdem sei es natürlich wichtig, dass ETCS nicht nur angeschlossen, sondern auch ausreichend getestet werde. „Wenn es dann nicht funktioniert, schießen wir uns ins eigene Knie.“ Rückblickend auf 2021 sagte er: „Es ist sicherlich kein alltägliches Thema, die verkehrliche Hauptschlagader einer Region sperren zu müssen.“ Die Vorbereitung sei nicht perfekt gewesen: „Aber gut war, dass man schnell reagiert hat“, so Ganske weiter. „Die S-Bahn auf der Panoramabahn herauszunehmen, war die richtige Entscheidung – Sicherheit geht vor.“ Zudem müssen man Überlegungen anstellen, gerade den On-Demand-Verkehr nicht nur im Schienenersatzverkehr, sondern auch im Regelbetrieb weiterzuentwickeln.

„Die weitere Sperrung in den Jahren 2024 und 2025 ist natürlich eine Hausnummer für die S-Bahn-Reisenden“, sagte Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Umso wichtiger sei es nun, der Öffentlichkeit transparent darzustellen, wie es um das Streckennetz in der Region steht. „Bleiben uns solche Maßnahmen in der Zukunft dann erspart?“ Die erste Hälfte der Stammstreckensperrung 2021 lobte der Regionalrat hingegen. „Jedoch muss man beachten, dass in den nächsten Jahren nicht mehr Corona-bedingt so wenige Fahrgäste unterwegs sind.“ Ein Auffangen durch die SSB könnte dann erschwert werden. Zudem forderte Lateier die Deutsche Bahn auf, nach Abschluss des Berichtes zum Radverschleiß an den S-Bahn-Zügen nochmals im Gremium vorstellig zu werden.

Bernhard Maier (Freie Wähler) zeigte sich besorgt, dass die S-Bahn durch die Verlängerung der Sperrungen ihren Ruf verliert. „Diese Maßnahme bedauere ich sehr und sie wird die Begeisterung für die S-Bahn definitiv nicht stärken.“ Jedoch sei die Sanierung der Stammstrecke alternativlos. Er lobte die Leistung und Logistik der vergangenen Sperrung, „vor allem auch in Situationen, die so absolut nicht vorhersehbar waren.“ Zudem betonte er die Notwendigkeit, aufzuklären, woher die Probleme auf der Panoramabahn herrührten. „Die Strecke soll künftig eine zentrale Rolle spielen, von daher ist es wichtig, einschätzen zu können, was die Panoramabahn leisten kann.

Die weiteren Sperrungen seien eine schlechte Nachricht für die Fahrgäste, äußerte sich Thomas Leipnitz (SPD) „Sorgen macht uns vor allem das Schienenersatzkonzept für 2025, wenn die Panoramabahn vielleicht gar nicht mehr zur Verfügung steht.“  Den langfristigen Schaden für die S-Bahn müsse man abwarten. Für Leipnitz war es klar, dass es bei einem solch großen Eingriff wie der Sperrung diesen Sommer zu Kinderkrankheiten kommt: „Alles andere wäre naiv.“ Wichtig sei es jetzt zu wissen: „Ist es tatsächlich mit einer besseren Schmierung getan oder was ist die endgültige Lösung für die Panoramabahn?“

Joachim Hülscher (AfD) appellierte an die Deutsche Bahn, bei den Baumaßnahmen alles Mögliche auszuschöpfen, um den Ablauf zu beschleunigen, „damit wir 2026 gut aus der Situation herauskommen“, so Hülscher. Bezogen auf die erste Sperrung dankte er für die logistische Leistung: „Das wurde souverän bewerkstelligt und wir hoffen, dass es in den nächsten Jahren ähnlich läuft.“ Zudem sei man gespannt auf den Abschlussbericht zum Thema Panoramabahn. 

Gabriele Heise (FDP) forderte die Deutsche Bahn auf, den Zeitpunkt für die Sperrung in Feuerbach zu überdenken: „Für den wichtigen Schulstandort ist eine Sperrung mitten in der Prüfungszeit schwierig.“ Armin Servani (FDP) dankte für den ehrlichen Bericht zur Sperrung in 2021: „Wo man früher nur Kleinigkeiten repariert hat, gab es jetzt den großen Rundumschlag.“ Der Regionalrat lobte zudem die sehr gute Kommunikation im Vorfeld. Allerdings gelte es zu berücksichtigen, dass bei den nächsten Sperrungen mit mehr Fahrgästen zu rechnen sei.

Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) zeigte sich ob der Verlängerung von drei auf fünf Jahre überrascht: „Ist damit auch die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 gefährdet?“ Zudem forderte er einen guten Ersatzverkehr für die Baumaßnahmen in Feuerbach. Für Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) hat bei der ersten Sperrung eine Menge gut funktioniert. „Trotzdem gab es auch vermeidbare Fehler.“ So solle die Deutsche Bahn prüfen, ob die Fahrer des Schienenersatzverkehrs ausreichend geschult wurden und gegebenenfalls im Jahr 2022 in diesem Bereich nachbessern.

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news-1087 Thu, 28 Oct 2021 12:45:59 +0200 RegioRadStuttgart nimmt weiter an Fahrt auf Der Jahresbericht zu RegioRadStuttgart zeigt ein wachsendes Netz und steigende Kundenzahlen. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet das Maßnahmenpaket des Verbands Region Stuttgart. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1087&cHash=f1bc91c190b4e9e166447d2dc5807522 205 Stationen, 43 Kommunen, 1.500 Räder und über 32.500 Kunden, so die aktuellen Zahlen: Das RegioRadStuttgart-Netz ist auch im letzten Jahr gewachsen und das Verleihsystem verzeichnet trotz Pandemie einen stetigen Kundenzuwachs. Bei der Vorstellung des Jahresberichts im Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch sagte Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator von RegioRadStuttgart: „Unser umweltbewusstes und regionsweites Fahrrad- und Pedelecverleihsystem wird auch in Zukunft weiter ausgebaut. Mehr als 50 Stationen mit rund 270 neuen Rädern befinden sich aktuell in der Umsetzung, weitere sind in der Planung. Dies ist nicht zuletzt dem Förderprogramm des Verband Region Stuttgart zu verdanken“

Der Verband Region Stuttgart hat im Sommer 2020 ein umfangreiches Konzept beschlossen, das den Ausbau des interkommunalen Fahrrad- und Pedelecverleihsystems voranbringt. Herzstück ist das Förderprogramm „Zwei für eine“, mit rund einer Million Euro an regionalen Mitteln werden insgesamt 42 Stationen kofinanziert. Lena Wenninger koordiniert als regionale „Kümmerin“ Kommunenanfragen, Marketingaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit und fungiert als Bindeglied zwischen RegioRadStuttgart-Partnern, Landeshauptstadt, Verband und DB Connect. „RegioRadStuttgart ist ein Paradebeispiel interkommunaler Zusammenarbeit. Immer mehr Städte und Gemeinden der Region schließen sich der RegioRadStuttgart-Familie an. Bald können die Fahrräder und Pedelecs in rund 50 Kommunen in der Region entliehen werden“, so Wenninger. Der Verband hat zudem im August 2020 für PolygoCard-Inhaber 15 Freiminuten für Pedelecs ermöglicht, die sich einer hohen Nachfrage erfreuen: 71 Prozent aller Pedelec-Fahrten erfolgten seither im polygoCard-Tarif, 61 Prozent davon dauerten maximal 15 Minuten und waren somit gratis. Mit der Einführung einer Gruppenbuchungsfunktion können außerdem bis zu 15 RegioRäder und Pedelecs frühzeitig verbindlich reserviert werden.

Trotz insgesamt positiver Entwicklung machte sich die Pandemie bemerkbar: Mit 132.000 Nutzungsvorgängen lag der Wert im Jahr 2020 um 26 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Dämpfer ist vergleichbar mit anderen öffentlichen Fahrradverleihsystemen. Seit Januar 2021 ist wieder eine kontinuierliche Zunahme an Fahrten zu verzeichnen. Neben Touristen und Freizeitradlern als wichtiger Nutzergruppe wird für Pendelfahrten, die mit dem Lockdown zurückgingen, in Zukunft wieder ein deutlicher Anstieg prognostiziert.

Hintergrund

Das interkommunale und regionsweite Fahrrad- und Pedelecverleihsystem RegioRadStuttgart wird betrieben von der Deutschen Bahn Connect GmbH und koordiniert von der Landeshauptstadt Stuttgart. Tragende Idee ist es, ein regionsweites, möglichst lückenloses Verleihsystem sowohl entlang der Haltepunkte des öffentlichen Schienenpersonennahverkehrs als auch in der breiten Fläche anzubieten. Zielgruppe sind sowohl Pendler, Kurzstreckenfahrer als auch Tourenradler.

Stimmen aus den Fraktionen

Für Matthias Rady (CDU/ÖDP) liegt die positive Entwicklung nicht nur an den Subventionen, sondern auch an der Angebotserweiterung durch die vom Verband unterstützte Gruppenbuchung und Freiminuten für Pedelecs. „Was einfach zur Bewältigung der letzten Meile gedacht war, hat sich zu einem großen Netz entwickelt“, zeigte sich Rady erfreut. Potentiale sieht er „gerade in touristisch interessanten Gebieten wie dem Albtrauf, hier gibt es noch viele weiße Flecken und ein Ausbau wäre wünschenswert.“

„Nach zwei Jahren RegioRadStuttgart können wir nun eine Zwischenbilanz ziehen und erkennen, dass wir auf einem guten Weg sind“, betonte Philipp Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Er kritisierte, dass die kleinere Metropolregion Rhein Neckar fast 50 Prozent mehr Leihfahrräder anbiete. „Wir können also nicht am Ende angelangt sein.“ Wichtig sei es auch, daran zu arbeiten, die Barrieren zur Nutzung abzubauen, so zum Beispiel die korrekte Verfügbarkeitsanzeige in der App.

Karl-Heinz Balzer (Freie Wähler) war erfreut: „2018 war diese Erfolgsstory gar nicht denkbar.“ Seine Fraktion sehe aber auch Steigerungsbedarf, weshalb sie insbesondere die Marketingmaßnahmen für richtig und notwendig halten, so Balzer weiter. „Das Förderprogramm hat eingeschlagen, wenn nun auch noch die Marketingmaßnahmen einen Push nach oben geben, sind wir zuversichtlich.“

„Der Aufbau der Stationen ist das Geheimnis für mehr Nutzer, denn die benötigen ein dichtes Netz“, so Michael Makurath (SPD). Er kritisierte den „überdeutlichen Schwerpunkt in Stuttgart“, daher müsse man sich auf den Ausbau in den Kommunen konzentrieren. „RegioRadStuttgart muss ein festes Angebot der kommunalen Verkehrsangebote werden, daran müssen wir weiterarbeiten“, konstatierte Makurath.

„Alles was gut ist, kann man auch noch ein Stück besser machen“, betonte Gabriele Heise (FDP). Regional gebe es viele Flecken, die noch gefüllt werden können. Positiv bewertete Sie den Flyer mit den Radtouren als gelungene Werbemaßnahme.

Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) war überzeugt: „Wenn Kommunen sehen, was die Nachbargemeinde kann, werden sie sich vielleicht auch eine Station gönnen.“ Manchmal stehe bei Fahrrädern der Hinweis ‚defekt‘, daran müsse noch gearbeitet werden.

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news-1086 Thu, 21 Oct 2021 09:58:30 +0200 Region Stuttgart hat beim Glasfaserausbau Priorität Projektpartner Telekom Deutschland GmbH berichtet über Stand, Ziele und Perspektiven des Ausbauprogramms presse/artikel/aktuell/region-stuttgart-hat-beim-glasfaserausbau-prioritaet/ Kann die Ausbaugeschwindigkeit in der Region erhöht werden? Wie sind die Chancen, 100 Prozent der Haushalte an Glasfaser anzuschließen? In der Regionalversammlung am Mittwoch ging Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie der Telekom Deutschland GmbH, auf Fragen rund um das Voranschreiten des regionalen Gigabitprogramms sowie die weitere Ausbaustrategie ein.

Basierend auf dem Rahmenvertrag aus Mai 2019 wird der Glasfaserausbau in der Region Stuttgart nach Aussage der Telekom im Vergleich zu anderen deutschen Regionen priorisiert – dies solle auch trotz der mittlerweile deutschlandweit vorangetriebenen Ausbauaktivitäten weiterhin so bleiben. Organisiert ist das Kooperationsprogramm mit der Telekom in der eigens dafür gegründeten Gigabit Region Stuttgart GmbH, die den Breitbandausbau gemeinsam mit den Zweckverbänden der Landkreise und der Landeshauptstadt steuert. Über 100 Gewerbegebiete in der Region wurden seither mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet sowie 200.000 Haushalte bis Ende 2021. In der gemeinsamen Planung festgehalten sind 80.000 Glasfaseranschlüsse pro Jahr. 100.000 pro Jahr sollen es künftig werden. Um das Tempo beim Ausbau zu erhöhen, müssten, so Goldenits, einige wichtige Voraussetzungen erfüllt werden: angefangen bei geringeren Auflagen bei Baumaßnahmen und kürzeren Genehmigungsverfahren bis zu erleichtertem Zugang zu Häusern und dem Einsatz digitalisierter Prozesse. „Wir brauchen auch die Möglichkeit, alternative Verlege-Methoden einzusetzen. Mit dem traditionellen Verfahren schaffen wir 150 Meter am Tag, mit neuen Verfahren 500 Meter und noch am selben Tag ist alles wieder zugemacht“, veranschaulichte er. Die Telekom habe alle Anforderungen des Vertrags erfüllt. Das Programm sei strategisch und politisch einzigartig. Ziel sei es, für die Region Stuttgart das beste Mobil- und Glasfasernetz Deutschlands zu bauen.  „Der Anteil der Telekom am Ausbau in Deutschland ist größer als 60 Prozent, für 100 Prozent sind weitere Anbieter nötig.  Deswegen öffnen wir unsere Netze für andere Provider und bauen gemeinsam mit Kommunen Netze aus.“ 

Arbeitsteilung mit Stadtwerken

Für den Ausbau der benötigten Infrastruktur hat die Telekom teilweise Einzelvereinbarungen mit den jeweiligen Stadtwerken der Mitgliedskommunen in den Zweckverbänden geschlossen, die in der Regel auf 30 Jahre ausgelegt sind. Die Stadtwerke verlegen die unbeschaltete Glasfaser, also Leitungen, an denen noch keine aktiven optischen Komponenten für Versand und Empfang von Daten über die Glasfaserverbindung angeschlossen sind. Diese noch „unbeleuchteten“ Netze werden von der Telekom für den Betrieb angemietet. Ein offener Marktzugang sieht die Telekom insoweit gewährleistet, dass die Endkunden zwischen der Telekom und deren Vertriebspartnern wählen können.

Stimmen aus den Fraktionen

Elisabeth Schick-Ebert (CDU) nahm „das klare Commitment der Telekom zum vorrangigen Ausbau der Breitbandversorgung in unserer Region gerne zur Kenntnis“. „Die Pandemie hat uns in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, wie wichtig eine gute digitale Infrastruktur ist. Mit der Gigabit Region Stuttgart wollten wir vom deutschen Schneckentempo des digitalen Ausbaus zumindest in den Trab wechseln – ein Ausbaugalopp wäre uns natürlich lieber.“ Denn die Bandbreite sei heute ein kritischer Wettbewerbsfaktor. Sie betonte: Wichtig sei es ebenfalls, im mobil geprägten Alltag auch den Ausbau des mobilen Netzes zu forcieren, nicht zuletzt als „Plan B“ bei überlasteten Netzen. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur mit der Gigabit Region Stuttgart sei effektiv, weil alle in der Region profitieren könnten und effizient, weil man dort die Expertise für die ganze Region gebündelt hätte. Zur langen Dauer von Genehmigungsverfahren forderte Schick-Ebert aber „einen politischen Diskurs, wie wir die Genehmigungsverfahren beschleunigen können.“

„Deutschland spielt bei der Glasfaser allenfalls in der zweiten Liga“, konstatierte Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Man sei auf Weltranglistenplatz 37. Breitbandversorgung sei existenziell für die Arbeit, die Bildung, das gesellschaftliche Leben, für die Zukunft. „Vor Start des Gigabit-Projekts hatten nur 1,3 Prozent der Anwohner Zugang zu Glasfaser. Und Glasfaser kostet Geld.“ Die Telekom sei in Vergangenheit zögerlich beim Ausbau gewesen, daher die Vorbehalte. Es sei jedoch nötig gewesen, die Kommunen zu bündeln, die Gigabit Region zu gründen und das Ausbauprogramm auszuschreiben, bei dem die Telekom eben gewonnen habe. „Der Glasfaserausbau ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Region. Umso erstaunter waren wir über Aussagen des Telekom-CEO zum bundesweiten 100-Prozent-Ziel.“  Lateier sah aber das Gute, denn „wer Zusagen über 100 Prozent macht, muss 90 Prozent schon vor 2030 bringen.“ Und wer bei seinen Aussagen außerdem Wettbewerber miteinbeziehe, müsse auch den „open access“ vorantreiben.

Andreas Hesky (Freie Wähler) stellte fest: „Marketingaussagen dürfen nicht immer für bare Münze genommen werden.“ Die Botschaft der Telekom, Deutschland bis 2030 ans Glasfasernetz zu bringen, hätte „ins Mark getroffen“, weil sie im „krassen Widerspruch“ zu den Absprachen mit der Region stünden. „Heute haben wir erfahren, es war anders gemeint und die Telekom setzt darauf, dass es auch andere Partner gibt, die mit ihr gemeinsam an der Mammut-Aufgabe arbeiten, Deutschland ans Netz zu bringen.“  Nach den ersten zweieinhalb Jahre seien erste zählbare Ergebnisse vorhanden, allzu große Euphorie sei aber verfrüht. Was bisher jedoch fehle, sei eine auf die veränderte Marktsituation mit mehr Anbietern angepasste Ausrichtung der Gigabit Region: „Die Aufgabe der Gigabit Region ist es, dass ein abgestimmtes Verfahren – ohne Rosinenpickerei und ohne Überbau bestehender Leitungen – stattfindet und Kommunen mit einer schwierigen Ausbautopografie leer ausgehen.“, so Hesky.

Michael Makurath (SPD) begrüßte es zu hören, dass die Telekom zur gemeinsamen Vereinbarung steht. „Wichtig ist es, dass die 90 Prozent Glasfaser in der Fläche umgesetzt werden und sich die Telekom nicht nur die Kirschen herauspickt.“ Denn das sei das, was das Gigabit-Projekt zum Leuchtturmprojekt macht. Deswegen sei es auch nicht erstaunlich, dass andere Regionen anklopften. „Aber die Ressourcen für Region müssen zeitnah da sein“, so Makurath. Man sei gut unterwegs und könne als „lernende Organisation“ mit der Gigabit Region, den Zweckverbänden und der Telekom Hemmnisse gemeinsam ausräumen. Um das Ziel der Flächendeckung zu erreichen, erwarte er von der Gigabit Region, dass sie gemeinsam mit den Partnern eine kluge Strategie entwickle.

Stephan Köthe (AfD) kritisierte, dass günstige, maximal schnelle Netzwerkanschlüsse und 100 Prozent Abdeckung zwar Realität in Stockholm seien, nicht aber in der Region Stuttgart. Basierend auf aktuellen Zahlen zum Ausbautempo bis 2020 müsse die Region bei gleichbleibendem Ausbautempo darauf noch 40 Jahre warten, anhand der neuen Zahlen immer noch über zehn Jahre für 90 Prozent Deckung. Er folgerte: „Es war ein Fehler, dass die öffentliche Hand die Telekommunikationsinfrastruktur aus der Hand gegeben hat.“ Man könne der Telekom nicht verübeln, dass sie nur dort ernsthaft an einem Glasfaser-Ausbau interessiert sei, wo eine Aussicht auf schnellen Gewinn gebe.

“Glasfaser faster, schnelles Internet schneller – das war das Versprechen, mit dem uns 2018 die Kooperation mit der Telekom über die Gigabit Region Stuttgart GmbH schmackhaft gemacht wurde”, sagte Gabriele Heise (FDP). Damals sei ihre Fraktion skeptisch gewesen, weil man damit einen Fast-Monopolisten ins Leben gerufen habe. Gemessen an den Zahlen habe man immer noch Zweifel. Rund 200.000 Haushalte seien bis Ende des Jahres versorgt – von über 1,4 Millionen Haushalten. Damit sei die große Mehrheit noch nicht mit schnellem Internet gesegnet. „Vielleicht ist es eine gute Leistung der Telekom, aber nicht genug gemessen am Bedarf. Die vielen Selbstständigen und Betriebe außerhalb von Gewerbegebieten ebenfalls nicht mit eingerechnet.“

„Wir müssen über das Problem reden, vor dem meine Fraktion damals gewarnt hatte“, erklärte Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT. „Es zeichnet sich ab, dass unwirtschaftliche Gebiete beim Ausbau nach hinten geschoben werden.“ Die Versorgung mit schnellem Internet gehöre in die öffentliche Hand. Nach Luckes Auffassung strebt die Telekom Monopolstellung in Sachen Breitbandausbau an und das zum Nachteil der Region Stuttgart und seiner Bürgerinnen und Bürger. Hier räche sich nun die Entscheidung, auf ein eigenes regionales Backbone-Netzwerk mit einem pluralistischen Angebot unterschiedlicher Provider zu verzichten. „Für uns gilt die Devise: Breitbandausbau auf jeden Fall, aber in Zukunft besser ohne die Telekom“, schloss Lucke.

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news-1085 Thu, 21 Oct 2021 09:54:40 +0200 Den Wirtschaftsstandort und Umweltschutz im Fokus Fraktionen bringen 88 Anträge in die Regionalversammlung ein. Aussprache zum Haushaltsentwurf für 2022 presse/artikel/aktuell/den-wirtschaftsstandort-und-umweltschutz-im-fokus/ 88 Anträge haben die Fraktionen der Regionalversammlung am Mittwoch zum Haushalt 2022 des Verbands Region Stuttgart gestellt. Der Budgetentwurf, den Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling Ende September eingebracht hatte, umfasst ein Gesamtvolumen von knapp 680 Millionen Euro. Die Anträge beziehen sich in diesem Jahr vor allem auf die Förderung der Region als nachhaltigen Wirtschaftsstandort, auf eine sparsame und zukunftsgerichtete Inanspruchnahme von Flächen für Wohnen und Gewerbe, auf Klimaschutz, den Ausbau erneuerbarer Energien und Nachhaltigkeit sowie die Stärkung des ÖPNV.

Stärkung der Region als Wirtschaftsstandort

Die Künstlichen Intelligenz (KI) möchten CDU/ÖDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Wähler, SPD und FDP mit einem interfraktionellen Antrag fördern. Die Region soll gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) ein Kofinanzierungsprogramm entwickeln, um Bausteine für einen Innovationspark KI auf den Weg zu bringen. Akteure sollen vernetzt und die Kooperation mit den Regionen Karlsruhe und Neckar-Alb soll fortgeführt werden.

Aber auch in anderen Wirtschaftszweigen soll der Standort Region Stuttgart weiter gestärkt werden: Die CDU/ÖDP sieht Chancen im Bereich IT-Hardware-Entwicklung und -Produktion, aber auch bei der Medienproduktion. Hierzu soll die WRS Standortanalysen durchführen und Konzepte erarbeiten. Für eine bessere Vernetzung soll ausgelotet werden, ob das Konzept „Factory Berlin“ in die Region Stuttgart expandieren kann.

Zur Geltung kommt auch das Thema „Fachkräfte generieren und binden“: Die CDU/ÖDP fordert hierzu ein Netzwerkangebot für neue Fachkräfte, damit diese sich schneller heimisch fühlen, die SPD einen Bericht über Angebote und Strukturen zur Qualifizierung Beschäftigter in den regionalen Leitindustrien im Zuge des Transformationsprozesses.

Die AfD möchte einen Überblick zur Lage und Leistungsfähigkeit bestehender oder im Aufbau befindlicher Güterumschlagplätze bzw. Umladeterminals als Schnittstelle zwischen Güterfernverkehr und Verteilerverkehren in der Region und interessiert sich für Ergebnisse eines Pilotprojekts für stadtverträgliche Logistik.

Die FDP-Fraktion möchte im Zuge der verstärkten Nutzung von Mobilem Arbeiten 100.000 für die Entwicklung eines Büro- und Co-Working-Konzepts für Arbeitsplätze im ländlichen Raum Euro in den Haushalt einstellen.

Flächennutzung in der Zukunft: Wohnen und Gewerbe

Bei den Anträgen für das kommende Haushaltsjahr spielt für die Fraktionen die künftige Nutzung von Flächen eine wichtige Rolle. Die CDU/ÖDP möchte auf schnellere und einfachere Planungsverfahren hinwirken. Zudem fordert die Fraktion, im Umfeld von S-Bahn-Stationen weitere bauliche Verdichtung zu prüfen, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN möchte wissen, inwiefern eine Erhöhung der Bruttowohndichte sich auf die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum auswirkt. Gleich zwei Anträge stellt die SPD zum Thema Bruttowohndichte: Diese soll im Regionalplan um 10 Prozent erhöht werden und zudem bei der Genehmigung von Bebauungsplänen konsequent eingefordert werden. Die CDU/ÖDP fordert, eine wirtschaftlich tragfähige Strategie zur Zwischennutzung von Flächen für Wohngebäude zu entwickeln, Die entsprechenden Flächen sollen dazu ermittelt und zeitlich begrenzt für mobile Wohngebäude zur Verfügung gestellt werden. Von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stammen die Anträge für eine Ausweitung des Kofinanzierungsprogramms „Sicherung und Aktivierung regionalbedeutsamer Gewerbeflächen“ zur Nachverdichtung bestehender Gebiete sowie für Modellprojekte zur Flächenneutralität. Die SPD möchte für die ökologisch nachhaltige Gestaltung von Gewerbeflächen ein Ideen-Portfolio für die Kommunen, DIE LINKE/PIRAT beantragt ein Aktionsprogramm zur baulichen Aufwertung von Gewerbegebieten und Brachflächen im Bestand. Die FDP rückt bei der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans die mögliche Ablösung des Zentrale-Orte-Konzepts in den Fokus und möchte dafür 100.000 Euro in den Haushalt einstellen. 

Klimaschutz: Fotovoltaik und Windkraft im Fokus

Die Themenkomplexe Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben ebenso Eingang in viele Haushaltsanträge gefunden:

Sowohl BÜNDINS 90/DIE GRÜNEN als auch Freie Wähler setzen in ihren Anträgen auf die sogenannte „Freiflächen-Fotovoltaik“ und deren Möglichkeiten in der Region. Darüber hinaus soll laut BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die WRS eine „Solaroffensive Region Stuttgart“ durchführen. Die FDP fordert die Erstellung eines Konzeptes für Fotovoltaik-Anlagen auf Park and Ride-Parkplätzen und möchte hierfür 500.000 Euro bereitstellen. Darüber hinaus will sie über die bisherige Energieerzeugung in der Region und der Bedeutung von Fotovoltaik informiert werden.

Auch die Windkraft wird gleich in mehreren Anträgen thematisiert: Die Freien Wähler fordern neue Kriterien bei der Festlegung der Standorte, die SPD einen Bericht zum aktuellen Stand und zu einer möglichen Regionalplanänderung, die AfD eine Neubewertung der Windkraftvorranggebiete und einen Bericht zur Auswirkung auf die Netzstabilität.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und DIE LINKE/PIRAT verlangen in einem gemeinsamen Antrag die Aufnahme von Gesprächen mit der S-Bahn Stuttgart zur Umstellung auf Ökostrom. Als Anschubfinanzierung soll 1 Million Euro in den Haushalt eingestellt werden.

Eine Weiterentwicklung der Struktur für den Regionalmonitor und Regionalentwicklungsbericht beantragen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Es sollen die Indikatoren einer „Integrierten regionalen Nachhaltigkeitsberichterstattung" aufgenommen werden.

Die Freien Wähler fordern einen Klimaschutzmanager für die Region, auch für eine bessere Vernetzung der Kommunen, und einen Bericht zum Projekt „Klimaanpassung in Landkreis Böblingen“, die FDP möchte einen Bericht zu den Möglichkeiten, die Region klimaneutral zu machen. Sie setzt dabei auf den Emissionshandel. DIE LINKE/PIRAT beantragen, ein vorsorgendes Klima-Risiko-Management im Regionalplan zu verankern.

Verkehr: Ausbau, Barrierefreiheit und Stuttgart 21

„Die Panoramabahn zukunftstauglich machen“ fordern BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, FDP und die LINKE/PIRAT in einem interfraktionellen Antrag. Geklärt werden soll unter anderem: Welche Züge können darauf fahren, kann sie während der Gäubahn-Unterbrechung genutzt werden, gibt es Möglichkeiten für neue Haltestellen oder eine Beschleunigung? BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern ein Notfall-Konzept für eine mögliche Sperrung der Stammsstrecke nach Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs und möchten für ein Gutachten 50.000 Euro in den Haushalt einstellen. Im Zusammenhang mit Stuttgart 21 fordert die SPD einen Bericht zu den einzelnen S21 Optionen wie T-Spange und P-Option, sowie das Vorantreiben der Optionen gegenüber den Projektpartnern. In einem separaten Antrag wird eine Studie zum notwendigen Ausbaubedarf bei den Zulaufstrecken zum Tiefbahnhof vorgeschlagen.

Eine Weiterentwicklung der RELEX-Busse schwebt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD in einem gemeinsamen Antrag vor: Es sollen weitere Linien sowie ein 15- statt 30-Minuten-Takt untersucht werden. Die beiden Fraktionen befassen sich in zwei verschiedenen Anträgen zudem mit dem Thema Barrierefreiheit. Dabei setzen sie vor allem auf mehr Information und Transparenz für die Reisenden, sowie auf einen aktuellen Bericht.

Einige Anträge befassen sich mit dem Ausbau, bzw. der Ertüchtigung und Reaktivierung von Bahnstrecken: Für die Boller Bahn setzen sich Freie Wähler und AfD ein, die CDU/ÖDP möchte die Verlängerung der S5 nach Lauffen am Neckar prüfen lassen, die SPD unterstützt die Reaktivierung der Bottwartalbahn, die FDP möchte die Verlängerung der S1 nach Bondorf in den Blick nehmen und DIE LINKE/PIRAT eine Ertüchtigung der Teckbahn. Der weitere Ausbau von Park and Ride-Anlagen entlang der S-Bahn-Linien ist ein Anliegen der CDU/ÖDP.

Darüber hinaus beantragen die CDU/ÖDP die Aufwertung von Bahnhofsumfeldern durch ein Kofinanzierungsprogramm, die Freien Wähler die Prüfung eines 15-Minuten-Takts bis Geislingen, sowie BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein Gutachten für einen regionalen Mobilitätspass. Die SPD stellt die Frage nach der Auslastung und den Fahrgeldeinnahmen in der ersten Klasse in der S-Bahn, DIE LINKE/PIRAT bringt die Entwicklung eines „VVS-Mietertickets“ in die Debatte.

Information und Beteiligung der Öffentlichkeit, regionale Zusammenarbeit

In einem gemeinsamen Antrag fordern Freie Wähler und FDP die Entwicklung eines Modells der direkten Bürger- und Kommunalbeteiligung an Straßenbau- und Verkehrsprojekten. Basis für die Praxiserprobung soll die Weiterentwicklung des Nord-Ost-Rings sein. Die FDP bringt zudem eine „Taskforce Öffentlichkeitsarbeit“ auf die Agenda. Diese soll die Gründe für regionale Planungen und Entscheidungen verdeutlichen und nachvollziehbar machen. Insgesamt sollen 500.000 Euro für Öffentlichkeitsarbeit bereitgestellt werden. 50.000 Euro sollen laut einem weiterem FDP-Antrag in eine Studie zur lokalen und regionalen Willensbildungs-Analyse fließen. Die SPD bringt ein, den Strategieprozess „RS Reloaded“ um die Frage zu erweitern, welche politischen Verbesserungen in der Region notwendig sind, um die politische Handlungsfähigkeit der Region zu stärken, sowie die Strategien von Akteuren in der Region besser aufeinander abzustimmen.

Freizeit und Kultur

Neben Wirtschafts-, Planungs- und Verkehrsfragen wurden auch Anträge zu den Themenbereichen Freizeit und Kultur eingebracht. Gleich sechs Fraktionen möchten in einem gemeinsamen Antrag in Zusammenarbeit mit der KulturRegion Stuttgart eine Plattform zu jüdischen Spuren in der Region Stuttgart zu unterstützen.

Die CDU/ÖDP fordert eine Fortsetzung der Straßenradsport-Großevents 2023 sowie Ladesäulen für Pedelecs an Radwanderrouten. Die Freien Wähler beantragen die Initiierung einer Imagekampagne für die Rückgewinnung von Personal für das Gastronomie- und Hotel-Gewerbe sowie die Weiterentwicklung der Innenstädte zu Wohlfühlorten und die LINKE/PIRAT eine Badegewässerstrategie für die Region Stuttgart.

Stimmen aus den Fraktionen

Angesichts der Pandemie stellte Rainer Ganske (CDU) fest: „Corona hat wie ein Brandbeschleuniger fungiert und das Leben der Menschen, aber auch die Tätigkeit der Wirtschaft in unserer Region erheblich verändert.“ Als Beispiel führte er den kontinuierlichen Rückgang im ÖPNV, Homeschooling und Homeoffice an. Zum beschleunigten Wandel in der Automobil- und damit Zulieferindustrie meinte Ganske: „Die Zeichen stehen auf Sturm.“ Arbeitsplätze und der Wohlstand in der Region seien gefährdet. Auch nachhaltige Mobilität, regionale Planung und Wirtschaftsförderung im großen Maßstab seien Themen, die einzelne Kommunen nicht alleine lösen könnten. „Wir stehen heute vor Herausforderungen, die deutlich größer sind als bei der Gründung des Verbands Region Stuttgart.“ Zur steigenden Verkehrsumlage verwies Ganske beispielhaft auf die Beschaffung neuer S-Bahn-Fahrzeuge, die Ausweitung des Viertelstundentakts oder eine bessere Barrierefreiheit. Angesichts der Umlagefinanzierung meinte er: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.“ Gleichwohl stehe man vor dem Hintergrund der Klimaziele und des Standortwettbewerbs der Regionen zum Ausbau des ÖPNV`s. Ganske sprach den „Standortnachteil“ hoher Mieten und Kaufpreise von Immobilien in der Region an: „Wohnen heißt auch Wohnen mit zukunftsfähigen Standorten“. Das Umfeld von S-Bahn-Stationen sei hier oftmals untergenutzt. Zudem müsse man beim Planen und Bauen zu schnelleren und flexibleren Planverfahren kommen. In der Wirtschaft brauche die Region neue Themen und Felder, um zukunftsfähig zu sein, beispielsweise mit der Wasserstoffstrategie. Auch beim Thema „Künstliche Intelligenz“ rief Ganske dazu auf das vorhandene Konzept im Verbund mit der WRS und anderen Partnern rasch in die Umsetzung zu bringen. Im Bezug auf den Bürgerentscheid zum Vorhaltestandort Hungerberg meinte er, es brauche entsprechende Flächen und Angebote für die wirtschaftliche Transformation. „Wer glaubt, dass uns die Transformation allein auf bestehenden Flächen im laufenden Betrieb möglich ist, spricht von einer Operation am offenen Herzen mit hoher Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.“, schloss Ganske.

„Die Region muss zukunftsfest gemacht werden“, sagt Prof. Dr. André Reichel, (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). „Daher muss der Haushalt für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz, für eine proaktive Gestaltung des wirtschaftlichen Wandels, für behutsamen und vorsorgenden Umgang mit Flächen und für zukunftsfähige Mobilität stehen.“  Im Bereich Wirtschaft setzt seine Fraktion hierbei auf Künstliche Intelligenz-Technologien: „Auch wenn wir beim Wettbewerb des Landes mit unserem KI-Innovationspark nicht zum Zuge gekommen sind, ist es jetzt umso wichtiger, ein starkes Signal zu setzen und unseren Willen bekräftigen, die Aktivitäten fortzusetzen.“ Die Region Stuttgart müsse Heimat für KI-Entwicklungen und -Umsetzungen werden, so Prof. Dr. Reichel weiter. „Die ist auch ein wichtiger Baustein hin zu einer Nachhaltigkeitsregion. Der Prozess dahin wurde von der WRS in Gang gesetzt und wir Grünen unterstützen das gerne.“ Im Bereich Planung sieht er die Flächenneutralität bis 2030 als Ziel: „Schritte dazu sind ein strategischer Dialog mit den Landesnaturschutzverbänden und entsprechende zielführende Modellprojekte“, so der Regionalrat. Für den Bereich Verkehr betonte Prof. Dr. Reichel die Notwendigkeit eines neuen Finanzierungsinstrumentes. „Ohne einen regionaler Mobilitätspass als zusätzliche Säule kann der ÖPNV nicht zukunftsfest gemacht werden.“ Darüber hinaus bräuchte es neben der digitalen Schiene auch die aus Stahl: „Eine wichtige Bestandsinfrastruktur ist dabei die Panoramabahn im Stuttgarter Norden, die für uns unverzichtbar ist als Ausweichstrecke und zur Weiterentwicklung des Schienenverkehrs“. Dazu wolle man ähnlich wie der Landesverkehr und die Stadtbahn künftig auf Ökostrom bei der S-Bahn setzen. 

Laut Andreas Hesky (Freie Wähler) zeige der Haushaltsplan 2022 in aller Schonungslosigkeit das auf, worauf die Freien Wähler seit Jahren hinweisen: „Die Ausgaben für den ÖPNV lassen uns aufhorchen.“ Der ÖPNV sei das Rückgrat der wirtschaftlich starken Region Stuttgart: „Die Frage, wie das wirtschaftlich zu stemmen ist, muss dennoch erlaubt sein“, so Hesky. Man stehe zu den geplanten Ausgaben: „Bei manchen Maßnahmen hätten wir uns aber gewünscht, die Geschwindigkeit anzupassen, damit es andere nicht aus der Kurve trägt.“ Der Regionalrat der Freien Wähler mahnt zur Solidarität mit den Umlagefinanzierern: „Sie sind unsere Partner und nicht nur die Zahlmeister.“ An der wirtschaftlichen Transformation und an der nachhaltigen Region Stuttgart führe kein Weg vorbei.  „Beides braucht allerdings einen langen Atem“, so Hesky. Zudem müsse jetzt investiert werden, um auf Klimaneutralität umzusteigen. „Die Transformation der Industrie braucht aber auch dringend Flächen, die geeignet sind, bestehenden und neuen Unternehmen attraktive Ansiedlungsmöglichkeiten zu bieten.“ Deswegen bedauere man das Ergebnis des Bürgerentscheids in Dettingen. Zum Thema Wohnungsbau betonte er: „Es ist wichtig, dass neben der Innenentwicklung auch der Neubau im Außenbereich akzeptiert wird.“ Zudem sollte die Region sich auf die Frage fokussieren, „wo in unserer Region künftig mehr regenerative Energie erzeugt werden kann.“ Die 2-Prozent-Vorgabe des Landes könne helfen, der Windkraft neuen Schub zu geben. „Auch wir wollen unseren Beitrag zu den 1000 Windkraftanlagen in Baden-Württemberg leisten.“

„Die Anträge aller Fraktionen sind vielfältig“, sagt Thomas Leipnitz (SPD). „Wenn wir sie unter den Dreiklang der Nachhaltigkeit stellen und die ökologische, die ökonomische und die soziale Dimension berücksichtigen, dann können wir für die Menschen in der Region viel erreichen.“ Die Wirtschaft in der Region hänge stark von der Automobilwirtschaft ab, so der Regionalrat weiter. „Wenn wir die Transformation der Industriegesellschaft bewerkstelligen wollen, müssen wir vor allem die Menschen mitnehmen, die in diesem Bereich arbeiten und ihnen ermöglichen, diese Entwicklung mitzugestalten.“ Beim Thema Gewerbeflächen müsse man bereit sein neue Wege zu gehen: „Natürlich wäre es besser, durch reine Innenentwicklung große Gewerbegebiete zu schaffen – aber so einfach ist es eben nicht“, sagt Leipnitz. Deswegen werde es immer wieder Kompromisse und Abwägungsentscheidungen geben müssen, wenn man nicht den industriellen Kern der Region verlieren wolle. „Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum haben wir und das Land unsere Hausaufgaben nicht gemacht“, sagt Leipnitz. Darum gelte es jetzt, den gesetzlichen Rahmen voll auszuschöpfen und an der einzigen Stellschraube, die man habe, den Dichtewerten, zu drehen. Zudem brauche es in der Region eine Verkehrswende: „Um diese zu erreichen, benötigen wir einen weiteren Ausbau der Schieneninfrastruktur. Eins ist jetzt schon klar: es wird teuer und es wird dauern.“ Trotzdem gehe es darum die Weichen für die Zukunft des Schienenknoten Stuttgart nachhaltig richtig zu stellen.

Für Klaus Mauch (AfD) ist es primäre Aufgabe der Region, die Modernisierung des Landes voranzutreiben: „Es ist unser Ziel, einen sachgerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Bürger, der Wirtschaft, der Gesellschaft einerseits und den umwelt-, gesundheits- und klimapolitischen Zielen und der weltweiten Digitalisierung anderseits zu schaffen.“ Einen Fokus setzt die AfD dabei auf die Darstellung der Energiebilanz der Region: „Es geht hier darum, die wesentlichen Energieflüsse und die Energieerzeugung zu veranschaulichen“, sagt Mauch. Nur auf einer solchen Basis lasse sich der erzielbare Einfluss des Ausbaus von Windkraftanlagen oder PV-Anlagen auf die Gesamtenergiebilanz zuverlässig einschätzen und deren Kosten und Nutzen zu bewerten. Beim Thema Gewerbestandorte müsse man jetzt handeln: „Als Grundlage für strategische Überlegungen soll ein Leitfaden entwickelt werden für die erfolgreiche Entwicklung von regional bedeutsamen Gewerbestandorten“, sagt Mauch. Nur so könne man Verhinderungsinitiativen, die oftmals nicht die dortige Mehrheitsbevölkerung darstellen, entgegentreten.

„Die Region ist an einem Punkt angelangt, an dem wir mit Investitionen Weichen für die Zukunft stellen, so Kai Buschmann (FDP). Darum sei man auch bereit den hohen Etat 2022 mitzutragen und sogar zu steigern. „Wir unterstützen Investitionen in neue S-Bahn-Züge und Ausbaumaßnahmen, um das ÖPNV-Angebot zu stärken.“ Entsprechend habe man auch beantragt die Verlängerung der S 1 nach Bondorf jetzt umzusetzen. Gleichzeitig müssen die Beförderungstarife aufmerksam beobachtet werden: „Wenn das Land günstige Tickets will, dann muss es auch helfen, diese zu finanzieren“, so Buschmann. Nichtsdestotrotz wolle man nicht auf die Tugenden des sparsamen Haushälters verzichten. „Deswegen der Antrag mit der Frage, wie sich in diesen und künftige Haushalte eine Schuldenbremse einbauen lässt“, so Buschmann. „Bei der kommenden Landesentwicklungsplanung sehen wir den Entwicklungsplan aus dem Jahr 2002 als veraltet an, ebenso das Zentrale-Orte-Konzept“, sagt Buschmann Hier wolle man Veränderungen erzielen. Dies gelte auch beim Thema regionale Willensbildung: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Informationen an die Bürgerinnen und Bürger ausreichend fließen. Diese haben keine Holschuld, sondern wir haben eine Bringschuld.“

„Aktuelle Ereignisse haben eindrücklich aufgezeigt, dass die Region auf die Klimakrise und deren multiple Risiken unzureichend gerüstet ist“, sagt Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT). Die Klima-Resilienz müsse im Zentrum einer strategischen Fortschreibung des Regionalplans stehen. „Klimagerechtes Planen und Bauen ist jetzt Gebot der Stunde“, so Ozasek weiter. Vor allem gelte es Freiraum vor Bebauung zu schützen – eine Herausforderung, die zeitnah in Leitplanken des klimasensiblen Planens übersetzt werden müsse. „Die Bürgerinnen und Bürger von Dettingen haben es uns ins Stammbuch geschrieben: Finger weg vom regionalen Grünzug“, sagt der Regionalrat. Beim Verkehr setzt DIE LINKE/PIRAT auf On-Demand-Verkehre: „Um gesellschaftlich in eine sanfte und nachhaltige Mobilitätskultur hineinzuwachsen, gilt es, den öffentlichen Transport den Menschen anzupassen“, sagt Ozasek: On-Demand-Mobilität sei ein notwendiger Evolutionsschritt, um im Stadt-Umland-Gefüge bedarfsgerechte und demografie-sichere Teilhabe zu ermöglichen. „Entschlossenes Handel für die Verkehrswende, für die Bauwende, für den Schutz unserer Böden ist der Schlüssel zu einer gerechten Zukunft“ sagt er.

Der weitere Zeitplan

Die inhaltliche Diskussion über die Anträge findet öffentlich in den Ausschüssen statt: am 17. im Verkehrsausschuss, am 10. November im Planungsausschuss, sowie am 24. November im Wirtschaftsausschuss. Die Regionalversammlung soll den Haushalt 2022 des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch, 8. Dezember, beschließen.

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news-1084 Fri, 08 Oct 2021 12:38:53 +0200 Neuer Fahrplan hat mehr S-Bahnen im Angebot Neu ab 12. Dezember: 15-Minuten-Takt am Samstagnachmittag, alle Viertelstunde von und nach Filderstadt, Nachtverkehr auf S60 am Wochenende. Informationen ab 13. Oktober in der elektronischen Fahrplanauskunft. presse/artikel/aktuell/neuer-fahrplan-hat-mehr-s-bahnen-im-angebot/ Starke Schiene: Für eine klimafreundliche Mobilität in der Region bauen der Verband Region Stuttgart und DB Regio das Angebot der S-Bahn weiter aus. Im neuen Fahrplan ab 12. Dezember 2021 gibt es bei der S-Bahn Stuttgart umfangreiche Verbesserungen, von denen die Fahrgäste profitieren.

15-Minuten-Takt am Samstag auf allen Linien

Die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart haben ab dem Fahrplanwechsel auch an Samstagen ein flexibles und attraktives S-Bahn-Angebot. Im Zeitraum von zunächst 13 bis 18 Uhr fahren die S-Bahnen auf den meisten Strecken im 15-Minuten-Takt. Auf den Linien S1 und S6 fährt die S-Bahn bereits heute samstags im dichteren Takt. Hier bleibt es beim frühen Beginn des Viertelstunden-Rhythmus um 8.30 Uhr.

Das sind die neuen Strecken und Zeiten des 15-Minuten-Takts am Samstag:

  • S1 Plochingen–Herrenberg: 8.30–18 Uhr,
  • S2 Schorndorf–Stuttgart-Vaihingen: 13–18 Uhr,
  • S3 Backnang–Stuttgart-Vaihingen: 13–18 Uhr,
  • S4 Marbach (Neckar)–Stuttgart Schwabstraße: 13–18 Uhr,
  • S5 Bietigheim–Stuttgart Schwabstraße: 13–18 Uhr,
  • S6 Weil der Stadt–Stuttgart Schwabstraße, 8.30–18 Uhr.

Mit der Ausweitung des Angebots am Samstag reagieren Verband Region Stuttgart und die S-Bahn darauf, dass vor Corona der Verkehr am Wochenende mehr und mehr an Bedeutung gewonnen hat - sei es zur Nutzung von Gastronomie, Einkaufsgelegenheiten, kulturellen Angeboten und Veranstaltungen. So ist bei der S-Bahn die Nachfrage an Samstagen zwischen 2015 und 2019 um knapp 20 Prozent und damit stärker als zu anderen Zeiten gestiegen. In einem zweiten Schritt fahren dann ab Ende 2022 die S-Bahnen auch am Samstagvormittag auf allen Linien im 15-Minuten-Takt.

Mit der S2 im Viertelstundentakt von und nach Filderstadt

Montags bis freitags kommt der Viertelstundentakt nach Filderstadt. Von 6 bis 20.30 Uhr – fährt die S2 alle Viertelstunde auf ihrer gesamten Strecke Schorndorf-Filderstadt. Für die rund 46.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Stadt südlich von Stuttgart verdoppelt sich damit in dieser Zeit das Zugangebot an der Station in Bernhausen.

Zu den Zeiten des 15-Minuten-Takts, wenn die S2 vier Mal in der Stunde zwischen Schorndorf und Filderstadt fährt, beginnt und endet die S3 in Stuttgart-Vaihingen. Außerhalb der Zeiten des dichten Takts fährt die S3 wie bisher im gesamten Linienabschnitt Backnang–Stuttgart Flughafen/Messe.

Durchgängiger S-Bahn-Verkehr auf der S60 am Wochenende

Nachtschwärmer an der S60 aufgepasst: In den Wochenendnächten und vor Feiertagen fährt jetzt auch die S60 Böblingen–Renningen durchgehend nachts im Stundentakt. Die insgesamt 17 neuen Zugfahrten pro Woche ersetzen die bisherigen Busse der Nachtlinie N60.

Ausblick auf September 2022: neue S62 ergänzt das Angebot der S6

Verband Region Stuttgart und S-Bahn reagieren auf die starke Nachfrage auf der S6 in der Zeit vor Corona. Die neue S62 soll ab 12. September 2022 nach den Sommerschulferien das Angebot auf der S6 ergänzen. In den Hauptverkehrszeiten – Montag bis Freitag zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 15.30 und 19 Uhr – fährt die S62 zunächst zwischen Weil der Stadt und Stuttgart-Zuffenhausen. Sobald im Bahnhof Stuttgart-Feuerbach das Bahnsteiggleis 130 fertiggestellt ist, soll die Linie bis dorthin verlängert werden. Damit erhöht sich zwischen Weil der Stadt und Stuttgart-Zuffenhausen das Zugangebot am Tag um 13 Züge je Richtung.

Unter Berücksichtigung der infrastrukturellen Möglichkeiten im gesamten Streckenbereich hält die S62 zwischen Weil der Stadt und Stuttgart-Zuffenhausen zunächst an den S-Bahn-Stationen Leonberg, Ditzingen, Weilimdorf und Korntal. Die Fahrgäste profitieren neben dem zusätzlichen Angebot des dichteren Takts auch von kürzeren Fahrzeiten. Von Weil der Stadt nach Ditzingen benötigt die S62 nur 16 Minuten anstatt 21 Minuten mit der S6. Mit den reduzierten Halten fungiert die S62 auf der Strecke als eine Art „Express-S-Bahn“. Auf der S62 setzt die S-Bahn Stuttgart die fabrikneuen Fahrzeuge der Baureihe 430 ein, die ab Ende des ersten Quartals 2022 von ALSTOM ausgeliefert werden.

