www.region-stuttgart.org: Aktuelles http://www.region-stuttgart.org//sonder-seiten/rss-feed-news/rss.xml Aktuelle Neuigkeiten zur Region Stuttgart de Copyright::© Verband Region Stuttgart – Kronenstraße 25 – 70174 Stuttgart news-1160 Thu, 24 Nov 2022 06:05:28 +0000 Mehr Kapazitäten für die S-Bahn Region Stuttgart leitet weitere Maßnahmen zur Kapazitätssteigerung bei der S-Bahn in die Wege. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1160&cHash=419b00bee8a3e22f746b169d61125608 Die Qualitätsoffensive für den Schienenknoten Stuttgart (QSS) verfolgt das Ziel, mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen das S-Bahn-Angebot auszuweiten und die Qualität des S-Bahn-Verkehrs zu steigern. Bereits im Sommer 2020 haben Verband Region Stuttgart und Deutsche Bahn mit den Planungen für einen Teil der Maßnahmen begonnen. Nun hat der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung vom Mittwoch den nächsten Schritt in die Wege geleitet und der Unterzeichnung der Realisierungs- und Finanzierungsverträge für  weitere Abstellanlagen, zusätzliche Weichenverbindungen in der S-Bahn Stammstrecke und Ergänzungen im Bahnhof Vaihingen zugestimmt. Darüber hinaus wurde die Vorplanung weiterer Maßnahmen freigegeben. Die Maßnahmen haben ein Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro und werden vom Land gefördert. 

Überblick einzelne Maßnahmen

Für folgende Maßnahmen hat der Verkehrsausschuss der Unterzeichnung eines Realisierungs- und Finanzierungsvertrages zugestimmt:

  • Abstellanlagen: Für die wachsende Zahl an S-Bahn-Zügen werden ergänzende Abstellplätze erforderlich. Dazu sollen unter anderem in Kornwestheim, Bietigheim-Bissingen, und Esslingen weitere Abstellmöglichkeiten hergerichtet werden. Die Entwurfsplanung für die drei Standorte ist zwischenzeitlich abgeschlossen. Es entstehen 23 Abstellplätze für S-Bahn Kurzzüge. Die Inbetriebnahme soll 2024 erfolgen.
  • Überleitstelle Birkenkopf: Zur flexibleren Gleisnutzung in der Stammstrecke insbesondere im Störungsfall sollen im Tunnel zwischen Schwabstraße und Universität zusätzliche Überleitverbindungen eingebaut werden. Die Entwurfsplanung hierzu ist nahezu abgeschlossen.
  • Bahnhof Vaihingen: Um den neuen Regionalbahnsteig auch für S-Bahn-Züge nutzen zu können und damit einen bahnsteiggleichen Umstieg von Regionalzügen auf die S-Bahn zu ermöglichen, werden im Bahnhof Vaihingen zwei zusätzliche Weichenverbindungen vorgesehen. Darüber hinaus entsteht ein weiteres beidseitig angebundenes Abstellgleis.

 

Für folgende Maßnahmen hat der Verkehrsausschuss die Vorplanung freigegeben:

  • Geschwindigkeitserhöhung Stammstrecke: Mit der Einbindung der S-Bahn-Stammstrecke in den Digitalen Knoten Stuttgart und der damit verbundenen Ausstattung mit ETCS ergibt sich die Möglichkeit, die Streckengeschwindigkeit in der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Schwabstraße von 60 auf 80 km/h und zwischen Portal Hasenbergtunnel und Schwabstraße von 80 auf 100 km/h zu erhöhen. Die fahrdynamischen Untersuchungen sind abgeschlossen, die Geschwindigkeitserhöhung lässt sich – in Verbindung mit baulichen Ergänzungen - in weiten Bereichen umsetzen.
  • Weichenverbindung Böblingen: Die Vorplanung hat gezeigt, dass in Böblingen zusätzliche Weichenverbindungen im Nordkopf eingebaut werden können. Dadurch wird eine flexiblere Betriebsführung möglich.

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news-1159 Thu, 10 Nov 2022 07:57:23 +0000 Wie werden Gewebegebiete im Bestand nachhaltiger? Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und Verband Region Stuttgart wollen Kommunen bei Konzeption beraten /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1159&cHash=8d40fca70ff72bd849b6603c9951f504 Der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung ist am Mittwoch dem Vorschlag der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) gefolgt:  178.500 Euro werden für die Konzeption und die Abfrage erster möglicher Pilotprojekte zur Umsetzung von „Nachhaltigen Gewerbegebieten im Bestand“ im Haushaltsentwurf des Verbands Region Stuttgart eingeplant. Die Mittel stehen noch unter Vorbehalt des Haushaltsbeschlusses der Regionalversammlung für das Jahr 2023 am 14. Dezember.

Das Projekt „Nachhaltige Gewerbegebiete im Bestand“ soll die WRS in enger Kooperation mit der Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart bearbeiten. Ziel ist es, bestehende Gewerbegebiete in der Region Stuttgart aufzuwerten und zukunftsfähig zu gestalten. Dabei geht es darum, Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung, Energie- und Ressourcennutzung und nachhaltiger Mobilität anzustoßen, ebenso wie um ökonomische Aspekte wie Infrastruktur, Nutzungsmix und Diversifizierung. Zudem sollen Aufenthaltsqualität und die Attraktivität der Areale für die Belegschaften verbessert werden. Die Transformation von Bestandsflächen hinsichtlich Nachverdichtung und ihrer effizienteren Verwertung könnte dazu beitragen, zusätzliche Inanspruchnahme von Flächen für Wirtschaft und Industrie zu reduzieren. „Flächenverbrauch ist ein zentrales Thema des Flächenmanagements. Die Region steht hier vor großen Herausforderungen,“ sagte WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg. Man müsse den Bestand fit machen für die Zukunft – unabhängig von der Tatsache, dass Angebot und Nachfrage gerade bei großen und zeitkritischen Vorhaben nicht immer zueinander passen.

Im Fokus steht die Beratung der Kommunen zu Nachhaltigkeitskriterien, möglichen Handlungsansätzen und Umsetzungsstrategien. Dabei geht es um Themen wie Stadtklima und Städtebau, Flächenmanagement, Begrünung, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft, Wassernutzung und -reinigung, Energie- und Abwärmenutzung oder nachhaltige Mobilität. Bis Frühjahr 2023 läuft die Konzeptionsphase, um gemeinsam mit den Kommunen die inhaltlichen und formalen Eckpunkte des Projektes abzustimmen. In der darauffolgenden Pilotphase würden konkrete Servicestrukturen in noch auszuwählenden Pilotgebieten eingerichtet. Alles weitere, so Rogg, hänge davon ab, wie die Resonanz der Kommunen ist und, ob für sie ein Mehrwert erkennbar ist: „Am Anfang stehen Workshops mit den Kommunen und der Aufbau eines Fachnetzwerks.“

Stimmen der Fraktionen

Elisabeth Schick-Ebert (CDU/ÖDP) begrüßte den WRS-Ansatz. Man müsse strategisch vorgehen, um die Gewerbegebiete fit zu machen: „Wir alle kennen unsere Gewerbegebiete. Im Laufe der Zeit hat sich Kraut und Rüben entwickelt.“ Grüne Infrastruktur fehle, das Energiethema oder auch Mobilität treibe die Betriebe um. Kritisch sah Schick-Ebert, dass die Konzeption sehr stark auf die Kommunen abziele, jedoch viele Flächen in Privatbesitz seien. Daher müssten unbedingt Unternehmen und andere Eigentümer einbezogen werden sowie alle Gewerbetreibenden systematisch im Blick behalten werden. „Es ist uns allen ein Anliegen, die Flächeneffizienz zu erhöhen“, schloss Schick-Ebert. Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte: „Unsere Fraktion fordert schon lange, Brachflächen proaktiv zu begegnen, Nachverdichtung zu bewerben und das Augenmerk für die Transformation auf die bestehenden Gewerbegebiete zu legen.“  Die Kommunen seien häufig nicht ausreichend personell ausgestattet, um entsprechende Konzepte weiterzuverfolgen. Besonders wichtig sei das „Matching“, bei dem die WRS ihr Wissen über Gewerbeflächen auch an mögliche Anbieter herantragen könne. Wichtig sei es, den Fokus auf die Flächeneffizienz zu legen. Dafür brauche es die Kommunen, aber auch Firmen, die zum Teil selbst vormachen, wie man Brauchflächen für eine Nachnutzung aufrüsten kann. „Wir glauben nicht, dass die Kommunen so schlecht aufgestellt sind und die WRS besser weiß, wie welche Flächen aufgestellt sind“, meinte dagegen Andreas Hesky (Freie Wähler). Eine Umfrage der WRS in der Region habe gezeigt, dass es eine immense Zahl von Brachen gebe, aber diese von den Eigentümern nicht oder nicht zu realisierbaren Preisen auf den Markt gebracht würden. Erst nach einer Bedarfsabfrage der Kommunen, könne das richtige Konzept entwickelt werden. Auch mit einer Nachhaltigkeitsoffensive für Bestandsflächen werde man nicht drumherum kommen, neue Flächen für die Transformation zu nutzen. Laut Dr. Jürgen Zieger (SPD) gibt es bei den Kommunen „kein Kenntnis-, sondern ein Handlungsproblem.“ Insbesondere planerische und rechtliche Vorgaben und die Eigentumsverhältnisse würden sie behindern. Und eine Annahme werde sich nicht erfüllen: „Wer glaubt, dass man die Transformation im Bestand regelt, weiß nicht wie Transformation funktioniert.“  Dafür würden auch neue Flächen mit den entsprechenden qualitativen Merkmalen benötigt. Zieger begrüßte aber ein Serviceangebot an die Kommunen, um bestehende Strukturen an die heutigen Ansprüche anzupassen. Volker Weil (FDP) konnte die Skepsis anderer Fraktionen nachvollziehen. Er plädierte dafür, sich erst die Rolle der Region und ihren Auftrag zu vergegenwärtigen: „Das ‚Matching’ sehe ich bei der Region. Bei den anderen Punkten habe ich Fragezeichen.“ Er unterstützte den Vorschlag, erst bei den Kommunen abzufragen, welche Unterstützung sie für sinnvoll halten würden. Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT) stimmte dem von der WRS vorgeschlagenen Vorgehen vollumfänglich zu. Seine Fraktion sei Freund der Aktivierung von Bestandsflächen. Die unterschiedlichen Einschätzungen der Fraktionen, wieviel Transformation im Bestand möglich sei, müssten an dieser Stelle nicht nochmals diskutiert werden. „Wir freuen uns, wenn die WRS-Konzeption auch umgesetzt wird.“

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news-1158 Thu, 10 Nov 2022 07:53:46 +0000 Finanzielle Unterstützung für Mountainbike-Großprojekt im Landkreis Esslingen Der Verband Region Stuttgart fördert die Schaffung eines touristi-schen, umweltverträglichen und kreisweiten Mountainbikeange-bots in Esslingen /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1158&cHash=aebd6130c72edc649064aad86483ab1f Interkommunal, hochwertig, attraktiv – so soll das geplante Moutainbikeangebot im Landkreis Esslingen werden. Es richtet sich gleichermaßen an Einheimische sowie Touristinnen und Touristen. Der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung hat am Mittwoch einer Kofinanzierung des Projekts zugestimmt. Der Verband Region Stuttgart übernimmt die Hälfte des Projektvolumens, das sich auf insgesamt 475.500 Euro beläuft.

Das Interesse am Mountainbiken in der Freizeit sowie als Urlaubsaktivität und damit an geeigneten Touren wächst stark. Mit einem neuen Angebot möchte der Landkreis Esslingen gemeinsam mit dem Forstamt sowie den Kommunen Kirchheim unter Teck, Leinfelden-Echterdingen und Wolfschlugen eine Alternative zu illegalen Routen bieten und diese verhindern bzw. ersetzen. Dies unterstützt der Verband Region Stuttgart mit 237.750 Euro. Die finanziellen Mittel werden im Rahmen des Kofinanzierungsprogramms für Wirtschaft und Tourismus zur Verfügung gestellt. Sie werden dafür eingesetzt, Mountainbike-Touren kreisweit zu erarbeiten, umzusetzen und gemeinsam zu vermarkten. Dabei werden alle Beteiligten einbezogen. Dies sind neben vielen Kommunen des Landkreises auch Behörden, Vereine, Organisationen und Jugendvertretungen. Dabei wird Wert auf die Sozial- und Umweltverträglichkeit des neuen Wegenetzes gelegt. Außerdem werden die Wege mit Sehenswürdigkeiten und gastronomischen Angeboten verknüpft, ausgeschildert und interkommunal beworben. So werden auch regionale Betriebe und Einrichtungen unterstützt. Eine Personalstelle betreut das Projekt und stellt dessen Qualität sicher.

Hintergrund

Seit Beginn des „Programms zur Kofinanzierung regionaler Modellprojekte und Kooperationen im Bereich Wirtschaft und Tourismus“ 2014 wurden bis einschließlich 2021 bereits 34 Projekte gefördert. Die Maßnahmen im Bereich Tourismus überwogen mit 19 Projekten und rund 1,79 Millionen Euro an beschlossenen Kofinanzierungsmitteln. Auf die 15 Wirtschaftsförderungsprojekte entfielen rund 960.000 Euro. Über 40 Städte und Gemeinden waren bereits direkt Teil von Projekten, die mithilfe des Programms finanziert werden konnten. Besonders kleinere Kommunen mit unter 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner profitieren von dessen interkommunaler Ausrichtung.

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news-1157 Thu, 27 Oct 2022 07:01:08 +0000 Mobilität, erneuerbare Energie und Klimaresilienz im Fokus der regionalen Haushaltsberatungen Fraktionen bringen 62 Anträge in die Regionalversammlung ein. In der Aussprache zum Haushaltsentwurf werden die Ziele der Fraktionen deutlich. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1157&cHash=03eb6b62abde1130dae6df28abbf2108 In der Sitzung der Regionalversammlung am Mittwoch, den 26. Oktober, haben die Fraktionen 62 Anträge zum Haushaltsentwurf für 2023 gereicht. Der Budgetentwurf, den Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl Ende September eingebracht hat, umfasst 423 Millionen Euro. Die Fraktionen legen mit ihren Anträgen den Schwerpunkt auf Mobilität und insbesondere die Weiterentwicklung des Tarifsystems, erneuerbare Energien und Klimaresilienz.

Mobilität

Unter dem Titel „Autonom in die Zukunft fahren“ beantragt die CDU/ÖDP, die Möglichkeiten zur Entwicklung des autonomen Fahrens von Zügen in der Region zu prüfen. Dies sei bei Zügen einfacher zu realisieren als im Straßenverkehr. Regional ansässige Unternehmen hätten in diesem Bereich Expertise, weshalb die Region eine Vorreiterrolle übernehmen könnte. Des Weiteren streben sie eine Mobilitätsberatung für Kinder, Schülerinnen und Schüler sowie ältere Menschen an, um von den Vorteilen des ÖPNV zu überzeugen und Hemmschwellen abbauen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beabsichtigen eine Reserve an Triebfahrzeugführer*innen, sei es durch Teilnahme am Landesprogramm
oder eine eigene Reserve. Ein beantragtes überarbeitetes Nachtverkehrskonzept soll zusätzlich die S-Bahn und die Nachtbusse der SSB besser aufeinander abstimmen. Die Freien Wähler möchten das ÖPNV-Angebot erweitern. Daher schlagen Sie eine Seilbahn für Göppingen vor und bitten um Sachstandsinformation zum Regionalexpress Stuttgart- Kirchheim (StuKiX) sowie zur Verlängerung der S-Bahn nach Calw. Die SPD interessiert sich für die Auslastung sowie die Kommunikation während der Zeit des Schienenersatzverkehrs. Auf Basis der Erkenntnisse der Vergangenheit sollen die Konzepte für die Zukunft angepasst werden. Zudem sollen die Auslastung und die Fahrgeldeinnahmen der 1. Klasse kritisch geprüft werden. Die FDP bittet um Prüfung eines möglichen S-Bahnhalts in Zazenhausen. Zu potenziellen vom Land nicht ausbezahlte Regioanlisierungsmitteln fordern sie Auskunft, da diese zur Entlastung der Verkehrsumlage und somit der Kommunen dienen könnten. Die AfD/FR möchte, dass sich der Verband Region Stuttgart mit geeigneten Automobilunternehmen zusammentut und einen autonomen Ridepool-Dienst gründet. Der Fraktion schwebt auch eine Partnerschaft mit Mobility Inside und anderen Plattformanbietern vor, um die Bevölkerung über die Mobilitätsangebote zu informieren. DIE LINKE/PIRAT beantragt, RegioRadStuttgart in die VVS-Verbundstufe II integrieren. Dadurch wäre die Ausleihe für Personen mit Zeitticket-Abonnements inklusive.

Weiterentwicklung des Tarifsystems

Nahezu alle Fraktionen beschäftigen die Auswirkungen eines Nachfolgeprodukts des 9 Euro-Tickets. In einem interfraktionellen Antrag fordern die CDU/ÖDP und Freie Wähler Informationen über die Auswirkungen eines Nachfolgetickets auf das Tarifgefüge und die Verkehrsfinanzierung. Die SPD möchte die Möglichkeiten des 9-Euro-Nachfolgeticktes nutzen, „um den VVS Tarifdschungel zu lichten“ und bittet, sich im Aufsichtsrat für eine Überprüfung und Vereinfachung des Systems einzusetzen. Für die Konsequenzen des Nachfolgetickets auf den VVS interessiert sich auch die FDP und möchte die geplante Tariferhöhung zum 1. Januar 2023 verschieben. Sie schlägt außerdem eine Auflösung oder mindestens Fusion der Verkehrsverbünde vor. DIE LINKE/PIRAT beantragt ein Konzept für ein Sozialticket. Dieses soll maximal 50 Prozent des bundesweit angestrebten 49-Euro-Tickets kosten.

Erneuerbare Energien und die Sicherung der Energieversorgung

Die CDU/ÖDP möchte kontinuierliche Stromerzeugung. Daher beauftragt sie im Zuge der Ausweisung von Vorranggebieten für Windkraft und Fotovoltaik auch Hinweise zu Gebieten, die sich für Hybridkraftwerke eignen. Dabei handelt es sich in der Regel um Windkraftanlagen und/oder Fotovoltaikanlagen mit zusätzlicher Stromspeichermöglichkeit. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN schwebt ein gemeinsames Investitionsprogramm mit kommunalen Stadtwerken vor, um Anlagen für erneuerbare Energien zu bauen. Diese könnten den Strombedarf der S-Bahn decken und wären eine „Investition in die Zukunftsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der S-Bahn.“ Die Freien Wähler wollen „Erneuerbare entwickeln und steuern“ und die Hürden für den Aufbau von Anlagen abbauen. Gleichzeitig müsse aber ein Mindestmaß an planerischer Steuerung gewährleistet bleiben. Die AfD/FR möchte „Schritte zu einer energieautarken Region“ ergreifen. Sie möchte eine Energiebilanz der Energieflüsse und -erzeugung in der Region, um basierend auf den Erkenntnissen die Region zu entwickeln. Ein Baustein, der dabei helfen soll, sei ein 1000-Dächer-Programm. Dieses soll freie und günstig gelegene Dächer privater und gewerblicher Bauherren für Fotovoltaik gewinnen. Ein Beratungsprogramm, ein Förderprogramm mit zinsgünstigen Krediten oder eine eigene Zweckgesellschaft sollen dabei helfen. Die FDP möchte eine rechtssichere Planung für erneuerbare Energie. Dafür soll juristischer Fachverstand eingekauft werden oder eine von zwei potenziellen Projektmittelstellen entsprechend umgewandelt werden. Hintergrund sei, dass in der Vergangenheit fast alle Wind-Regionalpläne anderer Verbände einer gerichtlichen Überprüfung nicht standgehalten hätten. DIE LINKE/PIRAT möchte die „Tiefen-
geothermiepotenziale identifizieren und planerisch sichern.“ Eine Potenzialkarte für Erdwärme soll einen ersten Schritt zur Förderung und Ausbau darstellen. Zudem bittet die Fraktion auf die DB zuzugehen und zu eruieren, ob und an welchen S-Bahnsteigen Fotovoltaikanlagen angebracht werden könnten.

Klimaresilienz

Der Verband Region Stuttgart und der Landkreis Böblingen haben im Rahmen des Projekts ‚Klimaanpassung im Landkreis Böblingen (KlimaBB)‘, einen Maßnahmenkatalog zur klimaresilienten Stadtentwicklung erarbeitet. Auf Antrag der CDU/ÖDP und FDP soll bei den Landkreisen der Region eruiert werden, ob Interesse an einer Adaption besteht. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN schwebt ein Kofinanzierungsprogramm vor, das bei der Konversion von innerstädtischen Hitzeinseln unterstützen soll. Zudem beantragen sie gemeinsam mit DIE LINKE/PIRAT die Schaffung einer Kompetenzstelle klimaresiliente Stadtentwicklung, um die Kommunen zu beraten und Vorschläge für ein vorsorgendes Klimarisikomanagement zu erarbeiten. Eine „Strategie zur Beratung der Kommunen, um diese in den notwendigen planerischen Maßnahmen zur Klimaanpassung zu unterstützen“, möchte die SPD.

CDU/ÖDP: Verkehrsangebote als Anreiz zum Umstieg

Rainer Ganske betonte: „Schwächelt die Wirtschaft, geht die Zahl der Arbeitsplätze zurück, sinken und dies können wir heute schon beobachten, auch die entsprechenden Einnahmen der öffentlichen Hand. Er sah die Haushaltsberatungen daher unter den Aspekten „Was ist wirklich notwendig, was ist nice to have?“ In der Vergangenheit beschlossene Verkehrsverbesserungen bei der S-Bahn seien mit weiteren Kosten verbunden, aber „wir brauchen dieses Verkehrsangebot.“ Luxemburg habe gezeigt, nicht der Tarif, dort ist der ÖPNV kostenlos, ist der eigentliche Anreiz zum Umstieg, sondern die Themen Angebot, Taktdichte und Qualität. Auf den Straßen gebe es Defizite. „Hier sind intelligente Lösungen gefragt und so wollen wir auch die Frage nach einem Modellprojekt z. B. zur Überbauung von Verkehrstrassen, auf die Agenda setzen“, so Ganske.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Resilient und krisenfest für die Zukunft aufstellen

Laut Prof. Dr. André Reichel finde der eingebrachte Haushaltsentwurf die volle Zustimmung der Grünen-Regionalfraktion. „Mit unseren Anträgen möchten wir einen guten Haushaltsentwurf noch besser machen, mit einem klaren Ziel: die Region insgesamt resilient und krisenfest für die Zukunft aufzustellen.“ Die von den GRÜNEN und DIE LINKE/PIRAT beantragte Kompetenzstelle klimaresiliente Stadt- und Ortsentwicklung gebe der Klimaanpassung und -resilienz Dynamik. Die Planer*innen bekämen zudem die notwendigen Ressourcen, um Kommunen in der Region zu unterstützen. Beim 49-Euro-Ticket oder Klimaticket, wie er es nannte, könne es laut Reichel nicht bleiben. „Ich halte es nicht nur für einen charmanten Gedanken, sondern im Sinne der Verkehrswende geradezu für geboten, den VVS zu einer umfassenden nachhaltigen Mobilitätsagentur für die Region Stuttgart weiterzuentwickeln“, so Reichel.

Freie Wähler: Kostenexplosion beim ÖPNV zulasten der Kommunen

„Der ÖPNV steht vor einer Kostenexplosion in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Mit dem 49€-Ticket würden die Einnahmen, ohne zu sagen, wie das dadurch entstehende Delta geschlossen und die offenkundigen Qualitätsmängel behoben werden“, so Andreas Hesky. Dies sei unverantwortlich. Gleichzeitig würden die offenen Rechnungen vom Bund auf die Länder an die Kommunen als Aufgabenträger des ÖPNV weitergereicht. Bei erneuerbaren Energien forderte Hesky „alles zu unternehmen, um den dringenden Bedarf für die Installation von mehr Fotovoltaikanlagen und Windenergieanlagen zu decken.“ Dabei sollten die bisherigen Grundlagen zur Gestaltung von Siedlungs- und Freiflächen nicht vollständig über Bord geworfen werden. Stattdessen sollten Planungshürden und Bürokratie abgebaut werden.

SPD: Einfache Tarife und klimaresiliente Entwicklung

Laut Andrea Klöber sei es an der Zeit, die VVS-Tarifstruktur im Hinblick auf Ihre Logik, Konsistenz und Übersichtlichkeit zu überprüfen. „Denn eine Lehre aus dem Experiment des 9 Euro-Tickets war doch, dass ein Booster für mehr Fahrgäste in Bussen und Bahnen nicht nur der Preis, sondern auch die Einfachheit des Angebots war.“ Die Verkehrswende sei nur ein Aspekt im Kampf gegen den Klimawandel. Das Projekt KlimaBB sei beispielgebend und könnte als Blaupause auf andere Landkreise übertragen werden. „Gerade kleinere Kommunen sind mit einer solchen Aufgabe oftmals überfordert. Hier könnte das regionale Knowhow gewinnbringend eingesetzt werden und der Vernetzung dienen.“

AfD/FR: Wetterunabhängige Energieversorgung und Partnerschaften mit Automobilunternehmen

Für Daniel Lindenschmid gebe es vom Klimawandel abgesehen andere und eher einleuchtende Gründe für die angestrebte Verkehrswende sowie die ihr zugrundeliegende Energiewende. „Ob jedoch wetterabhängige Energien dafür das richtige Mittel sind, sei dahingestellt“, so Lindenschmid. Dank Wasserstoff gebe es eine wesentlich bessere Möglichkeit mittelfristig zu einer energieautarken Region zu werden. „Der größte Nachteil der erneuerbaren Energien ist ihre Unberechenbarkeit“, so Lindenschmid weiter. Daher wolle seine Fraktion den Verband Region Stuttgart beauftragen die bestehenden Windkraftanlagen besser in das Stromnetz zu integrieren. Eine Partnerschaft mit einem heimischen Automobilunternehmen mit autonomen Autos würde zudem die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit stärken.

FDP: Tarifreform aus einem Guss

Kai Buschmann prognostizierte, dass das 49-Euro-Ticket „unser Tarifsystem gehörig durcheinanderwirbeln“ werde. „Wir möchten, wenn schon, denn schon, eine Tarifreform aus einem Guss. Deswegen schlagen wir vor, die geplante Tarifumstellung zum 1. Januar 2023 auszusetzen, bis klar ist, wie das Tarifmodell aussieht.“ In Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung betonte Buschmann: „Unsere Stärke ist momentan eher die Theorie, unsere Schwäche die Messbarkeit der Entwicklungen anhand derer sich der Grad der Umsetzung und der Bedrohung bewerten lässt. Eine von der FDP beantragte Clusterstudie Region 2030/2040 und Frühwarnsystem für negative wirtschaftliche Entwicklungen soll Abhilfe schaffen.

DIE LINKE/PIRAT: Grundlastfähige Energie durch Geothermie und Windkraft

„Wir sollten als Regionalverband klar das Ziel verfolgen, über 5 Prozent der windhöffigen Fläche als Vorranggebiete auszuweisen, anstatt das Potential gezielt auf 1,8 Prozent einzuschmelzen,“ appellierte Christoph Ozasek. Windenergie mache die Versorgung und Wirtschaft krisenresilient. Grundlastfähige Energie sei essentiell. DIE LINKE/PIRAT forderte eine regionale Roadmap für Tiefengeothermie, deren Potentiale zu kartieren und regionalplanerisch zu sichern. Laut Ozasek müsse auch eine Bauwende vollzogen werden, denn der „Klimariese Bauwirtschaft“ treibe weiterhin sein Unwesen. Die Bauwende gelinge nur mit regionalplanerischer Flächensicherung für das Baustoffrecyling.

Zeitplan der Beratungen

Die inhaltliche Diskussion über die Anträge findet in den Ausschüssen statt: am Mittwoch, den 16. November, im Planungsausschuss, am Mittwoch, den 23. November, im Verkehrsausschuss und abschließend am Mittwoch, den 30. November, im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung. Die Regionalversammlung soll den Haushalt 2023 des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch, den 14. Dezember, beschließen. Alle 62 Anträge finden Sie unter Vorgang RV-067/2022 (ratsinfomanagement.net)

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news-1156 Thu, 20 Oct 2022 07:54:54 +0000 Neckar bietet großes Potenzial für Gütertransport und Klimaschutz Durch den Ausbau des Neckars für Schiffe mit einer Länge von 135m könnte eine erhöhte Transportkapazität von rund 25 Prozent geschaffen werden. Die Schleusenverlängerung könnte einen deutlichen Beitrag leisten zur Verringerung des CO2-Austosses. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1156&cHash=42432f07991423fc396b0a8b8bda4bed Die langfristige Weiterentwicklung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des Neckars als Transportweg ist erklärtes Ziel des Verbands Region Stuttgart. Welches Potenzial der Neckar für den Güterverkehr und die Reduktion des CO2-Austosses hat, wurde am Mittwoch in der Sitzung des Verkehrsausschusses erläutert.

Der Bericht über die Bundeswasserstraße Neckar bestärkt das Anliegen, die 27 Neckarschleusen zwischen Plochingen und Mannheim von derzeit 105m auf 140m zu verlängern und sanieren. Dadurch könnten moderne 135m Frachter den Neckar nutzen und gleichzeitig ein Viertel bis ein Drittel mehr Fracht transportieren. Der Ausbau der Schleusen sei unabdingbar, um die außerordentlich hohe wirtschaftliche Bedeutung des Neckars als Transportweg zu erhalten und zu stärken. Zudem gäbe es Potenzial für eine Verlagerung der Transporte auf die Wasserstraße. Dies würde zu einem deutlich niedrigeren CO2 Ausstoß führen und einen Beitrag zum Verkehrswendeziel des Landes leisten. Der Ausbau des Neckars für Schiffe mit einer Länge von 135m ist aktuell in der Abstimmung zwischen dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr und dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Im Mai 2022 haben sich der Verband Region Stuttgart gemeinsam mit der Landeshauptstadt, dem Landkreis Esslingen, der Stadt Plochingen und der IHK Region Stuttgart für die Verlängerung und Sanierung der Neckarschleusen beim zuständigen Bundesministerium starkgemacht.

Transportmengen und Zusammensetzung

2021 wurden nach Zahlen der Wasserstraßen und Schifffahrtsverwaltung Neckar 5,1 Mio. Tonnen an Gütern auf dem Neckar transportiert. Bis September 2022 waren es trotz Niedrigwasserphasen 3,19 Millionen Tonnen. Beim Großteil der Transportgüter handelte es sich um Baustoffe und Erde (41 Prozent), gefolgt von Salz (18 Prozent) Metalle/Schrott sowie Landwirtschafts- und Futtermittel (jeweils 10 Prozent). Der Containerumschlag im Hafen Stuttgart betrug 2021 rund 18.000 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit).

Sanierungs- und Baumaßnahmen

In den letzten fünf Jahren wurden rund 60 Mio. Euro in unterschiedliche Unterhaltungs- und Betriebssicherheitssmaßnahmen investiert. Jährlich sieht das Wasser- und Schifffahrtsamt Neckar 25 Mio. Euro für solche Maßnahmen vor. Im Hafen Stuttgart findet seit 1996 die Entwicklung eines Containerterminals statt. Dieser wurde kontinuierlich erweitert von zunächst 8.000qm auf künftig bis zu 62.000qm. Im Vorgriff auf eine Verlängerung der Neckarschleusen auf 135m wurden im Hafen Plochingen bereits einige Maßnahmen, ergriffen.


Neckar als Quelle für Energie

An jeder Staustufe des Neckars ist eine Wasserkraftanlage in Betrieb. In den Kraftwerken entlang des Neckars erarbeiten 54 Turbinensätze jährlich ca. 530 Mio. Kilowattstunden Strom. Damit können rund 330.000 Menschen mit Strom versorgt und rund 490.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Teile des erzeugten Stroms regeln den Wasserstand für die Neckarschifffahrt und werden zum Betrieb der Schleusen und Wehre eingesetzt. In den letzten Jahrzehnten ist das Potenzial für Wasserkraft gestiegen. Dieses wird jedoch künftig durch die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit aufgebraucht. Auf den Hafengebäuden ist in Zukunft Fotovoltaik denkbar. Zudem sind mehrere Pilotprojekte für eine Wärmenutzung über Flusswasserwärmepumpen in Vorplanung.

Stimmen der Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) betonte, dass der Wirtschaftsverkehr insgesamt dramatisch zugenommen habe und es weiterhin tun werde: „Trotzdem haben wir auf dem Neckar überproportional verloren.“ Mit längeren Fahrzeugen könne man mehr Güter transportieren. Er gab zu bedenken, dass der Ausbau jedoch Jahrzehnte dauern könnte. „Das Thema muss ganzheitlich in der Metropolregion angegangen werden“, so Ganske.

Für Heike Schiller (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) böte die Nutzung des Neckars große Chancen: „Der CO2-Ausstoß wird auf dem Wasser um große Menge reduziert.“ Man müsse dem Thema die Bedeutung geben, die es verdiene. Schiller stellte die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Häfen, wenn der Ausbau nicht bald erfolge.

Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) sah die Thematik pragmatisch: „Vor dem aktuellen Hintergrund sollten wir mehrere Optionen für die Infrastruktur offenhalten und bestärken.“ Die Schleusenverlängerung sei eine Geldfrage und eine stärkere Unterstützung des Bundes notwendig, um in der Region auch auf dem Wasser wettbewerbsfähig zu bleiben.

Thomas Leipnitz (SPD) betonte, dass der Ausbau zügig erfolgen müsse: „Die Frachtzahlen sind beeindruckend und mit längeren Schiffen ausbaubar.“ Nur so könne man mehr Transporte von der Straße auf das Wasser bringen. Zusätzlich dürfe der Vorteil für die Energieversorgung nicht vernachlässigt werden.

Holger Dorn (AfD/FR) sah den Ausbau als einen Gewinn, auch wenn nur ein Teil des Potenzials zu heben sei. Er stellte die Frage danach, was das für die an den Häfen angrenzenden Straßen bedeute.

Gabriele Heise (FDP) bat, den Neckar umfassend zu betrachten: „Es kann nicht nur um den Schleusenausbau gehen.“ Man müsse weitere Faktoren wie beispielsweise die benötigten Flächen und Flussbegradigungen sowie deren zeitlichen Horizont bedenken.

Laut Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) müsse man Verkehr von den Straßen auf das Wasser verlegen. Die Schiene sei aber noch deutlich klimafreundlicher.

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news-1155 Thu, 20 Oct 2022 07:52:17 +0000 RegioRadStuttgart wird weiter ausgebaut 2022 ist RegioRadStuttgart erneut gewachsen – Verbesserte Tarife, einfachere Ausleihe und mehr Stationen in der gesamten Region /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1155&cHash=b3ebd9a69d746d272f74dd7f719863f3 Der Verband Region Stuttgart unterstützt die Weiterentwicklung von RegioRadStuttgart. Im Verkehrsausschuss am Mittwoch informierten Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator von RegioRadStuttgart und die regionale RegioRadStuttgart-Beauftrage Lena Wenninger über vergangene und zukünftige Planungen des regionsweiten und interkommunalen Fahrrad- und Pedelecverleihsystems. Mit mehr als 50 beteiligten Städten und Gemeinden bietet das RegioRadStuttgart ein bundesweit einmaliges und nahezu flächendeckendes regionsweites Verleihsystem. Das Förderprogramm „Zwei für eine“ hat maßgeblich zum Ausbau in der Region und Verdichtung des Stationsnetzes beigetragen. Seit Jahresbeginn 2021 wurden über 60 weitere Stationen errichtet.

Angebotsausbau und Verbesserungen

Insgesamt ist RegioRadStuttgart mit 252 Stationen und 1.700 Fahrrädern und Pedelecs in der Region und über ihre Grenzen hinaus vertreten. Mit 700 Pedelecs und 35 Lastenpedelecs sowie den über 50 beteiligten Kommunen sticht das Angebot deutschlandweit hervor. Bis Mai 2023 werden weitere Stationen zur Verfügung stehen und u.a. in sechs neuen Kommunen verfügbar sein, wodurch die Nutzung noch flexibler wird. Neben den Kommunen sind auch Landkreise, Universitäten und weitere Kooperationspartner Teil von RegioRadStuttgart.

Der Verband Region Stuttgart fördert seit 2020 das öffentliche Verleihsystem mit dem Programm „Zwei für eine“. Mit dem Ansatz „ergänzen, verdichten, erweitern“ wurde die Kofinanzierung bis zu 50 % von 57 neuen Stationen beschlossen. Ergänzend werden die Stationen an Bahnhöfen schrittweise besser ausgeschildert. Durch einheitlich Hinweise auf dem Weg zu den Stationen wird der Umstieg erleichtert. Neben der Fahrt zu Arbeit und Erledigungen werden die RegioRäder und Pedelecs zunehmend für Freizeittouren und Ausflüge am Wochenende genutzt. Für Teamevents, kommunale Aktivitäten oder Veranstaltungen bietet das System ein attraktives Angebot und wird verstärkt nachgefragt. Auch die 15 Freiminuten bei Pedelecfahrten für polygoCard-Inhaber werden gut angenommen. Zwischen Mai und Juli 2022 stellte der Verband außerdem dem Verein „Bike Bridge e. V.“ in Ludwigsburg RegioRäder für einen Fahrradkurs für Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung zur Verfügung.

Entwicklung der Ausleihzahlen und Kapazitäten

Seit Juli 2022 vereinfacht ein neues System und Tarifupdate die Ausleihe und gestaltet sie überwiegend noch kostengünstiger. Insgesamt können die Nutzungszahlen des Verleihsystems noch nicht das Niveau vor der Corona-Pandemie erreichen. Dies ist insbesondere in einem veränderten Mobilitätsverhalten im Allgemeinen, zum Beispiel durch die zunehmende Arbeit im Homeoffice, begründet. Andererseits gibt es aktuell Einschränkungen in der Verfügbarkeit von Rädern. Maier-Geißer erläutert: „Eine ungewöhnliche Häufung von Beschädigungen an Rädern und Infrastruktur, außerhalb von Stationen abgestellten Rädern und personelle Engpässe in der Werkstatt sowie im Service des Betreibers DB Connect GmbH führen aktuell dazu, dass Verleihstationen zum Teil mit weniger Rädern bestückt oder sogar leer sind. Verzögerungen bei der Beschaffung von Ersatzteilen infolge der allgemeinen Lieferkettenproblematik verstärken die ohnehin schwierige Situation unseres Dienstleisters. Ziel muss es sein, zeitnah wieder einen attraktiven Service an allen Stationen bereitzustellen.“

Stimmen der Fraktionen

Mathias Rady (CDU/ÖDP) freute besonders, dass die Freiminuten und Gruppenbuchungen gut genutzt würden. Der Vandalismus mache ihm hingegen Bauchschmerzen. Seiner Meinung nach sei zudem die Ausstattung der Stationen nicht optimal, da der Austausch der Räder nicht richtig funktioniere.

„Die Früchte unserer guten Arbeit gedeihen langsam“, so Philipp Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Die Karte der Region färbe sich RegioRad-Blau und das Konzept der zwei Stationen habe sich bewährt. Ihm sei wichtig, dass die DB und DB Connect den Service verbessern.

Bernhard Meier (Freie Wähler) betonte: „Wir haben viel investiert, um ansprechende Voraussetzungen und insbesondere ein dichtes Netz zu schaffen.“ Er wünschte sich eine detaillierte Aufstellung des Aufwands und Erfolgs, um das Thema besser zu beurteilen.

Ines Schmidt (SPD) wünschte sich eine Anbindung an die VVS-App und Umstellungen bei der App künftig eher auf die Monate zu verschieben, in denen RegioRad weniger genutzt werde.

Für Holger Dorn (AfD/FR) sei das Konzept sicherlich lohnend und interessant, man müsse aber mehr auf die Kosten schauen. Er drücke dem Konzept die Daumen.

Armin Serwani (FDP) bezeichnet RegioRad Stuttgart als „Erfolgsangebot für die Bevölkerung“. Es müsse alles getan werden, um die Kunden wiederzugewinnen.

Für Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) sie es ein „unschlagbares Angebot“. „Wir müssen den Menschen zeigen, wie günstig es ist.

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news-1154 Thu, 20 Oct 2022 07:49:10 +0000 Gemischte Bilanz beim Ausbau des Schienen-, Straßen- und Radnetzes in der Region Einige Fortschritte bei Maßnahmen höchster Dringlichkeit im Regionalverkehrsplan. Der Ausbau des regionalbedeutsamen Radwegenetzes hat sich im Vergleich zu 2020 deutlich verbessert. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1154&cHash=19631be417e0c38e769eaa48a05ed0b0 Der Regionalverkehrsplan enthält verkehrliche Maßnahmen, die der Weiterentwicklung der Infrastruktur in der Region dienen. Diese beziehen sich auf den Schienen- und Straßenverkehr sowie regionalbedeutsamen Radverkehr. Je nach Bedeutung und Dringlichkeit werden die dort enthaltenen Maßnahmen priorisiert und ihre Umsetzung alle zwei Jahre einem Monitoring unterzogen. In der Sitzung des Verkehrsausschusses wurde über den aktuellen Umsetzungsstand berichtet. Während sich beim Ausbau des regionalbedeutsamen Radnetzes deutliche Verbesserungen ergeben haben, besteht beim Schienen- und Straßenverkehr noch Verbesserungsbedarf.

Schienenverkehr

Beim überwiegenden Teil der Maßnahmen höchster Dringlichkeit zur Verbesserung des Schienenverkehrs wurden nennenswerte Fortschritte erzielt. So haben der Regionalhalt in Stuttgart Vaihingen und die Verlängerung der U6 bis zum Flughafen den Betrieb aufgenommen. Der Ausbau der Großen Wendlinger Kurve und die Ausbaustrecke Stuttgart-Singen-Zürich auf dem Abschnitt Horb-Neckarhausen haben begonnen. Zur Verwirklichung des Deutschlandtakts wurde mit der Realisierung der Maßnahmen zur Erhöhung der Einfahrtgeschwindigkeit in Waiblingen und der Reaktivierung der Strecke Weil der Stadt - Calw begonnen. Auch die Maßnahmen zur Digitalisierung des Schienenverkehrs in der Region sind angelaufen. Im Hinblick auf bereits teilweise oder gänzlich abgeschlossene Planfeststellungsverfahren werden die Ausbaustrecke Stuttgart – Singen – Zürich, die Verlängerung der S2 nach Neuhausen a. d. Fildern und die Verlängerung der Stadtbahnlinie U5 genannt. Bei einigen andere Maßnahmen wurden Machbarkeitsstudien, Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen oder Genehmigungsentwürfe vorgelegt. Der Bericht moniert, dass bei einigen zentralen Maßnahmen von höchster Dringlichkeit keinerlei Fortschritte erzielt wurden. Dies betrifft insbesondere den partiellen Ausbau der Remsbahn im Abschnitt Waiblingen-Schorndorf und der Gäubahn zwischen Rohr und Herrenberg. Zum Ausbau der Remsbahn läuft aktuell eine Studie zur Erstellung eines Angebots- und Infrastrukturkonzepts. Beim Ausbau der Gäubahn ist erst nach Klärung der Realisierbarkeit des inzwischen angedachten Pfaffensteigtunnels mit weiteren Planungen zu rechnen. Bei Maßnahmen hoher Dringlichkeit befinden sich die Verbesserungen auf der Ammertalbahn in der Realisierung. Zu einigen anderen Maßnahmen liegen vorbereitende Beschlüsse, Voruntersuchungen und Machbarkeitsstudien vor.

Straßenverkehrsmaßnahmen

Drei Straßenverkehrsmaßnahmen höchster Priorität wurden seit dem letzten Monitoring teilweise oder vollständig in Betrieb genommen: die temporäre Seitenstreifenfreigabe an der Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord – AS Stuttgart Zuffenhausen, die Nordumfahrung in Neuhausen und die Netzkonzeption-Ost bei Böblingen und Sindelfingen. Vorbereitende Maßnahmen sind beim Ausbau der A81 zwischen Sindelfingen-Ost und Böblingen Hulb und dem Ausbau der Anschlussstelle Rottenburg a. N. angelaufen. Bei der Umfahrung von Vaihingen-Enzweihingen der B10 wird aktuell gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt. Für mehrere Maßnahmen entlang der A81, B10 und B27 existieren bereits Vor- und Genehmigungsentwürfe. Zudem laufen Voruntersuchungen für Ausbaumaßnahmen an der A8. Bei Vorhaben hoher Dringlichkeit konnte kein nennenswerter Fortschritt erzielt werden. Der Bericht bemängelt, dass bei relativ vielen Maßnahmen höchster und hoher Dringlichkeit keinerlei Planungen stattfinden. Hier handelt es sich zum Großteil um Maßnahmen, die nicht im Bundeverkehrswegeplan oder im Generalverkehrsplan des Landes zu finden sind. Als Beispiele werden der Filderaufstieg und der Nordostring genannt.

Regionalbedeutsames Radverkehrsnetz

Beim regionalbedeutsamen Radwegenetz sind bei allen Zielnetzmaßnahmen Verbesserungen eingetreten. Während 2020 der Anteil der umgesetzten Zielnetzstrecken bei 22 Prozent lag, ist er 2022 auf 28 Prozent gestiegen. Der Anteil der in Realisierung befindlichen Maßnahme stieg ebenfalls von drei auf vier Prozent. 2020 befanden sich acht Prozent der Zielnetzstrecken in Planung, 2022 sind es elf Prozent. Zu sieben Prozent der Strecken liegen Vorüberlegungen bzw. -untersuchungen vor (vgl 2020, ein Prozent). 2020 lagen zu 64 Prozent der Strecken keine Planungen vor. Dieser Anteil hat sich auf 47 Prozent reduziert. Der Anteil der Maßnahmen, die nicht weiterverfolgt werden, erhöht sich im Jahr 2022 leicht von 1% auf 3%. Zusätzlich zum Ausbau der regionalbedeutsamen Zielnetzstrecken schreiten die Planungen für Radschnellverbindungen stetig voran und werden außerdem weitere Radwege, die als Zubringer zum regionalbedeutsamen Radwegenetz dienen, ausgebaut.

Stimmen der Fraktionen

Laut Rainer Ganske (CDU/ÖDP) zeige der auf Fakten beruhende Regionalverkehrsplan die notwendige Infrastruktur für die Mobilität der Zukunft. „Wir haben damit ein Pflichtenheft und sehen, wer seine Hausaufgaben gemacht. „Auf der Schiene und insbesondere bei der S-Bahn sind wir gut unterwegs“, so Ganske. In Schulnoten ausgedrückt habe man eine Eins Plus bei der Fahrradinfrastruktur, beim Straßenbau eher eine Fünf oder sogar Sechs. Die S-Bahn allein reiche nicht, um die Mobilität zu sichern, auch der Straßenbau sei nötig. Die Notwendigkeit einzelner Maßnahmen sei im Regionalverkehrsplan festgelegt. „Wer meint, diese nicht umzusetzen, hat seine Aufgaben nicht erledigt“, konstatierte Ganske und warb dafür, bei der Umsetzung auf Ausgewogenheit zu achten. „Der ÖPNV allein reicht nicht“, konstatierte Ganske.

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) monierte, dass man die S-Bahn nach Neuhausen zwar ins Pflichtenheft geschrieben habe, es aber zehn Jahre gedauert habe, sie zur Planfeststellung zu bringen. Vieles gehe ihm zu langsam. Der Ausbau des Schienenknoten Stuttgart habe zwar eine eins plus, aber nur, weil vom Bund die Finanzierung komme und man dort erkannt habe, dass man nicht nur in Straßen investieren müsse. „Der Gewinner beim Ausbau der Infrastruktur ist das Fahrrad“, so Lateier. Es freue ihn, dass dieses in den Blickpunkt geraten sei und infrastrukturell aufgeholt habe. Dieser habe erheblich zugenommen und sei eine Möglichkeit zum Klimaschutz beizutragen. Auch hier würde er sich mehr Tempo wünschen.

Laut Bernhard Meier (Freie Wähler) komme der von seiner Fraktion beantragte Bericht zur rechten Zeit, da man gerade dabei sei, einen neuen Regionalverkehrsplan aufzustellen. So könne man die Wirksamkeit des Aktuellen evaluieren. Der Bericht zeige ihm: „Die Umsetzung liegt bei Aufgabenträger.“ Die meisten Fortschritte werden dort erzielt, wo die Region Aufgabenträger sei, bei der S-Bahn und den RELEX-Bussen. Mit dem politischen Willen allein sei es nicht getan. Die größten Rückstände gebe es beim Straßenbau, dies sei laut Meier politischer Wille des Landes.

Thomas Leipnitz (SPD) fand es interessant zu sehen, wie sich die Dinge weiterentwickelten. Die Entwicklungen bei der Schieneninfrastruktur sei positiv, wenn auch nicht so schnell wie gewünscht. Das Monitoring habe bestätigt: „Es bringt nichts, sich Maßnahmen entgegen des Bundesverkehrswegeplans oder Generalverkehrsplans Straßen zu wünschen und sich zu ärgern, dass nichts kommt.“

Laut Holger Dorn (AfD/FR) sei es gelungen, Teile des Landkreises Ludwigsburg verkehrsplanerisch „außer Gefecht“ zu setzten. Mehrere Brücken und Straßen seien gleichzeitig gesperrt und der Landkreis geteilt. „Der Straßenbau darf nicht außer Acht gelassen werden.“ Es müsse aber alles besser koordiniert werden.

Für Gabriele Heise (FDP) werde der Effekt des Schienenausbaus erst 2025 interessant. Sie gab zu bedenken, dass der Radverkehr zwar zugenommen habe, aber auch die Zahl der Autozulassungen habe zugenommen: Hier müsse man mindestens im gleichen Ausmaß ausbauen.