Informationen ab 13. Oktober

Informationen zum neuen Fahrplan gibt es ab dem 13. Oktober auf bahn.de, in den Apps DB Navigator und Mobility Stuttgart sowie in den elektronischen Fahrplanauskünften des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS). Der 15-Minuten-Takt am Samstag, den der Verband Region Stuttgart Ende September beschlossen hat, ist voraussichtlich ab Mitte November in den Systemen verfügbar.

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news-1083 Thu, 07 Oct 2021 10:00:22 +0200 Weichen zur Steuerung des Strukturwandels Wirtschaftsförderung Region Stuttgart stellt konkrete Schritte für wirtschaftliche Diversifizierung und Etablierung von Zukunftstechnologien vor presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1083&cHash=ca4490063420da41aa27223886123d19 Unter der Losung „Region Stuttgart Reloaded“ (RS Reloaded) erarbeitet die Region Stuttgart seit 2018 Ansätze für neue Produkte, Technologien, Märkte und Geschäftsfelder für die regionale Wirtschaft. Ziel ist es Transformationspotenziale zu ermitteln und entsprechende Projekte zu initiieren, um den Strukturwandel aktiv zu begleiten. Im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung stellte WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg den aktuellen Stand des Strategieprozesses vor, der gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern, Politik und Gesellschaft vorangetrieben wird.

Zunächst hatte das Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO „Spotlights“ identifiziert: erfolgsversprechende Zukunftstechnologien und -themen für die Region und Optionen speziell für disruptive Innovationsfelder. Diese Spotlights hat das IAO zwischenzeitlich durch Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft ebenso wie aus Wissenschaft und Forschung bewerten lassen. Die Befragten aus der Wissenschaft sehen das größte Potenzial für eine erfolgreiche Diversifizierung in der Kreislaufwirtschaft. Eine hohe Relevanz wird zudem so genannten „transienten Materialien“ zugeschrieben: vollwertige Werkstoffe und Komponenten, die sich rückstandsarm auflösen können. Weitere Potenziale bei den Nachhaltigkeitstechnologien sieht die Wissenschaft zudem beim CO2-Management, künstlicher Fotosynthese und kleinen regenerativ betriebenen Energieeinheiten („Small Energy Harvesting“) für „kleine“ Verbraucher sowie Brennstoffzellentechnologie und Wasserstoffwirtschaft. Im IT- und Elektronikbereich haben insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) und Quantencomputing sowie Opto- und Neuroelektronik die höchste Relevanz.

Obwohl die Themen der Spotlights den Befragten aus der Wirtschaft teils zu forschungslastig waren, sind klare gemeinsame Prioritäten zu erkennen, vor allem in den Feldern KI und Quantencomputing, Kreislaufwirtschaft, CO2-Management und transienten Materialien, die auch in der Robotik bereits ihren Einsatz finden. Darüber hinaus wurden viele Technologien und Anwendungen aus den Themenkomplexen von Digitalisierung, Antrieben und Energie genannt. Dr. Walter Rogg betonte: „Mit der Studie des IAO haben wir nun empirisch belegte, faktisch begehbare Wege, wie die Region Stuttgart in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Es kommt jetzt darauf an, mit allen Partnern, die den Transfer unterstützen können, in die Umsetzung zu gehen, Fördermittel zu beantragen, die Unternehmen zu unterstützen.“ Die Region habe über 100 Jahre gut damit gelebt, dass individuelle Mobilität großgeschrieben wurde. Nun käme es darauf an, die Bedürfnisse für die Zukunft abzuschätzen. Dabei werde die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft oft unterschätzt. Rogg ergänzte: „Wir werden das ganze Instrumentarium, das uns zu Verfügung steht, einsetzen, ob Netzwerke, Veranstaltungen, Werkstätten oder die Gewinnung von Fördermitteln.“ Natürlich gehe es nicht nur um Technologien, letztlich gehe es um den Menschen. Technologien seien aber der Anfang und würden bei Lösungen für den Umweltschutz helfen. Es sei kein Widerspruch, wenn es erst einmal um Technik gehe.

Gemeinsam mit regionalen Partnern hat die WRS in einigen der Themenfelder bereits Projekte in Umsetzung oder in konkreter Planung. Beispielsweise wurden eine „KI-Community“ mit Unternehmen etabliert und das Startup- und Zukunftszentrum AI xpress in Böblingen eröffnet. Das IAO, die IBM Deutschland GmbH und die Gemeinde Ehingen haben die Vision für ein „Quantum Village Ehningen“ entwickelt. Ausgehend von ersten Veranstaltungen soll diese Initiative ausgebaut werden. Zur Unterstützung der Transformation in der Fahrzeugindustrie arbeitet die WRS derzeit an einem Antrag für den Aufbau eines Transformationsnetzwerks beim Bundeswirtschaftsministerium. In einem „Weiterbildungsverbund Region Stuttgart in der Automobilwirtschaft und Maschinenbau“ sollen außerdem Kompetenzen für Digitalisierung und KI in Unternehmen gefördert werden. Weiterhin werden Projekte für verschiedene Nachhaltigkeitstechnologien in der „Initiative Nachhaltige Region Stuttgart“ verfolgt, ein Gesundheit-Technik-Cluster durch WRS und die BioRegio Stern Management GmbH aufgebaut sowie das Angebot für internationale Gründer- und Start-up-Teams erweitert.

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news-1082 Thu, 07 Oct 2021 09:57:41 +0200 Ökologische Modernisierung der Wirtschaft als regionales Ziel Thesen für den Weg der Region Stuttgart in Richtung einer nachhaltigen Wertschöpfung vorgestellt presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1082&cHash=84830dd261c5f6695a08f13a0243c825 Die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels und die Zerstörung der Ökosysteme werden nach heutigem Wissensstand sehr viel gravierender sein als die der Corona-Pandemie. Als Risiken sind hier vor allem die Unterbrechung von Lieferketten und die Zerstörung von Infrastruktur durch Extremwetterereignisse, schwindende natürliche Ressourcen, Hochwasser, hitzebedingt niedrige Wasserpegel und eine entsprechend teure Absicherung zu nennen. Hinzu kommen steigende CO2-Preise, so dass Produkte und Geschäftsmodelle mit hohen CO2-Emissionen perspektivisch einen immer größeren Wettbewerbsnachteil haben werden. Die Regionalversammlung hat bereits beschlossen, im Rahmen ihrer planerischen und innovationspolitischen Möglichkeiten auf eine kreislaufbasierte und CO2-neutrale Wertschöpfung hinzuwirken. Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) hat nun ausgehend vom regionalen Strategieprozess „RS Reloaded“ zur Begleitung des Strukturwandels zehn Thesen zur nachhaltigen Modernisierung der Wirtschaft vorgelegt. Diese Thesen und Zielsetzungen sollen als Leitlinien einer regionalpolitischen Willenserklärung dienen und wurden am Mittwoch im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung positiv diskutiert.

Die Kernbotschaft der Thesen lautet, dass sich die Region Stuttgart als Modellregion für ökologische Modernisierung positioniert und das Ziel des klimaneutralen und umweltkompatiblen Wirtschaftens verfolgt. Mit Veränderungsbereitschaft und Pioniergeist sollen Chancen genutzt werden, um Ökologie und Ökonomie miteinander in Einklang zu bringen. Dabei wird die ökologische Modernisierung als Innovationsmotor betrachtet – und als Voraussetzung dafür, dass die Region zukunfts- und wettbewerbsfähig bleibt und hochwertige Beschäftigung bietet. Zentral ist dabei das wirtschaftliche Prinzip, vom Ertrag zu leben, nicht von der Substanz. Bei allen wirtschaftlichen Aktivitäten sollen zudem nicht nur die ökologischen, sondern auch die sozialen Folgen betrachtet werden. Unter dem Strich soll die nachhaltige Transformation das Potenzial für eine ökologischere, leisere, saubere, gerechtere und smartere Wirtschaft und Gesellschaft entfalten. Regionale Netzwerke, insbesondere die Einbeziehung der Wissenschaft, und internationale Beziehungen unterstützen diesen Prozess.

„Wir haben die Chance, die erste Region zu sein, die sich unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Interessen zur Nachhaltigkeit bekennt,“ betonte WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg und verwies auf die Thesen als gute Grundlage dafür. Wenn man auf die vielen Kompetenzen der Region Stuttgart schaue, brauche es einem nicht bange sein, so Rogg. Wichtig dabei sei es, „sich auf die Grundbedürfnisse der Menschen in den nächsten 20 bis 30 Jahren einzustellen.“ Für die erste Jahreshälfte 2022 ist zunächst ein regionaler Nachhaltigkeitskongress geplant. Vorbehaltlich des Beschlusses im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen werden der WRS 119.000 Euro zur Verfügung gestellt, um die regionale Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln, insbesondere im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft und der effizienten Nutzung von biologischen Ressourcen.

Stimmen der Fraktionen

Für Andreas Koch (CDU/ÖDP) bietet die Nachhaltigkeit viele Chancen: „Wir finden die Thesen richtig und wir sind überzeugt davon, dass die Strategie die richtige ist.“ Seine Fraktion glaube, dass die regionale Wirtschaft mit ihrem Erfindergeist und ihrer Innovationskraft sehr gute Voraussetzungen habe und die Region so an der Spitze der Nachhaltigkeitsbewegung sein könne.

Heike Schiller (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) erklärte. „Mit dem Vorgehen zeigen wir, dass wir hier in der Region gemeinsam verstanden haben und dass die Regionalversammlung den Wandel mitgestaltet und aktiv für den Wandel einsteht.“ Die Regionalversammlung gebe der WRS die Aufgabe an die Hand, die Thesen mit Inhalt und Leben zu füllen. Dabei sei es die große Aufgabe, die Zweifler mitzunehmen und die Veränderungen gesellschaftlich verträglich zu gestalten,

„Das Ziel ist aufgezeigt, aber noch nicht der Weg“, merkte Andreas Hesky (Freie Wähler) an. Über den richtigen Weg werde man noch streiten müssen. Er nannte insbesondere die Ausweisung neuer Gewerbegebiete und die Fachkräftegewinnung als kritische Themen, aber immerhin brauche man keine Koalitionsverhandlungen. Hesky betonte zudem: „Wir müssen diejenigen überzeugen, die tagtäglich Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.“          

Dr. Jürgen Zieger (SPD) wollte die Ansätze nicht ideologisiert oder politisch überhöht wissen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetzt des Bundes habe den Auftrag klar vorgegeben. „Klimaneutralität ist nicht nur ein ökologisches Ziel. Der Verzicht auf Emissionen aus dem Verbrauch fossiler Energieträger ist auch ökonomisch geboten“, betonte Zieger. Nun gelte es, Wege zu finden, wie man Dekarbonisierung und Klimaneutralität regional umsetzen könne.

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news-1081 Mon, 04 Oct 2021 14:31:15 +0200 Strukturbericht Region Stuttgart 2021 Fokus der Analysen rund um die Entwicklung von Wirtschaft und Beschäftigung diesmal auf den Auswirkungen von Transformation und Corona-Pandemie presse/artikel/aktuell/strukturbericht-region-stuttgart-2021/ Die Region Stuttgart ist in vielerlei Hinsicht der Motor der baden-württembergischen Wirtschaft. Die grundsätzlich stabile und positive Entwicklung von Wirtschaft und Beschäftigung ist jedoch zunehmend geprägt von vielfältigen Transformationsprozessen in Bezug auf Digitalisierung sowie der Mobilitäts- und Energiewende. Zusätzlich zu diesen von technologischen, politischen und sozialen Veränderungen getragenen Prozessen wirkt sich seit März 2020 die Covid-19-Pandemie auf die Wirtschaft, die Unternehmen, die Beschäftigung und die Arbeitswelt in der Region aus. Daher nimmt der Strukturbericht Region Stuttgart 2021, den IG Metall Region Stuttgart, Handwerkskammer Region Stuttgart, Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und Verband Region Stuttgart am Montag vorgestellt haben, die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den laufenden Transformationsprozessen und der Corona-Krise vertieft in den Blick. Alle Kernbranchen werden untersucht, jedoch bleibt eine der zentralen Fragen: Schafft die Region Stuttgart die Digitalisierung und den Systemwechsel zur Elektromobilität und anderen Antriebsvarianten, um sich weiterhin als erfolgreicher Technologie- und Produktionsstandort zu behaupten?

Beschäftigungsentwicklung

Der langjährige Trend einer stetig sinkenden Arbeitslosenquote ist mit der Pandemie nun zunächst zum Ende gekommen. Für das Jahr 2020 sind für die Region Stuttgart wie auch in Baden-Württemberg und Deutschland insgesamt deutlich höhere Werte als 2019 zu verzeichnen. Im Landkreis Göppingen und im Rems-Murr-Kreis ist die Zahl der Beschäftigten mit Rückgängen von 1,3 und 1,2 Prozent am stärksten gesunken. Die Region gesamt liegt bei einem Prozent. In absoluten Zahlen waren 2020 68.000 Menschen arbeitslos gemeldet – 22.236 Menschen mehr als noch 2019. Dabei ist eine Verstetigung dieser Werte zu beobachten. Betroffen davon sind überdurchschnittlich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter 25 Jahren. Die für die Region erfolgskritische Automobilindustrie zeigte sich indessen mit einem Plus von 1,8 Prozent an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 2019 bis 2020 bemerkenswert widerstandsfähig. Laut IHK-Konjunkturumfrage im Frühjahr 2021 rechnen 46 Prozent der Unternehmen mit einer Verbesserung der Geschäfte und nur drei Prozent mit einer Verschlechterung. Jedoch überträgt sich der Optimismus nicht auf die Einschätzungen zur Beschäftigungsentwicklung. Während 39 Prozent der Unternehmen mit einem Rückgang der Beschäftigten rechnen, wurden in nur sechs Prozent der Unternehmen Einstellungen geplant. Die restlichen 55 Prozent gehen immerhin von einem konstanten Personalbestand aus. Die Verfasser des Berichts gehen davon aus, dass die negativen Erwartungen von allem auf die Unsicherheiten im Hinblick auf die Transformation zur Elektromobilität zu erklären sind. Die strukturellen Herausforderungen würden von der aktuellen Krise überlagert und zusätzlich beschleunigt. Für die ohnehin rückläufige konjunkturelle Entwicklung – die Inlandsproduktion der deutschen Automobilhersteller ging bereits von 2018 bis 2019 um neun Prozent zurück – kam 2020 Corona als Schock obendrauf. Die Produktion wurde teilweise komplett eingestellt und die Kapazitätsauslastung fiel auf historisch niedrige 45 Prozent. Das Instrument der Kurzarbeit zeigte sich hier als probates Mittel, um die Betriebe zu entlasten und Beschäftigung zu erhalten, nicht nur in der Automotivbranche. Dass nicht nur eine Konsolidierung eingetreten ist, sondern wieder mit Wachstum zu rechnen ist, zeigt die Konjunkturumfrage der IHKs für den Herbst: Die Indikatoren deuten hier weiter auf eine positive Entwicklung.

Handwerk als Querschnittsbereich aus Produzierendem Gewerbe und Dienstleistungssektor

Die Handwerkswirtschaft war im Corona-Jahr von einem nur leichten Rückgang von 0,2 Prozent betroffen, nachdem der Umsatz von 2014 bis 2019 jedes Jahr um durchschnittlich 7,1 Prozent gestiegen war. Das Handwerk mit seiner großen Vielfalt an Zweigen und Berufen ist sowohl Teil des Produzierenden Gewerbes als auch des Dienstleistungssektors. Entsprechend heterogen fallen auch die Pandemie-Auswirkungen aus und in der Folge auch strukturelle Effekte auf Aus- und Weiterbildung. Während das Baugewerbe 2020 teilweise sogar positive Effekte verzeichnete, hatten viele andere Gewerbegruppen zu kämpfen. Industrie- und gewerbenahe Handwerksbereiche beispielsweise verzeichneten teils drastische Umsatzeinbrüche ebenso wie personenbezogene Dienstleistungen, die auch von Schließungen betroffen waren.

Dienstleistungen, Handel und Gastrogewerbe

Im Dienstleistungssektor, beschreibt der Strukturbericht, wirkt sich die Corona-Krise sehr unterschiedlich und teils sogar gegenläufig aus. Unternehmensnahe Dienstleistungen wie etwa im Bereich IT waren kaum betroffen oder profitierten sogar, während Handel, Gastgewerbe, Tourismus und Kultur noch langfristig mit den Folgen der Pandemie kämpfen werden. Im Handel wie in der Gastronomie – Bereiche mit traditionell vielen geringfügig Beschäftigten – wurden auffallend viele Stellen abgebaut. Für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wurde dagegen zunächst vor allem auf Kurzarbeit zurückgegriffen. Im Gastgewerbe ist mittlerweile eine Verbesserung der Situation zu beobachten, die jedoch mehr vom Erholungs- und Tagestourismus getragen wird als von Geschäftsreisenden. Für den Erhalt belebter Innenstädte und der Vielfalt des Vor-Ort-Angebots werden gezielte Anstrengungen nötig sein: Das Wachstum des Online-Handels hat sich durch die Pandemie nochmals beschleunigt und betrifft einzelne Bereiche wie Textil- oder Möbelhandel ganz massiv.

Quo vadis Homeoffice?

Mit der zeitweiligen Verpflichtung der Betriebe zum Homeoffice haben sich verschiedene Formen von orts- und zeitflexiblem Arbeiten etabliert. Ähnlich wie während des ersten Lockdowns im April 2020 arbeiteten im Januar 2021 fast ein Viertel der Beschäftigten weitgehend oder ausschließlich im Homeoffice. Insgesamt konnten gerade bei den Unternehmen viele Vorbehalte abgebaut werden und die Erfahrungen im Homeoffice werden überwiegend positiv bewertet – trotz teilweise erschwerter Bedingungen durch Kinderbetreuung und Homeschooling. Während 2017 noch fast 70 Prozent der Meinung waren, dass Homeoffice die Zusammenarbeit mit den Kollegen erschweren würde, galt dies 2020 nur noch für 17 Prozent. Die Mehrheit der Betriebe will nach der Corona-Pandemie mehr Homeoffice ermöglichen. 

Auswirkungen auf die Mobilität

Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und des Straßenverkehrs gingen stark zurück: einerseits durch das Homeoffice, andererseits durch den Verzicht auf Fahrten in der Freizeit. Auch Dienstreisen fielen zugunsten virtueller Meetings aus. Laut Strukturbericht wurde oftmals deutlich, dass virtuelle Besprechungen nicht immer eine Notlösung sein müssen. Diese Erkenntnis verbindet sich mit der Hoffnung darauf, dass Arbeiten von zuhause einen Beitrag zur Verkehrswende leisten kann.

Hintergrund: Strukturbericht Region Stuttgart

Der Strukturbericht wird seit mehr als 25 Jahren in einer bundesweit einmaligen Kooperation von Verband Region Stuttgart, Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart, Handwerkskammer Region Stuttgart und IG Metall Region Stuttgart herausgegeben. Im zweijährigen Turnus untersuchen die beiden Forschungsinstitute IAW Tübingen und IMU Institut Stuttgart im Auftrag der Herausgeber aktuelle Entwicklungen und die Strukturen von Wirtschaft und Beschäftigung in der Region Stuttgart sowie ihren Landkreisen. Die Publikation gibt außerdem Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung und Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes.

Der Strukturbericht 2021 über Wirtschaft und Beschäftigung in der Region Stuttgart kann gedruckt als Lang- und Kurzversion bei der Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart bestellt werden. Der Bericht und ein Foliensatz mit den entsprechenden Grafiken stehen außerdem zum Download bereit unter: www.region-stuttgart.org/strukturbericht

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news-1079 Thu, 30 Sep 2021 08:50:04 +0200 Region stimmt Aufteilung der VVS-Tariferhöhung zu Die Preiserhöhung von durchschnittlich 2,5 Prozent soll nahezu gleichmäßig verteilt werden, Zeittickets werden etwas weniger belastet. Anträge zu weiteren Tarifthemen werden im November diskutiert. presse/artikel/aktuell/region-stimmt-aufteilung-der-vvs-tariferhoehung-zu/ Im Juli hat der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eine Tariferhöhung zum 1. April 2022 um durchschnittlich 2,5 Prozent beschlossen. Verglichen mit anderen Verkehrsverbünden befindet er sich bundesweit damit im Mittelfeld. Nun hat sich der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung am Mittwoch mit den Preisanpassungen bei den einzelnen Ticketarten befasst. Mehrheitlich stimmte er dem Vorschlag des VVS-Aufsichtsrates zu, den der VVS-Geschäftsführer Horst Stammler erläuterte. Der Vorschlag beinhaltet eine maßvolle Anpassung bei nahezu allen Ticketarten. Jedoch wird der Gelegenheitsverkehr insgesamt etwas stärker belastet als die Zeittickets, letztere verzeichneten in den letzten zwei Jahren stärkere Einbußen bei der Nachfrage. Stammler führte aus, dass die Einnahmen im VVS im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zu 2019 um 30 Prozent zurückgingen, die Fahrten um 40 Prozent. Die Verkehrsunternehmen im VVS gingen derzeit davon aus, dass die Nachfrage 2022 sukzessive steige und die Tarifanpassung keine negativen Auswirkungen haben werde.

Um die Nachfrage nach dem drastischen Rückgang seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder anzukurbeln, setzt der VVS seit dem Sommer ein Paket mit insgesamt 15 Marketingmaßnahmen um. Dazu gehören der „bwAboSommer“, der „bwWillkommensbonus“ sowie ermäßigte StudiTickets zum Wiedereinstieg ins Wintersemester. So möchte man die Bürgerinnen und Bürger zum Wiedereinstieg in den öffentlichen Verkehr bewegen. Es ist fraglich, ob es im Jahr 2022 einen weiteren Rettungsschirm geben wird.

Aus der Regionalversammlung gab es insgesamt 12 Anträge zum VVS-Tarif, zu denen der VVS eine erste Einschätzung abgegeben hat. Einige dieser Anträge werden im Tarifsymposium am 9. November behandelt. Dazu gehören Ideen, Abos noch attraktiver und flexibler zu gestalten – zum Beispiel durch Teilzeitnutzung, Mitnahmemöglichkeiten und weitere Maßnahmen zur Kundenbindung oder ein 365-Euro-Ticket. Ein Antrag der SPD, in Abstimmung mit den Stadt- und Landkreisen zu prüfen, inwiefern ein regionsweit einheitliches 365-Euro-Ticket eingeführt werden könnte, fand keine Mehrheit.

Diskutiert wurden auch Pläne des VVS, ihre Tarifanpassungen ab dem Jahr 2023 über mehrjährige Zeiträume zu beschließen. Die SPD beantragte, die Tarifanpassungen auch zukünftig jährlich in den demokratisch gewählten Gremien zu diskutieren. Der Verkehrsausschluss befürwortete jedoch mit großer Mehrheit den Übergang zu mehrjährigen Beschlüssen.

Hintergrund

Zeitpunkt und Höhe der Tarifanpassung im VVS werden in der Gesellschafterversammlung nach Vorberatung im VVS-Aufsichtsrat beschlossen. Den Wert geben die Verkehrsunternehmen nach ihrer voraussichtlichen Kostensteigerung vor. Widersprechen die Gesellschafter der öffentlichen Hand dem Vorschlag der Unternehmen, müssten sie ihnen die Einnahmelücke ausgleichen. Im nächsten Schritt beschließen die Gesellschafter die Verteilung der Tarifanpassung auf die einzelnen Tarifarten. Diese Entscheidung fällt am 12. Oktober.

Stimmen aus den Fraktionen

Durch die Tarifzonenreform und einen früheren Verzicht auf eine Tariferhöhung sei bereits „viel Geld ins System geflossen“, sagte Rainer Ganske (CDU/ÖDP). Die Erhöhung sei daher ein Kompromiss und moderat. Er begrüßte zwar den Ansatz, die Abo-Kunden zu schonen, sieht aber gerade im Gelegenheitsverkehr Wachstumspotenziale. Interessant sei für ihn, wie die einzelnen Ticketarten durch Corona eingebrochen sind und wie sie sich dann wieder erholen. Ein Beschluss von Tariferhöhungen über mehrere Jahre sei „eine Frage der Effizienz“.

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hätte sich zwar eine Tariferhöhung unter zwei Prozent gewünscht, hält sie aber für tragbar. Er begrüßte die zukünftige Mehrjährigkeit der Beschlüsse: „Sie erlaubt eine längere Diskussion mit den Verkehrsunternehmen und für die politischen Zielsetzungen.“ Die Grünen befürworten, das 10-er-TagesTicket bei den Erhöhungen auszunehmen und das TicketPlus preislich attraktiver zu gestalten ebenso wie die Marktoffensive des VVS. Sie würden zudem die Einführung eines 365-Euro-Tickets als Sozialticket begrüßen.

Bernhard Maier (Freie Wähler) bezweifelte, ob „die jährliche Diskussion der Attraktivität des ÖPNV zuträglich ist.“ Angesichts der Planungssicherheit für Kunden und des „bewährten Verfahrens“ begrüßte er mehrjährige Tarifbeschlüsse. Seine Sorge galt der „finanziellen Bugwelle“ für die öffentliche Hand durch die Tarifreform. Zu den Plänen des Landes für ein 365-Euro-Ticket fehlt ihm eine gesicherte Finanzierung: „Hier hat sich das Land bisher vornehm zurückgehalten.“

Thomas Leipnitz (SPD) fragte kritisch, ob eine Tariferhöhung die richtige Antwort auf die Fahrgasteinbrüche sei. Die SPD lehnt daher die Tariferhöhung insgesamt und ihre Verteilung auf die Tarifarten ab. Die Entscheidung über die Tariferhöhungen sollten sich weiterhin jährlich in den Diskussionen der demokratisch gewählten Gremien wiederspiegeln. Für die Einführung von 365-Euro-Sozialtickets wünscht sich seine Fraktion eine „Gesamtschau“ für die weitere Beratung.

Holger Dorn (AfD) sagte: „Die Tariferhöhung ist „angemessen und angesichts der prognostizierten Inflationsrate gut begründet.“ Jedoch solle man die Auswirkungen im Auge behalten, wenn sich die Erhöhung der Nachfrage verzögert. Ein „Kinderrabatt“ sei ganz im Sinn der AfD. Dorn fragte nach dem Marktanteil der einzelnen Ticketarten und ihre jeweilige Rabattierung in den letzten Jahren.

Armin Serwani (FDP) befand die nächste Erhöhung auch angesichts der Tarifzonenreform für angemessen: „Das Angebot im ÖPNV steigt ständig und das muss bezahlt werden.“ Die mehrjährige Tarifanpassung sei richtig, auch, damit die Verkehrsunternehmen besser kalkulieren könnten. Seine Fraktion wünschte ein 10-er-TagesTicket ohne Befristung. Die Einführung eines 365-Euro-Ticket sei „Sache der Stadt Stuttgart und der Landkreise“.

Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) meinte: „Die Fahrpreise können nicht immer weiter steigen, ohne ein Sozialticket ist dies ein unsoziales Programm.“ Eine Nahverkehrsabgabe solle im gesamten VVS-Gebiet bald in die Umsetzung kommen. Auch die Mitnahme von Kindern unter 14 Jahre sei wünschenswert. Er plädierte für eine weiterhin jährliche öffentliche Abstimmung über Tarifanpassungen.

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news-1077 Thu, 30 Sep 2021 08:45:25 +0200 Ringzentrale für besseren Verkehrsfluss Die Regionale Verkehrsmanagementzentrale wird konkret. 2022 soll sie mit den ersten Pilotkorridoren an den Start gehen. presse/artikel/aktuell/ringzentrale-fuer-besseren-verkehrsfluss/ Unter dem Namen „Ringzentrale“ soll künftig eine regionale Verkehrsmanagementzentrale zu einem effizienten, sicheren, umweltgerechten sowie wirtschaftlichen Verkehrsablauf beitragen. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern der Pilotkorridore – den beteiligten Landkreisen, Kommunen, der Stadt Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg – wird damit begonnen, die Schaltungen der Lichtsignalanlagen (Ampeln) koordiniert auf regelmäßig vorkommende Verkehrsüberlastungen abzustimmen. Grundlage dafür ist ein Kooperationsvertrag nach den im ÖPNV-Pakt 2025 vereinbarten Grundzügen.  Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat am Mittwoch diesem Kooperationsvertrag mit dem Land sowie den weiteren Kooperationspartnern zugestimmt und sicherte eine weitere Unterstützung des Projekts über alle Fraktionen hinweg zu. Um weitere Maßnahmen des Verkehrsmanagements zu ermöglichen, hat das Gremium zudem beschlossen, die automatische Belegungserfassung von P+R-Parkplätzen in die Ringzentrale einzubinden. Der Verkehrsdirektor des Verbands Region Stuttgart Dr. Jürgen Wurmthaler wies darauf hin, dass die Verantwortung der Verkehre weiterhin in der jeweiligen Kommune verbleibe und der Verband Region Stuttgart moderierend tätig sei. Die EU beteilige sich mit Fördermitteln für dieses Projekt, mit der Vorgabe, dass es für Nachhaltigkeit und Innovation steht und auch der ÖPNV berücksichtigt werden muss, so Dr. Wurmthaler.

Auch weitere Kommunen und Landkreise können Vertragspartner des Kooperationsvertrags werden und dabei von den für die Region aufbereiteten Verkehrsinformationen profitieren und sich zur Lösung gemeinsamer Verkehrsprobleme austauschen.

Zeitplan, Beteiligte und Funktionsweise

Der Aufbau der Ringzentrale erfolgt in einem eng gestrickten Zeitplan bis zum Frühjahr 2022. In der ersten Pilotphase werden Steuerungsstrategien für Ampelschaltungen festgelegt, die unter vordefinierten Bedingungen von den jeweiligen Lichtsignalanlagen (LSA)-Zentralen umgesetzt werden. Dafür wurden auf Initiative der Kommunen unter der fachlichen und organisatorischen Moderation der Region die folgenden Pilotkorridore erarbeitet:

  • Ludwigsburg – Stuttgart-Nord
  • Ditzingen – Leonberg
  • Böblingen
  • Waiblingen – Fellbach – Stuttgart

 

Die Steuerungsstrategien werden mit allen relevanten Bedingungen in Strategievereinbarungen gefasst, die von den jeweiligen Projektpartnern des Korridors getragen werden. In den vier Pilotkorridoren liegen für einen Start der Ringzentrale 32 definierte Initial-Verkehrssituationen mit den hierfür vorgesehenen 32 Initial-Strategien mit darin insgesamt enthaltenen 200 Einzelmaßnahmen vor. Die Kommunen lassen die Anpassungen der Lichtsignalanlagen in eigener Verantwortung durch Ingenieurbüros und Signalbaufirmen umsetzen. Die Kosten dafür werden aus dem RegioWIN-Projekt gefördert.

So wird es möglich, dass die Signalsteuerung auf wesentlichen innerörtlichen Streckenzügen auf die übergeordnete Verkehrslage reagieren kann: Wenn nötig werden Kapazitäten erhöht oder bei zu hoher Auslastung wird der innerörtliche Verkehr gegenüber dem Durchgangsverkehr priorisiert, indem von außen zuströmender  Verkehr begrenzt wird. Die Zuständigkeit für die Signalanlagen bleibt auch hier bei den Kommunen bzw. Kreisen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung des Straßenverkehrs wird erwartet, dass die Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen über die Maßnahmen informiert werden können. Daher sollen die Informationen künftig auch vom MobilitätsDatenMarktplatz des Bundes für Navigationsdienstleister abrufbar werden.

Einbindung von P+R

Bestandteil des regionalen Verkehrsmanagements ist auch das Park-and-Ride (P+R). Die Ringzentrale soll daher die Funktion übernehmen, freie P+R-Plätze zu kommunizieren. So wird auf der P+R-Plätzen sukzessive eine technische Belegungserfassung eingerichtet – ein gemeinsames regionales und kommunales Interesse vorausgesetzt. Die ersten so ausgestatteten P+R-Anlagen werden Bondorf, Kirchheim (Neckar) und Neustadt-Hohenacker sein.

Kosten und Finanzierung

Für den Aufbau der Ringzentrale sowie der örtlichen Maßnahmen der Kommunen und Landkreise werden die RegioWIN-Mittel des Projektes „Regionale Mobilitätsplattform“ eingesetzt. Für die Vernetzung mit den Einrichtungen der Bundes- und Landesstraßen stehen zudem Mittel des Landes zur Verfügung. Für den laufenden Betrieb werden sich die kommunalen Vertragspartner des Kooperationsvertrags mit einem Beitrag zwischen 5.000 und 10.000 Euro pro Jahr beteiligen. Die mit dem Aufbau der Ringzentrale entstehenden laufende Kosten für technische Einrichtungen einschließlich Software und Betrieb, Miete und Personal in Höhe von bis zu 500.000 Euro pro Jahr. Diese werden im Wesentlichen vom Verband Region Stuttgart im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgabe der Koordinierung und Förderung des regionalen Verkehrsmanagements getragen.

Stimmen aus den Fraktionen

„Diese Investition und der laufende Betrieb ist eine nachhaltige Maßnahme“, sagte Helmut Noë (CDU/ÖDP). Es sei ein wichtiges Merkmal des Projekts, dass alle Verkehrsteilnehmer davon profitieren. Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) begrüßte das Ziel, eine gemeinsame Strategie für die Region zu erarbeiten und damit CO2 einzusparen. „Die Einbindung der Park-and-Ride-Anlage ist konsequent.“, so Lateier. Rainer Gessler (Freie Wähler) freute sich: „Ein guter Vorschlag liegt auf dem Tisch“. Das Projekt sei eine „wichtige Zukunftsvision für das regionale Verkehrsmanagement und Miteinander in der Region“. Michael Makurath (SPD) meinte, die unterschiedlichen Ebenen zusammenzubringen, sei gut gelungen. Er begrüßte, Park-and-Ride-Anlagen einzubinden und digitale Kanäle zu nutzen. Für Holger Dorn (AfD) ist das Projekt ein „Paradebeispiel für die Aufgabenstellung der Region und ihre Zukunftsfähigkeit.“ Hans Dieter Scheerer (FDP) begrüßte die regionale Koordination und mahnte an, dass das Projekt nicht allzu bürokratisch sein dürfe. Für Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) ist es wichtig, damit auch den ÖPNV zu verbessern und bei Bedarf nachzujustieren.

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news-1076 Thu, 30 Sep 2021 08:36:33 +0200 Mit der S-Bahn alle 15 Minuten auch an Samstagen Die S-Bahn Stuttgart verkehrt ab Dezember 2021 auch an den Samstagen im 15-Minuten-Takt. presse/artikel/aktuell/mit-der-s-bahn-alle-15-minuten-auch-an-samstagen/ Erst zum vergangenen Fahrplanwechsel im Dezember 2020 wurde die abschließende Stufe des 15-Minuten-Takts bei der S-Bahn montags bis freitags umgesetzt. Nun geht der Verband Region Stuttgart den nächsten Schritt zum weiteren Ausbau der Kapazitäten. Der Verkehrsausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwoch die Umsetzung des 15-Minuten-Takts an Samstagen in zwei Ausbaustufen beschlossen. Ab Dezember 2021 soll zunächst am Nachmittag der Takt verdichtet werden, die zweite Ausbaustufe hin zu einem ganztägigen 15-Minuten-Takt soll ab Dezember 2022 erfolgen. Darüber hinaus wurde das Gremium zu weiteren Veränderungen zum Fahrplanwechsel, sowie über baubedingte Fahrplaneinschränkungen im Herbst 2021 und Frühjahr 2022 informiert.

Umstellung in zwei Stufen

Gegenwärtig gibt es bereits samstags auf den besonders nachfragestarken Linien S1 und S6 teilweise einen Viertelstundentakt. Die S1 ist dabei zwischen Esslingen und Schwabstraße auf einen Viertelstundentakt von 8:30 Uhr bis 15:30 Uhr verdichtet. Auf der S6/60 wird der Abschnitt zwischen Renningen und Schwabstraße von ca. 8:30 Uhr bis 18 Uhr im Viertelstundentakt bedient. Diese Taktung bleibt erhalten bzw. wird auf der S1 für eine bessere Verständlichkeit des Fahrplans bis 18 Uhr sowie bis Plochingen und Herrenberg ausgeweitet. Auf den Linien S2 bis S5 wird ab Dezember 2021 der Fahrplan zunächst am Nachmittag von 13 bis 18 Uhr auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet. Weil für den ganztägigen Ausbau deutlich mehr Fahrpersonal erforderlich ist, das zunächst rekrutiert werden muss, ist eine Umsetzung in zwei Stufen unumgänglich. Davon ausgenommen ist der Abschnitt zwischen Vaihingen und Flughafen, da hier bereits ein 10/20-Minuten-Takt durch den Wechsel von S2 und S3 erfolgt.

Ein Jahr später, ab Dezember 2022, soll dann zum Zielzustand übergegangen werden. Hierbei wird samstags auf allen Linien zwischen 8:30 und 20:30 Uhr der Viertelstundentakt dort eingeführt, wo dies auch montags bis freitags der Fall ist, einschließlich der S2 nach Filderstadt. Die Mehrkosten betragen für das Jahr 2022 3,4 Millionen Euro und ab dem Jahr 2023 dann 6,9 Millionen Euro jährlich.

Weitere Verbesserungen im Jahr 2022

  • Ab Dezember 2021 wird montags bis freitags der 15-Minuten-Takt bis Filderstadt eingeführt. Fahrgäste von und nach Filderstadt erhalten somit an Wochentagen knapp 30 zusätzliche Zugpaare der S2. Die S3 wird künftig zwischen Stuttgart-Vaihingen und Backnang verkehren.
  • Die S60, die bislang im Wochenend-Nachtverkehr durch einen Bus bedient wurde, wird in den S-Bahn-Nachtverkehr integriert.
  • Die stark nachgefragte Linie S6 zwischen Weil der Stadt und Feuerbach wird durch zusätzliche Fahrten entlastet. Nach dem Ende der Sommerferien 2022 wird montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten morgens zwischen 6 Uhr und 9 Uhr und nachmittags zwischen 15:30 Uhr und 19 Uhr die Expressbahn S62 zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen verkehren. Insgesamt 13 neue Zugpaare werden im Halbstundentakt die Zwischenhalte Leonberg, Ditzingen, Weilimdorf und Korntal bedienen. Für die Fahrgäste bringt das zusätzliche Angebot neben einem dichteren Takt auch kürzere Fahrzeiten. Von Weil der Stadt nach Ditzingen benötigt die S62 nur 16 Minuten anstatt 21 Minuten.

 

Baubedingte Fahrplaneinschränkungen

Im laufenden Jahr stehen noch diverse Baumaßnahmen im Bahnnetz in der Region an.  Durch geplante Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten soll das Bahnnetz modern und intakt gehalten werden und damit ungeplante Störungen reduziert werden. Reisende können sich vor den jeweiligen Fahrten wie üblich beim VVS und der DB über Alternativrouten und Ersatzverkehre informieren.

  • Auf der Strecke der S3 zwischen Waiblingen und Winnenden finden jeweils an den Wochenenden 5./6. und 12./13. März 2022 Gleis- und Weichenarbeiten statt, so dass die S-Bahn und Regionalzüge diesen Abschnitt nicht befahren können. Als Ersatz wird ein Busverkehr eingerichtet.
  • Wegen Gleiserneuerungsmaßnahmen kann die Strecke zwischen Ludwigsburg und Marbach am 18./19. September, am 16./17. Oktober, am 4./5. Dezember sowie an allen Wochenenden im November 2021 nicht durch die S-Bahn-Linie S4 bedient werden. Zwischen Ludwigsburg und Marbach wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
  • An den beiden Wochenenden 23./24. Oktober und 30. Oktober bis 1. November 2021 werden in Zuffenhausen Weichenerneuerungen durchgeführt und in Feuerbach mit der Erhöhung des Bahnsteigs 1 begonnen. Die Züge der Linien S4 und S5 werden in jeweils einer Richtung über die Ferngleise umgeleitet, so dass der Halt in Feuerbach nicht bedient werden kann. Zusätzlich entfallen die Fahrten der S6/60 zwischen Zuffenhausen und Schwabstraße vollständig.
  • Im Rahmen der Arbeiten zum Ausbau der Autobahn A81 wird für die Bahnstrecke zwischen Böblingen und Sindelfingen eine Behelfsbrücke errichtet. Hierfür ist eine Totalsperrung der Strecke in den Herbstferien vom 1. bis 5. November 2021 erforderlich. Die Züge der Linie S60 aus und in Richtung Renningen enden und beginnen in Sindelfingen.
  • Wegen Brückenbauarbeiten wird in Ditzingen die Bahnstrecke vom 6. bis 9. Januar 2022 gesperrt. Die Züge der Linie S6 können dabei den Bahnhof Ditzingen von beiden Seiten nicht anfahren und wenden somit in Leonberg und Korntal. Dazwischen wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

 

Stimmen aus den Fraktionen

Für Rainer Ganske (CDU/ÖDP) ist die wichtigste Botschaft: Die Fahrgäste kommen zurück. „Wir haben nun die Chance ein positives Signal zu setzen und auch Danke zu sagen durch diese Verbesserungen.“ Man dürfe schließlich nicht nur die Tarifhöhe betrachten, sondern eben auch das entsprechende Angebot. Mit dem 15-Minuten-Takt am Samstag solle bewusst ein frühes und schnelles Signal gesetzt werden: „So stärken wir nicht nur den ÖPNV, sondern auch die Wirtschaft und den Einzelhandel“, sagte Ganske weiter.

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) freut sich, dass die Umstellung auf den 15-Minuten-Takt am Samstag fast sofort umgesetzt werden kann. Dies sei ein großer Sprung. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es ein verändertes Fahr- und Nutzerverhalten gibt“, so Lateier. „Der Gelegenheits- und Freizeitverkehr am Samstag wächst am schnellsten und muss auch nach der Pandemie wieder schnell wachsen.“ Dass die Anschlüsse durch den Busverkehr nicht ebenfalls sofort erfolgen kann, sei klar, aber zu verkraften.

Bernhard Maier (Freie Wähler) befürwortet zwar generell die Einführung des 15-Minuten-Takts auch am Samstag, plädiert jedoch für ein langsameres Vorgehen. „Die Landkreise wurden noch in keiner Weise eingebunden, so brüskieren wir unsere Partner“, so der Regionalrat. Entsprechend stimmte seine Fraktion für einen Antrag, dass die Einführung erst mit der zweiten Stufe im Dezember 2022 erfolgen soll. „Zudem ist die Nachfrage am Samstag aktuell noch überhaupt nicht gegeben“, ergänzte Maier.

„Der Wochenendverkehr rückt mehr in den Fokus“, ist Thomas Leipnitz (SPD) überzeugt. „Die Zahlen steigen und wir müssen jetzt nachziehen.“ Wenn die Landkreise mit den Anschlussverkehren nachziehen wollen, sei dies zwar ein dickes Brett, trotzdem sei es sinnvoll, schon jetzt in die erste Stufe einzusteigen. „Die Kosten sind ein gut angelegtes Geld, um weitere Fahrgäste für den ÖPNV zu gewinnen.“

Holger Dorn (AfD) möchte trotz der steigenden Nachfrage an den Samstagen erst im Jahr 2022 in die Umstellung auf den 15-Minuten-Takt einsteigen. „Das gibt uns die Möglichkeit zunächst in die Abstimmung mit den Landkreisen zu gehen und darüber im Gremium zu berichten.“ Zudem stellte er in Frage, ob die Personalplanungen für die Umsetzung so schnell gelingen können.

Laut Hans Dieter Scheerer (FDP) müsse man sich jetzt vor allem auf den Kunden konzentrieren. „Dieser muss ein attraktives Angebot bekommen.“ Gerade das vermehrte Homeoffice werde dafür sorgen, dass der Freizeitverkehr verstärkt in den Fokus rücke, um neue Fahrgäste zu gewinnen.

„Man darf nicht vergessen, dass bereits jetzt Sonderverkehre am Samstag eingesetzt werden“ so Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT). Diese könne man sich künftig in Teilen ersparen. „Spätestens zur zweiten Stufe im Dezember haben wir hoffentlich wieder Fahrgastzahlen auf hohem Niveau und sprechen dann vielleicht über einen 15-Minuten-Takt am Sonntag.“

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news-1078 Thu, 30 Sep 2021 07:59:00 +0200 Region investiert in Sicherheit bei S-Bahnen Mehr Sicherheitspersonal und Machbarkeitsstudie zur künftigen Videoüberwachung. presse/artikel/aktuell/region-investiert-in-sicherheit-bei-s-bahnen/ Die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart bewerteten in den Jahren 2019 und 2020 die Sicherheit auf Basis von Schulnoten jeweils mit der Note 2,0 und somit besser als den zwischen S-Bahn Stuttgart und Verband Region Stuttgart vereinbarten Zielwert von 2,5. Bestätigt wird dieses positive Sicherheitsgefühl auch durch die Zahlen der Deutschen Bahn zur Konzernsicherheit. Bei den dort hinterlegten Vorfällen ist für die Jahre 2020 und 2021 keine Steigerung der Anzahl im Vergleich zu den Vorjahren zu erkennen. Um dieses gute Niveau zu halten, hat der Ausschuss für Verkehr des Verbands Region Stuttgart in seiner Sitzung vom Mittwoch eine Aufstockung des Sicherheitspersonals beschlossen. Darüber hinaus werden 60.000 Euro in eine Machbarkeitsstudie für eine künftige Video-Überwachung an den Haltestellen investiert.

Derzeit dient die Videoüberwachung der Betriebsführung der S-Bahn sowie der Strafverfolgung. Die Deutsche Bahn hat signalisiert, dass es zur Abdeckung des betrieblichen Aspekts an den meisten Stationen keiner Kameras mehr bedarf. Die Bundespolizei sieht die Notwendigkeit vor allem an sieben S-Bahn-Stationen. Soll die Videotechnik an allen Stationen fortgeführt werden, muss der Verband Region Stuttgart als Aufgabenträger für die Kosten an den übrigen S-Bahnstationen aufkommen. In diesem Zusammenhang soll nun eine Machbarkeitsstudie die technischen Voraussetzungen und Kosten prüfen.

Ein weiterer Sicherheitsaspekt neben der Video-Überwachung ist der Einsatz von Sicherheitspersonal an den Bahnsteigen und in den S-Bahn-Zügen. Im Verkehrsvertrag sind derzeit rund 1.500 Doppelstreifen pro Jahr vorgesehen. Die DB Regio hat dieses Kontingent auf freiwilliger Basis und auf eigene Kosten auf derzeit 2.124 Doppelstreifen aufgestockt. Ein dauerhafter Anspruch auf diese Aufstockung besteht jedoch nicht. Um eine über den Verkehrsvertrag hinausgehende Bestreifung außerhalb der Stammstrecke an Freitagen und Samstagen zwischen 16 und 3 Uhr zu sichern, übernimmt der Verband Region Stuttgart die Kosten von 93.000 Euro für drei zusätzliche Doppelstreifen für das Jahr 2021 und 141.00 Euro jährlich für zwei zusätzliche Doppelstreifen ab 2022.

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news-1075 Mon, 27 Sep 2021 09:11:48 +0200 Region bedauert Ausgang des Bürgerentscheids in Dettingen unter Teck Fokus richtet sich nun auf die Suche nach Alternativen presse/artikel/aktuell/region-bedauert-ausgang-des-buergerentscheids-in-dettingen-unter-teck/ Mit einer guten Zwei-Drittel-Mehrheit hatte die Regionalversammlung das Verfahren zur Entwicklung eines Strategischen Vorhaltestandorts für Industrie und Gewerbe im Bereich Hungerberg auf den Weg gebracht. Bereits 2009 zeigte eine Machbarkeitsstudie, dass sich der Bereich für eine solche Entwicklung besonders eignet. Vorerst gestoppt wurde das Planungsverfahren, nachdem sich ein Bürgerentscheid zu dieser Frage abzeichnete. Nach dem Votum gegen eine Bebauung auf dem Areal des Hungerbergs, steht die Entscheidung in der Regionalversammlung an, wie die Bereitstellung von geeigneten Flächen zur Begleitung des tiefgreifenden Strukturwandels gelingen kann.

Stimmen der Region

Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin Verband Region Stuttgart:
„Die Region Stuttgart hat nach wie vor ein hohes Wohlstandniveau und bietet entsprechende Lebensqualität. Eine prosperierende Wirtschaft ist jedoch kein Selbstläufer. Die strukturellen Umbrüche, die sich gerade in der Automobilindustrie abzeichnen, erfordern unser aktives Zutun – auch in Form der Bereitstellung der für einen erfolgreichen Wandel benötigten Flächen. Wir müssen neue Zukunftsinvestitionen ermöglichen und den Unternehmen eine zuverlässige Perspektive bieten. Nur so können wir Wertschöpfung und Innovation in der Region halten und Arbeitsplätze sichern. Innenentwicklung und die Reaktivierung industrieller Brachen hat selbstverständlich Vorrang. Wenn der Bedarf in solchen Brachflächen allerdings nicht gedeckt werden kann, darf die Bebauung von Freiflächen zur Sicherung unserer Zukunft kein Tabu sein. Der Standort Dettingen wäre mit verhältnismäßig geringen Eingriffen verbunden gewesen, für deren Ausgleich zudem ein weitgehendes Konzept vorgelegt wurde. Es ist daher auch bedauerlich, dass dieser innovative Ansatz zur gleichzeitigen Entwicklung von Gewerbeflächen und Freiraum hier nicht umgesetzt werden kann.“

Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS):
„Der Wille der Menschen ist klar: Ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit müssen zusammengedacht werden. Das schließt nach dem Willen der Bürgerinnen und Bürger einen zusätzlichen Flächenverbrauch in Dettingen unter Teck aus. Die WRS wird nun einen anderen Platz für einen Vorhaltestandort suchen. Denn selbstverständlich sind wir nach wie vor von der Notwendigkeit überzeugt, eine große zusammenhängende Fläche für Zukunftstechnologien in der Region vorzuhalten. Unsere regionale Wirtschaft braucht dringend zusätzlichen Raum, um die Digitalisierung und die dringend anstehende Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit stemmen zu können. Die Reaktivierung von Brachen und die Innenverdichtung allein können nämlich den Bedarf an den akut benötigten neuen Gewerbeflächen so kurzfristig nicht decken.“

Hintergrund: Konzept der regionalen Vorhaltestandorte

Die Region Stuttgart steht angesichts eines tiefgehenden Strukturwandels in der wirtschaftlich prägenden Automobilindustrie vor weitreichenden Herausforderungen. Das Konzept des „regionalen Vorhaltestandortes“ soll es ermöglichen, bei zeitnah Flächen zur Begleitung der Transformationsprozesse bereitzustellen: Wenn Investitionen in Zukunftstechnologien – von Digitalisierung über Elektromobilität und autonomem Fahren – anstehen, sollten auch in der Region Stuttgart wettbewerbsfähige Angebote verfügbarsein.

Derzeit sind allerdings solche baureifen Flächen, die sich für größere und unter Umständen emissionsträchtige Gewerbe- und Industrievorhaben eignen, Mangelware. In den im Regionalplan ausgewiesenen Regionalen Gewerbeschwerpunkten sind zwar rund 320 Hektar für eine bauliche Entwicklung gesichert, jedoch sind davon nur sechs Gebiete größer als 20 Hektar – und keines davon baureif. Die bis zu einer Bebauung erforderliche Regelung der Eigentumsverhältnisse, notwendige Planungsverfahren und Erschließungsmaßnahmen erweisen sich dabei als äußerst langwieriger Prozess – zudem mit offenem Ausgang. Da auch die Potenziale in den bestehenden Werksarealen schnell ausgeschöpft sind (und zudem nur von den jeweiligen Eigentümern genutzt werden können), sind die Optionen zur Unterbringung neuer Technologien mit größeren Flächenbedarfen derzeit außerordentlich begrenzt. 

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news-1074 Thu, 23 Sep 2021 09:38:23 +0200 Größtes Haushaltsvolumen in der Geschichte des Verbands Region Stuttgart Knapp 680 Millionen Euro für 2022 vorgesehen. Größter Anteil erneut im Verkehrsbereich aufgrund zahlreicher Verbesserungen bei der S-Bahn presse/artikel/aktuell/groesstes-haushaltsvolumen-in-der-geschichte-des-verbands-region-stuttgart/ Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling hat in der heutigen Regionalversammlung den Haushaltsentwurf und damit die Arbeitsschwerpunkte des Verbands Region Stuttgart für 2022 eingebracht. „Unsere Herausforderungen sind groß“, betonte Schelling. „Wie schaffen wir es, die Region für möglichst viele Menschen als attraktiven und lebenswerten Standort zu erhalten und auszubauen?“ Die Meinungen, was heute gut und richtig ist, seien geteilt. Daher stellte Sie die Planungen für 2022 unter das Motto „Suchet der Region Bestes“.

Eckdaten des Haushalts 2022

Mit über einer halben Milliarde Euro (679 Millionen Euro) ist es der bisher größte Haushaltsentwurf in der Geschichte des Verbands. Gegenüber dem Vorjahr sind das 261 Millionen Euro mehr. Die Verbandsumlage steigt um 4,2% auf 23,6 Millionen Euro, die Verkehrsumlage steigt um 22,5% auf 73,2 Millionen Euro. Kreditaufnahmen sind in Höhe von rund 266 Millionen Euro geplant. Im Haushaltsplan 2022 sind Tilgungen in Höhe von 5,8 Millionen Euro eingeplant. Der Schuldenstand erhöht sich von rund 104 Millionen Euro auf knapp 368 Millionen Euro.

Größter Posten bleibt der Verkehr

Wie in den Vorjahren entfallen die meisten Ausgaben und Einnahmen auf den Verkehrsbereich. So stehen den geplanten Ausgaben in Höhe von 638 Millionen Euro entsprechende Erträge aus u.a. Fahrgeldeinnahmen (118,7 Millionen Euro, -5,6 Millionen Euro im Vgl. zu 2021), Regionalisierungsmitteln (111 Millionen Euro, +2,9 Millionen Euro) und Zuweisungen, vor allem Landeszuschüssen (84,7 Millionen Euro) sowie der Verkehrsumlage (73,2 Millionen Euro, +13,4 Millionen Euro) gegenüber.

„Europa, Bund, Land - auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen sind der Mobilitätswandel und dessen Förderung ein Thema. Wir sind hier früh aktiv geworden und haben enorm in den S-Bahnverkehr investiert“, so Schelling. Konkret handle es sich dabei um die Kosten für den kontinuierlichen Ausbau des Viertstundentakts, neuerdings bis nach Filderstadt, die zusätzliche Beschaffung von 56 S-Bahnen, die Verbesserung der Barrierefreiheit sowie Maßnahmen aus der Qualitätsoffensive für die Schieneninfrastruktur. Ganz neu sind 3,4 Millionen für den möglichen Viertelstundentakt am Samstagnachmittag. Dessen Einführung ist nächste Woche im Verkehrsausschuss in der Debatte, der Haushalt ist dafür gewappnet. Zusätzlich soll das erfolgreiche Förderprogramm zum Ausbau von RegioRad fortgesetzt werden.

„Es wird Zeit für eine versöhnende Betrachtung von ÖPNV und Individualverkehr. Kein entweder oder – beides wird gebraucht, um den Mobilitätsanforderungen sowie unserer Wirtschaft gerecht zu werden“, so Schelling. So sind 3,8 Millionen Euro für eine regionale Mobilitätsplattform zur Verflüssigung des Verkehrs vorgesehen, wovon man sich auch eine CO2-Reduktion verspricht. Für den Betrieb kommen jährlich 500.000 Euro hinzu sowie rund 200.000 Euro an Personalkosten. Mit Blick auf Potenzial für autonomes Fahren betonte Schelling die Untersuchung der Nutzung stillgelegter und nicht reaktivierbarer Schienenstrecken. Diese könnten als Teststrecken sowie als Einstieg in ein künftiges Netz für autonomes Fahren dienen.

Wirtschaftsförderung

Auch 2022 kommt der Wirtschaftsförderung und der Begleitung des Transformationsprozesses eine bedeutende Rolle zu, sodass hier der Ansatz auf 18,6 Millionen Euro erhöht wurde. Davon erhält die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) 10,2 Millionen Euro. Erhebliche Posten bei der WRS sind Kofinanzierungsmittel für laufende Projektbewerbungen, die im Zusammenhang mit der notwendigen Begleitung des Strukturwandels stehen. Die Plattform Fachkräfte – zielend auf anforderungsgerechte Fortbildung - ist ein Beispiel dafür. Zusätzlich bewirbt sich die Region Stuttgart als Modellregion Grüner Wasserstoff unter dem EFRE Verteilungsprogramm des Landes. Hinzu kommt das von der Regionalversammlung beschlossene Kofinanzierungsprogramm Wasserstoff mit dem die Region vier Jahre mit je fünf Millionen Euro Projekte zu diesem Thema fördern will. Der KI Park, der nicht unter die Landesförderung gebracht werden konnte, bleibt dennoch. Er wird als vernetzte, engagierte Genossenschaft unter Beteiligung von Wirtschaftsförderung und Verband ein Partner der Zukunft.

Wohnen, Gewerbe und Naherholung

„Wir haben ein weiteres zentrales Thema in der laufenden Diskussion, die Nutzung der Flächen in der Region. Die Gelder für die Vorbereitung eines Vorhaltestandort für innovatives Gewerbe sind vorhanden“, so Schelling. Die Entscheidung, ob es der Hungerberg werden kann, fällt am kommenden Sonntag. Weiter gilt, so Schelling, das regionale Programm zur Gewerbeflächenentwicklung auszubauen und besser auf die Bedürfnisse der Kommunen zuzuschneiden.

Die Region biete vieles und brauche vieles, so Schelling weiter, weshalb auch die Themen Wohnen und Naherholung von Bedeutung sind. Mit Ersterem beschäftigt sich auch die IBA StadtRegion 27, an der die Region maßgeblich beteiligt ist. Deren finanzielle Ausgestaltung müsse im kommenden Halbjahr erörtert werden. Über die Kofinanzierungsprogramme Landschaftspark Region Stuttgart (1,5 Millionen Euro) sowie Wirtschaft und Tourismus (450.000 Euro) sollen die Landschaft aufgewertet werden, die Naherholung gefördert werden und innovative Ideen in die Umsetzung gebracht werden.

Mit bestehenden Mitteln soll an der Weiterentwicklung der Kommunikation weitergearbeitet werden. Schwerpunkte 2022 sind die Arbeiten an einer Ausstellung, die die Bedeutung des Zusammenwirkens über Gemeindegrenzen hinweg verdeutlicht, um Verständnis und Akzeptanz für regional bedeutsame Maßnahmen bei politischen Gremien und Bürgern zu erreichen. Gleiches gilt für die Neugestaltung des Internetauftritts des Verbands Region Stuttgart und weiterer Kommunikationsmittel.

Zeitplan der Beratungen

Die Fraktionen und Gruppen bringen ihre Anträge zum Haushaltsentwurf in die Regionalversammlung am Mittwoch, 20. Oktober, ein. Danach finden die Beratungen in den Ausschüssen statt: am 10. November im Planungsausschuss, am Mittwoch, 17. November, im Verkehrsausschuss und abschließend am Mittwoch, 24. November, im Wirtschaftsausschuss. Die Regionalversammlung soll den Haushalt 2022 des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch, 15. Dezember, beschließen.

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news-1073 Thu, 23 Sep 2021 09:34:50 +0200 Planen und Bauen neu denken Ministerin berichtet in der Regionalversammlung über innovative Landesentwicklung, Studierende entwickeln Lösungen für schienennahe Standorte presse/artikel/aktuell/planen-und-bauen-neu-denken/ In der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch sprach MdL Nicole Razavi, baden-württembergische Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, in ihrem Bericht zur „Innovativen Landesentwicklung für Baden-Württemberg“ darüber, wie Planen und Bauen neu gedacht werden kann. „Wie wir unser Land und seine Flächen nutzen, wie wir Räume ordnen und strukturieren ist ein Megathema und eine elementare Zukunftsfrage“, erklärte Razavi. Deswegen wolle man die Aufstellung eines neuen Landesentwicklungsplans zügig anpacken, um Themen wie wirtschaftliche Transformation, Digitalisierung, Mobilität, Klimaschutz und Klima-Resilienz sowie bezahlbares Wohnen zu adressieren. Dabei seien der Verband Region Stuttgart und die anderen Regionalverbände zentrale Partner, so die Ministerin. „Wohnraum ist die soziale Frage unserer Zeit. Zusammen müssen wir alles unternehmen, um noch schlummernde Flächenpotenziale zu entdecken.“ Eine Idee seien beispielsweise rückbaufähige Zwischennutzungen für „Enkelgrundstücke“. Darüber hinaus plane ihr Ministerium, den Kommunen so genannte „Flächenscouts“ an die Seite zu stellen. Razavi versprach zudem, sich für ein noch stärkeres Engagement des Landes bei der Internationalen Bauausstellung einzusetzen, denn „die IBA wirkt mit ihrer hervorragenden fachlichen Beratung als Werkbank in die Kommunen hinein.“

Ideenwettbewerb: Baupotenziale im Umfeld von S-Bahn-Haltestellen nutzen

Die hohe Nachfrage und erheblichen Preissteigerungen auf dem regionalen Wohnungsmarkt in den letzten Jahren verdrängen Menschen zunehmend aus zentraleren Lagen an günstigere und besser verfügbare Standorte. Diese sind jedoch häufig weniger gut an das Schienennetz und den öffentlichen Nahverkehr insgesamt angebunden, was eine höhere Belastung der Straßen und mehr Schadstoffausstoß zufolge hat. Wie vorhandene Baupotenziale direkt am Schienennahverkehr umgesetzt werden können, zeigt ein Ideenwettbewerb, der von Verband Region Stuttgart und Hochschule für Technik Stuttgart (HfT) mit einem Preisgeld von 6.000 Euro ausgelobt wurde. Unter dem Titel „Glorious Hubs – die Wiederentdeckung der Bahnhofsareale als zentrale Lebensorte der Region Stuttgart“ haben insgesamt 266 Studierende und Absolventen aus acht Hochschulen ihre städtebaulichen Entwürfe und Konzepte eingereicht, wie freie oder nicht optimal genutzte Bereiche in Haltestellennähe aktiviert werden könnten. Dabei standen fünf Standorte zur Auswahl, und zwar Böblingen-Hulb, Geislingen, Renningen Süd, Stuttgart Nürnberger Straße und Tamm. Thomas Kiwitt, Planungsdirektor des Verbands Region Stuttgart, betonte das Ziel der Übertragbarkeit: „Die Stationen sind in unterschiedlich großen Städten, von vollständig bebaut bis untergenutzt. Sie sind ein repräsentativer Querschnitt durch die Bahnhofsumfelder der Region Stuttgart.“ So könne man sich die Entwürfe auch an anderen Orten mit ähnlichen Gegebenheiten vorstellen. Ob konventionell oder mutig, ihnen gemeinsam sei eine moderne Plansprache, die – durchaus erwünscht – zu Widersprüchen und Diskussionen anrege. Die „Testentwürfe“ mit ihren innovativen Lösungsansätzen sollen den Kommunen Impulse für ihre weitere Entwicklung geben. Aus 55 Wettbewerbseinreichungen erhielten vier Arbeiten einen Preis und zwei weitere eine Auszeichnung.

Dr. Philipp Dechow, Professor für Architektur und Gestaltung an der HfT, warf ein „kleines Spotlight“ auf einige der Entwürfe. Er erläuterte, dass das international stark, aber in Deutschland bisher weniger verbreitete Planungssystem des „Transit Oriented Development“ (TOD) als ein zentraler Gedanke durchschlage. Demnach soll in der der Nähe verkehrsgünstiger Infrastruktur mit höherer Dichte gearbeitet werden. Gleichzeitig sollen die Verkehrsknotenpunkte aber auch wichtige Bezugsorte für Quartiere sein, die eine gute Aufenthaltsqualität und vielfältige Funktionen bieten. Neben Lösungsansätzen für die Kombination von Wohnen und Produktion, für die Gestaltung von Transformationsprozessen und für die Verbesserung der Qualität, hätten sich entsprechend folgende Erkenntnisse durchgesetzt: „Die S-Bahn kann Vernetzer sein, nicht nur für Infrastruktur, sondern auch für die gemeinsame Nutzung verschiedener Funktionen und Angebote an verschiedenen Orten, etwa für Start-ups über eine entsprechende App. Ein Bahnhof kann Quartierszentrum sein, nicht nur Verkehrsknotenpunkt. Unter anderem wurden auch die Bahnhofsvorplätze als attraktive, offen und hell gedachte Aufenthaltsräume betrachtet.“ Als ein Beispiel zeigte Dr. Dechow ein kompaktes hybrides Bahnhofsgebäude mit Fahrradstellplätzen, Co-Working-Spaces, „normalen“ Arbeitsplätzen und Werkstätten, Sportmöglichkeiten, temporären Wohnangeboten, Cafés samt Seilbahn aus den höher gelegenen Stadtteilen und Landeplätzen für Lufttaxis auf dem Dach. Ausgewählte Arbeiten sollen zu einem späteren Zeitpunkt in einer Ausstellung gezeigt werden.

Regionales „Aktionsprogramm Wohnen“

Die Wettbewerbsentwürfe zeigen Wege auf, wie die klimaschonende Bewältigung der Mobilität und die flächensparende Bereitstellung von Flächen für Gewerbe und Wohnen gelingen kann. Bedarfsgerechte Wohnraumbereitstellung ist, nicht nur für die Region, eine dauerhafte Herausforderung. Seit 2016 unterstützt der Verband Region Stuttgart im Rahmen seines „Aktionsprogramms Wohnen“ Kommunen und andere Maßnahmenträger mit verschiedenen Angeboten: Kommunen werden vor Ort in verschiedenen Gesprächs- und Präsentationsformaten intensiv beraten und im Rahmen von Veranstaltungen mit anderen für den Wohnungsbau wichtigen Akteuren zusammengebracht – zum interkommunalen Austausch ebenso wie zur fachlichen Betrachtung und Diskussion spezifischer, umsetzungsrelevanter Themen und Instrumente. Für die Kommunen wurden Kommunikationsmittel wie eine Best-Practice-Broschüre zum verdichteten Bauen sowie vielfältige Handreichungen erstellt. Nicht zuletzt stellt der Verband auch Mittel aus dem Kofinanzierungsprogramm zum Landschaftspark Region Stuttgart für Aufwertungen in Siedlungsbereichen zur Verfügung.

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news-1071 Wed, 22 Sep 2021 14:39:04 +0200 Gemeinsame Presseinformation: Durchgehende Öffnungszeiten in den DB Video-Reisezentren bei der S-Bahn Beratung rund um die Uhr: Deutsche Bahn weitet die Öffnungszeiten zu 24/7 Service aus. presse/artikel/aktuell/gemeinsame-presseinformation-durchgehende-oeffnungszeiten-in-den-db-video-reisezentren-bei-der-s-bah/ Die Deutsche Bahn (DB) macht die klimafreundliche Schiene zum leistungsstarken Verkehrsträger. Dazu weitet die Bahn den Service der DB Video-Reisezentren in der Region Stuttgart aus und verlängert die Öffnungszeiten zu einem deutschlandweit einmaligen 24/7-Angebot. Ab sofort können Kundinnen und Kunden der Video-Reisezentren auch außerhalb der bisherigen Öffnungszeiten Verbund- und Nahverkehrs-Tickets kaufen.

An Stationen der S-Bahn Stuttgart wie in Kirchheim (Teck) profitieren die Fahrgäste von einem Rund-um-die-Uhr-Service am Bahnhof. Heute hat die Bahn dort die Ausweitung des Services gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Kirchheim unter Teck, Pascal Bader, und dem Vorsitzenden des Verbands Region Stuttgart, Thomas Bopp, vorgestellt. Zugleich holte die Bahn die aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallene Eröffnung des DB Video-Reisezentrums mit einer symbolischen Schlüsselübergabe nach.

„Insbesondere zu den Randzeiten ist häufig noch individueller Beratungsbedarf vorhanden. Von den Öffnungszeiten abends und nachts profitieren vor allem Spontanreisende im Freizeitverkehr und Pendlerinnen und Pendler, die im Schichtdienst arbeiten“, sagte Reinhold Pohl, Leiter regionaler Vertrieb Süd von DB Vertrieb.

„Für alle Reisenden ist es ein enormer Qualitätsvorteil, dass mit den Video-Reisezentren jetzt rund um die Uhr ein Angebot inklusive Beratungsmöglichkeit zum Fahrkartenverkauf zur Verfügung steht“, sagte Thomas Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart. „Gerade in den späten Abendstunden, wenn der ÖPNV seltener fährt, ist es umso wichtiger die passende Verbindung zu bekommen. Mit einem Knopfdruck erhalte ich die Information und auch noch das passende Ticket dazu.“

Dr. Pascal Bader, Oberbürgermeister der Stadt Kirchheim unter Teck: „Wir freuen uns, dass unseren Bürgerinnen und Bürgern durch das Video-Reisezentrum nun in den Randzeiten sowie an Wochenenden und Feiertagen ein attraktiver, moderner Zugang zum ÖPNV und Bahnverkehr mit persönlicher Beratung zur Verfügung steht.“

Der Verband Region Stuttgart hat die Einführung dieses Formats im Bereich der S-Bahn Stuttgart 2019 beschlossen. In diesem Jahr wird das Angebot in der Region von zunächst sechs auf insgesamt 19 Standorte erweitert. Bundesweit sind seit dem Start 2013 120 Video-Verkaufsstellen in Betrieb gegangen. Die Handhabung der Technik für das Video-Gespräch ist einfach und unkompliziert. Beratung und Verkauf starten, indem Kundinnen und Kunden die Ruf-Taste betätigen.

Standorte der DB Video-Reisezentren im Bereich der S-Bahn-Stuttgart:

Backnang, Böblingen, Echterdingen, Esslingen (Neckar), Fellbach, Kirchheim (Teck), Korntal, Kornwestheim, Leonberg, Ludwigsburg, Marbach, Rommelshausen, Schorndorf, Stuttgart-Universität, Stuttgart-Zuffenhausen, Waiblingen und Winnenden. Plochingen und Sindelfingen folgen im Laufe des Jahres.

Die Webseite deutschebahn.com/vrz bietet weitere nützliche Informationen zum digitalen Service.

Bild zum Download:

https://datentransfer.region-stuttgart.org/#/public/shares-downloads/LZll4wrKojVmiM2uleb5sP4evfp1U719

Bildunterschrift:

Symbolische Eröffnung des DB Video-Reisezentrums Kirchheim (Teck). V.l.n.r.: Thomas Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart, Dr. Pascal Bader, Oberbürgermeister der Stadt Kirchheim unter Teck, Reinhold Pohl, Leiter regionaler Vertrieb Süd von DB Vertrieb.

Bildnachweis: DB AG

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news-1072 Fri, 17 Sep 2021 14:45:00 +0200 Gemeinsame Presseinformation: Bunte RegioRäder als Botschafter der Verkehrswende überreicht Kommunenradübergabe 2.0: Neue Kommunenräder rollen durch Stuttgart und die Region. presse/artikel/aktuell/gemeinsame-presseinformation-bunte-regioraeder-als-botschafter-der-verkehrswende-ueberreicht/ RegioRadStuttgart wächst. Städte und Gemeinden sowie weitere Kooperationspartner beteiligen sich zunehmend an dem regionsweiten und interkommunalen Fahrrad- und Pedelec-Verleihsystem RegioRadStuttgart. Sie bieten damit vor Ort ein flexibles und zukunftsorientiertes Mobilitätsangebot, sowohl in der Landeshauptstadt als auch in der Region.

Die Deutsche Bahn Connect GmbH stellt als Betreiber des Verleihsystems allen am RegioRadStuttgart beteiligten Städten und Gemeinden ein individuell gestaltetes RegioRad zur Verfügung. Auf dem Fahrradrahmen sind beispielsweise der Stadtname und/oder das Stadtwappen abgebildet. Zudem haben die Räder jeweils eine besondere, vom RegioRad‐Blau abweichende Farbe. Mit den Kommunenrädern will die DB zum einen die Beteiligung der jeweiligen Partnerstädte am Bikesharing‐System hervorheben. Zum anderen soll damit der Ausbau nachhaltiger Mobilität in der gesamten Region zum Ausdruck gebracht werden. Die ersten 26 Kommunenräder sowie 14 Pedelecs wurden bereits im Juni 2021 präsentiert und rollen seitdem als farbenfrohe Botschafter durch Stuttgart und die Region. Weitere sieben Kommunenräder wurden im Rahmen des „RegioRadStuttgart-Aktionstags“ zur Stuttgarter Mobilitätswoche gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Verband Region Stuttgart, der Deutsche Bahn Connect GmbH sowie der RegioRadStuttgart-Kommunen, der Universität Hohenheim, der Studierendenvertretung stuvus und der Universität Stuttgart auf dem Karlsplatz präsentiert. Neben der Betrachtung der Kommunenräder konnten Interessierte am Aktionstag die Fahrräder, Pedelecs und Lastenpedelecs kostenlos Probe fahren, an einem Gewinnspiel teilnehmen und sich rund um das öffentliche Verleihsystem informieren und beraten lassen.

Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verband Region Stuttgart, zeigte sich begeistert: „Die bunten Kommunenräder sind ein Zeichen der Vielfalt der Städte und Gemeinden der Region. Sie verdeutlichen zudem die individuelle Mobilität, die das regionsweite Angebot von RegioRadStuttgart schafft. Wir freuen uns, durch das Förderprogramm ‚Zwei für eine‘ des Verband Region Stuttgart wesentlich zur Ausweitung und Verdichtung des Stationsnetzes von RegioRadStuttgart beizutragen. Dadurch wird das Verleihsystem noch flexibler und attraktiver.“ Bereits 24 Antragssteller profitieren von der attraktiven Förderung. So wurde bei 42 Verleihstationen die Kofinanzierung mit bis zu 50 Prozent der Kosten bis zum Ende der Vertragslaufzeit 2026 beschlossen. „Zu Beginn des nächsten Jahres planen wir außerdem eine weitere Förderrunde aufzulegen“, kündigt Dr. Schelling an.

Holger Krämer, Partnermanager der Deutsche Bahn Connect GmbH, erklärte: „Die nach den Wünschen der Kommunen gestalteten RegioRäder sind eine farbenfrohe Ergänzung unseres stetig wachsenden Angebots an Fahrrädern, Pedelecs sowie Lastenpedelecs. Sie rollen als Botschafter einer nachhaltigen Mobilität durch Stuttgart und die Region. Dabei bieten sie insbesondere auch eine wichtige Anschlussmobilität und Ergänzung des ÖPNV in der Region. Wir freuen uns, dass sich immer mehr Städte und Gemeinden, aber auch weitere Kooperationspartner unserem zukunftsweisenden Verleihsystem anschließen.“

Die bunten Räder werden umgehend in das Verleihsystem integriert. Sie sind Teil der gesamten Fahrradflotte und können von allen RegioRadStuttgart‐Nutzern geliehen und an jeder beliebigen Station wieder zurückgegeben werden.

Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator von RegioRadStuttgart, über die positive Entwicklung: „Das Verleihsystem hat jetzt auch in der Region stark an Fahrt aufgenommen. Wir freuen uns, dass neben den kommunalen Auftraggebern acht weitere Kooperationspartner zur RegioRadStuttgart-Familie zählen, darunter die Universität Hohenheim, die Studierendenvertretung Universität Stuttgart, der Flughafen Stuttgart und die Landkreise Böblingen und Ludwigsburg. Darüber hinaus werden in den kommenden Wochen und Monaten mehr als 50 neue Stationen hinzukommen, unter anderem an der Messe Stuttgart, in Backnang, Esslingen, Korntal-Münchingen, Leutenbach, Marbach, Hochdorf, Steinheim an der Murr, Weil der Stadt, Winnenden und Pforzheim. Die individuell gestalteten RegioRäder fahren auch als Zeichen der stetig wachsenden RegioRadStuttgart-Familie durch die Region.“

Im Herbst ist ein regionsweiter Wettbewerb geplant, bei dem ermittelt wird, welches der rund 50 individuell gestalteten RegioRadStuttgart-Räder die größte Entfernung zu seiner Heimatkommune zurückgelegt hat.

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche finden in der ganzen Region Veranstaltungen mit RegioRadStuttgart statt. Als besonderes Angebot gibt es vom 16. bis 22. September für alle Nutzerinnen und Nutzer für jede Fahrt mit dem RegioRad 60 Freiminuten, die Fahrt mit dem Pedelec ist 15 Minuten kostenlos – und das unabhängig vom Tarif. Auch nach der Mobilitätswoche kann man mit der polygoCard besonders günstig weiterradeln. Im polygoCard-Tarif sind stets die ersten 30 Minuten auf dem Fahrrad und die ersten 15 Minuten auf dem Pedelec bei jeder Fahrt gratis. Wer mehr über RegioRadStuttgart erfahren möchte, kann auch am Sonntag, 19. September, auf dem 3. Cargo-Bike-Day auf dem Stuttgarter Karlsplatz vorbeikommen und sich am Mittwoch, 22. September, von 14 bis 18 Uhr im Stuttgarter Rathausfoyer beraten lassen.

Hintergrund

Rund 1.500 Fahrräder und Pedelecs des öffentlichen Verleihsystems können mittlerweile an 207 Stationen in Stuttgart und 42 weiteren Kommunen der Region für vielfältige Zwecke entliehen werden. In den kommenden Monaten wird das regionsweite Angebot um mehr als 50 Verleihstationen, rund 250 Räder und über zehn neue Kommunen und Kooperationspartner erweitert.

Die Nutzung von RegioRadStuttgart ist einfach: Es bedarf lediglich einer Registrierung auf www.regioradstuttgart.de, der RegioRadStuttgart‐App oder telefonisch. Im Anschluss können die RegioRäder und RegioPedelecs an jeder Station per polygoCard, App oder Telefon entliehen werden und an jeder beliebigen Station wieder zurückgegeben werden. Mit einer polygoCard erhält man bei jeder Fahrt 30 Freiminuten für Fahrräder und 15 Freiminuten für Pedelecs geschenkt. Die polygoCard kann kostenlos unter www.mypolygo.de bestellt werden.

Ein attraktives Angebot für Pendlerinnen und Pendler bietet auch der Übernachttarif. Zwischen 18 und 9 Uhr des Folgetags können die RegioRäder und RegioPedelecs für nur 1,50 Euro mit der polygoCard oder 2 Euro im Basis‐ oder Light‐Tarif mit nach Hause genommen werden. Wer gerne mit Freunden unterwegs ist oder ein Team-Event plant, profitiert von der Gruppenbuchungsoption für bis zu 15 RegioRäder oder RegioPedelecs. Weitere Informationen rund um das RegioRadStuttgart gibt es auf www.regioradstuttgart.de. Wer zudem Inspirationen für RegioRadStuttgart‐Touren durch die Region sucht und dabei Freiminuten gewinnen möchte, findet diese unter www.stuttgart‐tourist.de/radfahren‐wandern‐stuttgart‐region/regiorad‐stuttgart sowie zugportal.de/sbahnstuttgart.

Die Deutsche Bahn Connect GmbH betreibt RegioRadStuttgart im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart und den Kommunen der Region. Das Bikesharing‐System ist Teil der Call-a-Bike‐Familie. Damit stehen den Kunden deutschlandweit mehr als 16.000 Räder in über 80 Städten zur Verfügung.

Bild zum Download:

https://datentransfer.region-stuttgart.org/#/public/shares-downloads/BzJArXE6w6Mraj4b7GYGprxYJD8XO6Tj

Bildunterschrift:

RegioRad übergibt auf dem Karlsplatz Leihfahrräder an Kommunen. Mit individuell gestalteten Kommunenrädern will die DB die Beteiligung der jeweiligen Partnerstädte am Bikesharing‐System hervorheben und den Ausbau nachhaltiger Mobilität in der gesamten Region zum Ausdruck bringen.

Bildnachweis: Leif Piechowski, Rechte: LHS

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news-1070 Thu, 16 Sep 2021 09:58:19 +0200 Regionaler Ausgleich für regionale Eingriffe Neuer Ansatz für die regionalplanerische Begleitung von Projekten mit Fokus Freiraumentwicklung im Planungsausschuss vorgestellt presse/artikel/aktuell/regionaler-ausgleich-fuer-regionale-eingriffe/ Am 26. September zeigt sich beim Bürgerentscheid in Dettingen unter Teck, wie es um die Zukunft des potenziellen Gewerbegebietes am Hungerberg steht. Der Verband Region Stuttgart zeigt derweil in einer Konzeption exemplarisch auf, wie die regionalplanerische Begleitung zukünftiger Bau- und Infrastruktur-Projekte im Sinne der Freiraumentwicklung aussehen kann. Wenn Flächen zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes für Gewerbe und Industrie bebaut werden, entstehen zwangsläufig Nachteile für Natur und Landschaft. Um dieses Dilemma zu adressieren, wurde im Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch nun der neue Ansatz „Regionaler Ausgleich für regionale Eingriffe“ vorgestellt, der veranschaulicht, wie Nachteile auch über die bestehenden gesetzlichen Anforderungen hinaus kompensiert werden könnten.

Am Beispiel des Dettinger Hungerbergs wurden zum einen ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der ökologischen Leistungsfähigkeit und Naherholungsqualität des Gebietes erarbeitet, als auch Anbindungsmöglichkeiten an den Öffentlichen Nahverkehr betrachtet. Die Maßnahmen folgen fünf Prinzipien: Das Landschaftsbild soll durch grüne Strukturen gestärkt werden, Zugänge zur freien Landschaft einladend gestaltet, umweltfreundliche Wegeverbindungen zwischen Arbeit, Stadt und Erholung geschaffen, Biotope zur Stärkung der Artenvielfalt miteinander verbunden sowie insgesamt gesunde Erholung in der Nachbarschaft ermöglicht werden. Planungsdirektor Thomas Kiwitt warb für die Verbindung von Bau- und Ausgleichsmaßnahmen: „Wo gebaut werden muss, müssen die Gemeinden ohnehin Geld in die Hand nehmen und die Eigentumsstrukturen verändern. Dabei bietet sich die Gelegenheit, Ausgleichsmaßnahmen direkt mitzudenken und vor allem auch umzusetzen.“ Neben Naherholung und Mobilitätskonzepten im Umweltverbund könne mit dem Thema „Industriekultur“ und durch die Einbindung der Zivilgesellschaft zudem die soziale Komponente der Nachhaltigkeitstrias gestärkt werden. Konkret wurden Visualisierungen möglicher Maßnahmen erstellt, die die Potenziale des Gebiets am Hungerberg illustrieren.

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news-1066 Mon, 06 Sep 2021 15:44:26 +0200 Radsport-Sonntag in Stuttgart und Region – Start frei für das Brezel Race Auf eine besondere Premiere können sich viele Hobbyradsportler freuen. Am Sonntag, den 12. September, fällt für sie der Startschuss für das „Brezel Race Stuttgart & Region“: Das neue Rennen für Jedermann und Jedefrau haben die Landeshauptstadt Stuttgart und der Verband Region Stuttgart auf den Weg gebracht. presse/artikel/aktuell/radsport-sonntag-in-stuttgart-und-region-start-frei-fuer-das-brezel-race/ Aufgrund der Corona-Situation verteilt sich der Start auf zwei Orte. Die lange Strecke mit Start in der Mercedesstraße führt über wellige 72 km, die kurze Strecke mit Start in Korntal-Münchingen (Stadtteil Korntal) erstreckt sich auf eine Distanz von 46 km bis zum Zieleinlauf in der Friedrichstraße mitten in Stuttgart. Die Strecke für Alltagsradler, das Sunday Morning Cycling, startet ebenfalls in Stuttgart und verläuft über 14 km bis nach Remseck. Details zu den Strecken sind abrufbar unter: https://www.brezelrace.de/brezelrace/

Den Startschuss in der Landeshauptstadt Stuttgart geben Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart Thomas S. Bopp und der Vorsitzende der SportRegion Stuttgart und Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer.

„Die Premiere des Brezel Race ist das langersehnte Happy End für das Stuttgarter Radsportjahr“, sagt Dr. Frank Nopper, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart. „Die Corona-Pandemie hat das neue Rennen um mehr als ein Jahr nach hinten verschoben, jetzt geht es endlich los. Über 2.100 ambitionierte Radsportlerinnen und Radsportler werden sich in Stuttgart und der Region auf gesperrten Straßen verausgaben. Die Zieldurchfahrt in der Stuttgarter Friedrichstraße entschädigt die Radler danach sicher für viele Strapazen“, so der Oberbürgermeister. „Ich wünsche allen Brezel Racern viel Spaß und danke dem Verband Region Stuttgart für die gute Zusammenarbeit“, ergänzt Nopper.

„Mit dem Brezel Race zeigen wir unseren Bürgerinnen und Bürgern, wie viel Spaß das Radfahren in der hügeligen Region Stuttgart machen kann. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt bringen wir die Region aufs Rad – so auch mit dem interkommunalen Radverleihsystem RegioRadStuttgart. Besonders freuen wir uns auch, dass so ein Event nach der langen Corona-Pause wieder für alle möglich ist – darauf haben wir lange gewartet“, führt Thomas S. Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart, aus.

„Wie radsportbegeistert die Region Stuttgart ist, hat sich ja bereits im Jahr 2018 gezeigt, als am Finaltag der Deutschland Tour Tausende am Jedermann-Rennen teilnahmen. Es freut mich sehr, dass nun in diesem Jahr die Brezel-Race-Premiere stattfinden wird und mit dem Start des kurzen Brezel Race in Korntal eine weitere Kommune in der Region eine herausragende Rolle spielt. Ich selbst werde auch in die Pedale treten und freue mich schon auf die vielen wunderbaren Ecken, die unsere Region zu bieten hat“, sagt Matthias Klopfer, Oberbürgermeister der Stadt Schorndorf und Vorsitzender der SportRegion Stuttgart.

Was „brezeln“ mit dem Rad heißt, spürt man spätestens nach dem Start mit freier Fahrt auf gesperrten Straßen heraus aus Stuttgart, entlang des Neckars, über Remseck und Kornwestheim ins Strohgäu. Dort geht es dann ordentlich zur Sache! Zunächst verläuft die Strecke in einem ständigen Auf und Ab über Korntal-Münchingen, mitten durch Hemmingen und Ditzingen und gipfelt in einem sehr anspruchsvollen Finale. Hinter Gerlingen, wieder auf Stuttgarter Gemarkung, wartet mit der unter Radfahrern bekannten Bergheimer Steige ein Klassiker. Haben die Radfahrer das Schloss Solitude passiert, geht es wieder hinab ins Feuerbacher Tal und dann ein letztes Mal über Stuttgarts Höhen. Auf der Abfahrt in den Talkessel und bei der Zieleinfahrt in der Friedrichstraße können es alle Alltagsradler richtig brezeln lassen.

Dafür, dass das Rennen auch rund um Stuttgart deutlich sichtbar wird, haben sich die Vertreter der Region besonders stark gemacht. Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling wird zusammen mit dem Bürgermeister von Korntal-Münchingen und Vorstandsmitglied der SportRegion Stuttgart Dr. Joachim Wolf den Startschuss des kurzen Brezel Race in Korntal geben.

Zwei Startorte für das Brezel Race kurz und das Brezel Race lang: 

  • Lange Distanz und Sunday Morning Cycling in der Mercedesstraße Stuttgart mit Startzeiten zwischen 09:00–09:30 Uhr.
  • Kurze Distanz in Korntal-Münchingen (Stadtteil Korntal) mit Startzeit ca. 10:30 Uhr. Wer nach dem Ziel nach Korntal zurückkehren möchte, kann dies mit dem Rad, der S-Bahn oder einem eigens dafür eingerichteten Shuttle-Bus tun.

Zielbereich ist in der Innenstadt von Stuttgart:

  • Für alle Brezel Racer ist das Ziel am Börsenplatz in der Friedrichstraße im Übergang zur Stuttgarter Theodor-Heuss-Straße.
  • Im Zielbereich wird es einen Zuschauerbereich geben. In einem abgesperrten Bereich werden unter Berücksichtigung der 3G-Regel – geimpft, genesen, getestet – max. 1.000 Zuschauer Platz finden. Der Nachweis erfolgt beim Eingang zum abgesperrten Bereich.
  • Alle Teilnehmenden erhalten weiterhin das exklusive Brezel-Race-Trikot. Im Ziel gibt es eine Nachzielversorgung to go – alles im „Täschle“.

Der Anmeldeschluss zum Brezel Race war am 2. September, Nachmeldungen sind noch am Vortag (11. September 2021) bei der Ausgabe der Startunterlagen im Stadion Festwiese im Stuttgarter NeckarPark, möglich.

Hygienevoraussetzung

Das Hygienekonzept, das für insgesamt maximal 3.000 Teilnehmende auf Basis der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ausgelegt ist, wurde von der Landeshauptstadt Stuttgart auf Grundlage der derzeitigen Corona-Infektionslage genehmigt. Für alle Teilnehmenden des Brezel Race gilt am Veranstaltungstag die 3G-Regel: geimpft, genesen, getestet. Der Nachweis muss am Vortag oder am Morgen bei der Ausgabe der Startunterlagen erbracht werden.

Wichtige Verkehrsinformation

Ein Sportereignis wie das Brezel Race ist mit zeitweisen verkehrlichen Einschränkungen für die Anwohner verbunden. In enger Abstimmung mit den Kommunen und Sicherheitsbehörden werden die Auswirkungen von Sperrungen so gering wie möglich gehalten. Bitte beachten Sie auch die beigefügte Detailinformation zu den Sperrungen am Veranstaltungstag.

Hintergrund/Ausblick

Die Deutschen Straßenradmeisterschaften fanden vom 19.–20. Juni 2021 in Stuttgart und der Region statt. In diesem Rahmen hätte auch das „Brezel Race Stuttgart & Region“ seine Premiere feiern sollen. Coronabedingt wurde das Brezel Race auf den 12. September 2021 verschoben. Der Gesamtevent ist ein von der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart gefördertes Gemeinschaftsvorhaben. Die Streckenplanung und Organisation für beide Rennen verantwortet der regionale Veranstalter FREUNDE Eventagentur aus Sindelfingen-Maichingen. Die Gesamtkommunikation zum neuen Jedermann-/Jedefrau-Rennen sowie zu den Deutschen Straßenradmeisterschaften 2021 begleitet das Stuttgarter Agenturtandem SANSHINE Communications und WortFreunde Kommunikation. Das „Brezel Race Stuttgart & Region“ soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden und sich in der Region langfristig etablieren. Auch das Finale der Schlussetappe der Deutschland Tour, neu geplant für Ende August 2022, wird von der Landeshauptstadt und dem Verband Region Stuttgart gemeinsam gefördert. Teil des Finales ist die Jedermann-Tour mit Start und Ziel in Stuttgart und zwei Strecken durch die Region.

Pressekontakt

WortFreunde Kommunikation GmbH

Dr. Linda Mayer, Hermannstr. 5, 70178 Stuttgart

Tel.: 0711 50 53 06-38, E-Mail: mayer@wortfreun.de

Internet: https://www.wortfreun.de

Veranstalter

FREUNDE Eventagentur GmbH           

Albrecht Röder, Friedensstraße 11, 71069 Sindelfingen

Tel.: 07031 632 03-80, E-Mail: info@freunde-eventagentur.de

Internet: https://www.freunde-eventagentur.de

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news-1065 Thu, 02 Sep 2021 16:23:25 +0200 Bei Freibad-Pommes den Neckar mitgestalten Verband Region Stuttgart sammelt vor Ort Ideen für mehr Aufenthaltsqualität am Neckar. Eine Online-Bürgerbefragung geht der Frage auf den Grund, wie wichtig der Fluss als Naherholungsgebiet ist und was verbessert werden kann. presse/artikel/aktuell/bei-freibad-pommes-den-neckar-mitgestalten/ Der Verband Region Stuttgart möchte in Kooperation mit der IBA ʼ27 von den Bürgerinnen und Bürgern wissen, was für Ideen und Wünsche sie für Freizeit und Erholung am Neckar haben. Für die Schaffung attraktiver Aufenthalts- und Verweilorte am Wasser sind dabei die bestehenden Schiffsanlegestellen in den Fokus gerückt, die zum Teil direkt am Neckartalradweg liegen. Diese „Adressen am Fluss“ werden nicht alle von der Neckar-Personenschifffahrt erreicht, aber alle eignen sich als Ausgangspunkt für unterschiedliche Wassersportaktivitäten, Ausflüge in die angrenzenden Landschaftsräume oder als naturgebundene Verweilorte am Flussufer. Allerdings ist der überwiegende Teil der Umgebung an den Anlegestellen bisher noch nicht sehr einladend. Häufig fehlt auch eine ausgeschilderte Anbindung an die Ortskerne. Das möchte der Verband gemeinsam mit den Neckar-Kommunen gerne ändern: Die Schiffsanlegestellen sollen aufgewertet werden und über ihre Funktion hinaus zum Aufenthalt, zu Sport und Spiel, Begegnung und Naturerleben einladen.

Austausch in Besigheim, Mundelsheim und Remseck am Neckar

Neckarfreunde sind eingeladen, bei einer Portion Pommes rot-weiß ihre Wünsche und Ideen zu teilen und auch durchaus kreativ zu werden. Denn die Entwürfe für die „Adressen am Fluss“ sollen möglichst nah an den lokalen Gegebenheiten und Bedürfnissen entstehen.

Termine „Adressen am Fluss“:

11. September 2021, 12.00 bis 15.00 Uhr, Besigheim – Bootshafen Walter

12. September 2021, 12.00 bis 15.00 Uhr, Mundelsheim – Ufer Käsberghalle

23. September 2021, 13.00 bis 18.00 Uhr, Remseck am Neckar – Marktplatz

Online-Befragung als weitere Grundlage für Entwicklung der Neckar-Orte

Welche Rolle spielt der Fluss für die Bürgerinnen und Bürger? Was wünschen sie sich für einen Aufenthalt am Fluss? Und wie könnten die Gegebenheiten verbessert werden? Um diese und andere Aspekte auch regionsweit in Erfahrung zu bringen, führt der Verband Region Stuttgart Online-Befragung durch. Die Ergebnisse sollen dem interkommunalen Projekt „Adressen am Fluss“ als Grundlage dienen, um die Flusslandschaft aufzuwerten. Zunächst richtet sich der Blick auf Stuttgart flussabwärts bis Kirchheim am Neckar, mit dem Ziel, die Erkenntnisse auf weitere Orte zu übertragen.

Neben der Chance für eigene Vorschläge, zielt die Online-Befragung konkret auf die Erreichbarkeit des Neckars und die Anbindung an die Stadt ab. Die Meinung der Bürgerinnen und Bürger ist aber auch hin­sichtlich der Aufenthaltsplätze am Neckar­ufer wie Sitz- und Ruhebereiche und Wasserzugänge bis hin zu Veranstaltungswiesen, Grill- und Rastmöglichkeiten oder gewässerpädagogi­sche Angebote für Kinder und geschützte, naturnahe Uferzonen gefragt.

Das Ausfüllen dauert rund fünf bis zehn Minuten. Der Fragebogen ist komplett anonym, und es werden keine personenbezogenen Daten er­hoben. Die Umfrage ist bis zum 15.10.2021 hier freigeschaltet

Basierend auf den Ergebnissen werden Studierende der Fachbereiche Stadt- und Landschaftsplanung sowie Architektur aus Hochschulen der Region im Frühjahr 2022 Ideen für die Neckarorte weiterentwickeln. Diese bieten den Kommunen eine konzeptionelle Grundlage für die weitere planerische Entwicklung. Für die Realisierung haben die Kommunen dann die Möglichkeit, Mittel aus dem Kofinanzierungsprogramm zum Landschaftspark Region Stuttgart mit einer finanziellen Unterstützung von bis zu 50 Prozent der Projektkosten zu beantragen.

Die Presseinformation als PDF-Download

Flyer Frittenbude Besigheim
Flyer Frittenbude Mundelsheim
Flyer Frittenbude Remseck am Neckar

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news-1060 Thu, 29 Jul 2021 10:45:17 +0200 Region Stuttgart will Fairtrade-Region werden Verband Region Stuttgart startet Verfahren zur Zertifizierung – Steuerungsgruppe aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft begleitet presse/artikel/aktuell/region-stuttgart-will-fairtrade-region-werden/ Die Regionalversammlung hat am Mittwoch beschlossen, dass für die Region Stuttgart eine Zertifizierung als Fairtrade-Region angestrebt werden soll. Sie beteiligt sich dazu an der Kampagne des Vereins TransFair e.V. in Köln. Die weltweite Kampagne „Fairtrade-Towns“ und „Fairtrade-Regionen“ wolle dem Thema fairer Handel zu mehr Sichtbarkeit verhelfen, führte Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling aus. Es gehe um die soziale Dimension der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Inzwischen gibt es über 2.000 Fairtrade-Kommunen in mehr als 36 Ländern. In Baden-Württemberg sind es bereits 99 Kommunen, davon 31 in der Region Stuttgart. Fünf weitere Städte und Gemeinden in der Region sind derzeit im Bewerbungsverfahren. Für eine Zertifizierung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Zertifizierung
Der Verband Region Stuttgart wird das Verfahren zur Zertifizierung als „Fairtrade-Region“ einleiten. Notwendig ist die Verwendung fair gehandelter Produkte seitens des Verbands selbst, aber auch von genügend Akteuren in der Region. Hierfür muss eine nach der Gesamteinwohnerzahl der Region festgelegte Zahl von Organisationen aus der Zivilgesellschaft Produkte aus fairem Handel verwenden. Dieses Kriterium ist für die Region bereits erfüllt. Zudem müssen ausreichend Einzelhandelsgeschäfte, Cafés und Restaurants mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten. Nach heutigem Stand wird diese Voraussetzung dann erfüllt, wenn alle die in Bewerbung befindlichen Kommunen in der Region Stuttgart eine Zertifizierung erhalten haben. Darüber hinaus sollen Bildungsaktivitäten zum Thema „fairer Handel“ durchgeführt werden, ebenso ist eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit beispielsweise durch Fairtrade-Veranstaltungen vorgesehen.

Steuerungsgruppe
Für den Weg dahin bedarf es einer Steuerungsgruppe. Diese Steuerungsgruppe koordiniert zuerst den Weg hin zur zertifizierten Fairtrade-Region und begleitet dann den weiteren Prozess mit Impulsen und Ideen. Sie soll aus Mitgliedern unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche bestehen, die über umfassende Netzwerke in die Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft verfügen. Dies soll den „fairen Gedanken“ in der Region voranbringen. Folgende Besetzung ist vorgesehen: je eine Vertretung der sieben Fraktionen der Regionalversammlung, der Verbandsvorsitzender, die Regionaldirektorin sowie zwei Personen aus der Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart. Eingeladen werden zudem je eine Vertretung aus einer Eine-Welt-Initiative, der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, der Kulturregion Stuttgart e.V., der Sportregion Stuttgart e.V., des Dialogforums der Kirchen in der Region Stuttgart, die Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart e.V, die JugendRegion Stuttgart sowie die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart. Die Zertifizierung muss alle zwei Jahre erneuert werden.

Stimmen der Fraktionen
„Die Erfahrungen aus der Pandemie haben gezeigt, wie eng die ganze Welt ineinander verwoben ist“, sagte Susanne Wetterich (CDU/ÖDP). „Erfolgreich zu sein, erfordert, über den Tellerrand zu schauen“. Auch die Fairtrade-Idee folge dem weltweiten Ansatz. Dabei gehe es um eine gleichberechtigte Partnerschaft des Nordens mit dem Süden. „Fairtrade-Region“ zu sein, stärke das Image. Deshalb sei es auch richtig, dass diesen Titel nur erhält, wer klare Kriterien erfüllt. Es gehe darum nachzuweisen, dass der Fairtrade-Gedanke einen stabilen Rückhalt in der gesamten Region hat und sich ihm Kommunen ebenso wie Institutionen der Zivilgesellschaft in ausreichender Zahl verpflichtet fühlen. Hierfür bedürfe es in den nächsten Jahren einiger Anstrengungen „Machen wir uns also auf den Weg“, so Wetterich.