Laut Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) zeige die Realität, dass eine zukunftsfähige Mobilität noch nicht erreicht sei. Er sei froh, dass etwas gemacht werde, weil die Radinfrastruktur auf sehr niedrigem Niveau sei.

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news-1153 Thu, 13 Oct 2022 05:05:22 +0000 Region prüft Erweiterung des Gewerbegebiets in Bönnigheim Geprüft wird Erweiterung des Gewerbegebiets „Lauffener Feld“ nach Osten im Anschluss an das Bestehende. Als Ausgleich könnte stattdessen im Norden ein Regionaler Grünzug entstehen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1153&cHash=084d60f7fcf5927d913b8ae75aeabd1e Die Gemeinde Bönnigheim möchte ihr Gewerbegebiet erweitern. Hierfür kommt ein Bereich nördlich der L 2254 infrage, dem aktuell keine regionalplanerischen Ziele entgegenstehen. Auf Antrag von CDU/ÖDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Wähler, SPD und FDP hat der zuständige Planungsausschuss entschieden, eine Erweiterung nach Osten zu prüfen.

Die Option, direkt im Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet „Lauffener Feld IV“ zu erweitern, erscheint den Antragstellenden sinnvoll. So würde eine Neuausweisung im Osten „eine Ausuferung in einen freien, zusammenhängenden Naturraum mit sich bringen und diese Fläche zersiedeln“. Da die Erweiterung nach Osten bedeuten würde, dass ein Regionaler Grünzug aufgehoben werden müsste, wird vorgeschlagen, diesen im Gegenzug nördlich der L 2254 auszuweisen. Mit der Änderung des Regionalen Grünzugs, wäre der Weg bereitet für die Erweiterung des Gewerbegebiets.

Im heutigen Planungsausschuss wurde entschieden, die hierfür nötige Planänderung zu prüfen. Sollten sich keine Sachverhalte ergeben, die einer Änderung entgegenstehen, könnte ein entsprechendes Verfahren eingeleitet werden.

Den Beschluss für das Regionalplanänderungsverfahren müsste die Regionalversammlung in einer ihrer Sitzungen treffen.  Die Änderung des Regionalplans erfolgt in einem gesetzlich geregelten Verfahren unter Beteiligung der Gemeinden, der berührten öffentlichen Stellen und der Öffentlichkeit. Die im Beteiligungsverfahren eingegangenen Stellungnahmen werden geprüft und planerisch abgewogen. Nach entsprechender Beratung und Abwägung wird der Regionalplan von der Regionalversammlung beschlossen und durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen für verbindlich erklärt.

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news-1152 Thu, 06 Oct 2022 13:00:00 +0000 Region möchte Medienproduktion der nächsten Generation sichern /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1152&cHash=622b80a698ac39650677b286d5ba8d91 Studie hebt Vorteile und Nachteile hervor. Für die Zukunft bedarf es unter anderem verbesserte Vernetzung mit der Politik, technische Infrastruktur und verstärkte Film- und Medienförderung.

Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) treibt im Auftrag der Regionalversammlung die Unterstützung der regionalen Filmwirtschaft weiter voran. In einem ersten Schritt wurde die Studie „Medienproduktion der Zukunft“ am 5. Oktober 2022 im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung vorgestellt, die unter Mitwirkung der Film Commission Region Stuttgart und der Eberhard Karls Universität Tübingen entstanden ist. Hauptfazit der Studie ist es, dass es in der Region Stuttgart zwar bereits Strukturen gebe, die den Standort gut auf den kommenden Wandel in der Medienproduktion vorbereiten, allerdings fehlten langfristige Pläne und Konzepte.

Die Studie hebt diverse Vorteile des Standortes hervor, untere anderem überregional beachtete Großveranstaltungen, eine hervorragende Infrastruktur und etablierte Einrichtungen von Weltruf. Durch die Hochschule der Medien und der Filmakademie Baden-Württemberg ist die Region auch im Ausbildungsbereich gut aufgestellt. Dennoch entfielen beispielsweise im Jahr 2020 88 Prozent des Film- und Fernsehproduktionsvolumens auf vier Bundesländer. Lediglich ein Prozent entfiel auf Baden-Württemberg. Als große Herausforderungen nennt sie aber den langsamen Ausbau der technischen Infrastruktur, das Fehlen technologisch innovativer Produktionsorte und von Fachkräften, die mangelnde Stärke der Produktionslandschaft und die finanziell stagnierende Film- und Medienförderung. Die Studie fordert unter anderem einen engeren Austausch zwischen Expertinnen und Experten vor Ort und der Politik, da es aktuell schwer sei, an Fördermittel für technische Forschung zu gelangen. In einem nächsten Schritt wird von der WRS ein Standortdialog zur Zukunft der Medienproduktion in der Region Stuttgart angeregt, um alle Akteure und Akteurinnen der Politik und Medienproduktion zusammenzuführen. Den Auftakt soll eine Konferenz mit Beteiligten aus Politik, Fördereinrichtungen, Unternehmen sowie Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen bilden, um künftige Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Stimmen der Fraktionen

Andreas Koch (CDU/ÖDP) betonte: „Wir sollten unsere auf Automotiv fokussierte Wirtschaft diversifizieren.“ Hierfür gäbe es viele Ansatzpunkte, einer davon sei der Medienbereich. "Wir sind schon ein Stück weit stark, haben aber noch Luft nach oben. Von dem Kuchen können wir sicherlich mehr als 2 Prozent abschneiden“, so Koch. Insbesondere im Bereich des Realfilms gäbe es viele Möglichkeiten. „Die Voraussetzungen in der Region sind gut. Es gibt bereits ein Ökosystem, das es zu pflegen und auszubauen gibt“, resümierte Koch.

Heike Schiller (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) begrüßte den Vorschlag einer Standortkonferenz, mit der die Akteurinnen und Akteure zusammengeführt sollen, um im unmittelbaren Austausch künftige Wege zu definieren. „Die Studie selbst stellt zunächst ein Wunschkonzert mit Forderungen an das Land dar, die noch nicht ausreichend mit Fakten unterlegt sind.“ Diese müssten nachgeliefert werden.

Gerd Maisch (Freie Wähler) sah Potenziale, die die Region heben könnte, um die Diversität zu fördern. „Zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur haben wir schon Maßnahmen ergriffen. Auf die Finanzierung hat die Region keinen Einfluss.“ Für ihn haben sich viele Fragen insbesondere zu den Anforderungen an Standorte zur Ansiedlung von Studios ergeben.

Dr. Jürgen Zieger (SPD) sprach von „denkbar schlechten Voraussetzungen im Land“ und „einem Zeugnis großer Versäumnisse“. Die Region müsse aufpassen, sich nicht zu übernehmen, da sie nicht finanziell einspringen kann, sondern Aufgabe es Landes sei.“

Christian Köhler (AfD/FR) und seine Fraktion „sind bereit, alles was die Pluralität der Wirtschaft fördert zu unterstützen“. Insbesondere die Idee eines hybriden Ortes für Forschung, Produktion und Lehre sei unterstützenswert.

Laut Volker Weil (FDP) sollte man sich auf seine Stärken fokussieren. Er wünschte sich daher eine Aufwands-Ertrags-Betrachtung bevor man tätig werde, habe aber das Gefühl, dass sich es lohnen könnte.

„Wir müssen das Produktionsvolumen erhöhen“, betonte Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT). Er erhoffe sich von der Konferenz mehr Handlungsempfehlungen, wie dies gelingen könnte.

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news-1151 Thu, 29 Sep 2022 08:32:31 +0000 Region zeichnet nachhaltige Projekte von Schulen aus Verband Region Stuttgart verleiht zum ersten Mal den „Regionalen Schulpreis für Nachhaltigkeit“ für das Schuljahr 2021/2022. Vier Schulen freuen sich über die Preisgelder. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1151&cHash=4879658668211427f2df597b75a1bdb0 Der Verband Region Stuttgart zeichnete in der Regionalversammlung am Mittwoch vier Schulprojekte mit dem „Regionalen Schulpreis für Nachhaltigkeit“ aus. Alle allgemeinbildenden Schulen ab Klasse 5 konnten mit ihren nachhaltigen Projekten teilnehmen. „Mit dem Preis wollen wir Schulen dabei unterstützen, Jugendliche praxisnah an das Thema Nachhaltigkeit heranzuführen. Dabei sind herausragende Projekte entstanden. Jedes greift auf seine eigene Art und Weise unsere regionalen Themenfelder auf“, so Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart.

Die Bandbreite der eingereichten Bewerbungen reichte von musikalischen Beiträgen über landwirtschaftliche Maßnahmen bis hin zu Konzepten für das alltägliche Leben. Eine interfraktionelle Jury wählte aus den achtzehn Einsendungen vier Preisträger aus. Ausschlaggebend waren beispielsweise der regionale Bezug, der Innovationsgrad sowie der Aufwand der Schülerinnen und Schüler. Der erste Platz und damit ein Preisgeld von 5.000 Euro wurde dem Musiktheaterprojekt „Denk nach!“ der ehemaligen Klasse 6c vom Max-Born-Gymnasium in Backnang verliehen. Anhand von Alltagsbeispielen griffen die Jugendlichen das Thema Nachhaltigkeit musikalisch auf und regten ihr Publikum zum Nachdenken an. Das Projekt „Ein Insektengarten an der Schule entsteht“ der ehemaligen Klasse 5b der Theodor-Heuglin-Gemeinschaftsschule in Ditzingen-Hirschlanden erhielt den zweiten Preis in Höhe von 3.000 Euro. Die Klasse verwandelte eine ungenutzte Fläche auf dem Schulgelände in ein Paradies für Insekten. Mit der „Nachhaltigkeitschallenge 2022“ konnte sich das Eschbach-Gymnasium aus Stuttgart den dritten Platz und 2.000 Euro Preisgeld sichern. Im Rahmen der vierwöchigen Challenge entwickelten die Klassen 5 bis 10 Ideen und Maßnahmen für einen nachhaltigeren Alltag. Zusätzlich zu den ersten drei Plätzen entschied sich die Jury dazu, einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro an das Hegel-Gymnasium Stuttgart zu verleihen. In ihrem Projekt „Solarkataster Stuttgart-Vaihingen“ setzen sich die Klassenstufe 10 praxisnah mit dem Thema regenerative Energien auseinander und erarbeiteten ein Solarkataster.

Bilder der Preisträger zum Download:

https://datentransfer.region-stuttgart.org/#/public/shares-downloads/Ou58Xeq900s9OcBEICq6ltIIGi9K65Y6

Copyright: vrs/F.Kraufmann

01_Erster-Platz: Klasse 6c (Schuljahr 2021/22), Max-Born-Gymnasium Backnang

02_Zweiter-Platz: Klasse 5b (Schuljahr 2021/22), Theodor-Heuglin-Gemeinschaftsschule, Ditzingen-Hirschlanden

03_Dritter-Platz: Eschbach-Gymnasium, Stuttgart

04_Sonderpreis: Hegel-Gymnasium, Stuttgart

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news-1150 Thu, 29 Sep 2022 08:30:18 +0000 Effektive Abläufe für bessere Mobilität Regionalversammlung leitet mit dem Beteiligungsverfahren den nächsten Schritt im Verfahren zur kurzfristigen Ergänzung des Regionalverkehrsplans ein. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1150&cHash=012bdf5de4e52ceadf28c77d51719750 Die Regionalversammlung hat am Mittwoch mehrheitlich beschlossen das Beteiligungsverfahren im Rahmen des Verfahrens zur kurzfristigen Ergänzung des Regionalverkehrsplans einzuleiten. Hierbei erhalten die Kommunen, Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit Gelegenheit, sich zum vorliegenden Entwurf zu äußern.

Unter anderem ist vorgesehen, in den Regionalverkehrsplan Infrastrukturvorhaben, die zur Realisierung des Deutschlandtaktes und zur Stärkung des Schienenknotens Stuttgart diskutiert werden, aufzunehmen. Darüber hinaus sollen die bereits im geltenden Regionalverkehrsplan enthaltenen Ausführungen zum Klimaschutz, zu Angebotsausweitungen bei der S-Bahn, Weiterentwicklungen beim Expressbus RELEX, Radschnellverbindungen und autonomen Fahrzeugen um aktuelle Entwicklungen ergänzt sowie die Themen Seilbahnen und City-Logistik künftig im Regionalverkehrsplan aufgeführt werden. Mit einer abschließenden Beratung durch den Verkehrsausschuss sowie und einer Beschlussfassung durch die Regionalversammlung wird noch vor der Sommerpause 2023 gerechnet.

Warum wird der Regionalverkehrsplan ergänzt?

Gute Mobilitätsbedingungen bestimmen maßgeblich die Attraktivität von Wohn- und Wirtschaftsstandorten und sind eine wichtige Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit moderner Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften, wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand. Der vorliegende Regionalverkehrsplan wurde im Juli 2018 durch die Regionalversammlung beschlossen. Seither haben einige Rahmenbedingungen des Mobilitäts- und Verkehrssektors wesentliche, zum Teil sehr dynamische Entwicklungen zu verzeichnen. Beispielsweise wurden mehrere Klimaschutzgesetze und -pläne mit ambitionierteren Klimaschutzzielen verabschiedet, umfangreiche Förderprogramme aufgelegt bzw. die Förderung sowie neue „Push“-Maßnahmen eingeführt. Ebenso wurden technische Entwicklungen im Verkehrssektor vorangetrieben, wie die Digitalisierung, alternative Antriebe, (teil-)autonome Systeme, neue Verkehrsmittel oder bessere Vernetzung. Zudem wirken sich die COVID-19-Pandemie und der Ukrainekrieg unter anderem durch häufigeres Homeoffice, verändertes Freizeit- und Einkaufsverhalten, Veränderungen in der Verkehrsmittelwahl sowie steigende Energiepreise auf das Mobilitätsgeschehen aus. Vor diesem Hintergrund hat der Verkehrsausschuss 2021 beschlossen, dass überprüft werden soll, inwiefern und in welcher Form der Regionalverkehrsplan weiterbearbeitet werden soll.

Wie sieht die Vorgehensweise aus?

Die bisherige Fortschreibung des Regionalverkehrsplans erfolgte in einer sehr transparenten und beteiligungsorientierten Vorgehensweise. Dies soll für die weiteren Arbeiten am Regionalverkehrsplan beibehalten werden. Gleichzeitig soll die Bearbeitung der einzelnen Inhalte so zeitnah wie möglich erfolgen. Aus diesem Grund wird ein zweistufiges Vorgehen mit einer Unterscheidung der Inhalte nach Untersuchungsbedarf und Bearbeitungsdauer gewählt:

  • In der aktuell laufenden kurzfristigen Ergänzung werden Aspekte behandelt, die keine grundlegenden Untersuchungen, umfangreiche Modellanwendungen  oder Vergabeverfahren erfordern und mit bestehenden Mitteln bearbeitet werden können. Diese Stufe befindet sich nun im Stadium des Beteiligungsverfahrens.
  • In einer darauf folgenden mittelfristigen Anpassung sollen Inhalte bearbeitet werden, die vertiefende Betrachtungen, umfassende Anwendungen eines Verkehrsmodelles, methodische Weiterentwicklungen oder externe Expertise erfordern. Hierzu sollen vorab die Mobilitätsdaten für die Region Stuttgart aktualisiert und ein neues regionales Verkehrsmodell entwickelt werden. Hierfür werden aktuell die Grundlagen zusammengestellt, um möglichst zeitnah die Stufe mittelfristige Anpassung angehen zu können.

 

Stimmen aus der Regionalversammlung

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) betonte, dass die bisher erarbeitete Datenbasis nach wie vor sehr gut nutzbar sei, trotzdem finde der vorliegende Entwurf zur kurzfristigen Ergänzung des Regionalverkehrsplans bei seiner Fraktion volle Zustimmung. „Seit 2018 hat sich Einiges verändert.“ Als drei wesentliche Punkte bezeichnet der CDU-Regionalrat die Corona-Pandemie, die Energiekrise und die Notwendigkeit des Klimaschutzes. „Gerade im kurzfristigen Bereich ist es daher wichtig, aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen einfließen zu lassen.“ Die angedachten Anpassungen seien schnell und kurzfristig umsetzbar und würden klare Aussagen und Positionen der Regionalversammlung schaffen. Das im nächsten Verfahrensschritt vorgesehene Beteiligungsverfahren mit Kommunen, Trägern öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit stehe zudem in guter Tradition des partizipatorischen Prozesses. „Mittelfristig gilt es aber, noch viel stärker die Wechselwirkung und Verknüpfung zwischen Verkehrs- und Siedlungsentwicklung sowie dem Klimaschutz zu berücksichtigen“, so Ganske. „Lassen sie uns vorausschauend agieren und neue Entwicklungen aufgreifen, ganz um Sinne der Sicherung der Mobilität für die Menschen und die Wirtschaft der Region.“

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und seine Fraktion lehnen wie bereits 2018 den Regionalverkehrsplan auch die aktuellen kurzfristigen Änderungen des Regionalverkehrsplan ab. „Im Regionalverkehrsplan ist viel enthalten, über 100 Maßnahmen, aber immer noch keine verbindlichen Vorgaben zum Klimaschutz“, so Michael Lateier. „Ein Plan muss Orientierung liefern, er soll Maßnahmen aufweisen: Diese Ziele werden auf den wenigen neuen Seiten nicht erreicht.“ Jahrzehntelang wurde in die Straße investiert und es ist auch jetzt noch der Ruf nach mehr Straßen, ganz im Geist der 1980er Jahre, so Michael Lateier weiter. „Straßenbau ist jedoch keine Lösung, sondern das Problem dieser Region“, sagt der Regionalrat. „Wir hatten erwartet, dass die sich Zielbestimmungen als Handlungsvorlage ändern.“ Es brauche Mut, der vielen hier fehle: „Der Regionalverkehrsplan bietet keine zukunftsweisende Orientierung, wie man Mobilität für Morgen denken muss.“ Es gebe noch viel Luft nach oben und so verschenke man wieder zwei bis drei Jahre auf dem Weg zur Halbierung des Verkehrs bis 2030.

Bernhard Maier (Freie Wähler) stimmt der kurzfristigen Ergänzung des Regionalverkehrsplans zu, mahnte aber zur Vorsicht was die mittelfristige Anpassung angeht: „Die Veränderungen, die wir aktuell erleben, zeigen uns drastisch die Grenzen unserer Planungssicherheit auf.“ Die hohe Priorität, die zurecht der Verkehrswende zugeordnet wurde, werde überlagert von Corona und besonders dem Krieg in Europa. „Wenn Kohlekraftwerke zur Energiegewinnung wieder ans Netz gehen, wird eine neue Justierung der Klimaziele deutlich und die Grenzen ursprünglicher Ziele vor diesem Hintergrund erkennbar“, so Meier. Mit Folgen, auch für den unmittelbaren Handlungsbereich der Region: zum Beispiel bei der Diskussion über einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket. „Am Ende werden es die Kommunen sein, die die Löcher stopfen müssen.“ Man sei nun gut beraten, sich mit den real existierenden Problemen zu beschäftigen, anstatt Ziele zu formulieren, die in der fernen Zukunft erreicht werden können.

Michael Makurath (SPD) betont, dass der Regionalverkehrsplan mit der langen Vorarbeit eine große Qualität hat. „Es ist aber richtig den Plan zu updaten.“ Einmal kurzfristig, wie aktuell, aber parallel dazu auch ganz grundsätzlich mittelfristig, wie es die Vorlage vorsehe. „Es ist jedoch wichtig, dass wir nicht wieder acht Jahre planen, sondern zumindest innerhalb einer Legislaturperiode“, so Michael Makurath weiter. Kürzer und kompakter, aber gleichzeitig solide, sei die Devise. „Die Vorgehensweise, die Menschen, Kommunen und Behörden mitzunehmen, ist ein Gütemerkmal, das wir so mittragen – wir sind gespannt was am Ende dabei rauskommt.“

Für Christian Köhler (AfD/FR) ist abzusehen, dass die öffentliche Verkehrsinfrastruktur nicht wirklich einen dauerhaften Schaden hinsichtlich der Nutzerzahlen genommen hat. „Dieser Regionalverkehrsplan ist jedoch der Versuch, auf die zahlreichen weiteren geänderten und verschärften Rahmenbedingungen seit 2018 angemessen zu reagieren“, so Christian Köhler.  Verkehrsplanung sei zwar nicht immer die erste Anlaufstelle zur Bekämpfung des Klimawandels, aber man könne Verkehrsströme vermeiden, verhindern und verlagern. „Man kann Angebote machen, Angebote aufzeigen, um die Menschen im besten Fall zu Verhaltensänderungen zu bewegen“, sagt Christan Köhler. „Wir nehmen zudem positiv zur Kenntnis, dass in der Vorlage ein Bekenntnis zur technologischen Offenheit ins Sachen Verkehrsmittelantriebsform erhalten bleibt.“

Für Armin Serwani (FDP) ist der heutige Beschluss eine Selbstverständlichkeit. „Ein atmender Regionalverkehrsplan kann nicht falsch sein“, so der Regionalrat weiter. Gleichzeitig kündigt er an, dass man das Bürgerbeteiligungsverfahren dazu nutzen werde, Anträge zu stellen und Überflüssiges zu streichen: „Wir sollten einen Regionalverkehrsplan nicht mit Wortgeklingel überlasten“, sagt Armin Serwani. Man sehe den Verband in der Pflicht, eine breite Öffentlichkeit für die Verkehrsthemen zu mobilisieren „Und nicht nur die üblichen Hardcore-Ablehnenden, sondern alle, für die ein Regionalverkehrsplan da ist.“

Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) machte deutlich: „Das Klima kann nicht warten.“ Wie auch 2018 stimmten er und seine Fraktion dem Beschluss nicht zu. „Der Klimawandel ist überall auf der Welt zu spüren, trotzdem wurde kein einziges Straßenbrauprojekt aus dem Regionalverkehrsplan herausgenommen.“ Das Planwerk müsse unter Klimagesichtspunkten geprüft werden. „In seiner jetzigen Form atmet es den Geist des letzten Jahrtausends“, so Michael Knödler. „Die Ergänzungen sind hinter unseren Erwartungen geblieben.“

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news-1149 Thu, 29 Sep 2022 08:27:46 +0000 Fahrplankonferenz informiert über mehr Fahrten, höhere Kapazität und Modernisierung bei der S-Bahn Ab 11. Dezember 2022 fährt die S-Bahn auch samstags tagsüber alle 15 Minuten. Es werden mehr Züge eingesetzt und Taktlücken geschlossen. Die Weichen für den Fahrplan nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 sind gestellt. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1149&cHash=73259cfab3aae6d00b0997662b14fe70 Der Verband Region Stuttgart informierte am Mittwoch bei der Fahrplankonferenz die Kommunen, Landkreise sowie Zuständige bei Verbänden, Verbünden und anderen Organisationen über aktuelle Entwicklungen beim Fahrplan und bei der Infrastruktur. Als Auftraggeber der S-Bahn beschließt der Verband stetig Maßnahmen, um die Mitfahrt noch attraktiver zu machen. ­­Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 treten weitere Verbesserungen in Kraft.

15-Minuten-Takt an Samstagen

Seit Ende 2021 fahren alle Linien der S-Bahn am Samstagnachmittag im Viertelstundentakt. Zum Fahrplanwechsel wird dieser ausgeweitet. Zwischen 08:30 und 20:30 Uhr verkehren fast alle Linien im Viertelstundentakt. Ausnahmen gelten bis auf weiteres nur noch auf drei Streckenabschnitten: bei der der S1 zwischen Plochingen und Kirchheim (Teck), bei der S4 zwischen Marbach und Backnang sowie bei der S60 zwischen Renningen und Böblingen.  

Mehr Kapazitäten in der Hauptverkehrszeit

Die neu beschafften S-Bahn-Fahrzeuge werden schrittweise eingesetzt. Bis zum Fahrplanwechsel werden alle in Betrieb genommen. Durch die zusätzlichen Züge können die S-Bahnen zu den Hauptverkehrszeiten mit drei Zügen als sogenannte Langzüge verkehren. So kann die Kapazität montags bis freitags zwischen 06:00 und 09:00 Uhr sowie zwischen 15:30 und 19:00 Uhr nochmals um bis zu 50 Prozent gesteigert werden. Dies gilt auf allen Linien mit Ausnahme der S4 zwischen Marbach und Backnang sowie auf der S6/60 zwischen Renningen und Weil der Stadt beziehungsweise Böblingen.

Schließen von Taktlücken

Auf der Linie S1 zwischen Böblingen und Herrenberg ist ein durchgängiger Viertelstundentakt aufgrund von Trassenkonflikten mit dem IC bisher nicht möglich. Dies betrifft montags bis samstags zwischen 8:44 und 20:44 Uhr jeweils alle zwei Stunden die Fahrten der S1 mit Zielbahnhof in Böblingen. Ebenso verhält es sich bei Zügen mit Abfahrt in Böblingen zwischen 09:15 und 19:15 Uhr. Einige Fahrten konnten bereits zum 12. September 2022 bis nach Herrenberg verlängert werden. Mit dem Fahrplanwechsel werden alle Lücken geschlossen. Allerdings können die jeweiligen Züge nur ohne Zwischenhalte bis Herrenberg. Die zusätzlichen Stopps in Hulb, Ehningen, Gärtringen und Nufringen folgen erst im Zeitraum nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21.

Weitere Fahrplanänderungen

Zeitgleich zum Fahrplanwechsel wird im Zuge von Stuttgart 21 die Neubaustrecke zwischen Ulm und Wendlingen in Betrieb genommen. Um die Verbindung des Fernverkehrs von Wendlingen nach Stuttgart zu ermöglichen, müssen die Fahrten der S1 zwischen Plochingen und Kirchheim (Teck) bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21 in beiden Richtungen um ungefähr eine Minute verschoben werden. Auf der Schusterbahn zwischen Kornwestheim und Untertürkheim verlängert sich die Fahrzeit baustellenbedingt um eine Minute. Aufgrund der Bauarbeiten zur Erhöhung der Bahnsteige in Rommelshausen müssen sich Fahrgäste der S2 im Herbst und Frühjahr auf Änderungen einstellen. Jeweils in einer Fahrtrichtung kann der Halt nicht bedient werden. Alternativ können die parallelen Linienbusse genutzt oder am Folgehalt in die S-Bahn der Gegenrichtung umgestiegen werden.

Ausblick auf den Fahrplan ab Dezember 2025

Mit der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 ergeben sich deutliche Verbesserungen für die S-Bahn Nutzerinnen und Nutzer. Die Stammstrecke wird um den neuen Bahnhof Mittnachtstraße nördlich des Hauptbahnhofs verlängert. Außerdem wird der 15-Minuten-Takt auf der S1 bis Wendlingen ausgeweitet. Die Linie S5 verkehrt dann bis Stuttgart-Vaihingen und alle 30 Minuten bis Böblingen. So ist der Norden der Region noch besser angebunden. Sobald der Bahnsteig in Feuerbach fertiggestellt ist, kann die S62 bis dorthin in verlängert werden und zusätzlich in Renningen halten.

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news-1148 Thu, 29 Sep 2022 06:48:28 +0000 Weichenstellungen zu einer zukunftsresilienten Region Stuttgart Rund 423 Millionen Euro sind für 2023 vorgesehen. Größter Posten ist der Verkehrsbereich für künftige und bereits beschlossene Angebotsverbesserungen. Verbands- und Verkehrsumlage steigen durchschnittlich um 16 Prozent auf über 113 Millionen Euro. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1148&cHash=06665b4fc55c3b0af186f2716802b7cc Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl hat in der Regionalversammlung am 28. September den Haushaltsentwurf für 2023 eingebracht und die zukünftigen Arbeitsschwerpunkte des Verbands Region Stuttgart präsentiert. „In einer Welt im Krisen-, Dekarbonisierungs- und Transformationsmodus müssen und wollen wir in der Region mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln den Wandel begleiten und mitgestalten“, erklärte der Regionaldirektor. „Entscheidend wird sein, wie wir es miteinander schaffen, unsere bisherigen Denkmuster und Lösungsansätze auf ihre Tauglichkeit für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen hin zu überprüfen und bisherige Selbstverständlichkeiten in andere, neue Sichtweisen zu überführen.“ Der Haushalt sei auch geprägt durch eine Vielzahl an wichtigen und zukunftsweisenden Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren von der Regionalversammlung beschlossen wurden und nun etabliert werden müssten. Ziel sei es, die „innovationsmächtige Wissenschafts- und Wirtschaftsregion als eine der stärksten in Europa und der Welt zu erhalten“. Unter den sich verändernden Vorzeichen müsse man den Menschen dabei Perspektiven aufzeigen.

Eckpunkte des Haushalts

Um die geplanten Vorhaben in den nächsten Jahren in die Umsetzung zu bringen, sind Erhöhungen bei den Umlagen notwendig, die in den Kommunen und Landkreisen erhoben werden. Insgesamt steigen die Umlagen um 16 Prozent auf 113,42 Millionen Euro. Die Verbandsumlage, die von den Städten und Gemeinden getragen wird, steigt dabei um 5,3 Prozent auf 25,54 Millionen Euro. Die mittelfristige Finanzplanung aus dem letzten Jahr wird für 2023 somit um rund 300.000 Euro (knapp 1,2 Prozent) überschritten, wovon die eingeplanten inflationsbedingten Erhöhungen etwa 250.000 Euro ausmachen. Die Verkehrsumlage steigt um 19,5 Prozent auf 87,88 Millionen Euro. Grund dafür sind höhere Aufwendungen für Angebotsverbesserungen bei der S-Bahn. Vor allem die Anschaffung der 58 neuen S-Bahn-Züge und die bereits beauftragten Angebotserweiterungen für einen umfassenderen 15-Minuten-Takt schlagen hier zu Buche. Für die Fahrzeugfinanzierung fällt 2023 erstmals der volle Zinsaufwand an. Für weitere mit Darlehen zu finanzierende Ausbauvorhaben wird nun zudem mit höheren Zinsen gerechnet – gegenüber dem Vorjahr führt dies zu drei Millionen Euro Mehrkosten. Die geplanten Kreditaufnahmen fallen mit insgesamt 30,5 Millionen deutlich geringer aus als im Vorjahr mit 266 Millionen, die zum Großteil mit der Finanzierung der neuen S-Bahn-Fahrzeuge zusammenhingen. Für 2023 entfallen davon knapp 20 Millionen auf den Verkehrsbereich und elf Millionen auf den Verbandshaushalt.

Klima, Energie, Transformation

Um die Kommunen und Landkreise bei ihren Maßnahmen für Klimaanpassung zu unterstützen, werden im kommenden Haushaltsjahr vor allem vorhandene Ressourcen eingesetzt. Als Blaupause dienen soll unter anderem das Kompendium „KlimaBB -- „Klimaanpassung im Landkreis Böblingen“, das im Sommer 2022 vorgestellt wurde. Auch möchte der Verband Region Stuttgart pilothaft ein multifunktionales Freiraumkonzept entwickeln und umsetzen, wofür 40.000 Euro veranschlagt sind. Nachhaltigkeit und Klimaneutralität sollen bei der Planung und Ausweisung von Gewerbegebieten und der ebenfalls dringend benötigten Wohnbauflächen zukünftig als eigenständiger Planungsfaktor noch stärker berücksichtigt werden. Auch mit der Unterstützung der Internationalen Bauausstellung StadtRegion Stuttgart 2027 (IBA’27) in Höhe von insgesamt rund 1,1 Millionen Euro ist die Erwartung verbunden, dass diese Impulse für ökologisches, nachhaltiges Bauen und günstiges Wohnen setzt.  „Wir sind gehalten, die Chancen einer ökologischen Modernisierung auf allen Ebenen zu ergreifen und auf den Weg zu bringen“, bekräftigte Dr. Lahl. Über die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) gibt es bereits verschiedene Initiativen zum Voranbringen von Wasserstofftechnologien, darunter die „Modellregion Grüner Wasserstoff“. Insgesamt 20 Millionen Euro sind für das von der Regionalversammlung 2021 beschlossene Kofinanzierungsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzelle vorgesehen, fünf Millionen werden für 2023 aufgerufen. Noch im laufenden Jahr sollen Projekte ausgewählt werden. Doch auch die Erzeugung erneuerbarer Energien steht im Fokus: „Wir werden weiterhin mit Hochdruck daran arbeiten, mögliche Flächen für Photovoltaik und Windkraftanlagen im Regionalplan zu fixieren“, so Dr. Lahl. Denn „die Energiewende ist der Weg aus der Klimakrise.“ Dafür sollen zwei Personalstellen eingerichtet werden. Ebenso wie die Sicherheit der Energieversorgung ist die Künstliche Intelligenz (KI) für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region von erheblicher Bedeutung. Die WRS und der Verband Region Stuttgart bauen deshalb gemeinsam mit den Städten Stuttgart und Böblingen KI-Infrastrukturen für Unternehmen und Start-ups auf. Im regionalen
KI-Kofinanzierungsprogramm sind dafür sechs von insgesamt 16 Millionen vorgesehen.

Verkehrswende

Die Verkehrswende sei ein weiterer, wesentlicher Bestandteil zum Erreichen der Klimaziele, sagte der Regionaldirektor. Neben den bereits beschlossenen Angebotsverbesserungen bei der S-Bahn hob er den weiteren barrierefreien Ausbau der Bahnsteige mit regionalen Mitteln von 5,6 Millionen Euro hervor. Die Einführung eines 10-Minuten-Takts bei der S-Bahn nannte er als Ziel bis zum Jahr 2035. Eine Machbarkeitsstudie zu weiteren möglichen Erweiterungen der S-Bahn-Streckenäste soll im nächsten Jahr erscheinen. Für den Erhalt der Panoramastrecke wird sich der Verband Region Stuttgart bei einer noch zu findenden Organisationsstruktur mit einem jährlichen Fixbetrag in einer kleineren bis mittleren sechsstelligen Größenordnung beteiligen. Auch die Radfahrer sollen sich freuen: Dr. Lahl hält es für erforderlich, dass in der Region ein durchgängiges Radwegenetz, verbunden mit Radschnellwegen, entsteht. Hierfür möchte er sich mit Land, Landkreisen und Kommunen besser vernetzen.

Internationale Zusammenarbeit

„Die Umstellung auf eine ökologisch nachhaltige und damit klimaneutrale Wirtschaft hat einen grundlegenden Wandel in den Unternehmen zur Folge“, betonte Dr. Lahl. Jedoch werde „die Globalisierung fragiler.“ Er beabsichtigt daher, die Zusammenarbeit mit anderen Regionen zu intensivieren. Dazu gehöre die etablierte Partnerschaft mit Northern Virginia ebenso wie der Kontakt zu europäischen Regionen wie beispielsweise die Metropolregion Mailand oder die Region Graz. Auch den Austausch mit ausgewählten Ländern außerhalb Europas wird der Verband Region Stuttgart suchen, idealerweise in Kooperation mit den Kammern und Landkreisen.

Zukunftsstrategie, Kommunikation, Beteiligung

„Zögerlichkeit und weiter so sind keine Optionen mehr. Wir als Verband Region Stuttgart sehen uns in der Verantwortung, gerade in unsicheren und herausfordernden Zeiten, eine Strategie für die Zukunft unserer Region zu entwickeln“, betonte Dr. Alexander Lahl. Dafür brauche es eine erkennbare Agenda für die Region, die den regionalen Beitrag für die Klimaneutralität und die ökologische Transformation der Wirtschaft bis zum Jahr 2035 beschreibt. Die unweigerlichen Veränderungen müssten dabei für die Menschen besser nachvollziehbar gemacht und die regionale Perspektive vermittelt werden. Deswegen sind im Haushalt auch zweieinhalb Stellen für den Bereich Kommunikation vorgesehen. Bürgerinformationsveranstaltungen, Bürgerdialoge und unterschiedliche Beteiligungsformate sollen fester Bestandteil der Verbandsarbeit werden. „Als politisch Verantwortliche dürfen wir eine Spaltung der Gesellschaft nicht zulassen, sondern sind aufgefordert, ihr als demokratische Kraft entgegenzutreten“, führte Dr. Lahl weiter aus. In diese Richtung zielt auch ein interfraktioneller Antrag aus 2021, die Spuren jüdischen Lebens in der Region sichtbar zu machen. Die Geschäftsstelle habe ihn gerne mit in die Haushaltsplanungen aufgenommen, denn die Erinnerung sei hier eine Verpflichtung für die Gegenwart, führte der Regionaldirektor aus. Die KulturRegion Stuttgart soll zur Aufarbeitung der „Jewish Places“ und einem Projekt mit Bezug zum aktuellen jüdischen Leben 200.000 Euro erhalten, davon 100.000 im Jahr 2023.

Zeitplan der Beratungen

Die Fraktionen und Gruppen bringen ihre Anträge zum Haushaltsentwurf in die Regionalversammlung am Mittwoch, den 26. Oktober, ein. Danach finden die Beratungen in den Ausschüssen statt: am Mittwoch, den 16. November, im Planungsausschuss, am Mittwoch, den 23. November, im Verkehrsausschuss und abschließend am Mittwoch, den 30. November, im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung. Die Regionalversammlung soll den Haushalt 2023 des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch, den 14. Dezember, beschließen.

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Anlagen:

Schaubild Haushalt 2023 zum Downloaden 

Haushaltsrede 2023_Dr. Alexander Lahl zum Downloaden 

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news-1147 Fri, 23 Sep 2022 06:33:24 +0000 S-Bahn-Konzept zum Start von S 21 vorgestellt Integration des Bahnhofs Mittnachstraße hat Auswirkungen für die Fahrpläne auf den meisten S-Bahn-Linien /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1147&cHash=316545c7100daccbeb6ec4a1ae11b55d Neuer Bahnhof bedeutet neue Organisation der Zulaufstrecken: Insbesondere muss die neue S-Bahnhaltestelle Mittnachtstraße, die Teil der Stammstrecke sein wird, in den Fahrplan integriert werden. Im Verkehrsausschuss am Mittwoch wurde das neue Liniennetz ab Dezember 2025 zur Inbetriebnahme von S 21 samt der voraussichtlichen Auswirkungen auf die einzelnen S-Bahnlinien vorgestellt und diskutiert. 

An der „Mittnachtstraße“ verzweigen sich künftig die Linien und fahren weiter auf die neuen Anschlussstrecken in Richtung Nordbahnhof und Bad Cannstatt. Der zusätzliche Halt hat einen Zeitbedarf von etwa zwei Minuten pro Fahrt – eine nicht zu unterschätzende Größe in einem komplexen Liniennetz, da die zwei Minuten nicht beliebig innerhalb einer Linie „weitergeschoben“ werden können. Denn auf den meisten Linienästen gibt es sogenannte „Zwangspunkte“, nach denen sich der Fahrplan ausrichten muss. Zudem besteht eine gegenseitige Abhängigkeit zwi­schen den Fahrplänen aller Linien durch die gemeinsame Nutzung der Stammstrecke. Entsprechend ist es notwendig, die Reihenfolge auf dieser voll ausgelasteten Strecke aufeinander abzustimmen. Neben eingleisigen Streckenabschnitten schränken auch Regional- und Fernverkehrszüge die Flexibilität in der Fahrplanung auf den Strecken ein, die auch künftig im Mischverkehr betrieben werden. Dies betrifft beispielsweise die Rems- und Murrbahn (S2 / S3) oder die Gäubahn (S1).

Unter Berücksichtigung der zahlreichen Randbedingungen und in Abstimmung mit den Partnern wurde ein Fahrplankonzept für den Zeitraum nach der Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofs entwickelt, wobei die Inbetriebnahme in Stufen erfolgt und es daher auch noch mehrere Zwischenzustände geben wird.  

Dichter Takt an der Mittnachtstraße

Für den vorgesehenen Haltestellen-Fahrplan Mittnachtstraße nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 gelten dieselben Standards wie auf der bisherigen Stammstrecke, das heißt, jede Linie legt hier einen Stopp ein. Der konsequente 15-Minuten-Takt bleibt auf allen Linien bestehen und wird schon frühzeitig bis Wendlingen ausgeweitet. Es ist möglich, die S62 bis Feuerbach mit allen vorhandenen Zwischenhalten zu verlängern. Weitere Angebotsaus­weitungen sind bereits mitgedacht und können, sobald die infrastrukturellen Voraussetzungen erfüllt sind, in den Betrieb integriert werden. Ob ein 10-Minuten-Takt perspektivisch eingeführt werden kann, ist Gegenstand einer Studie, die der Verkehrsausschuss im Mai 2022 bei der DB Netz AG in Auftrag gegeben hat.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) lobte, dass die vom Verband definierten Eckpunkte eingehalten würden. Er nannte insbesondere den Anspruch, dass kein Linientausch stattfindet. „Wenn man die Details betrachtet, verändert sich mit S 21 ganz schön viel. Die Verbesserungen sind wichtig, um den Deutschlandtakt einzubinden.“ Immer noch „hässlich“ sei die Taktlücke auf der S1, so dass Hulb mit den vielen Arbeitsplätzen gar nicht angeschlossen werden könne. „ETCS ist die Voraussetzung, um diesen Fahrplan samt Qualitätspuffer fahren zu können. Dies ist der erste Schritt. Er geht in Richtung Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Perspektivisch muss es Richtung 10-Minuten-Takt gehen.“ Dafür seien noch viel weitere, heute noch gar nicht beschlossene Maßnahmen nötig. 

„Wir hoffen, dass es nach den Maßnahmen besser wird als vorher“, erklärte Philipp Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Als positive Elemente nannte er die verbesserten Umstiege auf die Murrbahn. Dies sei lange Wunsch seiner Fraktion gewesen. Bei der S60 sei es erfreulich, dass es in Richtung Innenstadt eine bessere Lösung als die bisherige gebe. Buchholz kritisierte, dass „in jedem Jahr bei jeder Linie immer nochmal eine Minute dazu kommt.“ Immer wieder gebe es lange Wartezeiten an den Stationen, von Ende zu Ende sei die Fahrzeit der S-Bahnlinien sehr lang. In den Ausführungen vermisse er die S5 nach Mühlacker. Außerdem hätte seine Fraktion auf eine andere Lösung zum Flughafen gehofft. Auf Dauer müsse es eine einheitliche Lösung mit einer Linie und einem einheitlichen Takt geben.

Bernhard Maier (Freie Wähler) stellte fest: „Auf den ersten Blick hat S 21 mit S-Bahn nichts zu tun. Insbesondere im Bereich der Entflechtung der unterschiedlichen Verkehre wird aber der Nutzen deutlich.“  Dies sei ein sehr positiver Ansatz in Bezug auf die Störanfälligkeit der S-Bahn. Die Fahrzeit aus dem Norden in die Innenstadt sei länger, aber die Mittnachtstraße bringe dafür für viele andere Fahrgäste viele Verbesserungen. Ein Punkt erschrecke seine Fraktion jedoch: der längere Umstieg von der S6 auf die S60 in Renningen. Es sei nicht akzeptabel, dass die Verbindung von Böblingen nach Weil der Stadt unattraktiv werde.

Thomas Leipnitz (SPD) betonte: „Eine Lösung mit den Prämissen des 15-Minuten-Takts und ohne Linientausch zu erarbeiten, war nicht trivial.“ Dass der 15-Minuten-Takt bis Wendlingen rasch umgesetzt werde, sei gut. „Hier wirkt S 21“, so Leipnitz. Es sei ein Wermutstropfen, dass die Verlängerung zum Flughafen nicht durchgängig sei. Auch klinge die Verlängerung der Fahrzeit zwischen Waiblingen und Cannstatt zwar erst einmal nicht nach so viel. Aber die Situation auf der Remsbahn insgesamt solle ein Ansporn sein, über ein drittes Gleis nachzudenken. Zudem sei es wichtig, „so schnell wie möglich mit den übrigen Aufgabenträgern zu sprechen und zu einem konkreten Fahrplan zu kommen.“

Joachim Hülscher (AfD/FR) fand es positiv, dass kein Linientausch stattfinden müsse und für die Menschen das Gewohnte bliebe. Auch die Taktverbesserung in Richtung Deutschlandtakt sei zu begrüßen. Der zweiminütige Zeitverzug im Zusammenhang mit der Mittnachtstraße werde durch viele Vorteile aufgewogen.  

Laut Armin Serwani (FDP) bringt die Mittnachtstraße wesentliche Vorteile für die Leute aus Richtung Norden, die dann nicht mehr in den Hauptbahnhof herunterfahren müssen.  Die eigene Strecke sorge für mehr Stabilität. „Vermutlich kommen wir später nicht zu einem 10-Minuten-Takt, aber vielleicht zu einem 12-Minuten-Takt“, so Serwani. „Der einzige Wermutstropfen ist, dass wir die S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen erst 2027 feiern.“

„Was ETCS leistet, werden wir erst sehen, wenn S 21 in Betrieb geht“, sagte Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT). Seine Fraktion sehe die Untersuchung der Schusterbahn sehr positiv, aber man wolle nicht nochmal drei Jahre warten. „Dass sich der Fahrplan nach S 21 ändert, ist klar, aber einen verbesserten Betrieb der Schusterbahn kann man schon einmal einrichten.“ Vielleicht lasse sich auch prüfen, ob die Hessebahn öfter fahren könne.

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news-1146 Fri, 23 Sep 2022 06:31:08 +0000 Region berät über neue Tarife und Angebote beim VVS Über die Erhöhung des VVS-Tarifs um 4,9 Prozent ab 2023 sind die Meinungen im Verband Region Stuttgart geteilt. Die Region will sich dafür einsetzen, dass das 10er-TagesTicket zukünftig nicht mehr monatlich gebunden ist. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1146&cHash=01d3317b90ae08941577b2fb87895b0c Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat am Mittwoch über neue Entwicklungen im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) beraten. Teils waren sie bereits Inhalt verschiedener Anträge, welche die Regionalfraktionen CDU/ÖDP, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Wähler und Die LINKE/PIRAT bi 2021 gestellt hatten. Diese bezogen sich auf das 365-Euro-Ticket für alle oder bestimmte Nutzergruppen, ein Sozialticket im gesamten VVS, Mitnahmemöglichkeit von Kindern, Stadtticket-Angebote für Städte und Kommunen unter 20.000 Einwohnern sowie Verwaltungsgemeinschaften, die Ausweitung des KurzstreckenTickets, Angebote für Teilnutzung und Maßnahmen zur Bindung an das VVS-Abo.

Bereits im Juli wurde von den Gremien des VVS beschlossen, den Tarif ab Januar 2023 um 4,9 Prozent anzupassen. Die Struktur der einzelnen Ticketarten bleibt weitgehend erhalten, die Preise steigen überwiegend gleichmäßig zwischen vier und sechs Prozent an. Dafür hat sich auch der Verkehrsausschuss ausgesprochen. Ausgenommen von der Erhöhung sind die Tickets für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende und Fahrgäste bis 21 Jahren. Für diese Kundengruppe wird im März ein Ticket zu einem Einführungspreis von 365 Euro eingeführt. Insgesamt profitieren 40 Prozent der VVS-Nutzerschaft von diesem landesweiten Jugendticket.

In Zukunft sind weitere Verbesserungen geplant: Am 12. Oktober beraten die Gremien des VVS darüber, ob die Monatsbindung beim 10er-TagesTicket entfallen kann. So wäre das Ticket beispielsweise für Arbeitende im Homeoffice noch attraktiver. Ende des Jahres soll außerdem ein verbundsübergreifendes Check-in-Check-out-System („CiCo BW“) starten, das die Nutzung des Nahverkehrs in Baden-Württemberg erleichtert. Auch weitere bundesweite Tickets wurden diskutiert. Land und Bund haben für diese Thematik eine Kommission eingerichtet, die nach einer Lösung sucht. Der VVS muss deren Ergebnisse abwarten und kann dann im Rahmen derer handeln.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) betont, dass nicht der Tarif allein dafür ausschlaggebend ist, dass mehr Menschen den ÖPNV nutzen, sondern die Qualität des Angebots. Die Tariferhöhung bezeichnet er als „nicht schön, aber notwendig.“ Sie orientiere sich an den gestiegenen Kosten: „Die Verkehrsunternehmen tragen trotz der Erhöhung einen Teil ihrer Mehrkosten selbst.“ Auch die Verteilung stimme damit überein, was die Fraktion sich vorgestellt habe. Das Neun-Euro-Ticket sieht er nicht nur positiv: „In der Fläche hatte es unterschiedliche Auswirkungen.“ Für ein Nachfolge-Angebot müsse man die steigenden Kosten durch die höhere Nutzung im Blick behalten.

Prof. Dr. André Reichel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) gibt die zeitliche Entwicklung zu bedenken: „Aktuell reden wir über die Tariferhöhung, die aus den Kosten des letzten Jahres hervorgeht. Damals hatten wir aber eine ganz andere Ausgangssituation.“ Wenn man die Erhöhung hinnehme, dann bereite man sich auf eine zweistellige Tariferhöhung für die folgenden Jahre vor. Er hofft auf ein Nachfolgeangebot zum Neun-Euro-Ticket und verweist auf die damit einhergehenden Änderungen: „Die Tarifwelt wird sich grundlegend verändern.“ Ein schneller Einstieg in die Diskussion über eine Strategie sei dringend notwendig.

Für Thomas Leipnitz (SPD) ist die Erhöhung aus der Zeit gefallen: „Einen größeren Imageschaden kann man nicht anrichten. Die Verkehrsunternehmen geben die Erhöhung vor.“ Er erkennt die schwierige Lage an, sie blende aber den Klimawandel aus. Bezüglich eines bundesweiten Tickets müsse man die Entwicklungen abwarten: „Das Ergebnis macht unsere Diskussion über eine Tariferhöhung eventuell obsolet.“

Für Bernhard Maier (Freie Wähler) ist gespannt, ob der heutige Beschluss zum Tragen kommt. Für ihn steht die Frage der Finanzierung im Vordergrund: „Wenn ein bundesweites Ticket kommt, bricht die Selbstverwaltungstätigkeit im ÖPNV weg. Unser Tarifsystem ist damit erledigt und wird zukünftig bundesweit erledigt.“ Er warnt vor den möglichen Folgen, wenn Bund und Land die Kosten nicht dauerhaft tragen können.