Der heutige Beschluss sei „notwendig und überfällig“, konstatierte Margit Riedinger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Ihre Fraktion habe beantragt, dass der Verband Region Stuttgart ein fairer Verband werden soll. Allein mit Fairtrade seien „komplexe Probleme marginalisierter Regionen“ nicht zu lösen, aber als Teil einer breiteren Entwicklungsstrategie führe der faire Handel zu sozialen, wirtschaftlichen und ökonomischen Verbesserungen, so Riedinger. Besonders begrüßte sie das kürzlich verabschiedete Lieferkettengesetz. Weiter: „Die angestrebte Auszeichnung darf nicht das Ende der Bemühungen sein, sondern der Anfang.“ Eine gute Vernetzung in die Zivilgesellschaft sei wichtig. Ihre Fraktion werde den weiteren Prozess aktiv begleiten und unterstützen.

Als Oberbürgermeister einer bereits zertifizierten Stadt, meinte Gerd Maisch (Freie Wähler): „Fairtrade ist mehr als bessere Preise für die Erzeuger in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Es geht auch um Sozial- und Umweltstandards“. Erfreulicherweise sei das Angebot an fair gehandelten Produkten vielfältig. Sein Appell: „Fairtrade kann auch mit einem überschaubaren persönlichen Aufwand unterstützt werden“, so Maisch weiter. Es komme nun auf das Handeln an. Um das Bewusstsein für fairen Handel zu stärken, brauche es Multiplikatoren. Deshalb sei es gut, wenn nicht nur viele Kommunen zertifiziert sind, sondern auch die Region.

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Andrea Klöber (SPD). Mit Blick auf einen Antrag ihrer Fraktion vor Jahren für eine Fairtrade-Region führte sie fort: „Jetzt, nach weiteren Anträgen aus der Mitte der Regionalversammlung, nimmt das Thema Gestalt an.“ Die Geschäftsstelle habe in der Umsetzung des Fairtrade-Gedankens „noch deutlich Luft nach oben“. Klöber bat die Geschäftsstelle, „endlich Nägel mit Köpfen zu machen.“ Sie hege keinen Zweifel, dass die Region Stuttgart die nötige Zertifizierung erhalte. Es sei wichtig, endlich ins Tun zu kommen, um dem Ziel einer weltweit fairen Wertschöpfungskette näherzukommen.

Fairer Handel solle auch für Unternehmen Richtlinie des Handelns sein, forderte Daniel Lindenschmid (AfD): „Qualität, anständige Löhne und die Sicherung regionaler Arbeitsplätze müssen ein gewichtiger Faktor bei der Vergabe von Aufträgen sein.“ Mit dem Antrag seiner Fraktion, bei Veranstaltungen der Region fair gehandelten Kaffee und Tee aus Burundi anzubieten, sei ein „wichtiger Grundstein für faire Produkte“ gelegt. Die AfD bekannte sich zur sozialen Marktwirtschaft, nur sie wahre die soziale Sicherheit.

Volker Weil (FDP) meinte: „Es ist keine Frage, dass die Produzenten ihren angemessenen Anteil an der Wertschöpfung erhalten müssen.“ Fair handeln müsse für alle gelten. Er bemängelte jedoch, dass die Steuerungsgruppe für eine effektive Arbeit „zwei Nummern zu groß“ sei. Für die Strategie einer Fairtrade-Region Stuttgart hob er die Region Nürnberg mit dem Ansatz „fair, regional und bio“ als gutes Beispiel hervor.

Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) kritisierte viele ethische, ökologische und soziale Belastungen, die mit dem Konsum von Lebensmitteln einhergehen. Er bemängelte zudem das „schleppende Engagement“ des Verbands Region Stuttgart bei „ökofairer“ Bewirtung und Beschaffung seit einem Antrag seiner Fraktion seit einigen Jahren. Die Fairtrade-Region mit ihrem partizipativen Prozess sei ein „wichtiges Signal“.

Hintergrund:
Die Kampagne „Fairtrade-Towns“ und „Fairtrade-Regionen“ startete im Jahre 2000 in Großbritannien. 2008 ist auch Deutschland hinzugekommen. Weltweit zählen derzeit etwa 1,66 Millionen Bauern und Arbeiterinnen zum Fairtrade-System, 1240 Fairtrade-Produzentenorganisationen sind in insgesamt 75 Ländern tätig. Rund 88 % der Produzenten sind Kleinbauern, 12 % sind Beschäftigte auf Plantagen.

Mehr zu der Kampagne unter https://www.fairtrade-towns.de/aktuelles
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Karte Fairtrade-Kommunen in der Region Stuttgart als PDF Download

 

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news-1059 Thu, 29 Jul 2021 08:36:01 +0200 Startschuss für die Prüfung zweier neuer regionaler Gewerbeschwerpunkte Regionalversammlung bringt zwei Regionalplanänderungsverfahren auf den Weg presse/artikel/aktuell/startschuss-fuer-die-pruefung-zweier-neuer-regionaler-gewerbeschwerpunkte/ Die Regionalversammlung hat in ihrer Sitzung am Mittwoch mehrheitlich für die Einleitung zweier Regionalplanänderungsverfahren samt Strategischer Umweltprüfung zur Entwicklung eines Regionalen Gewerbeschwerpunktes gestimmt. Dabei geht es um Gebiete auf der Gemarkung Aichelberg im Bereich der A 8 und der Gemarkung Mundelsheim im Bereich „Benzäcker“. In der Region Stuttgart besteht aktu­ell nur ein sehr eingeschränktes Angebot an gewerblichen Flächen. Zwar sollen zunächst bereits erschlossene, versiegelte Flächen nachgenutzt werden, jedoch sind große Flächen, gerade auch für emissions- und störungsintensive Vorhaben, nicht verfügbar. Wenn es sie gibt, sind sie oft Privateigentum und damit für eine aktive Standortpolitik, die den technologischen Wandel strategisch begleitet, nur sehr bedingt geeignet. Daher ist die Inanspruchnahme bislang nicht baulich genutzter Flächen erforderlich. Die Ausweisung „regionaler Gewerbeschwerpunkte“ im Regionalplan verfolgt dabei das Ziel, die am besten geeigneten Flächen zu bestimmen: Standorte, die relativ geringe Eingriffe in Freiraumfunktionen erfordern, verkehrsgünstig gelegen sind und zu den Anforderungen der ansässigen Wirtschaft passen.

Standort Aichelberg
Sowohl die regionale Perspektive als auch der Bedarf der örtlichen Unternehmen sind wichtig. Bei ihrer Fortschreibung des Flächennutzungsplans (FNP) haben sich die Gemeinden des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Bad Boll mit einem Standort an der Anschlussstelle Aichelberg befasst. Das Gebiet liegt unmittelbar nördlich der A 8, ist damit hervorragend angebunden und kann erreicht werden, ohne die Ortschaft zu durchfahren. Gemeinsam mit dem Verband Region Stuttgart wurde eine Lösung für die gewerbliche Entwicklung des Teilraums an der Anschlussstelle erarbeitet unter Berücksichtigung einer Standorteignung für regionalbedeutsame Vorhaben. Mit Ausnahme von Bad Boll wollen sich die Gemeinden – dies sind Aichelberg, Dürnau, Gammelshausen, Hattenhofen und Zell unter Aichelberg – an der Entwicklung eines interkommunalen Gewerbestandortes beteiligen und haben bereits entsprechende Grundsatzbeschlüsse gefasst. Die Regionalversammlung hat nun beschlossen, dass ein Änderungsentwurf des Regionalplans mit Festlegung eines regionalen Gewerbeschwerpunktes. Dafür müsste ein regionaler Grünzug reduziert werden.

Standort Mundelsheim
Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart wurde im Rahmen der Haushaltsverabschiedung im Dezember 2020 beauftragt, die Ausweisung eines regionalen Gewerbeschwerpunktes an der Anschlussstelle der A 81 in Mundelsheim zu prüfen, das Interesse der Gemeinden zu klären und ein entsprechendes Planänderungsverfahren vorzubereiten. Dabei geht es um einen neuen regionalen Gewerbeschwerpunkt „Benzäcker“. Zusätzlich dazu wird nun auch der bestehende Gewerbeschwerpunktes „Ottmarsheimer Höhe“ betrachtet. Durch einen koordinierten Betrieb der beiden Gewerbegebiete könnte ein qualitativ abgestimmtes Gewerbeflächenangebot geschaffen werden: mit kleinteiligen Nutzungen im noch verfügbaren Bereich der „Ottmarsheimer Höhe“ und Vorhaben mit größerem Flächenbedarf im Gebiet „Benzäcker“. Die Gemeinden des örtlichen Zweckverbandes, zu denen aus der Region Stuttgart Besigheim, Gemmrigheim, Mundelsheim und Wahlheim gehören, haben in einem „Letter of Intent“ bereits ihre Bereitschaft signalisiert, die Gebiete gemeinsam zu entwickeln. Für den Bereich eines möglichen regionalen Gewerbeschwerpunktes „Benzäcker“ legt der Regionalplan derzeit noch einen Grünzug sowie ein Vorhaltsgebiet für Landwirtschaft fest. 

Was bedeuten die Beschlüsse der Regionalversammlung?
Vor der Erarbeitung des konkreten Planentwurfs werden zunächst die Träger öffentlicher Belange über die Einleitung des Verfahrens in Kenntnis gesetzt. Diese „frühzeitige Unterrichtung“ ermöglicht es den entsprechenden Stellen, den Verband Region Stuttgart über geplante oder bereits in der Umsetzung befindliche Maßnahmen, die für die Planänderung von Belang sein könnten, vorab zu informieren. Die eigentliche Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, Gemeinden und Umweltverbände sowie der Öffentlichkeit erfolgt dann erst ein einem weiteren Schritt, wenn die Regionalversammlung die Offenlage eines Änderungsentwurfs beschließt. Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart würde anschließend das insgesamt dreimonatige öffentliche Beteiligungsverfahren durchführen. Die Bewertung der während des Verfahrens eingereichten Stellungnahmen und die Abwägung der verschiedenen Interessen erfolgt wieder durch die Regionalversammlung.

Stimmen aus der Regionalversammlung
„Es ist eine zentrale Aufgabe der politischen Ebenen, Unternehmen Raum für ihre Entwicklung zu schaffen“, sagte Jan Tielesch (CDU/ÖDP). „Zugleich stehen wir als Regionalversammlung in der Verantwortung, einen Ausgleich zwischen Wirtschaftsinteressen einerseits und dem Landschaftsschutz andererseits herzustellen.“ Der Vorwurf, leichtfertig Flächen zu opfern, sei immer schnell erhoben, habe aber wenig Substanz. „Die heutige Einleitung der Änderungsverfahren für Regionale Gewerbeschwerpunkte ist nicht mit einem Freibrief für jegliche Planungen versehen“, so Tielesch. Stattdessen steige man in ein geordnetes Verfahren ein, um die Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit anzuhören. „In Aichelberg und in Mundelsheim schaffen wir die Möglichkeit, Unternehmen große zusammenhängende Flächen anzubieten, die in dieser Form in der Region nicht mehr zur Verfügung stehen“, so Regionalrat Tielesch. Darüber hinaus seien die Standorte verkehrlich bestens angeschlossen, innerörtliche Belastungen werden vermieden. „Die Region Stuttgart war und ist die Kernregion und der Motor Baden-Württembergs als Ort für Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur, Sport, Wirtschaft und als Verkehrsdrehscheibe“, so Tielesch. Die Region Stuttgart müsse aber vor allem auch ein Versprechen für die Zukunft sein, für heutige und kommende Generationen, für Ideen und für Neues. „Dafür braucht es Raum, Zeit und Entfaltungsmöglichkeiten.“

Ingrid Grischtschenko (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) sprach sich gegen die Änderung des Regionalplans aus: „Wie will die Region Kommunen zum Flächensparen bringen, wenn man ihr vorwerfen kann: Ihr macht doch selber die Tür auf in eure Grünzüge“, so die Regionalrätin. Es sei bekannt, dass der Strukturwandel in der Region bereits stattfindet. „Die Transformation der Schlüsselindustrie ist in vollem Gang und neue Arbeitsplätze und neue Ausbildungsplätze mit neuen Umsätzen sollen Gesundheit und Wohlstand sichern“, sagte Grischtschenko. Aber dafür seien keine zusätzlichen Flächen notwendig:  „In den im Jahr 2015 festgelegten vier Regionalen Gewerbeschwerpunkten entlang der A 81 zeichne sich eine bauliche Entwicklung nur vereinzelt ab – warum weisen wir dann ein fünftes aus?“, fragte die Regionalrätin. Zudem hätten bereits jetzt viele Betriebe Puffer für Erweiterungen. „Statt in die Vorbehaltsgebiet für Landwirtschaft zu gehen, revitalisieren wir die Leerstände. Das ist der Idealzustand.“ Es gehe bei Landschaftspflege und beim Naturschutz im großen Stil um „unsere Lebensversicherung“, so Grischtschenko. „Die biologische Vielfalt und die Landwirtschaft sorgen dafür, dass unsere Böden fruchtbar bleiben, unsere Ernährung gesichert ist, die Lieferketten kurz sind und unser Klima nicht noch mehr aus dem Gleichgewicht kommt.“

Die Fraktion von Wilfried Dölker (Freie Wähler) stimmte den Beschlussvorschlägen für beide Standorte zu. „Wenn wir eine der stärksten Wirtschaftsregionen in Europa und im Land bleiben möchten, darf es bei Gewerbeansiedlungen und strukturellen Veränderungen im Gewerbebesatz keinen Stillstand geben“, so Dölker. Denn Stillstand sei Rückschritt. „Die angeblichen Reserven in bestehenden Gewerbegebieten gibt es nicht, sie sind zudem in fast allen Fällen nicht frei verfügbar“, ergänzte er. Zudem ermöglichen die Beteiligungsverfahren eine gründliche Umweltprüfung. „In beiden Fällen wird es im Rahmen der Bebauungsplanverfahren Ausgleichskonzepte geben.“  Dass der regionale Grünzug angepasst und zurückgenommen werden müsse, sei auch der weiträumigen Ausweisung der regionalen Grünzüge geschuldet. „Beide Standorte liegen zudem unmittelbar an der Autobahn und sind so ohne Ortsdurchfahrten vom gewerblichen Verkehr erreichbar“, so Dölker, der sich ein zügiges Verfahren wünschte.

Regina Traub (SPD) erwartet von dem Verfahren umfangreiche Informationen und Anregungen für eine Abwägung. „Auf Grundlage dessen entscheiden wir im Anschluss in der Regionalversammlung, ob wir diesen Eingriff mittragen können oder nicht“, so Traub. Entsprechend stimme man dem Beschlussantrag zu. Denn: „Um den Strukturwandel zu bewältigen, fehlen gerade für die Schlüsselbranchen Flächen, die zeitnah und zügig erschlossen und genutzt werden können“, sagte Traub. Diese müssen nicht nur auf dem Plan existieren, sondern in der Realität verfügbar sein. „Um aber einen regionalen Grünzug aufzuheben, muss erarbeitet werden, wie sich die Eingriffe auf die Schutzgüter auswirken“, sagte Traub.  Zudem betonte sie, dass für ihre Fraktion eine smarte Infrastruktur mit gemeinschaftlichen, flächeneffizienten Einrichtungen für den ruhenden Verkehr sowie mehrgeschossiger, modularer Bauweise von Produktions- und Lagergebäuden, oberste Prämisse sei.

„Die Wirtschaft ändert sich weltweit rasant“, so Holger Dorn (AfD). Viele Unternehmen werden in den kommenden Jahren Arbeitsplätze abbauen. „Daher ist es Aufgabe der Region neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Dorn. „Wir brauchen Entwicklungsmöglichkeiten für neue Unternehmen.“ In der Region herrsche aktuell ein eklatanter Mangel an geeigneten Flächen. Es wäre fahrlässig, darauf zu spekulieren, dass durch den Wirtschaftswandel auch irgendwann Gewerbeflächen freiwerden. „Wir können es uns nicht leisten, so lange zu warten“, sagt der Regionalrat.  „Es ist verständlich, dass niemand vor seiner Haustür ein neues Gewerbegebiet mit entsprechendem Lärm und Verkehr haben möchte.“ Die davon betroffenen Menschen davon zu überzeugen werde nicht leicht sein, sei aber notwendig.

Hartfrid Wolff (FDP) befürwortet die Suche nach Gewerbestandorten in der ganzen Region. Wichtig sei für ihn eine sachliche Abwägung der unterschiedlichen Belange und diese wolle der Verband Region Stuttgart auch: „Die vorliegenden Beratungsunterlagen sind argumentativ, klar gegliedert, verständlich und faktenreich.“ Seine Fraktion stehe dafür, dass es für die Region nur eine einzige Strategie gibt, die Menschen wie Firmen, Erfolg und wirtschaftliche Sicherheit bringen könne: „Optimale Ressourcennutzung für optimale Wertschöpfung. Klimaschutz inklusive“, so Wolff. „Heute wird beschlossen, das Verfahren zur Regionalplanungsänderung einzuleiten: Im Moment sind alle Optionen offen. Am Ende ist entscheidend, die Menschen zu überzeugen“, sagte Wolff weiter. Die Region Stuttgart könne zur Modellregion für modernes „Arbeiten und Leben“ werden.

Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT) und seine Fraktion lehnen Änderungen des Regionalplans und den Ausverkauf des regionalen Grünzugs für eine kurzfristig orientierte Gewerbeflächenpolitik ab. „Überdimensionierte Neuausweisungen von Produktionsanlagen, umgeben von ländlich geprägten Gemeinden, gehören in die Wirtschaftspolitik des vergangenen 20. Jahrhunderts“, so Lucke.  Spannend sei jedoch der Ansatz der Teilrücknahme eines bestehenden Gewerbeschwerpunktes und dessen Renaturierung als regionaler Grünzug. „Im konkreten Fall von Mundelsheim müsste man hier sehr genau auf den Qualitätsgrad des Flächenausgleiches und die damit verbundenen Begleitmaßnahmen schauen“, sagte Lucke. Entsprechend enthalte sich seine Fraktion beim Standort Mundelsheim bis zur weiteren Klärung dieses zentralen Punktes. Beim Standort Aichelberg stimme man gegen die Beschlussvorlage.

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news-1058 Thu, 29 Jul 2021 08:31:51 +0200 Rohstoffvorkommen und -abbau in der Region sichern Regionalversammlung beauftragt Verfahren zur Änderung des Regionalplans presse/artikel/aktuell/rohstoffvorkommen-und-abbau-in-der-region-sichern-1/ Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart soll einen Änderungsentwurf zur Rohstoffsicherung und zum Abbau oberflächennaher Rohstoffe an den Standorten Marbach-Rielingshausen, Markgröningen und Weissach einschließlich der Strategischen Umweltprüfung erarbeiten sowie die frühzeitige Unterrichtung der Träger öffentlicher Belange durchführen. Dies hat die Regionalversammlung am Mittwoch mehrheitlich beschlossen. Vor der Erarbeitung des konkreten Planentwurfs werden zunächst die Träger öffentlicher Belange über die Einleitung des Verfahrens in Kenntnis gesetzt. Diese „frühzeitige Unterrichtung“ dient den entsprechenden öffentlichen Stellen dazu, über geplante oder bereits in der Umsetzung befindliche Maßnahmen, die für die Planänderung von Belang sein könnten, informieren zu können. Die eigentliche Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgt dann erst ein einem weiteren Schritt, wenn die Regionalversammlung die Offenlage eines Änderungsentwurfs beschließt.

Standort Marbach-Rielingshausen
In Marbach-Rielingshausen hat das dort ansässige Abbauunternehmen die Ausdehnung des Gebietes für den Abbau ober­flächennaher Rohstoffe um circa neun Hektar nach Osten beantragt. Diese Vergrößerung des Abbauareals soll den Betrieb des Steinbruchs für die nächsten Jahre gewährleisten und somit Planungs- und Investitionssicherheit bieten. Der Marbacher Gemeinderat und der Ortschaftsrat von Rielingshausen lehnen eine Er­weiterung des Gesteinsabbaus über den bereits genehmigten Bereich hinaus ab, da die Flächen für kommunale Wohnbauentwicklung und eine mögliche Ortsumfahrung in der Nähe der geplanten Erweiterung erhalten bleiben sollen. In Anbetracht der Proteste vor Ort möchte das Unternehmen den geplanten Abbau in größtmöglicher Entfernung zur nächsten Siedlung weiterführen. Dies würde aus abbautechnischen Gründen einen Eingriff von etwa 0,7 Hektar in das angrenzende Landschaftsschutzgebiet erfordern. Der Konflikt zwischen Schutzgebietsverordnung und dem raumordnerischen Ziel einer Fläche für den Rohstoffabbau kann jedoch nach Einschätzung des Regierungspräsidiums Stuttgart grundsätzlich überwunden werden und steht daher dem Verfahren zur Änderung des Regionalplans nicht entgegen. Die Flächen westlich der Verbindungsstraße nach Rielingshausen sind fast vollständig abgebaut und weitgehend rekultiviert. Daher sollen diese im Regionalplan nach dem Änderungsverfahren nicht mehr als Abbaugebiet dargestellt werden.

Standort Markgröningen
In Markgröningen soll das südöstliche Teil des Gebiets zur Sicherung von Rohstoffen früher als ursprünglich vorgesehen zum Abbau herange­zogen werden. Das dort ansässige Abbauunternehmen sieht außerdem den Bedarf, das Abbaugebiet zu vergrößern. Hintergrund ist, dass des im Regionalplan festgeschriebenen Gebietes für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe aufgrund der Eigentumsverhältnisse nicht für einen Abbau zur Verfügung steht. Im Änderungsentwurf würde das Ge­biet zur Sicherung von Rohstoffen daher in ein Gebiet zum Abbau oberflächennaher Rohstoffe umgewandelt und gleichzeitig deutlich vergrößert werden. Erkundungsbohrungen des Unternehmens haben bereits gezeigt, dass die südlichen Teilfläche und die östlich angrenzenden Gebiete gute Abbaumöglichkeiten bieten.

Standort Weissach
In Weissach soll mittelfristig ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden, wo sich derzeit noch ein Gebiet zur Sicherung von Rohstoffen für Muschelkalkvorkommen befindet. Es hat nur ein geringes Potenzial als Lagerstätte zur Gewinnung von Natursteinen für den Verkehrswegebau. Über dem Rohstoffvorkommen befindet sich eine gut erhaltene, typische kleinteilige Heckengäulandschaft mit großem Artenreichtum. Daher regt das Regierungspräsidium Stuttgart an, die Fläche im Zuge eines Änderungsverfahrens als Si­cherungsgebiet zu streichen und den Regionalen Grünzug beizubehalten.

 

Sicherung und Abbau von Rohstoffen in der Region Stuttgart
Die Region Stuttgart verfügt über recht großflächige Vorkommen mineralischer Rohstoffe. Es handelt sich dabei um Muschelkalk, der für die Produktion von Schotter, Kies und Sand oder – seltener – als Naturwerkstein verwendet wird, Ziegeleirohstoffe, hier vor allem Ton, sowie Sande. Gemäß dem Landesentwicklungsplan (LEP) ist der Verband Region Stuttgart für die Sicherung abbauwürdiger Rohstoffvorkommen auf seinem Gebiet zuständig. Regional bedeutsame Abbaustätten und gegebenenfalls abbaufähige Reserven sind im Regionalplan als Bereiche zum Abbau oder zur Rohstoffsicherung festgeschrieben und sollen nicht dauerhaft bebaut werden. Antragsverfahren zur Erweiterung bestehender Abbaustellen oder zur Anlage neuer Abbaustellen können nur zugelassen werden, wenn die betreffenden Flächen im Regionalplan als Vorranggebiete ausgewiesen sind. Bereits aktive Abbaustandorte sollen erst vollständig abgebaut werden, bevor neue Vorkommen erschlossen werden. Mit der letzten Regionalplanfortschreibung 2009 sind 31 Gebiete für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe mit 420 Hektar und 30 Gebiete mit 430 Hektar für deren Sicherung festgelegt worden. Davon sind 21 Abbaustätten derzeit aktiv, während durch den fortschreitenden Abbau der letzten Jahre die Gesamtfläche um 20 Prozent zurückgegangen ist. Da sich zwischenzeitlich auch Siedlungen ausgeweitet haben und teilweise Schutzgebiete die Vorkommen überlagern, ist von einer zusätzlichen Verringerung abbaufähiger Vorkommen auszugehen. Jede aktive Gewinnungsstätte spielt eine wichtige Rolle für die Rohstoffversorgung vor Ort und sorgt dafür, dass aufwändige und emissionsreiche Rohstofftransporte von außerhalb der Region geringer gehalten werden. Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling bekräftigte: „Die Region ist auf die Gewinnung mineralischer Rohstoffe angewiesen. Recycling ist aufgrund des begrenzten Rückflusses von Material noch nicht ausreichend möglich.“ Die Geschäftsstelle des Verbands empfehle daher die Einleitung eines Planänderungsverfahrens mit der Erarbeitung entsprechend umfangreicher Unterlagen als Beschlussgrundlage.

Stimmen aus der Regionalversammlung
Laut Roland Schmid (CDU/ÖDP) sollte die vorgeschlagene Beschlussfassung am Beginn des Verfahrens keine große Debatte auslösen. Die Regionalplanung habe den gesetzlichen Auftrag, Stellen für Rohstoffsicherung und -abbau festzulegen und dies auf einer breiten Faktengrundlage. Der Regionalplan müsse „atmen“, Bedarfe und Nutzungskonflikte würden sich über lange Planungszeiträume ändern und müssten überprüft werden. „Auch uns ist klar, dass man mit derart großen Anlagen keinen Beliebtheitspreis gewinnt. Gesteinsabbau hinterlässt tiefe Spuren. Allerdings gibt man Natur und Landschaft durch Rekultivierung nach dem Abbau auch an uns zurück.“ Man müsse preisgünstige Wohnungen bauen. Dafür brauche es Rohstoffgewinnung vor Ort mit verhältnismäßig geringen Emissionen. Die Regionalräte der ÖDP enthielten sich, da sie laut Guido Klamt beim Standort Rielingshausen und einer möglichen Erweiterung auf ein Landschaftsschutzgebiet nicht mitgehen könnten.

Die Zukunft sei „Cradle-to-Cradle“, Holzbau, Recycling, Innovation, sagte Leo Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Jedoch müsse man für die Probleme von heute schon Lösungen finden, ob bei der nachhaltigen Mobilität oder bei der Schaffung von Wohnraum. Man könne nicht auf die Bauwirtschaft der Zukunft warten. „Wer mit dem alleinigen Verweis auf die Innovationen der Zukunft gegen die Vorlage stimmt, der spielt indirekt Freiraum- und Flächenschutz gegen Wohnraumkrise und die Verkehrswende aus“, signalisierte Buchholz die Zustimmung seiner Fraktion zum Planänderungsverfahren. Während Weissach verfolgt werden solle und Markgröningen sinnvoll sei, brauche es bei Rielingshausen vornehmlich einen „Faktencheck“. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Landschaftsschutzgebiet rund um den Eichbach sich mit einem Steinbruch verträgt oder 350 Meter Abstand zum nächsten Wohngebiet bei Sprengungen ausreichen.“

„Rohstoffe sollten ortsnah gewonnen und verarbeitet werden. Das spart Emissionen, Transportkosten und schont Ressourcen“, betonte Thomas Bernlöhr (Freie Wähler). Natürlich sei der Gesteinsabbau für die betroffenen Gemeinden eine Belastung: individuell durch Lärm, Staub, Erschütterungen und Verkehr, für das Gemeinwesen bei den Entwicklungsperspektiven für Wohnen und Naherholung. Dies sei seiner Fraktion in Rielingshausen nicht entgangen. „Wo welche Bodenqualitäten für die Landwirtschaft oder welche Gesteinsformationen für den Abbau vorherrschen, kann jedoch nicht verändert werden“, so Bernlöhr weiter. Die Einleitung eines Verfahrens bedeute keine Vorentscheidung, sondern die Chance, die raumordnerischen Themen so objektiv wie möglich gegenüber zu stellen.

„Wurde schlecht geplant oder verstärkt abgebaut?“, fragte Regina Traub (SPD). Erweiterungsbedarfe in vorhandenen Abbaugebieten seien von den Betreibern angezeigt worden, obwohl die Flächen bis 2049 hätten ausreichen sollen. Ihre Fraktion unterstütze das Konzept, Recycling und Ersatzstoffe anstatt einheimischer Rohstoffe als wesentliche Bausteine der Rohstoffversorgung zu nutzen. Der Abbau stelle einen erheblichen Eingriff in Schutzgüter dar. In Rielingshausen sei vor allem das „Schutzgut Mensch“ betroffen. Traub verstehe die Sorgen vor Ort. Markgröningen sei dagegen unkritisch, weil es sich bebauungsfern entwickle. In Rielingshausen sei es aber wichtig, auf Basis detaillierter Fakten zu prüfen, welche Auswirkungen der Steinbruch bei einer Erweiterung hätte.

„Mit der heimatnahen Versorgung mit Rohstoffen können wir Energieverbrauch und CO2-Emissionen reduzieren“, bekräftigte Joachim Hülscher (AfD). „Mit dem heimischen Abbau tun wir dem Weltklima gut.“ Seine Fraktion stimmte für die Einleitung des Verfahrens. Die unterschiedlichen Belange sollten im Sinne der regionalen Aufgabenstellung der Festlegung von Gebieten zur Gewinnung abbauwürdiger Rohstoffe fachgerecht gegenübergestellt werden. Während Markgröningen und Weissach nicht so komplex seien, sei er vor allem auf die weiteren Anhörungsergebnisse in Bezug auf eine Steinbrucherweiterung in Rielingshausen gespannt, zumal hier bei der Regionalplanfortschreibung 2009 kein weiteres Interessensgebiet genannt wurde.

„Zu diesem Zeitpunkt werden keine Steinbrucherweiterungen in Rielingshausen oder Markgröningen beschlossen, sondern die Einleitung eines ergebnisoffenen Verfahrens“, konstatierte Kai Buschmann (FDP). Die Frage, wo die Steine für Bauvorhaben in der Region herkommen sollen, könne so demokratisch, rechtverbindlich und für die nächsten Jahrzehnte zweifelsfrei geklärt werden. Buschmann weiter: „Die Menschen in der Nähe der Steinbrüche haben einen Anspruch auf Klarheit. Die Firmen, die die Steinbrüche betreiben, Anspruch auf Klarheit und Planungssicherheit.“ Die Bürgerinitiativen spielten bei der Entscheidungsfindung eine Schlüsselrolle. Ihren Argumenten müsse die Planung standhalten.

„Menschen am Rande eines aufgeschlossenen Tagebaus sind eingedeckt durch den Staub der Gesteinsbrecher, Lärm durch LKW und Sprengladungen, ihre Häuser Rissen ausgesetzt“, stellte Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) fest. Für die Familien von Rielingshausen sei dieser Ausnahmezustand Alltag. „Die Bauwende und das Ziel 2040 des neuen Klimaschutzgesetzes werden scheitern, solange der Zugriff auf Primärrohstoffe nicht gedrosselt wird.“ Warum solle bei billigen Rohstoffen in Baustoffrecycling investiert werden? Im Regionalplan seien ausreichend Reserveflächen für den Rohstoffabbau definiert, so Ozasek. Seine Fraktion stimmte gegen die Einleitung eines Planänderungsverfahrens.

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news-1057 Thu, 29 Jul 2021 08:15:36 +0200 Entwicklungsachse mit neuem Planentwurf Im vergangenen Dezember hat die Regionalversammlung ein Verfahren zur Änderung des Regionalplans eröffnet. Untersucht, abgewogen und entschieden wird dabei, ob zwischen Marbach und Backnang eine Regionale Entwicklungsachse entsteht. Nach der Öffentlichkeitsbeteiligung und der Bewertung der eingegangenen Stellungnahmen beschloss die Regionalversammlung die Offenlage eines leicht veränderten Planentwurfs. presse/artikel/aktuell/entwicklungsachse-mit-neuem-planentwurf/ Nach Abwägung der Stellungnahmen von Öffentlichen Trägern und Öffentlichkeit hat die Regionalversammlung am Mittwoch einstimmig mit fünf Enthaltungen entschieden, den Entwurf zur Änderung des Regionalplans im Bereich der Entwicklungsachse anzupassen: Im Vergleich zum ersten Planentwurfs wird zusätzlich der Ortsteil Burgstetten-Erbstetten als Siedlungsbereich definiert. Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart wurde damit beauftragt, ein erneutes Beteiligungsverfahren mit den entsprechend neu aufbereiteten Planunterlagen durchzuführen.

Warum werden Entwicklungsachsen festgelegt und warum soll eine Entwicklungsachse zwischen Marbach und Backnang entstehen?
Der Landesentwicklungsplan gibt vor, dass Siedlungswachstum insbesondere an Standorten erfolgt, die über einen leistungsfähigen ÖPNV-Anschluss verfügen. Ziel dabei ist es, dass möglichst viele Menschen einen besseren Zugang zum Nahverkehr erhalten und sich infolgedessen der Anteil öffentlicher Verkehrsmittel am Gesamtverkehrsaufkommen erhöht. Dieses Prinzip wird über die Ausweisung von Regionalen Entwicklungsachsen beziehungsweise Landesentwicklungsachsen umgesetzt. Je nach Lage zu diesen Achsen sind die Gemeinden in der Region Stuttgart in zwei Kategorien eingeteilt: Gemeinden an einer Entwicklungsachse liegen im Siedlungsbereich. Das heißt, sie dürfen und sollen bei der Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen auch Wanderungsgewinne berücksichtigen – über den Bedarf der ansässigen Bevölkerung und Unternehmen hinaus. Das heißt, neue Baugebiete können so bemessen werden, dass in den Gemeinden auch Zuzug miteinkalkuliert wird. Zudem würde sich die Bruttowohndichte, die für die Berechnung zugrunde gelegt wird, von derzeit 55 auf 60 Einwohnern pro Hektar etwas erhöhen. Die Gemeinden, die nicht im Siedlungsbereich liegen sind „beschränkt auf Eigenentwicklung“. Mit dem Ausbau der S-Bahn-Linie S4 zwischen Marbach und Backnang wurde die Schienenverbindung für die Anrainergemeinden aufgewertet. Damit erfüllt dieser Bereich die Voraussetzung, um als „Regionale Entwicklungsachse“ festgelegt zu werden. Gleichzeitig würden die Anrainergemeinden mit der Regionalplanänderung künftig den Status einer „Gemeinde im Siedlungsbereich“ erhalten. Ein Automatismus zur Festlegung Regionaler Entwicklungsachsen entlang von Bahnstrecken besteht allerdings nicht.

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news-1056 Fri, 23 Jul 2021 17:04:44 +0200 Begeisterung für das neue Außendesign der S-Bahn Einen Monat lang lief der Fotowettbewerb: Die Menschen in der Region Stuttgart sollten das einzige S-Bahn-Fahrzeug, das bereits im neuen Außendesign auf der Strecke ist, fotografieren. Die besten Einsendungen wurden am Freitag dem Verband Region Stuttgart und der DB Regio AG gekürt. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1056&cHash=b0e279ed67a02bbca8b9a6ebac6cc1da Ein bisschen Geduld müssen die S-Bahn-Reisenden in der Region noch haben: Ab 2022 werden dann immer mehr neue Fahrzeuge im noch ungewohnten lichtgrauen Außendesign auf der Strecke sein. Dass bereits ein Fahrzeug in lichtgrau unterwegs ist, hat vor allem planerische Gründe. Die S-Bahn Stuttgart möchte so die Prämissen des weiteren Lackierverfahrens besser festlegen können. Nur ein lichtgraues Fahrzeug unter vielen roten: Das macht es umso herausfordernder, dieses auch zu Gesicht zu bekommen. Verband Region Stuttgart und DB Regio AG hatten im Juni und Juli dazu aufgerufen, den Zug zu finden und zu fotografieren. Die besten Einsendungen wurden am Freitag in der Ausstellung des Infoturms Stuttgart (ITS) gekürt. Für die Gewinner Benjamin Klöpfer, Justus Schlüter, Patrick Gaulocher und Jan Hämmerling gab es hochwertige Preise aus der Region und dem Bereich Fotografie. Die Preisträger nahmen nicht nur ihre Gewinne entgegen, sondern auch die neue S-Bahn als Modell in der Ausstellung des ITS genau in Augenschein– dieses Mal ohne Sorge, dass sie gleich wieder davon rollt.

„Das Redesign ist einer von vielen Bausteinen auf dem Weg zu einem immer smarteren und komfortableren ÖPNV“, sagte Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, bei der Verleihung. „Wir entwickeln den ÖPNV stetig weiter. Es ist schön, dass wir gemeinsam mit der DB Regio AG durch den Fotowettbewerb viele Interessierte auf diesem Weg mitnehmen und für die neue S-Bahn begeistern konnten.“

„Die Aufgabe, das bislang einzige S-Bahn-Fahrzeug im neuen Design als Fotomotiv zu ergattern, ist durchaus anspruchsvoll. Wenn viele die notwendige Ausdauer dazu mitbringen, dann ist das ein Anzeichen dafür, dass unser Redesign Anklang findet“, äußerte sich Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart und dankte den Teilnehmenden des Fotowettbewerbs. Der Look der neuen S-Bahn soll den Reisenden nicht nur die Orientierung beim Zustieg erleichtern, sondern ist auch Ausdruck für Angebotsausweitungen sowie erweiterte Kapazitäten der neuen S-Bahn im Digitalen Knoten Stuttgart.

Redesign und Vergrößerung der Flotte

Die Züge der S-Bahn bekommen nicht nur einen neuen Look, sondern die Flotte wird um 58 neue Fahrzeuge auf insgesamt 215 anwachsen. Ab Ende 2021 werden vom Hersteller Bombardier Transportation die neuen Fahrzeuge der Baureihe 430 ausgeliefert, 48 davon kommen 2022 im neuen Außenlook. Die im Rahmen des Redesigns beschlossenen Innenelemente für verbesserten Fahrgastservice und Komfort werden anschließend ab 2024 umgesetzt. Die Erneuerung muss im laufenden Betrieb stattfinden und wird bis zum Umbau der kompletten Flotte mehrere Jahre andauern.

Bild zum Download:

https://datentransfer.region-stuttgart.org/#/public/shares-downloads/rR3PRDpYk1sHtngx3Ldfpw8z6UbPtcMe

Bildunterschrift:

Dr. Nicola Schelling (links), Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, und Dr. Dirk Rothenstein (rechts), Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart, mit den Gewinnern der Fotoaktion.

Bildnachweis: Ferdinando Iannone

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news-1055 Thu, 22 Jul 2021 12:13:15 +0200 Region beschließt Untersuchungen für Ausweitung des ÖPNV-Angebots Geprüft werden mehr S-Bahn-Fahrten an Samstagen, nachts unter der Woche, mittelfristig auf der S-Bahn-Stammstrecke sowie auf der Schuster- und Teckbahn. Der Regionalverkehrsplan wird an aktuelle Entwicklungen angepasst. presse/artikel/aktuell/region-beschliesst-untersuchungen-fuer-ausweitung-des-oepnv-angebots/ Die S-Bahn ist ein Erfolgsmodell. Nachdem der Verband Region Stuttgart vor 25 Jahren die Aufgabenträgerschaft für den regionalbedeutsamen Schienenverkehr in der Region Stuttgart – insbesondere den S-Bahn-Verkehr – übernommen hat, wurde das Angebot stets weiterentwickelt. Nun sollen weitere Ergänzungen das ÖPNV-Angebot in der Region Stuttgart noch besser machen, so das einhellige Anliegen des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart. Mit diesen Ergänzungen hat sich der Ausschuss Ende Juni in einer Klausursitzung auf Grundlage verschiedener Anträge befasst. Anhand der daraus gewonnen Erkenntnisse beschloss er am Mittwoch einstimmig, eine Ausweitung des S-Bahn-Angebots an Samstagen sowie nachts unter der Woche zu untersuchen. Mittelfristig sollen mit dem digitalen Zugbeeinflussungssystem ETCS mehr S-Bahn-Züge durch die S-Bahn-Stammstrecke fahren. Auch der Ausbau der Schuster- und Teckbahn soll vorangetrieben werden. Dazu sind weitere Untersuchungen vorgesehen.

Im Einzelnen wurde folgende Maßnahmen auf den Weg gebracht:

- Die S-Bahn soll ab 2022 an Samstagen einen 15-Minuten-Takt erhalten. Ein Angebotskonzept, gemeinsam entwickelt mit der DB Regio AG, soll den Weg dahin aufzeigen. Mit einem 15-Minuten-Takt möchte man die Innenstädte in der Region besser erreichbar und damit attraktiver machen.

- Die nächtliche Angebotslücke im S-Bahn Verkehr montags bis freitags zwischen ca. 1 Uhr und 5 Uhr soll verkürzt werden. Dafür möchte die Region ein zusätzliches Fahrtenpaar auf allen S-Bahn-Linien auf die Schiene bringen. Dies wird nun geprüft, insbesondere, ob ein zusätzliches frühes oder spätes Angebot geeigneter ist.

- Der Ausbau der Schusterbahn soll zeitnah vorangetrieben werden. Um hier die Chancen auf das Schienenreaktivierungsprogramm des Landes und auf eine GVFG-Bundesförderung optimal zu wahren, sind zu den bisherigen Erkenntnissen weitere Untersuchungen erforderlich: Insbesondere spielen aktuelle Entwicklungen bei der Markgröninger Bahn eine Rolle, aber auch eine Betrachtung der zukünftigen Betriebsabläufe im Bahnhof Ludwigsburg. Darauf aufbauen kann die notwendige, sogenannte „Standardisierte Bewertung“ als Ermittlung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses. Sie ist für die Bundesförderung notwendig.

- Um zukünftig weitere Fahrgäste aufnehmen zu können, werden mehr Zugfahrten aus den Außenbereichen durch die S-Bahn-Stammstrecke erforderlich. Das digitale Zugbeeinflussungssystems ETCS Level 2 ermöglicht auf der Stammstrecke mehr Züge. Es geht mit Inbetriebnahme des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs an den Start. Mittelfristig sollen so 30 Züge pro Stunde und langfristig sogar bis zu 36 Züge pro Stunde fahren. Eine entsprechende Fahrplanuntersuchung für das gesamte Stuttgarter S-Bahn-Netz wird bei der DB Netz AG beauftragt.

- Auch die Nebenbahnen tragen ihren Anteil an der Verkehrswende. In Abstimmung mit den Kommunen soll ein Konzept für die weiteren Ausbauperspektiven der Teckbahn aufzeigen.  

- Zudem soll eine Konzeption über eine Verlängerung der Expressbuslinie X 93 von Göppingen über Bad Boll nach Kirchheim unter Teck mit Anschluss an die S1 erarbeitet werden. Dieses Zeichen setzte der Ausschuss an den Landkreis Göppingen als neues Mitglied im VVS-Verbund.

- Eine mögliche Verlängerung der S5 nach Mühlacker, insbesondere im Hinblick auf noch offenen Fragestellungen, soll gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg und dem Enzkreis untersucht werden.

Auch der Regionalverkehrsplan wird weiterentwickelt. Er ist das Herzstück der regionalen Verkehrsplanung. Mit ihm wird der Bedarf für Maßnahmen in die Verkehrsinfrastruktur und für das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr in der Region Stuttgart festgelegt. Er wird nun an aktuelle Entwicklungen angepasst. Beispielsweise sind dies neuere Klimaschutzvorgaben, ein verändertes Mobilitätsverhalten im Zuge der Corona-Pandemie oder durch neue Verkehrsmittel, die Weiterentwicklung des Deutschlandstakts, aktuelle Überlegungen zum Schienenknoten Stuttgart sowie die derzeitigen Verkehrsziele der Landesregierung. Zudem möchte der Verband das Mobilitätsgeschehen zukünftig auch mithilfe von Mobilfunkdaten analysieren.

Stimmen aus den Fraktionen

„Wir wissen alle, welche dramatischen Fahrgasteinbrüche wir haben und wir können nicht mit einem ÖPNV-Rettungsschirm 2022 rechnen,“ sagte Helmut Noë (CDU/ÖDP). Dennoch sei die Zukunftsfähigkeit der S-Bahn wichtig. Bezüglich des Antrags seiner Fraktion, eine mögliche Anbindung des Raums Göppingen mit dem Expressbus X93 an die S1 zu betrachten, sagte er: „Wir sollten ein Zeichen setzten für die Integration des Landkreises Göppingen in den VVS.“ Des Weiteren müsse die Schusterbahn „gesamthaft geplant und auf Wirtschaftlichkeit geprüft“ werden. Hier solle man „vernünftig einen Schritt nach dem anderen machen“. Bei der Zugstrecke nach Mühlacker sieht er an erster Stelle das Land in der Pflicht.

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) lobte die Klausursitzung: „Es war sinnvoll, einen Tag lang über den Ausbau von S-Bahn und sonstiger Schiene zu reden.“ Für den Ausbau der Schusterbahn forderte er: „Wir wollen die die Landesförderung gerne mitnehmen und Verbesserungen schnellstmöglich umgesetzt sehen.“ Mehr S-Bahn-Verkehr auf der Stammstrecke bewertete Lateier wie folgt: „36 Züge ja, aber es ist auch wichtig, Stabilität in das System zu bringen.“ Darüber hinaus wünschte er sich auch eine Debatte über längerfristige Maßnahmen wie die Verlängerung der S 5 nach Mühlacker: „Wir sehen ein großes Potenzial für diese Strecke.“ Seine Fraktion wünschte sich eine Behandlung „zeitnah nach Stuttgart 21“.

Bernhard Maier (Freie Wähler) verwies auf den „historischen Beschluss“ der Regionalversammlung Ende Januar 2019, unter anderem über ein „riesiges Maßnahmenpaket“ zur Stärkung des Schienenknotens Stuttgart: „Dieses Paket ist noch nicht im Ansatz finanziert, das erfolgt erst im Laufe des Jahrzehnts.“ Es werde enormen Belastungen nach sich ziehen, auch für die Kreise, so Maier. Angesichts der aktuellen pandemiebedingten Situation regte er an, zukünftig zu überlegen: „Was können und was wollen wir uns noch leisten?“ Bezüglich der S5-Verlängerung wollte er erst abwarten, welchen Verkehr das Land für die Strecke vorsieht.

Thomas Leipnitz (SPD) knüpfte an seinen Vorredner an: „Es geht darum, was wir uns leisten müssen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.“ Er drängte auf ein hohes Tempo, „sonst ist der Zug im wahrsten Sinne des Wortes abgefahren.“ Was die Nacht-S-Bahnen angehe, sei es nicht zu vermitteln, warum Nachtbusse der SSB die ganze Nacht fahren und die S-Bahn hingegen nicht. Leipnitz begrüßte die ETCS-Untersuchung für das gesamte Netz, um Engpässe auf der Zulaufstrecken aufzuzeigen. Der Ausbau der Schusterbahn solle mit Priorität vorangetrieben werden, denn „die Fördermöglichkeiten von Land und Bund sind so günstig wie nie.“

Auch Holger Dorn (AfD) äußerte sich zur Schusterbahn: „Eine abschnittsweise Priorisierung ist gerechtfertigt, in der Summe aber nicht, da der Aufwand hierfür zu hoch ist.“. Nacht-S-Bahnen hielt er für „zu teuer“, ein 15-Minuten-Takt an Samstagen sei hingegen wichtig. Eine Verlängerung der S5 sei grundsätzlich unterstützenswert. „Wir sehen aber keine Notwendigkeit, das Verfahren weiter zu beschleunigen, solange es auf der Agenda bleibt“, meinte Dorn.

„Die FDP steht zum Ausbau der Schusterbahn“, stellte Gabriele Heise (FDP) fest. Man brauche aber mehr Offenheit, zum Beispiel über die notwendige Infrastruktur wie zusätzliche Haltepunkte. Zur S5-Verlängerung solle man mit der Raumschaft wegen Bedenken, dass dann der Metropolexpress eingestellt werden würde, gut abstimmen. Sie begrüßte den umfassenden Überblick, den ihr die Klausursitzung gab.

Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) konstatierte: „Die Investitionen sind viel Geld, aber es sind Investitionen in die Zukunft.“ Er bemängelte, dass man in Straßenbaumaßnahmen oft größere Summen investiere. „Bei der Nacht-S-Bahn ist es erfreulich, dass es vorwärts geht.“ Dies sei ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Hintergrundinformationen

Aktuell verkehrt die S-Bahn von Montag bis Freitag bereits in einem durchgängigen Viertelstundentakt von 6 Uhr bis 20.30 Uhr. An den Wochenenden gibt es ein durchgehendes Angebot im Nachtverkehr. Mit zusätzlichen S-Bahn-Fahrzeugen ab nächstem Jahr können weitere Angebote bestellt und die Züge verlängert werden. Im Jahr 2019 nutzten die S-Bahn im Schnitt täglich 455.000 Fahrgäste. Die Verkehrsleistung wurde bis 2021 auf 12,1 Millionen Zugkilometer pro Jahr gesteigert.

Ein wichtiger Baustein zum Erreichen der Klimaziele ist der weitere Ausbau des S-Bahn-Netzes als Rückgrat des öffentlichen Personenverkehrs. Daher hat der Verband Region Stuttgart in den letzten Jahren umfangreiche Maßnahmen beschlossenen: Dazu gehören zukünftig unter anderem eine S-Bahn-Verbindung nach Nürtingen, die S62 nach Feuerbach, vier zusätzliche Züge pro Stunde und Richtung durch den Hasenbergtunnel bis Vaihingen (und zwei davon weiter bis Ehningen) , der Viertelstundentakt auf der S60 oder ein Viertelstundentakt auf der S2  nach Fertigstellung der S-Bahn-Verlängerung bis nach Neuhausen. In der Hauptverkehrszeit ermöglichen neue S-Bahn-Fahrzeugen ab 2022 sukzessive mehr Langzüge in Hauptverkehrszeiten. Hinzu kommt der barrierefreie Ausbau von über 30 S-Bahn-Stationen. Die Informationen über das Verkehrsangebot erhalten die Nutzer rund um die Uhr über Video-Reisezentren oder an Mobilitätspunkten. Die S-Bahn-Stationen werden mit Park-and-ride-Angeboten sowie RegioRadStuttgart-Stationen noch besser an das Umfeld angebunden – beides wird gefördert vom Verband Region Stuttgart.