Armin Serwani (FDP) spricht er sich für eine Nachfolge des Neun-Euro-Tickets aus. Bund und Länder müssten eine gemeinsame Lösung finden. Gleichzeitig betont er: „Der Gelegenheitsverkehr ist und bleibt auch weiterhin wichtig.“

Christoph Ozasek (Die LINKE / PIRAT) bemängelt, der „Tarifschock im VVS“ treffe die Ärmsten am härtesten. Das Angebot des Bundes über eine Nachfolge des Neun-Euro bezeichnet er als „vergiftet“, da nicht klar ist, woher die finanziellen Mittel kommen sollen.

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news-1145 Fri, 23 Sep 2022 06:27:48 +0000 Region diskutiert Störfallkonzepte bei der S-Bahn Erfahrungen aus der Stammstreckensperrung 2022 – aktuelle Beeinträchtigungen bei der S-Bahn – zukünftiges Störfallkonzept /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1145&cHash=9fe7dc00c92cb53ed280fc199dc46465 Die Deutsche Bahn AG (DB) äußerte sich am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart zu den jüngsten Störungen im Betriebsablauf der S-Bahn Stuttgart. Zudem stellte sie ihr zukünftiges Konzept für Störfälle ab dem Jahr 2025 vor. Die Ausschussmitglieder diskutierten darüber engagiert.

Erhöhter Radabrieb und Krankenstand bei der S-Bahn Stuttgart

Die Abläufe bei der diesjährigen Stammstreckensperrung erläuterte Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn Stuttgart. Die DB hat in den letzten beiden Jahren in die Modernisierungen dieser S-Bahn-Stationen 40 Millionen Euro gesteckt. Dr. Rothenstein verwies auf die umfangreichen technischen Vorbereitungen für einen reibungslosen Betrieb wie Testfahrten und erläuterte die Reaktionen auf den erneut erhöhten Radverschleiß auf der Panoramabahn sowie zwischen Flughafen und Filderstadt mit Streckensperrungen und einer Ausweitung des Schienenersatzverkehrs. „Die Deutsche Bahn bittet alle S-Bahn-Fahrgäste für die Unannehmlichkeiten aufgrund des geänderten Fahrplankonzeptes während der Stammstreckensperrung um Entschuldigung. Wir hatten uns sorgfältig vorbereitet. Es ist unser ureigenes Interesse, weiter mit Hochdruck zu untersuchen, warum die Probleme an den S-Bahnen beim Zusammenwirken von Rad und Schiene wieder aufgetreten sind“, sagte Dr. Rothenstein. Nach wie vor ist ein Schienenersatzverkehr zwischen Flughafen und Filderstadt erforderlich, einige S-Bahnen fallen noch immer für den laufenden Betrieb aus. Externe Gutachter und Messfahrten sollen nun die Ursachen aufdecken, zudem wird die DB anhand eines digitalen Simulationsprogramms an Lösungen arbeiten. Für die nächsten Jahre gibt es mehrere Optionen: Man könne man nun das bisherige Konzept weiterverfolgen, Züge anderer Bauart einsetzen oder auf eine Nutzung der Panoramabahn verzichten und dies mit Schienenersatzverkehr abfedern. Der Verkehrsausschuss forderte ein sicheres, verlässliches Angebot. Im nächsten Jahr müsse das Ersatzkonzept funktionieren.

Dr. Rothenstein berichtete auch von aktuell vermehrten Ausfällen beim Personal durch einen erhöhten Krankenstand. Als Reaktion wird den Fahrgästen vorerst bis Anfang November ein verlässlicher, aber reduzierter Fahrplan angeboten. Zwar fährt die S 3 ab Montag wieder im 15-min-Takt, Einschränkungen wird es aber vor allem bei der Schuster- und Teckbahn sowie der S 62 geben.

Ersatzfahrplan für Stammstreckensperrungen ab Sommer 2025

Das Konzept der DB zum Umgang mit Störfällen im S-Bahn-Verkehr ab Sommer 2025 erläuterte Rüdiger Weiß, Leiter Betrieb, Fahrplan und Kapazitätsmanagement bei der DB Netz AG Region Südwest. Der neue S-Bahn-Halt Mittnachtstraße soll dann bereits in Betrieb sein. Die Panoramabahn über den Stuttgart Westen und Stuttgart Vaihingen soll unterbrochen werden und in der Zeit bis zur Inbetriebnahme von S 21 Ende 2025 steht der Fildertunnel vom Flughafen zum Hauptbahnhof für Ausweichverkehre noch nicht zur Verfügung. Für diesen Zeitraum muss demnach ein tragbares Notfallkonzept auf der Stammstrecke allein durch zusätzliche Stadtbahnverkehre geleistet werden. Das S-Bahn-Netz wäre dann zweigeteilt: Die S-Bahn-Linien enden auf der einen Seite im Stuttgarter Hauptbahnhof bzw. bereits an der Mittnachtstraße und auf der anderen Seite in Stuttgart-Vaihingen. Nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 können Fahrgäste mit dem Regionalverkehr vom Flughafen über den Fildertunnel zusätzlich an den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof fahren und die S 60 endet in Stuttgart-Feuerbach. Die DB hält die Kapazität der verfügbaren Ersatzverehre für beide Zeiträume für ausreichend. Weiß verwies darauf, dass das Störfallkonzept nur selten und für wenige Stunden im Jahr benötigt wird. Zudem sei die neue ETCS-Technik weniger störanfällig und ermöglicht mehr Wendemöglichkeiten für die S-Bahn. Das bietet eine höhere Flexibilität, da die S-Bahnen möglichst nah an den jeweils gesperrten Teil heranfahren können. Für die DB unabdingbar ist im Störfall eine gute Lenkung der Fahrgastströme mit umfassenden Informationen. Dem pflichteten alle Fraktionen durchweg bei.

Stimmen aus den Fraktionen

Angesichts der begrenzten Anzahl und relativ kurzen Dauer der Störfälle über das Jahr hinweg sieht Rainer Ganske (CDU/ÖDP) keinen Anlass zum Schwarzsehen, erst recht, wenn es mit der neuen Technik weniger Störfälle gebe. Prüfen müsse man noch die verfügbaren Kapazitäten der Stadtbahnen insbesondere in Zeiten hohen Fahrgastaufkommens. „Es ist zu hoffen, dass das Störfallkonzept wenig zum Einsatz kommt“, endete er. Philipp Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zeigte sich „schockiert“ über die Pläne, sämtliche Fahrgäste auf die Stadtbahnen zu verlagern. Es räche sich die Abkopplung der Panaromabahn. „Für die Zeit mit der kompletten Sperrung muss man den Fahrgästen eine alternative Lösung anbieten. Wir dürfen unsere Fahrgäste nicht im Regen stehen lassen.“ Er bat um mehr Kapazitäten auf dem Stadtbahnnetz im Störungsfall. Bernhard Maier (Freie Wähler) hält die vorgetragenen Varianten für machbar und überzeugend. Störfälle seien immer mit Schwierigkeiten verbunden. Da alle vorgestellten Ausweichlösungen ohne die Panoramabahn stattfinden, sieht Maier keine Notwendigkeit für Überlegungen, dass der Verband Region Stuttgart in eine Trägerschaft der Panoramabahn mit einsteigt. Im Gegensatz dazu ist die Panoramastrecke für Michael Makurath (SPD) weiterhin eine Option im Störungsfall, die man daher erhalten sollte. Ein Störfall sei für den Fahrgast immer ein „schwerwiegendes Hindernis“. Man müsse für alle Fälle gerüstet sein.  Gabriele Heise (FDP) zeigte sich mit dem Störfallkonzept zufrieden. „Ein Störfall löst immer Probleme aus für Fahrgäste und Betreiber.“ Auch sie plädierte dafür, die Panoramabahn zukünftig mit einzubinden. „Die Erfahrungen der letzten beiden Stammstreckensperrungen haben gezeigt, dass das Störfallkonzept nicht ohne Panoramabahn funktionieren kann“, sagte Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT). Andernfalls forderte er, das Störfallkonzept zeitnah schon mit der Abkopplung der Gäubahn zu beginnen.

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news-1144 Mon, 12 Sep 2022 08:42:00 +0000 Regionalverbände: Mehr Windkraft und Photovoltaik: Land und Regionalverbände machen die bereits vorhandenen Umsetzungsmöglichkeiten sichtbar /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1144&cHash=16e4eea1cdea4dccb7bd8581678f68c9 Auf dem Weg zum Zwei-Prozent-Flächenziel: Planhinweiskarten erleichtern Projektierern die Arbeit. Sie zeigen, wo in Baden-Württemberg schon jetzt Anlagen errichtet werden können

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg haben das Land und die zwölf Regionalverbände am Montag (12. September) Planhinweiskarten für Windkraft und Photovoltaik vorgestellt. Beide Karten wurden von den Regionalverbänden erarbeitet. „Diese Karten machen sichtbar, wo überall im Land schon jetzt etwas geht und wo es sich deshalb für die Projektierer lohnt, genauer hinzuschauen“, erläuterte die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi MdL, auf einer Pressekonferenz in Stuttgart. „Wir wollen es mit diesen Informationen den Projektierern erleichtern, auch kleinere Projekte zu realisieren. Denn es gilt der Grundsatz: Jedes Windrad zählt! Und jede Freiflächen-Photovoltaik-Anlage zählt!“

Karten zeigen raumverträgliche Standorte
Thomas Bopp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände und des Verbands Region Stuttgart, ergänzte: „Es ist das Kerngeschäft der Regionalplanung, mit Sach- und Ortskunde geeignete Standorte zu identifizieren, diese in der Öffentlichkeit zu erläutern, die politische Meinungsbildung zu organisieren und letztlich entsprechende Gebiete formal in Plänen auszuweisen. Dabei wurde sehr vieles bereits geliefert: Die Karten zeigen, wo raumverträgliche Standorte sind, wo Platz für die Energiewende geschaffen wurde und wo aus unserer Sicht direkt losgelegt werden kann. Sie zeigen, wo es im Einzelfall noch Abstimmungsbedarf gibt. Und sie zeigen auch, wo andere Nutzungen Vorrang haben sollen, denn auch das ist wichtig für die Akzeptanz notwendiger Anlagen.“

„Sie sehen an diesen Karten, dass der schleppende Ausbau der Windenergie jedenfalls nicht an der Regionalplanung liegt. Ich will aber nicht verschweigen, es jenseits dieser regionalplanerischen Betrachtung noch zahlreiche Dinge zu klären gibt, bevor ein Windrad gebaut werden kann:Eigentumsfragen etwa, oder aufwändige Genehmigungsverfahren mit Gutachten zu Arten- und Lärmschutz“, so Bopp weiter.
Razavi hob die gute Zusammenarbeit zwischen Land und Regionalverbänden bei der Erarbeitung der Karten hervor: „Die Regionalverbände haben mit der fristgerechten Zusammenstellung aller Planungsdaten Wort gehalten und damit mein in sie gesetztes Vertrauen bestätigt.“

Ausweisung von Flächen wird beschleunigt
In den Karten signalisieren die Farben Grün (Projekte aus Sicht der Regional- und Landesplanung ohne Einschränkungen sofort möglich), Gelb (Projekte nach Einzelfallprüfung möglich) und Weiß (Projekte derzeit noch nicht möglich, eine planerische Öffnung wird vorbereitet) auf einen Blick, wie es jeweils um die Umsetzbarkeit bestellt ist. Die Kartenwerke sind im Internet abrufbar und werden laufend aktualisiert.

Die Planhinweiskarten stehen im Zusammenhang mit der am 17. März gestarteten Regionalen Planungsoffensive. Mit dieser sollen insgesamt mindestens zwei Prozent der Landesfläche exklusiv für Freiflächen-Photovoltaikanlagen und für Windenergieanlagen planungsrechtlich gesichert werden – davon nach jüngsten Vorgaben des Bundes 1,8 Prozent alleine für die Windenergie. Durch die harmonisierte Planung aller Regionalverbände, das Schaffen verlässlicher Planungsleitplanken, verkürzte Stellungnahmefristen und die Einführung eines Anzeigeverfahrens zur Plangenehmigung soll der Planungserfolg abgesichert und die Verfahrensdauer auf die Hälfte der bisher benötigen Zeit reduziert werden. Vorgesehen ist, die Verfahren bis spätestens 2025 abzuschließen. Die erste Runde der Bürgerbeteiligung ist am 24. Juli gestartet worden unter beteiligungsportal-bw.de/regionalplanung. Bis zum 30. September können Bürgerinnen und Bürger hier noch Anregungen geben.

Gemeinsam schneller als der Bund verlangt
Durch die konzertierte Aktion der Regionalen Planungsoffensive wird das vom Bund für den Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg verbindlich vorgegebene Flächenziel von 1,8 Prozent ohne weitere Zwischenschritte umgesetzt. Während der Bund für die Flächensicherung den Ländern die Möglichkeit eines gestuften Vorgehens mit einer endgültigen Zielerreichung bis Ende 2032 einräumt, soll die Planung aller Regionalverbände in einem Aufschlag bis Ende 2025 abgeschlossen werden. Hierauf hat sich das Land mit den Regionalverbänden verständigt, die alle gleichermaßen 1,8 Prozent ihrer Regionsfläche für die
Windkraft zur Verfügung stellen wollen. „Ich bin den Regionalverbänden sehr dankbar, dass sie im gemeinsamen Schulterschluss den ihnen übergebenen Auftrag so ambitioniert und zielgerichtet angehen wollen. Wir werden damit deutlich schneller sein als vom Bund gefordert“, so Ministerin Razavi.

Das Planungssystem in Baden-Württemberg ist auf eine Angebotsplanung durch die Regionalverbände ausgerichtet, die im Rahmen der Planungsoffensive ganz besonders geeignete Flächen (Zwei-Prozent-Flächenziel) als Vorranggebiete ausschließlich für die Windkraftnutzung oder Freiflächen-PV reservieren. Im Gegenzug tritt nicht, wie in vielen anderen Bundesländern, auf allen anderen Flächen eine Ausschlusswirkung, das heißt ein Verbot für Windkraft ein. Das macht Genehmigungen von Anlagen außerhalb von Vorranggebieten möglich. Auch dort gibt es viele geeignete, zum Teil kleinteiligere Standorte. Wo diese Möglichkeiten liegen, soll mit den Karten sichtbar werden.

Download der Planhinweiskarten
Unter den folgenden Links können Sie die Planhinweiskarten für Freiflächen-Anlagen und Windenergie sowohl für das ganze Land Baden-Württemberg auch für die 12 Regionen des Landes herunterladen. Bitte beachten dass der Download aufgrund der Dateigrößen ggf. verzögert startet.

Regionale Planhinweiskarte Freiflächen-PV-Anlagen

Baden-Württemberg in A0: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_BW_A0.png     

Verband Region Stuttgart: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_VRS.png     

Regionalverband Bodensee-Oberschwaben: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVBO.png     

Regionalverband Donau-Iller: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVDI.png     

Regionalverband Hochrhein-Bodensee: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVHB.png     

Regionalverband Heilbronn-Franken: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVHF.png     

Regionalverband Mittlerer Oberrhein: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVMO.png     

Regionalverband Neckar-Alb: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVNA.png     

Regionalverband Nordschwarzwald: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVNS.png     

Regionalverband Ostwürttemberg: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVOW.png     

Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVSBH.png     

Regionalverband Südlicher Oberrhein: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_RVSO.png     

Verband Region Rhein-Neckar: https://regionen-bw.de/karten/PV_Planhinweiskarte_VRRN.png     

 

Regionale Planhinweiskarte Windenergie 

Baden-Württemberg in A0: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_BW_A0.png

Verband Region Stuttgart: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_VRS.png

Regionalverband Bodensee-Oberschwaben: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVBO.png

Regionalverband Donau-Iller: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVDI.png

Regionalverband Hochrhein-Bodensee: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVHB.png

Regionalverband Heilbronn-Franken: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVHF.png

Regionalverband Mittlerer Oberrhein: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVMO.png

Regionalverband Neckar-Alb: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVNA.png

Regionalverband Nordschwarzwald: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVNS.png

Regionalverband Ostwürttemberg: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVOW.png

Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVSBH.png

Regionalverband Südlicher Oberrhein: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_RVSO.png

Verband Region Rhein-Neckar: https://regionen-bw.de/karten/Wind_Planhinweiskarte_VRRN.png

 

 

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news-1143 Tue, 16 Aug 2022 10:13:45 +0000 Stuttgart und die Region Stuttgart sind bereit für das Deutschland Tour-Finale Keine zwei Wochen mehr, dann feiert Deutschlands wichtigstes Radrennen das große Finale in Stuttgart und der Region Stuttgart. Die Topstars der Szene fahren am 28. August in der Landeshauptstadt um den Gesamtsieg der Deutschland Tour 2022. Auch die Hobbyradsportler*innen erwartet ein großes Radsport-Fest. Mehr als 3.000 Teilnehmende haben sich bereits für die Jedermann Tour angemeldet. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1143&cHash=35b5623289b9241c047052583be43e17 Wer gewinnt die Deutschland Tour 2022? Diese Frage wird am 28. August gegen 17 Uhr auf der Theodor-Heuss-Straße mitten in der Stuttgarter City entschieden. Dann steht fest, welcher Radsport-Profi sich nach 710 Kilometer und fünf Renntagen das begehrte Rote Trikot überstreifen darf. Die Liste der potenziellen Gewinner ist lang: vom Titelverteidiger und Stuttgart-2018-Sieger Nils Politt über seinen Teamkollegen Maximilian Schachmann bis zu klangvollen internationalen Namen, wie Romain Bardet oder Kasper Asgreen.

Bevor die Profis die Straßen der Region Stuttgart erreichen, treffen sich mehr als 3.000 Hobbyradsportler*innen zur Jedermann Tour. Sie starten am Sonntagmorgen ab 09:15 Uhr auf dem Schlossplatz zur kürzeren "Weinbergrunde" (57 Kilometer) oder zur längeren Runde "Durch die Region Stuttgart" (116 Kilometer). Wer einen Last-Minute-Startplatz buchen möchte, muss schnell sein. Nur noch bis zum 22. August ist die Anmeldung unter jedermann.deutschland-tour.com geöffnet.

Neben Profis, Jedefrau und Jedermann erhalten auch die Nachwuchsfahrerinnen der U17-Kategorie in Stuttgart und der Region Stuttgart die große Bühne. Der weibliche Radsport-Nachwuchs startet in Untertürkheim zum Rennen über 40 Kilometer. Auf der Theo fahren die besten Juniorinnen um den prestigeträchtigen Sieg bei der Newcomer Tour – einem Sprungbrett für die weitere Radsport-Karriere.

Wer nicht auf dem Rennrad unterwegs ist, erlebt auf der Expo rund um die Theodor-Heuss-Straße eine große Fahrradmesse und kann bei einem der vielen Mitmachangebote Radfahren. Um 12:00 Uhr startet auf dem Kleinen Schlossplatz die „Techniker Ride Tour“ – eine Ausfahrt für Besucher*innen, die ihre Umgebung auf dem Fahrrad erkunden wollen. Jeder und jede ist willkommen, kostenlos und ganz egal mit welchem Fahrrad mitzufahren. Für Kinder und Jugendliche kommt die „kinder Joy of Moving mini tour“ nach Stuttgart. Um 15:00 Uhr beginnt die Bike Parade, bei der Kids zwischen sechs und zwölf Jahren gemeinsam auf einem Rundkurs fahren. Im Anschluss, kurz bevor die Profis zum ersten Mal das Ziel durchfahren, sorgen die Jüngsten für Zuschauerjubel. Kinder zwischen zwei und fünf Jahren fahren beim Laufradrennen auf den letzten 100 Metern der Profistrecke.

Das ganztägige Radsport-Fest in Stuttgart und der Region Stuttgart ist mit Verkehrs-Einschränkungen verbunden. Auf verkehr.deutschland-tour.com finden Anwohner*innen und Besucher*innen alle Informationen zur Verkehrsregelung. Mit einer interaktiven Karte ist die Website die Info-Zentrale für den Renntag. Sie zeigt unter anderem Straßensperrungen, Sperrzeiten, Schleusen und Umfahrungsoptionen. Zusätzlich werden Anfragen am 27. August (11:00-14:00 Uhr) und am 28. August (08:00-17:00 Uhr) von der Bürgerhotline unter 07031 63203-90 beantwortet.

Stimmen zur Deutschland Tour in Stuttgart und der Region Stuttgart

„Bereits zum zweiten Mal wird Stuttgart beim Finale der Deutschland Tour und der Jedermann Tour zum Stadion für den Straßenradsport. Das Event vereint den Spitzen- mit dem Breitensport und ist zusammen mit seinen zahlreichen Rahmenveranstaltungen für alle die beste Werbung für Stuttgart und für mehr Bewegung im Alltag", sagt Dr. Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart.

Dr. Jürgen Wurmthaler, Leitender Direktor für Wirtschaft und Infrastruktur Verband Region Stuttgart: „Die Strecken der Elite und Jedermann Tour führen in diesem Jahr durch alle Landkreise der Region, bevor der Zielort Stuttgart erreicht wird. Wir freuen uns, dass wir mit der abwechslungsreichen Landschaft unserer Region erneut Gastgeber für die Radfahrer und Zuschauer der Deutschland Tour sein dürfen."

„Wir freuen uns sehr, ein so großes Event wie die Deutschland Tour in unserer sportbegeisterten Region begrüßen zu dürfen. Der Radsport kann in unserer Region auf eine große Tradition zurückblicken und hat hier einen hohen Stellenwert. Ich selbst werde am 28. August beim Jedermannrennen in die Pedale treten und selber mit den vielen anderen Teilnehmenden die schöne Strecke in Angriff nehmen“, sagt Matthias Klopfer, Vorsitzender SportRegion Stuttgart e.V. und Oberbürgermeister Esslingen am Neckar.

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news-1142 Thu, 28 Jul 2022 13:27:07 +0000 So sehen Studierende Europa „Plakate für Europa“: Region Stuttgart zeichnet Studierende der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart aus /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1142&cHash=61f63ccea7db5351501a61679373e1da Studierende der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK) sind von dem Verband Region Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) am Mittwoch, 27. Juli 2022, in der Sitzung der Regionalversammlung für ihre Europa-Plakate ausgezeichnet worden. Fünf Plakate erhielten im Rahmen der Aktion „Plakate für Europa“ einen Preis von je 150 Euro, drei Plakate wurden mit je 100 Euro ausgezeichnet.

„Wenn von Europa die Rede ist, hat jeder ein anderes Bild im Kopf und das zeigt sich in den Unterschieden und der Vielfalt der Plakate“, so der Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart, Dr. Alexander Lahl. „Den europäischen Gedanken zu verankern ist der Wunsch des Gremiums gewesen, der gerne aufgenommen wurde. Mit einem kreativen Ansatz wurde das Thema umgesetzt“, so Lahl. „Wir sind auf zwei Klassen aus dem Bereich Kommunikationsdesign mit der Frage zugegangen, was Europa für sie bedeutet, vor welchen Herausforderungen sie Europa sehen und was Europa erreicht hat“, erklärt Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der WRS. „Die Studierenden haben mit einem beeindruckenden Spektrum an Plakat-Ideen geantwortet. Verschiedenste Themen und Perspektiven wurden aufgegriffen. So entstand ein Raum für Diskussion, der die europäische Idee in der Region Stuttgart noch sichtbarer macht.“ Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Institutionen und der ABK wählte acht dieser Plakate aus. Die Arbeiten der Studierenden werden nun bei verschiedenen Ausstellungen zu sehen sein. Außerdem werden sie als Postkarten in der Region verteilt.

Die Aktion „Plakate für Europa“ des Verbands Region Stuttgart und der WRS soll Europa den Bürgerinnen und Bürgern noch stärker ins Bewusstsein rücken. Ziel der gemeinsamen Europaarbeit des Verbands und der WRS ist es, den europäischen Gedanken in der Region Stuttgart noch tiefer zu verankern.

Zum Überblick der eingereichten Europa-Plakate: eu.region-stuttgart.de/abk

Die Presseinformation und Bilder zum Download: wrs.region-stuttgart.de/nc/aktuell/pressemitteilungen/artikel/so-sehen-studierende-europa.html

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news-1141 Thu, 28 Jul 2022 07:43:40 +0000 Region treibt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz weiter voran Regionale Aktivitäten und Förderprogramme bringen Akteure zusammen und schaffen Anwendungsbeispiele. KI-Allianz Baden-Württemberg möchte landesweites, international sichtbares Netzwerks von dezentralen KI-Leuchttürmen auf- und ausbauen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1141&cHash=dd7fa70536e5f39eb96985f07c662dcb Künstliche Intelligenz (KI) ist eine der Zukunftstechnologien, die nahezu jedes Unternehmen betreffen wird. Für die Region bieten sich vielfältige Chancen für neue und verbesserte Produkte und Prozesse. Die Region Stuttgart ist aktuell bereits mit zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen sehr gut aufgestellt. Allerdings setzen viele Unternehmen KI noch nicht ein. Nicht einmal jedes vierte Unternehmen nutzt KI-Lösungen für seine Geschäftsprozesse, nur ein Drittel zieht das für die Zukunft in Betracht. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) tun sich dabei besonders schwer. In der Regionalversammlung hat Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), vorgestellt, wie die Region den Einsatz von KI vorantreibt.

Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) macht KMU auf die Chancen durch KI aufmerksam, baut ein passendes Ökosystem der Akteur*innen in der Region Stuttgart auf und vernetzte diese und Unternehmen untereinander sowie mit anderen starken Regionen in Baden-Württemberg. Wichtige Basis ist dabei, die Zusammenarbeit in einer Genossenschaft, die aktuell aus elf Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung der Regionen Stuttgart, Karlsruhe und Neckar-Alb besteht und zu einer „KI Allianz Baden-Württemberg“ ausgeweitet werden soll.

Zur Stärkung des KI-Ökosystems wurde unter anderem eine „KI-Community Industrieproduktion“ aufgebaut und das Netzwerk „Quantum Village Ehningen“ mit initiiert. In der „KI-Community Industrieproduktion“ haben sich rund 70 Expert*innen aus Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen, um das Thema KI im Bereich der industriellen Produktion voranzubringen und sich auszutauschen. Mit dabei sind u.a. Bosch, Festo, Stihl, Trumpf, Fraunhofer, Uni Stuttgart und die Hochschule Esslingen.

Das Netzwerk „Quantum Village Ehningen“ vernetzt Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen rund um das Thema Quantencomputing/KI und organisiert Veranstaltungen. Mit dem regionalen Kofinanzierungsprogramm „KI in die Umsetzung bringen“, das die Regionalversammlung letztes Jahr beschlossen hat, werden innovative und investive Projekte unterstützt und umgesetzt, Infrastrukturen geschaffen und Netzwerke aufgebaut, die die weitere Entwicklung des Hightech-Standorts Region Stuttgart stärken. Beispielsweise die Projekte „AI Transform“, „KI-CX“ und „KI im Bau“, die aktuell ausgearbeitet werden: Für „AI Transform“ wird auf dem Gelände des Softwarezentrums Böblingen/Sindelfingen ein modellhaftes und klimagerechtes Gebäude errichtet, das Produktivflächen, Büroräume und Kommunikationszonen für jungen Unternehmen sowie nationale und internationale Firmen mit KI-Schwerpunkt bietet, die so dauerhaft an den Standort gebunden werden sollen. Im Synergie Park in Stuttgart-Vaihingen soll das Experience-Center „KI-XC“ inklusive KI-Erlebnisraum als „Tor zur Öffentlichkeit“ entstehen. Hier soll auch der Sitz der Genossenschaft sein.

Gemeinsam mit dem Drees & Sommer Innovation Center wird mit „KI im Bau“ ein erlebbarer KI-Showcase-Hub in Stuttgart geplant. Dieses Living-Lab für künstliche Intelligenz und innovative Technologien soll als Werkstatt, Test-Center und Bürogebäude für zehn bis 20 etablierte und junge Start-ups dienen und bietet Bürofläche, Möglichkeiten zum Netzwerken, für Meetups und Pitches.

KI-Allianz Baden-Württemberg

Darüber hinaus wollen sich die Regionen Stuttgart, Neckar-Alb, Karlsruhe, Ostalbkreis, Freiburg und Nordschwarzwald als „KI-Allianz Baden-Württemberg“ partnerschaftlich für den systematischen Auf- und Ausbau eines landesweiten, international sichtbaren Netzwerks von dezentralen KI-Leuchttürmen einsetzen. So soll ein Innovationsraum mit integrierten, branchenübergreifenden und anwendungsorientierten Datenräumen, Reallaboren und Testfeldern für Unternehmen, Start-ups und Wissenschaft geschaffen werden. Die „KI-Allianz Baden-Württemberg“ bietet für Unternehmen, Forschung und öffentliche Hand Lösungen zur Entwicklung und zum Einsatz von KI sowie eine Plattform für deren Umsetzung. Mit diesem dezentralen Ansatz werden die einzelnen Regionen und Standorte gestärkt, Kompetenzen gebündelt und branchenübergreifende Daten-Testräume entwickelt und bereitgestellt. Besondere Bedeutung haben dabei Datensicherheit und ethische Fragestellungen.

Stimmen der Fraktionen

Laut Andreas Koch (CDU/ÖDP) werde man feststellen, dass „KI ohne menschliches Know-how, ohne ethische Maßstäbe, die allein der Mensch ersetzen kann, nicht funktionieren kann.“ Der Einsatz von KI sei schon heute selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags. Sei es in Form von Suchmaschinen, maschinellen Übersetzern, Gesichtserkennung oder die Erkennung biometrischer Daten zur Erleichterung bei sicheren Zahlungssystemen. Ein riesiges Einsatzgebiet, dessen Entwicklung voranschreite sei das autonome Fahren. „Die Transformation in der Automobilindustrie, die Ablösung des Verbrennungsmotors, die absehbar viele Arbeitsplätze in der Region Stuttgart kosten werden, bieten bei konsequenter Weiterentwicklung durch die Anwendungsbereiche der KI enorme Chancen für unsere Wirtschaft“, so Koch. Zwar sei es nicht gelungen, beim Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg zur Einrichtung eines Innovationsparks Künstliche Intelligenz zum Zuge zu kommen. Seine Fraktion halte die bisher auf den Weg gebrachten Ansätze zur Einrichtung eines Innovationsparks dennoch für so überzeugend, dass man nicht warten wolle, bis das Land eventuell eine neue Förderrunde aufrufe. „Wir wollen mit den Fördergeldern in Höhe von rund 16 Mio. Euro in den nächsten vier Jahren erreichen, dass unsere Region zu einem international anerkannten Zentrum für die Entwicklung KI-basierter Anwendungen wird“, betonte Koch. Sein Fraktionskollege Guido Klamt ging auf die Fachkräftethematik ein. „Wir brauchen für die Implementierung dieser Künstlichen Intelligenz menschliche Intelligenz, also Fachkräfte für die Entwicklung dieser Technologie.“ Dies stelle eine immense Herausforderung dar. Man brauche Umschulungsangebote und Weiterbildung, damit Beschäftigte, die durch wirtschaftliche Transformation ihre Aufgaben verlören, eine neue fänden. Man sei mit regionalen Universitäten und Hochschulen gut aufgestellt, können aber in so kurzer Zeit nicht so viele Fachkräfte ausbilden wie benötigt würden. Es gäbe eine Konkurrenz um Fachkräfte, „deshalb müssen wir die Vorzüge der Region in die Waagschale werfen und gegenüber anderen Metropolen national wie international in den Vordergrund stellen“, so Klamt.

Dr. Cleo Becker (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte: „Die technologischen Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten – also ist man klug beraten, sich schlauzumachen, um mitreden und vor allem mitgestalten zu können.“ Speziell in der Region Stuttgart, die so sehr vom Autobau abhängig sei, brauche es dringend Technologien, mit denen man sich breiter oder ganz neu aufstellen und so einen Wettbewerbsvorteil erreichen könne. KI habe ihrer Meinung nach dieses Potenzial. Künstliche Intelligenzen könnten ein paar Dinge schon besser als Menschen, aber sie könnten diese nicht ersetzen. Man habe sich über die Zeit mit dem Auto und allem, was die Technologie mit sich bringt, auseinandergesetzt, es sei Allgemeinwissen. Eben dies müsse man auch mit Themen wie Künstlicher Intelligenz tun. Dazu habe man allerdings keine zwei Generationen Zeit. Wenn man KI-Anwendungen nutze, müsse man sich sehr gut auskennen, um sie zielgerichtet einzusetzen. Dabei reiche es nicht, IT-Fachkräfte im Unternehmen zu haben, die KI-Anwendungen einschätzen könnten. Es brauche auch einen Wertekompass, um KI-Anwendungen für die Gesellschaft nutzbringend zu verwenden. „Es ist gut, dass Themen wie Datenstandards, Datensicherheit und Normierung bereits diskutiert werden, aber es braucht auch die systematische Auseinandersetzung mit den Grenzen und Risiken von KI“, betonte Dr. Becker. Ein wenig fehlte ihr im Bericht das Thema Aus- und Weiterbildung. Diesbezüglich sei die Aus- und Weiterbildung nicht nur an Schulen und Hochschulen, sondern gerade auch in den Kammern, bei den Arbeitgeberverbänden und bei den Mitbestimmungsorganen gefordert. „KI ist bereits da und ein wichtiges Zukunftsthema! Es birgt riesige Chancen für unsere Region und fordert uns an vielen Stellen. Wir können und wollen uns diesem Thema stellen!“

Andreas Hesky (Freie Wähler) zeigte sich beeindruckt über das regionale Engagement zu Künstlicher Intelligenz. „Das Netzwerk, genossenschaftlich organisiert, war keine mit der Antragstellung verpuffende Eintagsfliege, sondern erweist sich als tragfähige Struktur, die sich zwar nicht im Landeswettbewerb, aber nun im harten Wettbewerb der Ökonomie durchsetzt“, so Hesky. Das sei die wirkliche Auszeichnung, vielleicht sogar wichtiger als so manche Fördermünze. KI sei laut Hesky ein „Kraftstoff der Zukunft“, der tatsächlich erneuerbar, dezentral erzeugt, lokal nachwachsend und damit letztendlich ökologisch, ökonomisch und sozial sinnvoll und somit nachhaltig sei. Er helfe, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern und damit letztendlich den Wohlstand und die Lebensqualität in den Kommunen der Region. Hesky gab aber zu bedenken, dass Künstliche Intelligenz ohne natürliche Intelligenz nicht auskomme. Letztere sei eine bedeutende Ressource in unserem Land und ganz besonders in unserer Region.  Er appellierte: „Lassen Sie uns daher alles unternehmen, dass die natürliche Intelligenz - also die Menschen – nicht abwandern, sondern sie bei uns bleiben.“ Dazu benötige es Wohnraum und Gewerbeflächen. Die Freien Wähler würden sich weiterhin dafür einsetzen, „unsere Region zu einer KI-Region mit Kommunen und Gewerbegebieten weiterzuentwickeln, die hip, in und chic, also angesagt sind.“

„Die Region Stuttgart hat nicht ohne Grund seit Langem den Anspruch, zu Deutschlands und Europas innovativsten, fortschrittlichsten und technologisch führenden Regionen zu gehören“, so Harald Leipnitz (SPD). Obwohl die Region beim Wettbewerbsverfahren des Landes nicht als Sieger hervorgegangen sei, seien die Strukturen für einen KI-Park der Regionen Stuttgart, Neckar-Alb und Karlsruhe nach wie vor vorhanden. Diese könnten genutzt werden, um die Aktivitäten zu bündeln und voranzutreiben. „Mit dem regionalen Kofinanzierungsprogramm ist es gelungen, Projekte und Netzwerke auf den Weg zu bringen“, so Leipnitz. Dies sei der entscheidende Punkt, die Umsetzung. Hier gelte es insbesondere KMU zu überzeugen, mehr in den technologischen Fortschritt zu investieren und die Daten, die schon oft in den Firmen vorhanden seien, zu nutzen, um die Aufgaben und Herausforderungen der Zukunft zu meistern. „KI geht uns alle an! Deshalb wollen wir diesen Wandel aktiv in unserer Region gestalten und nicht darauf warten, bis er uns überrollt“, so Leipnitz.

Daniel Lindenschmid (AfD/FR) lobte die Fortführung der Zusammenarbeit der Regionen Stuttgart, Karlsruhe und Neckar-Alb. „Dies stellt langfristig einen großen Gewinn für die Unternehmen und Mitmenschen in der Region und darüber hinaus dar.“ Seine Fraktion hob besonders die Anstrengungen hervor, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen. Diese Unterstützung sei gerade auch in Zeiten nach der Corona Pandemie ein zentrales Thema. „Es ist wichtig, die Menschen hin zu einer Arbeitswelt 4.0 mitzunehmen, ihnen neue Chancen aufzuzeigen“, so Lindenschmid. Die bisherigen Fortschritte bei der Zusammenführung und Vernetzung der verschiedenen Akteure seien gemacht. „Damit ist allerdings nur der Grundpfeiler gelegt und es werden in dieser schwierigen Zeit noch weitaus größere Anstrengungen von Nöten sein, damit die Region Stuttgart in Zukunft eine wichtige Rolle beim Themenkomplex Künstliche Intelligenz spielen wird“, so Lindenschmid.

"Der Worte sind genug gewechselt, wir wollen Taten sehen. Was die Verwaltung als Zusammenfassung des aktuellen Sachstands in Sachen künstlicher Intelligenz auf sechs Seiten zusammengetragen hat, ist eine Basis oder besser: ein Startblock“, so Hartfrid Wolf (FDP). Man habe eine Sammlung von Projekten, „aber haben wir eine Strategie, in der diese Projekte verknüpft werden? Haben wir einen Handlungskatalog“, fragte er. Die vorgeschlagene Vorgehensweise, sei zu wenig. „Strategische Planung über die nächsten 10-20 Jahre muss das Ziel sein.“ Seine Fraktion wolle ihre Fachkompetenz einbringen und hoffe auf eine Mehrheit für einen Handlungskatalog, um den wirtschaftlichen Wandel nachhaltig zu gestalten. Er appellierte: „Werfen wir unsere Kreativität und unsere natürliche Intelligenz zusammen, um die Entwicklung bei der Künstlichen Intelligenz auf einen Weg zu bringen, der unserer Forschungseinrichtungen und Unternehmen den entscheidenden Vorsprung verschafft.“

Für Sebastian Lucke (DIE LINKE / PIRAT) seien die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz unumstritten: „Große Potenziale sehen wir vor allem im Strukturwandel und zur Diversifizierung des Wirtschaftsstandorts zu einer zukunftsfähigen Mobilitätsindustrie.“ Er appellierte an die Regionalversammlung, diese aktiv voranbringen. Es sei wichtig, „einen breiten gesellschaftlichen Diskurs zu führen, um eventuelle Grenzen der KI-Forschung sowie deren Anwendung diskutieren zu können.“ Denn es gäbe bereits Negativbeispiele, die Ungleichheit und Diskriminierung fördern: „Algorithmen gestützte Prozesse setzen diejenige Ethik und Moral um, die ihnen ihre Schöpfer einprogrammieren und nehmen Rassismus, Sexismus und andere Formen von Menschenfeindlichkeit wie einen Schwamm auf.“ Deshalb müsse es eine öffentliche Ethik-Diskussionen zum Einfluss von KI geben mit entsprechenden Leitlinien. Solche „KI-Leitlinien“ könnten zu einem weltweiten Alleinstellungsmerkmal der Region werden. 

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news-1140 Wed, 27 Jul 2022 11:29:27 +0000 Risikokarten und Handlungsansätze zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vorgestellt Landkreis Böblingen und Verband Region Stuttgart haben landesweites Vorzeigeprojekt erarbeitet. Ziel ist es, den Städten und Gemeinden Gefahrenpotenziale und Lösungsansätze aufzuzeigen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1140&cHash=da9c3f69c193b4d4ea0a706cc9f59c08 Spätestens seit den Unwetterereignissen in Braunsbach und im Ahrtal sowie zunehmend spürbaren Hitzewellen ist klar: Maßnahmen zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels gewinnen an Bedeutung. Das Gemeinschaftsprojekt „Klimaanpassung im Landkreis Böblingen (KlimaBB)“ des Landkreises Böblingen und des Verbands Region Stuttgart hat sich zum Ziel gemacht, die Städte und Gemeinden bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen. Am Dienstag, den 26. Juli, wurden die erarbeiteten Hinweise für eine klimafeste Stadt- und Ortsentwicklung im Beisein von Umweltministerin Thekla Walker, Landrat Roland Bernhard und dem Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart, Dr. Alexander Lahl, durch den Projektleiter Dr. Christoph Hemberger vorgestellt und an die Städte und Gemeinden übergeben.

Das vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft geförderte Projekt ist landesweit einzigartig. Auf rund 300 Seiten liefert es eine wichtige Grundlage für die 26 Städten und Gemeinden im Landkreis Böblingen. Neben umfangreichen Kartendarstellungen zu Betroffenheiten durch zunehmende Hitzewellen sowie Hochwasser- und Starkregenereignisse beinhaltet es konkrete Maßnahmen und Handlungsansätze. Die Maßnahmen beziehen sich sowohl auf Bereiche innerhalb und außerhalb der bestehenden Ortschaften als auch auf geplante Neubauvorhaben. Dabei werden je nach Gefahrenpotenzial spezifische Vorschläge zur klimaaktiven Gestaltung gemacht. Diese reichen von sogenannten Ökopflastern oder hellen Belägen, die das Rückstrahlvermögen von Oberflächen erhöhen, bis hin zur klimafesten Ertüchtigung von kritischer Infrastruktur, Spielplätzen oder Freizeitanlagen. Auch Hinweise zur Wasserspeicherung, Versickerung, Verdunstung und schadlosen Ableitung von Oberflächenwasser sind zu finden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sogenannten „Grünen Infrastruktur“, die auf vielfältige Weise zur Abpufferung von Klima- und Wetterrisiken beitragen und darüber hinaus die Lebensqualität und Attraktivität der Städte und Gemeinden stärken kann.

Umweltministerin Thekla Walker sagte: „Immer häufigere und längere Hitzewellen machen deutlich, dass die Klimakrise längst bei uns angekommen ist. Unser Ziel muss es sein, ein lebenswertes Baden-Württemberg zu erhalten. Klimaanpassung lautet das Gebot der Stunde. Bei allen Planungsvorhaben müssen wir die weiter zunehmende Klimaerwärmung noch viel mehr in den Blick nehmen.“ Die Ministerin hob dabei die besondere Rolle der Kommunen hervor. „Wir brauchen das Engagement und die Expertise der Kommunen, um passende Lösungen zu entwickeln.“ Thekla Walker lobte insbesondere die nun vorliegende detaillierte Kartendarstellung, die es erlaube, in einzelnen Gemarkungen des Landkreises bis hin zur Quartiersebene die konkreten Auswirkungen extremer Wettergeschehen abzuschätzen und zielgerichtet präventiv aktiv werden zu können.

„Wir sind sehr stolz, hier Vorreiter zu sein“, betonte der Böblinger Landrat Roland Bernhard. „Das Thema hat zuletzt noch an Aktualität gewonnen. Hitzeaktionspläne rücken in den Blick, die es meist aber nur für größere Städte gibt. Der Klimawandel betrifft aber alle; insofern schließt KlimaBB eine Lücke dort, wo es an Fachressourcen für den Umgang mit der Thematik mangelt.“ Denn das umfangreiche Buch zeigt auf, was in verantwortungsbewusstes kommunales Handeln künftig verstärkt einfließen muss. Es enthält viel wertvolle Information, Daten und Fakten. „KlimaBB schlägt die Brücke zwischen den rechtlichen Vorgaben einerseits und dem, was die Kommunen praktisch umsetzen können andererseits“, erklärte der Landrat.“ Damit ist ein wertvoller Werkzeugkasten geschaffen worden, mit dem es sich arbeiten lässt.“

„Die Region Stuttgart ist ein Ort, an dem Menschen gerne leben und arbeiten. Doch auch an uns geht der Klimawandel nicht vorbei“, betonte Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl. „Damit unsere Lebensqualität, Ge-sundheit und Sicherheit auch unter veränderten klimatischen Rahmen-bedingungen gewährleistet bleiben, müssen wir handeln. Jetzt ist die Zeit, umfassende Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen. Mit dem Projekt ´Klimaanpassung im Landkreis Böblingen´ geben Region und Landkreis den Städten und Gemeinden wichtige Impulse und Hilfe-stellungen für die klimafeste Ortsentwicklung.“

 Bei Interesse an der Printversion und für weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an:

Martin Wuttke, Landratsamt Böblingen (m.wuttke(at)lrabb.de) oder

Dr. Christoph Hemberger, Verband Region Stuttgart (hemberger(at)region-stuttgart.org)

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news-1139 Tue, 26 Jul 2022 11:50:41 +0000 Infoveranstaltung in Markgröningen zur Regionalplanänderung von Gebieten für Rohstoffvorkommen Am Donnerstag erläutert der Verband Region Stuttgart das Verfahren zur Änderung des Regionalplans und die Beteiligungsmöglichkeiten der Öffentlichkeit. Außerdem werden die Rahmenbedingungen zum Abbau von Rohstoffen in der Region Stuttgart und die entsprechenden Planungen dargestellt. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1139&cHash=71a4d09838904790f617a74000c1db75 Der Verband Region Stuttgart informiert am Donnerstag, 28. Juli, ab 18.00 Uhr (Gemeindehaus auf dem Hardt- und Schönbühlhof, Schulweg 3, 71706 Markgröningen) über das Planänderungsverfahren, in dem geprüft wird, ob das aktuelle Sicherungsgebiet für Rohstoffe in Markgröningen gegebenenfalls erweitert und teilweise in ein Abbaugebiet umgewandelt werden darf. Konkret geht es um die planerische Sicherung von Flächen für den Abbau von Kalksteinvorkommen, die östlich/südöstlich vom dortigen Steinbruch liegen.

Im Fokus der Veranstaltung stehen Ausführungen zu den einzelnen Schritten des Verfahrens, dessen Ziele sowie die Inhalte des Umweltberichtes. Vor allem aber werden Wege aufgezeigt, wie sich die Bürgerinnen und Bürger in die Planungsprozesse einbringen und Stellung beziehen können. Die Stadt Markgröningen führt den Informationsabend gemeinsam mit dem Verband Region Stuttgart durch. Es ist ein zusätzliches Angebot in Ergänzung der gesetzlich geforderten Offenlage der Planunterlagen. Die formale Beteiligung der Träger öffentlicher Belange im Rahmen des Planänderungsverfahrens läuft bis zum 31. Juli 2022. Die Öffentlichkeit und damit die Bürgerinnen und Bürger haben darüber hinaus bis zum 15. August Zeit, ihre Meinung zu den Planunterlagen mitzuteilen. Weitere Informationen zum Verfahren und die Planunterlagen sind abrufbar unter www.region-stuttgart.org/rohstoffsicherung.

Ein Änderungsverfahren für den Regionalplan ist ergebnisoffen. Es bildet den Rahmen, um alle Kriterien für oder gegen die Ausweisung eines regionalplanerischen Vorranggebietes strukturiert und tiefgehend zu prüfen. Die Beurteilung der Ergebnisse, insbesondere die Abwägung von privaten und öffentlichen Belangen, ebenso wie die abschließende Entscheidung über die Änderung des Regionalplans liegen bei der Regionalversammlung. Rechtskraft erhält die Planänderung mit der Genehmigung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen als Oberste Landesplanungsbehörde. Die mögliche vorzeitige Aktivierung der Rohstoffsicherungsgebiete muss dabei ebenso wie deren Erweiterung in einem eigenständigen Verfahren deutlich weitgehender anhand der konkreten Tatbestände geprüft werden.

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news-1138 Thu, 21 Jul 2022 10:24:10 +0000 Regionaler Verkehrsausschuss stimmt Bau des Pfaffensteigtunnels und Erhalt der Panoramabahn zu Gremium bestätigt Beschlüsse des Lenkungskreises Stuttgart 21. Verband Region Stuttgart stimmt Beteiligung an einer noch zu schaffenden Organisationsstruktur zum Betrieb der Panoramabahn zu. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1138&cHash=b3b187563c9a0219070f8e0474e2d482 Am Montag hat der Lenkungskreis Stuttgart 21 grünes Licht für den Bau des Pfaffensteigtunnels gegeben. Der Pfaffensteigtunnel wird den PFA 1.3b ersetzen. Die Projektpartner haben sich dazu bereit erklärt, die für die ursprüngliche Planung vorgesehenen 270 Mio. Euro in den Bau des Pfaffensteigtunnels zu investieren. Die Gesamtfinanzierung stellt der Bund sicher. Der Pfaffensteigtunnel ist der Einstieg in das Gesamtprojekt des Gäubahnausbaus. Die Projektpartner haben mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung den Erhalt der Panoramabahn bekräftigt. Da die Beschlüsse unter Gremienvorbehalt standen hat sich der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart in seiner Sitzung mit dem Thema befasst. Das Gremium hat einstimmig für das geplante Vorgehen gestimmt.

Der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart, Thomas S. Bopp, Betonte: „Mit den Beschlüssen schaffen wir die Voraussetzungen, dass Stuttgart 21 noch leitungsfähiger wird. Berücksichtigt man dabei noch die Digitalisierung des Schienenknoten Stuttgarts, haben wir bald den bestausgebaute Schienenknoten in der Bundesrepublik.“ Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl ergänzte: „Die Projektpartner haben hier sehr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Nur so konnten wir diese zukunftsweisenden Schritte einleiten.“

Die Regionalversammlung hat bereits im September 2020 entschieden den Bau des Pfaffensteigtunnels zu unterstützen. Voraussetzung war, dass dessen Wirtschaftlichkeit erwiesen ist, für die Region gegenüber der ursprünglichen Variante keine Zusatzkosten entstehen und alle Vertragspartner der Vertragsänderung zu Projekt Stuttgart 21 zustimmen. Nachdem im Lenkungskreis Stuttgart 21 alle Voraussetzungen erfüllt wurden, stimmte der regionale Verkehrsausschuss den getroffenen Beschlüssen zu.