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news-1054 Thu, 22 Jul 2021 12:09:22 +0200 Region investiert weiter in Barrierefreiheit Der Verband Region Stuttgart investiert rund 11,5 Millionen Euro für stufenlosen Einstieg in S-Bahn und kleine Teckbahn. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1054&cHash=2410e8a6901c0d97e66ee9f835d491ee Die Deutsche Bahn hat im Juni 2021 in Stetten-Beinstein ihre Bauarbeiten abgeschlossen: Nun sind alle Stationen der S-Bahn Stuttgart für die Fahrgäste stufenfrei erreichbar. Darüber hinaus sollen die Bahnsteige, insbesondere der Abstand zwischen Bahnsteigkante und S-Bahn-Fahrzeugen, schnellstmöglich so angepasst werden, dass ein Ein- und Ausstieg an allen S-Bahn-Stationen niveaugleich möglich ist. Vor diesem Hintergrund hat der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig bei einer Enthaltung Investitionen in Höhe von bis zu 11,5 Millionen Euro verabschiedet. Mit den Geldern soll die Planung und Umsetzung zum stufenlosen Einstieg an zunächst elf S-Bahn-Stationen und an sechs Stationen der kleinen Teckbahn vorangetrieben werden. Darüber hinaus diskutierte der Ausschuss über die Perspektiven der Umsetzung aller nötigen und wünschenswerten Maßnahmen für eine uneingeschränkte Nutzungsmöglichkeit der S-Bahn und die Verbesserung der Mobilitätschancen insgesamt.

Michael Groh, Leiter Regionalbereich Südwest der DB Station&Service AG, erläuterte den aktuellen Stand der Planungen und Arbeiten. Er zeigte sich zuversichtlich, bis 2035 alle 32 Stationen, deren Bahnsteige angepasst werden müssen, weitreichend barrierefrei ausrüsten zu können. Die Barrierefreiheit sei verbindlich definiert. Dafür sei in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Behindertenrat und den verschiedenen Nutzergruppen ein Kriterienkatalog erarbeitet worden. „Während der Schwerpunkt in der Vergangenheit auf der Stufenfreiheit lag und wir bei den Kriterien für Anzeige und Akustik schon immer recht gut ausgestattet waren, geht es nun verstärkt um taktile Leitsysteme.“ Diese würden bereits im Rahmen der Bahnsteigerhöhungen mit umgesetzt.

Maßnahmen im Detail

Insgesamt rund 5,7 Millionen Euro investiert die Region für Planungsmaßnahmen an den Stationen Esslingen am Neckar, Kornwestheim, Backnang, Zuffenhausen, Oberesslingen, Zell, Obertürkheim und Altbach. In Mettingen und Maubach ist die Vorentwurfsplanung bereits abgeschlossen. Hier investiert die Region rund 380.000 Euro in die weitere Planung. Am Standort Rommelshausen ist die Planung bereits abgeschlossen. Um die Aufhöhung der Bahnsteige bis 2023 umsetzen zu können, soll der entsprechende Finanzierungsvertrag dem Verkehrsausschuss nach der Sommerpause zur Abstimmung vorgelegt werden. Im Sinne einer Prozessoptimierung verständigten sich die DB Station&Service und der Verband Region Stuttgart zudem auf projektbeschleunigende Maßnahmen. Dazu sollen Vertragswerke stärker gebündelt und Genehmigungs- und Förderungsprozesse vom Unterzeichnungszeitpunkt der Vertragswerke entkoppelt werden. Ebenso wird künftig bei jeder Maßnahme geprüft, ob das Investitionsbeschleunigungsgesetz greift.

Weitreichende Barrierefreiheit

Insgesamt müssen die Bahnsteige an insgesamt 32 S-Bahn-Stationen erhöht werden. Neben der Anpassung der Bahnsteighöhe auf die Einstiegshöhe der S-Bahn-Fahrzeuge werden für die weitreichende Barrierefreiheit folgende Teilbereiche überprüft und nach Bedarf verbessert: Fahrgastinformationsanlagen, Lautsprecheranlage oder Akustikmodul, taktiles Leitsystem auf dem Bahnsteig, taktiler Weg zum Bahnsteig, Stufenmarkierung, taktile Handlaufschilder an Treppen und Rampen, Wegeleitung und Beschilderung, Herstellung der Stufenfreiheit auf dem Bahnsteig sowie Wetterschutzeinrichtungen.

Maßnahmen an der kleinen Teckbahn

Die Station Kirchheim/Teck ist bereits stufenlos zugänglich. Im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes für Verkehrsstationen im ländlichen Raum soll auch an den anderen Teckbahnstationen – Kirchheim/Teck-Süd, Dettingen/Teck, Owen/Teck, Brucken, Unterlenningen und Oberlenningen – der stufenlose Zugang hergestellt beziehungsweise verbessert werden. Die Bahnsteige, die neu gebaut werden, erhalten ein taktiles Leitsystem. Die Bahnsteighöhen werden für die dort eingesetzten Fahrzeuge für den niveaugleichen Einstieg angepasst. Da zum Vergabezeitpunkt noch nicht für alle Stationen die notwendigen finanziellen Baufreigaben vorlagen, können sie nicht wie bisher vorgesehen gemeinsam im Jahr 2021 umgesetzt werden. Anstatt die Baumaßnahmen auf zwei Jahre mit entsprechenden Unterbrechungen des Bahnbetriebs aufzuteilen, entschieden sich DB Station&Service, DB Regio und die Region für die zeitgleiche Umsetzung der Maßnahmen an allen sechs Verkehrsstationen und dem Bahnübergang in Brucken in der fahrgastarmen Zeit der Sommerferien 2022 – unter Vollsperrung der Teckbahn und mit Schienenersatzverkehr. Hier investiert die Region bis zu drei Millionen Euro.

Stimmen aus den Fraktionen

Helmut Noё (CDU/ÖDP) begrüßte zunächst das Zukunftsprogramm der Bahn, von dem auch einiges für die S-Bahn Stuttgart abfalle. „Die Zeitachse gerade bei der Erhöhung der Bahnsteige macht uns jedoch sorgen. Die Maßnahmen sollten spätestens bis zum Ende des Verkehrsvertrags 2032 abgearbeitet werden“, forderte Noё. Gehörlose und Blinde beispielsweise sollten ohne große Probleme zu den S-Bahn-Stationen kommen. Erfreut zeigte er sich über die Investitionen der Bahn von 40 Millionen zu Helligkeit und Sauberkeit an den Stationen der Stammstrecke. Sie seien wichtig, damit die Fahrgäste sich wohl fühlen. „Wir glauben, dass die Bahn sich sehr bemüht, aber es muss zügiger gehen. Dabei appellieren wir aber auch ans Land und das Eisenbahnbundesamt für eine Erleichterung und Beschleunigung der Verfahren.“ Damit der Anteil von Region und Bahn an den Kosten nicht ausufere, sei es hier auch wichtig, Zuschüsse zu prüfen.

„Alle sind stetig bemüht“, konstatierte Michael Lateier (Bündnis 90/Die Grünen). Jedoch „dauern allein die Vertragsverhandlungen mehrere Monate bis zu einem Jahr und dann sind noch kein Steinchen und noch keine Leitlinie gesetzt.“ Bei den Umsetzungsmaßnahmen könne es ebenfalls nicht befriedigen, dass die Barrierefreiheit erst in zehn Jahren oder später erreicht würde. Dabei sei mit der Aufhöhung der Bahnsteige noch gar nichts erreicht, wenn die Kommunen bei der Barrierefreiheit im rückwärtigen Bereich der Bahnhöfe nicht mitinvestieren würden. Es sei nicht richtig, wenn der Bahn hier die gesamte Bahnhofsumgebung zu Last gelegt würde. „Auch nach der Aufhöhung gibt es erhebliche Probleme für Bewegungseingeschränkte. Sie müssen teils lange, bis zu 800 Meter laufen, um eine stufenfreie Stelle zu erreichen.“ Bei den taktilen Systemen könne jedoch von Bahnseite jedoch selbst mehr Schwung kommen.

Bernhard Maier (Freie Wähler) stellte fest: „Wir wollen die Barrierefreiheit quer durch alle Fraktionen, doch es geht uns zu langsam.“ Die Ausschussvorlage lasse eine Einschätzung über die Schwierigkeiten im Einzelfall zu. Maier bedauerte es in diesem Zusammenhang, dass das neue Gesetz zur Verfahrensbeschleunigung noch nicht den erhofften Beschleunigungseffekt habe. Maier weiter: „Wir sehen es mit Bedauern, dass wir bis in die 30er Jahre kommen, bis wir die Maßnahmen erledigt haben. Dabei werden wir mit unserem Anteil als Verband für die Umsetzung aller nötigen Maßnahmen künftig einen noch viel größeren finanziellen Aufwand schultern müssen.“ Jedoch sei die Barrierefreiheit klares politisches Ziel seiner Fraktion.

„Ein diskriminierungsfreier Zugang zum ÖPNV hat direkte Auswirkung auf die Nutzungszahlen“, betonte Harald Raß (SPD). Der gesellschaftliche Zusammenhang müsse sich genau hier ausdrücken. „32 von 88 Stationen sind nach wie vor nicht ausreichend ausgerüstet und aus unserer Sicht mangelhaft. Irritierend ist, dass für die Angleichung der Bahnsteige von Planung bis Inbetriebnahme trotz kurzer Bauzeiten acht Jahre benötigt würden. Raß sieht die Bahn außerdem gefordert, ihren Service, etwa beim Winterdienst zu gewährleisten. „Das Ziel der Barrierefreiheit gehört zum Butter- und Brot-Geschäft der Bahn. Jedoch scheint das Delikatessengeschäft mit WLAN oder erster Klasse Priorität zu genießen.“

Laut Holger Dorn (AfD) scheint das aktuelle Angebot der S-Bahn angesichts steigender Kundenzufriedenheit nicht ganz schlecht zu sein. Die Kosten für die Modernisierung seien ein „saurer Apfel, der in Kauf genommen werden müsse.“ Barrierefreiheit sei dabei ein richtiges Großprojekt, dass verständlicherweise lange dauert. Er fügte jedoch hinzu: „Nicht ganz klar ist, warum die gesamte Planungs- und Bauphase bei bis zu acht Jahren liegt, wenn „die Planung etwa vier Jahre und die Bauphase im Schnitt ein Jahr brauchen.“

Gabriele Heise (FDP) fasste zusammen: „Wir sind grundsätzlich auf einem guten Weg. Es handelt sich um immense Investitionen, es kostet zu viel und dauert viel zu lange, auch angesichts langer Verfahren.“ Sie kritisierte, dass die Bahn bei der Zugänglichkeit der Bahnhöfe lediglich auf die Zuständigkeit der Kommunen verweise. „Da macht es sich die Bahn zu leicht, wenn die Bahngäste dann nicht wissen, wie sie zu ihrer Anschlusshaltestelle kommen sollen“, sagte Heise. Wichtig sei es außerdem, dass die Bahn angesichts des langen Zeitraums bis vielleicht sogar 2040 die technischen Entwicklungen mitdenke.

Michael Knödler (Die Linke/Pirat) sieht bei Barrierefreiheit für Blinde und Sehbehinderte noch viel Nahholbedarf. Er begrüßte dabei, dass die Bahn kleinere, aber effektive Maßnahmen auch auf eigene Initiative hin umsetzt. Er stellte Frage in den Raum, ob es mit mehr Geld nicht schneller gehen würde. „Ich würde auch gerne gleich zu Beginn mehr investieren, um die Umsetzung der Barrierefreiheit zu beschleunigen“, so Knödler.

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news-1053 Thu, 22 Jul 2021 12:07:47 +0200 Aktueller Stand S-Bahn Verlängerung nach Neuhausen a.d.F. Der Verband Region Stuttgart unterstützt die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) bei der Optimierung zeitkritischer Prozesse und treibt die Einführung der digitalen Leit- und Sicherungstechnik ETCS auch auf dieser Strecke voran. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1053&cHash=66e845e28bbbaca34eac5e021826d11a Das Projekt S2-Verlängerung nach Neuhausen a.d.F. umfasst den Neubau einer rund vier Kilometer langen S-Bahn-Strecke zwischen Filderstadt und Neuhausen a.d.F. mit Halt in Sielmingen. Die Maßnahme wird von der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) umgesetzt. Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart wurde am Mittwoch vom bisherigen Projektleiter Dr. Volker Christiani, SSB-Leiter Stabsbereich Planung, und dem zukünftigen Projektleiter Daniel Kohler, SSB-Fachbereichsleiter Projektsteuerung, über den aktuellen Stand informiert. Danach geht die SSB davon aus, dass der Baubeschluss für das Gesamtprojekt durch die Projektpartner frühestens im April 2022 erfolgen kann. Die Inbetriebnahme wäre im günstigsten Fall im Mai 2027 bei einem Baubeginn im Februar 2023. Zu Verzögerungen beim Genehmigungsverfahren ist es unter anderem durch eine pandemiebedingte Verschiebung des Erörterungstermins, die erneute Planauslage aufgrund des neuen Vorkommens geschützter, vermutlich eingeschleppter Mauereidechsen sowie durch Verzögerungen im Antragsverfahren des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) gekommen.

Um Terminrisiken aus der Vergabe- und Ausschreibung zu reduzieren und damit weiteren Verzögerungen beim Projekt vorzubeugen, hat der Verkehrsausschuss beschlossen, die SSB AG bei der Beschleunigung der Baumaßnahmen zu unterstützen. So sollen unter anderem die Vergabeverfahren für den Gebäudeabbruch und Rodungsarbeiten gegebenenfalls schon vor dem GVFG-Bescheid und des Baubeschlusses eingeleitet werden. Ebenso möchte man auch die Vergabeverfahren für den Rohbau, die Bauüberwachung und Bauoberleitung sowie die Projektversicherung bereits vor Baubeschluss einleiten. Die Aufträge aller genannten Vergabeeinheiten werden allerdings erst mit Vorliegen des Baubeschlusses vergeben.

Die aufgezeigte Verzögerung könnte aber auch dazu beitragen, dass sich die Förderung dieses Projektes durch Bund und Land deutlich verbessert: Der Förderantrag sieht nun eine Förderung als Streckenreaktivierung vor. Diese bietet die Chance auf eine deutlich bessere Förderquote. Klarheit besteht allerdings erst, wenn der Förderbescheid vorliegt. Die Weitergabe des Förderantrags durch das Land sollte noch diesen Monat erfolgen.

Darüber hinaus beschließt der Ausschuss die Ausrüstung der Strecke mit der digitaler Leit- und Sicherungstechnik ETCS. Dafür werden Planungsmittel in Höhe von 200.000 Euro in den Haushalt 2022 aufgenommen. Da der Stuttgarter Schienenknoten ebenfalls mit ETCS ausgerüstet wird, fährt die S2 dann auf der gesamten Strecke bis Neuhausen mit einem einheitlichen Zugsteuerungssystem. So können die Vorteile einer möglichen kürzeren Zugfolge voll ausgeschöpft werden.

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news-1052 Thu, 22 Jul 2021 12:05:25 +0200 Öffentlicher Nahverkehr auf Abruf Der Verband Region Stuttgart und seine Verkehrspartner wollen On-Demand-Angebote im ÖPNV durch Studien und Versuchsprojekte voranbringen presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1052&cHash=c36b65d0656451f92c564219a03eec46 Außerhalb der üblichen Betriebszeiten und in Räumen mit geringer Siedlungsdichte ist es schwer, mit einem linien- und fahrplangebunden ÖPNV ein qualitativ hochwertiges Angebot bereitzustellen. Eine mögliche Lösung sind On-Demand-Verkehre, also Fahrdienstangebote, die auf Abruf Fahrgäste befördern, Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat in seiner Sitzung vom Mittwoch mehrheitlich beschlossen, künftig bei On-Demand-Verkehren, auch über Landkreisgrenzen hinaus einheitlich vorzugehen und diese in die multimodale Mobilitätsplattform zu integrieren.  Darüber hinaus hat der Verband Region Stuttgart verschiedene Möglichkeiten von On-Demand-Verkehren für die Region untersucht und dem Verkehrsausschuss vorgestellt. Während der anstehenden S-Bahn-Stammstreckensperrung wird zudem der klassische Schienenersatzverkehr (SEV) an Wochenenden durch einen On-Demand-Verkehr ergänzt. Mit diesem Angebot möchte die S-Bahn Stuttgart die Akzeptanz von On-Demand-SEV-Leistungen testen.

Versuch zur Stammstreckensperrung

Während der Stammstreckensperrung der S-Bahn in den Sommerferien wird ein Schienenersatzverkehr mit zwei Buslinien vom Stuttgarter Hauptbahnhof zur Universität und von der Universität nach Stuttgart-Vaihingen durchgeführt. Zusätzlich werden zwischen Innenstadt und Vaihingen an Sams- und Sonntagen von 0 bis 6 Uhr sowie zwischen Vaihingen und Universität an Samstagen von 20 bis 24 Uhr sowie an Sonntagen in der Zeit von 10 bis 20 Uhr On-Demand-Kleinbusse unterwegs sein. Die Kleinbusse fahren auf Abruf und ohne festen Fahrplan zwischen den Haltestellen und je nach Fahrtziel auch auf unterschiedlichen Routen. Weitere Mitfahrer mit ähnlichem Ziel können unterwegs einsteigen. Durch das sogenannte Ridepooling sollen die Fahrzeuge optimal ausgelastet sowie Straßen und Umwelt entlastet werden. Die S-Bahn Stuttgart wird die Ergebnisse dieses Testlaufs in einer der nächsten Ausschusssitzungen vorstellen.

Studien zu On-Demand-Angeboten

Die Region hat im Rahmen des EU-Projekts „Dynaxibility4CE“ von der Universität Stuttgart untersuchen lassen, ob bedarfsorientierte und in den Öffentlichen Verkehr integrierte autonome Ridesharing-Fahrzeuge zukünftig ein Potenzial bergen. Das Projekt wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im INTERREG-Programmraum Mitteleuropa sowie durch das „Bundesprogamm Transnationale Zusammenarbeit“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat gefördert. Für die Studie wurden Gemeinden im Schurwald ausgewählt, die nicht an eine S-Bahn- oder Regionalbahnhaltestelle angebunden sind. Im Ergebnis zeigte sich, dass je nach Szenario zwar der Anteil des Öffentlichen Verkehrs am Modal Split steigt, die Bündelungswirkung mit einem Besetzungsgrad von knapp zwei Fahrgästen je Fahrt jedoch gering ist. Zudem sind die Betriebskosten und der Energieaufwand in allen Szenarien mit Ridesharing höher als beim regulären Buslinienbetrieb. Parallel zur Studie hat der Verband Region Stuttgart Gespräche mit der Bahntochter ioki über einen flächendeckenden On-Demand-Service im S-Bahn-Gebiet geführt. Laut einer von ioki durchgeführten und finanzierten Studie besteht nur in den Mittelzentren und in Stuttgart ausreichend Nachfrage für solche Dienste. Als Standorte kämen Böblingen, Bietigheim-Bissingen, Leonberg, Fellbach, Esslingen und S-Vaihingen in Frage.

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news-1050 Thu, 15 Jul 2021 15:38:08 +0200 S-Bahn Stuttgart: Fahrgäste erreichen alle Stationen stufenfrei Mit der fertig gestellten Station Stetten-Beinstein ist der Umfang an vereinbarten Arbeiten an 40 Stationen komplett abgeschlossen - weitere Maßnahmen zur Barrierefreiheit in Planung presse/artikel/aktuell/s-bahn-stuttgart-fahrgaeste-erreichen-alle-stationen-stufenfrei/ Die Deutsche Bahn hat die Arbeiten zum stufenfreien Erreichen der S-Bahn-Station Stetten-Beinstein abgeschlossen. Dadurch erreichen die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart jetzt alle Stationen stufenfrei. Das ist eine gute Nachricht für alle Reisenden, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Für sie verbessert sich der Zugang zum ÖPNV in der Region Stuttgart.

1996 haben das Land Baden-Württemberg, die Landkreise Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und Rems-Murr sowie die Landeshauptstadt Stuttgart mit der Deutschen Bahn die 5. Ausführungsvereinbarung unterzeichnet. Bis heute hat die Bahn an den darin 40 vereinbarten Stationen den stufenfreien Ausbau geplant und umgesetzt. Dazu hat die DB zahlreiche Stationen mit Rampen oder Aufzügen ausgestattet. Die weiteren der heute insgesamt 83 Stationen sind entweder durch ihre Lage stufenfrei erschlossen oder wurden beim Bau stufenfrei errichtet.

Damit ist das Thema Barrierefreiheit für die S-Bahn Stuttgart und ihren Träger, den Verband Region Stuttgart, jedoch nicht abgeschlossen: In der Sitzung des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart am 21. Juli sollen nun die nächste Schritte für weitere Verbesserungen in die Wege geleitet werden.

Die Region hat sich zum Ziel gesetzt, dass an allen S-Bahn-Stationen der Ein- und Ausstieg zwischen Bahnsteigkante und S-Bahn-Fahrzeug niveaugleich möglich sein muss. Aus diesem Grund plant die Region in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn in den kommenden Jahren die Bahnsteige an insgesamt 32 S-Bahn-Stationen zu erhöhen. Neben der Anpassung der Bahnsteighöhe umfassen die Planungen zur Gewährleistung der sogenannten weitreichenden Barrierefreiheit die Überprüfung und Verbesserung folgender Teilbereiche: Fahrgastinformationsanlagen, Lautsprecheranlage oder Akustikmodul, taktiles Leitsystem auf dem Bahnsteig, taktiler Weg zum Bahnsteig, Stufenmarkierung, taktile Handlaufschilder an Treppen und Rampen, Wegeleitung – Beschilderung und Herstellung der Stufenfreiheit auf dem Bahnsteig sowie Wetterschutzeinrichtungen. Kurzum: Als Begleiterscheinung der Aufhöhung erwartet die Fahrgäste an den 32 Stationen nicht nur ein neuer, aufgehöhter Bodenbelag, sondern oftmals generell verbesserte Bahnsteigausstattung.

Diese Stationen hat die Bahn im Rahmen der 5. Ausführungsvereinbarung mit Rampen oder Aufzügen stufenfrei erschlossen:

Altbach, Asperg, Bietigheim-Bissingen, Böblingen, Ditzingen, Endersbach, Esslingen (Neckar), Esslingen-Mettingen, Esslingen-Zell, Favoritepark, Fellbach, Freiberg (Neckar), Geradstetten, Grunbach, Korntal, Kornwestheim Pbf, Leonberg, Maubach, Neustadt-Hohenacker, Oberesslingen, Plochingen, Renningen, Rommelshausen, Schwaikheim, Stetten-Beinstein, Stuttgart Feuersee, Stuttgart Stadtmitte, Stuttgart-Feuerbach, Stuttgart-Nord, Stuttgart-Obertürkheim, Stuttgart-Rohr, Stuttgart-Untertürkheim, Stuttgart-Vaihingen, Stuttgart-Zuffenhausen, Tamm (Württ), Waiblingen, Weil der Stadt, Weiler (Rems), Winnenden, Winterbach (b Schorndorf)

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news-1049 Thu, 15 Jul 2021 07:59:17 +0200 Rückenwind für Kultur KulturRegion Stuttgart stärkt regionales Kulturgeschehen in und nach der Pandemie presse/artikel/aktuell/rueckenwind-fuer-kultur/ Kultur ist unverzichtbar. Sie soll auch nach der Corona-Pandemie wieder ihre wichtige Rolle für die Gesellschaft einnehmen können. Das war beim jährlichen Auftritt der KulturRegion Stuttgart vor dem Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch zu hören. Der Verband ist Vereinsmitglied und finanziert die KulturRegion Stuttgart mit derzeit jährlich insgesamt 300.000 Euro.

Der interkommunale Verein bietet seit nunmehr 30 Jahren eine Plattform für den Austausch zwischen den Kommunen und veranstaltet Festivals sowie interkommunale Kulturprojekte. Seit einiger Zeit trägt er auch dazu bei, dass der Wiedereinstieg in ein reges Kulturgeschehen für Künstler und Publikum gelingen kann. Der Vorsitzende der KulturRegion Stuttgart, der Ludwigsburger Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht, sagte: „Im Kern gehe es bei der Arbeit des Vereins um die Frage, was die Region Stuttgart ausmacht – in der Wirtschaft, Gesellschaft, aber auch Kultur. Die Menschen in der Region nehmen die KulturRegion Stuttgart über verschiedene Projekte wahr. Für die KulturRegion ist es aber auch wichtig, Ansprechpartner zu sein für die Kommunen und Einrichtungen in der Region, zum Beispiel für die Einwerbung von Mitteln oder für die Vernetzung“. Die Geschäftsführerin Bettina Pau bekräftigte: „Kultur ist unabdingbar für eine demokratische und offene Gesellschaft.“ Deshalb habe die KulturRegion mehrere Vorhaben auf den Weg gebracht, welche das regionale Kulturgeschehen aufgreife und stärken soll.

Am Mittwoch startete die dreiteilige Veranstaltungsreihe der KulturRegion Stuttgart „Zukunft:Kultur“. In der Reihe diskutieren Kulturschaffende sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik über den Stellenwert von Kultur in der Corona-Krise, deren Verhältnis zur Gesellschaft und den langfristigen Perspektiven der Kulturbranche: Kann man wieder dort ansetzen, wo man vor der Corona-Krise stand, oder braucht es neue Wege? Weitere Termine sind geplant für 16. September sowie 20. Oktober 2021. Ein Podcast mit 6 Ausgaben pro Jahr wird sich mit kulturellen und lebensrelevanten Werten beschäftigen. Ein weiteres Vorhaben, von dem Kulturschaffende direkt profitieren, wurde letztes Jahr vom Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart angeregt. Hierfür stellten die Mitglieder der Regionalversammlung und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) 28.000 Euro bereit, die für den ausgefallenen Sommerempfang eingeplant waren. Sie flossen in die Crowdfunding-Kampagne »Kulturimpuls Region Stuttgart«, welche die KulturRegion mit der WRS auf den Weg brachte. Der Fördertopf ist noch nicht voll ausgeschöpft: Bis 31. Juli 2021 können sich Kulturschaffende aus der Region Stuttgart noch um Unterstützung für innovative Projekte bewerben, die in den kommenden Monaten umsetzbar sind, und zwar unter http://www.startnext.com/pages/kulturimpuls-region-stuttgart. Darüber hinaus gibt die KulturRegion unter dem Motto „Kultur trotzt Corona“ auf ihrer Website und im monatlichen Newsletter eine Übersicht von digitalen Angeboten, Präsenzveranstaltungen und Kunstangeboten im öffentlichen Raum sowie Initiativen und Hilfen für Kulturschaffende aus der Region Stuttgart.

Die KulturRegion Stuttgart wird auch selbst vor Ort sichtbar: Ihr Bauwagen wird im Rahmen der Kampagne SPIEL:RAUM von September 2021 bis August 2022 durch die Region touren. In Zusammenarbeit mit den Kommunen soll er Bürgerinnen und Bürger anregen, öffentliche Räume nach ihren Vorlieben umzugestalten. So entstehen Experimentierfelder, Orte können neu gedacht und neue Nutzungsmöglichkeiten ausprobiert werden. Die Geschäftsführerin der KulturRegion Stuttgart Bettina Pau meinte: Wir hoffen, das öffentliche Leben damit wieder mehr in die Städte zurückzuholen.“ Die Pop-up-Aktion ist der Vorlauf zum regionsweiten Festival 2022. Dann werden Kommunen und renommierten Kunstschaffenden unter der Regie des Kurators Julian Warner öffentliche Plätze oder Areale künstlerisch verändern. Thematisch geht es um den Wert des Lebens angesichts des Wandels von Klima und Technologien sowie der Ressourcenknappheit. Mehr zu den Vorhaben der KulturRegion Stuttgart unter www.kulturregion-stuttgart.de

Stimmen aus den Fraktionen:

„Die KulturRegion trifft die gesellschaftspolitisch relevanten Themen“, hob Elke Kreiser (CDU/ÖDP) hervor und lobte den „bunten Strauß an Themen“ in der Vergangenheit und mit Blick in die Zukunft. Auch die Crowdfunding-Plattform sei gut gelungen. Mit Bezug auf die Festivals meinte sie: „Es ist schön, dass wir die Kultur in anderen Kommunen und Kreisen erkunden dürfen. Die Region wächst damit zusammen.“ Die Stärken des Vereins sieht sie im „vernetzen, Impulse geben und sichtbar machen“. Die KulturRegion sei ein wichtiger Baustein für das Erscheinungsbild der Region. Auch Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) sagte: „Mit ihren Festivals hat die KulturRegion ein ausgezeichnetes Gefühl für gesellschaftspolitische Themen bewiesen.“ Mit dem nächsten Projekt 2022 würden viele Fragen aufgegriffen, mit denen sich die Menschen insbesondere auch nach dem Corona-Lockdown beschäftigen. Besonders gut gefällt es Kraus-Prause, dass die Festivals mit den lokalen Initiativen die Situationen vor Ort aufgreifen. „Die KulturRegion gibt neue Impulse, verschafft neue Horizonte und verstärkt die Kulturarbeit vor Ort.“, resümierte sie. Andreas Hesky (Freie Wähler) konstatierte: „Die KulturRegion hat ihren festen Platz in der regionalen Familie und wir brauchen sie.“ Bei der Arbeit des Vereins sei es eine Stärke, Projekte zu entwickeln, bei denen die Kommunen andocken können und dies anschließend zu einem Ganzen zusammenzuführen. Sein Fazit: „Wie wichtig Kultur ist, merkt man erst, wenn man sie nicht mehr hat.“ Dr. Jürgen Zieger (SPD) freute sich über die „einhellige Unterstützung“ der Regionalversammlung für die KulturRegion Stuttgart. Er mahnte an, auch in Zeiten knapper Haushalte Kultur und die KulturRegion als „systemrelevant“ wertzuschätzen. Die Projekte und gemeinsamen Vorhaben der KulturRegion seien für die heterogenen Raumschaft mit vielen Städten und Gemeinden „eine gute Klammer“. Hartfrid Wolff (FDP) dankte der KulturRegion auch dafür, dass sie Kultur in schweren Zeiten erlebbar macht. „Kultur bringt Menschen zusammen und schafft Mut.“, so Wolff. Auch für die Zukunft sei dieser Mut wichtig. Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) lobte die niederschwelligen Kulturangebote der KulturRegion, Zudem gelinge es ihr hervorragend, die Kultur in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.

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news-1048 Thu, 15 Jul 2021 07:56:30 +0200 Unterstützung für die IBA‘27 Der Verband Region Stuttgart beschließt die Mitgliedschaft im Verein „IBA‘27 Friends“ und gehört somit zu den Erstmitgliedern presse/artikel/aktuell/unterstuetzung-fuer-die-iba27/ Seit der Gründung der Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart GmbH (IBA’27) wurde viel erreicht. Derzeit werden 14 von 140 eingereichten Projekten intensiv begleitet, zahlreiche Wettbewerbe wurden unter internationaler Beteiligung bereits entschieden. Um den Bekanntheitsgrad weiter zu erhöhen, zusätzliche Finanzierungsmittel zu erschließen und dadurch auch die gesellschaftliche Verankerung weiter zu stärken, wurde Ende Juni 2021 der Verein „IBA’27-Friends“ gegründet. Der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart hat in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen, dass der Verband als Mit-Gesellschafter der IBA‘27 ebenfalls Vereinsmitglied werden soll. 

„Die IBA’27 arbeitet sehr erfolgreich“, sagte Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart. „Nun gilt es dafür zu sorgen, dass nicht nur ein Fachpublikum angesprochen wird, sondern auch die breite Öffentlichkeit und möglichst viele Menschen bei dem Prozess mitgenommen werden.

Über den Verein

Der Verein „IBA’27-Friends“ soll als niedrigschwellige zusätzliche Plattform für den gesellschaftlichen IBA-Prozess dienen und ein Netzwerk aus Interessierten und Multiplikatoren werden. Ziel des Vereins ist es, gemeinsam mit der IBA’27 die Lebensqualität in der sich verändernden Region Stuttgart zu sichern und die Baukultur zu stärken. Projekte und Prozesse der IBA’27 sollen näher zu den Menschen der Region gebracht werden. Zudem verfolgt der Verein das Ziel, Wissenschaft und Kunst, die allgemeine und die berufliche Bildung sowie Innovationen und Nachhaltigkeit im Kontext des Planens und Bauens zu fördern und den baukulturellen Austausch zu stärken. Dies soll unter anderem durch Bildungs- und Weiterbildungsangebote, Durchführung von Ausstellungen, Vorträgen, Konferenzen, Seminaren, Besichtigungen oder Medienkampagnen, und die Vergabe von Stipendien verwirklicht werden. Ein weiterer Baustein soll die Durchführung von Kooperations- und Förderprojekten zwischen Hochschulen, Fachleuten und der interessierten Allgemeinheit sein.

Vorsitzender des Vereins ist Wolfgang Riehle, Ehrenpräsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, als stellvertretende Vorsitzende wurde Prof. Dr. Barbara Bader, Rektorin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, gewählt. Dem Vorstand gehören außerdem als Schatzmeisterin Bettina Pau (Geschäftsführerin der KulturRegion Stuttgart), als Schriftführer Peter Pätzold (Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt der Landeshauptstadt Stuttgart) und als Beisitzer Thomas S. Bopp (Vorsitzender Verband Region Stuttgart) an.

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news-1047 Thu, 15 Jul 2021 07:52:53 +0200 Autonomes Fahren im ÖPNV Der Verband Region Stuttgart kofinanziert das Projekt „AMEISE - Automatisierter Linienbus in Waiblingen“ mit bis zu 250.000 Euro presse/artikel/aktuell/autonomes-fahren-im-oepnv/ Das Projekt „AMEISE - Automatisierter Linienbus in Waiblingen“ hat zum Ziel, die Entwicklung und Erforschung von autonomen, emissionsfrei angetriebenen Kleinbussen voranzutreiben. Die Kleinbusse legen im Waiblinger Gewann „Ameisenbühl“, nördlich des Bahnhofs, eine festgelegte innerstädtische Strecke von rund 1,3 Kilometer zurück. In seiner Sitzung vom Mittwoch hat der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart beschlossen, die zweite Phase des Projektes mit bis zu 250.000 Euro aus den Mitteln des Programms „Modellregion für nachhaltige Mobilität“ kozufinanzieren. Begründet wird dies mit dem hohen Innovationsgrad und der möglichen Übertragung auf vergleichbare Standorte bzw. Routen. Antragsteller und Projektkoordinator ist die Hochschule Esslingen. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg, das bereits die erste Phase des Projektes kofinanzierte, unterstützt in der anstehenden zweiten Phase mit bis zu 750.000 Euro als Hauptzuwendungsgeber.

„Autonomes Fahren ist schon viele Jahre als zentrales Entwicklungsthema im Fokus der Region“, äußerte sich Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verband Region Stuttgart. „Die automatisierten Shuttlebusse können bestehende ÖPNV-Angebote ergänzen und haben das Potenzial weitläufige Gebiete anzubinden und effizient zu erschließen. Sie sind Vorzeigeprojekt und reihen sich in viele weitere mögliche Aktivitäten des autonomen Fahrens ein.“

Derzeit werden unter anderem die Erfassungs- und Kommunikationssysteme als Teil der Straßeninfrastruktur im Fahrbetrieb erforscht. Hierzu werden entsprechend ausgestattete Kleinbusse hinsichtlich der Automatisierungsstufe L4 weiterentwickelt. In der zweiten Projektphase, die im September 2021 starten soll, stehen die Etablierung und der Betrieb einer IT-Plattform, eine Bewertung der verkehrlichen Wirkung des Angebots und seine Integration in den regionalen ÖPNV im Fokus. Bis Ende 2022 wird so die Grundlage für den automatisierten Busbetrieb geschaffen und geprüft. Auf der technischen Seite wird die Straßen-, Mess- und IT-Infrastruktur errichtet und parallel dazu der Linienbetrieb mit hochautomatisierten Fahrzeugen inklusive vollständiger Umfeldsensorik aufgebaut, etabliert und stabilisiert. Ab 2023 soll der Fahrbetrieb vollständig auf Fahrzeuge, die der Automatisierungsstufe 4 entsprechen, mit höherer Geschwindigkeit umgestellt werden.

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news-1046 Thu, 08 Jul 2021 08:32:07 +0200 Beteiligungsverfahren zur Regionalplanänderung für „Strategischen Regionalen Vorhaltestandort Hungerberg“ pausiert Planungsausschuss beschließt, Ausgang des Bürgerentscheids in Dettingen unter Teck abzuwarten presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1046&cHash=e3faf7678f0dbee8a5253af7fe051217 STUTTGART: Der Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat am Mittwoch einstimmig entschieden, die Beteiligung von Bevölkerung und Trägern öffentlicher Belange im Rahmen der Änderung des Regionalplans zunächst nicht weiterzuführen. Das Gremium will das Ergebnis des Bürgerentscheids in Dettingen unter Teck am 26. September 2021 abwarten.

Die Regionalversammlung hatte in ihrer Sitzung am 28. April 2021 den Planentwurf für die Anhörung von Öffent­lichkeit und Trägern öffentlicher Belange beschlossen und die Geschäftsstelle mit der Durchführung der entsprechenden Verfahren beauftragt. Die Unterlagen dafür wurden zusammengestellt, die Maßnahmen zum Start des Verfahrens eingeleitet. Vor der erforderlichen öffentlichen Ankündigung der Offenlage durch den Verband zeichnete sich jedoch die Initiative gegen eine Gewerbeentwicklung an dem Standort auf Gemarkung Dettingen unter Teck ab.  Die Entwicklung eines „Strategischen Regionalen Vorhaltestandorts“ soll der kurzfristigen Breitstellung von Flächen für größere Vorhaben dienen. Insbesondere vor dem Hintergrund der laufenden Veränderungen im Bereich der Automobilindustrie werden solche Flächen benötigt, sind aber in der Region Stuttgart kaum verfügbar. Vorgesehen ist daher die gemeinsame Entwicklung eines Interkommunalen Gewerbegebietes unter Beteiligung der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Der dafür vorgesehene Standort verfügt über eine gute verkehrliche Anbindung an die A 8, liegt in ausreichender Entfernung zu bestehender Wohnbebauung und weist keine erkennbaren naturschutzfachlichen Realisierungshemmnisse auf. Für eine entsprechende planerische Steuerung ist allerdings die Änderung des Regionalplanes eine zentrale Voraussetzung.

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news-1045 Thu, 01 Jul 2021 15:38:49 +0200 Europaarbeit der Region Stuttgart mit neuen Akzenten Wirtschaftsausschuss beschließt aktualisiertes Konzept mit dem Schwerpunkt der nachhaltigen Transformation presse/artikel/aktuell/europaarbeit-der-region-stuttgart-mit-neuen-akzenten/ Vor 20 Jahren am 11. Juli beschloss die Regionalversammlung den strategischen Rahmen für die europapolitische Arbeit der Region samt Maßnahmenpaket. Wichtiger Baustein war dabei das regionale Europabüro in Brüssel, das im Februar 2002 mit Sitz in der Landesvertretung Baden-Württemberg eröffnet wurde. Seitdem wurden mehr als 80 EU-Projekte und über 120 Veranstaltungen durchgeführt, beispielsweise die METREX-Konferenz 2019 und zahlreiche Informationsveranstaltungen zu EU-Förderprogrammen. Pünktlich zum 20. Jahrestag des Startschusses für die regionale Europaarbeit stellten Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling und Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), die inhaltliche Aktualisierung des Konzepts für die Europaarbeit der Region vor, der vom gesamten Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart zugestimmt wurde.

WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg blickte zunächst auf 2001 zurück: „In der damaligen Vorlage zum Europa-Konzept hieß es, dass wir als eine der wirtschaftsstärksten Regionen in Deutschland in Brüssel präsent sein müssen.“ Mit Standortmarketing, Veranstaltungen und Delegationsreisen sei es seither gelungen, die Region als Hochtechnologiestandort zu positionieren und ihre Stärken zu zeigen. „Das Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, die Erfolge unserer Arbeit für die Menschen vor Ort zu veranschaulichen.“ Dafür laufe gerade eine Social-Media-Aktion mit Fotos von EU-geförderten Projekten auf den digitalen Plattformen und unter dem Hashtag „SoistS“. Im Jahr 2013 wurde das Konzept bereits hinsichtlich der wichtigsten vier Handlungsfelder aktualisiert: Vernetzung und Interessensvertretung, Standortmarketing, Einwerbung europäischer Fördermittel und Mitgestaltung der europäischen Förderkulisse sowie Europa-Information und -Wissen. Diese vier Schwerpunkte haben sich bewährt und bleiben die Säulen der regionalen Europaarbeit. Jedoch werden sie inhaltlich den neuen EU-Leitinitiativen angepasst, die eine besondere Priorität bei der Nachhaltigkeit mit Focus auf die grüne und digitale Transformation setzen. Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling erläuterte: „Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu sein. Für die ökologische und zugleich digitale Transformation hat sie 2019 mit dem „Green Deal“ ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt.“ Dies sei eine Herausforderung für die Region, die aber mit großen Chancen einhergehe. Hintergrund: Die Wachstumsstrategie wird auch im Post-Corona-Konjunkturprogramm „Next Generation EU“ und dem mehrjährigen EU-Finanzrahmen 2021-2027 weiterverfolgt und soll zu einer ressourceneffizienten, widerstands- und wettbewerbsfähigen Wirtschaft führen. Sie beinhaltet einige für die Region Stuttgart drei relevante Aspekte:  die Investitionsagenda für saubere Energie, einen Aktionsplan für nachhaltige und intelligente Mobilität sowie die Digitalisierung in allen Lebensbereichen, aber insbesondere im Verkehrssektor. Auch wird hier Künstliche Intelligenz (KI) mit einem „koordinierten Plan“ gefördert.

In der gemeinsamen Europaarbeit verfolgen Verband Region Stuttgart und WRS diese Themen in engem Austausch mit dem Europabüro bereits zielgerichtet mit verschiedenen Programmen und Projekten. Insbesondere bei der Planung und Förderung von E-Ladeinfrastruktur und mit der Initiierung der Gigabit Region Stuttgart für den schnellen Ausbau von Glasfaseranschlüssen ging die Region Stuttgart in Europa sogar voran. Die Gigabit Region gilt dabei EU-weit als Modellprojekt. Und ein weiteres Projekt aus der Region ist in Brüssel bereits auf großes Interesse gestoßen, berichtete der Leiter des Europabüros Stuttgart, Marcus Göpfert: „Die IBA ʼ27 ist seit Montag offizieller Partner des neuen europäischen Bauhauses, nachdem wir Gespräche mit Andreas Hofer, dem künstlerischen Intendanten der IBA, mit Vertretern aus EU-Parlament, Rat und Kommission organisiert hatten.“ Dies werde der IBA und damit auch der Region ein schönes Fenster auf europäischer Ebene bieten. Göpfert war zuversichtlich, dass man auch beim neuen „Fit for 55“- Paket der EU, das 55 Prozent CO2- Einsparung zum Ziel habe, als Schaufenster fungieren könne, etwa durch nachhaltige Treibstoffe.

Ein Beispiel in diesem Zusammenhang ist das regionale Entwicklungskonzept „Suevia Reloaded“ für den Landeswettbewerb RegioWIN 2030, das Projekte, Vernetzung, Transfer und Unternehmensgründungen rund um Ressourceneffizienz, Wasserstoff und KI bündelt. Partner werden dabei unterstützt, EU-Mittel für ihre Ideen und Vorhaben zu gewinnen. So erhält die Hochschule für Technik (HFT) Stuttgart die Möglichkeit, bis zu sieben Millionen Euro an EU- und Landes-Förderung für das Leuchtturm-Projekt „HFT.Lab“ zu beantragen, um die Zukunft des Bauens mit nachwachsenden Rohstoffen zu erforschen und zu testen. Ebenso läuft bereits eine Bewerbung bei der Ausschreibung für die „Modellregion Grüner Wasserstoff“. Über das Projekt „Kompetenzstelle Energieeffizienz Region“ (KEFF) wird unter Beteiligung der WRS eine Kompetenzstelle für die Region Stuttgart eingerichtet, die Unternehmen bei der Entwicklung von Maßnahmen der Energie- und Ressourceneffizienz unterstützt. 

Die Region beteiligt sich nicht nur regelmäßig an europäischen Projekten und ist erfolgreich bei der Einwerbung von Fördermitteln, sondern bringt sich über verschiedene Netzwerke wie METREX oder POLIS auch aktiv in die Ausgestaltung von europäischen Politiken ein. Ein zentrales Feld sei dabei die Stärkung der stadtregionalen Dimension, betonte Dr. Schelling: „Über die Arbeit mit den Netzwerken ist es uns gelungen, dass die Bedeutung der stadtübergreifenden Dimension auf EU-Ebene wahrgenommen wird und so auch Berücksichtigung bei den europäischen Programmen findet.“ Der Zusammenschluss mit den Partnern sei wichtig, um regionale Interessen durchzusetzen. Aus der Netzwerkarbeit heraus sei die Region Stuttgart zum anerkannten Gesprächspartner geworden und gelte in vielen Bereichen als positives Beispiel.

Stimmen der Fraktionen

Regina Wagner (CDU/ÖDP) zeigte sich erfreut, dass Verband und WRS beim Thema „Europa“ so gut zusammenarbeiten. „Wir haben den Eindruck, in Brüssel ein tragfähiges Fundament zu haben. Daher finden wir es richtig, auf Basis der vier bewährten Säulen weiterzuarbeiten.“ Der Ansatz, Nachhaltigkeit und Digitales zusammenzudenken, sei gut. Darüber hinaus brauche die Region ihre Netzwerke, um als Partner und starke Stadtregion auf EU-Ebene aufzutreten. Das sei auch wichtig bei Förderprogrammen, die immer schwieriger in der Beantragung seien. Sie schloss: „Es ist ein toller Erfolg, dass die IBA ins Bauhaus-Netzwerk aufgenommen wurde.“

„Europa ist ein Megaprojekt“, konstatierte Dr. Ludger Eltrop (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Er lobte die Erneuerung des Europakonzepts, da Europa vor einer Zeitenwende stehe, etwa in Bezug auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und KI. Der „Green Deal“ sei essenziell. Europa sei jedoch kein Technologieprojekt und bestehe nicht nur aus Förderprojekten und Geld, das in die Region fließt. „Der Verband kann Mittler sein und mehr tun, um den Menschen vor Ort Europa näherbringen“, regte er an. „Schlagworte wie ‚Polis‘ und Bezeichnungen für Förderprojekte eignen sich dafür nicht“. In diesem Zusammenhang lobte er das Social-Media-Projekt der WRS.

Gerd Maisch (Freie Wähler) dankte für die guten Ergebnisse aus 20 Jahren institutionalisierter Europaarbeit, insbesondere für die erfolgreiches Netzwerken und die Einwerbung von Fördermitteln und die Bewusstseinsbildung, die damit einhergehe. Der Kern der Arbeit sei genauso wie schon 2001. „Es ist wichtig, dass die Region in Brüssel präsent ist. Jedoch müssen wir auch viel mehr daran arbeiten, das Positive von Europa in der Region zu zeigen.“ Man müsse zeigen, dass die EU mehr als nur eine „Geldumschlagmaschine“ sei, um sie näher an die Menschen heranzubringen.

„Was wir uns immer wieder vergegenwärtigen möchten, ist, dass die EU mit ihrer 75jährigen Geschichte der Garant für Frieden ist“, betonte Dr. Jürgen Zieger (SPD). „Wir haben keine andere Chance als Europa.“ Daher stelle seine Fraktion auch fast jedes Jahr einen Antrag für ausführliche Berichte aus Brüssel und unterstütze die Europaarbeit. Ohne die EU als Stabilisator sei es undenkbar, den wirtschaftlichen Wohlstand fortzuschreiben. Die Systematisierung der Arbeit sei dabei wichtig, aber mindestens so sehr, solle Europa für die Menschen erlebbar gemacht werden.

Hartfrid Wolff (FDP) betonte: „Es ist essenziell, dass wir die Menschen mitnehmen. Nationalismen helfen da nicht weiter.“ Gut sei, dass beim Nachhaltigkeitsansatz alle drei Dimensionen – Ökologie, Ökonomie und Soziales – berücksichtigt seien. Das Entwicklungspotenzial in Europa und darüber hinaus liege in den Metropolregionen, da der CO2-Verbrauch hauptsächlich in dort entstehe und in Gebäuden gebunden sei. Es sei entscheidend in die Felder des „Green Deals“ in Verbindung mit Digitalisierung zu investieren und Ressourcen ganz bewusst zu nutzen.

Stephan Köthe (AfD) sieht eine große Gefahr des Friedens in der zunehmenden Verschuldung in einzelnen Ländern. Seine Fraktion sei europafreundlich, aber bevorzuge in der Frage der Machtverteilung ein föderales Prinzip, damit die EU ihren Platz, aber auch eine Eingrenzung habe.

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news-1044 Thu, 01 Jul 2021 11:28:50 +0200 Applaus für die SportRegion Stuttgart zum Jubiläum presse/artikel/aktuell/applaus-fuer-die-sportregion-stuttgart-zum-jubilaeum/ Große Zustimmung im Jubiläumsjahr bekam die SportRegion Stuttgart vom regionalen Wirtschaftsausschuss im Rahmen ihres jährlichen Berichts. Im Mittelpunkt standen neben der kurzfristigen Rückschau auch die Leistungen ihrer bisher 25-jährigen Arbeit, die nicht zuletzt in den letzten zwei Jahren auch geprägt war von der Corona-Pandemie. Zum Jubiläum hat sich die SportRegion Stuttgart das Jahresmotto „Vielfalt des Sports“ gegeben, um vermehrt Sportarten in den Blick zu nehmen, die sonst weniger im Fokus stehen. Zudem schildern in diesem Jahr Persönlichkeiten aus Sport und Gesellschaft ihre ganz persönlichen Sicht auf das sportliche Geschehen der vergangenen 25 Jahre. Auch in der Jubiläumsausgabe ihres Sport Talk zum Jahrestag der Gründung kamen am 14. Mai viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter zu Wort.

Die SportRegion Stuttgart ist ein wichtiger Link in Sachen Sport zwischen dem Verband Region Stuttgart, Kommunen, Sportkreisen und Sportverbänden. Sie zählt aktuell genau hundert Mitglieder. Als „Stimme des Sports“ in der Region fungiert der Verein als Ansprechpartner für viele sportliche Themen. Regionale Sichtbarkeit schafft die SportRegion mit regelmäßigen Veranstaltungen wie dem Sport Talk oder RegioCups, sie übernimmt Patenschaften für Nachwuchs-Spitzensportler und bietet auch in den sozialen Medien umfangreiche Informationen zum Sportgeschehen in der Region: auf YouTube, Twitter, Instagram und Facebook sowie neuerdings mit einem Podcast auf den gängigen Plattformen – am Freitag erscheint die nächste Folge mit der Tennisspielerin Laura Siegemund.

Der Vorsitzende des Verband Region Stuttgart, Thomas S. Bopp, gratulierte der SportRegion Stuttgart im Wirtschaftsausschuss zu ihrem Vierteljahrhundert. Matthias Klopfer, Schorndorfer Oberbürgermeister und seit neun Jahren Vorsitzender der SportRegion, sagte: „Der Vorsitz ist ein Ehrenamt, das ich mit großer Freude wahrnehme. Sport bewegt die Menschen und die Herzen.“  Im Hinblick auf das Jubiläum bedauerte er: „Gerne hätten wir gerne groß gefeiert, mussten aber wegen Corona leider auf online umplanen.“ Klopfer begrüßte die Durchführung der Deutschen Straßenradmeisterschaften 2021 in Stuttgart und der Region und kündigte sein Mitradeln beim Brezel Race am 12. September an. Michael Bofinger, langjähriger Geschäftsführer der SportRegion Stuttgart, dankte den Vereinsmitgliedern für ein „großartiges Miteinander“. In seinem Rückblick zeigt er auch Themen in der Vereinsarbeit mit gesellschaftlichem Hintergrund sowie vielfältigen Kooperationen mit regionalen Partnern auf.

Der Verband Region Stuttgart ist seit 2001 Vereinsmitglied und unterstützt die SportRegion Stuttgart im Rahmen seiner freiwilligen Zuständigkeit für regional bedeutsame Sportveranstaltungen wesentlich, derzeit mit insgesamt 300.000 Euro pro Jahr. Ab nächstem Jahr soll die Finanzierung auf 330.000 Euro jährlich steigen.

Stimmen aus den Fraktionen:

„Die SportRegion ist aus der regionalen Landschaft nicht mehr wegzudenken“, sagte Regina Wagner (CDU/ÖDP). Sie ist für die Regionalversammlung im Vorstand der SportRegion und dort Stellvertretende Vorsitzende. Im Hinblick auf die Gründungszielsetzung, einen Beitrag zur Lebensqualität und zum Standortmarketing zu leisten, stellte sie fest: „Es war wichtig, dass 2006 mit dem Verband Region Stuttgart eine feste Struktur geschaffen und eine dauerhafte Finanzierung bereitgestellt wurde“. Wagner zeigte sich erfreut, dass bei Olympia demnächst auch Sportlerinnen und Sportler teilnehmen, für welche die SportRegion eine Patenschaft übernommen hat. Auch Dr. Cleo Becker (Bündnis 90/ die Grünen) lobte die SportRegion Stuttgart und dankte für die „fantastische, breit aufgestellte Arbeit“. Der Verein leiste viel für die Region: „Sport ist ein wichtiger Bereich für viele Menschen“. Für Dr. Becker ist zum einen die Sportförderung wichtig, zum anderen lobte sie die zahlreichen Kooperationen der SportRegion innerhalb der Region, auch über den Sport hinaus. Diese umfangreiche Vernetzung sei eine „wichtige Arbeit“. Andreas Hesky (Freie Wähler) ist froh, dass es die Sportregion gibt: „Sie gehört fest in das Konglomerat der regionalen Vereine.“ Es sei eine „gute Idee“, die Menschen in der Region einzubeziehen und mit Kultur, Sport und Tourismus den regionalen Gedanken zu befördern. „Wir tun gut daran, die regionale Förderung weiterzuführen.“, so Hesky. Wichtig ist ihm, dass Sport „verbindet, bunt ist und auch Inklusion bedeutet“. Jürgen Kessing (SPD) blickte zurück: „Für die SPD ist es schon lange wichtig, die Arbeit der Sportvereine zu fördern.“ Gerade auch die Verknüpfung von Breiten- und Amateursport sei bedeutsam, denn ohne die Grundlagenarbeit bei jungen Menschen wäre Spitzensport nicht möglich. Hartfrid Wolff (FDP) meinte: „Sport verbindet und ist ein gutes Aushängeschild für Region.“ Es sei bedeutsam, sich dadurch regional, national, aber auch international miteinander zu verbinden. Er schlug vor, in Zukunft noch mehr eSports und Digitalisierung mitzudenken. Für Peter Rauscher (Die Linke/Pirat) sind die Jahresmottos der SportRegion ein wichtiges Element: „Sie zeigen deutlich, dass Sport mehr ist als nur Spitzensport“.

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news-1043 Thu, 01 Jul 2021 11:25:43 +0200 Fast 450.000 Euro regionale Kofinanzierung für Wirtschafts- und Tourismusprojekte Beim Wettbewerb 2021 vor allem „Gründerfreundliche Kommunen“ erfolgreich presse/artikel/aktuell/fast-450000-euro-regionale-kofinanzierung-fuer-wirtschafts-und-tourismusprojekte/ Seit 2014 schiebt der Verband Region Stuttgart mit dem „Programm zur Kofinanzierung regionaler Modellprojekte und Kooperationen im Bereich Wirtschaft und Tourismus“ interkommunale, innovative Vorhaben von Kommunen und kommunalen Einrichtungen an. Übernommen werden jeweils bis zu 50 Prozent der Projektkosten. Ein neuer Schwerpunkt in der Förderrunde 2021 ist die „Gründerfreundliche Kommune“. Mit der Aufnahme dieses Themenfelds, bei dem anders als bei anderen Projektanträgen kein interkommunaler Ansatz vorausgesetzt wird, wurden 100.000 Euro an zusätzlichen Fördermitteln eingestellt. So stehen insgesamt 450.000 Euro zur Verfügung. Als weiterer neuer Förderschwerpunkt wurde außerdem erstmalig die „Touristische Vermarktung von Landschaftsparkprojekten“ aufgenommen. Damit soll das Kofinanzierungsprogramm zum Landschaftspark Region Stuttgart ergänzt werden, das Maßnahmen zur Verbesserung der „grünen Infrastruktur“ unterstützt. Mehrere Fraktionen unterstrichen in ihren Wortbeiträgen die große Bedeutung der neuen Förderschwerpunkte – auch, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern und Innenstädte zu stärken.

In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung am Mittwoch erhielten einstimmig sechs Projekte den Zuschlag. Sie werden mit insgesamt 444.728 Euro unterstützt. 2020 waren die Anträge noch gleichmäßig auf Wirtschaft und Tourismus verteilt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt durchgängig im Bereich Wirtschaft, wobei sich mehrere Projektideen zur „Gründerfreundlichen Kommune“ durchgesetzt haben. Als „roter Faden“ zieht sich das Ziel, die Innenstädte in der Region lebenswert zu gestalten und erhalten, durch die prämierten Projekte.

Die geförderten Projekte

Mit 238.767 Euro erhält ein Vorhaben von gleich zwölf kommunalen Partnern die höchste Kofianzierung: „MachES: Transformation Landkreis Esslingen“ will durch Vernetzung und Zusammenführung von einzelnen, ansonsten möglicherweise doppelt organisierten Angeboten eine gemeinsame landkreisweite gründerfreundliche(re) Atmosphäre mit erleichtertem Zugang zu Beratungsangeboten schaffen. Kernstück ist die Internetplattform „MachES“ mit virtuellen Beratungs-, Buchungs- und Austauschmöglichkeiten so­wie Informationen zu Raumangeboten. Weitere Bausteine sind Fortbildungen und Veranstaltungen für Gründer in verschiedenen Kommunen vor Ort sowie ein partizipativer Ideenentwicklungsprozess für die Esslinger Innenstadt, der neue Ansätze wie etwa Pop-up-Stores verfolgt.

Ebenfalls mit Konzepten für den stationären Einzelhandel beschäftigt sich das Projekt „1+1=Erfolg“, mit dem fünf Kommunen aus dem Rems-Murr-Kreis den Einzelhandel stärken und zukunftssicher machen wollen. Mit 75.900 Euro wird hier unter anderem der Einsatz von „Digitalmachern“ unterstützt, die bestehenden Einzelhandelsbetrieben ihr Wissen rund um Websites und Online-Shops, Social Media oder Online-Marketing vermitteln. Hinzu kommt der Aufbau eines interkommunalen Citylogistiksystems, um Lieferservices für die Kunden anzubieten.

Die Stadt Waldenbuch konnte für ihr „Aktionsjahr Genuss trifft Innovation“ 20.000 Euro an Kofinanzierung gewinnen. Ziel des Projektes ist es, die Innenstadt von Waldenbuch wieder als einen le­bendigen Ort der Begegnung zu entwickeln, Leerstände zu beseitigen und die Bevölkerung in diesem Zusammenhang für das Thema „Gründungen“ zu sensibilisieren. Durch den Themenschwerpunkt „Genuss“ stehen insbesondere Einzelhandel und Gastronomie im Fokus. Gemeinsam mit Weil der Stadt war Waldenbuch gleich mit einem weiteren Projekt im Kofinanzierungswettbewerb erfolgreich: Für „Stadtführungen neu gedacht“ bekommen die beiden Kommunen 46.361 Euro, um mit Erlebnis-Stadtführungen per Pedes und per Rad Touristen in ihre Innenstädte zu locken. Dabei sollen Gastronomie und Einzelhandel bewusst einbezogen werden.  

In Schorndorf soll der Leerstand von derzeit sieben Locations mit Pop-up-Stores angegangen werden und so die Innenstadt attraktiv erhalten werden. Gleichzeitig soll damit potenziellen Gründern, lokalen Produzenten und Künstlern eine Plattform geboten werden, ihre Produkte und Geschäftsideen in einem temporären, experimentellen Rahmen zu erpro­ben. Konkret mietet der Eigenbetrieb Tourismus und Citymanagement Schorndorf dafür unter dem Motto „Startrampe“ selbst leerstehende Räume an und vermietet sie günstig an Einzelhandels-Gründer weiter. Dafür erhält Schorndorf 41.200 Euro Kofinanzierung.

Gründer noch umfassender und effizienter unterstützen wollen auch die drei Standorte von Gründerzentren im Landkreis Göppingen, Salach, Göppingen und Geislingen. Dafür bündeln sie ihre Öffentlichkeitsarbeit und entwickeln eine gemeinsame Dachmarke, unter die auch weitere Kommunen hinzukommen dürfen. In Gründerbootcamps und Workshop-Wochenenden mit Bustour wird Gründern der Rahmen geboten, um ihre Geschäftsideen zu verfeinern und möglichen Investoren vorzustellen. 22.500 Euro ist der Region die Unterstützung dieses Konzepts wert.

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news-1042 Thu, 01 Jul 2021 11:22:39 +0200 Regionale Preise beim ITFS weitere fünf Jahre presse/artikel/aktuell/regionale-preise-beim-itfs-weitere-fuenf-jahre/ Der Trickstar Business Award und der Trickstar Nature Award bleiben weiterhin Bestandteile des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart (ITFS). Der Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat am Mittwoch einstimmig beschlossen, beide Preise auch von 2022 bis vorerst 2026 zu stiften. Der Verband hat die Auszeichnungen ins Leben gerufen und gemeinsam mit der Film- und Medienfestival gGmbH (FMF) als Veranstalter des ITFS sowie mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH ausgearbeitet. Der Trickstar Business Award wurde 2017 erstmals verliehen, er prämiert innovative Projekte und Geschäftsmodelle in der Animationsfilmbranche. Die Finanzierungszusage war vorerst befristet bis 2021. Im Jahr 2020 kam der Trickstar Nature Award hinzu, er soll das Augenmerk auf die Themen Natur und Umwelt insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel und das Artensterben lenken. Nach den Festivals 2020 und 2021 gingen die Trickstar Nature Award-Filme auf internationale Tour. Beide Preise sind weltweit einmalig. Sie sind jeweils mit 7.500 Euro dotiert, für die Organisation der Ausschreibung, Auswahl und Preisverleihung kommen beim Trickstar Business Award 7.500 Euro hinzu, beim Trickstar Nature Award sind es 5.000 Euro.

Der künstlerische Geschäftsführer vom FMF, Prof. Ulrich Wegenast, sagte vor dem Ausschuss: „Beide Preise haben in den letzten Jahren wesentlich zur Steigerung des positiven Images des ITFS in der Festival- und Animationsbranche beigetragen.“  Zudem werden mit der Vergabe die Kreativen ideell und finanziell gestärkt, was besonders in der Corona-Zeit wichtig war. Laut Wegenast konnten die Zahl der Einreichungen Schritt für Schritt gesteigert werden: Beim Trickstar Business Award von 7 auf 13 Geschäftsmodelle, beim Trickstar Nature Award von 31 auf 76 Filme. Fraktionsübergreifend erntete das Trickfilmfestival Lob und Dank, auch für die hervorragende Durchführung des Festivals in Corona-Zeiten. Zudem sei die Verleihung der beiden Awards beim ITFS in der internationalen und innovativen Region Stuttgart ein wichtiges regionales Anliegen. Die Ausschussmitglieder sprachen sich daher dafür aus, das ITFS mit den beiden Preisen weiterhin zu stärken. Im Jahr 2019, vor der Corona-Pandemie, lockte es rund 80.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an. Die letzten beiden Festivals waren online, sie verzeichneten knapp 250.000 Seitenaufrufe von Filmfans und Brancheninsidern aus 63 Nationen.

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news-1041 Mon, 21 Jun 2021 10:20:58 +0200 Großartiges Zeichen für den Radsport: Rad-DM 2021 in Stuttgart und der Region presse/artikel/aktuell/grossartiges-zeichen-fuer-den-radsport-rad-dm-2021-in-stuttgart-und-der-region/ Maximilian Schachmann vom Team BORA-hansgrohe und Lisa Brennauer vom Ceratizit-WNT Pro Cycling Team heißen die neuen Deutschen Meister im Straßenradsport. Auf der Stuttgarter Waldau konnten sich heute die beiden gegen die Konkurrenz durchsetzen. Am Samstag holten sich Lisa Brennauer, Tony Martin (Jumbo-Vismo) und für die U23 Michel Heßmann (Jumbo-Visma Development Team) die Meistertrikots im Einzelzeitfahren in Gäufelden-Öschelbronn. Die Deutschen Straßenradmeisterschaften (Rad-DM) 2021 in und um Stuttgart sind am Sonntagnachmittag erfolgreich zu Ende gegangen – trotz der besonderen Ausgangslage aufgrund der Corona-Pandemie. Das aktuelle Infektionsgeschehen erlaubte bei der Spitzensportveranstaltung am 19. und 20. Juni nur 250 Zuschauerinnen und Zuschauer im Zielbereich. Die Landeshauptstadt Stuttgart und der Verband Region Stuttgart hatten sich gemeinsam mit dem Bund Deutscher Radfahrer e. V. (BDR) für eine Verschiebung der 2020 ausgefallenen Veranstaltung starkgemacht, um ein Zeichen für den Radsport in Stuttgart und der Region zu setzen. Alle Akteure – die Radsportlerinnen und Radsportler, das Organisationsteam und die weiteren Beteiligten – haben es möglich gemacht, dass dieser nahezu zuschauerfreie Event trotzdem ein großes Publikum fand: Die Fans konnten die Rennen online per Livestream auf SWR und sportschau.de verfolgen. Die nächste Radsportveranstaltung in Stuttgart und der Region soll wieder ein Live-Erlebnis für viele werden: Geplant ist der Breitensportevent Brezel Race Stuttgart & Region, der auf den 12. September verschoben wurde.

Der Bund Deutscher Radfahrer zog ein positives Fazit dieser Titelkämpfe. Uwe Rohde, BDR-Vize-Präsident Marketing und Kommunikation, meinte: „Wir haben an diesem Wochenende in Stuttgart sportlich hochwertige und sehr spannende Rennen erlebt, in denen sich die Favoriten durchsetzen konnten. Besonders herausragend war sicherlich Lisa Brennauer, die beide Titel, sowohl im Zeitfahren als auch im Straßenrennen gewinnen konnte. Die Veranstaltung in Stuttgart und der Region hat gezeigt, dass man trotz Corona großartige Events durchführen kann. Die FREUNDE Eventagentur um Albrecht Röder haben hervorragende Arbeit geleistet und eine beispielhaft organisierte Meisterschaft geboten. Ich persönlich habe mich gefreut, mal wieder in Stuttgart, an meiner alten Wirkungsstätte zu sein, denn ich war lange am Staatstheater engagiert.“

„Stuttgart erstrahlt im Licht des Radspitzensports. Die Zuschauerinnen und Zuschauer im Zielbereich der Rad-DM 2021 hier auf der Waldau haben für großartige Stimmung gesorgt und gezeigt, wie sehr sie die Stuttgarter Sportveranstaltungen und ganz besonders den Radsport vermisst haben“, sagt Dr. Frank Nopper, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart. „Stuttgarts große Radsporttradition lebt. Dafür danke ich unseren starken Partnern, dem Verband Region Stuttgart, dem BDR und dem Ausrichter der Rad-DM 2021, der FREUNDE Eventagentur. Die Macher der Rad-DM reagierten auf  die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen in der Planungsphase der Veranstaltung immer mit größter Flexibilität“, ergänzt Nopper. „Wenn am 12. September noch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Brezel Race an den Start gehen können, ist das ein Happy End für das Radsportjahr 2021 und ein Hoffnungszeichen für ein normales, lang ersehntes Radsportjahr 2022“, so Dr. Nopper.

„Ganz Deutschland konnte heute Spitzensport der Extraklasse zu Hause live erleben“, unterstreicht Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart. „Das ist ein kleiner Trost für die eingeschränkte Zuschauerzahl vor Ort. Denn wir wissen, für welch großartige Stimmung die Radsportfans aus der Region normalerweise sorgen und haben dies sehr vermisst. Aber heute danken wir ausdrücklich allen, die angesichts der aktuellen Lage daheimgeblieben sind und am Bildschirm mitgefiebert haben. Wir hoffen auf eine Fortsetzung der Radrennen in unserer Region und im bewährten Verbund mit der Landeshauptstadt Stuttgart. Dann können wir wieder allen zeigen, wie schön Fahrradfahren hier ist.“

„Das waren wunderbare Deutsche Meisterschaften: Gutes Wetter, gute Stimmung – sprich: bester Radsport wurde geboten. Stuttgart und die Region haben sich als gute Gastgeber präsentiert. Allerdings waren es Titelkämpfe mit einer Träne im Auge – denn die Fans an der Strecke fehlten doch sehr. Jetzt freue ich mich schon sehr auf das Jedermann-Rennen Brezel Race am 12. September, bei dem ich starten werde“, so Matthias Klopfer, Vorsitzender der SportRegion Stuttgart und Oberbürgermeister von Schorndorf.

Unter Einhaltung der hohen Sicherheits- und Hygieneauflagen konnten die Siegerinnen und Sieger ihre Medaillen und Meistertrikots kontaktlos in Empfang nehmen. Nach der offiziellen Siegerehrung im Georgiiweg fand die Pressekonferenz im GAZi-Stadion auf der Waldau in Stuttgart-Degerloch statt.  „Die Deutschen Straßenradmeisterschaften fanden unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen statt. Dafür haben wir alle Auflagen, die für die Corona-Blase wichtig sind, erfüllt: Alle 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Rad-DM sowie die Betreuenden und Akteure haben einen PCR-Test gemacht. Wir sind sehr zufrieden, dass die gesamte Veranstaltung gut, ohne Zwischenfälle und bei bestem Wetter über die Bühne ging“, sagt Albrecht Röder, Veranstalter und Organisator der FREUNDE Eventagentur.

Am Samstag, 19. Juni, startete in Gäufelden-Öschelbronn der erste von drei Zeitfahrwettbewerben der Deutschen Straßenradmeisterschaften. Das Zeitfahren für Frauen, Männer und Männer U23 verlief wie geplant mit einer Streckenführung über 30,5 Kilometer mit Start und Ziel am Radstadion in Öschelbronn. Bei den Frauen gewann Lisa Brennauer (Ceratizit-WNT Pro Cycling Team) vor Lisa Klein (Canyon/SRAM Racing) und Hannah Ludwig (Canyon/SRAM Racing). Sieger bei den Herren war Tony Martin (Jumbo-Visma), gefolgt von Miguel Heidemann (Leopard Pro Cycling) und Maximilian Richard Walscheid (Team Qhubeka ASSOS). Bei den U23 kam Überraschungssieger Michel Hermann (Jumbo-Visma Development Team) mit kleinem Vorsprung vor Maurice Ballerstedt (Jumbo-Visma Development Team) ins Ziel. Auf Platz 3 landete Jon Knolle (Team SKS Sauerland NRW).

Am Sonntag, 20. Juni, konnten sich Maximilian Schachmann (BORA-hansgrohe), Jonas Koch (Intermarché Wanty Gobert) und Georg Zimmermann (Intermarché Wanty Gobert) beim Straßenrennen Herren Elite auf einem Rundkurs à 25 Runden mit einer Gesamtdistanz von 185,3 Kilometern als die Besten durchsetzen. Für das Team BORA-hansgrohe eine hervorragende Gesamtleistung und eine starke Empfehlung für die nächsten großen internationalen Rennen – die Tour de France beginnt am kommenden Samstag in der Bretagne.

Beim Straßenrennen Frauen Elite auf 14 Runden mit einer Gesamtdistanz von 107,2 Kilometern hatte die Top-Fahrerin Lisa Brennauer (Ceratizit-WNT Pro Cycling Team), die amtierende Deutsche Meisterin, am Sonntag die Nase vorn. Sie verteidigte ihr Meistertrikot und siegte souverän vor ihren Mitkonkurrentinnen Liane Lippert (Team DSM) und Ricarda Bauernfeind (RSG Ansbach).

Alle weiteren Informationen sind laufend unter www.raddm-stuttgart.de abrufbar. Zu den Rennergebnissen der Rad-DM geht’s unter https://abavent.de/anmeldeservice/raddm2021/ergebnisse.

Hintergrund/Ausblick

Die Deutschen Straßenradmeisterschaften waren vom 19. bis 21. Juni 2020 geplant. In diesem Rahmen hätte auch das „Brezel Race Stuttgart & Region“ seine Premiere gefeiert. Veranstalter der Deutschen Straßenradmeisterschaften ist der BDR und Ausrichter die FREUNDE Eventagentur. Der Gesamtevent ist ein von der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart gefördertes Gemeinschaftsvorhaben. Die Streckenplanung und Organisation für beide Rennen verantwortet der regionale Veranstalter FREUNDE Eventagentur aus Sindelfingen-Maichingen. Die Gesamtkommunikation zum neuen Jedermann-/Jedefrau-Rennen sowie zu den Deutschen Straßenradmeisterschaften 2021 begleitet das Stuttgarter Agenturtandem SANSHINE Communications und WortFreunde Kommunikation. Das „Brezel Race Stuttgart & Region“ soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden und sich in der Region langfristig etablieren. Auch das Finale der Schlussetappe der Deutschland Tour, neu geplant für Ende August 2022, wird von der Landeshauptstadt und dem Verband Region Stuttgart gemeinsam gefördert. Teil des Finales ist die Jedermann Tour mit Start und Ziel in Stuttgart und zwei Strecken durch die Region.

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news-1040 Thu, 17 Jun 2021 09:08:23 +0200 Weiterentwicklung des VVS-Tarifes Die Corona-Pandemie hat zu deutlichen Rückgängen der Fahrgastnachfrage und Einbrüchen bei den Fahrgeldeinnahmen im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) geführt. Fraktionen der Regionalversammlung fordern weitere Tarifentwicklungen. presse/artikel/aktuell/weiterentwicklung-des-vvs-tarifes/ Bereits im Jahr 2020 hatte die Corona-Pandemie gravierende Auswirkungen auf die Fahrgastzahlen und damit auch Fahrgeldeinnahmen im VVS. Nun hat der Geschäftsführer des VVS, Horst Stammler, in der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch erste Zahlen für das Jahr 2021 sowie geplante Gegenmaßnahmen angesichts der gesunkenen Fahrgastzahlen vorgestellt. Stammler sagte: „Wir hoffen, dass wir bei den Abonnenten im Sommer die Talsohle erreicht haben.“ Die eigentliche finanzielle Herausforderung liege im Jahr 2022, denn realistischerweise sei bis dahin bei den Fahrgastzahlen das ursprüngliche Niveau von 2019 noch nicht wieder erreicht und derzeit sei dafür auch kein ÖPNV-Rettungsschirm von Bund und Land in Sicht. Voraussichtlich dauere es noch zwei bis drei Jahre, bis sich die Fahrgastzahlen wieder erholt haben.

Die ersten Beratungen der VVS-Gesellschafter über die Entwicklungen werden in einem Tarifsymposium am 21. Juni erfolgen. Hier wird auch über Anträge der Regionalfraktionen mit Bezug auf die Tarifstruktur beraten. Die abschließende Behandlung dieser Anträge ist für den Verkehrsausschuss am 29. September 2021 geplant. In dieser Sitzung soll auch die Position des Verbands Region Stuttgart zu Änderungen in der Tarifstruktur im Jahr 2022 festgelegt werden, der VVS wird darüber voraussichtlich im November entscheiden. 

Im VVS wurden von Januar bis April 2021 rund 69,9 Millionen Fahrten mit Bahnen und Bussen durchgeführt. Gegenüber 2019 war das Fahrgastaufkommen um 46 Prozent rückläufig. Der Rückgang der Fahrgastzahlen ist demnach nicht so hoch wie im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Er verharrt jedoch schon seit Monaten auf relativ niedrigem Niveau, die Zahlen steigen nur langsam. Besondere Einbußen verzeichnete der Gelegenheitsverkehr. Auch bei den Abonnements, die zu Beginn der Pandemie noch recht stabil blieben, war ab Herbst ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen - vor allem von Abonnenten, die längere Strecken zurücklegen. Gegenüber dem Höchststand im März 2020 ist die Zahl der Abonnenten bisher um insgesamt 15 Prozent gesunken. Besonders stark verringerte sich die Zahl der Firmen-Abos mit 17 Prozent, während das Senioren-Abo mit einem Minus von 7 Prozent und das Ausbildungs-Abo mit einem Minus von 6 Prozent etwas weniger zurückging. Bei den Einnahmen in den ersten vier Monaten fehlen 47,0 Mio. Euro gegenüber 2019.

Maßnahmen

Der VVS hat zum 1. April 2021 als schnell umzusetzende Maßnahme ein 10er-TagesTicket eingeführt. Die Fahrgäste können dabei zehn Nutzungstage innerhalb eines Monatszeitraums frei wählen. In den ersten beiden Monaten wurden über die Apps von VVS, DB und SSB rund 2.300 dieser Tickets verkauft. Angesichts der Corona-Pandemie mit einem hohen Anteil an Kurzarbeit und Home-Office wird diese Nachfrage in den ersten Wochen als zufriedenstellend eingeschätzt. Als Maßnahme zur Kundenbindung haben alle VVS-Abonnenten und Inhaber eines Jahrestickets im April 2021 einen Treubonus in Höhe einer halben Monatsrate erhalten. Wegen der Schulschließungen hat das Land Baden-Württemberg 2020 zwei Monatsraten und 2021 eine Monatsrate beim Scool-Abo übernommen, um Kündigungen zu vermeiden. Von Dezember 2020 bis Februar 2021 hat der VVS ein Schnupper-Abo offeriert, damit bot er Neukunden ein niedrigschwelliges Einstiegsangebot. Trotz der Pandemie haben immerhin rund 1.800 Kunden davon Gebrauch gemacht. Alle Verkehrsverbünde in Baden-Württemberg haben vereinbart, von Juni bis Oktober eine große (Wieder-) Einsteigerkampagne durchzuführen. Dabei erhalten Kunden, die ein neues Abo abzuschließen, einen Freimonat.

Stimmen aus den Fraktionen

„Die Gewinnung von Stammkunden im VVS ist wichtig“, sagte Rainer Ganske (CDU/ÖDP). Angesichts der aufgezeigten Entwicklungen forderte er, dass man verstärkt Arbeitgeber mit einbinden und bei ihnen für das bezuschusste Firmenticket werben solle. Mit Blick in die Zukunft meinte Ganske: „Die Zahlen sind schlecht, aber wir sollten nicht die falschen Schlüsse ziehen.“ Eine Deckungslücke 2022 erfordere eine Überbrückungsfinanzierung. Auch die flexiblen Angebote müsse man weiter ausbauen und zielgerichtete Produkte für ein verändertes Arbeits- und Einkaufsverhalten entwickeln. Philipp Buchholz (Bündnis 90/Die Grünen) ist im Hinblick auf die Rückgewinnung des Pendler- und Gelegenheitsverkehrs „positiv gestimmt“. Dennoch meinte er: „Es dürften noch etwas mehr 10er-Tickets verkauft werden.“ Buchholz lobte die Werbemaßnahmen des Landes für den ÖPNV wie die geplante Sommerferienaktion mit Freifahrten für Abo-Inhaber im ganzen Land. Bezüglich der regionalen Tarifanträge wünschte er sich eine frühzeitigere Rückmeldung vor den nächsten Haushaltsberatungen. Er äußerte sich „gespannt, welche Lösungen es für eine Aussetzung von einer Tariferhöhung geben wird.“ Bernhard Maier (Freie Wähler) fragte sich, wer die Finanzierungslücke durch den Einbruch der Fahrgastzahlen im Jahr 2022 schließe. Probleme sieht er insbesondere auf die Landkreise mit ihrer Zuständigkeit für den Busverkehr zukommen: „Eigenwirtschaftliche Busverkehre sind da nicht mehr zu leisten.“ Doch auch die Region als Aufgabenträger für die S-Bahn müsse die Entwicklung „gut im Auge behalten.“ Maier verwies zudem darauf, dass die Verkehrsunternehmen im VVS für die Tarifentwicklung maßgeblich sind. „Die Lage des ÖPNV ist angesichts der Pandemie weiterhin kritisch“, konstatierte Thomas Leipnitz (SPD) und fragte daher, wie es mit dem Rettungsschirm weitergehe. Neue Tarifmaßnahmen im VVS wie das 10er-Ticket begrüßte er, wofür seine Fraktion mit initiativ gewesen sei. Das 365-Euro-Ticket steht für die SPD „ganz oben auf der Tagesordnung“ und auch das Sozialticket will sie wieder auf die Agenda setzen. Eine Tariferhöhung sieht Leipnitz angesichts des Klimawandels kritisch. Holger Dorn (AfD) war zuversichtlich, dass sich der Erfolg bei den Fahrgastzahlen wieder einstelle. Dennoch meinte er: „In den nächsten ein bis zwei Jahren ist Sparsamkeit Trumpf.“ Daher sprach er sich gegen „Experimente wie das 365-Euro-Ticket“ aus. Der Erfolg des Firmenabos hängt für ihn je nach Branche davon ab, wie gut Homeoffice möglich ist. Armin Serwani (FDP) freut sich, dass wieder fast 60 Prozent der früheren Fahrgäste mit dem ÖPNV fahren. „Der ÖPNV ist Corona-sicher“, so Serwani. Er forderte, auch die Bedürfnisse der Arbeitgeber nach den Corona-bedingten Veränderungen zu berücksichtigen. Ebenso wünscht seine Fraktion ein 10er-Ticket, das nicht auf einen Monatszeitraum begrenzt ist. Michael Knödler (Die Linke/Pirat) sagte: „Eine Fahrpreiserhöhung hilft nicht, verlorene Kunden zurückzugewinnen.“ Er forderte ein 365-Euro-Ticket, in einem ersten Schritt solle man es als Sozial-, Senioren-, Schüler- und Studententicket einführen.

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news-1039 Thu, 17 Jun 2021 09:04:08 +0200 Netz regionaler Mobilitätspunkte soll wachsen Der Verband Region Stuttgart setzt sich für weitere Mobilitätspunkte ein presse/artikel/aktuell/netz-regionaler-mobilitaetspunkte-soll-wachsen/ Seit etwa fünf Jahren entstehen in der Region Stuttgart mit Fördermitteln der Modellregion nachhaltige Mobilität und im Rahmen des RegioWIN-Programms in 13 Kommunen regionale Mobilitätspunkte. Diese werden nun im Sommer 2021 durch die Aufstellung von Infoterminals und Video-Reisezentren sichtbarer. Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat bereits im September 2020 beschlossen, das Netz der regionalen Mobilitätspunkte auszuweiten und weitere Schwerpunkte für die Qualitätsanforderungen zu setzen. In seiner Sitzung vom Mittwoch wurden nun Maßnahmen beschlossen, um den weiteren Ausbau zu unterstützen. Dafür werden den Kommunen regionale Fördermöglichkeiten angeboten. 

Maßnahmen zur Ausweitung

Das Netz regionaler Mobilitätspunkte soll vorrangig durch solche Stationen ausgebaut werden, die zu Orten mittelzentraler Funktion gehören, eine Verknüpfungsfunktion im Schienennetz haben oder auch voraussichtlich am Standort eines IBA‘27-Projektes (Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart) liegen und so die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbeschwerpunkte optimieren können.

Mit dem attraktiven ÖPNV-Angebot in der Region, dem Ausbau von Ladeinfrastruktur und Sharing-Systemen, insbesondere den RegioRadStuttgart-Stationen, können inzwischen viele Stationen die Anforderungen für Mobilitätspunkte erfüllen. Sie können in das Netzwerk einbezogen werden, wenn sie ein Infoterminal oder Video-Reisezentrum in einem attraktiven Umfeld einrichten und bereit sind, die Mobilitätsangebote durch eine entsprechende Wegweisung zu verknüpfen. Die Region schafft die Möglichkeit, den Erwerb der Infoterminals und Wegweisung hälftig zu unterstützen, zudem versucht sie, geeignete Fördermittel für die Anlagen einzuwerben.

Ebenso kann an geplanten Mobilitätspunkten eine barrierefreie Verknüpfung der Mobilitätsangebote im Rahmen einer städtebaulichen Aufwertung durch einen Planungskosten- sowie Baukostenzuschuss gefördert werden. Auch die Erhöhung der Aufenthaltsqualität und Attraktivierung des Bahnhofs kann künftig von der Region gefördert werden.

Zur verlässlichen Erreichbarkeit wird in Kooperation mit dem VVS und polygo eine durchgehende 24/7-Mobilitätsinformation an allen Mobilitätspunkten als Hotline eingeführt, die auch per Telefon erreichbar ist. Zudem kann sich die Region mit einem Zuschuss von bis zu 300.000 Euro an den Realisierungskosten eines Gebäudes für multimodale Mobilität mit besonderer Funktion und Gestaltung im Rahmen der IBA‘27 beteiligen.

Mit diesen Maßnahmen könnten rund 20 neue regionale Mobilitätspunkte in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren am Schienennetz in der Region entstehen. Dazu hat die Region in diesem Jahr bereits 500.000 Euro im Haushalt vorgesehen. 

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news-1038 Wed, 16 Jun 2021 18:54:40 +0200 Region diskutiert Ergänzungsstation am Hauptbahnhof Der Verband Region Stuttgart kritisiert die vorgelegten Pläne des Verkehrsministeriums für eine Ergänzungsstation am Hauptbahnhof und sieht zum Teil nicht akzeptable Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1038&cHash=0b2e593bf41c3f47c5e1d524cb1d24bb Bereits im September 2020 hat die Regionalversammlung die Planungen für einen Ergänzungsbahnhof mit dem Hinweis abgelehnt, dass derzeit kein erkennbarer verkehrlicher Bedarf für einen solchen Bahnhof besteht und ein solcher Ergänzungsbahnhof regionalplanerischen Zielen entgegensteht. Zwischenzeitlich hat das Land die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgelegt. Die Ergebnisse dieser Studie wurden in der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch vorgestellt, bewertet und erneut diskutiert. Sie wurden dem Verband Region Stuttgart im Mai zur Verfügung gestellt.

In der Machbarkeitsstudie hat sich das vom Land beauftrage Ingenieurbüro intensiv mit der Planung für eine 6-gleisige unterirdische Ergänzungsstation beschäftigt. Diese soll als Kopfbahnhof im Norden an den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof grenzen. Der zweigleisige Zulauf verläuft im Tunnel im Bereich des heutigen Gleisvorfelds bis zur neuen Station Mittnachtstraße. Dort verzweigt sich die Zulaufstrecke und bindet an den neuen S-Bahn-Tunnel nach Bad Cannstatt, an die Fern- und S-Bahn in Richtung Feuerbach und an die Panoramabahn an.

Städtebauliche und verkehrliche Auswirkungen

Grundsätzlich fehlt ein abgestimmtes Verkehrskonzept als wichtige Planungsgrundlage. Die vom Land aufgezeigten zusätzlichen Verkehre, die als Begründung für die Ergänzungsstation herangezogen werden, sind hauptsächlich S-Bahn-Verkehre und wenige Regionalexpresszüge. Ob diese Züge verkehrlich notwendig werden, ist in der Studie nicht nachgewiesen. Offen bleibt daher auch, wo die Züge starten und welche Ausbaumaßnahmen entlang des Laufweges erforderlich werden. Darüber hinaus wird es aufgrund der langen Bauzeit zu erheblichen Eingriffen in die städtebauliche Entwicklung des Rosensteinquartiers kommen.

Eine Beurteilung der Planung, ob sie die verkehrlichen Anforderungen erfüllen kann, ist daher nicht möglich. Aus Sicht der Region ergeben sich aber weitere teilweise erhebliche Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr und die Ausbauoptionen für die S-Bahn. Dazu gehören umfangreiche Anpassungen an der P-Option, eine teilweise oberflächennahe Trassierung der T-Spange mit Einwirkungen im Bereich des Rosensteinparks, eine dauerhafte Geschwindigkeitsreduktion für die S-Bahn zwischen Pragtunnel und Nordbahnhof und mehr Mischverkehr bei den Zulaufstrecken.

Auch die Finanzierung ist aus derzeitiger Sicht als nicht gesichert zu bezeichnen, da weder konkrete Finanzierungsquellen aufgezeigt noch eine Nutzen-Kosten-Untersuchung vorgenommen wurde.

Aus Sicht des Verkehrsausschusses der Region hat die bestehende Ablehnung gegenüber der Planung daher weiterhin seine Gültigkeit. Nach der vollständigen Realisierung des Projekts Stuttgart 21 bestehen aufgrund weiterer Ausbaumöglichkeiten (T-Spange und Nordkreuz mit P-Option) und der möglichen Leistungssteigerung durch die Digitalisierung des Bahnknotens gute Möglichkeiten, das Angebot im Schienenpersonennahverkehr nachfragegerecht anzupassen und weiter zu entwickeln.

Stimmen aus den Fraktionen

Für Rainer Ganske (CDU/ÖDP) gibt es keinen Grund, an der bisherigen Beschlussfassung der Region etwas zu ändern. „Es gibt schlichtweg keinen Bedarf für die Ergänzungsstation“, so Ganske. Die Studie sage zwar aus, dass die Ergänzungsstation machbar sei. „Aber das ist nicht entscheidend.“ Die Engstellen seien nicht der Bahnhof, sondern die Zulaufstrecken. „Zudem produzieren wir wieder Verkehr, der in einem Sackbahnhof endet, diesen benötigen wir nicht“, sagt Ganske. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Verband Region Stuttgart Verkehr bestellt, für den es keinen Bedarf gibt.“ 

„Beim Bau eines Bahnknotens muss sichergestellt sein, dass er für mindestens 100 Jahre gültig ist“, so Prof. Dr. André Reichel (Bündnis 90/Die Grünen). Die Landesregierung habe die Notwendigkeit dieser Langfristigkeit erkannt. „Unsere Regionsfraktion nimmt den Koalitionsvertrag des Landes an, in dem auch der Gäubahntunnel geprüft wird, obwohl wir diesen kritisch sehen – das gleiche erwarten wir auch von der CDU-Fraktion für die Ergänzungsstation“, sagte Prof.  Dr. Reichel. Zudem müsse die Ergänzungsstation noch auf die Wirtschaftlichkeit geprüft werden: „Ist diese erwiesen, kommt die Station, wenn nicht, dann nicht.“

„Für uns hat sich an der Beschlussfassung der Region aus dem September 2020 nichts geändert“, sagt Bernhard Maier (Freie Wähler). „Es gibt keine Gründe für eine Veränderung. Wir lehnen die Ergänzungsstation ab – es gibt für ihn keinen Bedarf.“ Daran ändere auch die Machbarkeit des Bahnhofs nichts. „Jetzige Probleme der S-Bahn wie der Mischverkehr werden durch die Ergänzungsstation sogar verstärkt – dieser Bahnhof läuft unseren Plänen zuwider.“

„Aus unserer Sicht ist die Ergänzungsstation tot“, so Thomas Leipnitz (SPD). Sie sei ein Beispiel dafür, dass das Land keine angekündigte Politik des „hören und gehört werden“ verfolge.  „Der Städtebau wird ignoriert“, so Leipnitz weiter. Es sei nicht gelungen, den Bedarf einer solchen Station darzustellen. „Zudem gibt es keinerlei Aussagen des Verkehrsministeriums, ob es die benötigten Züge für den Mehrverkehr bereitstellt.“

Holger Dorn (AfD) sieht vorbehaltlich einer Änderung der Faktenlage keinen Grund, die Ergänzungsstation weiter zu verfolgen. „Der Nutzen ist einfach zu gering.“

„Hier soll eine Idee brachial gegen alle Wiederstände durchgesetzt werden“, sagt Hans Dieter Scheerer (FDP). Es werde nicht an die Beteiligten gedacht. Zudem gehe die Studie überhaupt nicht auf die derzeit rückläufigen Fahrgastzahlen im ÖPNV ein. „Wir wehren uns nicht gegen pragmatische Lösungen“, so Scheerer. Sie müssten aber erforderlich und geeignet sein.

Michael Knödler (Die Linke/Pirat) sieht viele Kritikpunkte an der Ergänzungsstation: „Aber die gab es auch bei Stuttgart 21.“ Trotzdem habe die Region zugestimmt. „Wenn Stuttgart 21 in Betrieb ist und die Flächen zugebaut sind, ist keine Erweiterung mehr möglich“, so Knödler weiter. „Darum müssen wir uns jetzt fragen: Wollen wir eine Reserve haben oder wollen wir das ausschließen?“

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news-1037 Mon, 14 Jun 2021 13:22:02 +0200 Start frei für die Rad-DM in Stuttgart und der Region – das Radsporthighlight live und online erleben presse/artikel/aktuell/start-frei-fuer-die-rad-dm-in-stuttgart-und-der-region-das-radsporthighlight-live-und-online-erlebe/ In fünf Tagen starten die Deutschen Straßenradmeisterschaften (Rad-DM) in Stuttgart und der Region Stuttgart. Eine besondere Veranstaltung am 19. und 20. Juni im Spitzensport, die in diesem Jahr nach der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg mit nur wenigen Zuschauern zugelassen wird. Die Landeshauptstadt Stuttgart und der Verband Region Stuttgart haben sich gemeinsam mit dem Bund Deutscher Radfahrer e. V. (BDR) für die Veranstaltung stark gemacht. Auch für die Profi-Sportlerinnen und -sportler und das Organisationsteam ist dieser nahezu zuschauerfreie Event mit nur wenigen Zuschauern im Zielbereich in Stuttgart sowie einem abgesperrten Rundkurs eine Herausforderung. Radsportfeeling pur gibt es dennoch: Alle können von zu Hause aus die DM-Titelkämpfe miterleben, die Straßenrennen am Sonntag im Fernsehen und per Live-Stream verfolgen und so mitfiebern.

Dr. Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart, sagt: „Endlich kehrt der große Radsport wieder nach Stuttgart zurück! Gemeinsam mit der Region ist Stuttgart Gastgeber für die Rad-DM 2021 und führt so seine jahrzehntelange Radsporttradition fort. Wenn sich die deutschen Fahrerinnen und Fahrer beim Kampf um die Meistertitel messen, erwartet uns hochklassiger Spitzensport.“ Maier betont: „Dabei bitte ich alle Radsportfans um Verständnis dafür, dass die Corona-Verordnung des Landes derzeit nur eine begrenzte Zuschauerzahl an der Strecke zulässt. Alle ohne Ticket können das Rennen per Livestream oder TV verfolgen.“ Der Sportbürgermeister ergänzt: „Gemeinsam mit allen Breitensportlern hoffe ich natürlich, dass die Pandemie-Lage sich weiter entspannt und die Durchführung des Jedermann-Rennes Brezel Race am 12. September 2021 möglich ist.“

Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, sagt: „Wir wissen, dass viele Radsportfans aus der Region die Rennen gerne hautnah miterlebt hätten und bedauern, dass dies wegen den Corona-Einschränkungen nicht möglich ist. Gleichzeitig sind wir froh, dass wir das Beste daraus gemacht haben und es mit den Übertragungen eine attraktive Alternative gibt - zum Mitfiebern für alle. Ich wünsche allen Fans auch online spannende Rennen!“

Matthias Klopfer, Oberbürgermeister von Schorndorf und Vorsitzender der SportRegion Stuttgart: „Es freut mich sehr, dass die besten Radsportlerinnen und Radsportler in Stuttgart und der Region um die nationalen Titel kämpfen werden. Es ist ein tolles Zeichen, dass die Deutschen Meisterschaften nicht nur in Stuttgart direkt, sondern auch in der Region stattfinden werden. Da hier viele radsportbe­geisterte Menschen leben, ist es natürlich bedauerlich, dass coronabedingt die Möglichkeiten für Zuschauer, das Rennen direkt an der Strecke zu erleben, sehr begrenzt sind. Umso wichtiger ist es, dass eine umfangreiche Berichterstattung auf den unterschiedlichen Kanälen erfolgt.“

Grünes Licht für spannende Rennen – die deutschen Radstars kommen 

Am Samstag, 19. Juni, fällt am Öschelbronner Radstadion um 13.30 Uhr der Startschuss zum ersten von drei Wettbewerben im Einzelzeitfahren um die Deutsche Meisterschaft. Das Zeitfahren für Frauen, Männer und Männer U23 verläuft mit der bislang geplanten Streckenführung über 30,5 Kilometer mit Start und Ziel am Radstadion in Öschelbronn.

Am Sonntag, 20. Juni, folgen zwei weitere Rennen: Die Straßenrennen der Frauen und Männer, die in Filderstadt starten und auf einem Rundkurs mit 7,1 km Länge in Stuttgarts Süden ausgefahren werden. Die amtierende deutsche Meisterin Lisa Brennauer (Ceratizit-WNT Pro Cycling) wird beim Straßenrennen Frauen Elite auf 14 Runden mit einer Gesamtdistanz von 107,2 Kilometern ihr Trikot unter dem Fernsehturm verteidigen gegen starke Konkurrentinnen wie Franziska Brauße (Öschelbronn) sowie Lisa Klein (Canyon SRAM Racing) und Liane Lippert (Team DSM) aus Friedrichshafen.

Das Team BORA-hansgrohe will beim Straßenrennen der Männer geschlossen mit allen elf deutschen Fahrern antreten – darunter Pascal Ackermann, Emmanuel Buchmann, Lennard Kämna, Nils Politt und Maximilian Schachmann. Das ist eine Spitzenbesetzung bei der Rad-DM. Die Top-Fahrer haben eine Woche vor der Tour de France die Möglichkeit, sich in den DM-Titelkämpfen zu beweisen und sich für die Olympischen Spiele in Tokio zu qualifizieren. Weitere Herausforderer beim Rennen mit einer Gesamtdistanz von 185,3 Kilometern sind Alexander Krieger (Alpecin-Fenix) aus Stuttgart und Jannik Steimle (Deceuninck-QuickStep) aus Schorndorf.

Sicherheit steht an erster Stelle – online und live mitfiebern

In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und den Sportfachverbänden wurde ein umfangreiches, strenges Hygienekonzept entwickelt, das unter anderem eine PCR-Test-Pflicht für alle Teilnehmenden und Betreuenden einschließt. „Wir wollen einen Event realisieren, der für alle Beteiligten so sicher wie möglich ist. Unterstützt uns in unserem Hygienekonzept und bleibt daheim. Es sind leider nur wenige Zuschauer im Zielbereich und keine Zuschauer an der Strecke zugelassen. Wir halten uns damit an die Corona-Verordnung des Landes und machen diesen Event für Stuttgart und Region möglich“, appelliert der Organisator Albrecht Röder, Geschäftsführer der Freunde Eventagentur. Sein Wunsch an die Radsportfans: „Schaut bitte im Fernsehen die Titelrennen an. Ihr könnt von zu Hause aus online in der Sportschau dabei sein.“ Gezeigt wird im Live-Stream unter www.swr.de/sport das Straßenrennen der Frauen Elite am 20. Juni von 9:30 – 11:00 Uhr und Männer Elite von 14:30 – 16:00 Uhr. Darüber hinaus gibt es eine 45-minütige Zusammenfassung am Sonntagnachmittag ab 16:30 Uhr im SWR Fernsehen.

Öffnung für wenige Zuschauer nach aktueller Pandemielage möglich

Albrecht Röder ist zuversichtlich: „Was vor vier Wochen noch unmöglich erschien: durch Erreichen des Öffnungsschritts 2 der Corona-Verordnung ist es nun möglich, dass insgesamt 250 Zuschauer zum Event, Zielbereich Georgiiweg, mit Eintrittskarte kommen können.“ Aktuell sind noch 100 Tickets verfügbar. Kostenfreie Tickets gibt’s unter dem folgenden Link: https://rad-dm2021.eventbrite.de . Als Voraussetzung für Zuschauer gilt die 3G-Regel: vollständig geimpft, genesen oder getestet. Hierfür ist ein negativer Schnelltest nicht älter als Samstag, 19. Juni, 12 Uhr, erforderlich. 

Alle weiteren Informationen sind laufend unter www.raddm-stuttgart.de abrufbar.