Zudem soll die Panoramabahn zwischen Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Nord als intakte Schieneninfrastruktur auch nach der Inbetriebnahme des Projekts Stuttgart 21 erhalten werden. Für die unmittelbare Nutzung über das Jahr 2025 hinaus soll die Strecke saniert und in einem betriebsfähigen Zustand gehalten werden. Zudem ist beabsichtigt sie um einen Personenverkehrshalt am Nordbahnhof (Nordhalt) zu ergänzen. Land, Verband Region Stuttgart, Landeshauptstadt Stuttgart sowie die DB Netz AG beabsichtigen, zeitnah eine Organisationsstruktur zu schaffen, welche die Strecke zum Sommer 2025 bzw. zum Zeitpunkt der Kappung durch die Inbetriebnahme Stuttgart 21 in ihre Verantwortung übernimmt.

Durch den Erhalt der Panoramabahn kann diese bei Störungen oder Sperrungen der S-Bahn-Stammstrecke genutzt werden. Daher ist der Verband bereit, sich mit einem kleineren bis mittleren jährlichen sechsstelligen Betrag an den anfallen Kosten für Betrieb, Instandhaltung und Sanierung zu beteiligen.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) bezeichnete die Beschlüsse des Lenkungskreise als „Durchbruch“ und „große Verbesserung“. Seine Fraktion freue sich, dass es weitergehe. Durch die P-Option können man die Zulaufstreckenproblematik zum Stuttgarter Hauptbahnhof lösen. Es sei ein positives Signal, dass der Verband sich am Erhalt der Panoramabahn und dem Nordhalt beteilige. Der Hauptteil der Verkehre bestehe jedoch aus Landesverkehren und keinen Verkehren der Region. Daher müsse die finanzielle Beteiligung der Region gedeckelt werden. „Es muss ein Deckel auf den Betrag, der auch das Risiko für die Region begrenzt“, so Ganske. „Montag war ein guter Tag für den Schienenverkehr in der Region und die Panoramabahn, die gerettet ist“, so Prof. Dr. André Reichel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Der Schlichterspruch habe die Fortführung des Baus von Stuttgart 21 an den Erhalt der Panoramabahn geknüpft. Bis vor wenigen Wochen habe die Bahn davon nichts mehr wissen wollen. Er sei daher sehr froh, „dass dieser Irrweg beendet ist.“ Jetzt müsse es weitergehen mit den Verhandlungen. Die lange Sperrung der Panoramabahn bereite ihm allerdings große Sorge „Bei der Dauer muss einiges im Argen liegen“, so Reichel. Laut Bernhard Maier (Freie Wähler) nähmen der Pfaffensteigtunnel und die P-Option Gestalt an. Er begrüßte es, dass der Ergänzungsbahnhof nicht Gegenstand der Absichtserklärung sei. Den Unterbruch der Gäubahn erachtete er als „zumutbar, vorstellbar und führe zu einem intakten Bahnknoten“. „Der Erhalt der Panoramabahn bis zum Nordhalt wird eine teure Geschichte. Sie ist wünschenswert, aber nicht Aufgabe der Region. Bei der Beteiligung an einer Betreibergesellschaft sind wir nicht dabei“, so Meier. Für Thomas Leipnitz (SPD) seien die Ergebnisse positiv. „Ob es wirklich der große Durchbruch ist, sieht man auf der Strecke.“ Seine Fraktion sage „ja zum Pfaffensteigtunnel“, bekenne sich zur Gäubahn und befürworte eine finanzielle Beteiligung an der Panoramabahn. Jegliche Beteiligung auch in Zukunft auszuschließen, sei zu kurz gesprungen. Bezüglich der Ergänzungsstation bemängelte er, dass das Land belastbare Zahlen und Fakten schuldig sei. Joachim Hülscher (AfD/FR) war froh, dass die Panoramabahn gehalten werde. „Die Gäubahn darf nicht vergessen werden und ist für uns von Bedeutung“, so Hülscher. Beim Pfaffensteigtunnel sei er froh, dass der „Durchstich geschafft sei“. „Wenn man alles zusammenzählt hat es aber sehr lange gedauert,“ so Hülscher. Armin Serwani (FDP) betonte: „Die Bahn hat sich bei der Panoramabahn gewaltig bewegt.“ Sie sei sehr wertvoll für die S-Bahn, da man sie schon jetzt immer wieder als Ausfallstrecke benutze und sie wie eine zweite Stammstrecke werden könnte. Die Fraktion von Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) stimmte „zähneknirschend zu“. „Der Pfaffensteigtunnel hat einen gigantischen ökologischen Fußabdruck und wird 10.000 Bürgerinnen und Bürger auf den Fildern belasten.“ Zudem würden „wertvolle Böden vernichtet“.

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news-1137 Thu, 21 Jul 2022 10:21:47 +0000 Region fasst Baubeschluss für S2 nach Neuhausen – Baubeginn für Mitte 2023 geplant Um zeitliche Verzögerungen zu vermeiden wurde die zweite Meilensteinentscheidung vorgezogen. Deutlich geringere finanzielle Belastungen für Region, Landkreis und Kommunen aufgrund verbesserter Förderbedingungen zu erwarten. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1137&cHash=3e592db571aa49540a2b0eb369761306 Zwischen Filderstadt und Neuhausen soll eine vier Kilometer lange Strecke zur Verlängerung der S-Bahn entstehen. Nachdem seitens des Regierungspräsidiums Stuttgart der Planfeststellungsbeschluss erlassen wurde, hat der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart den zweiten Meilensteinbeschluss zur Bauausführung gefällt.

Zunächst war geplant, diese Entscheidung erst nach Vorliegen des Zuwendungsbescheids und des Planfeststellungsbeschlusses zu fassen. Um Verzögerungen zu vermeiden und unmittelbar nach Vorliegen des Zuwendungsbescheids mit den Vergabeprozess für die Bauleistungen durchführen zu können, wurde von den Projektpartnern entschieden, den Beschluss zur Bauausführung vorzuziehen. So kann mit einem Baubeginn Mitte 2023 gerechnet werden. Da sich die Förderbedingungen verbessert haben und das Bundesministerium für Digitalisierung und Verkehr die Strecke als Reaktivierungsvorhaben in sein Bundesprogramm aufgenommen hat, kann mit höheren Zuschüssen gerechnet werden.

Der Landkreis Esslingen, Filderstadt, Neuhausen a.F. und die Region haben sich verpflichtet, die Kosten, die nicht vom Fördergeber übernommen, werden zu übernehmen. Hierzu zählen neben den nicht zuwendungsfähigen Anteilen an den Bau- und Planungskosten das Betriebskostendefizit für zehn Jahre und die Fahrzeuginvestitionskosten. So ist für den Betrieb der Strecke neben dem Neubau der Infrastruktur der Kauf von drei neuen Fahrzeugen vorgesehen.Von den geschätzten Gesamtkosten in Höhe 210 Mio. übernehmen die Fördergeber Bund und Land voraussichtlich 186 Mio. Die restlichen 24 Mio. wären von der Region zu tragen. Hiervon übernimmt der Verband Region Stuttgart zwei Drittel der Kosten, also voraussichtlich 16 Mio., den Rest übernehmen Filderstadt und Neuhausen. Frühere Betrachtungen sind von einem regionalen Anteil zwischen 70 und 80 Mio. ausgegangen. Bezüglich des Gesamtkostenumfangs von rund 210 Mio. Euro ist festzuhalten, dass dieser den Wissensstand im Jahr 2020 bei einem unterstellten Umsetzungszeitraum von Mitte 2022 bis Mitte 2026 widerspiegelt. Auf dieser Basis wurden Baupreissteigerungen bis zum Realisierungsjahr berücksichtigt. Weitere Entwicklungen bei den Bau- und Planungskosten, insbesondere aufgrund von Corona und der derzeitigen Situation in der Ukraine, können derzeit nicht prognostiziert werden. Der Bund hat diesbezüglich mitgeteilt, dass Baupreissteigerungen geltend gemacht werden könnten.

Meilensteinentscheidungen erfordern die Zustimmung aller Projektpartner. Nach dem der Kreistag Esslingen, der Gemeinderat Neuhausen a.F. und der Verkehrsausschuss der Region zugestimmt haben, steht noch die Entscheidung aus Filderstadt aus. Sollte am 25. Juli auch hier die Zustimmung kommen kann nach Vorliegen des Zuwendungsbescheids voraussichtlich Mitte 2023 mit dem Bau begonnen werden.

Stimmen aus den Fraktionen

Mathias Rady (CDU/ÖDP) konstatierte: „Leider zeigt sich wieder, dass wenn Verzögerungen anstehen, die Kosten steigen.“ Aufgrund von Corona habe man nun 1,65 Mio. Zusatzkosten. Das sei ärgerlich. Um weitere Verzögerungen und Kostensteigerungen zu verhindern, stimme seine Fraktion zu. Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ging davon aus, dass es angesichts der Baupreissteigerung nicht bei dieser Kostensteigerung bleiben werde. „Die Klimawende, die wir dringend brauchen, schaffen wir auf diesem Weg nicht.“ Er appellierte an die SSB hier einen attraktiven Bahnhof zu bauen. Laut Bernhard Maier (Freie Wähler) gehöre die S2 nach Neuhausen zu den gemeinsamen fraktionsübergreifenden Zielen. Er sei aufgrund der Zusage des Bundes, Preissteigerungen geltend machen zu können, dennoch zuversichtlich. „Man soll alles für möglich halten, manchmal auch das Gute“, so Michael Makurath (SPD). Das Projekt löse sich nun vom Ungefähren und ließe den Meilensteinbeschluss zu. Joachim Hülscher (AfD/FR) betonte, dass man bei Baukosten schon viel Unangenehmes erlebt habe. Er hoffe, dass es bei der Ausschreibung der Leistungen nicht so komme. Rena Farquhar (FDP) bezeichnete die Entscheidung als „wichtigen Schritt für eine sehr kleine und kostenintensive Strecke.“ Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) hoffte, dass es ohne Verzögerungen weitergeht. Die SSB sei dabei ein verlässlicher Partner.

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news-1136 Tue, 19 Jul 2022 07:33:57 +0000 Technik-Gesundheits-Cluster bietet Chancen für die Transformation der Region Stuttgart Potenzialanalyse bescheinigt der Region vielfältige Entwicklungsoptionen und Stärken im Technik-Gesundheits-Cluster. Ziel ist es, eine Strategie zu entwickeln, um Akteure aus der Region dabei zu unterstützen, die Medizin der Zukunft mitzugestalten und die Transformation zu fördern. Künstliche Intelligenz, Robotik, Engineering sollen bessere individuelle Behandlung ermöglichen /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1136&cHash=12b7fe2a4a664027f41cda7ec5a21301 Die BioRegio STERN Management GmbH möchte gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) ein Technologie-Gesundheit-Cluster entwickeln. Hierzu hat die BioRegio STERN das Beratungsunternehmen Capgemini mit einer Potenzialanalyse beauftragt. Im Ergebnis wurden sowohl Stärken als auch Chancen identifiziert, die sich insbesondere aus der Verknüpfung des Gesundheitssektors mit der Industrie ergeben. Auf der Grundlage von Interviews und Workshops mit Entscheidern aus Kliniken und Pflege, Biotechnologie- und Medizintechnik-Unternehmen, Engineering-Unternehmen sowie Forschungsinstituten wurden neben den Stärken und Chancen auch konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Stärken und Chancen

Eine Stärke der Region Stuttgart ist das patienten-, versorgungs- und forschungsstarke Klinikumfeld. Die Schlüsseltechnologien Life-Sciences – mit dem Schwerpunkt „Personalisierte Medizin“ – Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik sind hier ebenfalls stark vertreten. Zusätzlich zeichnen die erfindungsreichen Akteure der Engineering-Branche mit ihrem internationalen Renommee die Region Stuttgart aus.

Chancen ergeben sich aus der Verbindung des Engineering-Sektors und der Gesundheitswirtschaft. Dazu kann auf bestehende und etablierte Netzwerkstrukturen zurückgegriffen werden. Die Industrialisierung der personalisierten Medizin, die bislang noch in Manufakturen hergestellt wird, kann mithilfe des Know-hows aus dem Maschinenbau, der Automatisierung und der Sensorik weiter vorangetrieben werden. Weiterhin sollen Kompetenzen entwickelt werden, die die Versorgung in der Fläche bezahlbar machen, wie beispielsweise intelligente Pflaster, die Blutzucker oder Dehydrierung erkennen oder Hautscreening durch intelligente Apps. Ein nicht minder wichtiges Feld ist die Unterstützung der Autonomie älterer Menschen, beispielsweise durch Sensoren in Wänden oder Bodenfliesen, die z. B. durch Überprüfung der Symmetrie beim Gehen die Gefahr eines Gleichgewichtsverlustes prüfen.

Handlungsempfehlungen

„Es gilt, all diese Chancen zu ergreifen, damit in der Region die Medizin der Zukunft mitgestaltet wird“, so Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegio STERN. Einige Handlungsempfehlungen, die Capgemini und Dr. Eichenberg aus der Analyse ableiten, beziehen sich auf die Vernetzung und Integration von Gesundheitsdaten, um die Nutzung aller relevanten Informationen zu ermöglichen. Zudem wird die Schaffung eines medizinischen Studienzentrums empfohlen, das als Anlauf- und Koordinierungsstelle für Projekte aus Medizin, Wissenschaft und Wirtschaft dienen soll.

Der Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart und Aufsichtsrat der BioRegio STERN Dr. Alexander Lahl betont: „Die Kombination der Stärken aus dem Technik-Gesundheits-Cluster, der Industrie und der technologischen Erfindungsstärke, die wir hier haben, sind europaweit einzigartig. Das bietet enormes Entwicklungspotenzial, das wir angesichts der Transformation dringend ergreifen sollten. Gemeinsam mit der BioRegio STERN und unserer Wirtschaftsförderung wollen wir uns dafür einsetzen.“

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH Dr. Walter Rogg ergänzt: „Wir wollen von der Transformation besonders betroffenen Industrieunternehmen helfen neue Geschäftsfelder zu erschließen. So sehen wir im stetig wachsenden Gesundheitsmarkt eine Chance, wegbrechende Umsätze aus anderen Bereichen durch technische Lösungen zu kompensieren.“

Hintergrund:

Die BioRegio STERN Management GmbH ist Wirtschaftsentwickler für die Life-Sciences-Branche. Sie fördert im öffentlichen Auftrag Innovationen und Start-ups und trägt so zur Stärkung des Standorts bei. In den Regionen Stuttgart und Neckar-Alb mit den Städten Tübingen und Reutlingen ist sie die zentrale Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer. Sie zählt zu den großen und erfolgreichen BioRegionen in Deutschland. Alleinstellungsmerkmale sind die bundesweit einzigartige Mischung aus Biotechnologie- und Medizintechnikunternehmen sowie die regionalen Cluster der Automatisierungstechnik, des Maschinen- und Anlagenbaus.

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news-1135 Thu, 14 Jul 2022 11:29:12 +0000 Verband Region schreitet mit Planungen für Windkraftanlagen voran Berlin fordert 1,8 Prozent der Fläche für Windkraft - Verband Region Stuttgart zeigt Optionen. Frühzeitige und enge Abstimmung mit Kommunen und Fachstellen angestrebt. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1135&cHash=ac0628dd9319caa0f17bbee7caf9883b Zum schnellen Ausbau von erneuerbaren Energien ist im Entwurf des (Bundes)- Windenergie-an-Land-gesetzes festgelegt, dass Baden-Württemberg 1,8 Prozent seiner Fläche für Windkraft bereitstellen muss. Es ist davon auszugehen ist, dass diese Regelung zur Anwendung kommt und auch für die Regionen gilt. Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl betonte im Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart: „Um unabhängig von Russland zu werden und angesichts des vorschreitenden Klimawandels brauchen wir Flächen. Wieder einmal stehen wir im Spannungsfeld zwischen Fläche und Bebauung. Unser Zug fährt und wir tun, was in unserer Kompetenz liegt.“ Wie man dieses Ziel in der Region Stuttgart erreichen möchte und welches Potenzial besteht, wurde am Mittwoch vorgestellt.

Die Vorgehensweise gliedert sich in mehrere Schritte. So wird zunächst betrachtet, in welchen Bereichen es ausreichend Windpotenzial gibt. In Frage kommen dabei 1.239 km², was 34 Prozent der Regionsfläche entspricht und wo die landesplanerische Mindestvorgabe von 215 Watt pro Quadratmeter erreicht wird. Als nächstes werden Flächen nach harten und weichen Tabukriterien untersucht. Zu den harten Tabukriterien zählen beispielsweise Naturschutzgebiete, Naturdenkmale oder Anbauverbotszonen entlang von Straßen. Diese schließen die Erstellung von Windkraftanlagen aus. Bei weichen Tabukriterien besteht die Möglichkeit der planerischen Abwägungen. Hierzu zählen regionalbedeutsame Flächen für Wohnungsbau, Landmarken oder Vorranggebiete für den Abbau und Sicherung von Rohstoffen. Unter Berücksichtigung der Mindestvorgabe von 215 Watt pro Quadratmeter sowie der harten und weichen Tabukriterien eignen sich noch 290km² bzw. rund acht Prozent der Regionsfläche für Windkraftanlagen. Nach Betrachtung des Artenschutzes und gegebenenfalls weitere harter Kriterien kann sich dieser Anteil noch reduzieren.

Der Verband Region Stuttgart beabsichtig nach der Sommerpause konkrete Vorranggebiete vorzustellen. Dabei fließen zusätzlich zu den zuvor genannten Faktoren die Größe der Standorte und die Auswirkung auf das Schutzgebiet und Landschaftsbild ein. So ist beabsichtigt, Anlagen zu bündeln, um die Eingriffe in das Landschaftsbild zu minimieren und Bereiche zur Naherholung weitestgehend zu schonen. Die Kommunen sollen frühzeitig über das geplante Vorgehen informiert werden und ihre Überlegungen sowie die Überlegungen Dritter in die Flächenbewertung einbezogen werden. Auch Standorte, die sich derzeit im Genehmigungs/- oder Zielabweichungsverfahren befinden werden berücksichtigt. So solle frühzeitige Abstimmungen mit den Gemeinden und Fachstellen dazu führen, dass wichtige Aspekte bereits in einer frühen Phase geklärt werden können.

Auf dieser Grundlage kann in ein formales Verfahren eingetreten werden. Damit will der Verband Region Stuttgart auch einen Beitrag zur beschleunigten Realisierung von Windrädern leisten. Dadurch kann der wichtige Beitrag dieser Anlagen zur Vermeidung des CO2-Ausstosses sowie zur Sicherung der Energieversorgung deutlich früher als bislang üblich erreicht werden. Nach Ausformulierung des Planentwurf ist ebenfalls eine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen.


Stimmen der Fraktionen

Roland Schmid (CDU/ÖDP) bezeichnete das vorgeschlagene Verfahren als „gute Grundlage zur Steuerung von Windkraftanlagen“. Man dürfe jedoch nicht alle Bedenken über Bord werfen. Er habe bei einigen Dingen Bauschmerzen. „Wir kümmern uns sehr intensiv um den Landschaftsschutz. Den müssen wir auch hier im Auge behalten,“ so Schmid. Bisher habe man sich mit niedrigeren Anlagen und größeren Abständen befasst. Jetzt plane man höhere Anlagen mit geringeren Abständen. Er sei dennoch zuversichtlich, dass das gewünschte Ergebnis erreicht werden könne, ohne kritische Dinge durchsetzen zu müssen. „Wir brauchen zwar ein schnelles Ergebnis, aber auch ein sachgerechtes,“ so Schmid.
Leo Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte, dass aus seiner Fraktion kein Widerstand kommen werde. „Wir gehen vollkommen mit,“ so Buchholz. „Ich habe den Eindruck, dass Kommunen, öffentliche Träger und Landwirt*innen auf potenzielle Standorte warten. Vor Ort ist Begeisterung für das Thema aufgekommen.“ Er glaube, dass die Region gute Vorschläge machen zu könne. Man sei bei dem Thema zwar vorgeprägt, er sei jedoch zuversichtlich, dass dieser Anlauf erfolgreicher werde.

„Wir Freien Wähler sind Freunde der Erzeugung erneuerbarer Energien, und zwar dezentral,“ so Andreas Hesky. Mit der vorgestellten Vorgehensweise könne man einen wichtigen Beitrag leisten und stehe zu dieser Verantwortung. „Wir können einen Schub leisten, dass Planungen schneller und konkreter vorangehen.“ Laut Regina Traub (SPD) sei ihre Fraktion schon immer für zwei Prozent Fotovoltaik und Windkraft gewesen. Sie appellierte, die Standorte, die ohne Wenn und Aber geeignet seien zu forcieren, und hoffe, dass die Zeitschiene noch stärker verkürzt werden könne. Laut Joachim Hülscher (AfD/FR) deute alles darauf hin, dass man in zwei Jahren die aktuellen Planungen wieder verwerfen müsse. „Wir bewegen uns in einem Raum, der seit zehn Jahren hin und her wabbert,“ so Hülscher. Kai Buschmann (FDP) bemängelte, dass sich die Bundesregierung nicht für eine „Negativ-Kulisse“ entschieden habe, nach der lediglich festgelegt werde, welche Gebiete ausgeschlossen seien. “Die Zeitverzögerung bei der Energiewende haben Übergeordnete zu verantworten.“ Für Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) bedürfe es eines schlanken Verfahrens mit einheitlicher Vorgehensweise und Abwägung. Er bat, hinsichtlich großer Befürchtungen aktiv in die Kommunikation zu gehen.

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news-1134 Tue, 12 Jul 2022 08:47:48 +0000 Verband Region Stuttgart ruft zum Sammeln von Mobilitätspunkten auf Vernetzt und nachhaltig mobil zu sein, ist jetzt noch einfacher, dank der Regionalen Mobilitätspunkte. Beim regionalen Mobilitätspunkte Aktionstag gibt es zusätzliche attraktive Preise zu gewinnen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1134&cHash=eb0938ca448018ea13279b3e75368800 Am 16. Juli 2022 lädt der Verband Region Stuttgart die Bürgerinnen und Bürger ein, die Regionalen Mobilitätspunkte kennenzulernen. Hierbei handelt es sich um zentrale Punkte an Bahnhöfen in der Region, an denen unterschiedliche Mobilitätsangebote gebündelt werden. Das Herzstück der Mobilitätspunkte sind die Infoterminals an denen die Besucherinnen und Besucher alle Information über Mobilitätsangebote sowie touristische Informationen bekommen. Hier können sie am Aktionstag zusätzlich Punkte sammeln und regionale Preise gewinnen. Regionale Mobilitätspunkte gibt es in Backnang, Böblingen, Eislingen (Fils), Esslingen, Fellbach, Gingen (Fils), Göppingen, Leinfelden, Echterdingen, Leonberg, Ludwigsburg, Rommelshausen, Waiblingen.

Um mitzumachen und zu gewinnen scannen die Teilnehmenden den QR-Code auf dem Touchscreen per Smartphone und werden mit einem Sofortgewinn belohnt. Wer drei verschiedene Infoterminals besucht, nimmt automatisch am Gewinnspiel für die Hauptpreise teil.

Das gibt es zu gewinnen

Mit dem Scannen des QR-Codes erhalten die Teilnehmenden direkt einen Gutschein für RegioRadStuttgart im Wert von drei Euro. Beim Besuch von drei Mobilitätspunkten und mehr haben sie die Chance auf 10er-Tagestickets für das gesamte VVS-Gebiet sowie Führungen in der Region und über die Stuttgart 21 Baustelle am Flughafen. An den Infoterminals erläutern Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der teilnehmenden Kommunen die Nutzung der Mobilitätspunkte und stehen für Fragen zur Verfügung.

Hintergrund

Die Regionalen Mobilitätspunkte sind Teil des regionalen Förderprogramms „Modellregion für nachhaltige Mobilität“. Verschiedene Mobilitätsangebote werden an einem Ort gebündelt, um den Umstieg von oder auf öffentliche Verkehrsmittel zu erleichtern. Dort finden sich unter anderem Taxi- und Carsharing Plätze, Ladestationen für Elektroautos und Pedelecs, Ausleihmöglichkeiten für RegioRadStuttgart, Wartungs- und Reparaturangebote.

Weitere Informationen finden Sie unter:  www.region-stuttgart.org/mobilitaetspunkte

Hier finden Sie in der linken Spalte zudem detaillierte Informationen zu den Mobilitätsangeboten in den einzelnen Kommunen.

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news-1133 Mon, 04 Jul 2022 08:44:27 +0000 Mehr Fairtrade und Nachhaltigkeit in den Amtsstuben Verband Region Stuttgart initiiert Austauschformat mit den Kommunen – Erfahrungen aus Stuttgart und Ludwigsburg als Basis /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1133&cHash=d9cce5c7de399f2c380bfc31aecd07ef Papier, Ordner, Bleistifte oder Kugelschreiber– bei der Beschaffung von Gegenständen für den Büroalltag schaut man nicht immer bei allen genau hin, ob die Produkte nachhaltig und fair gehandelt sind. Bei 179 Kommunen in der Region Stuttgart kommt jedoch gesamthaft eine beachtliche Nachfrage zusammen. Hier befinden sich die Kommunen auf unterschiedlichem Stand: Einige sind bereits Fairtrade-Kommunen, andere befinden sich auf dem Weg dorthin oder haben noch mehr Beratungsbedarf.

Der Verband Region Stuttgart hat allen Interessenten einen Austausch über die Beschaffung von nachhaltigem und fair gehandeltem Büromaterial angeboten. Die Städte Stuttgart und Ludwigsburg, welche sich damit schon umfassender befasst haben, gaben am Montag ihre Erfahrungen weiter und vermittelten Praxistipps. Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl ist es wichtig, dass nicht jede Kommune diesen Weg für sich beschreiten muss: „Eine Stärke des Verbands Region Stuttgart ist die Vernetzung und der Austausch der Kommunen in der Region. Dank der Städte Stuttgart und Ludwigsburg können nun viele, auch kleinere Kommunen in der Region ihr Büromaterial ohne großen Mehraufwand nachhaltig und fair beschaffen.“

Rund 20 Kommunen nahmen bei der Veranstaltung teil. Konkret ging es darum, welche Siegel glaubwürdig sind und welche Zertifizierungen für Büromaterial bereits existieren. Neben Produktbeispielen im Büroumfeld gab es auch Empfehlungen, wie eine Umstellung auf nachhaltiges und fair gehandeltes Büromaterial an die Zuständigen im Einkauf erfolgreich vermittelt werden kann. Eine Fortsetzung des Austausches zu Themen wie Büromöbel, Verpflegung oder technische Geräte war gewünscht.

Die Regionalversammlung hat im Juli 2021 beschlossen, dass sich die Region Stuttgart auf den Weg hin zu einer Fairtrade-Region macht. Voraussetzungen für die Zertifizierung sind unter anderem regelmäßige Aktionen und Veranstaltungen zum Thema Fairtrade. Die Zertifizierung für die Region Stuttgart wird noch im Jahr 2022 erwartet.

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news-1132 Thu, 30 Jun 2022 07:00:06 +0000 Mehr Kapazität und besserer Takt auf der S1 Ab dem 11. Dezember verkehrt die S1 wie alle anderen S-Bahn-Linien im Viertelstundentakt und mit mehr Kapazität. Damit können auch die Anschlussverbindungen mit Bussen verbessert werden. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1132&cHash=5a9c8b14872a8bee5df6a17c616f53ff Ab Dezember verkehren die S-Bahn-Linien S1 bis S6 montags bis freitags sowie samstags tagsüber im Viertelstundentakt. Zudem werden in der Hauptverkehrszeit die Kapazitäten durch Langzüge, bestehend aus drei Triebwagen, erhöht. Auf der S1 zwischen Böblingen und Herrenberg gibt es aktuell noch verkehrliche und bauliche Einschränkungen, die sowohl einem durchgehenden Viertelstundentakt als auch dem Einsatz von Langzügen entgegenstehen. Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat in seiner gestrigen Sitzung Maßnahmen beschlossen, die diese Probleme lösen.

Aufgrund der Vorfahrt des IC zwischen Stuttgart und Zürich fährt die S1 alle zwei Stunden nicht zwischen Böblingen und Herrenberg. Betroffen sind montags bis samstags jeweils 13 Fahrten. Diese Züge wenden dann in Böblingen. Hierfür steht ein Wendegleis zur Verfügung, das jedoch zu kurz für Langzüge mit drei Triebwagen ist, sodass sie auf der Gesamtstrecke nur als Vollzug mit zwei Triebwagen verkehren können. Um diese Takt- und Kapazitätsproblematik zu lösen, wurde entschieden, die Züge alle zwei Stunden ohne weitere Zwischenhalte von Böblingen nach Herrenberg zu fahren. Dadurch können sie auf dieselbe Geschwindigkeit wie der IC beschleunigen und vor bzw. direkt dahinterfahren. Dadurch bleibt die Taktlücke in Hulb, Ehningen, Gärtringen und Nufringen zunächst zwar bestehen. Für Fahrgäste mit Ziel und Start Herrenberg würde sie geschlossen. Alle Fahrgäste profitieren durch den somit möglichen Einsatz von Langzügen in den Hauptverkehrszeiten von zusätzlichen Kapazitäten. Außerdem werden die Anschlüsse an die Ammertalbahn verbessert. Die Stadt Herrenberg möchte zudem die Busverkehre an die Taktverbesserung anpassen.

Der Verband Region Stuttgart hat im Zuge seines Maßnahmenpakets weitere Verbesserungen beschlossen. Hierzu zählt auch die Verlängerung der S5 bis nach Vaihingen nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21. Dadurch verkehren ab 2025 von Vaihingen 16 S-Bahnen pro Stunde in eine Richtung. Im halbstündigen Takt wird die S5 bis Böblingen verlängert.  Das aktuell zu kurze Wendegleis in Böblingen wird hierfür verlängert. Da die parallele Nutzung des Wendegeleises durch die S1 und S5 nicht möglich ist, müssten ab 2025 die Zwischenhalte zwischen Böblingen und Herrenberg entfallen. Erst mit der potenziellen Anbindung der Gäubahn an den Flughafen und den Hauptbahnhof durch den Pfaffensteigtunnel könnten wieder alle Zwischenhalte angefahren werden.  

Stimmen der Fraktionen

Helmut Noë (CDU/ÖDP) sprach von „einer guten Nachricht für Stuttgart-Vaihingen und den Landkreis Böblingen.“ Das Problem sei jedoch die Kommunikation. Die kommunikativen Fähigkeiten der DB seien zwar besser geworden, aber noch verbesserungswürdig. „Die Verbesserung kann nur gelingen, wenn die Fahrgäste entsprechend informiert werden.“ Die Kosten von einer halben Million bezeichnet er als „teures Fahrgeld“ und bat, mit der S-Bahn Stuttgart das Gespräch zu suchen. Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) bezeichnete es als „frohe Botschaft“, dass die S5 nach Böblingen verlängert würde. Dass es Geld koste, sei keine Frage. Seine Fraktion hätte sich einen durchgehenden Viertelstundentakt gewünscht, dass dies nicht möglich sei liege nicht an S-Bahn oder dem Verband, sondern an der Strecke. Er sei froh über die beschlossene Verbesserung und auch sicher, dass dieses Angebot der Expressbedienung genutzt werde. Bernhard Maier (Freie Wähler) betonte: „Die S1 zwischen Böblingen und Stuttgart ist eine der meistbelasteten, aber auch rentabelsten Linien in der Region.“ Jede Verbesserung sei daher zu begrüßen. Er appelliert an das Gremium, geschlossen für den Pfaffensteigtunnel zu stimmen und sich dafür einzusetzen, da nur so auf der S1 ein sauberer Viertelstundentakt entstehe. „Mit dem Viertelstundentakt haben wir etwas Großes auf den Weg gebracht“, betonte Jasmina Hostert (SPD). Die Lücke durch die ausfallenden Halte sei nicht toll, „aber verständlich, nachvollziehbar und verkraftbar.“ Holger Dorn (AfD/FR) bezeichnete die Zwischenlösung als „saubere Sache“, auch wenn er generell mit der DB aktuell nicht zufrieden sei. Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) begrüßte die vorgeschlagene Lösung. Für ihn sei es sinnvoller, diese in einem Rutsch zum Fahrplanwechsel umzusetzen.

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news-1131 Thu, 23 Jun 2022 09:34:56 +0000 Region stellt nächste Schritte zur Schaffung des regionalen Gewerbeschwerpunkts in Mundelsheim vor Die Regionalplanänderung, die Fortschreibung des Flächennutzungsplans- und Aufstellung des Bebauungsplans sollen parallel und zeitnah erfolgen. Schnelle Baureifmachung angestrebt. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1131&cHash=d6ab899892d556ab658925da4d80f368 In der Region Stuttgart mangelt es an großen zeitnah bebaubaren Flächen für die Neuansiedlung von innovativen Technologien und Unternehmen. Am 29. Mai haben sich die wahlberechtigen Mundelsheimerinnen und Mundelsheimer für die Entwicklung eines regionalen Gewerbeschwerpunkts auf ihrer Gemarkung ausgesprochen. Damit ist ein erster Schritt für die Entwicklung eines 20 Hektar großen Geländes erfolgt. Im nächsten Schritt ist eine Änderung des Regionalplans, des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans erforderlich. Mit den zeitlichen Abläufen hat sich der dafür zuständige Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch befasst.

Aus Zeitgründen, und da alle Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen sollen, ist vorgesehen, alle Planungsverfahren eng aufeinander abzustimmen und bis 2024 abzuschließen. So ist beabsichtig bis zum Jahresende den Offenlagebeschluss durch die Regionalversammlung zu fassen. Die gesetzlich vorgeschriebene dreimonatige Offenlage zur Regionalplanänderung soll direkt im ersten Quartal 2023 erfolgen. Dabei werden neben den betroffenen Städten und Gemeinden, Träger öffentlicher Belange und weiteren landesplanerisch vorgegebenen Stellen auch die Öffentlichkeit beteiligt. Hierzu sind eine umfassende Information und Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen geplant. Die eingebrachten Stellungnahmen und Anregungen werden anschließend aufbereitet und im Planungsausschuss vorberaten. Sollten daraus keine wesentlichen Änderungen des Planentwurf erfolgen, kann die Regionalversammlung im zweiten Quartal den Satzungsbeschluss fassen. Mit Genehmigung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen ist das Verfahren voraussichtlich bis 2024 abgeschlossen. Parallel wird seitens der Gemeinde Mundelsheim mit der Aufstellung des Bebauungsplans begonnen, sodass beide Planungen zeitgleich abgeschlossen werden können. Bei dessen Ausgestaltung werden alle wichtigen Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung inkludiert. Bereits im dritten Quartal 2022 wird der Entwurf des Flächennutzungsplans offengelegt, zudem soll zeitnah die Grundstücksverhandlungen begonnen werden.

Hintergrund:

Der Verband Region Stuttgart hat über 600 Flächen innerhalb und außerhalb des Siedlungsbestands untersucht. Große Flächen für die Neuansiedlung von innovativen Technologien und Unternehmen zur Begleitung des wirtschaftlichen Strukturwandels stehen zeitnah nicht zur Verfügung. Daher verfolgt die Region gemeinsam mit den Kommunen das Ziel, regionale Vorhaltestandorte zu entwickeln, die ansiedlungswilligen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden können. Da ein Gewerbegebiet dieser Größenordnung einer interkommunalen Kooperation bedarf soll ein Zweckverband gebildet werden, dem neben Mundelsheim, Besigheim, Gemmrigheim, Neckarwestheim, Hessigheim und Walheim angehören.

Stimmen der Fraktionen

Laut Roland Schmid (CDU/ÖDP) sei der Ausgang der Bürgerentscheids „ein Erfolg für die Region.“ Ganz entscheidend sei die Art und Weise wie man den Entscheid begleitet habe. „Die dialogische Bürgerbeteiligung war der Schlüssel zum Erfolg,“ so Schmid. Diese Art des Umgangs müsse der Maßstab für zukünftiges Handeln werden. Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) unterstützte die geplante parallele Vorgehensweise, die sich hier auch anbiete. Für Wilfried Dölker (Freie Wähler) sei es logisch geschlossen für die Regionalplanänderung zu stimmen. Er betonte: „Es macht Mut, dass es sowohl in Weilheim als auch Mundelsheim positive Entscheide gab“. Regina Traub (SPD) gab zu bedenken, dass man am Anfang des Verfahrens stehe und noch einiges kommen könnte, was dagegenspreche. Wichtig sei, dass eine zukunftsfähige und nachhaltige Planung entstehe. Kai Buschmann (FDP) lobte das Vorgehen der Region bei diesem Bürgerentscheid. „Die Linie im Hintergrund zu bleiben, zu begleiten und zu unterstützen war richtig.“ Sebastian Luckes (DIE LINKE/PIRAT) Fraktion hätte sich anderes Ergebnis gewünscht. Er betonte: „Wenn schon etwas entstehen muss, dann etwas Gutes.“

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news-1130 Thu, 23 Jun 2022 06:08:14 +0000 Infoveranstaltung zur Regionalplanänderung mit einer möglichen Erweiterung des regionalplanerischen Vorranggebietes für den Rohstoffabbau im Steinbruch in Marbach-Rielingshausen Am Dienstag, 28. Juni 2022, erläutert der Verband Region Stuttgart das Verfahren zur Änderung des Regionalplans und die Beteiligungsmöglichkeiten der Öffentlichkeit. Außerdem werden die Rahmenbedingungen zum Abbau von Rohstoffen in der Region Stuttgart und unterschiedliche Perspektiven auf die entsprechenden Planungen dargestellt. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1130&cHash=0d11b0381f8e9de9857f5c24112668eb Der Verband Region Stuttgart informiert am 28. Juni von 19.00 bis 21.30 Uhr über das Planänderungsverfahren, in dem die Ausweisung eines Vorranggebietes für den Rohstoffabbau in Marbach-Rielingshausen geprüft werden soll. Im Fokus stehen Ausführungen zu den einzelnen Schritten des Verfahrens, dessen Ziele sowie die Inhalte des Umweltberichtes. Vor allem aber werden Wege aufgezeigt, wie sich die Bürgerinnen und Bürger in die Planungsprozesse einbringen und Stellung beziehen können. Bei der Veranstaltung wird zudem unterschiedlichen Perspektiven und Argumenten Raum geboten.

Der Verband Region Stuttgart organisiert den Informationsabend als zusätzliches Angebot in Ergänzung der gesetzlich geforderten Offenlage der Planunterlagen. Die formale Beteiligung der Träger öffentlicher Belange im Rahmen des Planänderungsverfahrens läuft bis zum 31. Juli 2022. Die Öffentlichkeit und damit die Bürgerinnen und Bürger haben darüber hinaus bis zum 15. August Zeit, ihre Meinung zu den Planunterlagen mitzuteilen. Weitere Informationen zum Verfahren und die Planunterlagen sind abrufbar unter www.region-stuttgart.org/rohstoffsicherung.

Ein Änderungsverfahren für den Regionalplan ist ergebnisoffen. Es bildet den Rahmen, um alle Kriterien für oder gegen die Ausweisung eines regionalplanerischen Vorranggebietes strukturiert und tiefgehend zu prüfen. Die Beurteilung der Ergebnisse, insbesondere die Abwägung von privaten und öffentlichen Belangen, ebenso wie die abschließende Entscheidung über die Änderung des Regionalplans liegen bei der Regionalversammlung. Rechtskraft erhält die Planänderung mit der Genehmigung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen als Oberste Landesplanungsbehörde. Die mögliche Erweiterung des Steinbruches muss dabei in einem eigenständigen Verfahren deutlich weitgehender anhand der konkreten Tatbestände geprüft werden.

Veranstaltungsinfos auf einen Blick

Wann:                                  Dienstag, 28. Juni 2022, 19.00 bis 21.30 Uhr

Wo:                                       Gemeindehalle Rielingshausen, Backnanger Straße 8,
                                               71672 Marbach am Neckar

Veranstalter:                     Verband Region Stuttgart

Gut zu wissen:

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet, um ein Protokoll zur erstellen. Dieses wird in den Wochen nach der Veranstaltung auf der Homepage des Verbands Region Stuttgart zur Verfügung gestellt und dient auch als Rahmen, um evtl. bestehende Fragen im Nachgang beantworten zu können.

Für mobilitätseingeschränkte Personen ist eine Online-Teilnahme über WebEx möglich:
Anmeldung unter planung(at)region-stuttgart.org.

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news-1129 Tue, 07 Jun 2022 12:38:44 +0000 Wohin, warum und wie sind die Menschen in der Region auf der Schiene unterwegs? Der Verband Region Stuttgart führt ab dem 21. Juni 2022 zweieinhalb Wochen lang eine Befragung der Fahrgäste an S-Bahnhöfen und Bahnhaltestellen in der Region durch. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung von Mobilitäts- und Informationsangeboten. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1129&cHash=5dd1e243eff13c8847cfc4abd188d5e0 Der Verband Region Stuttgart führt in der Zeit vom 21. Juni bis zum 7. Juli 2022 an nahezu allen Schienenhaltestellen in der Region eine Befragung der einsteigenden Fahrgäste durch. Sie erhalten am Bahnsteig eine Postkarte mit Fragen und werden gebeten, Auskunft über ihren Weg zum Bahnhof, den Reisezweck und das Ziel der Reise zu geben. Auch zu den Einrichtungen rund um den Bahnhof ist die Meinung der Fahrgäste gefragt. 

Die Postkarte kann kostenlos über die Briefkästen der Deutschen Post zurückgeschickt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, den Fragebogen im Internet auszufüllen. Über einen QR-Code auf der Postkarte gelangt man zu den Fragen. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die online an der Befragung teilnehmen, wird in der Region Stuttgart jeweils ein Quadratmeter Blühwiese für Bienen und andere Insekten gepflanzt. Darüber hinaus kann man online an der Verlosung von drei iPads teilnehmen.

Die Region führt die Erhebungen in regelmäßigen Abständen durch, um zu erfahren, welche Verkehrsmittel genutzt werden, um zum Bahnhof zu kommen. Die Ergebnisse dienen als Orientierung für eine Verbesserung der Fahrgastinformationen und als Grundlage für Planungen rund um Mobilitätsangebote, etwa zu Park-and-Ride, Bike-and-Ride, Fahrradabstellplätzen oder E-Ladestellen, verwendet. Der Verband Region Stuttgart bittet die Fahrgäste herzlich um Unterstützung. Das Befragungspersonal erkennt man an den blauen Westen mit dem Logo der Region Stuttgart und einem entsprechenden Namensschild.

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news-1128 Mon, 30 May 2022 08:34:34 +0000 Region begrüßt Entscheidung für Gewerbe- und Innovationspark in Mundelsheim „Mit der Entscheidung in Mundelsheim ist ein erster Schritt für die Neuansiedlung von Zukunftstechnologien in der Region getan“, so Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1128&cHash=e7b19e6eebd0c5f1725d7a1678083699 STUTTGART: Beim heutigen Bürgerentscheid in Mundelsheim haben sich die Bürgerinnen und Bürger für die Schaffung eines Gewerbe- und Innovationspark auf den Mundelsheimer Benzäckern ausgesprochen. Auf der Basis des Votums kann die erforderliche Änderung des Regionalplanes weiter fortgeführt werden. Die Fläche von rund 20 Hektar an der Autobahn 81 war umstritten. Als Gegenargumente wurde neben dem Boden- und Landschaftsschutz auch die Sicherung der Ernährungsgrundlage und die Angst vor Verkehr und steigenden Preisen genannt. Der für die nachhaltige Entwicklung der Region zuständige Verband Region Stuttgart begrüßt die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger.

„Es ist gut, dass die Bürgerschaft bereit ist, die Benzäcker zu einem Gewerbegebiet zu entwickeln und damit die Grünzugänderung, die die Regionalversammlung angestoßen hat, mitzutragen. Dadurch übernehmen sie die Mitverantwortung für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Transformation der Wirtschaft in der Region Stuttgart. Mit der Entscheidung in Mundelsheim ist ein erster Schritt für die Neuansiedlung von Zukunftstechnologien der Region getan. Die Auseinandersetzung und Beratung über die nächsten Verfahrensschritte erfolgen in der Regionalversammlung“, betont Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart. Im Vorfeld des Bürgerentscheids habe ein exzellenter Beteiligungsprozess der Bürgerinnen, Bürger und unterschiedlichen Interessengruppen stattgefunden, so Lahl, wofür er allen Beteiligten danke.

Der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart, Thomas S. Bopp, gratulierte den Mundelsheimer Bürgerinnen und Bürgern zu dem zukunftsträchtigen Votum. „Das ist ein guter Tag für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Mundelsheim und der gesamten Region Stuttgart. Wir müssen alle gemeinsam daran arbeiten, für den Transformationsprozess des Industriestandortes die erforderlichen Flächen bereitzustellen. Nur so können wir unsere Arbeitsplätze und unsere Zukunftsfähigkeit langfristig erhalten. Ich danke allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.“

Dr. Walter Rogg, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) begrüßt ausdrücklich das positive Votum der Mundelsheim Bürgerinnen und Bürger. „Der vom Gemeinderat initiierte Bürgerentscheid hat eine deutliche Signalwirkung für Zukunftsinvestitionen in der Region Stuttgart. Vorausgegangen ist der Entscheidung eine vorbildliche Bürgerbeteiligung. Dabei stand die Abwägung zwischen der Bereitstellung von Flächen für Zukunftstechnologien und dem damit verbundenen Flächenverbrauch im Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen des tiefgreifenden technologischen Wandels werden auch große zusammenhängende Gewerbeflächen z.B. auch für die Entwicklung und Produktion von Nachhaltigkeitstechnologien benötigt. Der Standort in Mundelsheim ist hierfür sehr gut geeignet.“

Hintergrund:

Der Verband Region Stuttgart hat über 600 Flächen innerhalb und außerhalb des Siedlungsbestands untersucht. Große Flächen für die Neuansiedlung von innovativen Technologien und Unternehmen zur Begleitung des wirtschaftlichen Strukturwandels stehen zeitnah nicht zur Verfügung. Daher verfolgt die Region gemeinsam mit den Kommunen das Ziel, regionale Vorhaltestandorte zu entwickeln, die ansiedlungswilligen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden können.

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news-1127 Wed, 25 May 2022 16:40:28 +0000 Barrierefreiheit bei der S-Bahn in der Region wird weiter ausgebaut Bis 2029 soll an 17 Stationen der niveaugleiche Ein- und Ausstieg geschaffen werden. Der Verband Region Stuttgart investiert im ersten Schritt rund 12,2 Millionen Euro in entsprechende Planungs- und Realisierungsvereinbarungen. Insgesamt ist mit Kosten zwischen 38 und 66 Millionen Euro für die Region zu rechnen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1127&cHash=2d0ed6378f01e51a95cac30540c4bd46 Für mobilitätseingeschränkte Menschen, Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Gepäck, Fahrrädern oder Gehhilfen ist der niveaugleiche Ein- und Ausstieg zwischen Bahnsteigkante und S-Bahn-Fahrzeug unerlässlich. Daher setzt sich der Verband Region Stuttgart kontinuierlich für den entsprechenden Ausbau ein. In seiner heutigen Sitzung hat der regionale Verkehrsausschuss den Ausbau von weiteren vier Stationen beschlossen, sodass unter Berücksichtigung der in Vergangenheit getroffenen Vereinbarungen derzeit die Aufhöhung an 17 Stationen vorangetrieben wird. In der Region Stuttgart gibt es aktuell noch an 31 von 83 S-Bahnstationen einen Höhenunterschied zwischen den Bahnsteigen und Fahrzeugen. Dieser Höhenunterschied soll kontinuierlich an allen Stationen abgebaut werden.
In der Vergangenheit hat die Region bereits entschieden, folgende Stationen bis 2028 aufzuhöhen:

2022/2023 Rommelshausen

2026 Esslingen-Mettingen, Stetten-Beinstein, Leonberg

2027 Zuffenhausen, Esslingen (Neckar), Maubach

2028 Oberesslingen, Backnang, Stuttgart-Obertürkheim, Esslingen-Zell, Altbach, Kornwestheim

Der Verkehrsausschuss hat heute entschieden in die Planungen für die Stationen Weilimdorf, Ditzingen, Neuwirtshaus (Porscheplatz) und Korntal einzusteigen. Für die erstgenannten beiden Stationen ist mit einer Fertigstellung in 2028 zu rechnen, während die letzteren 2029 fertiggestellt werden sollen. Die Auswahl und Priorisierung aller genannten Stationen erfolgte unter Berücksichtigung des Fahrgastaufkommens, sowie der Bündelung entlang von Netzästen. Um die verfahrensbedingten Planungs- und Umsetzungszeiten zu verkürzen soll bei jeder Maßnahme die Inanspruchnahme des Investitionsbeschleunigungsgesetzes geprüft werden. Mit der Umsetzung aller bisher beschlossenen Maßnahmen wären rund drei Viertel der S-Bahn-Stationen in der Region ohne Stufen erreichbar. Zudem werden etwa alle 15 Jahre die Fahrstühle erneuert. Aktuelle Informationen über deren Funktionsfähigkeit liefern die DB BahnhofLive- und die VVS-App.