Hintergrund/Ausblick

Die Deutschen Straßenradmeisterschaften waren vom 19. bis 21. Juni 2020 geplant. In diesem Rahmen hätte auch das „Brezel Race Stuttgart & Region“ seine Premiere gefeiert. Veranstalter der Deutschen Straßenradmeisterschaften ist der BDR und Ausrichter die FREUNDE Eventagentur. Der Gesamtevent ist ein von Landeshauptstadt Stuttgart und Verband Region Stuttgart gefördertes Gemeinschaftsvorhaben. Die Streckenplanung und Organisation für beide Rennen verantwortet der regionale Veranstalter FREUNDE Eventagentur aus Sindelfingen-Maichingen. Die Gesamtkommunikation zum neuen Jedermann-/Jedefrau-Rennen sowie zu den Deutschen Straßenradmeisterschaften 2021 begleitet das Stuttgarter Agenturtandem SANSHINE Communications und WortFreunde Kommunikation. Das „Brezel Race Stuttgart & Region“ soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden und sich in der Region langfristig etablieren. Auch das Finale der Schlussetappe der Deutschland Tour, neu geplant für Ende August 2022, wird von der Landeshauptstadt und dem Verband Region Stuttgart gemeinsam gefördert. Teil des Finales ist die Jedermann Tour mit Start und Ziel in Stuttgart und zwei Strecken durch die Region.

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news-1036 Thu, 10 Jun 2021 17:04:10 +0200 Bahn frei für den Metropolexpress (MEX) im Filstal presse/artikel/aktuell/bahn-frei-fuer-den-metropolexpress-mex-im-filstal/ „Komfortabler und flexibler dank verbessertem Takt und Nachtverkehr. Das erwartet die Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Filstalbahn mit Einführung der neuen Metropolexpress-Züge. Mit den MEX wächst die Landeshauptstadt Stuttgart enger mit ihrer Region zusammen. Nach dem Motto ‚MEXimal verbunden‛ wird die ganze Region zur Metropole“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL am Donnerstag (10. Juni) in Göppingen anlässlich des Starts der MEX-Züge auf der Filstalbahn.

Zum kleinen Fahrplanwechsel am 13. Juni startet auf der Filstalbahn das Angebot erstmals unter der neuen Zuggattung Metropolexpress, kurz MEX. Aus der bisherigen Regionalbahn „RB 16“ wird dann der „MEX 16“. Ein Logo auf den Zügen und eine begleitende Kampagne wird die MEX-Züge im Laufe des Jahres in der Region rund um Stuttgart sichtbar machen.

„Der MEX ermöglicht ein ‚S-Bahn-ähnliches‛ Angebot im Filstal. In seiner Funktion als Expresszug im S-Bahn-Netz profitieren die Reisenden von der kurzen Reisezeit in die Landeshauptstadt“, freute sich Thomas S. Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart. „Das neue Logo sorgt zudem für eine gute Wiedererkennung. Der MEX ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur Integration des Landkreises Göppingen in den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS). Der Verband Region Stuttgart übernimmt mit seinem Beitrag zur Finanzierung des MEX Verantwortung für eine bessere Anbindung innerhalb der Region. “

Was heißt das für die Filstalbahn?

Zum kleinen Fahrplanwechsel kommt der lange versprochene Nachtverkehr. Durch die Corona-Pandemie musste die Einführung immer wieder verschoben werden. Ab Dezember 2021 wird der Halbstundentakt dann auch auf der Murrbahn und auf der Remstalbahn sukzessiv weiter ausgebaut werden.

„Als passgenaue Alternative zur S-Bahn stellt der Metropolexpress im Filstal für uns das Rückgrat des ÖPNV dar. Deshalb müssen ein stabiler Takt und der weitere Ausbau ab 2025 das unverrückbare Ziel bleiben. Mit der starken Marke und den neuen Nachtverkehren ist ein vielversprechender Anfang gesetzt“, erklärte Landrat Edgar Wolff.

„Nach der vollen Integration Göppingens in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart und unserem erfolgreichen StadtTicket ist der ‚MEX‘ der nächste konsequente Schritt, den öffentlichen Personennahverkehr für die tägliche Nutzung attraktiver zu gestalten“, sieht Göppingens Oberbürgermeister Alex Maier in dem 30-Minuten-Takt montags bis samstags zwischen 5 Uhr morgens und 0 Uhr nachts ein zeitgemäßes Angebot auch für Berufspendlerinnen und Pendler. „Nur wenn es uns gelingt, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, die ‚Öffis‘ zu nutzen, können wir die dringend erforderlichen Klimaziele zum Schutz unserer Erde erreichen“, so das Stadtoberhaupt. „Mit dem ‚MEX‘-Takt werden die unterschiedlichen Verkehrsmittel an der Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof Göppingen noch intelligenter miteinander verknüpft.“

„Wir freuen uns darüber, mit der Filstalbahn am Auftakt des zukunftsorientierten Metropolexpress-Konzeptes teilzuhaben! Nun geht es darum, die Vorzüge des MEX-Konzeptes gemeinsam mit der Mobilitätsmarke bwegt öffentlich zu vermitteln“, bekräftigte Gordon Lemke, Technischer Geschäftsleiter von Go-Ahead.

Der neue Fahrplan ist auf der Webseite des bedienenden Eisenbahnunternehmens Go-Ahead einsehbar: https://www.go-ahead-bw.de/unterwegs-mit-go-ahead/fahrplaene.html

Die Vorteile der MEX-Züge auf einen Blick

Entlang der Pendlerströme werden die regionalen Zentren Heilbronn, Murrhardt, Aalen, Geislingen und Göppingen, Tübingen, Horb und Pforzheim mit den MEX an die Landeshauptstadt Stuttgart angebunden. Nach dem Motto „erst einsammeln, dann express in die City“ fahren die MEX-Züge Montag bis Samstag zwischen 5 und 0 Uhr im 30-Minuten Takt. Außerhalb der Stuttgarter S-Bahn halten die Züge an allen Stationen. Innerhalb der S-Bahn halten die MEX nur noch an wenigen Stellen, so kommen sie express voran. „Das alles waren für uns sehr gute Gründe, die neue Zuggattung MEX einzuführen“, so Minister Hermann weiter.

Die Vorteile im Überblick

Bessere Verbindungen

•           MEX verbindet die Region im 30-Minuten Takt

•           besserer Anschluss auch außerhalb des S-Bahn-Netzes

•           Schneller in der Stadt

•           Die Region wächst zusammen

Mehr Komfort

•           Merkbare und verlässliche Fahrpläne

•           Einfach sitzenbleiben, dank durchgehender Verbindungen

•           Bequem und barrierefrei: moderne Züge mit WLAN

•           Mit dem bwtarif auch für verbundübergreifende Fahrten

Neue Möglichkeiten

•           Von früh bis spät flexibel unterwegs

•           Vorteile von Stadt und Land einfach kombinieren

•           Attraktive Möglichkeiten für Pendlerinnen und Pendler

•           Wohnorte entlang der MEX-Linien werden aufgewertet

Auf der bwegt-Webseitehttps://www.bwegt.de/bwegt/ueber-bwegt/mex finden sich Informationen zu den Strecken und wichtige Fragen und Antworten der Kundinnen und Kunden.

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news-1035 Thu, 20 May 2021 09:39:48 +0200 RegioRadStuttgart – neue Stationen und mehr Fördermittel Die Region schöpft Mittel des Programms „Zwei für eine“ voll aus und beschließt die Förderung von 13 weiteren RegioRadStuttgart-Stationen. Eine neue Förder-runde für das Jahr 2022 ist in Vorbereitung. presse/artikel/aktuell/regioradstuttgart-neue-stationen-und-mehr-foerdermittel/ In knapp einem Jahr Laufzeit hat das regionale Förderprogramm „Zwei für eine“ den Weg freigemacht für den Bau von nun insgesamt 42 RegioRadStuttgart-Stationen. 13 davon sind durch einen einstimmigen Beschluss des regionalen Verkehrsausschusses am Mittwoch neu hinzugekommen. Darüber hinaus empfiehlt das Gremium der Regionalversammlung, die Aufstockung des Förderprogramms ab 2022 in die diesjährigen Haushaltsberatungen mit aufzunehmen.

Im Zuge der aktuellen Förderzusage werden je zwei neue Stationen in Weil der Stadt, Marbach am Neckar, Backnang, Winnenden und Leutenbach, Esslingen am Neckar sowie Steinheim an der Murr errichtet. Eine neue Station bekommt Remseck am Neckar. Bis auf letztere sind alle Antragstellerinnen neue RegioRadStuttgart-Kommunen, beteiligen sich also erstmals am regionalen Fahrrad- und Pedelecverleihsystem. Von den 29 geförderten Stationen aus den letzten Antragsrunden sind vier bereits eröffnet, die 25 weiteren sollen bis Ende des Jahres folgen.

Weitere Förderrunde im Jahr 2022

Damit beläuft sich die Summe der bislang bewilligten Fördermittel auf insgesamt rund eine Million Euro. Die im letzten Juni bereitgestellten Gelder sind aufgebraucht. Der Geschäftsstelle liegen jedoch bereits Interessensbekundungen von sieben Kommunen und einem Landkreis mit schätzungsweise rund 16 Stationen vor. Damit auch diese umgesetzt werden können, soll zu Beginn des neuen Haushaltsjahres 2022 eine weitere, letzte Förderrunde durchgeführt werden. Die Kommunen könnten im Vorfeld mit den notwendigen Vorbereitungen und Planungen beginnen und nach der Förderrunde Anfang nächsten Jahres zügig mit der Umsetzung starten. Dadurch kann eine Errichtung bis Ende Oktober 2022 noch gewährleistet werden. Neue Stationen werden vertraglich nur noch bis Oktober 2022 aufgebaut. Über die für diese letzte Förderrunde notwendigen Finanzmittel wird im Rahmen der diesjährigen Haushaltsberatung diskutiert und über die Höhe der Mittel entschieden. Die Geschäftsstelle stellt dem Gremium auf der Grundlage der bis dahin eingegangen Interessensbekundungen seitens der Kommunen eine Übersicht der voraussichtlich benötigten Fördermittel zur Verfügung.

Hintergrund: Ein dichtes Netz an RegioRadStuttgart-Stationen macht das regionsweite Fahrrad- und Pedelecverleihsystem zur flexiblen Ergänzung des ÖPNV. Dies unterstützt das Förderprogramm „Zwei für eine“ des Verband Region Stuttgart und gibt Impulse für den Bau von Gegen- und Ergänzungsstationen mit Förderungen von bis zu 50.000 Euro.

Stimmen aus den Fraktionen

Helmut Noë (CDU) bezeichnete das Förderprogramm als vollen Erfolg. Seine Fraktion freue sich über die positive Entwicklung. „Folgerichtig müssen wir nachlegen“, konstatierte er. Es sei zweckmäßig, im Rahmen der Haushaltsberatung „im Lichte der dann anstehenden Förderanträge und Nutzerzahlen darüber zu entscheiden, welche Summe wir im nächsten Jahr zur Verfügung stellen können und wollen“, führte Noë die Zustimmung seiner Fraktion zum Vorschlag der Geschäftsstelle aus.

„Um den ‚Drive‘ beizubehalten, müssen wir den Fördertopf unterjährig aufstocken“, war Philipp Buchholz (Bündnis 90/Die Grünen) überzeugt. Durch das Förderprogramm habe RegioRadStuttgart einen Durchbruch in der Region erlebt. Nun nicht sofort weitere Fördermittel bereitzustellen käme einer Vollbremsung gleich. „Es kann nicht im Interesse der Region sein, bis zum Jahreswechsel abzuwarten und die Kommunen hinzuhalten“, betonte Buchholz. Außerdem renne die Zeit davon, da der Bau neuer Stationen nur noch bis Oktober 2022 möglich ist. Buchholz appellierte: „Wir wollen nicht auf die Bremse treten, sondern den Schwung mitnehmen.“ Seine Fraktion stellte den Antrag, sofort 500.000 Euro aus der ÖPNV Rücklage für das Förderprogramm bereitzustellen, der aber mehrheitlich abgelehnt wurde.

Bernhard Maier (Freie Wähler) teilte die Euphorie seines Vorredners nicht, seine Fraktion trage aber den Beschlussvorschlag der Verwaltung mit. „So bekommen die Kommunen, die Interesse bekundet haben, eine verlässliche Grundlage, es besteht Planungssicherheit und Einklang mit dem Haushaltsrecht“, konstatierte er. Da einige RegioRadStuttgart-Stationen wenig genutzt würden, sei auch die Frage nach dem Benutzeraufkommen berechtigt. „Wir wollen Bilanz ziehen zum Verhältnis zwischen Aufwand und Erfolg“, fasste Maier für seine Fraktion zusammen.

Für Jasmina Hostert (SPD) war der Vorschlag der Verwaltung ein guter Kompromiss. „So gibt es keine Vollbremsung für das Förderprogramm, das gut angenommen wird“, war sie überzeugt. Es sei wichtig, in den Haushaltsplanungen dann das Signal an die Kommunen zu senden, dass RegioRadStuttgart weiter ausgebaut werden soll.

Auch Armin Serwani (FDP) sprach sich für den Beschlussvorschlag aus. „Damit setzen wir jetzt das Signal, dass wir auch weiterhin Zuschüsse für das Verleihsystem geben wollen“, betonte er.

Michael Knödler (Die Linke / Pirat) sah die Verzögerung als vertretbar an, da neue Stationen im Frühjahr besser ankämen als im Herbst. „Ein interfraktioneller Antrag für den nächsten Haushalt ist für die Kommunen ein Zeichen, dass wir weiter fördern wollen“, schlug er vor.

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Übersicht geförderter Stationen als PDF-Download 

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news-1034 Thu, 20 May 2021 09:36:26 +0200 Nachhaltiger Mobilitätswandel trotz der Pandemie Schwierige Prognose für die Fahrgastentwicklung in den kommenden Jahren bei der S-Bahn. presse/artikel/aktuell/nachhaltiger-mobilitaetswandel-trotz-der-pandemie/ Die Corona-Pandemie hat den ÖPNV in besonderer Weise betroffen: Die Fahrgastzahlen, die in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent zugenommen haben, sind im Jahr 2020 um rund 41 Prozent eingebrochen und von über 130 Millionen auf 78,6 Millionen Fahrgäste zurück gegangen. Auch für das Jahr 2021 muss durch die vielen Einschränkungen im Öffentlichen Leben von weiterhin niedrigen Fahrgastzahlen ausgegangen werden. In der Sitzung des Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart wurden die aktuellen Zahlen aus 2020 im Detail vorgestellt und über die Konsequenzen für die kommenden Jahre diskutiert.

 „Wir müssen damit rechnen, dass es Jahre brauchen kann, bis die Fahrgastzahlen wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen“, so Dr. Jürgen Wurmthaler, Leitender Direktor für Verkehr und Wirtschaft beim Verband Region Stuttgart. Schwer einzuschätzen seien nachhaltige Änderungen wie vermehrte Homeoffice-Nutzung oder weniger Bereitschaft in volle S-Bahnen zurückzukehren. „Gleichzeitig ist es auch Aufgabe der Verkehrsunternehmen und -Träger, wie bereits in den vergangenen Monaten, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Infektionsrisiko zu senken und den Fahrgästen das Vertrauen in die Sicherheit des ÖPNV zurückzugeben“, sagte Dr. Jürgen Wurmthaler.

Fahrgastzahlen 2020

Der Rückgang der Fahrgastzahlen ab dem Frühjahr betraf alle Linien und Zeitlagen. Deutlich wird dies in der Einzelbetrachtung der Spitzenstunden. Konnten in den letzten Jahren insbesondere in der Stunde 7 bis 8 Uhr zahlreiche Abschnitte mit einer Sitzplatzauslastung über 125 Prozent ausgemacht werden, so kam 2020 kein Streckenabschnitt über einen Wert von 100 Prozent Auslastung. Gleichzeit wird aber auch deutlich, dass nicht alle Strecken gleichermaßen von den Einschnitten betroffen waren. Insbesondere die Auslastungen im innerstädtischen Bereich sind zurückgegangen. Dies hängt jedoch auch damit zusammen, dass in den Außenästen des Streckennetzes die Auslastung prinzipiell niedriger liegt als in den zentraleren Streckenabschnitten. Die größten Rückgänge sind im Zulauf zum Flughafen aufgetreten. Die Strecke Echterdingen – Flughafen/Messe war mit einem Rückgang der durchschnittlichen werktäglichen Besetzung um rund 56 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 am schwersten betroffen.

Stimmen aus den Fraktionen

Laut Helmut Noë (CDU/ÖDP) wird es kein einfacher Weg, wieder die Vor-Corona-Fahrgastzahlen zu erreichen: „Wir sind aber optimistisch, dass mit der Öffnung von Läden und Gastronomie sowie mit dem Start von Veranstaltungen die Zahlen steigen werden.“ Gleichzeitig müsse klar sein, dass das Virus nicht einfach weg sein wird und viele Corona-Maßnahmen weiterhin nötig sein werden. „Es kommen große Herausforderungen auf uns zu und wir hoffen, dass wie im Jahr 2020 wieder ein Rettungsschirm möglich sein wird.“

Michael Lateier (Bündnis 90/Die Grünen) ist nicht nur unglücklich über ein mögliches nicht sofortiges Anknüpfen der Fahrgastzahlen an die des Jahres 2019. Er blickt hierbei vor allen auf bislang kritische Punkte wie die Hauptverkehrszeiten: „Es ist eine Chance die Spitzenlasten zu reduzieren. So gesehen hat das vermehrte Homeoffice auch positive Auswirkungen auf die S-Bahn“, so Lateier. Gleichzeitig müsse man sich natürlich Gedanken machen, was dies für die Tickets bedeutet.

 „Wie es weiter geht – eine Antwort auf diese Frage hat keiner“, so Bernhard Maier (Freie Wähler). Im Ausbildungs- sowie dem Veranstaltungs- und Tourismusverkehr werde man sicher schnell an alte Zahlen anknüpfen können, so Maier. Durch das verstärkte Homeoffice jedoch habe man eine Zeitenwende erreicht, die man nicht zurückholen werde. „Wir fahren ein Stückweit im Nebel, ohne zu wissen, welche Zahlen wir erreichen werden“, so Maier, Entsprechend sei es nun wichtig die Situation aufmerksam zu verfolgen und laufend und kurzfristig zu berichten.

Für Jasmina Hostert (SPD) ist es nicht überraschend, dass die Fahrgastzahlen gesunken sind: „Aber es ist frustrierend.“ Trotzdem bleibe man optimistisch, dass mit fallenden Inzidenzen und zunehmenden Impfungen die Zahlen wieder steigen. „Die Frage ist jedoch: Wie schaffen wir es, das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen, die in der Pandemie auf das Auto umgestiegen sind?“

Die Entwicklung der Fahrgastzahlen führe laut Gabriele Heise (FDP) dazu, dass man nun auf alle Investitionen genau schauen müsse und hinterfragen: „Müssen wir uns von der ein oder anderen Maßnahmen verabschieden, weil sie sich nicht mehr rechnet?“. Zugleich wünscht sich Heise von der S-Bahn, dass sie proaktiver, dafür wirbt, wie sicher der ÖPNV ist.

Wolfgang Hoepfner (Die Linke/Pirat) fordert, dass man auf den Rückgang der Fahrgastzahlen mit einem vielfältigeren Angebot reagieren müsse. „Es geht nicht nur um die Menge, sondern auch um die Verknüpfung zwischen den Verkehrsangeboten.“ So könne man in der Fläche mehr Alternativen für den ÖPNV schaffen.

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news-1033 Thu, 20 May 2021 09:33:00 +0200 Neues Park + Ride-Angebot an der Messe Die Region schafft zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 ein neues Park + Ride-Angebot am S-Bahn-Halt Flughafen/Messe. presse/artikel/aktuell/neues-park-ride-angebot-an-der-messe/ Insgesamt 250 Park + Ride-Parkplätze stehen Pendlern ab Ende des Jahres in unmittelbarer Nähe des S-Bahn-Halt Flughafen-Messe, sowie an der zukünftigen Stadtbahn-Haltestelle der U-Bahn-Linie U6 Messe West zur Verfügung. Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat in seiner Sitzung vom Mittwoch beschlossen, die notwendigen Fördermittel von 45.000 Euro jährlich bis ins Jahr 2026 zur Verfügung zu stellen.

Bei den Parkflächen handelt es sich um sogenannte Ausweichparkplätze, die bislang nur an Messetagen beziehungsweise Tagen mit hoher Fluggastnachfrage geöffnet werden. Diese befinden sich in der Parkgarage P22 und auf der Parkfläche P26. Die Garage ist für Umsteiger vom Pkw in die Linien S2, S3 und U6 an der Haltestelle Flughafen/Messe sowie in das vielfältige Angebot am Busterminal interessant. Der oberirdische Parkplatz P26 liegt ideal zur zukünftigen Stadtbahn-Haltestelle Messe West. Die Anfahrt erfolgt auf beide Parkmöglichkeiten über die Autobahnausfahrt 53a Stuttgart-Flughafen/ Messe und beträgt von der Autobahn etwa 1,5 Kilometer.

Im regulären Messe- und Flughafenbetrieb betragen die Parkgebühren für die Anlagen bis zu 80 Euro in der Woche und entsprechen so nicht der Erwartung von P+R-Nutzern nach einem kostenfreien oder sehr günstigen Stellplatz. Mit dem neuen P+R-Monatsticket Messe soll Pendlern künftig ein solches Angebot geschaffen und gleichzeitig verhindert werden, dass dieses auch von Fluggästen und Messebesuchern genutzt wird. Dieses Ticket wird nur Inhabern einer polygoCard mit den entsprechenden Tarifzonen zum Preis von 35 Euro monatlich gewährt. Die Region beteiligt sich mit einem Zuschuss von 15 Euro für jede verkaufte Monatskarte. Die Gesamtkosten für die Region betragen so jährlich maximal 45.000 Euro.  Das Angebot wird den P+R-Nutzern aufgrund von Messeveranstaltungen an jeweils 2 Werktagen im März, September und November nicht zur Verfügung stehen.

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news-1032 Tue, 11 May 2021 15:49:01 +0200 Bahnreisen ab Echterdingen: kompetente Beratung und Verkauf im DB Video-Reisezentrum Die Deutsche Bahn bietet neuen Verkaufsservice in Leinfelden-Echterdingen an der S-Bahn-Station Echterdingen. Persönliche Beratung und Verkauf für gesamte Angebotspalette. presse/artikel/aktuell/bahnreisen-ab-echterdingen-kompetente-beratung-und-verkauf-im-db-video-reisezentrum/ Die Deutsche Bahn macht die klimafreundliche Schiene zum leistungsstarken Verkehrsträger. Dazu weitet die Bahn ihren Service in der Region Stuttgart weiter aus. Bürgerinnen und Bürger in Leinfelden-Echterdingen erhalten zu Bahnreisen jetzt kompetente Beratung und Verkauf in einem neuen DB Video-Reisezentrum an der S-Bahn-Station Echterdingen. Das Video-Reisezentrum hat sich seit acht Jahren in ganz Deutschland bewährt und wird bundesweit bereits an über 100 Stationen von Bahnkundinnen und Bahnkunden sehr gut angenommen.

„Das DB Video-Reisezentren vereint die Digitalisierung mit der persönlichen individuellen Beratung. Deshalb ist es ein lukratives Angebot für Städte und Gemeinden, in denen wir mit Reiseberaterinnen und Reiseberatern bisher nicht präsent sind“, sagt Reinhold Pohl, Leiter Regionaler Vertrieb Süd.

„Für die Menschen vor Ort ist das Video-Reisezentrum, und damit eine individuelle Beratungsmöglichkeit, ein großer Gewinn“, sagt Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verband Region Stuttgart. „Das Video-Reisezentrum ist ein enorm wichtiger Baustein auf dem Weg hin zu einer umfassenden zuverlässig verfügbaren Mobilitätsinformation und zum Erwerb von Fahrkarten inklusive Beratung.  Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat den Impuls des Verbandes für ein Netzwerk von Mobilitätspunkten engagiert aufgenommen. Neben dem S-Bahn-Halt Echterdingen werden weitere regional geförderte Mobilitätspunkte in der Stadionstraße, mit Anschluss an die neue U-Bahn, und im Teilort Stetten entstehen. Hier kann man in Zukunft ideal und abgestimmt zwischen den verschiedenen nachhaltigen Verkehrsmitteln umsteigen.“

Roland Klenk, Oberbürgermeister der Stadt Leinfelden-Echterdingen: „Ich freue mich sehr, dass die Stadt am Bahnhof Echterdingen mit seinen täglich rund 4.000 Fahrgästen ein Video-Reisezentrum bekommt. Das erleichtert das Reisen mit dem ÖPNV, was zur Entlastung der Straßen beiträgt. Und das gilt nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, sondern auch für die vielen Gäste aus dem In- und Ausland, die Leinfelden-Echterdingen besuchen und damit einen neuen Service bekommen.“

Der Verband Region Stuttgart hatte das digitale Format für Beratung und Verkauf 2019 für den Bereich der S-Bahn Stuttgart beschlossen. In diesem Jahr steigt die Zahl der Stationen mit einem DB Video-Reisezentrum von sechs auf 19 Standorte. Im Bereich der S-Bahn Stuttgart ist Echterdingen der zweite Standort im Landkreis Esslingen nach Kirchheim unter Teck. Darüber hinaus ist ein Video-Reisezentrum in der Mobilitätszentrale Nürtingen integriert. Die Bahn plant im August 2021 auch DB Video-Reiszentren zusätzlich zu den vorhandenen Reisezentren an den Bahnhöfen Esslingen (Neckar) und Plochingen zu öffnen.

Das mit Bildschirm, Mikrofon und Lautsprecher sowie einem modifizierten Fahrkartenautomaten ausgestattete Video-Reisezentrum bietet neben der persönlichen Beratung auch den Verkauf von Fahrscheinen per Video-Gespräch an. Die Bahnkundinnen und Bahnkunden erhalten im Video-Reisezentrum den gleichen Service, den sie aus einem DB Reisezentrum gewohnt sind. Die DB-Beraterinnen und DB-Berater sitzen in der Video-Zentrale in Ludwigsburg. Sie kennen sich in der Region gut aus und sind für die individuellen und regionalen Anliegen zum Fern- und Regionalverkehr geschult. Darüber hinaus profitieren die Bahnkundinnen und Bahnkunden dank digitaler Technologie von langen Öffnungszeiten für Beratung und Verkauf – auch an Samstagen, Sonn- und Feiertagen.

Die Servicezeiten sind:

Montag – Freitag                                   6:00 – 19:30

Samstag, Sonn- und Feiertag                8:00 – 18:00

Im Herbst 2021 werden die Bahn und der Verband Region Stuttgart die Zeiten weiter ausweiten.

So funktioniert das DB Video-Reisezentrum

Per Knopfdruck melden sich die Kundinnen und Kunden in der Video-Reisezentrum-Zentrale. Die Reiseberaterinnen und Reiseberater schalten sich auf und sind nun mit dem Fahrgast per Videokonferenz und Sprachverbindung verbunden. Auf einem zweiten Bildschirm verfolgen die Kundinnen und Kunden die Arbeitsschritte des Reiseberaters, wie zum Beispiel die Suche nach einer Verbindung oder einem günstigen Fahrpreis. Fahrkarten, Reservierungen und BahnCards werden direkt in der Kabine erstellt und können mit Bargeld, Girocard oder Kreditkarte bezahlt werden.

Hinweis für Redaktionen

Ein Medienpaket zum Video-Verkauf der Deutschen Bahn mit Themendienst, Standortgrafik, Grafik mit Zahlen, Daten, Fakten, Erklärfilm sowie Fotos finden Sie ergänzend hier: deutschebahn.com/vrz

Bild zum Download

https://datentransfer.region-stuttgart.org/#/public/shares-downloads/erHa9WD2ThvMTfOAHqKuMVnRezlApxBc

Bildunterschrift:

von links nach rechts: Reinhold Pohl, Leiter Regionaler Vertrieb Süd, Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart und Roland Klenk, Oberbürgermeister der Stadt Leinfelden-Echterdingen, haben heute das DB Videoreisezentrum mit einem symbolischen Schlüssel eröffnet.

Bildnachweis: DB

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news-1031 Fri, 07 May 2021 15:52:35 +0200 Nachhaltige Mobilität: RegioRadStuttgart eröffnet 200. Verleihstation presse/artikel/aktuell/nachhaltige-mobilitaet-regioradstuttgart-eroeffnet-200-verleihstation/ Das kommunale und regionsweite Fahrrad- und Pedelecverleihsystem RegioRadStuttgart wächst immer weiter und ist mittlerweile über die Landeshauptstadt Stuttgart hinaus in über 40 Städten und Gemeinden in der Region mit Verleihstationen vertreten. Drei Jahre nach dem Start von RegioRadStuttgart ist nun die Inbetriebnahme der 200. Station am Ernst-Reuter-Platz in Stuttgart-Weilimdorf gefeiert worden.

Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, sagte bei der Einweihung: „Wir freuen uns sehr, dass die Eröffnung der 200. RegioRadStuttgart-Station in der Landeshauptstadt erfolgt. Seit dem Start des Verleihsystems im Frühjahr 2018 hat sich viel getan: Allein in Stuttgart können die Bürgerinnen und Bürger mittlerweile an 110 Stationen Fahrräder, Pedelecs und zehn Lastenpedelcs ausleihen. Das Angebot ist überaus beliebt und ein wichtiges Signal für eine umweltfreundliche und zukunftsorientierte Mobilität – sowohl in Stuttgart als auch der Region.“

Zusätzlich zu den Verleihstationen im Stuttgarter Stadtgebiet gibt es 90 weitere Stationen in mehr als 40 Städten und Gemeinden der Region. Insgesamt können an allen 200 Stationen mittlerweile rund 1.500 Fahrräder, Pedelecs und Lastenpedelecs entliehen werden.

Thomas Bopp, Vorsitzender des Verband Region Stuttgart, erklärte: „Um das RegioRadStuttgart als niederschwelliges, attraktives und nachhaltiges Mobilitätsangebot insbesondere in der breiten Fläche der Region Stuttgart zu unterstützen, hat der Verband Region Stuttgart im vergangenen Jahr unter anderem das regionale Förderprogramm ,Zwei für eine‘ beschlossen. Hierbei kofinanziert der Verband maximal zwei Stationen mit bis zu 50.000 Euro. Das Programm soll ein dichtes Netz von Stationen in der Region schaffen. Auch die Jubiläumsstation in Stuttgart-Weilimdorf ist Teil des Programms und damit eine von derzeit 29 RegioRadStuttgart-Stationen, die vom Verband Region Stuttgart kofinanziert werden. Im Mai beschließt der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung zudem über die nächste Förderrunde.“

Jürgen Gudd, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutsche Bahn Connect GmbH, die das Bikesharing-System betreibt, sagte: „Für die DB ist der Ausbau klimafreundlicher Mobilität der zentrale Baustein für eine starke Schiene. Deswegen ist uns auch die Vernetzung mit dem ÖPNV – wie hier in Weilimdorf mit der Stadtbahn – ein großes Anliegen. So haben wir für jeden Anlass ein nützliches Angebot, sei es für die Fahrt zur Arbeit, spontane Kurzstrecken, touristische Unternehmungen oder Familien- und Freizeitausflüge.“

An der neuen Station am Ernst-Reuter-Platz in Stuttgart-Weilimdorf können vier Fahrräder und zwei Pedelecs ausgeliehen werden. Drei andere Stationen gibt es in dem Stadtbezirk bereits: am S-Bahnhof, am Löwenmarkt und am Bürgertreff Hausen. Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator von RegioRadStuttgart, berichtete: „Das Verleihsystem wird in Stuttgart-Weilimdorf gut nachgefragt und durch die neue Station weiter optimiert. Auch ist das interkommunale Verleihsystem in den angrenzenden Stadtbezirken und den Nachbarkommunen Gerlingen und Ditzingen gut vertreten.“

Ulrike Zich, Bezirksvorsteherin in Weilimdorf, ergänzte: „Mit der neuen RegioRadStuttgart-Station im Stadtteil Giebel bieten sich nun noch mehr Möglichkeiten die herrliche Landschaft am Rande des Strohgäus mit dem Rad und dem ÖPNV zu genießen, egal ob für Freizeitfahrer oder Berufspendler. Die Verbindung zwischen Stuttgart und dem Umland wird weiter aufgewertet.“

Hintergrund

Die Nutzung von RegioRadStuttgart ist simpel: Es bedarf lediglich einer Registrierung auf www.regioradstuttgart.de, der RegioRadStuttgart-App oder telefonisch. Im Anschluss können die RegioRäder und RegioPedelecs an jeder Station per polygoCard, App oder Telefon entliehen werden und an jeder beliebigen Station wieder zurückgegeben werden. Mit einer polygoCard erhält man bei jeder Fahrt 30 Freiminuten für Fahrräder und 15 Freiminuten für Pedelecs geschenkt. Die polygoCard kann kostenlos unter www.mypolygo.de bestellt werden. Weitere Informationen rund um das RegioRadStuttgart gibt es auf www.regioradstuttgart.de. Wer zudem Inspirationen für RegioRadStuttgart-Touren durch die Region sucht, findet diese unter www.stuttgart-tourist.de/radfahren-wandern-stuttgart-region/regiorad-stuttgart  sowie www.zugportal.de/sbahnstuttgart.

Die Deutsche Bahn Connect GmbH betreibt RegioRadStuttgart im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart und den Kommunen der Region. Das Bikesharing-System ist Teil der Call a Bike-Familie. Damit stehen den Kunden deutschlandweit mehr als 16.000 Räder in über 80 Städten zur Verfügung.

Bild zum Download:

https://datentransfer.region-stuttgart.org/#/public/shares-downloads/7VKwtEhFf7ZhLLRqCyPECszPXRFAjHtL

Bildnachweis: Haben die 200. Verleihstation von RegioRadStuttgart in Weilimdorf gemeinsam eingeweiht (von links nach rechts): Jürgen Gudd, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutsche Bahn Connect GmbH, Ulrike Zich, Bezirksvorsteherin in Weilimdorf, Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Thomas Bopp, Vorsitzender des Verband Region Stuttgart, und Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator von RegioRadStuttgart. Foto: Leif Piechowski, Rechte LHS. Die zur Verfügung gestellten Bilder dürfen nur im Zusammenhang mit einer Berichterstattung verwendet werden.

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news-1030 Wed, 05 May 2021 14:16:26 +0200 Rad-DM in Stuttgart und der Region im Juni ohne Zuschauer - Verlegung des Brezel Race auf 12. September presse/artikel/aktuell/rad-dm-in-stuttgart-und-der-region-im-juni-ohne-zuschauer-verlegung-des-brezel-race-auf-12-septem/ Nach der Verschiebung im Jahr 2020 starten in knapp sechs Wochen die Deutschen Straßenradmeisterschaften (Rad-DM) in Stuttgart und der Region Stuttgart. Gemeinsam mit dem Bund Deutscher Radfahrer e. V. (BDR) haben die Landeshauptstadt Stuttgart und der Verband Region Stuttgart entschieden, dass die Meisterschaften am 19. und 20. Juni 2021 unter Corona-Restriktionen ohne Zuschauer durchgeführt werden sollen. Die besten Radsportlerinnen und Radsportler haben damit die Chance, ihr Können eine Woche vor der Tour de France unter Beweis zu stellen und sich für die Olympischen Spiele in Tokio zu qualifizieren. Aufgrund der Infektionsschutzmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie werden die Meisterschaften ohne Zuschauer geplant. Das Brezel Race Stuttgart & Region, das Radrennen für Jedermann und Jedefrau, wird auf das Ende der baden-württembergischen Sommerferien, den Sonntag, 12. September 2021 verlegt.

„Die Vorbereitungen mussten in den vergangenen Monaten ständig an die sich ändernden Bedingungen angepasst werden“, sagt Albrecht Röder, Geschäftsführer der Freunde Eventagentur. Die Rad-DM im Einzelzeitfahren für Frauen, Männer und U23 soll am 19. Juni 2021 rund um das Radstadion in Gäufelden-Öschelbronn stattfinden. Die Straßenrennen der Frauen und Männer starten in Filderstadt und werden auf einem Rundkurs mit 7,1 km Länge in Stuttgarts Süden ausgefahren. Diese beiden Straßenrennen sind für Sonntag, den 20. Juni 2021, geplant. Die aktuell gültige Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ermöglicht es, die Deutschen Straßenradmeisterschaften als Spitzen- und Profisportveranstaltung ohne Zuschauer durchzuführen.

Die Rennen werden medial bestmöglich aufbereitet, um sie dennoch live einem breiten Publikum präsentieren zu können. Für den Radsport sei dies eine gute Nachricht, ist Rudolf Scharping, Präsident des Bund Deutscher Radfahrer e.V., überzeugt: „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit den bisherigen Erfahrungen und den bewährten Konzepten für Sicherheit und Hygiene bei Radrennen die insgesamt fünf Meistertrikots im Juni ausfahren können. Dafür danke ich schon jetzt allen Beteiligten für ihre Flexibilität und das Durchhaltevermögen. Der BDR unterstützt die örtlichen Ausrichter auf allen Ebenen nach Kräften.“

„Uns fällt es nicht leicht, auf ein Radsportfest mit Publikum – wie bei der Deutschland Tour 2018 – zu verzichten", unterstreicht Dr. Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart. „Die beteiligten Ämter der Stadt arbeiten eng mit dem Veranstalter zusammen, um ein Event zu realisieren, das für alle Beteiligten so sicher wie möglich ist. Gleichzeitig bedeutet die Verlegung des Brezel Race für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine höhere Chance darauf, dass das Jedermann-Rennen stattfinden kann“, sagt der Sportbürgermeister.

Parallel zu den üblichen Vorbereitungen wird in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, Dienstleistern und den Verbänden ein umfangreiches Hygiene- und Sicherheitskonzept erstellt. Ziel ist es, alle Akteure bestmöglich zu schützen.

Unter anderem wird ein Corona-PCR-Testzentrum für alle Sportlerinnen und Sportler, Betreuende sowie das Organisationsteam vor Ort eingerichtet. Darüber hinaus gelten höchste Sicherheitsstandards zum Schutz der Bevölkerung.

„Die eingeschränkte Durchführung der Rad-DM in Stuttgart, Filderstadt und Öschelbronn und die Verschiebung des Brezel Race ist in der aktuellen Lage die beste Option“, sagt die Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, Dr. Nicola Schelling. „Die Gesundheit aller Beteiligten hat absoluten Vorrang. Ich hoffe, dass das Brezel Race für Jedermann und Jedefrau möglich sein wird, es wäre ein willkommener Schritt zurück in die Normalität.“, betont Dr. Schelling. Bisher haben sich schon über 2.000 Breitensportlerinnen und -sportler für das Brezel Race angemeldet.

Die Verschiebung des Brezel Race auf den 12. September 2021 wurde gemeinsam mit der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart entschieden sowie mit allen Kommunen an der Strecke in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen abgestimmt. „Der 20. Juni kommt in diesem Jahr leider zu früh für einen Event mit Tausenden Teilnehmenden und Zuschauenden an der Strecke. Jetzt sind es noch gut vier Monate bis zum neuen Datum des Brezel Race, da sind wir zuversichtlich, einen reinen Breitensportevent für alle Radbegeisterten in dieser Dimension doch noch durchführen zu können“, so Albrecht Röder, Organisationschef Rad-DM und Brezel Race in Stuttgart. „Unser Dank gilt den Städten und Gemeinden, den Behörden und allen Interessierten für ihre Flexibilität und Unterstützung, das nahezu fertig geplante Brezel Race wieder zu verschieben.“ Die Teilnehmenden werden so schnell wie möglich per E-Mail und per Newsletter informiert. Alle weiteren Informationen sind laufend unter www.brezelrace.de abrufbar.

Hintergrund/Ausblick

Die Deutschen Straßenradmeisterschaften waren vom 19. bis 21. Juni 2020 geplant. In diesem Rahmen hätte auch das „Brezel Race Stuttgart & Region“ seine Premiere gefeiert. Veranstalter der Deutschen Straßenradmeisterschaften ist der BDR und Ausrichter die FREUNDE Eventagentur. Der Gesamtevent ist ein von der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart gefördertes Gemeinschaftsvorhaben. Die Streckenplanung und Organisation für beide Rennen verantwortet der regionale Veranstalter FREUNDE Eventagentur aus Sindelfingen-Maichingen. Die Gesamtkommunikation zum neuen Jedermann-/Jedefrau-Rennen sowie zu den Deutschen Straßenradmeisterschaften 2021 begleitet das Stuttgarter Agenturtandem SANSHINE Communications und WortFreunde Kommunikation. Das „Brezel Race Stuttgart & Region“ soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden und sich in der Region langfristig etablieren. Auch das Finale der Schlussetappe der Deutschland Tour, neu geplant für Ende August 2022, wird von der Landeshauptstadt und dem Verband Region Stuttgart gemeinsam gefördert. Teil des Finales ist die Jedermann Tour mit Start und Ziel in Stuttgart und zwei Strecken durch die Region.

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news-1029 Wed, 05 May 2021 06:52:19 +0200 Bahnreisen ab Rommelshausen: kompetente Beratung und Verkauf im DB Video-Reisezentrum Die Deutsche Bahn bietet neuen Verkaufsservice in Kernen im Remstal an der S-Bahn-Station Rommelshausen. Persönliche Beratung und Verkauf für gesamte Angebotspalette. presse/artikel/aktuell/bahnreisen-ab-rommelshausen-kompetente-beratung-und-verkauf-im-db-video-reisezentrum/ Die Deutsche Bahn macht die klimafreundliche Schiene zum leistungsstarken Verkehrsträger. Dazu weitet die Bahn ihren Service in der Region Stuttgart weiter aus. Bürgerinnen und Bürger in Kernen im Remstal erhalten zu Bahnreisen jetzt kompetente Beratung und Verkauf in einem neuen DB Video-Reisezentrum an der S-Bahn-Station Rommelshausen. Das Video-Reisezentrum hat sich seit acht Jahren in ganz Deutschland bewährt und wird bundesweit bereits an über 100 Stationen von Bahnkundinnen und Bahnkunden sehr gut angenommen.

„Das DB Video-Reisezentren vereint die Digitalisierung mit der persönlichen individuellen Beratung. Deshalb ist es ein lukratives Angebot für Städte und Gemeinden, in denen wir mit Reiseberaterinnen und – Beratern bisher nicht präsent sind“, sagt Reinhold Pohl, Leiter Regionaler Vertrieb Süd.

„Für die Menschen vor Ort ist das Video-Reisezentrum und die damit einhergehende individuelle Beratungsmöglichkeit ein großer Gewinn“, sagt Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verband Region Stuttgart“. „Das Video-Reisezentrum ist zudem ein enorm wichtiger Baustein auf dem Weg hin zu einer umfassenden zuverlässig verfügbaren Mobilitätsinformation und zum Erwerb von Fahrkarten inklusive Beratung.  Der Standort Rommelshausen wird einer der dreizehn Mobilitätspunkte in der Region, an denen man komfortabel von der Bahn auf weitere nachhaltige Verkehrsmittel umsteigen kann, wie zum Beispiel auf ein RegioRadStuttgart-Pedelec oder auf das eigene Pedelec, das während der S-Bahnfahrt sicher in der Fahrradbox abgestellt war.“

Benedikt Paulowitsch, Bürgermeister Kernen im Remstal: „Das Video-Reisezentrum verknüpft neueste Technik mit dem persönlichen Kontakt zu einem hochqualifizierten Reiseberater. Das ist ein toller Service für die Bahnkunden in Kernen.“

Der Verband Region Stuttgart hatte das digitale Format für Beratung und Verkauf 2019 für den Bereich der S-Bahn Stuttgart beschlossen. In diesem Jahr steigt die Zahl der Stationen mit einem DB Video-Reisezentrum von sechs auf 19 Standorte. Rommelshausen ist nach Waiblingen und Schorndorf das dritte Video-Reisezentrum im Rems-Murr-Kreis. Backnang folgt unmittelbar, voraussichtlich im Juni Winnenden.

Das mit Bildschirm, Mikrofon und Lautsprecher sowie einem modifizierten Fahrkartenautomaten ausgestattete Video-Reisezentrum bietet neben der persönlichen Beratung auch den Verkauf von Fahrscheinen per Video-Gespräch an. Die Bahnkundinnen und Bahnkunden erhalten im Video-Reisezentrum den gleichen Service, den sie aus einem DB Reisezentrum gewohnt sind. Die DB-Beraterinnen und -Berater sitzen in der Video-Zentrale in Ludwigsburg. Sie kennen sich in der Region gut aus und sind für die individuellen und regionalen Anliegen zum Fern- und Regionalverkehr geschult. Darüber hinaus profitieren die Bahnkundinnen und Bahnkunden dank digitaler Technologie von langen Öffnungszeiten für Beratung und Verkauf – auch an Samstagen, Sonn- und Feiertagen.

Die Servicezeiten sind:

Montag – Freitag                                    6:00 – 19:30

Samstag, Sonn- und Feiertag                8:00 – 18:00

Im Herbst 2021 werden die Bahn und der Verband Region Stuttgart die Zeiten weiter ausweiten.

So funktioniert das DB Video-Reisezentrum

Per Knopfdruck meldet sich der Kunde in der Video-Reisezentrum-Zentrale. Der Reiseberater schaltet sich auf und ist nun mit dem Kunden per Videokonferenz und Sprachverbindung verbunden. Auf einem zweiten Bildschirm verfolgt der Kunde die Arbeitsschritte des Reiseberaters, wie zum Beispiel die Suche nach einer Verbindung oder einem günstigen Fahrpreis. Fahrkarten, Reservierungen und BahnCards werden direkt in der Kabine erstellt und können mit Bargeld, Girocard oder Kreditkarte bezahlt werden.

Hinweis für Redaktionen

Ein Medienpaket zum Video-Verkauf der Deutschen Bahn mit Themendienst, Standortgrafik, Grafik mit Zahlen, Daten, Fakten, Erklärfilm sowie Fotos finden Sie ergänzend hier: deutschebahn.com/vrz

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Bildunterschrift:

von links nach rechts: Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, Benedikt Paulowitsch, Bürgermeister Kernen im Remstal, und Manfred Bandel, DB Vertrieb, in Vertretung von Reinhold Pohl, haben heute das DB Videoreisezentrum mit einem symbolischen Schlüssel eröffnet.

Bildnachweis: DB

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news-1028 Thu, 29 Apr 2021 10:23:46 +0200 „Strategischer Regionaler Vorhaltestandort Hungerberg“ geht in die nächste Runde Regionalversammlung beschließt Offenlegung des Entwurfs zur Regionalplanänderung presse/artikel/aktuell/strategischer-regionaler-vorhaltestandort-hungerberg-geht-in-die-naechste-runde/ Die Regionalversammlung hat am Mittwoch mit großer Mehrheit beschlossen, den Entwurf zur Regionalplanänderung für das Gebiet „Dettingen/Hungerberg“ offenzulegen. Die Regionalplanänderung soll die Entwicklung eines Strategischen Regionalen Vorhaltestandorts mit bis zu 42 Hektar und zugleich die Entstehung eines interkommunalen Gewerbegebiets, getragen durch Kirchheim unter Teck, Dettingen unter Teck und Notzingen ermöglichen. Das Gebiet liegt am nordöstlichen Ortsrand von Dettingen und strategisch günstig südlich der Autobahn A 8.  Im Dezember hatte die Regionalversammlung die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart damit beauftragt, einen Entwurf für die Änderung des Regionalplans zu erarbeiten. Mit der darin vorgesehenen Aufhebung des Regionalen Grünzugs würde eine Voraussetzung für die bauliche Nutzung der entsprechenden Flächen geschaffen. Regionaldirektorin Dr.  Nicola Schelling erläuterte nochmals, dass es keine ausreichenden Standorte für Zukunftstechnologien im Bestand gebe. Für wichtige Maßnahmen müsse daher Freiraum in Anspruch genommen werden. „Der Standort am Hungerberg wurde bereits vor zehn Jahren für die gewerbliche Nutzung erkundet. Hier könnte nun ein hochwertiges Gewerbegebiet entstehen“, warb sie für die Planungsempfehlung der Regionalversammlung. Ein Mehrwert sei an dieser Stelle die Bündelung der Kompetenzen von Regionalplanung und Wirtschaftsförderung.

Im Rahmen eines Regionalplanänderungsverfahrens werden die unterschiedlichen Facetten nachhaltiger Entwicklung und die Auswirkungen, die mit einer Änderung einhergehen würden, beleuchtet. Soziale, ökologische und ökonomische Belange werden dabei systematisch erfasst und gegenübergestellt. Auf dieser Grundlage ist der Entwurf zur Änderung des Regionalplans erarbeitet sowie ein umfassender Umweltbericht erstellt worden. Dem Beschluss der Offenlegung folgt nun das rund drei Monate dauernde Beteiligungsverfahren, mit dessen Durchführung wieder die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart beauftragt ist. Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens können sowohl Träger öffentlicher Belange, Städte und Gemeinden, als auch die Bürgerinnen und Bürger Anregungen und Einwände zur Planung vorbringen. Die Abwägung von privaten und öffentlichen Belangen ebenso wie die abschließende Entscheidung über die Änderung des Regionalplans liegen dann wieder bei der Regionalversammlung. Rechtskräftig wird eine Planänderung dann, wenn das Wirtschaftsministerium als Oberste Landesplanungsbehörde sie genehmigt. Die Entscheidung, ob die zusätzlichen Entwicklungsmöglichkeiten genutzt werden und konkrete Flächen entwickelt werden, obliegt am Ende den zuständigen Gemeinden.

Konzept des Strategischen regionalen Vorhaltestandorts

Die Region Stuttgart steht angesichts des beschleunigten technologischen und ökonomischen Wandels vor weitreichenden Herausforderungen. Für eine zeitnahe Umsetzung von strategischen Investitionsprojekten steht dabei aktu­ell nur ein sehr eingeschränktes Flächenangebot zur Verfügung. 2018 haben der Verband Region Stuttgart und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) daher eine regionale Gewerbeflächenstrategie erarbeitet. Dabei wurde die „Entwicklung eines strategischen regionalen Vorhaltestandortes für regionalbedeutsame Investiti­onsprojekte des technologischen und ökonomischen Wandels“ als Ziel formuliert und als Handlungsfeld beschlossen. Das Konzept des „Regionalen Vorhaltestandorts“ ist ein Lösungsansatz, um dem Defizit an größeren, baureifen Industrieflächen in der Region Stuttgart zu begegnen. Insbesondere besteht ein Mangel an großen, gut an das Fernstraßennetz angebundenen Flächen, die immissionsschutzrechtlich auch einen 24-Stunden-Betrieb zulassen.

Warum erfüllt gerade der Standort „Hungerberg“ die Kriterien für einen Regionalen Vorhaltestandort?