Weitere Verbesserungen

Neben der Anpassung der Bahnsteige umfasst die Planung die Prüfung und gegebenenfalls Verbesserung der Fahrgastinformationsanlagen, Lautsprecheranlagen, des taktilen Leitsystems an Bahnsteig und zum Bahnsteig, die Stufenmarkierung, taktile Handlaufschilder an Treppen und Rampen, die Wegeleitung, sowie Wetterschutzeinrichtungen. Die taktilen Handlaufschilder sollen darüber hinaus nach und nach an allen Treppen und Rampen nachgerüstet werden.

Finanzierung

75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten sowie ein Planungskostenzuschuss werden durch das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) übernommen. Damit unterstützt das Land Baden-Württemberg die Schaffung, den Aus- und Umbau von barrierefreier Verkehrsinfrastruktur. Die DB AG beteiligt sich mit 10 Prozent an den Bau- und Planungskosten, während die Region die restlichen Kosten übernimmt. Insgesamt wird der regionale Kostenanteil für alle zuvor genannten Stationen nach derzeitigem Kenntnisstand auf 38 bis 66 Millionen Euro geschätzt.

Stimmen aus den Fraktionen

Laut Helmut Noë (CDU/ÖDP) sei es ein „Dauerbrenner diese Barrierefreiheit zu realisieren. Allerdings könnte man in Depressionen verfallen, wenn man sieht, wie lange es dauert.“ Man habe Mühe es Bürgerinnen und Bürger zu erklären. „Am Verband Region Stuttgart liegt es definitiv nicht.“ Er wäre dankbar, wenn künftig Umsteigeverbindungen bereits im Zug angesagt werden könnten. Dies habe seine Fraktion schon mehrfach angemahnt. „Die behindertengerechte Ausführung endet nicht am S-Bahnhof. Die Menschen gehen auch zum Bus“, deswegen appellierte er, die kommunale Seite einzubinden und Anschlusssysteme mitzudenken. „Wir bekennen uns zu dem finanziellen Einsatz und sind bereit die Kosten zu tragen, die durch die Förderung nicht gedeckt werden können.“ Philipp Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte: „Im Großen und Ganzen erkennen wir, dass wir Fortschritte machen. Wir hatten jedoch das Ansinnen, dass man bereits in der S-Bahn die Info erhält, falls ein Fahrstuhl nicht funktioniert.“ Ansagen an den Stationen könnten zur Überfrachtung werden. Für seheingeschränkte Menschen wäre es jedoch sinnvoll, wenn die Zuglänge durchgesagt werden könnte. Zudem würde sich Buchholz wünschen, dass bei der digitale Fahrplanauskunft auch der richtige Ausgang mitanzeigt würde. „Wir bekennen uns zu den Kosten, die der Verband tragen muss. Das Geld ist gut angelegt“, betonte Michael Makurath (SPD). Er begrüßte, dass die Planungsvorläufe bei sechs und nicht mehr acht Jahren lägen. „Das ist ein Fortschritt, aber der Fortschritt ist noch immer eine Schnecke. Dies ist ein bittersüßes Resümee“, so Makurath. Joachim Hülscher (AfD/FR) fand es nicht sonderlich erfreulich, dass zwischen den Wünschen und der Realität derartige Zeitunterschiede klafften. Er bat zu versuchen, in intensiven Gesprächen die Zeitschienen zu verkürzen. Laut Gabriele Heise (FDP) müsse man weiterkommen, auch wenn man immer wieder erfahre, dass es in kleinen Schritten gehe. „Vieles haben wir nicht in der Hand. Was wir tun können, tun wir“, so Heise. „Es bleiben noch immer 14 Stationen übrig“, so Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT). Aufgrund er langen Dauer wäre es gut, wenn man jetzt schon mit den Planungen beginnen würde.

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news-1126 Thu, 19 May 2022 11:11:42 +0000 Region schreitet beim Ausbau von Fotovoltaik voran 3,7 Prozent der Flächen der Region Stuttgart für großflächige Solaranlagen geeignet. Verfahren zur Umsetzung der Flächen soll im Sommer beginnen und Bürgerinnen und Bürger sowie Gemeinden einbeziehen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1126&cHash=f0cfe707428de85815bad5cc5fd8ca0d Mindestens 2 % der Flächen in Baden-Württemberg sollen zur Errichtung von Windkraftanlagen und als Flächen für Fotovoltaikanlagen zur Verfügung gestellt werden, so das Klimaschutzgesetz in Baden-Württemberg. Wo diese in der Region Stuttgart entstehen könnten hat der Verband Region Stuttgart bereits untersucht und sieht bei 3,7 % der Flächen in der Region Potenzial. Damit diese auch zur Umsetzung kommen, bedarf es eines einheitlichen und kooperativen Verfahrens mit Einbindung von Kommunen und Bürgerinnen und Bürger. „Land und Bund haben hier Ziele vorgegeben, aber noch kein Verfahren festgeschrieben, sodass sich die Regionalverbände und Baden-Württemberg gemeinsam mit dem zuständigen Landesministerium um eigene Lösungen bemühen“, betonte Dr. Alexander Lahl. Wie dieses aussehen könnte, wurde am Mittwoch in Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart vorgestellt.

Bisher gibt es keine festen Kriterien für die Auswahl der Flächen, was der Verband Region Stuttgart ändern möchte. Deshalb wurden in einem ersten Schritt Flächen in der Region Stuttgart für Flächenfotovoltaik analysiert, die schon heute weder attraktive Wohngegenden noch schützenswerte Naturgebiete tangieren und damit ohne Konflikte mit dem Regionalplan entwicklungsfähig sind. Konkretes Potenzial besteht für 13.3000 Hektar. Dabei handelt es sich beispielsweise um frühere Deponien oder Flächen neben Autobahnen oder Bundes- und Landesstraßen, auf den sich die Anlagen gut in die Landschaft integrieren lassen.

In zwei parallelen Schritten soll auf die Gemeinden mit den regionalen Überlegungen zugegangen werden und die Planungen von Gemeinden berücksichtigen. Aus den Ergebnissen soll eine Gebietskulisse entstehen. Berücksichtigt werden sollen auch sogenannte Tabuflächen, wie Landmarken, Wälder oder Grünzäsuren. Eine Änderung regionaler Grünzüge ist nicht nötig, soll aber nicht explizit ausgeschlossen werden. Stattdessen ist beabsichtigt, feste Kriterien zu erarbeiten, die eine Änderung ermöglich sollen. Wie diese konkret aussehen sollen, bestimmen die Regionalrätinnen und Regionalräte des Planungsausschusses.

Bis Sommer ist beabsichtigt die Gebietskulisse zu finalisieren, um dann in das formale Verfahren einzusteigen. Dieses soll transparent und beteiligungsorientiert sein, denn: „Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger in unserer Region, die es grundsätzlich befürworten, klimaneutralen Strom aus den unendlichen Ressourcen Wind und Sonne zu erzeugen und zu nutzen, ist groß. Die generelle Zustimmung nimmt jedoch ab, wenn es darum geht, ob eine Windkraftanlage oder eine Flächenphotovoltaikanlage vor der eigenen Haustür gebaut werden soll. Deshalb werden wir die Bürgerinnen und Bürger auch bei diesen Fragen gut informieren, mitnehmen und idealerweise gewinnen“, so Dr. Alexander Lahl.

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news-1125 Thu, 12 May 2022 07:43:51 +0000 SportRegion Stuttgart erhält beim Verband Region Stuttgart große Zustimmung Informieren, vernetzen und jährlich ein Schwerpunktthema bespielen – dies und Vieles mehr leistet die SportRegion Stuttgart /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1125&cHash=3086566fd699c18818a83b907a13d034 Der Bericht der SportRegion Stuttgart vor dem Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart bestätigte: Auch bei Sportveranstaltungen sind die Besucherzahlen noch nicht wieder auf dem Niveau wie vor der Pandemie. Und einige Menschen erleben Sport inzwischen lieber online. So oder so – die Vermittlung von sportlichen Events und Vereinsangeboten hat sich verändert. In einem Video, das anlässlich des Jahresmottos 2022 „Sport im Wandel“ der SportRegion Stuttgart entstand, erläutert Prof. Christof Seeger von der Hochschule der Medien in Stuttgart: „Mit Covid 19 waren für die Vereine vor allem Kommunikationsaufgaben wichtig, da man die Athletinnen und Athleten und ihre Mitglieder nicht mehr direkt am Sportplatz erreichen konnte.“ Dazu mussten die Vereine auch langfristig auf neue digitale Kommunikationskanäle umstellen.

Ein Beispiel für Veränderungen, welche die SportRegion Stuttgart mit vielfältigen Projekten im Rahmen des Jahresmottos aufgreift: Wie haben sich der Sport im Allgemeinen oder einzelne Sportarten über die Jahre gewandelt? Wie entstanden diese Sportarten, welche Bedeutung hatten sie gestern und welche haben sie heute? Die Serie „Zeitreise“ dokumentiert die Entwicklungen, Zeitzeugen und Experten kommen in Kurzfilmen zu Wort. Über ihren Jahresschwerpunkt hinaus ist die SportRegion Stuttgart bei vielen Veranstaltungen des regionalen Sportgeschehens vor Ort. Sie berichtet auf Facebook, Instagram, Twitter und YouTube oder über ihren wöchentlichen Newsletter, veröffentlicht einen Podcast und bringt so den regionalen Sport auf mobile Endgeräte.

Doch auch mit eigenen Veranstaltungen lockt die SportRegion Stuttgart: Sie veranstaltet Formate wie den Sport Talk oder den jährlichen Bundesliga-Brunch. Und bereits zum dritten Mal wird beim NaturVision Filmfestival eine eigene Sportfilm-Reihe in Kooperation mit der SportRegion Stuttgart gezeigt. Ihre Expertise bringt die SportRegion Stuttgart ebenfalls bei den Vorbereitungen der Schlussetappe der Deutschland Tour 2022 am 28. August in Stuttgart und der Region Stuttgart ein. Sie ist also immer mittendrin im Geschehen – als eine Organisation, welche die sportlichen Fragen für die Region Stuttgart auch über die einzelne Sportart hinaus im Blick behält. Für ihre mehr als hundert Mitgliedskommunen und -verbände ist sie als Ansprechpartner eine gesetzte Größe.

Für die zahlreichen Aktivitäten erntete ihr Geschäftsführer, Michael Bofinger, Applaus beim jährlichen Bericht im Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart. 

Stimmen aus den Fraktionen:

Regina Wagner (CDU/ÖDP) lobte das Team der SportRegion Stuttgart, das wieder hervorragende Arbeit geleistet habe. Sie habe den Eindruck, dass die für 2022 zusätzlich bereitgestellten 30.000 Euro gut angelegt seien, wie insgesamt die Förderung der SportRegion durch den Verband. „Die SportRegion Stuttgart ist präsent, sie wird wahrgenommen und erfüllt ihren satzungsgemäßen Zweck. Wir werden Sie unterstützen, denn unser Herz schlägt für die SportRegion.“ Sabine Kober (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) bezeichnete sich selbst als „Fan der Veranstaltungen der SportRegion Stuttgart.“ Besonders gefalle ihr, dass die Stipendien ausgeweitet wurden und immer wieder exotische Sportarten aufgenommen würden. Abschließend äußerte Sie den Wunsch, die Themen Sport und Klimaschutz bzw. Sport und Nachhaltigkeit in den Fokus zu nehmen. Laut Gerd Maisch (Freie Wähler) sei es schön und wichtig, dass die SportRegion breit aufgestellt sei und sowohl den Spitzensport als auch den Breitensport im Blick habe. Seiner Meinung nach hätte es die SportRegion vierdient noch bekannter zu sein. Laut Dr. Jürgen Zieger (SPD) sei die Unterstützung des Breitensports „ein großes Stück Sozialpolitik, die wir durch die SportRegion leisten.“ Es werde oft unterschätzt wieviel Integration über Sportvereine geleistet werde. Hartfrid Wolff (FDP) betonte: „Sport verbindet!“ Dem sei neben dem Dank für die geleistete Arbeit nichts mehr hinzuzufügen. Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) lobte, dass es immer wieder gelinge Sport, Gesellschaft, Politik, Kultur und Natur zu verknüpfen.

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news-1124 Thu, 12 May 2022 07:41:15 +0000 Neugegründeter Weiterbildungsverbund Region Stuttgart unterstützt bei Fachkräftesicherung und begleitet Transformation Regionale Anlaufstelle für Personalverantwortliche von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aus der Automobilwirtschaft und dem Maschinenbau rund um das Themenfeld Weiterbildung und Qualifizierung entstanden. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1124&cHash=c4a3af896580dd4efb7b72e989474735 Der technologische Wandel in Automobilwirtschaft und Maschinenbau fordert die Unternehmen besonders in der Region Stuttgart heraus. Im Weiterbildungsverbund Region Stuttgart haben sich 15 Organisationen zusammengeschlossen, um Unternehmen bei der Bindung, Weiterentwicklung und Fachkräftesuche zu unterstützen. Im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart wurde die Arbeit des Weiterbildungsverbunds (WBV) Region Stuttgart vorgestellt.

Die Partner des WBV organisieren gemeinsam eine regionale Anlaufstelle für Personalverantwortliche von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aus der Automobilwirtschaft und dem Maschinenbau rund um das Themenfeld Weiterbildung und Qualifizierung. Diese kann als regionaler Marktplatz mit Lotsenfunktion verstanden werden, der die bereits bestehenden Unterstützungsangebote der Partner über eine gemeinsame digitale und analoge Plattform zugänglich macht und auf diesem Weg Orientierung gibt und zu den passenden Services verweist. Im Mittelpunkt steht eine digitale Plattform, auf der sich Personalverantwortliche (Geschäftsleitung, Personaler*innen, Führungskräfte und der Betriebsrat) informieren, vernetzen und austauschen sowie passgenaue Unterstützung vermittelt bekommen. Die KMU erhalten eine schnelle, unabhängige und unbürokratische Vermittlung von Informationen, Förderangeboten und Ansprechpartnern aus dem Partnernetzwerk des WBV. Unternehmen sollen so u.a. Informationen über Trends, Konzepte und Methoden, Arbeitshilfen und Fördermittel/-projekte finden. Dabei werden wissenschaftliche Erkenntnisse mit unternehmenspraktischer Expertise und Umsetzungsbegleitung kombiniert. Als analoges Angebot entsteht parallel ein „regionales Lotsennetzwerk Weiterbildung“.

Der WBV ist im Rahmen des Projekts „Plattform Weiterbildung Region Stuttgart in Automobilwirtschaft und Maschinenbau“ entstanden. Ziel ist es, mit Qualifizierungs- und Vernetzungsinitiativen Fachkräfte, insbesondere für KMU, zu sichern und dadurch die Transformation in der Region Stuttgart zu begleiten. Gemeinsam soll eine regionale, neutrale Anlaufstelle für Unternehmen der Region Stuttgart in diesen Schlüsselbranchen rund um das Themenfeld Weiterbildung aufgebaut und organisiert werden. Die WRS hat den Weiterbildungsverbund initiiert und koordiniert das Projekt.

Ab Herbst beginnen Schulungen für KMU, die Website wird ab September online gehen. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen des Bundesprogramms „Aufbau von Weiterbildungsverbünden“ über drei Jahre gefördert.

Projektpartner der WRS sind: Agenturen für Arbeit in der Region Stuttgart, AgenturQ, AKAD Bildungsgesellschaft mbH, Andreas Stihl AG & Co. KG, DGB Region Stuttgart, e-mobil BW GmbH, Handwerkskammer Region Stuttgart, IG Metall Region Stuttgart, Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart, Offensive Mittelstand BW, Regionalbüros der Netzwerke für berufliche Fortbildung Stuttgart, Ludwigsburg, Rems-Murr sowie Esslingen und Göppingen, Robert Bosch GmbH, Arbeitgeberverband Südwestmetall, Zentrum Digitalisierung Region Stuttgart (ZD.BB).

Stimmen der Fraktionen

Laut Andreas Koch (CDU/ÖDP) ginge es im Wesentlichen darum Angebot und Nachfrage zusammen zu bringen. Angesichts des Wandels in der Wirtschaft klaffen diese derzeit auseinander. Daher sei es gut, dass Aktivitäten entwickelt wurden. „Es geht um Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung.“ Bei letzterem bat er Geflüchtete aus Russland und Ukraine in den Blick zu nehmen. Dr. Cleo Becker (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte: „Es gibt genug Angebote, man muss sie aber bündeln, das geschieht jetzt.“ Agiles Arbeiten sei eine gute Methode und ein Weg in die Zukunft, erfordere aber einen Kulturwandel auf Seiten der Arbeitnehmer und -geber. Sie wünsche sich daher eine proaktivere Unterstützung insbesondere der KMU im Bereich der Digitalisierung. Zudem regte sie einen Blick über den Tellerrand des Maschinenbaus an und auf andere Bereiche zugehen. Für Dr. Jürgen Zieger (SPD) beziehe sich die Frage der Arbeitskräftegewinnung nicht mehr nur auf Fachkräfte, sondern generell auf qualifizierte Kräfte. „Transformation ist nicht nur eine Frage von Technik, sondern auch von wandelnden Anforderungen an Arbeitskräfte.“ Deswegen müsse man qualifizierte Fachkräfte an neue Herausforderungen heranführen. Mitarbeitende in Unternehmen und Verwaltungen an Transformation anzupassen werde laut Zieger eine Mammutaufgabe, die Unterstützung bedürfe. Laut Hartfrid Wolff (FDP) werde Weiterbildung ein Schlüsselthema für die Zukunft und Transformation. Netzwerke und Plattformen seien die Zukunft. Wichtig sei, in Fremdsprachen zu investieren und den Blick von außen in die Region zu schärfen, um noch attraktiver zu werden, denn der Wettbewerb werde härter. Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) betonte, dass die Transformation einen erhöhten Qualifizierungsbedarf auslöse, der in den Betrieben und Allgemeinbildenden Schulen erfolgen müsse. Letztere müssten die Schülerinnen und Schüler mit überfachlichen Kompetenzen ausstatten.

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news-1123 Thu, 05 May 2022 05:17:53 +0000 Positiver Trend erkennbar Region erwartet Aufwärtstrend bei der Fahrgastentwicklung bei der S-Bahn /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1123&cHash=6ef44a6fac677a304186883afbd7ccdb Auch im Jahr 2021 hat die Corona-Pandemie den ÖPNV besonders betroffen: Die Fahrgastzahlen sind entgegen dem langjährigen Trend nochmals gesunden. Die Gesamtzahl der Fahrgäste lag im Jahr 2021 bei 69,5 Mio. (2020: 78,6 Mio.) Dies entspricht einem Rückgang von 48 Prozent zum Jahr 2019 (132,9 Mio.). Ein detaillierter Blick auf die Zahlen zeigt zudem, dass neben der Pandemie auch die Sperrung der Stammstrecke für dringend notwendige Modernisierungsarbeiten sowie die Folgen des Streiks im Bahnverkehr zum weiteren Rückgang geführt haben. Gleichzeitig ist vor allem im vierten Quartal ein Aufwärtstrend zu erkennen, der Hoffnung auf die Fahrgastentwicklung in den kommenden Jahren macht. In der Sitzung des Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart wurden die aktuellen Zahlen aus 2021 im Detail vorgestellt und über die Konsequenzen für die kommenden Jahre diskutiert.

„Der Zahlen aus dem letzten Quartal 2021 zeigen uns einen ersten positiven Trend bei den Fahrgastzahlen“, sagte Dr. Jürgen Wurmthaler, Leitender Direktor für Verkehr und Wirtschaft beim Verband Region Stuttgart. Gleichzeitig deute die Auswertung von Mobilfunkdaten an, dass das Mobilitätsverhalten stark ansteige und das Potenzial an Reisenden wieder da sei. „Darum gilt es jetzt den Kapazitätsausbau weiter voranzutreiben, um nicht nur Fahrgäste zurückzugewinnen, sondern auch neue Fahrgäste zu überzeugen“, so Wurmthaler in der Sitzung des Verkehrsausschusses. Verkehrsunternehmen und -Träger werden alles daransetzen, um an den langjährigen Aufwärtstrend der Vor-Corona-Jahre anzuknüpfen. 

Fahrgastzahlen 2021

Die Nachfrage der S-Bahn-Fahrgäste war im Jahr 2021 eng mit dem Infektionsgeschehen verknüpft. Seit Dezember 2020 galt in Deutschland ein weitreichender Lockdown mit Empfehlung zur Arbeit aus dem Homeoffice und geschlossenen Schulen, Freizeiteinrichtungen und geschlossener Gastronomie. Dadurch entfiel für viele potenzielle Fahrgäste der Anlass, ein öffentliches Verkehrsmittel zu nutzen. Erst im späten Frühjahr gab es eine stückweise Wiederöffnung und damit einhergehend eine Erholung der Fahrgastnachfrage. Mit steigenden Infektionszahlen ab Oktober/November und der erneuten Homeofficepflicht sanken die Zahlen zum Jahresende wieder ab. Darüber hinaus gab es 2021 noch weitere Ereignisse, die sich an den Fahrgastzahlen ablesen lassen. So wurde die Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof (tief) und Stuttgart-Vaihingen baustellenbedingt für einen Zeitraum von sechs Wochen während der Sommerferien komplett gesperrt. Die Ausdünnung des Angebots auf einen Halbstundentakt auf vielen Streckenabschnitten, die Nichtbedienung der innerstädtischen Bahnhöfe durch die S-Bahn sowie auch die technischen Probleme im Zusammenhang mit der Nutzung der Panoramabahn als Umleitungsstrecke hatten sich merklich auf die Fahrgastzahlen der S-Bahn im August und September ausgewirkt. Zudem führte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) während der Sommerferien mehrmals umfangreiche Streiks durch, woraufhin der ohnehin schon ausgedünnte Fahrplan noch weiter reduziert werden musste.

Trotzdem zeigten die Fahrgastzahlen im Jahr 2021 auch einen positiven Trend. Aus den detaillierten Zahlen lässt sich erkennen, dass die Gesamtzahl der Fahrgäste nur deshalb eine weitere Abnahme von 2020 zu 2021 zeigte, da die Anfangsmonate Januar bis Mitte März 2020 noch die starken Nachfragewerte vor der Pandemie hatten und der Einbruch der Nachfrage in den Sommerferien 2021 ungewöhnlich stark war. In vielen Monaten lag die Nachfrage in 2021 wieder über den Werten von 2020 und vor allem der deutliche Anstieg im 4. Quartal 2021 lässt den Schluss zu, dass die Nachfrage im Großen und Ganzen eine Erholung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen kann.

Digitale Angebote

Die digitalen Angebote in der S-Bahn wurden im Jahr 2021 verstärkt genutzt. Seit Juli 2019 verfügen alle Fahrzeuge der S-Bahn über die technischen Voraussetzungen für die WLAN-Nutzung durch die Fahrgäste. Im Mittel loggten sich rund 19 Prozent der S-Bahn-Fahrgäste mit einem Endgerät in das WLAN ein, monatsbezogen schwankten die Werte in einer Bandbreite zwischen 17 und 22 Prozent. Der durchschnittliche Datenverbrauch je Endgerät stieg von rund 65 Megabyte im Jahr 2020 auf etwa 89 Megabyte im Jahr 2021 an. Positiv ist auch die Entwicklung bei der Nutzung des Zugportals von S-Bahn und Verband Region Stuttgart. Mitte 2021 wurden die technischen Voraussetzungen für den Zugang ins Zugportal vereinfacht, so dass im Zuge dessen ab Juni 2021 die Zugriffszahlen deutlich anstiegen. Die monatlichen Besuchszahlen des S-Bahn-Zugportals sind von rund 220.000 im Juni auf fast 394.000 im Oktober angestiegen. Im Durchschnitt nutzten etwa 5 Prozent der Fahrgäste dieses Angebot, um Reisenden-Informationen abzurufen, Nachrichten zu lesen oder sich anderweitig zu unterhalten.

Stimmen aus den Fraktionen

Für Helmut Noë (CDU/ÖDP) ist die Pandemie weiterhin der Hauptgrund für die schlechten Fahrgastzahlen: „Wir müssen viel Geduld mitbringen, um wieder auf die Werte von 2019 zu kommen und uns zugleich fragen, welche Mittel wir haben, um das zu forcieren.“  Beim Thema Finanzierung müsse man als Verkehrsträger für die S-Bahn darauf setzen, dass Bund und Land die Ausfälle ausgleichen. „Alle Beteiligten müssen sich anstrengen, dass aus dem Silberstreif, der aktuell erkennbar ist, eine strahlende Sonne wird“, hofft Noë auf den aktuell positiven Trend.

Die Auswertung der Zahlen zeigen Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) nochmals deutlich, dass es bestimmte Strecken gebe, die stärker belastet sind: „Hier müssen wir ansetzen: Wo sind Steigerungen möglichen auch außerhalb der bisherigen Linien, zum Beispiel auf der Schuster- oder  Panoramabahn?“ Gleichzeitig befinde man sich beispielsweise mit der beschlossenen Imagekampagne für die S-Bahn auf einem guten Weg: „Wir gehen es an.“ Zudem sei zu prüfen, inwiefern man die WLAN-Nutzerzahlen in der S-Bahn noch besser für die Erfassung tagesaktueller Fahrgastzahlen nutzen könne.

Für Bernhard Maier (Freie Wähler) liegen die aktuell schwachen Fahrgastzahlen nicht an der Qualität der S-Bahn, sondern an Corona und neuen Arbeitssituationen. „Keiner kann beantworten, ob und wann wir wieder das Niveau von 2019 erreichen.“ Man müsse sich jetzt auf die Gegenwart konzentrieren. „In den letzten beiden Jahren haben Rettungsschirme die Ausfälle gedeckt, für 2022 gibt es noch keinerlei Zusagen“, so Maier. Er befürchtet, dass man sich im Herbst mit massiven Tariferhöhungen befassen müsse.

Michael Makurath (SPD) sieht den Rückgang von fast 50 Prozent bei den Fahrgastzahlen als gravierend an: „Das zeigt uns zugleich, vor welchen wirtschaftlichen Herausforderungen der ÖPNV steht.“ Man müsse die Fahrgäste zurückgewinnen: „Ob das mit Marketingmaßnahmen funktioniert, wird sich zeigen“, so Makurath weiter. Wenn es langfristig zu geringeren Fahrgastzahlen kommt, werde man sich auch tariflichen Fragen stellen müssen. „Besondere Lagen brauchen besondere Antworten“, so Makurath, der zudem die erste Klasse in Frage stellt: „Warum betreibt man für so einen kleinen Anteil an Reisenden einen so großen Aufwand?“

Gabriele Heise (FDP) sieht durchaus einen Silberstreif am Horizont bei den Fahrgastzahlen: „Wir müssen aber gleichzeitig deutlich nach außen tragen, was der ÖPNV kostet, um die Wertigkeit des ÖPNV zu steigern.“ Vor allem die vielen Kapazitätserweiterungen werden sich finanziell bemerkbar machen. „Entsprechend werden wir im Herbst Diskussionen über Tarifsteigerungen führen müssen.“

Für Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) zeigen die Zahlen deutlich, dass die Pandemie nicht vorbei ist. „Wir hoffen, dass die Infektionszahlen nicht wieder steigen und sich das erneut auf die Fahrgastzahlen auswirkt.“ Er sehe verstärktes Homeoffice durchaus positiv: „Wer zu Hause arbeitet, fährt nicht Auto auf der Straße und nimmt keine Plätze in der S-Bahn weg“, so Knödler.

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news-1122 Thu, 05 May 2022 05:15:35 +0000 S-Bahn-Verlängerungen auf dem Prüfstand Region Stuttgart will mögliche Erweiterungen des S-Bahn-Netzes durch Machbarkeitsstudie prüfen lassen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1122&cHash=09eb07a047ead0e01269ffe4e1dfe0a3 Das S-Bahn-Netz der Region wird kontinuierlich ausgebaut und erweitert. Mit Beschluss des ÖPNV-Paktes 2025, neuen politischen Zielen bezüglich des Klimaschutzes und des ÖPNVs, der Taktverdichtung der S-Bahn auf einen durchgehenden 15-Minuten-Takt tagsüber sowie dem fortentwickeltem S21 Fahrplan haben sich seit den letzten Betrachtungen zu weiteren möglichen S-Bahn-Linienverlängern die Rahmenbedingung geändert. Vor diesem Hintergrund hat der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch beschlossen, erneut in die Prüfung einzusteigen, ob und wie S-Bahnlinien in Ergänzung der Metropolexpressverkehre über die vorhandenen Endpunkte hinaus verlängert werden können. Geplant ist es, im Herbst 2022 mit einer einjährigen Machbarkeitsstudie zu beginnen.

Nutzen, Aufwand und Stabilität

Ziel der Untersuchung ist es, den Bedarf bei den Fahrgästen und damit einhergehend den Mehrwert, der sich mit einer Verlängerung für sie bietet, zu ermitteln. Ebenso soll geprüft werden, wie viel CO2 im Individualverkehr durch die verlängerten Strecken eingespart werden kann. Mithilfe der Studie wird zusätzlich die Höhe der Kosten und der Bedarf an Fahrzeugen ermittelt. Ein hohes Augenmerk liegt außerdem darauf, das Netz stabil zu halten und Möglichkeiten aufzuzeigen, vorhandene Abläufe an den betroffenen Bahnhöfen zu optimieren und freie Kapazitäten zu identifizieren. Bei den vielversprechendsten Varianten werden im Anschluss Kosten und Nutzen gegenübergestellt.

Fünf Linien könnten länger werden

Die S1 könnte in der einen Richtung bis Bondorf, in der anderen bis Geislingen (Steige) erweitert werden und so das Filstal an das S-Bahn-Netz anbinden. Hier gilt es innovative Lösungsansätze zu entwickeln, da die S1 bereits abwechselnd in Richtung Kirchheim (Teck) und Nürtingen fährt und so bis dato keine Züge zur Weiterfahrt nach Geislingen (Steige) zu Verfügung stehen. Bei der S2 wird eine maximale Verlängerung bis Plüderhausen geprüft. Ein neuer Halt könnte außerdem in Murrhardt entstehen. Hier könnte die S3 den Metropolexpress (MEX) ergänzen und/oder die S4 eine direkte Verbindung von und nach Ludwigsburg ermöglichen. Für die S5 bieten sich zwei Möglichkeiten: Zum einen könnte die Linie in Richtung Vaihingen/Enz und zum anderen bis nach Kirchheim (Neckar) verlängert werden. Auch eine Aufspaltung der Linien nach dem Vorbild der S1 wäre denkbar, um beide Richtungen zu ermöglichen.

Hand in Hand mit dem Metropolexpress

Durch den ÖPNV-Pakt 2025 haben die meisten potenziellen Haltepunkte bereits heute durch die Metropolexpressverkehre (MEX) eine Anbindung zum Stuttgarter Hauptbahnhof. Die Untersuchung soll auf dem bestehenden MEX-Konzept des Landes aufsetzen, ohne dieses zu verändern. Konkret bedeutet dies, dass die S-Bahn diese Fahrten ergänzen könnte und so das Angebot auf einen 15-Minuten-Takt verdichten.

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news-1121 Tue, 03 May 2022 12:19:52 +0000 Die Fahrradsaison wird eingeläutet: RegioRadStuttgart überreicht farbenfrohe RegioRäder als Botschafter nachhaltiger Mobilität /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1121&cHash=041641e58dab1b39c35db78c2827840b Mehr als 50 Städte und Gemeinden der Region sowie weitere Kooperationspartner beteiligen sich mittlerweile am interkommunalen RegioRadStuttgart. Allein zwölf neue Kommunen sind im vergangenen Jahr der RegioRadStuttgart-Familie beigetreten, ebenso zwei Landkreise und mehrere Unternehmen. Das flexible und umweltbewusste Mobilitätsangebot wird immer weiter ausgebaut, sowohl in der Landeshauptstadt als auch in der Region. Mehr als 1.700 Fahrräder und Pedelecs stehen mittlerweile an bald 250 Stationen für vielfältige Zwecke bereit.

17 neue, bunt designte Kommunenräder wurden nun gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Verband Region Stuttgart, der Deutsche Bahn Connect GmbH sowie der RegioRadStuttgart-Kommunen, des Flughafen Stuttgarts und der Landesmesse Stuttgart auf dem Stuttgarter Marktplatz präsentiert. Die individuell designten Räder tragen auf dem Fahrradrahmen beispielsweise den Namen und/oder das Wappen ihrer Kommune bzw. Unternehmens. Darüber hinaus wurden die Räder in einer Wunschfarbe gestaltet und heben sich von den blauen und grauen RegioRädern ab. Bereits im vergangenen Jahr wurden 33 Kommunenräder sowie 14 Pedelecs in das Verleihsystem integriert und sind seitdem in der gesamten Region unterwegs. „Die farbenfrohen RegioRäder rollen als Botschafter der facettenreichen RegioRadStuttgart-Familie und einer regionalen Verkehrswende durch Stuttgart und die Region“, so Thomas S. Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart. „Wir freuen uns, dass das Förderprogramm ‚Zwei für eine‘ des Verband Region Stuttgart sowohl in neuen Städten und Gemeinden als auch bei bestehenden RegioRadStuttgart-Kommunen zur Ausweitung und Verdichtung des Angebotes beiträgt“, so Bopp weiter. „Mit dem engmaschigen Stationsnetz, auch in der Fläche, den steigenden Nutzerzahlen im ÖPNV durch das Ende vieler Corona-Einschränkungen und dem Beginn der Radsaison gehen wir von einer Steigerung der Ausleihen aus.“ Das Förderprogramm des Verbands erfreut sich einer großen Nachfrage. Bereits 33 Antragssteller profitieren von der attraktiven Förderung. Bei 57 Verleihstationen wurde die Kofinanzierung mit bis zu 50 Prozent der Kosten bis zum Ende der Vertragslaufzeit 2026 beschlossen. „Vor der Sommerpause planen wir bei entsprechender Nachfrage ein weitere, letzte Förderrunde“, kündigt Herr Bopp an.

Die Deutsche Bahn Connect GmbH ist Betreiberin des Verleihsystems. Sie stellt allen beteiligten Städten und Gemeinden ein von ihnen individuell gestaltetes RegioRad zur Verfügung. Sören Heinze, Partnermanager der Deutsche Bahn Connect GmbH, erklärte: „Wir freuen uns, dass sich immer mehr Kommunen, aber auch weitere Kooperationspartner unserem zukunftsorientierten Verleihsystem anschließen. Je mehr Räder in der Region unterwegs sind, desto attraktiver die Nutzung – sei es für die Fahrt zur Arbeit oder Uni, Freizeitausflüge mit der Familie oder spontane Erledigungen. Dabei bieten die RegioRäder eine praktische Anschlussmobilität zu Bus und Bahn und energiesparende Alternative zum Auto. Unter den mehr als 1.700 Rädern bilden die 50 Kommunenräder ein besonderes Highlight.“ Die bunten Räder werden umgehend in das Verleihsystem integriert und in mehreren Kommunen vor Ort erneut eingeweiht. Sie sind Teil der gesamten Fahrradflotte und können von allen RegioRadStuttgart‐Nutzern geliehen und an jeder beliebigen Station wieder zurückgegeben werden. Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator von RegioRadStuttgart, zeigt sich begeistert: „RegioRadStuttgart hat sich in Stuttgart, aber insbesondere auch in der Region sehr dynamisch entwickelt. Vier Jahre nach dem Start blicken wir auf ein flächendeckendes, regionsweites Verleihsystem, an dem sich neben der Landeshauptstadt 50 weitere Städte und Gemeinden der Region, aber auch zahlreiche Kooperationspartner beteiligen. Vor einem Jahr haben wir die Einweihung der 200. Station in Stuttgart-Weilimdorf gefeiert. Nun steht die Eröffnung der 250. Station kurz bevor. In einem Jahr werden es vielleicht mehr als 300 Stationen sein.“ Nach wie vor schließen sich neue Kommunen dem Verleihsystem an – so errichten dieses Jahr auch Ehningen, Korb, Rudersberg, Schwaikheim, Weissach und Welzheim Stationen. Maier-Geißer geht zudem von einer deutlichen Zunahme der Nutzerzahlen in den Frühlings- und Sommermonaten aus: „Das dichte und flächenhafte Stationsnetz, die steigenden Nutzerzahlen im ÖPNV, zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen sowie das Radfahrwetter sind hierbei natürlich eine wichtige Komponente.“

RegioRadStuttgart bietet eine tolle Möglichkeit, an der weltweiten Klima-Bündnis-Kampagne STADTRADELN teilzunehmen. Auf der ganzen Welt beteiligen sich immer mehr Städte und Gemeinden an der weltgrößten Fahrradkampagne, um ein Zeichen für mehr Radförderung, Klimaschutz und Lebensqualität zu setzen. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart und vielen weiteren Städten und Gemeinden der Region treten Radbegeisterte aus Kommunalpolitik und Bürgerschaft in die Pedale. Die Kampagne findet an jeweils 21 Tagen zwischen Mai und September statt. In der Landeshauptstadt startet sie am 9. Mai und läuft bis 29. Mai.

Hintergrund

Rund 1.700 Fahrräder und Pedelecs des öffentlichen Verleihsystems können mittlerweile an rund 250 Stationen in Stuttgart und 50 weiteren Kommunen der Region für vielfältige Zwecke entliehen werden. Die Nutzung von RegioRadStuttgart ist einfach: Es bedarf lediglich einer Registrierung auf www.regioradstuttgart.de, der RegioRadStuttgart‐App oder telefonisch. Im Anschluss können die RegioRäder und RegioPedelecs an jeder Station per polygoCard, App oder Telefon entliehen werden und an jeder beliebigen Station wieder zurückgegeben werden. Mit einer polygoCard erhält man bei jeder Fahrt 30 Freiminuten für Fahrräder und 15 Freiminuten für Pedelecs geschenkt. Die polygoCard kann kostenlos unter www.mypolygo.de bestellt werden. Ein attraktives Angebot für Pendlerinnen und Pendler bietet auch der Übernachttarif. Zwischen 18 und 9 Uhr des Folgetags können die RegioRäder und RegioPedelecs für nur 1,50 Euro mit der polygoCard oder 2 Euro im Basis‐ oder Light‐Tarif mit nach Hause genommen werden. Wer gerne mit Freunden unterwegs ist oder ein Team-Event plant, profitiert von der Gruppenbuchungsoption für bis zu 15 RegioRäder oder RegioPedelecs. Weitere Informationen rund um das RegioRadStuttgart gibt es auf www.regioradstuttgart.de. Wer zudem Inspirationen für RegioRadStuttgart‐Touren durch die Region sucht, findet diese unter www.stuttgart‐tourist.de/radfahren‐wandern‐stuttgart‐region/regiorad‐stuttgart. Die Deutsche Bahn Connect GmbH betreibt RegioRadStuttgart im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart und den Kommunen der Region. Das Bikesharing‐System ist Teil der Call-a-Bike‐Familie mit deutschlandweit mehr als 16.000 Räder in über 80 Städten.

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news-1120 Thu, 28 Apr 2022 12:10:06 +0000 Bürgermeister Peter Pätzold und asp Architekten informieren die Region über den Sachstand und Planung des Rosensteinquartiers Pätzold: „Das Rosenstein ist ein sehr bedeutendes Projekt für die Landeshauptstadt. Es ist beabsichtigt, mindestens 50 Prozent geförderten Wohnraum zu schaffen.“ /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1120&cHash=bb41739e879b1dd05463d144695fc64d Urban+Gemischt, Sozial+Lebendig, Vernetzt+Klima angepasst, so soll das Rosensteinquartier werden. Peter Pätzold, Bürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, berichtete im Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart gemeinsam mit Vertretern der asp Architekten GmbH, über den Sachstand und die weiteren Schritte bei der Planung und Umsetzung des Rosensteinquartiers.

„Wir wollen hohe Dichte mit hoher Qualität in zentraler Lage“, betonte Pätzold gleich zu Beginn. Angesichts des Wohnraummangels in der Landeshauptstadt werden man eine Bruttowohndichte von 310 bis 375 Einwohnern pro Hektar haben. Dies sei deutlich mehr als die Vorgabe. Dabei sei beabsichtigt, mindestens 50 Prozent geförderten Wohnraum zu schaffen. Der Wohnraummangel sei auch der Hauptgrund, weshalb man das Quartier schnell umzusetzen möchte. „Wir machen Dampf, dass Stuttgart 21 im Jahr 2025 in Betrieb geht, damit wir die Flächen zügig entwickeln“, so Pätzold. Zudem hob er die Bedeutung der S-Bahn mit der neuen Haltestelle Mittnachstraße hervor: „Künftig ist man in sieben Minuten von der Mittnachtstraße bei Porsche.“

Cem Aras von dem zuständigen Architekturbüro asp Architekten GmbH, die den Zuschlag für die Entwicklung des Projekts erhalten haben, betonte: „Im Rosensteinquartier soll ein robuster, zukunftsfähiger und klimaangespasster Stadtteil entstehen, der von der Größe fast die Innenstadt spiegelt.“ Es solle ein Stadtteil der kurzen Wege werden in dem gewohnt und gearbeitet werde, weshalb man die Produktion wieder in Stadt holen wolle. Alle entstehenden Teilbereiche hätten unterschiedliche Charaktere, jedoch sei überall Wohnen, Gewerbe und Soziales geplant. Da man innerstädtisch sehr dicht baue werde es als Ausgleich viel Freiraum geben. So sind beispielsweise Nachbarschaftsplätze mit blau-grüner Infrastruktur, also einer Mischung aus Natur und Wasser, vorgesehen. Auch Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sind in hohem Maß vorgesehen. Konkret sind acht Schulstandorte und zwei Campus-Standorte geplant. Den Verkehr möchte man schon am Rand abfangen, den Anteil der Autos reduzieren und den Anteil des Fuß- und Radverkehrs erhöhen, deswegen soll es auch keine Tiefgaragen geben. Zudem schaffe man mit dem neuen Quartier eine vernetzte Stadt, mit einer Verbindung zwischen dem Stuttgarter Norden und Osten.

Derzeit werden die Planungen den Bezirksbeiräte und Gremien präsentiert, bevor es von Mitte Juni bis Ende Juli in die Öffentlichkeitsbeteiligung geht. Die Anregungen aus der Öffentlichkeit werden anschließend ausgewertet, der Rahmenplan im Herbst abgestimmt und im Dezember dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt.

Stimmen der Fraktionen

Roland Schmid (CDU/ÖDP) ermunterte die Verantwortlichen zur Umsetzung und befürwortete, wenn dies zeitnah geschehe. Jedem Quadratmeter komme eine vernünftige Zuordnung zugute. „Das Ganze ist in einem Guss und man sollte es so umsetzen, wie es jetzt auf dem Papier ist und nichts herausbrechen“, appellierte er. Für den Verband Region Stuttgart biete Stuttgart 21 einen verkehrlichen Quantensprung. Das Rosenstein zeige aber, dass Stuttgart 21 einen enormen Gewinn an Bauflächen und Wohnraum bedeute.

Ingrid Grischtschenko (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) gab zu bedenken, dass man neben den dort wohnhaften Personen auch den Einpendelverkehr berücksichtigen müsse. Zudem habe sie in den Plänen die S-Bahn mit der Mittnachtstraße und dem Nordbahnhof vermisst.

Laut Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) sehe man am Rosenstein sie städtebauliche Ernte von Stuttgart 21. Er komplimentierte die Verantwortlichen auch für die sinnvollen und soliden Beteiligungsprozesse.

Regina Traub (SPD) lobte, dass nicht schon vor zehn bzw. zwanzig Jahren geplant habe, da das Augenmerk damals gewiss nicht auf Resilienz und Klimaaspekte gelegen hätte. „Sicherlich eine sehr zukunftsträchtige Planung.“

Für Joachim Hülscher (AfD/FR) sei das Projekt architektonisch ambitioniert und zeitgeistig. Er sei gespannt wie die Akzeptanz in der Realität sein werde, da Modellvorhaben oft nicht die große Akzeptanz fänden.

Kai Buschmann (FDP) betonte: „Der städtebauliche Lohn von Stuttgart 21 darf nicht durch einen Ergänzungsbahnhof gefährdet werden. Es ist eine großartige, perfekt Sache.“

Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) thematisierte die kritische thermische Belastung durch die Bebauung und appellierte, dass beim Wohnungsbau die Rendite nicht dominieren dürfe.

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news-1119 Mon, 25 Apr 2022 07:49:38 +0000 Region begrüßt Ausgang des Bürgerentscheids in Weilheim an der Teck Auf dem Areal „Rosenloh“ kann ein Standort für Brennstoffzellentechnologie etabliert und gleichzeitig eine Entwicklungsperspektive weitere Betriebe in der Region gesichert werden. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1119&cHash=315b87f2098adbe86a0676c66a79528a Mit dem Votum der Bürgerinnen und Bürger in Weilheim an der Teck für die Entwicklung eines 30 Hektar großen Gewerbegebiets wird eine Ansiedelung von Brennstoffzellentechnologie am Standort ermöglicht. Aus regionalplanerischer Sicht standen der Aktivierung des „Rosenloh“-Areals für Industrie und Gewerbe keine Ziele entgegen. Beim Verband Region Stuttgart ebenso wie bei der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart wird der der Ausgang des Bürgerentscheids sehr positiv bewertet. In einer ersten Reaktion zeigte sich Dr. Alexander Lahl erleichtert: „Ich bin froh, dass die Weilheimer Bürgerinnen und Bürger sich für das Gewerbegebiet entschieden haben und dadurch Mitverantwortung übernehmen für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Transformation der Wirtschaft in der Region Stuttgart. Vielen Dank dafür!“ Beim Verband werde man weiterhin die herausfordernde Spannung zwischen Ökologie und Flächenverbrauch intensiv Abwägen und verantwortungsvoll gestalten, so der Regionaldirektor.

Stimmen der Region zum Ausgang des Bürgerentscheids in Weilheim

Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor Verband Region Stuttgart:

„Wir freuen uns sehr, dass diese Chance auf einen innovativen Gewerbestandort in Weilheim genutzt werden kann. Davon wird die gesamte Region profitieren. Wenn wir ‚grüne‘ Technologien wie die Brennstoffzelle voranbringen wollen, müssen wir den Firmen, die sie entwickeln, dafür auch Platz einräumen. Nur so können wir wirtschaftlich erfolgreich bleiben, das Wohlstandsniveau halten und gleichzeitig das Ziel der Klimaneutralität erreichen. Wir begrüßen es sehr, dass der Prozess exzellent organisiert war und die Bürgerinnen und Bürger die Chance ergriffen haben mitzugestalten. Mit dem Votum haben die Weilheimer Bürgerinnen und Bürger ein starkes Signal gesendet, dass sie innovativen Unternehmen eine zuverlässige Perspektive bieten wollen. Weilheim wird ein positiver Standort des tiefgreifenden Strukturwandels. Hier haben wir Produktion, Forschung und Entwicklung nachhaltiger Technologie in einer Unternehmenseinheit. Ein Gewerbestandort mit Vorbildcharakter – und das Ganze unter verantwortungsvoller Abwägung ökologischer Aspekte.“

Thomas S. Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart:

Das ist ein guter Tag für die Zukunftsfähigkeit der Region Stuttgart. Ich gratuliere den Weilheimer Bürgerinnen und Bürgern zu dem überzeugenden Abstimmungsergebnis für die Ansiedlung von Spitzentechnologie und die Ausweisung von Gewerbeflächen für mittelständische Betriebe. Die Region Stuttgart muss für den Transformationsprozess des Industriestandortes die erforderlichen Flächen schaffen, Dass dies in Weilheim nun möglich ist, macht Hoffnung auf den Erhalt unserer Arbeitsplätze. Ich danke allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS):

„Die Brennstoffzelle ist eine der Nachhaltigkeitstechnologien der Zukunft. Sie ist ein zentraler Baustein des Mobilitätswandels und der Bekämpfung der Klimakrise. Die Ansiedlung der cellcentric GmbH & Co. KG schafft nun Perspektiven für die Serienproduktion der Brennstoffzelle und damit auch für neue Wertschöpfung in der Region. Der Gemeinderat, die Stadtverwaltung und die Bürgerinnen und Bürger von Weilheim haben in den vergangenen Wochen gemeinsam einen vorbildlichen Prozess der Bürgerbeteiligung durchgeführt. Dabei stand insbesondere die Abwägung zwischen der Ansiedlung der Nachhaltigkeitstechnologie Brennstoffzelle und dem damit verbundenen Flächenverbrauch im Vordergrund. Der vom Gemeinderat initiierte Bürgerentscheid hat mit seinem deutlichen Votum für das Gewerbegebiet ‚Rosenloh‘ eine positive Signalwirkung für Zukunftsinvestitionen in der Region Stuttgart, aber auch für eine erfolgreiche Politik der Bürgereinbindung.“

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news-1118 Thu, 07 Apr 2022 07:36:59 +0000 Pünktlichkeit, Fahrgastzahlen und -bewertung der S-Bahn in 2021 Die S-Bahn zeichnet 2021 eine stabile Pünktlichkeit bei gleichzeitiger Ausweitung der Kapazität aus – trotz der Beeinträchtigungen durch die COVID-19-Pandemie /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1118&cHash=41c1e4c238b067e5335047e463bf2093 Der Betrieb der S-Bahn Stuttgart war auch im Jahr 2021 massiv geprägt durch die COVID-19-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen quer durch alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche. Hinzu kamen die Sperrung der Stammstrecke für dringend notwendige Modernisierungsarbeiten sowie die Folgen des Streiks im Bahnverkehr jeweils während des Sommers. Entsprechend sind Pünktlichkeit und Qualität wie schon im Jahr 2020 schwierig mit der Entwicklung in den vorherigen Jahren zu vergleichen. Die Zahlen des vergangenen Jahres wurden in der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch präsentiert.

Neben den Fahrgastzahlen und den Pünktlichkeitswerten wurden zudem die Qualitätsbewertungen der Fahrgäste vorgestellt. Hier können S-Bahn und Verband Region Stuttgart auf Verbesserungen in vielen Bereichen blicken.

Entwicklung Fahrgastzahlen, Zugkilometer und Pünktlichkeit

Lockdown, zahlreiche gesetzliche Änderungen, Home-Office-Pflicht: Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben sich 2021 vor allem zu Beginn des Jahres erneut auf die Fahrgastzahlen niedergeschlagen. Im Vergleich zum Vorjahr (78,5 Millionen) ist die Anzahl nochmals um 11,5 Prozent auf 69,5 Millionen Fahrgäste zurückgegangen. Neben den Auswirkungen der Pandemie war auch die Stammstreckensperrung von Ende Juli bis Mitte September mit ihren unvorhersehbaren Schwierigkeiten auf der Ausweichstrecke Panoramabahn sowie weitere Fahrplaneinschränkungen aufgrund des Bahnstreiks der Lokführergewerkschaft GDL für den Rückgang verantwortlich.

„Trotz der besonderen Herausforderungen auch für unsere Mitarbeitenden haben wir im vergangenen Jahr unsere Betriebsleistung nochmals um zwei Prozent gesteigert“, so Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart. Die Summe der Zugkilometer stieg im Vergleich zum Vorjahr von 11.227.594 auf 11.457.610.

Die Gesamtpünktlichkeitswerte sind im Vergleich zum letzten Jahr bei Verspätungen unter sechs Minuten mit 97,0 Prozent (2020 97,3 Prozent) stabil geblieben und bewegen sich bei den Verspätungen unter drei Minuten mit 89,6 Prozent (2020: 90,7 Prozent) in der Nähe des letztjährigen Niveaus. Gleiches gilt für die Hauptverkehrszeit: 95,8 Prozent (2020 96,1 Prozent) der Züge waren weniger als sechs Minuten verspätet und 85,3 Prozent (2020: 85,8 Prozent) weniger als drei Minuten.

„Diese Werte muss man immer auch im Zusammenhang mit dem starken Ausbau der Kapazitäten sehen. Wir haben dieses Jahr wieder mehr Züge auf die Strecke gebracht“, so Dr. Jürgen Wurmthaler, Leitender Direktor für Wirtschaft und Infrastruktur beim Verband Region Stuttgart. In Zahlen bedeutet dies: Statt bislang 897 Zügen sind 2021 montags bis freitags täglich 940 Züge gefahren, was einer Steigerung von fünf Prozent und einer Erhöhung von über 20.000 Sitzplätzen pro Tag entspricht.

Sicherheit, Sauberkeit und Fahrgastinformation

„Wir wollen mit der S-Bahn das Herzstück des öffentlichen Verkehrs hier in der Region sein. Deshalb freuen wir uns, dass der Zuspruch unserer Fahrgäste nahezu in allen Bereichen gestiegen ist“, so Rothenstein.  Die Fahrgastnote bei der Pünktlichkeit konnte von 2,8 im Vorjahr auf 2,7 gesteigert werden. Signifikante Verbesserungen gibt es auch bei der Fahrgastinformation. Diese wurde im Regelfall von den Fahrgästen mit einer 2,0 (Vorjahr 2,3) bewertet, bei Verspätungen mit 2,7 (Vorjahr 3,0). Bei der Sicherheit und Sauberkeit der S-Bahn wurden die guten Werte von 2,0 (Sicherheit) und 2,4 (Sauberkeit) aus dem letzten Jahr bestätigt.

Ausblick

„Nun gilt es daran anzuknüpfen und den Kapazitätsausbau weiter voranzutreiben, um möglichst viele Fahrgäste zurückzugewinnen und auch neue Fahrgäste zu überzeugen“, sagte Wurmthaler in der Sitzung des Verkehrsausschusses. „Mit der verstärkten Langzugbildung, der zweiten Ausbaustufe des 15-Minuten-Takts am Samstag sowie der S62 sind wir hier auf einem guten Weg.“

Ein Baustein ist hierzu auch der Digitale Knoten Stuttgart. „Die Digitalisierung ermöglicht uns, auf den dichtbefahrenen Strecken in Stuttgart das Fahrplanangebot auszuweiten und betriebliche Abläufe für bessere Qualität zu optimieren“, so Rothenstein. „Diese Herausforderung müssen wir für die Mobilitätswende und für den Klimaschutz annehmen – auch wenn damit wie in diesem Jahr für die Fahrgäste und die Verkehrsunternehmen wieder eine Sperrung der Stammstrecke verbunden ist.“

Stimmen aus den Fraktionen

„Wir haben sehr viel investiert und können stolz auf unsere S-Bahn sein“, äußerte sich Elke Kreiser (CDU/ÖDP), „Die Investitionen haben sich bis 2019 auch in den Nutzerzahlen wiedergespiegelt.“ Die Pandemie sei dann ein herber Rückschlag gewesen: „Aber wir sind immer noch auf dem richtigen Weg, auch wenn die Pünktlichkeitswerte noch nicht so sind, wie wir sie uns wünschen“, sagte Kreiser. Sie freue sich aber über die positive Wahrnehmung durch die Fahrgäste, auch beim Thema Sicherheit. Diese Wahrnehmung teile man allerdings nur tagsüber, nicht aber in den Abendstunden und bei Nacht, vor allem an Bahnhöfen und im Bahnhofsumfeld. „Da müssen wir dranbleiben“, so Kreiser. Wichtig sei das Sicherheitsgefühl auch beim Thema Corona. Kreiser lobte in diesem Zusammenhang, dass die S-Bahn auch weiterhin das Tragen einer FFP2-Maske empfiehlt.

Laut Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hat die S-Bahn gerade mit dem Ausbau des 15-Minuten-Taktes Einiges geleistet. „Den Zielwert bei der Pünktlichkeit haben wir aber leider nicht erreicht“, so Lateier. „Wir befinden uns auf einem guten Weg, was die Werte angeht, allerdings hängt dies mit den niedrigen Fahrgastzahlen zusammen.“ Auch bei der Fahrgastinformation in Störfällen sei noch viel Luft nach oben. Viele weitere Probleme stünden zwar nicht unter der Verantwortung der S-Bahn Stuttgart, für den Fahrgast spiele dies aber nur eine untergeordnete Rolle. Sehr positiv nahm Lateier zur Kenntnis, dass das zentrale Öffnen der Türen, das während der Pandemie eingeführt wurde, beibehalten werden soll.

Bernhard Maier (Freie Wähler) erinnerte an Zeiten, als bei der Vorstellung der S-Bahn-Jahreszahlen noch die Formulierung die Runde machte: „Die S-Bahn ist am Limit.“ Seither habe man viel gemacht, Kapazitäten ausgebaut und viele Verbesserungen erzielen können. „Dadurch ist natürlich auch die Anforderung an die Qualität gestiegen“, sagt Maier. „Trotzdem verbessert sie sich. Die Maßnahmen zeigen Wirkung.“ Er bedauerte allerdings, dass man gerade beim Kriterium Pünktlichkeit, das an vorderster Front steht, stagniert. „Dies darf nicht nur Routine werden.“

„Im Ergebnis ist es uns nicht gelungen, die Pünktlichkeitswerte zu erreichen“, kritisierte Michael Makurath (SPD). Es sei noch viel Luft nach oben, vor allem auf Grund der geringeren Fahrgastzahlen. Zudem stellte er die subjektiven Zufriedenheitswerte in Frage, da diese eventuell gerade mit dem vermehrten Platz in den S-Bahnen zusammenhängen könnten. „Das Jahr 2022 wird schwieriger, wenn die Menschen wieder stärker auf die S-Bahn zurückgreifen.“ Dies werde zu einer großen Herausforderung für die Mitarbeiter der S-Bahn.

„Wir haben aus manch schwieriger Situation das beste gemacht“, sagte Gabriele Heise (FDP). „Trotzdem bleibt die Pünktlichkeit ein neuralgischer Punkt.“ Man habe wegen der niedrigen Fahrgastzahlen auf bessere Werte gehofft. „Denn wir wissen alle, es wird wieder schwieriger, wenn wieder mehr Menschen die S-Bahn nutzen.“ Natürlich freue man sich auch über eine bessere subjektive Bewertung durch die Fahrgäste, aber das könne auch damit zusammenhängen, dass weniger Fahrgäste unterwegs sind und die Leute mehr Platz haben.

Auch Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) freut sich über die positivere subjektive Wahrnehmung der S-Bahn. „Dies hilft sicherlich bei der Wiedergewinnung von Fahrgästen“, so Hoepfner. Die Stärkung des ÖPNV bleibe in Bezug auf Klimaziele alternativlos. „Aber das Thema Pünktlichkeit ist weiter nicht befriedigend“, so Hoepfner. „Hier müssen wir kritisch hinterfragen: Woran liegt das?“ Ebenfalls Verbesserungsbedarf sieht Hoepfner bei der Fahrgastinfo vor allem in den Außenbereichen, was Anschlüsse angeht.

Detaillierte Zahlen und Darstellungen finden Sie im „Jahresbericht 2021“ von Verband Region Stuttgart und S-Bahn Stuttgart unter www.region-stuttgart.org/sbahn.

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news-1117 Thu, 31 Mar 2022 09:13:16 +0000 Dr. Alexander Lahl als neuer Regionaldirektor vereidigt „Wenn wir die notwendigen Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Region auf allen Feldern unserer Zuständigkeit befördern wollen, müssen wir die Menschen mitnehmen“, so der neue Regionaldirektor. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1117&cHash=e8546a0d19f5f3cea72f46180a231033 In der ersten Sitzung der Regionalversammlung am Mittwoch wurde Dr. Alexander Lahl als neuer Regionaldirektor offiziell vereidigt. Lahl wurde für die Amtszeit 2022 bis 2030 gewählt und trat sein Amt am 15. März an. Seit seiner Wahl am 15. Dezember 2021 haben sich ungeahnte Herausforderungen ergeben. „Bei meiner Wahl vor drei Monaten habe ich von den Herausforderungen gesprochen, die uns in den kommenden acht Jahren viele wichtige Entscheidungen abverlangen werden. Wenn wir die notwendigen Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Region auf allen Feldern unserer Zuständigkeit befördern wollen, müssen wir die Menschen mitnehmen“, betonte Lahl. „Was zum Zeitpunkt meiner Wahl am 15. Dezember niemand wirklich ahnen konnte ist, dass der russische Präsident Wladimir Putin quasi vor unserer Haustür Ernst macht und einen grausamen Angriffskrieg in der Ukraine beginnt,“ so Lahl weiter. Welche Folgen dieser Krieg für die weitere Entwicklung der Region haben werde, sei bisher nicht absehbar. Trotzdem werde deutlich, dass angesichts der humanitären Katastrophe wirtschaftspolitische Fragen in den Hintergrund treten, die Unternehmen aus der Region die Sanktionen unterstützen, Produktionsstätten in Russland schließen und den Handel aussetzen. Die Wirtschaftsförderung sei daher im Austausch mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, denn: „Wir werden gemeinsam mit Land und Bund Wege finden müssen, perspektivisch unsere Unternehmen zu unterstützen,“ so Lahl.

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Bild Dr. Alexander Lahl (Bildnachweis: VRS/Leif Piechowski) als Download

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news-1116 Thu, 31 Mar 2022 09:08:09 +0000 Verband Region Stuttgart steht an der Seite der Ukraine Regionalversammlung verabschiedet einstimmig Resolution zum Angriffskrieg in der Ukraine. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1116&cHash=ac995ba0a0eec2e1630c4d65c0aa3754 „Der Krieg bringt nicht nur unfassbares Leid über die Menschen in der Ukraine, er bedroht demokratische Grundwerte. Er zerstört auch einen großen Teil der ökonomischen Lebensgrundlagen und des volkswirtschaftlichen Produktionspotenzials,“ betonte Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl am Mittwoch in der Regionalversammlung.  Der Verband Region Stuttgart steht an der Seite der Ukraine, was mit einer Resolution verdeutlicht wurde.

In der Resolution fordert die Region Stuttgart das sofortige Ende der Kampfhandlungen und den Rückzug der russischen Truppen aus der ganzen Ukraine. Zudem betont sie ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und Russland, die täglich für den Erhalt demokratischer Grundwerte einstehen und würdigt das große ehrenamtliche Engagement der Vielen. Des Weiteren möchte sich die Region Stuttgart weiterhin für die Belange der Wirtschaft einsetzen, deren Lieferketten unterbrochen sind, um die ökonomische Zukunft zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Im Welcome Center, das gemeinsam mit der Landhauptstadt betrieben wird, engagiert sich die Region aktiv für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen. „Wir unterstützen sie mit Rat und Tat beim Ankommen in den Themen Unterbringung, Aufenthalt, Dolmetschen und beraten auch Arbeitgeber, die Geflüchtete aus der Ukraine beschäftigen wollen,“ so der genaue Wortlaut. Zudem trägt der Verband Region Stuttgart die Entscheidung des VVS uneingeschränkt mit, ukrainische Kriegsflüchtlinge kostenfrei zu befördern. Als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine verabschiedete die Regionalversammlung einstimmig die Resolution.

„Der Krieg in der Ukraine hat in kurzer Zeit die politischen und ökonomischen Eckpfeiler weltweit grundlegend verändert. Die hohe Abhängigkeit von russischem Gas, Öl und anderen Rohstoffen für unsere Volkswirtschaft und die Privathaushalte muss perspektivisch anderen und autarkeren Versorgungsformen weichen,“ konstatierte der Regionaldirektor Dr. Alexander Lahl. Der Verband Region Stuttgart sei mit seiner Wasserstoffstrategie und seinem Weg hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsregion Teil der Lösung dieser herausfordernden Zukunftsaufgabe. Das Bekenntnis der Regionalversammlung, die Transformation zu einer klimaneutralen Region Stuttgart voranzutreiben, sei ein starkes Signal für den Erhalt von Freiheit und Demokratie. Am 17. März haben zudem das Land Baden-Württemberg und die Regionalverbände beschlossen, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, zwei Prozent der Flächen für eine bessere Versorgung mit erneuerbaren Energien zu sichern. „Ein wichtiger Schritt weg von der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und hin zur Klimafreundlichkeit und Versorgungssicherheit“, so Lahl.

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news-1115 Thu, 31 Mar 2022 09:04:24 +0000 Regionale Entwicklungsachse beschlossen Die Regionalversammlung hat einer Regionalplanänderung für die Festlegung einer Regionalen Entwicklungsachse und von Gemeinden im Siedlungsbereich zwischen den Mittelzentren Ludwigsburg/Kornwestheim und Backnang zugestimmt. Rechtskraft erhält die Planungsänderung nach Genehmigung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1115&cHash=4eceffe08cde14367855b7853d81a484 Die neue Regionale Entwicklungsachse verläuft entlang der S-Bahn-Linie S4 zwischen Marbach und Backnang – diese Schienenverbindung war ein wichtiges Kriterium, das der Regionalplanänderung zugrunde liegt. Der Bereich der Entwicklungsachse umfasst die Kommunen Erdmannhausen, Kirchberg an der Murr, Affalterbach und Burgstetten inklusive des Ortsteils Burgstetten-Erbstetten, die den Status als „Gemeinden im Siedlungsbereich“ und damit erweiterte Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Die Änderung des Regionalplans betrifft nicht die festgelegten Regionalen Grünzüge und Grünzäsuren. Zusätzliche Bautätigkeiten, die der neue Status als „Gemeinden im Siedlungsbereich“ den Kommunen ermöglicht, sind also nach wie vor nur dort zulässig, wo keine Konflikte mit im Regionalplan festgelegten Freiraumfunktionen zu erwarten sind. Die konkreten Siedlungsflächen und Baugebiete werden im Rahmen der Bauleitplanung von den jeweiligen Kommunen beschlossen.

Hintergrund der Festlegung der Regionalen Entwicklungsachse zwischen den Mittelzentren Ludwigsburg/Kornwestheim und Backnang

Der Landesentwicklungsplan gibt vor, dass Siedlungswachstum insbesondere an Standorten erfolgen soll, die über einen leistungsfähigen ÖPNV-Anschluss verfügen. Ziel dabei ist es, dass möglichst viele Menschen einen besseren Zugang zum Nahverkehr erhalten und sich infolgedessen der Anteil öffentlicher Verkehrsmittel am Gesamtverkehrsaufkommen erhöht. Dieses Prinzip wird über die Ausweisung sogenannter Siedlungsachsen umgesetzt. Je nach Lage zu diesen Achsen sind die Gemeinden in der Region Stuttgart in zwei Kategorien eingeteilt: Gemeinden an einer Entwicklungsachse liegen im Siedlungsbereich. Das heißt, sie dürfen und sollen bei der Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen auch Wanderungsgewinne berücksichtigen – über den Bedarf der ansässigen Bevölkerung und Unternehmen hinaus. Das heißt, neue Baugebiete können so bemessen werden, dass in den Gemeinden auch Zuzug miteinkalkuliert wird. Zudem erhöht sich die Bruttowohndichte, die für die Berechnung zugrunde gelegt wird, von 55 auf 60 Einwohner pro Hektar. Die Gemeinden, die nicht im Siedlungsbereich behalten dabei ihr Recht auf die Bereitstellung von Bauflächen im Rahmen ihrer „Eigenentwicklung“. Mit dem Ausbau der S-Bahn-Linie S4 zwischen Marbach und Backnang wurde die Schienenverbindung für die Anrainergemeinden Erdmannhausen, Kirchberg an der Murr, Affalterbach und Burgstetten aufgewertet. Damit erfüllt dieser Bereich eine wesentliche Voraussetzung, um als „Regionale Entwicklungsachse“ festgelegt zu werden. Ein Automatismus zur Festlegung Regionaler Entwicklungsachsen entlang von Bahnstrecken besteht allerdings nicht.

Ablauf einer Regionalplanänderung

Im Rahmen des Regionalplanänderungsverfahrens werden die unterschiedlichen
Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung – soziale, ökologische und ökonomische Belange – und die damit jeweils verbundenen Wirkungen systematisch erfasst, ausgiebig beleuchtet und gegenübergestellt. Auf dieser Grundlage werden ein Entwurf zur Änderung des Regionalplanes erarbeitet sowie ein umfassender Umweltbericht erstellt, die nach Freigabe durch die Regionalversammlung offengelegt werden. Dabei besteht sowohl für Träger öffentlicher Belange, Städte und Gemeinden als auch für die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, Anregungen zur Planung vorzubringen. Die Abwägung von privaten und öffentlichen Belangen ebenso wie die abschließende Entscheidung über die Änderung des Regionalplans liegen dann wieder bei der Regionalversammlung. Rechtskraft erhält die Planänderung mit der Genehmigung durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen als Oberste Landesplanungsbehörde. Die Entscheidung darüber, ob die zusätzlichen Entwicklungsmöglichkeiten auch tatsächlich genutzt und konkrete Flächen entwickelt werden, bleibt jedoch Aufgabe der Gemeinden.

 Stimmen aus der Regionalversammlung

„Der Mangel an Wohnraum war eines der beherrschenden Themen für den Verband Region Stuttgart in den vergangenen Wahlperioden und ist es auch heute noch“, betonte Michael Schreiber (CDU/ÖDP). Es mache nirgends mehr Sinn Freiraum für Wohnungsbau aufzugeben, als im unmittelbaren Einzugsbereich der Schiene. „Alle Untersuchungen belegen, dass eine Siedlungsentwicklung entlang der Schiene dazu beitragen kann, die Belastung der Straße zu reduzieren, weil sich Verkehr auf die Schiene verlagert“, so Schreiber. Zwar habe Affalterbach keinen S-Bahn-Halt, aber einen Einpendlerüberschuss aufgrund vieler Arbeitsplätze vor Ort, was die Höherstufung rechtfertige. Rielingshausen hätte hingegen einen Auspendlerüberschuss, sodass die Siedlungsentwicklung auf den Hauptort konzentriert werden sollte. „Allein mit der Ausweisung dieser Regionalen Entwicklungsachse und der Aufstufung von vier Gemeinden im Siedlungsbereich werden wir den Wohnungsmangel in der Region nicht beheben. Aber es ist ein weiterer kleiner Schritt von vielen, die wir schon seit Jahren unternehmen“, konstatierte Michael Schreiber.

Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte, dass es schon bei der Erstellung des Regionalplanes vorrangiges Ziel gewesen sei, Siedlung und Verkehr zusammenzudenken. Deshalb würden Gemeinden entlang der Verkehrsachsen als Kommunen im Siedlungsbereich eingestuft, anders als die Eigenentwicklergemeinden, die häufig um vertaktete Busverkehre kämpften. „Mit dieser neuen Einstufung geht auch eine höhere Siedlungsdichte und damit eine effizientere Flächennutzung einher“, so Kraus-Prause. Ihre Fraktion teile die Abwägungen der Verwaltung. Wichtig sei ihnen, dass mit den neuen Festlegungen der regionale Freiraumschutz mit den festgelegten Grünzügen und Grünzäsuren bestehen bliebe. Die Fraktion hoffe und erwarte, dass die Kommunen in der Bauleitplanung diese mit geschärftem Blick auf den Flächen- und Klimaschutz bewältige. Auch die Würdigung einzelner Schutzgüter, die im Umweltbericht benannt seien, erfolge in nachgeordneten Verfahren, auf deren Genauigkeit und Sorgfalt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bauen.

Laut Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) sei eine Änderung des Regionalplans 2009 aufwendig und gut zu überlegen. „Wir Freien Wähler stehen zu diesem Konzept, auch wenn es – wie jedes Konzept - Vorteile, aber auch Nachteile hat“, betonte Wallbrecht. „Aber wir sind damit bisher gut gefahren und sehen auch kein besseres Konzept.“ Für die Freien Wähler sei jedoch wichtig, dass es keine neue Abgrenzung von Grünzügen/Grünzäsuren zu Siedlungsflächen gebe. „Wohl aber werden die sogenannten ‚Flächen als Siedlungsbereich‘ ausgeweitet, sozusagen ein Upgrading gegenüber dem bisherigen Status als Gemeinden mit Eigenentwicklung.“

Regina Traub (SPD) betonte, dass die Ausweisung als Siedlungsbereich nicht nur eine prozentual höhere Flächenausweisung bedinge, sondern auch einen höheren Dichtewert bei der Bebauung fordere. Ob diese Dichtewerte ausreichen, habe ihre Fraktion schon mehrfach infrage gestellt. „Für uns sind sie entscheidend, denn damit ist nicht zu befürchten, dass es zu einem erheblichen Verbrauch von Freiflächen kommt. Die Freiräume rund um die Siedlungslagen sind auch weiterhin durch regionale Grünzüge und Grünzäsuren geschützt“, so Traub.

Die zwischenzeitlich an das S-Bahn-Netz angebundenen Gemeinden erfüllten laut Klaus Mauch (AfD/FR) die Voraussetzungen für die Festlegung als Gemeinden im Siedlungsbereich und den damit verbundenen erweiterten Spielräumen hinsichtlich der Ausweisung von Wohnflächen. Seine Fraktion begrüße ausdrücklich das entstehende wirtschaftliche entwicklungspolitische Veränderungspotenzial. „Wir unterstützen auch ausdrücklich die damit einhergehende Förderung des ÖPNV. Es darf dabei indes nicht vernachlässigt werden, dass auch der Individualverkehr angemessen und im Interesse der betroffenen Bevölkerung zu berücksichtigen ist“, appellierte Mauch.

Für Kai Buschmann (FDP) seien unter den aktuellen Gegebenheiten Konzepte hinfällig, die sich nur auf schienengestützten ÖPNV als Kriterium stützen. Internetbasierte Arbeitsweisen, autonomes Fahren, neue Formen des Nahverkehrs und alternative Antriebsarten hätten Auswirkungen auf die Bewertung der Arbeitswege. Zudem benötige es einer Gewerbe- und Industriegebietsentwicklung, die die Verlagerung von Arbeitsplätzen in wohnortnahe Gebiete unterstützt. All dies würde den „Abschied von den zentralörtlichen Bereichen fördern“, so Buschmann.

Laut Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT) reiche die alleinige günstige Lage zum schienengebundenen Nahverkehr nicht aus. „Es müssen noch weitere Nachhaltigkeitskriterien für die weitere Aufwertung von diesen Gemeinden hinzukommen“, betonte er. Er regte kompaktes Bauen und bezahlbare Wohnraum für möglichst viele Menschen an. Lucke appellierte Orts- bzw. Stadtentwicklungskonzepte von den entsprechenden Gemeinden einzufordern und somit eine Auseinandersetzung mit Bodenschutz und kompakter baulicher Dichte.

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news-1114 Thu, 31 Mar 2022 08:59:28 +0000 Region sichert Vorkommen und Abbau von Rohstoffen Regionalversammlung leitet mit dem Beteiligungsverfahren den nächsten Schritt im Verfahren zur möglichen Änderung des Regionalplans ein. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1114&cHash=27a612481a0ae2185e1a0e7e1aa2f11d STUTTGART: Die Regionalversammlung hat am Mittwoch mehrheitlich beschlossen das Beteiligungsverfahren im Rahmen des Verfahrens zur möglichen Änderung des Regionalplans einzuleiten. Grundlage für diesen Beschluss ist der Planentwurf zur Rohstoffsicherung und zum Abbau oberflächennaher Rohstoffe an den Standorten Marbach-Rielingshausen, Markgröningen und Weissach. Diesen hat die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart einschließlich einer Strategischen Umweltprüfung erarbeitet. Zudem wurde die frühzeitige Unterrichtung der Träger öffentlicher Belange durchgeführt.

Durch den Beschluss der Regionalversammlung kann mit der insgesamt dreimonatigen Offenlage begonnen werden. Beteiligt sind neben der von der Planänderung betroffenen Städten und Gemeinden, den Trägern öffentlicher Belange und sonstigen Stellen gemäß den landesplanerischen Vorgaben auch die Öffentlichkeit in Form einer umfassenden Information und Einbeziehung der Bevölkerung. Nach Aufarbeitung der eingegangenen Stellungnahmen werden die vorgebrachten Anregungen zunächst im Planungsausschuss vorberaten. Im Anschluss kann der Satzungsbeschluss vorbereitet und gegebenenfalls durch die Regionalversammlung gefasst werden. Bis zum Satzungsbeschluss ist das Verfahren ergebnisoffen.

Bisheriges Verfahren

Im Rahmen der Unterrichtung der Träger öffentlicher Belange gingen bereits Hinweise in Bezug auf das Planungsverfahren ein. Viele davon beziehen sich auf konkurrierende Raumnutzungsansprüche und sind damit Gegenstand des Beteiligungsverfahrens und der anschließenden Abwägung. Für den Offenlagebeschluss relevante Aspekte, die sich direkt auf die geplante Abgrenzung beziehen oder eine mögliche Änderung des Regionalplans von vorneherein komplett ausschließen, wurden in Form einer öffentlichen Sitzungsvorlage in die Regionalversammlung eingebracht und schriftlich beantwortet. Die intensive Auseinandersetzung mit allen vorgebrachten Anregungen im Rahmen einer abschließenden Gesamtbetrachtung bleibt davon unberührt. 

Hintergrund: Sicherung und Abbau von Rohstoffen in der Region Stuttgart

Der Verband Region Stuttgart ist gemäß Landesentwicklungsplan für die Sicherung abbauwürdiger Rohstoffvorkommen zuständig. Im Regionalplan sind regionalbedeutsame Abbaustätten, aktivierbare Reserven und Rohstoffvorkommen als Bereiche für den Abbau von Rohstoffen und als Bereiche zur Sicherung von Rohstoffen festzulegen. Im Zuge der Regionalplanfortschreibung 2009 wurden 31 Gebiete für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe und 30 Gebiete zur Sicherung von Rohstoffen festgelegt. Dabei decken die Gebiete für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe rein rechnerisch den Bedarf der ersten 20 Jahre nach in Kraft treten des Regionalplanes, die Gebiete zur Sicherung den der darauffolgenden 20 Jahre. Damit wird angestrebt, den Import mineralischer Rohstoffe von außerhalb der Region Stuttgart so weit wie möglich zu vermeiden, da dieser auf Grund der großen Massen und Volumen mineralischer Rohstoffe aufwendig und emissionsintensiv ist.

Die Region Stuttgart weist im Vergleich zu ihren Nachbarregionen einen deutlich niedrigeren Eigenversorgungsanteil mit Rohstoffen auf. Daher sollte es das Ziel sein, dass zumindest die Mengen, die durch Produkte aus Jurakalk und Muschelkalk substituierbar sind, möglichst weitgehend in der Region bereitgestellt werden. Eine Sicherung der abbauwürdigen bzw. in Abbau befindlichen Lagerstätten mineralischer Rohstoffe über Vorranggebiete trägt dazu grundlegend bei. Aufgrund der anhaltend regen Bautätigkeit in der Region ist die Bereitstellung mineralischer Rohstoffe weiterhin erforderlich – dies auch, weil eine signifikante Substitution mineralischer Rohstoffe durch Rohstoffrecycling aufgrund des begrenzten Materialrückflusses nicht möglich ist. Neben einer Änderung der Bedarfssituation können auch veränderte Rahmenbedingungen an einzelnen Standorten dazu führen, dass bereits vor Ablauf des vorgenannten Prognosezeitraums eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der einschlägigen Festlegungen des Regionalplanes erfolgen muss.

Stimmen aus der Regionalversammlung

Roland Schmid (CDU/ÖDP) betonte: „Wir sind nach wie vor in der Planungs- und Prüfungsarbeit. Es geht auch heute nicht darum, verbindlich zu entscheiden, dass der Regionalplan geändert wird.“ Die Arbeit sei jedoch vorangekommen. „Der Offenlagebeschluss gibt aber Anlass, angesichts des bisherigen Beratungsgangs und der Vorarbeit eine vorläufige Bewertung vorzunehmen“, so Schmid. Die CDU/ÖDP-Fraktion werde sich nicht vor der Aufgabe drücken, auch wenn man sich vor allem am Standort Rielingshausen schwertue. „Es spielt eine Rolle, ob die vom Betreiber vorgeschlagenen Veränderungen und der vorgesehene Abstand zum Siedlungsrand einen ausreichenden Beitrag dazu leisten kann, die Belastung der Gemeinde und der betroffenen Bürger auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.“ Man sei im Spagat zwischen der gesetzlichen Aufgabe, für die Rohstoffsicherung zu sorgen, verbunden mit der Vorgabe des Landes, eine aufgeschlossene Abbaustelle zunächst so weit wie möglich zu nutzen, bevor anderorts der Neuaufschluss erfolge.

Die Sachlage habe sich seit der Eröffnung des Verfahrens im Juli nicht verändert, sagte Leo Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Entsprechend stimme man zu, das Verfahren mit der Offenlage weiterzuführen. „So können wir insbesondere an umstrittenen Standorten die Vielfalt der Argumentationen aufbereiten“, so Buchholz weiter. „Und in einem klar definierten demokratischen Prozess Argumente abwägen und überprüfen.“

Als Grüne Fraktion stehe man selbstverständlich zu den Zielen der Regionalplanung, die eine möglichst hohe Förderung regionaler Baustoffe vorsehen. „Wir wissen aber auch, dass die Art und Weise wie wir Bauen und Wirtschaften, wie wir mit unserer Umwelt, diesem Planeten, umgehen, keinesfalls auf ewig so bestehen kann.“ Man wäge die Gegebenheiten vor Grund gründlich ab. „Heute fällen wir jedoch keine inhaltliche Entscheidung, diese Abstimmung steht uns noch bevor“, sagte Buchholz.

„Eine Abwägung des Für und Wider ist nur nach dem weiteren Beteiligungsverfahren rechtssicher möglich“, äußerte Wilfried Dölker (Freie Wähler). Man wisse natürlich, dass die direkt betroffenen Bürger in Rielingshausen erhebliche Einwände gegen eine Erweiterung des dortigen Steinbruches vortragen. „Diese Einwände sind im weiteren Verfahren zu bewerten“, so Dölker weiter. Er betonte zudem: „Die Regionalversammlung entscheidet nur über die Rücknahme des regionalen Grünzuges und die Ausweisung des Vorranggebietes nicht über die immissionsschutzrechtliche Genehmigung eines Steinbruches.“ Erst in einem solchen Genehmigungsverfahren müssen die konkreten Schutzgüter bewertet und gegeneinander abgewogen werden. „Für uns ist es entscheidend, dass die Rohstoffsicherung zu den Planungsaufgaben der Region gehört“, sagte Dölker.

Laut Regina Traub (SPD) hätten die bisherigen Hinweise keine wirklich neuen Aspekte ergeben, dass Verfahren nicht weiter zu betreiben. Allerdings kritisierte sie, „dass sich sehr deutlich zeige, dass es wohl eher fließende Übergänge oder Überschneidungen zwischen dem Regionalplanänderungsverfahren und der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung gibt.“ Traub forderte im weiteren Verfahren, speziell die Untersuchungen zum „Schutzgut Mensch“ substanziell und differenzierter aufzuarbeiten. „Vom weiteren Verfahren erwarten wir bessere Information für unsere Abwägung, auf deren Grundlage wir dann entscheiden, ob wir letztendlich einer Änderung des Regionalplanes zustimmen können“, sagte Traub.

Für Stephan Wunsch (AfD/FR) zeige die aktuelle geopolitische Situation drastisch: „Es ist extrem wichtig, eigene Rohstoffressourcen umfassend zu nutzen und sich nicht in Abhängigkeiten zu begeben.“ Es sei klar, dass Versorgungssicherheit mit Rohstoffen sowie der Versuch das Klima zu schützen, erhebliche Zumutungen mit sich bringe. Auch hier gehe es um Zumutungen für die Anwohner. „Die Staub- und Lärmemissionen sind ebenso wie die Erschütterungen laut dem Umweltbericht auch bei der Erweiterung unterhalb der Grenzwerte zu erwarten“, so Wunsch. Von daher stimme man dem Vorschlag der Verwaltung zu.

„Wer es ernst meint mit Klimaschutz und damit sich von globalen Lieferketten unabhängig zu machen, der muss bereit sein, den Rohstoffabbau in unserer Region dauerhaft, ehrlich und wirtschaftlich zu sichern“, äußerte sich Rena Farquhar (FDP). Ihre Fraktion stimme dem Verfahren zu. „Wir stehen für die Position, dass es für die Region nur eine Strategie gibt, die uns Menschen wie Firmen, Erfolg bringen kann: Optimale Ressourcennutzung für optimale Wertschöpfung - Klimaschutz inklusive.“

„In Rielingshausen ist der Preis für den Raubbau, die Rodung großer Streuobstbestände und der Verschleiß hochwertiger und ertragreicher Böden“, sagte Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT). „In Markgröningen bedeutet es den Verlust flächenhafter Naturdenkmale und Biotope im Kernraum des landesweiten Biotopverbunds“, so Rauscher weiter. Von daher könne und wolle man dem Beschlussantrag nicht folgen.

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news-1113 Thu, 24 Mar 2022 10:49:08 +0000 IBA’27-Intendant Andreas Hofer berichtet zur Halbzeit Viele Projekte sind auf gutem Weg. Angesichts der Herausforderungen und Hemmnisse appelliert Hofer auch bei der Umsetzung neue Wege zu gehen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1113&cHash=5291131786c5f6de6b12a607724f01ad Die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBAʼ27) sucht nach der Zukunft des Bauens und Zusammenlebens. Im Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart berichtete am Mittwoch der Intendant der IBA’27, Andreas Hofer, über den aktuellen Stand und benannte konkrete Herausforderungen und Hemmnisse.

„Die IBA ist bisher ein großer Erfolg“, so Andreas Hofer. Rund 90 Vorhaben wurden in das Netzwerk der IBA aufgenommen, 16 davon sind derzeit als offizielle IBA’27-Projekte im Portfolio. Um den IBA-Geist verstärkt in die Öffentlichkeit und das Bewusstsein der Menschen der Region zu bringen plane man 2023 das erste IBA-Festival. „Bis zum offiziellen IBA-Jahr sind es noch fünf Jahre, was für Bauprojekte nicht mehr viel Zeit ist. Daher könne man gegebenenfalls nicht alle Projekte realisieren,“ betonte Hofer. Hierfür nannte er diverse Gründe: „Bei aller Euphorie merken wir, dass für neuartige Bauprojekte die etablierten Prozesse erkennbar an ihre Grenzen kommen: bei Projektentwicklung und Projektsteuerung, in der Bauwirtschaft, in den Verwaltungen.“ Konkret mangle es an Ressourcen und Kapazitäten bei Verwaltungen und Projektträger*innen. Allein dadurch würden die Zeitpläne einiger Projekte mittlerweile kritisch. Hinzu kämen die heute sehr aufwändigen Abstimmungsverfahren. „Die Demokratisierung des Planens und Bauens ist richtig, kostet aber Zeit und braucht viel Überzeugungsarbeit“, sagte der IBA-Intendant.

Probleme sieht er insbesondere in eingefahrenen Planungssystemen und im bestehenden regulatorischen Rahmen. Die sehr statische und hierarchische Abschichtung des Planens in Städtebau, Bebauungsplan, Hochbau brauche nicht nur wertvolle Zeit, sondern führe oft auch zu herkömmlicher Architektur. „Normen, Gesetze und etablierte Verfahren führen zum Mittelmaß“, so Hofers Beobachtung. Hofer sprach offen den mangelnden Mut in der Projektumsetzung an, den er und sein Team oft beobachten. Nachhaltigkeitsziele beispielsweise würden bei kleinsten Widerständen allzu schnell relativiert. Hofer betonte: „Die IBA hält nicht stur an irgendwelchen abstrakten Kennwerten fest, sondern möchte für jedes Projekt um die jeweils beste Lösung ringen.“ Einer Bauausstellung unwürdig sei es aber, wenn hart errungene Entscheide von Preisgerichten im Nachgang durch Aufsichtsräte und Vergabegremien in Frage gestellt würden. Es zeige sich, dass die IBA hier teilweise an die Grenzen des Formats stoße: Sein Team könne inspirieren, überzeugen, Know-How vermitteln und vernetzen. Die IBA baue aber nicht selbst, habe keine Grundstücke, keine eigenen Investitionsmittel. Verantwortlich für die Umsetzung vor Ort sind die verschiedenen Projektträger*innen: Kommunen, Genossenschaften, private Investorinnen, städtische Baugesellschaften.

Hofer forderte mehr Mut und vor allem Respekt vor dem Format ‚IBA‘ ein. Es gelte nun, alle Kräfte zu bündeln, alle Ressourcen zu mobilisieren, die Strukturen und Abläufe nachzujustieren und gemeinsam zu lernen. Sein Fazit: „Wenn wir alle zusammen im IBA-Geist auch bei der Umsetzung neue Wege gehen, bin ich sicher, dass wir 2027 eine ganze Reihe wirklich ambitionierter Exponate zeigen können, die im Maßstab eins zu eins erleben lassen, wie Häuser und Quartiere für eine Welt im Wandel aussehen können.“

Stimmen der Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) lobte Hofers unermüdlichen Einsatz für die IBA. Die vorgestellten Projekte zeigten die Vielfalt und die Breite der Projekte. „Es ist gelungen, Projekte zu gewinnen und in die Region und nahezu alle Landkreise zu bringen“, betonte Ganske. Es sei aber gut, dass die Schwierigkeiten offen angesprochen würden. Zusätzlich zum Zeitfaktor und hemmenden kleinteiligen Diskussionen werde die Situation durchsteigende Baukosten und aktuell kriegsbedingt unterbrochene Lieferketten verschärft. Er appellierte: „Bleiben Sie dran und haben Sie den Mut auszusortieren und die guten Projekte zu pushen.“

Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) beklagte den fehlenden Mut für innovative Lösungen. Sie würde sich wünschen, dass in den Gemeinderäten der Region mehr Bewusstsein für die IBA entstehen würde. „Die Gemeinderäte brauchen Informationen über Baukultur und gute Beispiele,“ betonte sie. Die geplanten IBA-Festivals 2023, 2025 und 2027 könnten hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Sie appellierte: „Bitte denken Sie an die bewusstseinskommunikativen Prozesse und bleiben Sie dran, wir erwarten viel.“

Wilfried Walbrecht (Freie Wähler) zeigte sich erstaunt, dass schon nahezu Halbzeit sei. Er sagte Hofer und seinem Team die volle Unterstützung durch die Freien Wähler zu. Laut Regina Traub (SPD) drohe genau das, was man nicht wollte – Mittelmaß aufgrund von fehlendem Mut und beeinträchtigenden Genehmigungsverfahren. Bisher sei die Öffentlichkeitsarbeit der IBA sehr fachlich geprägt und nur für einen kleinen Kreis von Interesse. Sie bat bei den geplanten Festivals sich darauf zu fokussieren, die Allgemeinheit mitzunehmen.

Joachim Hülscher (AfD/FR) bedauerte die Konzentration der Projekte auf die Landeshauptstadt und deren Speckgürtel. „Bei der Architektur und dem Umgang mit dem Bauwesen sollte die IBA mustergültig sein,“ betonte er. Daher bat er dort Mut zu zeigen, wo Ökonomie vor Sinnhaftigkeit zu stehen drohe.

Für Kai Buschmann (FDP) habe die IBA mit den gleichen Problemen wie der Ausbau der regenerativen Energie zu kämpfen, nämlich den unnötig langen Planungszeiten und hinderlichen Vorgaben. Mit den auftretenden Problemen umzugehen erfordere viel Zähigkeit. Er sei aber sicher, dass Hofer hierfür der richtige Mann sei.

Für Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) seien die Widerstände nicht erstaunlich, da der Weißenhof vor 100 Jahre auch entsprechende Widerstände hatte. Er appellierte an die Fraktionen auf die Gemeinderäte zuzugehen und darauf hinzuwirken, unsinnige und hinderliche Diskussionen vor Ort zu unterlassen.

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news-1112 Wed, 16 Mar 2022 14:44:47 +0000 Stuttgart und die Region machen den Weg frei für den Straßenradsport 2023 /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1112&cHash=e3f278f0f2e57eeaede54ed6998fbf36 Am heutigen Mittwoch hat der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung der Regionalversammlung für die Unterstützung eines Straßenradsportevents im nächsten Jahr votiert. Damit hat nun auch der Verband Region Stuttgart den Weg für ein weiteres Veranstaltungshighlight im Jahr 2023 freigemacht, nachdem der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart im vergangenen Dezember seinerseits die Förderung beschlossen hat.

Im kommenden Jahr startet so die zweite Auflage des erfolgreichen „Brezel Race Stuttgart & Region“, einem Radrennen durch die Region für Jedermann und Jedefrau. Erwartet werden bis zu 5.000 Hobbyradlerinnen und Hobbyradler. Zusätzlich werden mit einem internationalen Elite-Event wieder viele bekannte Spitzensportlerinnen und Spitzensportler den Weg nach Stuttgart finden. Dies garantiert eine hohe mediale Aufmerksamkeit für den Radsport und das Fahrradfahren in und um Stuttgart.

„2023 können sich die Stuttgarterinnen und Stuttgarter erneut auf attraktiven Breitensport und hochklassigen Spitzensport in einer Veranstaltung freuen. Das Jedermann-Rennen Brezel Race und ein Elite-Event bringen alle Rennradfans in Bewegung“, sagt Dr. Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart. „Mein Dank gilt der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart und dem Stuttgarter Gemeinderat – gemeinsam haben wir den Radsport wieder erfolgreich vorangebracht“, ergänzt der Sportbürgermeister.

„Wir freuen uns nun auf ein neues hochkarätiges Eliterennen und eine zweite Auflage des Brezel Race durch die herrlichen Landschaften in der Region Stuttgart“, führt Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, aus. „Ich kenne kein anderes Straßenradrennen für Breitensportlerinnen und Breitensportler in dieser Größenordnung in ganz Süddeutschland. Die unzähligen begeisterten Hobbyradlerinnen und -radler waren schon das letzte Mal sehr beeindruckend. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt und den Kommunen an der Strecke bringen wir damit die Region aufs Rad.“

Ausrichter und Veranstalter für den Event 2023 ist die Sindelfinger Freunde Eventagentur. Geschäftsführer Albrecht Röder blickt voraus: „Wir planen für den Mai 2023 mit einem Spitzensportereignis, das deutschlandweit einzigartig sein soll. Zum Brezel Race braucht man schon gar nicht mehr viel sagen, bereits bei der Premiere standen mehr als 2.000 Freizeitradelnde am Start. Deshalb freuen wir uns sehr, dass die Landeshauptstadt Stuttgart und die Region Stuttgart diese Radsportinitiative erneut fördert.“

Hintergrund

Der Verband Region Stuttgart fördert die Straßenradsport-Events 2023 mit einem Betrag von 180.000 Euro. Die Landeshauptstadt Stuttgart hat mit ihrem Doppelhaushalt 2022/2023 eine Fortsetzung der gemeinsamen Radevents für das Jahr 2023 beschlossen und stellt dafür 360.000 Euro bereit. Damit stehen insgesamt 540.000 Euro zur Förderung des Straßenradsportevents 2023 zur Verfügung.

Seit 2018 finden in der Region Stuttgart Radsportgroßveranstaltungen statt, die Breiten- und Spitzensport miteinander kombinieren. Die Deutschland Tour war hier 2018 zu Gast und wird im August 2022 wieder zurückkehren. In der Landeshauptstadt endet dann auch die Schlussetappe des wichtigsten deutschen Radrennens mit ihrer Jedermann Tour. Im vergangenen Jahr wurden in Stuttgart und der Region bereits die Deutschen Straßenradmeisterschaften und das Brezel Race ausgetragen.

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news-1111 Wed, 16 Mar 2022 12:47:01 +0000 Jedermann Tour – mit dem Rennrad auf abgesperrten Straßen durch Stuttgart und die Region Stuttgart Die Strecken der Jedermann Tour 2022 stehen fest. Am 28. August fahren 3.000 Hobbyradsportler*innen durch Stuttgart und die Region Stuttgart. Für ihr sommerliches Sonntagserlebnis auf dem Rennrad können sie aus zwei attraktiven Touren wählen. Die Anmeldung ist bereits gestartet – unter jedermann.deutschland-tour.com gibt es den Startplatz inklusive Trikot. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1111&cHash=2e99a23fa7541df8a9e9e9e74619c9ea In einem halben Jahr wird das Finale der Deutschland Tour in Stuttgart und der Region Stuttgart gefeiert. Ende August lockt Deutschlands wichtigstes Radrennen nicht nur die weltbesten Profis, sondern auch tausende aktive Radsportler*innen nach Baden-Württemberg. Es ist Tradition, dass sie den Finaltag einläuten und den Zuschauerjubel als Erste genießen dürfen.

Der große Tag für Jedefrau und Jedermann beginnt auf dem Schlossplatz in der Stuttgarter City. Von hier starten sie auf abgesperrten Straßen entweder zur kürzeren "Weinbergrunde" (57 Kilometer) oder zur längeren Tour "Durch die Region Stuttgart" (116 Kilometer). Extra für die Teilnehmenden der Jedermann Tour wird die B14 am 28. August für den Autoverkehr gesperrt. Sie führt die Radsportler*innen durch die Landeshauptstadt nach Stuttgart-Obertürkheim, wo die Strecken getrennt werden.

Rennatmosphäre schnuppern auf der "Weinbergrunde"

Auf der "Weinbergrunde" geht es von Stuttgart-Obertürkheim leicht ansteigend in die Weinberge bis zum Rotenberg. Die Grabkapelle auf dem Württemberg wird passiert – ein sehenswerter Ausblick auf Stuttgart. Vom Höhepunkt der Runde führt die Abfahrt nach Fellbach und ein Abzweig über welliges Terrain nach Kernen im Remstal läutet bereits das Finale ein. Es geht Richtung Neckar, der in Remseck am Neckar, überquert wird. Auf den Straßen, die kurz darauf auch die Profis befahren, winkt das Finale in der Stuttgarter Innenstadt. Die letzten Kilometer des Radsport-Erlebnisses verlaufen über die Löwentorstraße und den Killesberg bis zum Zielstrich auf der Theodor-Heuss-Straße.

Knapp 750 Höhenmeter verteilen sich auf den 57 Kilometern. Damit bietet sich die "Weinbergrunde" auch für Jedefrau und Jedermann an, die zum ersten Mal Rennatmosphäre schnuppern wollen. Die doppelte Herausforderung wartet auf der längeren Tour "Durch die Region Stuttgart": 116 Kilometer und 1.600 Höhenmeter. Perfekt für ambitionierte Radsportler*innen, die Ende August in Bestform sind.

Ambitionierte Tour „Durch die Region Stuttgart“

Während die kürzere Runde ab Obertürkheim in die Weinberge führt, fahren alle Teilnehmenden der längeren Tour weiter durch Esslingen am Neckar und überqueren den Fluss auf der Sirnauer Brücke. Ab jetzt geht es bergauf, denn das hügelige Albvorland wartet auf Jedefrau und Jedermann. Kirchheim unter Teck und Notzingen werden passiert, in Ebersbach an der Fils ist Halbzeit. Die Fahrt durch das Nassachtal bietet Zeit zum Durchatmen, bevor der Anstieg zum höchsten Punkt der Jedermann Tour viel abverlangt. Es geht auf fast 500 Meter Höhe auf den Schurwald nach Schorndorf-Schlichten. Nach diesem Höhepunkt können sich die Beine bis zum Treffpunkt aller Strecken im Remstal ausruhen. Dann heißt es, alles auf die Pedale zu bringen bis zum Ziel auf der Theodor-Heuss-Straße.

Großes Radsport-Erlebnis für Alle

Komplett gesperrte Straßen, sehenswerte Strecken, ein gut gefüllter Starterbeutel und eine professionelle Organisation inklusive Verpflegung und Materialservice versprechen einen Radsport-Sonntag in Stuttgart und der Region Stuttgart. Neben schönen Erinnerungen ist für jeden Starter und jede Starterin noch ein besonderes Souvenir vorbereitet: ein kostenloses Trikot von Santini im exklusiven Design 2022!

Jetzt heißt es, für den 28. August zu planen und den eigenen Startplatz zu sichern. Um für den großen Tag vorbereitet zu sein, stehen Trainingspläne von Ex-Profi Johannes Fröhlinger und die GPS-Daten der beiden Strecken pünktlich zum Saisonstart bereit. Diese gibt es, genauso wie den Startplatz inklusive Trikot, unter jedermann.deutschland-tour.com.