Bereits 2009 wurde in einer Machbarkeitsstudie ermittelt, dass sich die Lage des Standorts mit unmittelbarem Anschluss an das überörtliche Verkehrsnetz mit Autobahn und Bundesstraße sowie Schienenanschluss für eine industrielle oder gewerbliche Entwicklung eignet. Zudem hat die Vereinbarte Verwaltungsge­meinschaft (VVG), in der Dettingen gemeinsam mit Kirchheim und Notzingen organisiert ist, konkrete Kooperationsbereitschaft für eine zeitnahe Baureifmachung und Erschließung von noch im Rahmen der Bauleitplanung festzulegenden Flächen signalisiert. In Zusammenarbeit mit der WRS sind dafür bereits erste vorbereitende Maßnahmen getroffen worden.  

Ergänzender Antrag zur nachhaltigen Entwicklung des Mittelbereichs Kirchheim unter Teck

Ein begleitender Antrag zur Offenlage des Entwurfs zur Regionalplanänderung der Fraktion von CDU/ÖDP fand ebenfalls die Zustimmung der Regionalversammlung. Die Verbandsgeschäftsstelle erhielt den Auftrag, auf die Kommunen zuzugehen, um gemeinsam Konzepte für eine Verbesserung der Naherholungsqualität des Bereichs um den „Hungerberg“ zu entwickeln. Zudem soll ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der ökologischen Leistungsfähigkeit des Gebietes sowie für eine attraktive Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr ausgearbeitet werden. Die Initiierung eines Bürgerdialogs soll zudem die zukunftsorientierte Gestaltung von Wirtschaft, Mobilität und Freiraum für den gesamten Mittelbereich Kirchheim unter Teck voranbringen.

Stimmen der Fraktionen

Roland Schmid (CDU/ÖDP) zufolge fußt die Attraktivität der Region auch auf der Bereitschaft der Kommunen, die Voraussetzungen für Wachstum und Wohlstand zu schaffen. „Wir sind nach wie vor eine gefragte Zuzugsregion mit innovativen Unternehmen und Spitzenpositionen im Export und in Forschung und Entwicklung. Doch, wer sich mit dem Erreichten zufriedengibt, landet schnell im Mittelfeld und gar auf den Abstiegsplätzen“, stellte Schmid fest.  Die Regionalplanänderung sei aktive Zukunftssicherung, Wirtschaftswachstum könne nur mit neuen Flächen erreicht werden. Er kritisierte: „Wenn nichts mehr geht, können wir uns gleich abmelden. Es ist bedenklich, dass jeder neue Anlauf für Gewerbeflächen in Selbstzufriedenheit endet.“ Seine Fraktion wolle jedoch Impulse setzen und die Veränderungen in der Wirtschaft mit Freude begleiten. Schmid forderte eine Willkommenskultur für Unternehmen. Moderne Produktionsanlagen sollten auch in einem Hochlohnland wie Baden-Württemberg möglich sein.

„Wir lehnen die Aufhebung des Grünzugs ab. Er sichert die Freiraumfunktionen Boden, Wasser, Klima, Arten- und Biotopschutz sowie naturbezogene Erholung und besonders die land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung und Produktion“, sagte Dorothee Kraus-Prause. Die ökologischen, verkehrlichen und sozialen Belange sieht ihre Fraktion hier nicht gewahrt. Die Balance zwischen Wirtschaft und Klima stimme nicht. Es werde nicht funktionieren, erst Geld zu verdienen und dann Klimaschutz zu betreiben – Vorsorge sei günstiger als aufwändige Reparatur und neue Fläche schaffe nicht per se mehr Arbeitsplätze. „Wir brauchen innovative Technologien nicht nur im Blick auf Produkte, sondern angesichts endlicher Flächen auch innovative Lösungen für Gewerbe- und Industriestandorte“, so Kraus-Prause. Sie verwies dabei unter anderem auf einen Antrag ihrer Fraktion, an einem konkreten Fall proaktiv und modellhaft die Wiedernutzung einer Industriebrache aufzuzeigen.

Es gehe nicht nur um planungsrechtliche Fragen, „sondern auch darum, welche Möglichkeiten wir der Wirtschaft in unserer Region bieten, um den Strukturwandel umzusetzen, Arbeitsplätze in der Region zu halten und weitere zu schaffen“, konstatierte Gerd Maisch (Freie Wähler). Die mit hoher fachlicher Qualität durchgeführten Untersuchungen hätten eine eindeutige Eignung des Standortes Hungerberg ergeben. Würde man auf die Ausweisung von Vorhaltestandorten verzichten, würden weitere Firmen die Region verlassen. Freiwerdende Gewerbeflächen zu nutzen, sei gut und richtig, reiche aber nicht aus. „Wir Freien Wähler setzen nicht darauf, dass Betriebe den Strukturwandel nicht überleben. Wir schaffen Rahmenbedingungen dafür, dass sie zukunftsfähig bleiben. Wir stehen für unsere Betriebe und eine positive Entwicklung der Region.“

Für Regina Traub (SPD) ist der Beschluss des Beteiligungsverfahrens an diesem Punkt vor allem eine Formalie. Sie stellte fest: „Wir wissen alle, wie hoch der Bedarf an Logistikflächen ist. Aber auch Spitzentechnologien brauchen Flächen.“ Im Umweltbericht werde deutlich, dass bauliche Maßnahmen einige Schutzgüter unwiederbringlich zerstören würden. Unter anderem würden Landwirtschaft auf den betreffenden Flächen für immer unmöglich und das lokale Klimasystem beeinträchtigt. Sie folgerte: „Wenn wir den Grünzug aufgeben, müssen besondere Ansprüche an die Planung gestellt werden. Ausgleichsmaßnahmen müssen direkt im Gebiet oder im direkten Umfeld erfolgen.“ Ein „Gewerbegebiet 4.0“ müsse konzipiert werden: energieeffizient, durchgrünt und mit mehrgeschossigen modularen Produktions- und Lagergebäuden.

Klaus Mauch (AfD) war überzeugt: „Was großflächige Vorhalteflächen angeht, die für eine mögliche konzentrierte Ansiedlung von Technologiefortentwicklungsbranchen geeignet sind, hat die Region die Entwicklung verschlafen.“ Es mangle vor allem an konkret bebaubaren Flächen. Diese seien von besonderer Bedeutung für die Wettbewerbspositionen einzelner Betriebsstandorte. Er betonte: „Es geht nicht um Flächen für jedermann, sondern um Flächen für Zukunftsinvestitionen.“ Seine Partei stimme der Offenlegung als basisdemokratischem Verfahrensschritt gerne zu.

Rena Farquhar (FDP) verwies auf die Bürgerinitiative mit Ziel eines Bürgerbegehrens vor Ort und begrüßte ausdrücklich, dass Bürgerinnen und Bürger die Entscheidung in die eigene Hand nehmen. Gleichzeitig betonte sie aber: „Die Erfahrungen der letzten Zeit zeigen, dass es dringend notwendig ist, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir in der Region nicht auf einer Insel der Seligen leben.“ Für die Region gebe es nur eine Strategie: optimale Ressourcennutzung für optimale Wertschöpfung, Klimaschutz inklusive. Für weitere Verfahren forderte sie im Namen ihrer Fraktion, dass die Region zusammen mit der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der drei Kommunen eine bundesweite Vorreiterrolle bei der Gestaltung und Entwicklung des Projektes übernehme. Zudem brauche es eine aktive, bürgernahe Informationskampagne.

„Den angestrebten Regionalen Gewerbeschwerpunkt in Dettingen findet unsere Fraktion unter dem Aspekt der nachhaltigen Gewerbeflächenentwicklung weiterhin ungeeignet“, betonte Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT). Wenn man die Straßen spürbar von Logistikverkehr entlasten und Schienenlogistik vorantreiben wolle, solle man über den Standort Vaihingen an der Enz mit seiner optimalen, auch fußläufigen Anbindung und nicht über Dettingen mit einem zwei Kilometer entfernten Regionalhalt reden. Für die Technologien der Zukunft dürften nicht die Lebensgrundlagen künftiger Generationen geopfert werden.

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news-1027 Thu, 29 Apr 2021 10:21:14 +0200 Regionalversammlung ermöglicht digitale Beschlussfassung Die Satzung wird entsprechend angepasst. In Ausnahmesituationen kann die Gremienarbeit dann auch online erfolgen. presse/artikel/aktuell/regionalversammlung-ermoeglicht-digitale-beschlussfassung/ Für alle Fälle gewappnet: Ausschusssitzungen der Regionalversammlung können künftig, wenn erforderlich, auch per Videokonferenz erfolgen. Dem hat die Regionalversammlung am Mittwoch zugestimmt. So kann auch in Ausnahmesituation gewährleistet werden, dass das Gremium beschlussfähig ist.

Eine Sitzung ohne persönliche Anwesenheit kann zukünftig stattfinden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die Sitzung muss „notwendig“ sein. Sie behandelt dann entweder Gegenstände einfacher Art oder kann aus schwerwiegenden Gründen nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden. Grundvoraussetzung ist, dass Bild und Ton zeitgleich übertragen werden können, um die Beratung und Beschlussfassung zu ermöglichen. Da die Sitzungen der Regionalversammlung und ihrer Ausschüsse grundsätzlich öffentlich sind, gibt es auch bei Videokonferenzen eine Übertragung in einen öffentlich zugänglichen Raum.

Aufgrund der besonderen Lage während der Corona-Pandemie hat das Land bereits im Mai 2020 ein Gesetz verabschiedet, um Beschlüsse ohne persönliche Anwesenheit zu ermöglichen. Bis Ende 2020 war die Regelung ohne Satzungsänderung gültig. Damit digitale Sitzungen weiterhin möglich sind, muss die entsprechende Regelung nun in der Satzung des Verbands Region Stuttgart festgeschrieben werden.

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news-1026 Thu, 29 Apr 2021 10:17:50 +0200 Wechsel in der Regionalversammlung Fritz Kuhn scheidet aus, Dr. Christine Lehmann rückt nach – weitere Änderungen bei Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Aufsichtsratsposten presse/artikel/aktuell/wechsel-in-der-regionalversammlung-1/ Der ehemalige Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn ist am Mittwoch aus der Regionalversammlung ausgeschieden. Er gehörte der Regionalfraktion von Bündnis 90/die Grünen an. Kuhn war seit 2014 Mitglied der Regionalversammlung, unter anderem von 2014 bis 2019 als stellvertretender Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart. Der Verbandsvorsitzende, Thomas S. Bopp, dankte Fritz Kuhn für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und erinnerte an Leuchtturme der Zusammenarbeit von Stuttgart und der Region: „Wir konnten Vieles gemeinsam auf den Weg bringen.“ Unter anderem nannte er den ÖPNV-Pakt, die Tarifzonenreform, die Vollintegration des Landkreises Göppingen, die IBA`27, aber auch die Deutschlandtour 2018 mit ihrem Jedermannrennen. Kuhn zog zum Ende seiner Zeit als Regionalrat Resümee: „Die Region ist ein wichtiges Gebilde in Baden-Württemberg mit ihren Aufgaben, insbesondere im Verkehr und beim Wohnen.“ Als „ungelösten Geburtsfehler“ bezeichnete er die Umlagefinanzierung des Verbands Region Stuttgart. Aus dem Wahlkreis Stuttgart ist Dr. Christine Lehmann nachgerückt, die der Vorsitzende in der Sitzung vereidigte.

Weitere Änderungen gab es bei der Besetzung von regionalen Ausschüssen, Arbeitskreisen und Aufsichtsratsposten, hier hatten sich die Fraktionen auf einen gemeinsamen Vorschlag geeinigt und die Regionalversammlung hat diesen einstimmig beschlossen. Notwendig wurden die Neubesetzungen durch den Wechsel bei der Fraktion Bündnis 90/die Grünen, durch das Ausscheiden von zwei Mitgliedern der AfD-Fraktion aus der Regionalversammlung im Dezember und wegen des Wunsches der CDU/ÖDP-Fraktion nach einer fraktionsinternen Umbesetzung. Im Ergebnis wechselte im Aufsichtsrat der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH der Sitz von Dr. Frank Nopper hin zu Andreas Koch (beide CDU/ÖDP). In diesen Aufsichtsrat wurde ebenfalls Ulrich Dilger (Bündnis 90/die Grünen) für ein ausgeschiedenes Mitglied der AfD-Fraktion gewählt. Die Posten der ausgeschiedenen AfD-Mitglieder im Aufsichtsrat des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH wurden nun mit Helmut Noë und mit Elke Kreisner als seine Stellvertreterin besetzt (beide CDU/ÖDP). Auch bei den Ausschüssen für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung, für Planung und für Verkehr sowie in den Arbeitsgruppen Verkehr und Nachhaltige Mobilität ergaben sich einzelne Änderungen. 

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news-1025 Fri, 23 Apr 2021 13:42:51 +0200 Region diskutiert Tunnel für die Gäubahn Der Bau des „Gäubahn-Tunnels“ zwischen Böblingen und Flughafen Stuttgart bringt Vorteile für den S-Bahn-Verkehr in der Region. presse/artikel/aktuell/region-diskutiert-tunnel-fuer-die-gaeubahn/ Im Zuge der Planungen rund um den Deutschland-Takt wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ein Ausbaukonzept für den deutschen Abschnitt der Gäubahntrasse zwischen Zürich und Stuttgart entwickelt. Da in diesem Zusammenhang vor allem die Pläne für den sogenannten „Gäubahn-Tunnel“ zwischen Böblingen und Flughafen sowohl Einfluss auf das Projekt Stuttgart 21 als auch auf den S-Bahn-Verkehr in der Region haben, wurde der aktuelle Stand des Konzeptes auf Anträge der CDU/ÖDP-Fraktion und von Bündnis 90/Die Grünen in der Sitzung des Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch diskutiert.

Der Gäubahntunnel

Beim „Gäubahntunnel“ handelt es sich um einen zweigleisigen Tunnel-Neubau zwischen Flughafen und Böblingen-Goldberg. Er trägt dazu bei, die Fahrzeit im Fern- und Regionalverkehr zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Böblingen um mehrere Minuten zu verkürzen. Die bisherige Planung in diesem Bereich (PFA 1.3b) sieht vor, dass sich der Fern- und Regionalverkehr über die neu gebaute Roher Kurve kommend zwischen Stuttgart-Rohr und Flughafen die Gleise mit den S-Bahn-Linien S2 und S3 teilen. Dieser Mischverkehrsabschnitt würde durch den „Gäubahntunnel“ auf einer Streckenlänge von 12 Kilometern entfallen. Konkret wird der Streckenabschnitt Abzweig Gäubahntunnel bis Stuttgart-Rohr durch den Entfall des Fernverkehrs und großer Teile des Regionalverkehrs deutlich entlastet. Der Abschnitt Stuttgart-Rohr bis Flughafen steht dann ausschließlich für die S-Bahn zur Verfügung, was eine flexiblere Fahrplanplanung ermöglicht. Durch den Gäubahnausbau ergibt sich die Chance den 15-Minutentakt auf der S1 durchgängig bis Herrenberg zu führen. Wird der „Gäubahntunnel“ realisiert, können mehrerer Infrastrukturelemente entfallen, die im Rahmen von Stuttgart 21 vorgesehen waren: Die Rohrer Kurve, die Station 3. Gleis am Flughafen, der Tunnel Flughafenkurve mit Stutzen zur späteren Anbindung an die Neubaustrecke sowie die Aufweitung des Gleisabstands der bestehenden S-Bahn-Strecke.

Zeitschiene und Ersatzkonzept

Die erforderlichen Realisierungszeiten für die Antragstrasse PFA 1.3b und den „Gäubahntunnel“ halten sich die Waage. Für den „Gäubahntunnel“ ist von einem Zeitraum von 4 Jahren für die Planung und Genehmigung und 6 Jahren für die Baudurchführung auszugehen. Die Realisierung ist aufgrund der weitgehenden unterirdischen Bauweise deutlich einfacher. Die Planungen für die Antragstrasse sind bereits weit fortgeschritten. Aufgrund der schwierigeren Umsetzung ist jedoch auch für den PFA 1.3b von einem Zeitraum von 10 Jahren bis zur Inbetriebnahme auszugehen. Für den Zeitraum bis zur vollständigen Inbetriebnahme einer der beiden Varianten wurde ein Ersatzkonzept für die Verkehre entwickelt, die in diesem Zeitraum nicht bis zum Hauptbahnhof geführt werden. Dass dieses Ersatzkonzept funktioniert, wurde zwischenzeitlich nachgewiesen, einen wesentlichen Beitrag dazu leistet dabei die vom Verband Region Stuttgart bereits beschlossene Durchbindung von 4 S-Bahn-Zügen aus dem Nordast bis Vaihingen (2 davon bis Böblingen/Ehningen). Weiterer wichtiger Bestandteil des Ersatzkonzeptes ist auch die Realisierung des Nordhalts mit der Sicherung des Eisenbahnbetriebs auf der Panoramabahn.

Gesamtkonzept Gäubahnausbau

Das Gesamtkonzept für die Gäubahn umfasst neben dem „Gäubahntunnel“ die abschnittsweise Geschwindigkeitserhöhung Stuttgart – Singen, die Ertüchtigung der Strecke Herrenberg – Eutingen, den eingleisiger Neubau Neckarhausen – Sulz, den zweigleisigen Ausbau Sulz – Epfendorf , den zweigleisiger Ausbau Rietheim – Tuttlingen, sowie den Neubau der Singener Kurve. Die Maßnahmen umfassen ein geschätztes Investitionsvolumen von insgesamt rund 2,1 Milliarden Euro, wovon rund 900 Millionen Euro auf den Tunnel entfallen. Durch die Maßnahmen ergeben sich Fahrzeitverkürzungen von über 20 Minuten für die Strecke nach Zürich. Davon profitiert die Region Stuttgart durch deutliche Fahrzeitverkürzungen im Regionalverkehr zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Böblingen bzw. Herrenberg.

Ausblick

Im vergangenen Lenkungskreis zu Stuttgart 21 wurde besprochen, dass Bahnvorstand Ronald Pofalla und der Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg Winfried Hermann zur weiteren Vorgehensweise beim „Gäubahntunnel“ Gespräche mit den Bund aufnehmen. Der Verband Region Stuttgart steht zu den bisherigen Planungen PFA 1.3b solange keine Änderungen der S21-Verträge im Konsens mit den Partnern sich abzeichnen.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) möchte beim „Gäubahntunnel“ eine wichtige Abwägung machen: „Wie viele Fahrgäste steigen denn tatsächlich in Böblingen in Richtung Zürich ein und welche Vorzüge hat es, wenn wir die Taktlücke der S-Bahn in Richtung Herrenberg schließen können.“ Dafür brauche es jedoch belastbare Zahlen. Insgesamt bedeute der „Gäubahntunnel“ jedoch einen Quantensprung für die S-Bahn in der Region, vor allem was mögliche Kapazitätserweiterungen angehe. „Für die Realisierung gibt es nur ein kleines Zeitfenster, das wir nutzen sollten“, so Ganske weiter. Der Regionalrat regte an, dass der Verband mit einem Fragenkatalog auf die Bahn zugehen solle, um alle offenen Fragen zu klären.

Für Michael Lateier (Bündnis 90/Die Grünen) ist die die Thematik rund um den „Gäubahntunnel“ ein Offenbarungseid der Bundesrepublik Deutschland was Bahnpolitik angeht. „Es gibt einen Staatsvertrag für die Strecke Stuttgart – Zürich, dessen Umsetzung immer wieder verschoben wird.“ Natürlich gebe es auch Vorteile für die S-Bahn, aber es reiche nicht aus, immer nur Berichte zur Thematik zu bekommen: „Als Vertragspartner müssen wir uns aktiv an den Gesprächen zu den Plänen beteiligen“, so Lateier weiter. Wichtig sei auch die Frage, was mit dem Geld passiere, mit dem man sich beteiligen wollte, wenn die Projekte, an die es geknüpft ist, gar nicht umgesetzt werden.

Als ein „Geschenk des Himmels“ bezeichnete Bernhard Maier (Freie Wähler) die Pläne für den „Gäubahntunnel“. „Wie kann man die glasklaren Vorteile für die S-Bahn hier nicht sehen?“ Vorteile in der Reisezeit, Vorteile für die Lärmbelästigung in Leinfelden-Echterdingen, Wegfall der Sperrung der S-Bahn in Richtung Filderstadt: „Der Bund hat das vorgeschlagen und will es bauen – wir freuen uns darüber und müssen den Prozess positiv begleiten“, so Maier weiter. Man müsse natürlich über die Gelder reden, die der Verband zur Finanzierung eingeplant hat, aber nicht jetzt, sondern im weiteren Prozess.

„Wenn das Bundesverkehrsministerium sich dem „Gäubahntunnel“ annehmen will, soll uns das Recht sein,“, sagt Thomas Leipnitz (SPD). „Beim Ausbau der Gäubahn sei lange nichts passiert und durch den Deutschlandtakt ist jetzt wieder Schwung in die Sache gekommen.“ Für ihn sei allerdings die Frage der Finanzierung ein Knackpunkt und er sieht mit dem „Gäubahntunnel“ einen Wegfall der Grundlage für die Mitfinanzierung.

Holger Dorn (AfD) sieht den „Gäubahntunnel“ prinzipiell positiv: „Allerdings sind viele Nachfragen berechtigt. Zudem gibt es ein planerisches Risiko, da aktuell nicht ausreichend Informationen vorliegen.“ Nun gelte es die anstehenden Beratungen zu begleiten und dafür zu sorgen, dass es zu keinen Verzögerungen komme.

Hans Dieter Scherer (FDP) sieht im „Gäubahntunnel“ eine Chance: „Für uns in der Region ist das eine tolle Geschichte, auf die man schon vor fünf Jahren hätte kommen können.“ Sicherlich seien noch viele Fragen offen: „Die Anbindung nach Zürich ist sehr wichtig, auch als Verbindung zwischen den beiden Regionen.“ Zudem helfe der Tunnel, das S-Bahn-Netz stabiler fahren zu können.

„Der „Gäubahntunnel“ hat durchaus positive Effekte auf den Deutschlandtakt“, so Wolfgang Hoepfner (Die Linke/Pirat). Allerdings gebe es keinen Zeitplan und keine gesicherte Finanzierung. „Das ist brandgefährlich, da das Risiko besteht, dass das Projekt noch platzt.“

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news-1024 Fri, 23 Apr 2021 13:38:38 +0200 Pünktlichkeit, Fahrgastzahlen und -Bewertung der S-Bahn in 2020 Starke Beeinträchtigung durch COVID-19-Pandemie für das S-Bahn-Jahr 2020: Einbruch der Fahrgastzahlen um 40 Prozent - Bessere Pünktlichkeit bei gleichzeitiger Ausweitung des 15-Minuten-Taktes. presse/artikel/aktuell/puenktlichkeit-fahrgastzahlen-und-bewertung-der-s-bahn-in-2020/ Der Betrieb der S-Bahn Stuttgart war 2020 ab Mitte März geprägt durch die COVID-19-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen quer durch alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche. Entsprechend sind Pünktlichkeit und Qualität im Jahr 2020 unter anderem aufgrund der stark reduzierten Fahrgastzahlen schwierig mit den vorherigen Jahren zu vergleichen. Die Zahlen des vergangenen Jahres wurden in der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch präsentiert. Zudem wurde erstmalig von der S-Bahn Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart ein Jahresbericht in Magazinform erstellt, der die Zahlen aus dem Jahr 2020 kompakt und übersichtlich wiedergibt. Neben den Fahrgastzahlen und den Pünktlichkeitswerten wurden zudem die Qualitätsbewertungen der Fahrgäste vorgestellt. Hier können S-Bahn und Verband Region Stuttgart auf Verbesserungen in vielen Bereichen blicken.

Entwicklung Fahrgastzahlen und Pünktlichkeit

Nach anfänglichen Betriebskürzungen zu Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 hat die S-Bahn schnell wieder das „normale“ Betriebsprogramm aufgenommen, mit Ausnahme des Nachtverkehrs am Wochenende. Vorrangiges Ziel war dabei in allen Phasen die Bereitstellung eines möglichst stabilen und zuverlässigen Angebots bei gleichzeitig vollem Platzangebot, um gerade in dieser kritischen Situation diejenigen Fahrgäste zu unterstützen, die zwingend auf die Nutzung der S-Bahn angewiesen waren. Der Wegfall vieler Fahrtanlässe im Pendler-, Schüler und Freizeitverkehr führte trotzdem zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen auf 78,6 Millionen (Vorjahr 133 Millionen) und damit rund 40 Prozent hinter den Zahlen des Vorjahres.

„Die gute Nachricht ist, dass die S-Bahnen in Stuttgart zwei Prozentpunkte pünktlicher gefahren sind. 97 von 100 Zügen fahren im Rahmen“ fasst Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart, das Jahresergebnis 2020 zusammen. Die Gesamtpünktlichkeitswerte bei Verspätungen unter sechs Minuten sind im Vergleich zum Vorjahr von 95,3 Prozent auf 97,3 Prozent gestiegen. Betrachtet man Verspätungen unter drei Minuten so liegt der Pünktlichkeitswert bei 90,7 Prozent (2019: 84,4 Prozent). In der Hauptverkehrszeit waren 85,8 Prozent der Züge weniger als drei Minuten verspätet, während es 2019 noch 75,8 Prozent waren. Bei der Verspätung um sechs Minuten ist der Wert von 92,9 in 2019 auf 96,1 Prozent in 2020 gestiegen. Die Pünktlichkeitswerte liegen somit deutlich über den Vorjahresergebnissen.

„Corona und die Auswirkungen auf die Fahrgastzahlen sind dabei das eine. Auf der anderen Seite sind wir werktags 60 Züge mehr gefahren, sodass unsere Fahrgäste von einem größeren Platzangebot profitieren konnten. Das ist reibungslos gelaufen und zeigt, dass auch unsere Qualitätsprogramme für eine starke Schiene greifen“, so Rothenstein weiter. Statt bislang 838 Zügen sind 2020 werktags 897 Züge gefahren, was einer Steigerung von 7 Prozent und einer Erhöhung von über 20.000 Sitzplätzen pro Tag entspricht. Die Pünktlichkeitswerte  sind zwar ohne Zweifel durch die rückläufigen Fahrgastzahlen aufgrund der COVID-19-Pandemie beeinflusst, gleichzeitig zeigt auch das DB-geschäftsfeldübergreifende Qualitätsprogramm „Jede Sekunde zählt!“ der S-Bahn Stuttgart mit den Partnern DB Netz und DB Station&Service Wirkung. Beispiele sind Maßnahmen zur Reduktion sowohl der Haltezeitüberschreitung als auch der Fahrzeugstörungen im Betrieb, umfangreiche Verbesserungen der Fahrgastinformation an den Stationen, aber auch eine nachhaltige Beseitigung von Störungsursachen der Schieneninfrastruktur verbunden mit einer Weiterführung der präventiven Instandhaltung. Auch konnte die Gesamtbelastung auf einzelnen Mischverkehrsabschnitten deutlich verringert werden, was sich in der Folge stabilisierend auf den gesamten S-Bahn-Betrieb ausgewirkt hat.

Sicherheit, Sauberkeit und Fahrgastinformation

Positive Entwicklungen sind fast durchgängig in den Bereichen der Fahrgastbewertung festzustellen. Die Fahrgastnote bei der Pünktlichkeit konnte von 3,3 im Vorjahr auf 2,8 gesteigert werden. Verbesserungen gibt es auch bei der Fahrgastinformation. Diese wurde im Regelfall von den Fahrgästen mit einer 2,3 (Vorjahr 2,5) bewertet, bei Verspätungen mit 3,0 (Vorjahr 3,2). Bei der Sicherheit und Sauberkeit der S-Bahn wurden die guten Werte von 2,0 (Sicherheit) und 2,3 (Sauberkeit) aus dem letzten Jahr bestätigt.

Ausblick

„Die Qualitätszahlen des vergangenen Jahres und die Kundenbewertungen sind Ansporn, uns für einen attraktiven ÖPNV weiter mächtig ins Zeug zu legen“, sagt Rothenstein mit Blick auf die Modernisierung der Stammstrecke in den nächsten Jahren. „Der digitale Knoten Stuttgart wird für die S-Bahn einen deutlichen Qualitätssprung bringen.“ Im Vorfeld der anstehenden Digitalisierungsarbeiten im Bahnknoten Stuttgart werden in diesem Jahr die Gleisanlagen und die Stationen im Bereich der Stammstrecke zwischen Vaihingen und Hauptbahnhof modernisiert. Für die Dauer der Sperrung während der Schulsommerferien wird dann vor allem die Fahrgastinformation eine besondere Rolle spielen. Das in diesem Zusammenhang erstellte Kommunikationskonzept der S-Bahn wurde ebenfalls in der Sitzung des Verkehrsausschusses vorgestellt. Informationen zur Modernisierung der Stammstrecke der S-Bahn gibt die Deutsche Bahn auf der Webseite s-bahn-stuttgart.de.

Stimmen aus den Fraktionen

„Es ist gut, dass wir uns verbessert haben, aber ich hätte erwartet, dass wir die Pünktlichkeitsziele im vergangenen Jahr erreichen“, so Rainer Ganske (CDU/ÖDP).  „Dass wir dies trotz der Corona-bedingten geringen Belegung nicht geschafft haben, sorgt für Erklärungsbedarf.“ Man erkenne zwar, dass viele kleine Puzzleteile einen positiven Effekt erzielen, trotzdem stelle sich die Frage, wo es im Moment noch Möglichkeiten für Verbesserungen gebe. „Positiv sind die Ergebnisse der Kundenbefragung hervorzuheben“, ergänzte Ganske.

Für Heike Schiller (Bündnis 90/Die Grünen) sind die Zahlen erwartungsgemäß unspektakulär. „Auf Grund der Fahrgastzahlen sind sie mit den Vorjahren nicht vergleichbar“, so die Regionalrätin. Für sie drängt sich durch die Tatsache, dass mit weniger Fahrgästen die Qualität steigt, vor allem die Frage auf: „Was können wir aus diesem Jahr mit wenigen Fahrgästen für Schlüsse für die Zukunft ziehen, wenn die Zahlen wieder steigen?“ Mit der Einführung von ETCS, neuen Zügen und vielen weiteren Maßnahmen, mache man bereits viel, aber welche Maßnahmen sorgen für eine stabile Qualität?

Für Bernhard Maier (Freie Wähler) sind die positiven Entwicklungen klar auf die Corona-bedingten geringen Fahrgastzahlen zurückzuführen. „Trotzdem stellt sich die Frage, was noch passieren muss, damit wir die Zielwerte erreichen – ich sehe da wenig Perspektiven.“ Gleichzeitig würden die Werte zeigen, wo die kritischen Stellen in der Infrastruktur sind: „Wir müssen alles tun, um die S-Bahn vom Mischverkehr zu befreien, denn da wo wir von anderen Trägern abhängig sind, ist es schwieriger aktiv zu werden.“

„Trotz der Verbesserungen in der Pünktlichkeit gilt es den Zielwert im Auge zu behalten“, so Ines Schmidt (SPD). „Positiv kann man zudem die Werte bei der Kundenzufriedenheit im Bereich Sauberkeit und Sicherheit hervorheben.“ Im Bereich der Sicherheit wünschte sich die Regionalrätin jedoch eine separate Bewertung für die Abendstunden, wenn die Züge wenig frequentiert sind.

Für Holger Dorn (AfD) ist die Aussagekraft von den Statistiken begrenzt. „Klar ist jedoch, die Mischverkehre sind der Engpass.“  Bei der Kundenbewertung für ‚Informationen bei Störungen‘ müsse man prüfen, welche Möglichkeiten es noch gebe, um die Reisenden zu erreichen. „Unabhängig von Corona ist zudem festzustellen, dass bei den Fahrgastzahlen auf der Stammstrecke eine gewisse Sättigung erreicht ist seit 2017, eventuell ist hier die Kapazitätsgrenze erreicht.“

Für Gabriele Heise (FDP) ist klar erkennbar: „Die Bemühungen tragen Früchte, da müssen wir dranbleiben und auch an kleinen Verbesserungen anknüpfen.“ Sorge machen Heise die Werte bei der ‚Information bei Störungen‘: „Gerade bezogen auf die anstehende Stammstreckensperrung muss daran gearbeitet werden.“

Für Michael Knödler (Die Linke/Pirat) ist wichtig: „Dass bei der Freude über die Steigerung der Pünktlichkeit nicht verschwiegen wird, dass wir die Zielwerte noch nicht erreichen.“ Er hinterfragte zudem: „Die Bewertung bei der Sicherheit ist gut, warum will die Regionalversammlung dann in mehr Videoüberwachung investieren?“

Den „Jahresbericht 2020“ von Verband Region Stuttgart und S-Bahn Stuttgart steht unter www.region-stuttgart.org/sbahn zum Download bereit.

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news-1023 Fri, 23 Apr 2021 13:26:32 +0200 Ringschluss von Fildern ins Neckartal Studie zur Wirtschaftlichkeit: Variante als Regionalbahn über die Neubaustrecke nach Kirchheim unter Teck könnte weiterverfolgt werden presse/artikel/aktuell/ringschluss-von-fildern-ins-neckartal/ Seit Jahren wird eine verbesserte Schienenverbindung des Filderraums mit dem Neckartal diskutiert, ihre Machbarkeit wurde geprüft und sie floss als Option in Planungen ein. Auch aus der Regionalversammlung kam mehrfach der Wunsch, zu untersuchen, ob eine direkte Verbindung eine Realisierungschance hat. Nun ist klar: Es gibt eine Variante, die gegebenenfalls weiterverfolgt werden könnte - ein Stuttgart-Kirchheim-Express („StuKiX“) als Regionalbahn. Allerdings müsste man dafür noch zusätzliche Potenziale heben. Das ergab eine Wirtschaftlichkeitsstudie für einen möglichen Ringschluss von der Filderebene ins Neckartal, die der Verband Region Stuttgart beim Verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart GmbH (VWI) in Zusammenarbeit mit DB Engineering & Consulting beauftragt hat. Der VWI-Gutachter Stefan Tritschler stellte die Ergebnisse am Mittwoch im Verkehrsausschuss vor. Unter anderem legte er dar, dass die untersuchten Varianten mit einem herkömmlichen S-Bahn-Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen vorerst nicht weiterverfolgt werden sollten.

Die „StuKiX“-Variante führt abwechselnd von Göppingen und Karlsruhe kommend mit zwei Fahrten pro Stunde und Richtung über den Stuttgarter Hauptbahnhof, durch den Fildertunnel zum Filderbahnhof, dort auf die Neubaustrecke und weiter via Wendlinger Südumfahrung über Ötlingen nach Kirchheim unter Teck. Neben einer besseren Anbindung des Raumes Kirchheim unter Teck mit deutlich kürzeren Fahrtzeiten auf die Fildern und zum Hauptbahnhof könnte die Verbindung zur Entlastung der S-Bahnlinie S1 beitragen. Eine Südumfahrung von Wendlingen müsste noch gebaut werden, darauf könnte dann ebenfalls die S-Bahn fahren. Für die „StuKiX“-Variante ergab sich ein Nutzen-Kosten-Faktor von 0,64. Erst ab einem Wert von eins ist ein Vorhaben wirtschaftlich und damit grundsätzlich förderfähig.

Im Weiteren wird sich der Verband Region Stuttgart mit dem Land Baden-Württemberg als Aufgabeträger für den Regionalverkehr abstimmen. Optimierungen wie beispielsweise eine Kombination mit anderen verkehrlichen Maßnahmen könnten für weitere Fahrgäste sorgen und die Wirtschaftlichkeit noch verbessern, damit das Vorhaben förderfähig wird. Deshalb sollen die Erkenntnisse auch in der Machbarkeitsstudie über eine Schienenverbindung von Kirchheim über Weilheim, Bad Boll und Göppingen nach Schwäbisch Gmünd berücksichtigt werden. 

Über die Studie

Auf Grundlage aktuell verfügbarer Verkehrsdaten für das Prognosejahr 2030 wurden Trassenvarianten sowohl über Neuhausen wie auch die Neubaustrecke untersucht. Des Weiteren berücksichtigt die Studie beide mögliche Gäubahnanbindungen an den Flughafen: über ein drittes Gleis an der S-Bahn-Station, wie es der S 21-Planfeststellungsabschnitt 1.3b vorsieht, oder über einen aktuell diskutierten, eigenen Tunnel aus Richtung Böblingen. Bei allen untersuchten Optionen, insbesondere bei den S-Bahn-Varianten, zeigte sich, dass einem meist hohen verkehrlichen und sonstigem Nutzen wie beispielsweise weniger Schadstoffe enorme Kosten für die Infrastruktur, für die Anschaffung zusätzlicher Fahrzeuge und für den Betrieb entgegenstehen.

Stimmen aus den Fraktionen

Ilona Koch (CDU/ÖDP) verwies auf die Stammstrecke als „limitierenden Faktor“ im S-Bahn-System, veränderte Siedlungs- und Verkehrsstrukturen mit Verlagerungen in die Peripherie und ein verändertes Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger. Daher gelte es, den Ringschluss zu vollziehen: „Die Möglichkeit einer Tangentialen entlastet die Stammstrecke“. Es sei „richtig und wichtig“, deren Wirtschaftlichkeit zu untersuchen. Koch befand: „Das Ergebnis ist ernüchternd, auch für die Kommunen.“ Beim Nutzen-Kosten-Faktor von „StuKiX“ fehle ihrer Fraktion die Fantasie, wie der Faktor eins noch erreicht werden könne. Man solle trotzdem am Ziel einer attraktiven Schienenverbindung als umweltfreundliches Verkehrsangebot festhalten: „Das hat großen Charme für die Anwohner im Raum Kirchheim und Umgebung.“ Koch forderte eine gute Einbindung der betroffenen Kommunen.

Prof. Dr. André Reichel (Bündnis 90/Die Grünen) stellte fest: „Jetzt ist der Moment, wo wir uns ehrlich machen müssen und anerkennen, dass es keinen Ringschluss von den Fildern ins Neckartal mit der S-Bahn geben wird.“ Dieses Kapitel werde heute geschlossen und ein neues Kapitel aufgemacht, das im Ergebnis eher ein Metropolexpresszug sein wird. Bei den unterschiedlichen Einstiegshöhen von Regionalbahn und S-Bahn seien „Anpassungen notwendig.“ „Auch ein Nutzen-Kosten-Faktor von 0,64 braucht noch viel Optimierungsaufwand“, so Prof. Dr. Reichel. Man brauche eine zweigleisige Südumfahrung von Wendlingen und solle dazu dringend mit dem Land in weitere Abstimmungen gehen. Zudem regte er an, zu prüfen, wie man der dortigen Raumschaft attraktive Verkehrsangebote machen könne.

Frank Buß (Freie Wähler) forderte: „Die Filderebene und das Neckartal sind hoch verdichtete Verkehrsräume, die dringend entlastet werden müssen.“ Weiter: „Wir hatten Hoffnungen auf eine bezahlbare Lösung als Beitrag zur Verkehrswende. Das Ergebnis nehmen wir nur ungern zur Kenntnis. aber es ist notwendig, es mit aller Klarheit auf den Tisch zu legen.“ Die „StuKiX“-Variante sei eine Chance für die Bevölkerung von Kirchheim, Weilheim und das Lenninger Tal sowie des Raums entlang einer Boller Bahn, wegen der Südumfahrung insbesondere aber auch für die Anlieger in Wendlingen. Er regte an, zu untersuchen, ob ein Schnellbus über die Autobahn rasch Verbesserungen bringe könnte.

Auch Thomas Leipnitz (SPD) konstatierte: „Die Botschaft kommt nicht überraschend, der Ringschluss ist tot. Wir müssen den Blick nach vorne richten.“ Als ein Vorteil der „StuKix“-Variante hob auch er die Südumfahrung Wendlingens heraus, hier käme man ohne das Land als Partner nicht weiter. Für seine Fraktion sei die Frage der Barrierefreiheit auf der Strecke „zentral“. Zudem befürwortete auch er Überlegungen für Streckenoptimierungen beim Relex-Bus.

„Es hilft nichts, wir müssen nun nach vorne schauen“, sagte Holger Dorn (AFD), „der ‚StuKiX‘ ist die einige Möglichkeit, weiter voranzugehen. Er wünschte sich einen „Prüfauftrag“ zum Relex-Bus.

Armin Serwani (FDP) befand: „Die Studie zeigt, dass ‚StuKiX‘ nicht befriedigend ist, aber die einzige Möglichkeit.“ Ein großer Vorteil sei die Entlastung der Wendlinger Innenstadt. Er setzt seine Hoffnungen diesbezüglich auf die neue Landesregierung.

„Die S-Bahn über Neuhausen hinaus ist gestorben.“ meinte Wolfgang Hoepfner (Die Linke/Pirat). Auch die „StuKiX“-Variante habe „keine zusätzliche Erschließungswirkung für die Fildern“. Jedoch verfüge ein Expressbus nicht über die gleichen Potenziale wie eine Schienenverbindung, Menschen in den ÖPNV zu bringen.

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news-1022 Fri, 16 Apr 2021 09:06:56 +0200 e-Carsharing im Landkreis Göppingen kommt in Fahrt Zwei e-Cars stehen ab sofort beim Landratsamt in Göppingen für alle Bürgerinnen und Bürger auf Abruf zur Verfügung. Das ist der Auftakt eines flächendeckenden E-Carsharing-Netzes, das in den nächsten zwei Jahren von der deer GmbH aus Calw und dem Geislinger Albwerk aufgebaut wird. Kofinanziert wird das Projekt vom Verband Region Stuttgart. presse/artikel/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1022&cHash=5d2b216fe7a311b25bcf3b4b4e2891ad Die e-Cars sind Teil der Fahrzeug-Flotte der deer GmbH aus Calw am Schwarzwaldrand. Das Unternehmen, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Calw, ist auf e-Carsharing-Lösungen für den ländlichen Raum spezialisiert. Schon von weither sind die e-Autos am Erkennungszeichen der deer, dem grünen Hirsch, zu erkennen. Zudem tragen sie die Logos des Landkreises Göppingen, des Geislinger Albwerks und der Region Stuttgart. Während das Albwerk das Projekt im Landkreis gemeinsam mit der deer GmbH vorantreibt und realisiert, sorgt der Verband Region Stuttgart im Rahmen seines Kofinanzierungsprogramms „Modellregion für nachhaltige Mobilität“ mit einer Unterstützung in Höhe von 50 Prozent für die notwendigen finanziellen Mittel. Die beiden Unternehmen hatten sich mit ihrem Vorhaben beim regionalen Programm beworben. Insgesamt fließen rund 480.000 Euro seitens des Verbands für den Aufbau eines flächendeckenden e-Carsharingnetzes und einer dazugehörigen Ladeinfrastruktur in den Landkreis.

In zwei Ausbaustufen werden durch den neuen Verbund bis Jahresende 2022 rund 30 Elektroautos zum Mieten im Landkreis zur Verfügung stehen. Bei Interesse können weitere Kommunen und Firmen von einem Zuschuss zur Ladeinfrastruktur und der Nutzung des e-Carsharings profitieren. Registrierte Kunden können die Fahrzeuge bequem per App für den gewünschten Zeitraum reservieren und ihre Fahrt innerhalb des deer Mobilitätnetzes an jedem beliebigen Ort beginnen und beenden. Insgesamt gibt es bereits 150 Standorte in Baden-Württemberg, davon bislang acht im Landkreis Göppingen. Der neue Standort am Landratsamt verfügt über jeweils zwei Plätze für das e-Carsharing und für Kunden, die ihre eigenen E-Fahrzeuge laden möchten.

Bei Landrat Edgar Wolff war die Freude groß als Ende 2019 die Nachricht ins Haus flatterte, dass der Verband Region Stuttgart die Kommunen im Landkreis in diesem Umfang unterstützen würde. „Gerade im ländlichen Raum kann e-Carsharing einen wichtigen Beitrag zu einer neuen, klimafreundlichen Mobilität leisten“, so der Landrat. Sein Dank gilt dem Verband sowie der deer GmbH und dem Albwerk für ihr Engagement und ihre Unterstützung. Die für den 16. April 2021 geplante gemeinsame Übergabeveranstaltung am Landratsamt musste aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation zwar abgesagt werden, dennoch ist dem Landrat die nachhaltige Mobilitätslösung wichtig: „Mit einem flächendeckenden e-Carsharing-Netzwerk kommen wir als Landkreis unserem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein, wieder ein Stückchen näher. Deshalb war es für uns selbstverständlich, sich auch als Landratsamt mit zwei Fahrzeugen hier einzubringen.“

Für Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, stand der Zugewinn an Mobilität in einer ländlich strukturierten Raumschaft im Vordergrund: „Was uns überzeugt hat, ist die Vernetzung von ländlich gelegenen Kommunen mit einer umweltfreundlichen und flexiblen Mobilitätsform. Gerade dort, wo der ÖPNV heute oft nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, bleibt der Individualverkehr Mittel der Wahl für die Menschen. Mit unserer Anschubfinanzierung wird hier Elektromobilität erfahrbar - zu bezahlbaren Preisen und im notwendigen Paket mit der Ladeinfrastruktur.“ Ausschlaggebend für die Förderzusage war, dass sich mindestens 50 Prozent der Kommunen im Landkreis an dem Verbund beteiligen.

Dass für die Kommunen in der Region das Angebot von klimafreundlichen Mobilitätsangeboten ein wichtiges Zunkunftsthema ist, sieht Hubert Rinklin, Vorstandsvorsitzender des Geislinger Albwerks, durch den neuen e-Carsharing-Verbund bestätigt. „Rund 25 Kommunen in unserem Netzgebiet haben erkannt, dass sie mit der Beteiligung an unserem Verbund gleichzeitig auf zwei Ziele einzahlen: Sie treiben die Energiewende vor Ort voran und schaffen dabei ein Mehr an Mobilität für ihre Bürgerinnen und Bürger.“

Horst Graef, Geschäftsführer der deer GmbH sieht dies ähnlich: „Aufgrund der Verkehrs- und Klimawende benötigen wir dringend Mobilitätskonzepte für die Zukunft, die mehr Mobilität mit weniger Fahrzeugen ermöglichen. Das Teilen unserer E-Fahrzeuge zielt genau darauf ab und bringt die Menschen ökologisch und ökonomisch optimiert von A nach B. Aus diesem Grund sind wir stolz, dass wir zusammen mit den Partnern dieses großartige Projekt im Landkreis Göppingen realisieren und damit unser Mobilitätsnetz weiter vergrößern.“

Landkreis Göppingen

Der Landkreis Göppingen mit seinen knapp 260.000 Einwohnern ist ein attraktiver Standort im östlichen Teil der Region Stuttgart mit einer reichen Kultur- und Industriegeschichte und attraktiver Landschaft. Aktiver Klimaschutz und die Förderung umweltgerechter Mobilität wurden als Kreisentwicklungsziele fest verankert. Der Landkreis fördert den Ausbau des Schienenverkehrs im Filstal und setzt auf integrative Fahrplankonzepte in der Vernetzung mit dem Busverkehr. Seit 01.01.2021 wurde er in den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart vollintegriert. Hohe Zuwachsraten bei den E-Fahrzeugen kennzeichnen die Kfz-Neuanmeldungen der letzten beiden Jahre. Die Kreisverwaltung setzt deshalb auch in ihrem Dienstbetrieb verstärkt auf den Einsatz vollelektrischer Fahrzeuge. Diesen Trend sollen die beiden neuen
e-Carsharing-Fahrzeuge von "deer" unterstützen, die den Mitarbeiter*innen in Ankermiete zu den Kernzeiten zur Verfügung stehen. Ab dem frühen Abend und vor allem an Wochenenden.

Verband Region Stuttgart

Seit 1994 ist der Verband Region Stuttgart die politische Ebene der Region Stuttgart. Alle fünf Jahre wählen die Bürgerinnen und Bürger die Regionalversammlung - dies ist einmalig in Baden-Württemberg und hat Modellcharakter. Der Verband arbeitet daran, die Region Stuttgart lebenswert und wirtschaftlich leistungsstark zu erhalten. Regionalplanung, Regionalverkehrsplanung, Bereiche des Nahverkehrs, regionales Verkehrsmanagement, Landschaftsplanung, der Landschaftspark Region Stuttgart sowie Wirtschafts- und Tourismusförderung zählen vor allem zu seinen Aufgaben. In diesen Bereichen fördert er auch mit Kofinanzierungsprogrammen gezielt innovative Vorhaben, insbesondere von Kommunen und Landkreisen der Region. Eines davon ist das Kofinanzierungsprogramm „Modellregion für nachhaltige Mobilität“, das er gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH umsetzt.

Albwerk Geislingen

Das Geislinger Albwerk ist ein Energieunternehmen, das sämtliche Stufen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette abdeckt. In seinem Netzgebiet mit einer Fläche von rund 656 qkm versorgt das Unternehmen ca. 110.000 Menschen mit Strom. Das Unternehmen gehört dem Verbund Ladenetz an – damit haben Besitzer einer Albwerk-Ladekarte zum Laden ihrer Elektroautos Zugang zu über 10.000 Ladepunkten in Deutschland und 40.000 in Europa. In den letzten Jahren baute das Albwerk gemeinsam mit verschiedenen Kommunen Ladeinfrasturktur in der Region aus. Die eigene Elektrotechnik-Sparte des Unternehmens ist sowohl im kommunalen als auch im privaten und gewerblichen Bereich Partner für die Installation von Ladeinfrastruktur und für dieder Einbindung von Lademanagmentystemen. Für das Albwerk ist sein Engagement im Bereich Elektromobilität die Fortsetzung seiner Aktivitäten für die Umsetzung der Energiewende in der Region. Das Unternehmen betreibt mehrere Windkraftanlagen, Dach-Photovoltaik-Anlagen sowie Freiflächen-Photovoltaikanlagen.

deer GmbH

Die deer GmbH ist ein im Jahr 2019 neu gegründetes, dynamisches und innovatives Mobilitätsunternehmen mit Sitz in Calw. Als hundertprozentige Tochterfirma der Energie Calw GmbH (ENCW) widmet sie sich der Konzeption und Einführung ganzheitlicher, nachhaltiger und digitaler Mobilitätskonzepte. So betreibt die deer ein eigenes e-Carsharing im ländlichen Raum als Ergänzung zum ÖPNV und konzipiert Lösungen im Bereich „Betriebliches Mobilitätsmanagement“. Außerdem unterstützt sie Kommunen, Geschäftskunden und Privatkunden sowohl in Sachen Ladeinfrastruktur, als auch in der Versorgung mit elektrischen Mobilitätsangeboten und in der Entwicklung digitaler Lösungen.

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