Helfende entlang der Strecke gesucht

Die Vorbereitungen für die Deutschland Tour laufen bereits auf Hochtouren. Für die Umsetzung in Stuttgart und der Region Stuttgart werden zahlreiche Helfende gesucht. Die Freiwilligen sind wichtiger Teil von Deutschlands wichtigstem Radrennen und unterstützen die einzigartige Stimmung an der Strecke. Gruppen, Vereine und Fans können so ihren Besuch an der Strecke mit einer Beteiligung an der Deutschland Tour verbinden. Der Einsatz wird mit einer Aufwandsentschädigung belohnt. Wer mitmachen möchte, meldet sich per E-Mail unter strecke(at)deutschland-tour.com.

Stimmen zur Jedermann Tour in Stuttgart und der Region Stuttgart

Mit der Rückkehr der Deutschland Tour wird die Stuttgarter Innenstadt erneut zum Stadion für den Straßenradsport. Das Finale der Schlussetappe in der Landeshauptstadt bietet packenden Radsport auf höchstem Niveau. Im Rampenlicht stehen aber nicht nur die Profis. Die Jedermann Tour bietet Einsteigerinnen und Einsteigern wie ambitionierten Breitensportlerinnen und Breitensportlern eine ideale Gelegenheit, auf gesperrten Straßen Rennen zu fahren. Egal ob Profi oder Breitensportler: Der Schlusssprint und die Fahrt durch das Ziel auf 'der Theo' ist für alle ein Erlebnis", sagt Dr. Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart. 

Thomas S. Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart: „Wir freuen uns sehr, dass mit der Elite- und Jedermannstrecke alle Stadt- und Landkreise der Region Stuttgart berücksichtigt werden konnten. Die Freude über ein spannendes Sportereignis in der Region umsonst und draußen hatte sich schon bei den letzten Radevents auf viele Menschen übertragen, welche live oder auch über den Bildschirm mitfieberten. Die Region Stuttgart hat tolle Radsportfans. Auch die Deutschland Tour 2022 wird erneut Begeisterung in der ganzen Region und darüber hinaus auslösen für das Event der Spitzenklasse. Sie stärkt so das regionale Wir-Gefühl und die positive Außenwahrnehmung der Region Stuttgart.


Wir leben in einer radsportbegeisterten Region. Die Deutschland Tour ist dabei eine gute Möglichkeit, das Interesse der hier lebenden Menschen für das Radfahren zu verstärken. Das Besondere ist dabei das Miteinander von Profi- und ambitioniertem Breitensport. Daher freue ich mich ganz besonders darauf, an der Jedermann Tour teilzunehmen und dort selbst in die Pedale zu treten“, sagt Matthias Klopfer, Vorsitzender SportRegion Stuttgart e.V. und Oberbürgermeister Esslingen am Neckar.

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news-1110 Thu, 10 Mar 2022 10:45:23 +0000 Region lässt Verbesserungen für die Kleine Teckbahn prüfen Ziel ist die Entwicklung eines Konzepts für einen 30-Minuten-Takt zwischen Kirchenheim unter Teck und Oberlenningen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1110&cHash=30955a08db77c7b2f861c1cd0ea82203 Die Kleine Teckbahn verkehrt derzeit zwischen Kirchheim unter Teck bis Oberlenningen an allen Wochenstunden im Stundentakt und bedient dabei sieben Haltestellen. Am Mittwoch erteilt der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart grünes Licht für eine Machbarkeitsstudie, die die Umsetzung eines 30-Minuten-Takts untersuchen soll.

Die Kleine Teckbahn wird kontinuierlich verbessert. So wurden in der Vergangenheit bereits die Fahrzeugflotte modernisiert, die Bahnsteige ertüchtigt, der stufenlose Einstieg weiter ausgebaut und die Prüfung alternativer Antriebskonzepte beauftragt. Nun soll das Angebot mit der Erarbeitung eines Konzepts für einen 30-Minuten-Takt weiter verbessert werden. Bereits 2010 wurde hierzu eine Untersuchung erstellt, die auf Kosten in Höhe von elf Millionen Euro kam. Darin bleiben die Kosten für die Signaltechnik mangels belastbarer Kostenschätzung unberücksichtigt. Der aktuelle Stundentakt wird durch den parallelen Busverkehr von Montag bis Freitag annähernd zu einem 30-Minuten-Takt ergänzt. Allerdings verlängert sich die Fahrzeit durch doppelt so viele Halte um bis zu acht Minuten.

In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen geändert. So stellen beispielsweise der Bund und das Land eine Förderung der Baukosten in Höhe von 95,75 Prozent sowie einen Planungskostenzuschuss in Aussicht. Zudem gibt es bereits diverse Modernisierungsvorhaben, die sich positiv auswirken könnten. Hierzu zählt die Digitalisierung der Schienentechnik in der Region im Zuge des Pilotprojekts „Digitale Schiene Deutschland“. Daher soll im Auftrag des Verbands Region Stuttgart eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, deren Oberziel die Entwicklung eines aussichtsreichen Betriebs- und Infrastrukturkonzept für eine Taktverdichtung auf 30 Minuten ist. Zudem sollen weitere Unterziele verfolgt werden. So soll der Antrieb elektrisch erfolgen. Darüber hinaus soll ermittelt werden, welche Vorabmaßnahmen bei laufenden oder geplanten Maßnahmen berücksichtigt werden müssen. Die Taktverbesserung erfordert eine Modernisierung der Leit- und Sicherheitstechnik. Diese ist im Zuge der Digitalisierung des Schienenknoten Stuttgart bereits vorgesehen und soll bis 2030 erfolgen, sodass man von einer Inbetriebnahme im selben Zeitraum ausgeht.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) begrüßte die Prüfung der Stärkung der Kleinen Teckbahn. Er betonte: „Wir brauchen Klarheit über die Verkehrsvolumina, die wir bestellen können.“ Er bat darum, schnell das Gespräch mit den betroffenen Kommunen und Landkreisen zu suchen, da es mit der Angebotsausweitung der Kleinen Teckbahn keinen Parallelverkehr von Bus und Bahn geben könne. Lena Weihofer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) bat darum, das Mögliche bei der Kleinen Teckbahn rauszuholen. Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern im Lenninger Tal hätten gezeigt, dass man dort zum Teil stark unter Straßenlärm leide. „Die Kleine Teckbahn könnte eine Lösung für das Lärmproblem sein und die Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen“, konstatierte sie. Sie bat den künftigen Takt mit dem Schulbeginn abzustimmen. Laut Bernhard Meier (Freie Wähler) habe die Kleine Teckbahn bisher ein Schattendasein geführt, daher sei es gut, die Ausbauperspektiven zu ermitteln. Mit der Untersuchung könne man fundierte politische Entscheidungen treffen. Für ihn sei klar: „Der Verband wird kein Geld in die Hand nehmen, wenn der Bus parallel verkehrt.“ Thomas Leipnitz (SPD) betonte: „Nicht alles, was denkbar ist, ist auch realisierbar.“ Dennoch sei es höchste Zeit, jetzt die Ausbauoptionen zu prüfen, insbesondere angesichts der attraktiven Förderkulisse. Holger Dorn (AfD/FR) zeigte sich skeptisch gegenüber den potenziellen Ergebnissen der Studie. Er plädierte dafür, den Schulverkehr durch Busse abzudecken und nicht als Basis für den Regelverkehr zu nehmen. Laut Armin Serwani (FDP) müsse die Region alles tun, um die Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. Er hoffe, dass das Land die vom Bund großzügig zur Verfügung gestellten Regionalisierungsmittel an die Aufgabenträger weitergibt. Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) kritisierte den vorgesehenen Zeithorizont und betonte die Notwendigkeit von lokalen Konzepten für Zubringer aus den Teilorten.

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news-1109 Thu, 10 Mar 2022 10:42:50 +0000 Verbesserungen im S-Bahn-Verkehr Ausgebauter 15-Minuten-Takt und längere Züge sorgen für Verbesserungen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1109&cHash=a24371119a2f6c7297cc19351b4af038 Bereits in diesem Jahr können sich die S-Bahn-Reisenden über einen 15-Minuten-Takt am Samstag, mehr Langzüge in der Hauptverkehrszeit und ab September über die neue Express-S-Bahn zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen freuen. Zudem hat das Gremium zusätzlichen Ersatzverkehren während der Stammstreckensperrung im Jahr 2022 zugestimmt und sich bereiterklärt, die Kosten zu übernehmen. Die Option zur Schließung der Taktlücken nach Herrenberg stellte das Gremium infrage und hat dazu keine finale Entscheidung getroffen. Somit kann die Maßnahme nicht zum Fahrplanwechsel umgesetzt werden.

Verbesserungen im laufenden Jahr

Bereits im Dezember 2021 konnte die erste Stufe des 15-Minuten-Taktes an Samstag umgesetzt werden. Seitdem fahren alle Linien nachmittags an Samstagen zwischen 13 Uhr und 18 Uhr abschnittsweise im Viertelstundentakt – zusätzlich zum schon länger existenten Viertelstundentakt der S1 und S6 am Vormittag. Die zweite Stufe wird zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 realisiert. Der Viertelstundentakt wird dann an Samstagen von 8.30 Uhr bis 20.30 Uhr auf allen Linienabschnitten angeboten, wo dies montags bis freitags der Fall ist, inklusive der S2 bis Filderstadt.

Ein großer Teil der bestellten 58 Neufahrzeuge soll noch im Lauf diesen Jahres dazu genutzt werden, die Kapazität der heute noch verkehrenden Vollzüge zwischen 6 Uhr und 9 Uhr sowie zwischen 15:30 Uhr und 19 Uhr um 50 Prozent zu erhöhen, indem hier nur noch Langzüge eingesetzt werden.

Ab dem 12. September 2022 werden montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 Uhr und 9 Uhr und zwischen 15:30 Uhr und 19 Uhr insgesamt 13 neue Zugpaare der neuen Express-S-Bahn S62 im Halbstundentakt zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen verkehren. Von Weil der Stadt nach Ditzingen benötigt die S62 nur 16 Minuten anstatt 21 Minuten mit der S6 – bei einem anstatt fünf Zwischenhalten. Es ist Ziel des Vorlaufbetriebs, Erfahrungen zu sammeln, um das Angebot mit fortschreitendem Infrastrukturausbau weiter optimieren zu können.

Zusätzliche Maßnahmen bei Stammstreckensperrung

Die diesjährige Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke findet wieder innerhalb der Sommerferien zwischen dem 30. Juli und dem 11. September statt. Vor dem Ende des Sperrzeitraums wird ein Probebetrieb durchgeführt, damit der Verkehr auf der Stammstrecke am Morgen des 12. Septembers reibungslos aufgenommen werden kann. Einen wesentlichen Beitrag im Ersatzverkehr während der Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke leistet auch die Stadtbahn. Wie im vergangenen Jahr soll die Linie U34 ab ihrem Endpunkt Südheimer Platz in den Hauptverkehrszeiten bis Vaihingen verlängert werden. Der Verband Region Stuttgart beteiligt sich an den Mehrkosten mit einem Zuschuss. Zusätzlich wird die RELEX-Buslinie X60 auf der Teilstrecke zwischen Leonberg und Universität montags bis freitags wieder auf einen Halbstundentakt bzw. einen Viertelstundentakt in den Hauptverkehrszeiten verdichtet. Die zusätzlichen Kosten werden vom Verband Region Stuttgart übernommen.

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news-1108 Thu, 10 Mar 2022 10:40:34 +0000 Region beschließt Maßnahmen, um die Inbetriebnahme der S-Bahn nach Neuhausen in 2027 zu sichern Die Maßnahmen beziehen sich auf die Umsiedlung von Eidechsen, die Baufeldfreimachung, den Grunderwerb und den Baubeschluss. Die frühestmögliche Inbetriebnahme wäre 2027. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1108&cHash=0cb935705dc61de7dd2154f2121c943b Da der Planfeststellungsbeschluss noch nicht wie erwartet vorliegt, verzögert sich die Inbetriebnahme der rund vier Kilometern umfassenden S-Bahnstrecke zwischen Filderstadt und Neuhausen auf den Fildern mit Halt in Sielmingen. Um die Auswirkungen daraus so weit wie möglich zu reduzieren hat der Verband Region Stuttgart als Besteller des S-Bahnverkehrs in der Region in der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch Gegensteuerungsmaßnahmen beschlossen.

Vor dem eigentlichen Baubeginn für die Verlängerung der S2 bis nach Neuhausen muss der Planfeststellungsbeschluss, der Förderbescheid und der Baubeschluss der Projektpartner vorliegen. Im Dezember 2021 informierte das Regierungspräsidium die SSB AG – die das Projekt umsetzen wird -, dass der Planfeststellungsbeschluss nicht zum Jahreswechsel 2021/2022 vorliegen wird. Als Grund wurden personelle Umbesetzungen angegeben. Aufgrund von Auflagen des Arten- und Naturschutzes auf den Bauablauf hätte dies zur Folge, dass sich das Vorhaben um ein Jahr verzögern würde, wenn keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Die für die Baufeldfreimachung erforderlichen Baumfällungen und Gebäudeabbrüche können üblicherweise erst erfolgen, wenn geschützte Arten umgesiedelt sind und sichergestellt ist, dass sich keine archäologisch wertvollen Objekte im Baufeld befinden. Für die Umsiedlung schützenswerter Arten gibt es ein sehr begrenztes Zeitfenster. So dürfen Mauer- und Zauneidechsen nur zwischen Ende März und Ende April oder Anfang August bis Ende September umgesiedelt werden. Die bisherige Planung sah vor, 2022 die entsprechenden Zeitfenster zu nutzen. Grundlage dafür wäre aber ein rechtzeitig vorliegender Planfeststellungsbeschluss gewesen. Da Verzögerung der Umsiedlungsmaßnahmen unmittelbar auch Verzögerungen im weiteren Verlauf ergeben, hat die SSB AG gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Gegensteuerungsmaßnahmen entwickelt.

Geplante Gegenmaßnahmen

Konkret handelt es sich um Maßnahmen zur Umsiedlung von Eidechsen, zur Baufeldfreimachung und zur Flächeninanspruchnahme. So stellte die SSB AG im Januar beim Regierungspräsidium einen Antrag, um die Eidechsen im geplanten Zeitfenster umsiedeln zu können. Ergänzend dazu hat der Verkehrsausschuss entschieden, diverse Leistungen vor dem Baubeschluss auszuschreiben und vorzufinanzieren. Konkret handelt es sich um Aufträge zum Gebäudeabbruch, Baumfällungen und Leitungsverlegungen, die der Verband Region Stuttgart mit bis zu zwei Millionen Euro vorfinanziert. Mit diesem Vorgehen soll versucht werden den entstandenen Verzögerungen entgegenzuwirken. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass Verträge zum Grunderwerb, Entschädigungen, Pachtaufhebungen sowie weitere Maßnahmen zur Flächeninanspruchnahme erst nach erfolgten Baubeschluss abgeschlossen werden sollen. Der Verkehrsausschuss hat die SSB AG deshalb jetzt bevollmächtigt, die notwendigen Verträge bereits vor dem eigentlichen Baubeschluss zu fassen. Sofern der Planfeststellungsbeschluss wie vom Regierungspräsidium in Aussicht gestellt spätestens im Juni 2022 erlassen wird und alle beschlossenen Gegenmaßnahmen ihre volle Wirkung entfalten können, ist unter heutigen Gesichtspunkten von einer frühestmöglichen Inbetriebnahme in fünf Jahren auszugehen.

Stimmen aus den Fraktionen

Für Ilona Koch (CDU/ÖDP) seien mehr als zehn Jahre Planungszeit nicht akzeptabel. Sie sieht das Land und den Bund in der Pflicht, die Gesetze zum Artenschutz anzupassen. „Die Regeln, die man zur Beschleunigung der Windkraft erlassen hat, muss man auch bei Schienenprojekte anwenden,“ appellierte sie. Zusätzlich erschwert würde die Situation durch den Fachkräftemangel und die Pandemie. Dennoch stünde das Bekenntnis ihrer Fraktion zu dieser klimafreundlichen Verlängerung. Laut Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) befinde man sich in einer sehr misslichen Lage. Man habe 2013 beschlossen, die Verlängerung 2019 in Betrieb zu nehmen. Seither habe man „nicht eine einzige Schaufel in die Hand genommen.“ Schuld daran seien keine Eidechsen, sondern der Staat. Er befürchte, dass die Gelder die seit 2013 gestiegenen Kosten nicht auffangen könnten. Bernhard Meier (Freie Wähler) war angesichts der Entwicklung beim Projekt sprachlos. Ines Schmidt (SPD) freute sich über die hohe Förderquote, sah sich angesichts der erwarteten Preissteigerung jedoch im „Wechselbad der Gefühle.“ Laut Holger Dorn (AfD/FR) sei das Verhalten des Regierungspräsidiums „unverschämt.“ Für Hans-Dieter Scherer (FDP) sei es unfassbar, dass bei einer Verlängerung von lediglich vier Kilometern seit 2013 nichts passiert sei. Er gehe von einer deutlichen Kostensteigerung aus. Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) betonte: „Wir stehen zu dem Projekt und müssen alles tun, um die Sache zu beschleunigen.“

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news-1107 Thu, 10 Mar 2022 10:38:18 +0000 Region lässt Ausbaumöglichkeiten der Schusterbahn untersuchen Neben Taktverbesserungen sollen Erweiterungsmöglichkeiten über die bestehenden Endpunkte analysiert werden. Verband Region Stuttgart erhält 100.000 Euro Förderung vom Land. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1107&cHash=53d20e5ffacbb783851efde2cdf6563a Der Verband Region Stuttgart ist seinem Ziel die Schusterbahn (RB 11) weiter auszubauen ein Stück nähergekommen. Für eine Machbarkeitsstudie zu weiteren Verbesserungspotentialen stellt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg 100.000 Euro zur Verfügung.

Im Herbst 2020 hat eine Potentialuntersuchung des baden-württembergischen Verkehrsministeriums der Schusterbahn, die zwischen Untertürkheim und Kornwestheim verkehrt, ein sehr hohes Nachfragepotential bescheinigt. Zur Ermittlung weiterer Verbesserungsmöglichkeiten beauftragt nun der Verband Region Stuttgart eine Machbarkeitsstudie. „Von der Machbarkeitsstudie erhoffen wir uns ein wirtschaftlich aussichtsreiches Gesamtkonzept, um die bestehenden Nachfragepotentiale zu bedienen. Zudem sehen wir Optionen zur Erweiterung der Schusterbahn über die aktuellen Endpunkte hinaus, die konkretisiert werden sollen,“ betonte der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart Thomas S. Bopp.

Denkbare neue Endpunkte wären Esslingen im Osten sowie Bietigheim-Bissingen im Norden. Auch eine temporäre Durchbindung zu einem Vorlaufbetrieb auf der Markgröninger Bahn soll in der Studie berücksichtigt werden. Neben der Erarbeitung des Gesamtkonzepts soll der Fokus auf der Erarbeitung eines kurz nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 umsetzbaren Konzepts liegen. Dieses soll sich auf den Linienweg zwischen Untertürkheim und Ludwigsburg konzentrieren und ohne größere Umbaumaßnahmen umsetzbar sein. Die Studienergebnisse könnten stufenweise umgesetzt werden.

Für das baden-württembergische Verkehrsministerium ist die Reaktivierung von Bahnstrecken ein bedeutsamer Baustein für den Ausbau des Schienenverkehrs.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Uns liegt viel an einem Ausbau der Schusterbahn Sie weist als Tangentialverbindung zwischen Untertürkheim und Kornwestheim hohes Potenzial für neue Fahrgäste auf. Deshalb fördert das Land die Studie mit 100.000 Euro, das sind drei Viertel der Kosten. Für das aus Klimaschutzgründen angestrebte Ziel einer Verdopplung der Fahrgastzahlen im ÖPNV braucht es auch in der Region Stuttgart weitere attraktive Angebote und Verbindungen.“

Die Schusterbahn verkehrt derzeit auf einer 11,5 km langen Strecke mit insgesamt fünf Haltepunkten in der morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeit mit jeweils drei Fahrtenpaaren im Stundentakt. Der Streckenabschnitt ist zusätzlich durch einen regen Güterverkehr geprägt.

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news-1106 Thu, 10 Mar 2022 10:36:02 +0000 Weitere Förderrunde für RegioRadStuttgart-Stationen Verband Region Stuttgart stellt weitere rund 330.000 Euro für 15 RegioRadStuttgart-Stationen zur Verfügung. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1106&cHash=ba76dc08b30389b45e89bad72609bb27 Nach der erfolgreichen Kofinanzierung von bereits 42 RegioRadStuttgart-Stationen in der ganzen Region geht das Förderprogramm „Zwei für eine“ des Verbands Region Stuttgart nun in die vierte Runde. Das hat der Verkehrsausschuss des Verbands in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Als neue RegioRadStuttgart Kommunen werden Korb, Schwaikheim, Weissach, Ehningen und Welzheim/Rudersberg in das regionsweite Netz aufgenommen. In Gerlingen, Leonberg, Böblingen und Stuttgart kommen neue (Gegen-)Stationen hinzu.

Als wichtiger Bestandteil der sechs Maßnahmenpakete zur Unterstützung des regionalen Fahrrad- und Pedelecverleihsystems RegioRadStuttgart hat der Verband im Juni 2020 sein Förderprogramm ins Leben gerufen. Aufgrund der anhaltenden Nachfrage wurden für 2022 weitere Mittel im Haushalt eingestellt. Eine fünfte und letzte Förderrunde in diesem Jahr ist bei einer entsprechenden Interessenslage denkbar.

Hintergrund zum Förderprogramm

Unter dem Ansatz „ergänzen, verdichten, erweitern“ unterstützt das regionale Förderprogramm „Zwei für eine“ des Verbands Region Stuttgart den Ausbau von RegioRadStuttgart, auch in der Fläche. Antragsteller erhalten eine 50%-Förderung der Gesamtkosten bis maximal 50.000€, wenn sie zwei Stationen errichten. Die Kofinanzierung soll das Verleihsystem als niederschwelliges, attraktives und nachhaltiges Mobilitätsangebot in der Region fördern.

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news-1105 Thu, 10 Feb 2022 12:17:31 +0000 Strategieplan 2027 für Tourismus in der Region Stuttgart geht in die Umsetzung Beteiligungsprozess mit über 350 Akteurinnen und Akteuren – neues Markenhandbuch unterstützt einheitlichen Auftritt der Tourismusregion. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1105&cHash=7becf6990be45af5738dbf34bcf85dd5 Nach Jahren einer sehr guten Tourismusentwicklung in der Region Stuttgart veränderte die Coronapandemie die Bilanz dramatisch. Die Erstellung einer neuen Tourismusstrategie war vorher bereits in Planung, hat aber eine ganz neue Dringlichkeit und Dynamik erhalten. Im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung am Mittwoch präsentierte Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Stuttgart Marketing GmbH und der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH, die erarbeiteten Eckpunkte für einen nachhaltigen und innovativen Tourismus in der Region.

Der Freizeittourismus soll neben dem Geschäftsreisetourismus als festes Standbein für die Region ausgebaut werden. Noch deutlicher als bisher sollen die Bedürfnisse der Bewohner in ihrem „Lebensraum“ ebenso wie die der Gäste in ihrem „Erlebnisraum“ adressiert werden. „Der Tourismus ist eine Querschnittbranche“, betonte Dellnitz. „Wenn der Tourismus nicht funktioniert, funktioniert auch der Einzelhandel nicht.“ Die Strategie sei hier bereits mit allen Anforderungen von Corona aufgeladen. Und vielleicht hätten auch gar nicht so viele mitgemacht, wenn der Prozess nicht komplett digital abgelaufen wäre, so Dellnitz. Die Strategie zeige „die Ergebnisse von 90 Workshops mit über 350 Teilnehmern und Partnern aus dem Tourismus. Nun gehe es an die eigentliche Arbeit. Das Kernstück: die Marke Tourismusregion Stuttgart. „Nur mit Marke kann man auch strategisch und zielgerichtet in den Markt gehen. Die Region sei deutlich komplexer als andere Produkte, aber sie fordert geradezu auf, sie als Marke zu beschreiben. Wir wollen dabei nicht alles aufzählen, was wir haben, sondern wie man die Region erleben kann“, erläuterte Dellnitz. Ein wichtiges Anliegen dabei sei es, die Angebotsqualität zu steigern. Spannend sei es, diese Werte mit einer Bild- und Textsprache zu füllen. Eine erste Vorschau darauf zeigte Dellnitz in einem filmischen Bilderreigen über die Region. Als konkrete Vorhaben sind bereits ein „Haus des Tourismus“ in Stuttgart geplant sowie eine neue Erlebniskarte ausschließlich für Bewohner der Region, mit der viele Angebote für ein Jahr kostenlos genutzt werden können. Es liege nun an den Kommunen, Kultureinrichtungen und Organisationen, Antworten für sich zu finden und weiter zu entwickeln. „Dazu geben wir ihnen und uns gemeinsam das Handbuch mit dem Strategieplan 2027 sowie das Markenhandbuch als Grundlage“, schloss Dellnitz. Daraus abgeleitet würden weitere Handbücher zur Umsetzung der Strategie.

Stimmen aus den Fraktionen

„Der Film macht Lust auf die Region“, lobte Elke Kreiser (CDU/ÖDP). Jetzt seien die Kommunen dran. Der Strategieprozess sei ein Spagat, allen gerecht zu werden. Am Ende sollten „alle Beteiligten damit gut arbeiten können, die Mittelzentren genauso wie kleine Kommunen auf den Fildern oder im Bottwartal. Dort habe nicht jeder eigene Tourismusmanager und eine eigene Tourismusstrategie. Über 300 Teilnehmer zu erreichen, sei eine tolle Sache. „Wir gehen davon aus, dass Sie vernetzt sind mit unseren Partnern, der SportRegion, der KulturRegion und auch beim Landschaftspark“, adressierte sie Dellnitz direkt. Sie betonte, dass beim Nachhaltigkeitsprozess, der als solcher nicht explizit im Strategiepapier aufgeführt sei, noch nachgearbeitet werden müsse.

Laut Sabine Kober (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) wurde „die Arbeit, die lange Zeit in Anspruch genommen hat, zu einem guten Ende geführt.“  Sie hoffe, dass Ergebnisse zu einer großen Resonanz führen. Kober kritisierte: „Unserer Fraktion ist dieser Plan in einigen Punkten zu kurz geraten. Bei der IBA wäre eine wunderbare Verknüpfung mit der Nachhaltigkeit möglich gewesen. Dieser Punkt sei zu stiefmütterlich behandelt, ebenso wie der Sport. Auch die KulturRegion mit ihrem Festival wäre ein guter Aufhänger gewesen. Der Filmausschnitt zeige die Region einseitig, „zu hell, sauber“. Ihr fehle die Subkultur, hier müsse noch ergänzt werden. „Wir wünschen uns alle, dass dieser Plan ein großer Erfolg wird und wir an frühere Zeiten anknüpfen können“, betonte Kober.

Gerd Maisch (Freie Wähler) erklärte: „Pläne und ihre Schlagworte haben das Risiko, dass es schwierig wird, wenn es an die Umsetzung geht, weil der Plan zu aufgesetzt ist.“ Doch dieser Tourismus-Plan sei mit allen Beteiligten zusammen entwickelt worden, nicht nur von der Geschäftsstelle der Tourismusregion.  Dies sei das Pfund, mit dem man bei diesem Strategieplan wuchern könne. „Der Plan zeigt die Vielfalt der Region. Damit sind wir gut vorbereitet auf die kommende Zeit nach Corona. Mit dem gemeinsamen Wollen der Kommunen und der anderen Partner wird die Umsetzung auch gelingen.“ Der Tourismus in der Region habe noch große Potenziale.

„Der Plan ist mit Weitblick aufgestellt“, zeigte sich Siglinde Lohrmann (SPD) zufrieden. Jetzt müsse er mit Leben gefüllt werden. „Lebendig, wegweisend und kulturell“ – für sie würden diese Schlagworte bereits wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit beinhalten. „Wir sind derzeit an einem Tiefpunkt angelangt, aber das ist auch die Chance, die Region neu zu entdecken“, so Lohrmann, etwa „Plätze zu erkunden, die bisher nicht so wichtig erschienen sind.“ Man habe nun das Grundgerüst, auf das man aufbauen könne. Wichtig sei es, den Strategieplan noch mehr an die Region anzubinden. Damit könne er für die Region etwas Nachhaltiges bringen, hoffte Lohrmann. 

Volker Weil (FDP) lobte: „Der Plan nimmt die Bevölkerung mit, wirkt nach innen, nach außen, nicht nur high Level, sondern auch in den Details, wie er umgesetzt werden soll. Das Markenhandbuch gefällt mir auch gut.“ Der Plan sei jedoch zu stark auf das Thema Vielfalt ausgerichtet. Für Bewohner mache dies die Region lebenswert. Als Tourist sei Vielfalt aber nicht unbedingt ein Grund, in die Region zu kommen. „Mir fehlt das Alleinstellungsmerkmal, zum Beispiel über den Wein oder die IBA“, erläuterte Weil.  Man müsse aufpassen, dass die Stadt Stuttgart nicht zu schlecht wegkomme und auch die Subkultur berücksichtigt werde.

Peter Rauscher (DIE LINKE/PIRAT) erklärte: „Gut finden wir den Stellenwert der Kultur und, dass wir vom Automobil und dessen Geschichte wegkommen. Eine Marke ist eine Aura und Seele der Region, die man spürt.“ Jedoch verwiesen die Bilder zu stark auf die Landeshauptstadt und darauf, „dass man entspannt weltstädtisch“ sein wolle. Doch das wahre Alleinstellungsmerkmal sei die einzigartige Häufung von Dichtern und Denkern, von Museen und Gedenkstätten, und vielen Städten mit tollen Sammlungen, „selbstbewusste Städte mit eigener kultureller Tradition.“ Rauscher weiter: „56 Prozent der Übernachtungen finden in der Region statt. Deswegen muss man sich einen stärkeren Gang in die Region überlegen.“

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news-1104 Thu, 10 Feb 2022 12:14:22 +0000 Pandemie trifft Hotellerie und Gastronomie in der Region Stuttgart besonders stark Pandemiebedingte Schließungen führten zu starker Abwanderung von Beschäftigten in andere Branchen. Öffnungsphasen können finanzielle Ausfälle nicht kompensieren. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1104&cHash=5549579d8f9fa285b6b07acb73691b20 Die Coronapandemie hat die Gastronomie und Hotellerie in der Region Stuttgart stärker getroffen als andere Teile Baden-Württembergs. Die langen Lockdowns haben bei vielen Unternehmen die Reserven aufgebraucht und die Verschuldung erhöht. Im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart berichtete Jochen Alber, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Baden-Württemberg über die aktuelle Situation und Aktivitäten.

„Corona hat deutlich gezeigt, was gute Gastronomie wert ist und was fehlt, wenn diese nicht geöffnet ist: Lebensqualität und Charme in den Innenstädten. Wer keine wirtschaftlich und kulturell toten Innenstädte will, braucht gute Gastronomie“, so Alber. Er appellierte in diesem Zusammenhang an die Ausschussmitglieder, Themen wie etwa längere Öffnungszeiten, mehr Optionen für Gastronomie im öffentlichen Raum oder Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende, mit in ihre Kommunen und Landkreise zu nehmen.

Hotellerie, Gastronomie und Tourismus sind ein oft unterschätzter Wirtschaftsfaktor. So erwirtschafteten 30.874 steuerpflichtige Betriebe in Baden-Württemberg fast 13 Milliarden Euro. Pandemiebedingt sind 2020 die Umsätze um 38,7 Prozent gesunken. Seit Beginn der Pandemie bis heute kann von einem Verlust in Höhe von zwölf Milliarden ausgegangen werden, was nahezu einem Jahresumsatz entspricht. Die Hilfsprogramme in Höhe von drei Milliarden Euro können dies nicht kompensieren. Im Beherbergungsbereich sind die Umsätze um 45,6 Prozent gesunken, in der Gastronomie um 35 Prozent. 2021 brachte leichte Verbesserungen mit sich, allerdings konnte noch immer nicht das Niveau vor der Pandemie erreicht werden. Der Geschäftstourismus (Messen, Kongresse, Unternehmenstermine und dienstliche Reisen) spielt in der Region Stuttgart eine sehr wichtige Rolle. Viele dieser dienstlichen Termine konnten in den vergangenen zwei Jahren nicht stattfinden. Dadurch gab es in der Hotellerie 2020 einen Rückgang der Übernachtungen um 45,6 Prozent. Auch der überdurchschnittliche Rückgang des Anteils internationaler Gäste (2020, -62,1 Prozent) wirkte sich hier spürbar aus.

Mit Rückgang der Gästezahlen ist auch die Zahl der Beschäftigten in diesen Branchen gesunken. Pandemiebedingte Schließungen haben die Abwanderung in andere Branchen begünstigt. Von 2019 auf 2020 kam es zu einem Rückgang um 17 Prozent (Beherbergungen -15,7 Prozent, Gastronomie -17,5 Prozent). Von Januar bis Oktober 2021 setze sich dieser Trend fort, sodass es einen weiteren Rückgang um 13,9 Prozent gab. (Beherbergungen -11,3 Prozent, Gastronomie -14,9 Prozent). Durch zwischenzeitliche Öffnungsphasen konnten Betriebe mit Außengastronomie teilweise bessere Zahlen als in Vergleichszeiträumen vor der Pandemie erwirtschaften, jedoch unter dem Strich die Ausfälle nicht kompensieren. Die Pandemie wirke wie ein Brennglas für Themen wie Fachkräftemangel und die damit verbundenen Stichworte Ausbildung/Lohn- und Gehaltsgefüge/Arbeitszeit- und Wohnsituation, so Alber. Neben bereits bestehenden Bausteinen wie Akademie und Internat des Gastgewerbes in Bad Überkingen intensivierte der DEHOGA in dieser Zeit seine Aktivitäten zur Unterstützung der Mitgliedsbetriebe laut Alber u.a. durch spezielle Ausbildungsbörsen und vermehrte Betreuung von Betrieben. Zudem wurden gemeinsam mit dem Land Aktionen und Kampagnen wie „WIR GASTFREUNDE“ oder das Gastromobil ins Leben gerufen, die sowohl potenzielle Auszubildende als auch Unternehmen ansprechen und unterstützen.

Stimmen aus den Fraktionen

„Wir wissen, was wir an der Gastronomie haben und wissen auch um die Bedeutung für die Sicherheitsstruktur in den Städten“, betonte Andreas Hesky (Freie Wähler). Daher sei es seiner Fraktion wichtig gewesen, die Gastronomie als eine wichtige Säule im Leben der Städte in den Mittelpunkt zu rücken. Hesky bat darum, sich um konkrete Maßnahmen Gedanken zu machen, „mit denen der Verband Region Stuttgart der Gastronomie einen Schub geben kann.“ Diese sollen gemeinsam mit dem DEHOGA und lokalen Akteuren erarbeitet werden.

Auch Andreas Koch (CDU/ÖDP) bekräftigte die Bedeutung der Gastronomie. „Es geht um Lebensqualität und darum, dass sich sowohl Bewohner als auch Touristen in der Region wohlfühlen.“ Das betreffe auch die Innenstädte insgesamt und die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in der Region. Koch bezeichnete die Gastronomie und Hotellerie als Verlierer der Pandemie. „Vor allem die Folgewirkungen wie Personalmangel werden die Branche noch lange Zeit beschäftigen.“ Koch bewertete es als zentral, nun nicht an Qualität zu verlieren: „Wir wollen eine Genussregion sein, dann dürfen die Produkte nicht von der Stange kommen.“

Einige Betriebe seien besser als andere durch die Pandemie gekommen, so Sabine Kober (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). „Wenn man näher hinschaut, sind dies Betriebe mit einem ausgezeichneten Verhältnis zu ihrer Belegschaft – das ist einer der Knackpunkte.“ Aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen hätten die Arbeitsplätze der Branche nicht den besten Ruf. „Dies muss erkannt und angegangen werden, zum Beispiel in der DEHOGA-Akademie. Dann kann die Krise gemeistert werden“, konstatierte Kober. Ohne Gastronomie und Hotellerie sei auch der Tourismus nichts.

Dr. Jürgen Zieger (SPD) sah es als unbestritten an, dass der Bereich Gastronomie und Gastwirtschaft zu den gebeutelten Branchen gehöre. „Corona ist aber auch ein Brennglas, unter dem die Branchenprobleme noch einmal deutlich werden, die bisher nicht angegangen wurden“, war Zieger überzeugt. Diese Merkmale wie Arbeitszeiten, Bezahlung und Fachkräftemangel seien nicht pandemiebedingt. Die Branche müsse sich daher selbst reformieren.

Für Volker Weil (FDP) war es „befremdlich, einer Branche, die bis zum Anfang der Pandemie geboomt hat und in der jetzt viele Mitglieder um die Existenz bangen, die Schuld selbst in die Schuhe zu schieben.“ Mit Vorwürfen über die Arbeitsbedingungen solle man daher zurückhaltend sein. „Wir sollten uns überlegen, was wir tun können, um die Rahmenbedingungen in der Region zu setzen“, schloss Weil.

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news-1103 Thu, 03 Feb 2022 08:59:48 +0000 Aktuelle P+R-Situation in der Region Die Anzahl der geförderten P+R-Parkplätze in der Region wächst stetig. Durch den Ausbau des ÖPNV-Angebots und damit verbundenen steigenden Fahrgastzahlen erwartet die Region in den nächsten Jahren insgesamt eine erhöhte Nachfrage. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1103&cHash=2c9366fa8a60ff29659d3a459b9a8415 Der Verband Region Stuttgart hat sich zum Ziel gesetzt, das bestehende P+R-Angebot in der Region langfristig zu sichern und darüber hinaus die Anzahl der Plätze zu steigern. So soll für Pendelnde ein ideales Angebot geschaffen werden, um möglichst wohnortnah auf den ÖPNV umsteigen zu können. Über den aktuellen Stand des P+R-Konzeptes, die Förderrunden für P+R-Parkplätze sowie mögliche technische Neuerungen, wurde der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart in seiner Sitzung vom Mittwoch informiert.

Ergebnisse der ersten Förderrunden

Aufgrund der ersten beiden Runden der regionalen P+R-Förderung, die im Jahr 2018 und 2019 vom Verkehrsausschuss beschlossen wurden, geht die Region aktuell davon aus, 3.400 bestehende Stellplätze in die regionale P+R-Konzeption einzubringen und rund 680 Stellplätze neu zu schaffen. Bislang wurden davon 3.210 bestehende Stellplätze an 15 Haltestellen in der Region für die nächsten 20 Jahre gesichert. Die Vereinbarungen mit Ditzingen und Kirchheim am Neckar über insgesamt 188 Bestandsstellplätze stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Diese Stellplätze werden künftig nach regionalen Leitlinien betrieben. Von den 680 neuen Stellplätzen sind bislang 466 in neuen Parkhäusern in Vaihingen (Enz) und Waiblingen umgesetzt worden.

Ursprünglich hat der Verkehrsausschuss einen Finanzierungsbeitrag zum Betrieb von 4.535 bestehenden Stellplätzen und den Bau von 1.676 zusätzlichen Stellplätzen beschlossen. Wegen veränderter Konzeptionen, dem Rückzug einiger Kommunen und der Abhängigkeit von anderen Projekten in den Kommunen vor Ort wird das anvisierte Ziel der ersten beiden Förderrunden nicht erreicht.

Unter anderem verzögert sich der Abschluss der Kooperationsvereinbarung über die kommunalen Stellplätze am Standort Marbach, da die Konzeption über die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes aussteht. In Schwaikheim fehlt noch ein Gremienbeschluss über eine Teilnahme an der regionalen P+R-Förderung. In Wendlingen hat sich die Zahl von ursprünglich 150 zusätzlichen Stellplätzen auf 42 verringert. Im Westen von Ludwigsburg sollten 400 P+R-Stellplätze im Zusammenhang mit einer neuen Mobilitätsdrehscheibe an einer neuen Schienenhaltestelle entstehen. Die Stadt verfolgt die Pläne aus finanziellen Gründen zunächst nicht weiter. In Weinstadt wurde der Bau eines P+R-Parkhauses an der Station Stetten-Beinstein wegen der unsicheren Haushaltslage der Stadt zurückgestellt. In Gäufelden verzögert sich die Umsetzung des Vorhabens wegen der anstehenden Gesamtsanierung des Bahnhofs. Die Stadt Backnang geht für die Errichtung eines neuen Parkhauses am Bahnhof nicht mehr von einer Realisierung vor 2025 aus. Die geplante Erweiterung der P+R-Anlage an der S-Bahn-Haltestelle Maubach wird nicht realisiert. Die Stadt Herrenberg hat die Pläne für die Aufstockung eines bestehenden Parkhauses wegen der enorm gestiegenen Kosten verworfen.

Dritte Förderrunde

Trotz der Unsicherheiten ist es gelungen, Interessenten für eine weitere Förderrunde zu gewinnen. Mit sechs Kommunen könnten Fördervereinbarungen über rund 200 Bestandsstellplätze und knapp 800 zusätzliche Stellplätze abgeschlossen werden. Zu der Vereinbarung gehört unter anderem die Einnahmegarantie von 180 Euro im Jahr je Bestandstellplatz und bis zu 4.500 Euro Förderung für einen zusätzlichen Stellplatz. In der Sitzung vom Mittwoch hat der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung die Geschäftsstelle beauftragt mit diesen Kommunen weitergehende Verträge zu schließen.

Dazu gehört Nürtingen mit geplanten rund 400 neuen P+R-Stellplätzen. Die Stadt Schorndorf hat beim Bau eines neuen Parkhauses rund 190 neue P+R-Stellplätze im Blick. In Kirchheim am Neckar sollen etwa 100 zusätzliche Abstellmöglichkeiten entstehen. In Remseck am Neckar soll die Anlage an der Stadtbahnhaltestelle Aldingen um ebenfalls 100 Stellplätze aufgestockt werden.  Mit Uhingen könnte die erste P+R-Anlage im Landkreis Göppingen von der regionalen P+R-Förderung profitieren. Die Anlage hat 125 Bestandstellplätze. Die Stellplätze würden durch die regionale Förderung gebührenfrei bleiben. An der Regionalzughaltestelle Sulzbach an der Murr stehen 75 P+R-Stellplätze zur Verfügung. Mit der Aufnahme in die regionale P+R-Förderung würden die Stellplätze für Nutzerinnen und Nutzer kostenfrei.

Der Verband Region Stuttgart erwartet auf Grund der anstehenden Verbesserungen im ÖPNV, wie der Verlängerung der S-Bahn nach Neuhausen, der Ausweitung des 15- Minuten-Takts und den deutlich mehr fahrgastfreundlichen Direktverbindungen durch die Inbetriebnahme von Stuttgart 21, einen stark steigenden Bedarf an P+R-Stellplätzen. Eine Anzahl von rund 25.000 P+R-Stellplätzen könnte realistisch sein. Diesem Bedarf stehen jedoch auch künftig Hindernisse sowohl beim Erhalt als auch beim Ausbau der P+R-Anlagen gegenüber. Die P+R-Flächen stehen in Konkurrenz mit städtebaulichen Entwicklungen rund um die Bahnhöfe und für die Kommunen bedeuten sie einen hohen finanziellen Eigenanteil.

Technische Neuerungen

Im Rahmen des Förderprojekts Regionale Mobilitätsplattform wurde die P+R-Anlage in Bondorf mit einer Echtzeitbelegungserfassung ausgestattet, deren Ergebnisse im Mobilitätsdatenmarktplatz (MDM) des Bundes als Open-Data veröffentlicht werden. Ziel ist es, auf P+R durch die Angabe verfügbarer Stellplätze hinzuweisen, dabei Parksuchverkehr zu vermeiden und Empfehlungen zum Umstieg im regionalen Verkehrsmanagement geben zu können. Als weitere Anlagen sollen Neustadt-Hohenacker und der P+R-Parkplatz in Kirchheim am Neckar folgen. Zudem wurde die potenzielle Ausstattung von P+R mit Fotovoltaikanlage näher betrachtet. Aufgrund ohnehin schon hoher Baukosten, geringer Fahrdistanzen zwischen Wohnort und P+R Anlage und somit auch geringen Bedarf wird diese Option derzeit nicht weiterverfolgt.

Für Helmut Noë (CDU/ÖDP) sei P+R eine „Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen kann.“ Hier habe man bedarfsgerecht gehandelt und dort P+R-Anlagen geschaffen, wo sie gebraucht würden, außerhalb der Zentren. Fotovoltaikanlagen bzw. Lademöglichkeiten für Elektroautos mit P+R zu verknüpfen sei für ihn ein Zukunftsthema, da es momentan noch nicht so viele Elektroautos gebe. Hier stelle sich die Frage, ob man den erzeugten Strom nicht anders nutzen könnte z.B. für die S-Bahn. Dies sei praktizierter Klimaschutz. Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte, dass P+R keine Globallösung sei, aber ein Baustein, um die Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Das Land beabsichtige eine Pflicht einzuführen, wonach auf jeder neuen Fläche, Flächen für erneuerbare Energie vorgehalten werden müssten. Mittelfristig könnte er sich vorstellen, dass es auch für Altanlagen gelte. Welche positiven Wirkungen P+R entwickeln könne zeige laut Rainer Gessler (Freie Wähler) die Anlage in Vaihingen an der Enz. Hier habe sich ein regelrechter „Abstellmagnet“ entwickelt. Mit der Echtzeitbelegung böte man in Zukunft noch mehr Service und hätte Daten für eine bedarfsgerechte Planung. Michael Makurath (SPD) sei nicht überrascht, dass nicht alle Maßnahmen umsetzt werden konnten. Bahnhofsflächen seien aufgrund der Nutzerzahlen der Bahn zu interessanten Flächen geworden. Hier sollte man die Chancen nutzen und beispielsweise geplante Parkhausneubaten bei der Entwicklung von P+R unterstützen. Bei digitalen Echtzeitinformationen zur Auslastung stünde man am Anfang, hier wünschte er sich mehr Ehrgeiz. Joachim Hülscher (AfD) sah die zunehmende Flächenkonkurrenz im Bahnhofsumfeld kritisch. Hier bräuchte man in Zukunft intelligente Lösungen und Stapelmöglichkeiten um Wohnen, Gewerbe und P+R zu vereinen. In Bezug auf Lademöglichkeiten auf P+R Anlage bat er nicht über das Ziel hinaus zu schießen, da die Autos zu Hause geladen würden. Gabriele Heise (FDP) betonte, dass man langfristig an P+R-Plätzen und außerhalb eine Ladeinfrastruktur bräuchte. Diese sei zumindest künftig bei Neubauten verpflichtend. Ihrer Meinung nach werde es ein Drahtseilakt dafür zu sorgen, dass P+R-Flächen und der Bedarf an Wohnraum- und Gewerbeflächen sich nicht gegenseitig blockieren. Für Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) ist P+R eine Möglichkeit Menschen zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen. Er bat beim Bau neuer Anlagen darauf zu achten, dass eine einfache Nachrüstung mit Lademöglichkeiten berücksichtigt werde.

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news-1102 Thu, 03 Feb 2022 08:57:44 +0000 Optimierungen im Ersatzverkehr während der Stammstreckensperrung 2022 Mit Schmiermittel soll sichergestellt werden, dass bei der kommenden Stammstreckensperrung die Züge über die Panoramabahn fahren können. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1102&cHash=fa32b85960776afeb36a1c39c63c637d Während einer routinemäßigen Überprüfung wurde, während der Stammstreckensperrung im Sommer 2021, bei zahlreichen S-Bahn-Fahrzeugen ein erhöhter Verschleiß an den Rädern festgestellt. Da dies mit der Nutzung der Panoramabahn in Verbindung gebracht wurde, wurde von der S-Bahn Stuttgart dieser Verkehr sofort eingestellt und näher beleuchtet. Die Ergebnisse der Untersuchung und die Lehren für die kommenden Stammstreckensperrung im Sommer 2022 wurden am Mittwoch im regionalen Verkehrsausschuss vorgestellt. Beantragt hatten dies BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, FDP und DIE LINKE/PIRAT.

In den Sommerferien 2021 musste die Stammstrecke erstmals für einen sechswöchigen Zeitraum außer Betrieb genommen werden. Dies machte einen umfassenden Ersatzverkehr und die Umleitung der Züge zwischen Hauptbahnhof und Stuttgart Vaihingen über die sogenannte Panoramabahn nötig. Die Untersuchung der DB Systemtechnik stellte fest, dass es durch die intensive Nutzung der bogenreichen Panoramabahn zu einem erhöhten Verschleiß an den Rädern der Baureihe 423/ 430 zwischen Stuttgart West und Dachswald kommt. „Wir haben die Wendeschleife der S-Bahn an der Schwabstraße als eine Blaupause identifiziert. Schmierfette halten die Reibung von Schienen und den Rädern der S-Bahn-Fahrzeuge auch in engen Kurvenradien auf Normalniveau. Die Deutsche Bahn ist deshalb zuversichtlich, dass wir während der Sperrung der Stammstrecke in den diesjährigen Sommerferien das Betriebskonzept mit den drei S-Bahn-Linien über die Panoramastrecke durchgängig fahren können“, berichtet Rüdiger Weiß, Leiter Betrieb, Fahrplan, Vertrieb der DB Netz AG für die Region Südwest im Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart. Solche Maßnahmen sind nicht ungewöhnlich, sodass beispielsweise die Wendeschleife in der Schwabstraße über eine solche Anlage verfügt. Bei der S-Bahn Rhein-Ruhr wurde ähnliche Probleme bei Zügen der Firma Abellio ebenfalls auf diese Weise behoben. „Unsere Fahrgäste haben während der Sperrung der Stammstrecke im vergangenen Jahr das geänderte Fahrplanangebot der S-Bahn einschließlich der Busse sehr gut angenommen. Das ursprüngliche Konzept mit den drei S-Bahn-Linien über die Panoramabahn hat mit einer Pünktlichkeit von bis zu 99 Prozent zuverlässig funktioniert. Insofern werden wir auch in den kommenden Sommerferien dafür sorgen, dass die Menschen in der Region trotz Baustelle auf der Stammstrecke mobil bleiben“, sagte Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart. Während der Sperrungen, die voraussichtlich bis 2025 erforderlich sind, wird neben der Modernisierung der Haltestellen auch wird auch die Technik instandgesetzt und digitalisiert.

Stimmen aus den Fraktionen

Helmut Noë (CDU/ÖDP) hielt es für wichtig, dass nach 40 Jahren die Instandsetzung der S-Bahn endlich angegangen werde. Er stellte jedoch klar: „Wir haben immer mehr Verkehr bestellt, dadurch werden die Zeitfenster für Instandsetzungsmaßnahmen immer enger, sodass es nur im Rahmen einer längeren Sperrung geht.“ Klar sei zudem, dass der Austausch der Technik und der Einbau der digitalen Technik über das normale Maß hinausgingen, sodass mehrere Sperrungen notwendig seien. Anfängliche Probleme hätte man in den Griff bekommen, was besser werden müsse, sei die Fahrgastinformation. Zudem bat er sich bei den kommenden Sperrungen mit der SSB abzustimmen, um parallele Baumaßnahmen möglichst zu verringern. Philipp Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte die Rolle der Region als wirtschaftliches und kulturelles Herz des Landes und Wohnort für 2,8 Millionen Menschen. „Wir brauchen eine Infrastruktur, die ebenbürtig ist und den Menschen einen zuverlässigen Verkehr bietet.“ Die vorgestellte Planung ließe an der Zuverlässigkeit zweifeln. Er habe kein Verständnis für die Durchführung der Maßnahmen, da es möglich sein müsste mit Wochenendbaustellen auszukommen. Auch dafür, dass frühere Schmieranlagen außer Betrieb genommen und nicht ersetzt wurden fehle ihm das Verständnis. Er appellierte eindringlich die Maßnahmen zu beschleunigen und eine Sperrung 2025 verhindern, da in dieser Zeit auch die Stadtbahn erneuert würde und die Panoramabahn nicht zur Verfügung stünde.

Bernhard Maier (Freie Wähler) appellierte bei der Stammstreckensperrung und die Verschleißthematik nicht ins „Bahn-bashing“ zu verfallen.  Klar sei, dass die Panoramabahn Gegenstand der Zukunftskonzepts für den Schienenknoten sei. Er hoffe deswegen auf baldmögliche Informationen für welchen Verkehr die Panoramabahn auch in Zukunft genutzt werden könne. Thomas Leipnitz (SPD) haben die vorgestellten Erkenntnisse nicht überrascht. Bei Baumaßnahmen müsse man aber die Kirche im Dorf lassen. „Wir brauchen eine leistungsfähige Infrastruktur, aber ohne Sperrung geht es nicht.“ Für ihn sei die zentrale Frage wie es mit dem Nordhalt aussehe. Für Joachim Hülscher (AfD) sei wichtig, dass rund um die Uhr gearbeitet würde, auch an Wochenenden. Er sei weit entfernt vom Bahn-bashing, appellierte jedoch die Arbeiten zu beschleunigen und eine Sperrung 2025 zu verhindern. Hans-Dieter Scheerer (FDP) betonte die Bedeutung der Panoramabahn als Ersatz für die Stammstrecke. Seine Fraktion befürworte seit Jahren eine zweite Stammstrecke, da diese nicht komme, müsse man die Panoramabahn ertüchtigen. „Ich hoffe, dass die Schmiermittel und Öle nicht ausgehen“, konstatierte er. Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) sei erschüttert, dass es früher Schmiermittelanlagen gab, die jetzt verschwunden seien. Er appellierte bei der nächsten Sperrung neben der Verschleißthematik auch die Fahrgastinformation und Beschilderung in den Griff zu bekommen.

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news-1101 Thu, 27 Jan 2022 09:58:57 +0000 Kleines Angebot an großen Flächen Der Verband Region Stuttgart hat über 600 Flächen innerhalb und außerhalb des Siedlungsbestands untersucht. Große Flächen für den wirtschaftlichen Strukturwandel stehen zeitnah nicht zur Verfügung. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1101&cHash=0ff955618c354f93e265bcedebfa7e59 Die Sicherung der Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit der Region ist eine Kernaufgabe des Verbands Region Stuttgart. Erforderlich sind hierfür, neben zahlreichen anderen Aspekten, geeignete Flächen, auf denen sich ansässige Unternehmen weiterentwickeln und neue angesiedelt werden können. Eine Untersuchung des Verbands, die am Mittwoch im regionalen Planungsausschuss vorgestellt wurde, bestätigt das von der Region mehrfach thematisierte Defizit an größeren baureifen Flächen.

Auf den ersten Blick besteht ein erhebliches Flächenpotenzial. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die meisten Flächen relativ klein und somit für industrielle Nutzungen nicht geeignet sind. Auf den wenigen großen Flächen fehlt es an Baurecht und auch die Bodenordnung steht noch aus. Für eine kurzfristige Bebauung kommen sie damit nicht in Betracht. Für einen Standort, dessen zentraler Wirtschaftssektor mit der Automobilindustrie einen tiefgehenden Strukturwandel durchläuft, ist das eine ungünstige Situation: Für Investitionen in zukunftsfähige Antriebssysteme oder neue Technologien finden sich derzeit keine geeigneten Bauplätze. „Die Ergebnisse zeigen einen dringenden Handlungsbedarf. Wenn die Region auch in Zukunft ihren Wohlstand und Innovationskraft sichern will, müssen jetzt geeignete Standort so entwickelt werden, dass für wichtige Vorhaben konkrete Angebote zur Verfügung stehen,“ betonte Thomas Kiwitt, Leitender Technischer Direktor des Verbands Region Stuttgart.

Vorgehen und Parameter der Untersuchung

Die regionsweite Analyse basiert auf Flächen, die im Regionalplan oder den Bauleitplänen der Gemeinde für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen sind, sowie auf der Auswertung aktueller Luftbilder. Neben neu geplanten Flächen wurden auch Baulücken im Siedlungsbestand ab einer Größe von 0,5 Hektar berücksichtigt. Für eine weitergehende Beurteilung der Eignung wurden immissionsschutzrechtliche Einschränkungen, die Geländesituation, Hochwassergefahren, oder der Flächenzuschnitt herangezogen. Die eigentumsrechtliche Situation, und damit auch die Verkaufsbereitschaft der Eigentümer, konnte hingegen nicht berücksichtigt werden.

Flächenpotenziale innerhalb des Siedlungsbestands

Schon aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen genießt die Nutzung von Baulücken Vorrang vor der Inanspruchnahme von Freiflächen. Innerhalb des Siedlungsbestands wurden 343 Flächen mit einer Mindestgröße von 0,5 ha untersucht. Nach dem Ausscheiden von unbebauten, aber für betriebliche Zwecke (z.B. Lager- und Parkflächen) benötigten Arealen ergab sich ein Potential von 206 ha auf insgesamt 169 Einzelflächen.  90 Prozent dieser Flächen sind allerdings kleiner als zwei Hektar und kommen somit für großflächige Vorhaben nicht in Betracht. Insgesamt können damit die zur Begleitung des wirtschaftlichen Strukturwandels erforderlichen Flächen innerhalb der bereits bebauten Areale nicht in ausreichendem Umfang angeboten werden.

Flächenpotenziale außerhalb des Siedlungsbestands – keine Angebote ab 20 ha

Auf 211 Flächen sind insgesamt knapp 1.000 ha für Gewerbliche Zwecke in den unterschiedlichen Planwerken auf regionaler und gemeindlicher Ebene gesichert. In planerischer Hinsicht ist damit eine ausreichende Vorsorge getroffen. Deutlich geringer fällt allerdings die Bilanz hinsichtlich der tatsächlich baureifen Flächen aus: 216 ha auf 71 Flächen verfügen über einen entsprechenden Bebauungsplan und können damit relativ schnell bebaut werden. Dabei sind 59 (bzw. 85%) dieser Flächen kleiner als 5 ha, lediglich vier Flächen finden sich in der Größenordnung zwischen 10 und 20 ha. Größere baureife Angebote gibt es in der Region nicht. Damit wird ein Segment nicht bedient, das für die Begleitung des Strukturwandels durch Realisierung neuer Anlagen und damit verbundener Arbeitsplätze von besonderer Bedeutung wäre. Zahlreiche Wirtschaftsstandorte in Deutschland und Europa verfügen hingegen über ein entsprechendes Flächenportfolio und können dementsprechend konkrete Bauplätze für Zukunftsinvestitionen anbieten.

Umwandlung von Flächen und Mischflächen

Untersucht wurde zudem die Umwandlung von Gewerbegebieten zu Misch- und Wohngebieten. Hier zeigte sich, dass 120 ha ehemaliger Gewerbegebiete planungsrechtlich in Misch- (90 ha) und Wohngebiete (30 ha) umgewandelt wurden. Für eine „robuste“ gewerbliche Nutzung mit entsprechenden Immissionsbelastungen stehen diese Gebiete damit nicht mehr zur Verfügung.

Stimmen der Fraktionen

Roland Schmid (CDU/ÖDP) lobte, dass man mit der Untersuchung Fakten auf dem Tisch habe. Seine Fraktion mache sich schon seit langem Sorgen, weil Bestandunternehmen mangels Flächen die Gemeinden in der Region verlassen. „Manch einer würde sagen die Natur habe gewonnen, andere hingegen der Mensch habe verloren, da damit auch der Arbeitsplatz, die Wirtschaftskraft und der Wohlstand gehen.“ Insgesamt habe man kein Angebot für größere Ansiedlungen, kein Angebot für internationalen Wettbewerb und kein Angebot für den Strukturwandel. Allein auf Innenentwicklung zu setzten sei falsch. Deswegen müsse man das Thema aktiv angehen, denn mit Bedenken komme man nicht voran.

Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und ihre Fraktion wollten hingegen stark auf Innenentwicklung setzen. „Durch andere Organisation innerhalb der bestehenden Flächen bekommen auch große Unternehmen im Bestand viel unter“, betonte sie. Im Zusammenhang mit der Transformation stelle sich für sie die Frage, wie diese aussehen wird. Werden es weiterhin Gebiete mit 24-Stundenbetrieb und entsprechender Lautstärke sein, oder ganz anders? Als Beispiel nannte sie emissionsarme Bereich wie Künstliche Intelligenz oder Medizintechnik. Laut Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) habe die Untersuchung gezeigt, dass es keine wundersame Flächenvermehrung gebe. „Zeitnahe Flächen sind und bleiben eine Illusion.“ Die Eigentumsfrage käme noch erschwerend hinzu. Für Regina Traub (SPD) haben die Zahlen belegt, dass es unumgänglich sei in den Außenbereich zu gehen. Jetzt stelle sich de Frage wie man dies den Bürgern erklären könne und mit ihnen umgeht. Joachim Hülscher (AfD) sah in der Untersuchung den Beleg dafür, dass man in der Region keine schnelle Reaktionsmöglichkeit habe. „Ich bin gespannt, wie wir das beheben können.“

„Wir sind ein Industriestandort“, betonte Gabriele Heise (FDP). Alles was man sich hier leisten könne und zahlreiche Sozialleistungen der Kommunen gebe es nur deswegen. Deswegen müssen man auch entsprechend handeln. Für Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT) sei Strukturwandel auch kleinteilig möglich, ohne auf Grünzüge zurückzugreifen. Er betonte: „Wir geben den Grünzug nicht frei.“

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news-1100 Thu, 27 Jan 2022 09:55:31 +0000 Region vergibt über zwei Millionen Euro für Maßnahmen zur Aufwertung der Landschaft Kofinanzierungsprogramm zum Landschaftspark Region Stuttgart so gefragt wie noch nie. Mit insgesamt 1.4 Millionen Euro geht der größte Anteil nach Winnenden, Stuttgart und Esslingen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1100&cHash=a618f884f4f619943aac2166fc169773 Landschaft nicht nur schützen, sondern auch aufwerten und gestalten: Dies ist die Grundidee des Landschaftsparks Region Stuttgart. Alljährlich unterstützt der Verband Region Stuttgart Städte und Gemeinden in der Region hierzu mit dem Kofinanzierungsprogramm Landschaftspark Region Stuttgart. In seiner heutigen Sitzung ist der regionale Planungsausschuss der Empfehlung der Jury gefolgt und hat die Förderung von 21 Projekten beschlossen. Lediglich sechs Projekte lehnte die Jury im Vorfeld ab. Erstmalig seit Bestehen des Programms werden dieses Jahr 2.001.738 Euro vergeben. Mit 700.000 Euro geht der größte Anteil nach Winnenden für ein Leuchtturmprojekt.

Hier plant die Stadt, die Buchenbachaue im Bereich zwischen dem Stadtteil Höfen und dem östlichen Siedlungsrand von Winnenden in zwei Bauabschnitten zu einem ökologisch wertvollen Naturerlebnisraum zu entwickeln. Es verbessert die Wohnumfeld- und Umweltqualität, leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung und zum Hochwasserschutz.

300.000 bzw. 400.000 Euro gehen für mehr Aufenthaltsqualität am Neckar nach Esslingen und Stuttgart. Die Stadt Esslingen am Neckar greift eine Projektidee des Masterplans Neckar auf. Auf einer Länge von 1,2 km soll eine öffentlich zugängliche Erholungsfläche mit unterschiedlichen Aufenthaltsplätzen und naturnahen Uferzonen am Neckar entstehen: der Neckaruferpark. Ziel ist es, die Erholungs- und Biotopfunktionen am Neckar zu verbessern und die bisher geschaffenen Aufwertungen am Neckar fortzusetzen.

Vergleichbar mit dem Neckaruferpark plant die Stadt Stuttgart eine 900 m lange öffentliche Naherholungsfläche entlang des Neckarufers am Wasen mit Aufenthaltsbereichen und naturnahen Flachwasserzonen. Auch dies ist ein Projekt aus dem Masterplan Neckar. „Das Projekt trägt dazu bei, die Flusslandschaft im urban stark überformten Umfeld erlebbar zu machen“, heißt es in der Begründung für die Kofinanzierung. An beiden Projekten will sich der Verband Region Stuttgart auch in den kommenden zwei Jahren mit jeweils 300.000 beteiligen.

Die Städte und Gemeinden entlang des bestehenden Museumsradwegs zwischen Weil der Stadt und Nürtingen können sich ebenfalls über Kofinanzierungsmittel freuen.  Ziel ist es, den rund 50 Kilometer langen Museumsradweg schrittweise durch verschiedene Gestaltungselemente und teils interaktive Informations- und Erlebnisstationen zur umgebenden Landschaft und ihrer Geschichte aufzuwerten. Dazu gehört auch der neue Name „Entdeckertour – KulturLandschaft zwischen Heckengäu und Schönbuch“ sowie die Ausschilderung mit einem neuen Logo. Die Konzeption soll schrittweise umgesetzt werden. Für die ersten Maßnahmen dieses interkommunalen Projekts gehen insgesamt 78.738 Euro nach Aidlingen, Altdorf, Hildrizhausen, Holzgerlingen, Nürtingen, Waldenbuch, Weil der Stadt, Weil im Schönbuch und an die Landkreise Böblingen und Esslingen.

Im Gegensatz zu den anderen Verdichtungsräumen verfügt die Region Stuttgart beinahe flächendeckend über eine hohe landschaftliche Erholungsqualität und gleichzeitig unterliegen die Landschaftsräume einem hohen Nutzungsdruck. Dies unterstreicht die hohe Relevanz des Instruments Landschaftspark Region Stuttgart, die sich durch die Pandemie zusätzlich verstärkt hat. Durch günstigere Projekte in den Vorjahren oder zum Teil nicht abgerufene Projektmittel ist man übereingekommen die üblichen 1.5 Millionen, die hierfür jährlich zur Verfügung stehen, einmalig aufzustocken.

Stimmen der Fraktionen

Roland Schmid (CDU/ÖDP) betonte, dass seine Fraktion es für richtig halte, die Projektmittel auf zwei Millionen Euro zu erhöhen, da so das übrige Geld richtig eingesetzt werde. „Das Kofinanzierungsprogramm Landschaftspark macht die Region sichtbar und erlebbar.“ Es sei ein verbindendes Element „durch gemeinsame Aufgaben über Gemeindegrenzen hinweg, aber auch indem es Menschen näher zusammenbringt“, freute sich Schmid. Weiter konstatierte er: „Große Maßnahmen sind sichtbarer, aber die Kleinen sind genauso bedeutsam.“ Der Vorschlag der Jury sei daher ein gelungener Mix mit nachhaltigen Verbesserungen und einer Aufwertung des gesamten Verbandsgebiets.

„Wir sind in Stuttgart insofern privilegiert, dass unser Nutzungsdruck auch tatsächlich mit einer Eignung korrespondiert“, stellte Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) fest. Ein Großteil der Projekte sei sehr gelungen, schön sei, dass deutlich vermehrt als früher Kinder und Jugendliche einbezogen würden. In ihrer Fraktion habe es aber durchaus Stimmen für die kleine Version der Fördersumme gegeben. „Nicht, weil wir kein Geld ausgeben wollen, sondern weil wir bei manchen Projekten das Gefühl hatten, die regionale Bedeutsamkeit kommt zu kurz.“ Einige Aufgaben könnten die Kommunen auch selbst bewerkstelligen. Kraus-Prause bat daher, den Begriff zu schärfen.

Peter Aichinger (Freie Wähler) bedankte sich für die gute Vorbereitung, die es ermöglicht habe „eine qualifizierte Diskussion zu führen und die Entscheidung im Konsens zu treffen.“ Dies sei sowohl bei Leuchtturmprojekten als auch bei kleineren Maßnahmen der Fall gewesen. Für Regina Traub (SPD) war die Erhöhung der Fördersumme durch große und teure Projekte gerechtfertigt. Lobend erwähnte sie das Projekt in Mundelsheim. Das Projekt sei ideal, da es den Mundelsheimern, den Radfahrern auf dem Neckartalradweg sowie der Schifffahrt zugutekomme und habe Vorbildcharakter. „Das Geld ist gut angelegt, da so manche Kommune das ein oder andere Projekt ohne Förderung gar nicht umsetzen könnte“, schloss Traub.

Laut Joachim Hülscher (AfD) sei eine gute Auswahl getroffen worden. Seine Fraktion kritisiere allerdings die „Geldausgebefreude“, mit der die Fördersumme erhöht worden sei. Dennoch resümierte er: „Wenn man die einzelnen bisher kofinanzierten Maßnahmen anschaut sieht man, dass die Mittel gut eingesetzt sind und auf Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen.“ Eine „große Entscheidung“ habe man mit dem erhöhten Förderetat und einer Haushaltswirkung bis 2024 getroffen, so Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT). Es sei sachgerecht die Zweckbindung der Mittel zu erhalten. „Die Gesamtschau der Projekte stützt die regionale Tourismusstrategie“, gab sich Ozasek zufrieden.

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Kurzübersicht Kofinanzierung 2022

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news-1099 Thu, 20 Jan 2022 10:25:16 +0000 Region informiert über Stand der Angebotsverbesserungen bei der S-Bahn Konkretisierungen und Planungen für acht Maßnahmen mit über 100 Millionen Euro Gesamtinvestitionsvolumen. Ziel der Maßnahmen sind die Steigerung der Qualität der S-Bahn, die Ausweitung des Angebots sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1099&cHash=d1e8f7f5604d06a227b6927552ed20ca Das Angebot der S-Bahn in der Region wird kontinuierlich ausgebaut und verbessert. Das hat der regionale Verkehrsausschuss bereits 2020 beschlossen. Hierzu sind Erweiterungen und Anpassungen der Infrastruktur nötig. Über den Stand der Planungen der sogenannten QSS Maßnahmen (Qualitätsoffensive für den Schienenknoten Stuttgart) wurde gestern im Ausschuss informiert. Konkret handelt es sich um acht Maßnahmen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 100 Millionen Euro.

Angebot auf der S6 wird durch S62 ergänzt

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember letzten Jahres verkehrt die S62 als zusätzliches Angebot zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen. Damit diese Linie zukünftig bis Feuerbach weitergeführt werden kann, muss dort ein neuer Bahnsteig gebaut werden. Dazu wird der heute an Gleis 130 in Feuerbach bereits vorhandene Bahnsteig erhöht und verlängert. Zudem erhält das Gleis eine Oberleitung und wird durch weitere Weichen besser auch in Richtung Kornwestheim angebunden. Für die Bahnsteigmaßnahme wird für Mitte 2022 die Entwurfsplanung erwartet, die Umsetzung soll gemeinsam mit der Ausrüstung der Oberleitung bis Ende 2025 erfolgen. Der Einbau der zusätzlichen Weichen erfolgt erst nach Inbetriebnahme von S21. Danach ist beabsichtigt den bisherigen Vorlaufbetreib anzupassen und weitere Halte anzusteuern. Ab September 2022 soll die S62 als zusätzliches Angebot zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen verkehren.

S-Bahn nach Nürtingen

Damit die S1 von Plochingen künftig bis nach Nürtingen fahren kann, sind Anpassungen an den Bahnsteigen in Wendligen, Oberboihingen und Nürtingen erforderlich. Für den Ausbau der Bahnsteige in Wendlingen und Oberboihingen sind die planerischen Randbedingungen unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit festgelegt. So werden die Bahnsteige verlängert und im Bereich der ersten S-Bahntüren erhöht, sodass die Bahnsteige sowohl von der S-Bahn als auch von den Landeszügen genutzt werden können. In Nürtingen soll ein neuer Bahnsteig gebaut sowie die Tälesbahn ebenfalls an den neuen Bahnsteig verlegt werden. Die ersten Planungsphasen zeigen diese Lösung als praktikabel an. Hierzu muss noch die Finanzierung mit dem Land geklärt werden. Nach Inbetriebnahme von S21 entsteht so gemeinsam mit dem Regionalverkehr ein Ringschluss ins Neckartal.

Weitere Linien aus dem Norden bis Vaihingen/Böblingen und Ehningen sowie Verbesserungen an der Stammstrecke

Die geplante Durchbindung von S-Bahn Linien aus dem Nordast bis Vaihingen und weiter bis Böblingen und Ehningen macht die S-Bahn für viele Nutzer deutlich attraktiver. Dafür werden verschiedene Infrastrukturergänzungen vorgesehen, die auch im Störungsfall wichtig sind. Auf dem Abschnitt Schwabstraße/Österfeld sind zwei zusätzliche Weichenverbindungen zur flexiblen Betriebsführung geplant. Die Vorplanung wurde fertiggestellt. Die Umsetzung soll während der geplanten Stammstreckensperrungen stattfinden. Deswegen hat der Verkehrsausschuss bereits vor der vollständigen Fertigstellung der Vorplanung beschlossen, die Planungen weiterzuführen.

Um Verspätungen abbauen zu können soll die Geschwindigkeit im Hasenbergtunnel talabwärts auf 100km/h und zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße in beide Richtungen auf 80km/h erhöht werden. Bis März soll die Vorplanung abgeschlossen sein. Die Inbetriebnahme erfolgt Ende 2025 gemeinsam mit der Inbetriebnahme der digitalen Technik (ETCS Level 2).

In Vaihingen wurde zwischenzeitlich der neue Bahnsteig an Gleis 4 und 6 in Betrieb genommen, an dem der Verband beteiligt war und, der passend für die S-Bahn mit der nötigen Länge gebaut wurde. Um am neuen Regionalbahnsteig den bahnsteiggleichen Umstieg von Regionalzügen in die S-Bahn zu ermöglichen, sind zwei zusätzliche Weichenverbindungen nötig. Zudem soll eine weitere Abstellmöglichkeit für S-Bahn Triebzüge mit Anbindung an das Gleis 4 geschaffen werden. Die Vorplanung ist abgeschlossen und geht von Kosten in Höhe von 6,2 Millionen Euro aus. Bis Ende 2025 soll auch diese Maßnahme fertiggestellt sein.

In Bad Cannstatt muss der Bahnsteig an Gleis 1 nach Inbetriebnahme von S21 auf
96 cm erhöht werden. Die Planungen hierzu haben begonnen und erweisen sich aufgrund der zum Teil darunterliegenden Bahnhofsräume als aufwendiger als zunächst angenommen.

In Böblingen laufen derzeit die Planungen für weitere Weichen, um eine flexiblere Betriebsführung zu ermöglichen. Zudem muss hier das S-Bahnabstellgleis verlängert werden, damit auch Langzüge (drei Triebwagen) Platz haben. Es wird mit Kosten in Höhe von 2,6 Millionen Euro gerechnet und einer Umsetzung bis Ende 2025. In Bezug auf mögliche Anpassungen des Bahnsteigs an Gleis 4 wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. In Ehningen haben die Planungen für ein Wendegleis mit Bahnsteig begonnen und die Planleistungen sind ausgeschrieben.

15-Minuten-Takt Böblingen-Renningen

Für den Ausbau des 15-Minuten-Takts zwischen Böblingen und Renningen werden die ersten Ergebnisse der betrieblichen und verkehrlichen Untersuchung Anfang 2022 erwartet. Basierend darauf beginnen die Planungen.

Langzugbildung, Fahrzeugreserven und dafür nötige Abstellmöglichkeiten

Die Region hat die Beschaffung von weiteren 58 Zügen beschlossen, um das Angebot zu verbessern und u.a. eine Langzubildung in der Hauptverkehrszeit zu gewährleisten. Damit diese abgestellt werden können, bedarf es Ertüchtigungen von Gleisen in Kornwestheim, Stuttgart-Vaihingen, Schorndorf, Bietigheim-Bissingen, Nürtingen und Esslingen. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanungen für Kornwestheim (9 Stellplätze Kurzzug), Bietigheim-Bissingen (10 Stellplätze Kurzzug) und Esslingen (4 Stellplätze Kurzzug) sind freigegeben. In Nürtingen und Schorndorf wurden nach den Vorplanungen die weiteren Schritte zurückgestellt, da noch Abstimmungen zur schalltechnischen Beurteilung nötig sind.

Stimmen aus den Fraktionen

Für Rainer Ganske (CDU/ÖDP) zeigten die beschlossenen Maßnahmen, dass die „Region Geld in die Hand genommen und Bewegung in das Thema gebracht“ habe. Er betonte: „Alle Maßnahmen orientieren sich an die Bedürfnisse der Zukunft. Wir müssen klar nach vorne schauen, nicht abwarten und den Menschen in der Region zeigen, dass wir das Angebot stetig verbessern.“ Die Gesamtschau habe zudem gezeigt, dass man überall in der Region etwas tut. Dr. Stefan Belz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte, dass die Schaffung von Kapazitäten und die Verdichtung des Takts wichtig für die Qualität der S-Bahn seien. „Zur Qualität zählen auch die Bahnhöfe und die Möglichkeit niveaugleicher Umstiege.“ Daher sei ein wichtiges Ziel der QSS Maßnahmen die Herstellung der Barrierefreiheit. Hier wünschte er sich ein schnelleres Umsetzungstempo. Bernhard Maier (Freie Wähler) hob die Bedeutung des Vorlaufbetriebs der S62 hervor. „Es ist notwendig zu verdeutlichen, dass es bei dem Betrieb der S62 um eine Übergangsmaßnahme handelt. Langfristig könnten Renningen und der Porscheplatz in Zuffenhausen angebunden werden.“ Für Thomas Leipnitz (SPD) war die Berücksichtigung der Barrierefreiheit am neuen Bahnsteig in Nürtingen wichtig. Stutzig sei er jedoch bei der unklaren Finanzierung des Landes geworden. Bisher sei er davon ausgegangen, dass dort für den Ausbau des ÖPNV „Geld in Hülle und Fülle“ vorhanden sei.
Holger Dorn (AfD) schloss sich seinen Vorrednern an und bezeichnete die Gesamtschau der Maßnahmen als erhellend. Für Armin Serwani (FDP) seien die 100 Millionen gut angelegtes Geld. Er hob hervor, dass viele Maßnahmen nur durch Stuttgart 21 möglich wurden. „Jede Weiche macht das System flexibler, resilienter und stabiler“, betonte Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT), weshalb er die Maßnahmen auch begrüßte.

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news-1098 Thu, 16 Dec 2021 12:22:07 +0000 Region verabschiedet Haushalt 2022 Regionalversammlung stimmt für größten Etat in der Geschichte des Verbands Region Stuttgart – hoher Invest in Mobilität und Zukunftstechnologien /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1098&cHash=371ea1441751a3e9ed59aa84a3fec7fb Die Regionalversammlung hat am Mittwoch einstimmig den Haushalt des Verbands Region Stuttgart für das Jahr 2022 beschlossen. Alle Fraktionen stimmten für den Rekord-Etat mit einem Gesamtvolumen von 685 Millionen Euro.

Der Budgetentwurf, der von Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling Ende September eingebracht wurde, hatte ein Gesamtvolumen von 679 Millionen Euro. Durch die Anträge der Fraktionen kommen weitere sechs Millionen Euro hinzu. Gegenüber dem Vorjahr sind das insgesamt 266,8 Millionen Euro mehr. Die Verbandsumlage, die bei den 179 Kommunen der Region erhoben wird, steigt um 7,2 Prozent auf 24,2 Millionen Euro, die Verkehrsumlage steigt um 23 Prozent auf 73,5 Millionen Euro. Über 90 Prozent des Haushaltsvolumens (638,6 Millionen Euro) entfallen auf den Verkehrsetat, der stets den größten Posten ausmacht. Darin enthalten sind die Investitionen in den kontinuierlichen Ausbau des Viertstundentakts, neuerdings auch am Samstagnachmittag, die zusätzliche Beschaffung von 56 S-Bahnen, die Verbesserung der Barrierefreiheit sowie Maßnahmen aus der Qualitätsoffensive für die Schieneninfrastruktur. Zudem soll das von den Kommunen stark nachgefragte Förderprogramm zum Ausbau von RegioRad Stuttgart fortgesetzt werden.

Inhaltliche Schwerpunkte der Fraktionen

In diesem Jahr stand über alle Fraktionen hinweg die Förderung der Region als nachhaltigem Wirtschaftsstandort ganz oben auf der Prioritätenliste. Verschiedene Wirtschaftszweige und Zukunftstechnologien, darunter insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) sollen weiter vorangebracht werden. Die Fraktionen setzen mit ihren Anträgen außerdem auf eine sparsame und zukunftsgerichtete Inanspruchnahme von Flächen für Wohnen und Gewerbe, auf Klimaschutz, den Ausbau erneuerbarer Energien und Nachhaltigkeit sowie die Stärkung des ÖPNV.

Verbesserung und Ausbau des ÖPNV

Im Vergleich zum von der Regionaldirektorin eingebrachten Haushaltsentwurf werden zusätzlich 20.000 Euro für die Ausbauförderung von Pedelec-Ladestationen entlang von Radwanderrouten im Haushalt 2022 eingeplant – mittelfristig soll der gleiche Betrag auch jährlich von 2023 bis 2025 zur Verfügung gestellt werden. Mit 180.000 Euro schlagen Initiativen mit dem Ziel der Verbesserung des ÖPNV im Haushalt zu Buche: für Untersuchungen zur Verlängerung der Linie S 5 in Richtung Kirchheim am Neckar beziehungsweise Laufen am Neckar und zu einem 15-Minuten-Takt auf der Strecke der Filstalbahn bis Geislingen/Steige. Beinhaltet ist auch eine Studie zu den Perspektiven und dem Ausbaubedarf der Zulaufstrecken zum neuen Stuttgarter Tiefbahnhof. Zudem soll die Verlängerung der S 1 nach Bondorf in Angriff genommen werden. Dafür ist eine Analyse notwendig, wie das bestehende S-Bahn-Netz über die aktuellen Endhaltepunkte hinaus erweitert werden kann. Zusätzlich 50.000 Euro stehen für gutachterliche Unterstützung zur Erstellung eines Notfallkonzepts für unterschiedliche Sperrungs-Szenarien auf der S-Bahn-Stammstrecke im Rahmen der S21-Baumaßnahmen. Für weitere 30.000 Euro sollen in allen Landkreisen Infoveranstaltungen zum ÖPNV-Ausbauprogramm mit Fokus auf die finanziellen Erfordernisse für alle Beteiligten.

Wirtschaftsstandort stärken, Innovation und Klimaschutz fördern

Perspektivisch der höchste Betrag in diesem Themenfeld ist mit 16,22 Millionen Euro für die Stärkung der Umsetzung von KI-Technologien in Region vorgesehen, von denen im Plan-Haushalt 2022 zunächst fünf Millionen Euro eingestellt sind. Ausgearbeitet werden soll dabei unter anderem ein regionales Kofinanzierungsprogramm, aus dem bereits im Antragskonzept für das Landesprojekt Innovationspark KI ausgearbeitete Vorhaben unterstützt werden können. Aus dem Themenkomplex Klimaschutz kommen verschiedene Haushaltsposten dazu: Im Hinblick auf den hohen Ressourcenbedarf der Baubranche soll der Verband Region Stuttgart eine Studie beauftragen, wie der Einsatz von recyceltem Beton und anderen Baustoffen erhöht werden kann. 59.500 Euro stehen dafür zur Verfügung. Mit 150.000 Euro sollen Formen der Energienutzung in der Region und der jeweils damit erzeugten Energiemengen untersucht werden. Insbesondere sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie der Ausbau von Solaranlagen und Fotovoltaik erfolgreicher gestaltet werden kann. Zudem soll ausgelotet werden, welche technologischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für eine klimaneutrale Region erfüllt werden müssen. Auch unter diesem Aspekt soll die Landwirtschaft in der Region näher betrachtet werden: Ein Cluster-Report für die Landwirtschaft in der Region soll hierfür belastbare Daten und Erkenntnisse bringen. Dafür können 59.500 Euro eingesetzt werden. Gemeinsam mit der IBA´27 soll die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) ein Büro- und Co-Working-Konzept speziell für das Angebot von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum entwickeln. Für dieses Projekt sind 119.000 Euro an Haushaltsmitteln eingestellt.

Erfolg der IBA´27 sichern

Die IBA´27 benötigt über die Förderung einzelner Projekte hinaus einen höheren finanziellen Rahmen als zu Beginn gedacht. Hier waren sich die Fraktionen der Regionalversammlung einig – nicht zuletzt aufgrund ihres bisherigen Erfolgs. Die eingereichte Zahl der Projektanträge im Jahr 2018 war bereits größer als erwartet. Der Anspruch an Qualität und Intensität der Arbeit der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart GmbH soll hoch bleiben. Deswegen erhöht der Verband Region Stuttgart den Anteil der Region an der Grundfinanzierung der IBA´27 um jährlich 400.000 Euro für 2022 bis einschließlich 2027, dies sind insgesamt 2,4 Millionen Euro. Insgesamt liegt der regionale Beitrag zur IBA´27 ab 2022 bei jährlich 1,2 Millionen Euro.

Region datenbasiert weiterentwickeln

Noch unter Vorbehalt steht eine Anschubfinanzierung über 120.000 Euro für die Erstellung eines fortlaufend aktualisierbaren Daten- und 3D-Modells, das die Region Stuttgart spiegelt. Unter anderem soll dieses als Softwareplattform für die Stadt- und Regionalentwicklung dienen.

Stimmen aus den Fraktionen

„Wir behandeln hier die Zukunft“, stellte Jan Tielesch (CDU/ÖDP) fest. Beim Haushalt würden die zwei großen interfraktionellen Anträge zur Künstlichen Intelligenz (KI) und zur IBA´27 ins Auge stechen. Der politische Schulterschluss bei KI sei umso wichtiger nach dem inhaltlichen Schulterschluss zwischen vielen Beteiligten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen für den Landeswettbewerb um einen Innovationspark. Auch wenn das Land gegen die Region entschieden habe, werde man „den Wettstreit mit Heilbronn und anderen Regionen in Deutschland aufnehmen und dafür sorgen, dass wir ein Innovations-Hub für KI werden“. Das Vorgehen solle jedoch keine Blaupause dafür sein, dass die Region künftig Projekte ohne das Land stemmen wolle. Denn, so Tielesch: „Wir verstehen und als Schrittmacher, nicht als Nachmacher.“ In der Region Stuttgart, der „wirtschaftlichen Herzkammer Baden-Württembergs“ mache es am meisten Sinn, das breite Anwendungsfeld von Künstlicher Intelligenz schnell zu etablieren. „Die Transformation der Wirtschaft und der Wandel der Arbeitswelt, der Aufbau neuer Wertschöpfungsketten, Maßnahmen gegen den Klimawandel, nachhaltige Konzepte in Mobilität, Gesundheitsvorsorge und Energie – dies sind Bereiche, in denen viele regionale Akteure erfolgreich sind und damit Perspektiven für das ganze Land eröffnen.“ Auch 2,4 Millionen zusätzlich für die IBA´27 seien „ein Wort“ für Lösungen um Wohnen, Freiraumschutz und damit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der hoch verdichten Region. Im Bereich Verkehr und Mobilität schultere man als Region bereits sehr viel. Doch die Zielvorstellung, langfristig auf einen 10-Minuten-Takt bei der S-Bahn zu kommen, bleibe weiterhin bestehen.

„Die Region hat die Zeichen der Zeit erkannt“, erklärte Irmela Neipp-Gereke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Transformation, Strukturwandel, menschengemachte Klimakrise und dazu noch die Pandemie hätten erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen. Um die starke Wirtschaftsregion Stuttgart zukunftsfähig zu machen, bedürfe es der politischen Unterstützung und Steuerung. Neipp-Gereke nannte die Weichenstellung für eine grüne Wasserstoff-Strategie und das dazugehörige Kofinanzierungsprogramm. Das Vorhaben „KI in die Umsetzung zu bringen“, sei entscheidend als Innovationsmotor und für den internationalen Anschluss. KI-Produkte und Dienstleistungen könnten auch dabei helfen, dem fortschreitenden Klimawandel entgegen zu wirken. Mit dem Haushaltsbeschluss werde man außerdem den Erfolg der IBA´27 und die Präsentation einer Bauausstellung von internationaler Relevanz sichern. Neipp-Gereke erläuterte: „Bei der IBA´27 handelt es sich um wertvolle Investitionen in die Zukunft, weil es darum geht, Lösungen zur Sicherung einer klimaresilienten, lebenswerten Zukunft für die nachfolgende Generation zu finden.“ Die Bauwirtschaft sei der größte Klimakiller. Experimenteller Leichtbau und flächensparendes, recyclingfähiges Bauen unter Einsatz neuester Technologien und Materialien könne dazu beitragen, wichtige Klimaschutzziele zu erreichen. Im Hinblick auf den Klimaschutz freute sich Neipp-Gereke, dass der interfraktionelle Antrag von Grünen, SPD und Linke/Pirat zur Umstellung der S-Bahn auf 100% Ökostrom erfolgreich war. Daneben leiste die Weiterentwicklung der RELEX-Busse und die Zukunft der Panoramabahn einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des ÖPNV.

„Der Wunsch, dass der menschliche Fußabdruck so klein wie möglich wird und wir nachhaltig leben zieht sich durch alle Beratungen“, fasste Andreas Hesky (Freie
Wähler) zusammen. „Wir dürfen nicht aufhören, Windvorranggebiete auszuweisen, um regenerative Energie dezentral zu erzeugen“, fuhr er fort. Allerdings zeige sich gerade bei den Themen Freiflächen-Photovoltaik und Überdachung von Parkflächen, dass es eine Vereinfachung des Planungsrechts brauche, um rasch handeln zu können. Bezüglich des Bauens der Zukunft hoffe seine Fraktion auf Antworten und Impulse von der IBA´27. „Aber wie so oft liegt die Wahrheit im Konkreten und dazu gehört, dass viele Menschen keine Versprechen für die Zukunft benötigen, sondern heute eine Wohnung“, appellierte Hesky. Obwohl Innenentwicklung vorgehe, werde man ohne neue Baugebiete nicht auskommen. „Transformation braucht zunächst Platz“, betonte er, Flächen könnten dann zurückgegeben werden, wenn die neue Produktion stehe. „Wir möchten die Region voranbringen, damit wir weiterhin ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort bleiben und die Menschen hier gerne wohnen, arbeiten und leben.“

Für Thomas Leipnitz (SPD) ist es der Regionalversammlung gelungen, einige zentrale Weichenstellungen in den Haushalt einzubringen, insbesondere mit den Vorhaben zur KI. „So bleibt die Region bei diesem für die Zukunft so wichtigen Thema zumindest im Spiel“, so Leipnitz. Ebenso wegweisend sei die höhere Unterstützung für die IBA´27, damit der Bauausstellung auf dem letzten Zielanstieg nicht die Puste ausgehe. Er forderte die IBA-Partner Stadt und Land ebenfalls zu einem höheren Beitrag auf. „Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gibt es noch viel Luft nach oben.“ Das Motto „Mehr Fortschritt wagen“ solle auch für die Region gelten. Dabei sei die soziale Nachhaltigkeit entscheidend, nicht nur beim Wohnraum, sondern auch bei der Transformation der Wirtschaft und dem ÖPNV. Die Region brauche eine Verkehrswende und dafür – neben Ökostrom für die S-Bahn und einem Ausbau des RELEX-Bussystems – einen weiteren Ausbau der Schieneninfrastruktur. „Wir müssen die richtigen Weichen für die Zukunft des Schienenknoten Stuttgarts stellen. Dazu gehören das dritte Gleis an der Mittnachtstraße, das Nordkreuz, die T-Spange, die Panoramabahn und die Zulaufstrecken der Region“, bekräftigte Leipnitz.

Christian Köhler (AfD) bezeichnete es als fragwürdig, eine technologische Revolution zu erzwingen: „Bei diesem Transformationsprozess handelt es sich um keine Revolution, die sich aus Überlegenheit der Technik Bahn bricht, sondern um ein Revolutionsplacebo.“ Mit Blick auf die Vorgaben der EU sei es wichtig, vor Ort und nicht weit entfernt diese Transformationsprozesse mit Kopplung an die jeweiligen regionalen Begebenheiten zu vollziehen. „Es wird nicht ausreichen, die Umsetzung von Vereinbarungen und Vorgaben ohne Hinterfragen auf Anpassung an die hiesigen Begebenheiten umzusetzen, da diese zu allgemein sind“, sagte Koethe. Entscheidungen dazu seien nicht nur in technischer, sondern besonders in sozialer Hinsicht hochriskant. „In unserer Verantwortung für die Region dürfen wir keine Klimapolitik auf Kosten der wirtschaftlichen Existenz machen.“

„Es gibt vier interfraktionelle Anträge, die wir initiiert haben oder an denen unsere Fraktion beteiligt ist“, zeigte sich Kai Buschmann (FDP) zufrieden: Der Geist der Zusammenarbeit solle ein Markenzeichen der Region sein. Eine gute Arbeit in der Regionalversammlung nütze jedoch nichts, wenn niemand darüber berichtet und redet. Kritisch sah Buschmann, dass der Antrag seiner Fraktion für eine Medienresonanzanalyse angesichts einer veränderten Medienlandschaft keine Zustimmung fand. „Tue Gutes und rede drüber, geht nicht, wenn es keinen redaktionellen Raum gibt, egal ob auf Papier oder elektronisch“, so Buschmann. Der Verband stehe an einem Scheideweg. Man stelle mit der Wahl der Regionaldirektorin oder des Regionaldirektors auch die Weichen für eine neue Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes. Man sehe aber weiterhin auch die regionalen Medien in der Pflicht. Buschmann kündigte an, dass seine Fraktion das Thema weiterverfolgen werde, um „den Medienverhältnissen des 21. Jahrhunderts gerecht werden können“.

Peter Rauscher (Die LINKE/PIRAT) kritisierte den Haushalt als ein „fantasieloses Weiter-so“, bei dem die Notwendigkeiten einer zukunftsorientierten Politik verweigert würden. Seine Fraktion stimmte aber erstmals einem regionalen Haushalt zu. Denn es gebe auch viele Projekte samt konkreten Maßnahmen, die die Zukunftsaufgaben anpacken. Rauscher nannte dabei die Anträge seiner Fraktion zur On-Demand-Mobilität, Revitalisierung von Gewerbeflächen und insbesondere zum vorsorgenden Klima-Risikomanagement im Regionalplan. „Wir haben uns besonders gefreut, dass unser Anliegen eines Cluster-Reports Landwirtschaft eine Mehrheit gefunden hat“, betonte Rauscher mit Blick auf den Schutz landwirtschaftlicher Flächen. Er begrüßte die zusätzlichen Mittel für die IBA´27– sie gehe über ein „Weiter-so“ hinaus, indem sie die „Neuerfindung unserer Stadtregion“ thematisiere.

Anlage: Schaubilder zum Haushalt 2022

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news-1097 Thu, 16 Dec 2021 12:18:57 +0000 Wasserstoffstrategie für Region Stuttgart beschlossen Regionalversammlung bringt Kofinanzierungsprogramm für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien auf den Weg /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1097&cHash=75bfed45323173607cc72c6be3535145 Die Zukunft beginnt jetzt: Die nachhaltige Wasserstoffwirtschaft in der Region Stuttgart wird strategisch aufgebaut. Bis 2035 soll der Energieträger in allen Industriesektoren eine wichtige Rolle spielen. Mit diesem Ziel beschloss die Regionalversammlung am Mittwoch die Wasserstoffstrategie für die Region Stuttgart sowie ein neues regionales Kofinanzierungsprogramm zur Umsetzung zukunftsweisender Wasserstoff- und Brennstoffzellenprojekte in der Region Stuttgart. „Es ist ein besonderer Meilenstein in der Geschichte der Regionalversammlung, dass ein so großvolumiges Programm zur Verfügung gestellt wird“, betonte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), Dr. Walter Rogg. „Das Förderprogramm kann in dem momentanen herausfordernden Prozess eine große Unterstützung für die Unternehmen sein und zur Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen.“

„Grüner“ Wasserstoff, der auf der Basis von erneuerbaren Energien gewonnen wird, gilt als eines der zentralen Elemente, um die Transformation der Wirtschaft weg von fossilen Energieträgern zu schaffen. Die Regionalversammlung hatte daher im Dezember 2020 einen Betrag von insgesamt 20 Millionen Euro zur Kofinanzierung von investiven Kooperationsprojekten und Maßnahmen für den Einsatz alternativer Energieträger bewilligt – aufgeteilt auf jeweils fünf Millionen Euro pro Jahr. Als Grundlage der nun verabschiedeten Richtlinien zum Kofinanzierungsprogramm dient die regionale Wasserstoff- und Brennstoffzellenstrategie, die im Auftrag der WRS vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung erarbeitet wurde. Wichtigste Zielgruppen sind insbesondere öffentlichen Einrichtungen, öffentlichen Eigenbetriebe sowie Industrieunternehmen in der Region. Sie können sich ab sofort mit ihren Projekten um eine Kofinanzierung von bis zu 50 Prozent der Investitionskosten bewerben.

Für eine Unterstützung infrage kommen beispielsweise die Errichtung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie zur Umwandlung in Wasserstoff oder Elektrolyseanlagen zur Erzeugung grünen Wasserstoffs. Aus dem Bereich Mobilität sind als Projektbeispiele Wasserstofftankstellen sowie die Anschaffung von mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenfahrzeugen genannt – von Dienstflotten-PKWs über Liefer- und Nutzfahrzeuge und Schwerlasttransporter bis hin zu Bussen und Schienenfahrzeugen.

Ebenso kofinanziert werden können Gebäude- oder Quartiersenergieversorgungsanlagen auf Basis von grünem Wasserstoff. Grundsätzlich ist das Programm für alle Anwendungen der Erzeugung oder Nutzung von Wasserstoff in Industrie, Mobilität oder Städtebau offen.

Mit Wasserstoff als Energieträger und dem Einsatz von Brennstoffzellentechnologien will die Region Stuttgart den Herausforderungen des Klimawandels und des industriellen Strukturwandels begegnen. Sie ist vom Strukturwandel in der Automobilindustrie besonders betroffen. Eine Industrialisierung der mobilen und stationären Wasserstoff- und Brennstoffzellenanwendungen soll hier den Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen in der Region sichern. Die regionale Wasserstoffstrategie sieht dafür ausdrücklich die Vernetzung der Akteure im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bei der Entwicklung von Systemen für Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff vor, um die aktuell noch vorhandenen Wettbewerbsvorteile zu erhalten und auszubauen. Mit dem Kofinanzierungsprogramm sollen zusätzlich Anreize für einen gezielten Aufbau und eine schnelle Verbreitung von Produktions-, Speicher- und Nutzkapazitäten für Wasserstoff und Brennstoffzellen geschaffen werden. Durch die breite Anwendung dieser Technologien soll auch die Produktion der dafür notwendigen Hardware in der Region Stuttgart etabliert werden.

Voraussetzungen sind gut

Die Region Stuttgart ist bei den Themen „Wasserstoff“ und „Brennstoffzelle“ gut aufgestellt. Neben führenden Forschungseinrichtungen sind in der Region Hersteller und zahlreiche Zulieferer der Fahrzeugbauindustrie in passenden Bereichen tätig. Dies bietet Chancen im Hinblick auf die Entwicklung eines Produktionsclusters. Dabei sind laut einer Studie des Landes die nächsten zwei bis fünf Jahre entscheidend für die Rolle des Standorts Region Stuttgart im zukünftigen Weltmarkt. Gerade die Automobilregion Stuttgart dürfe diese Entwicklung nicht verpassen, wenn kurzfristig die Brennstoffzelle im Zug-, Schwerlastverkehr und in Bussen an Bedeutung gewinnen könnte. Die Region Stuttgart ist bereits „Modellregion Grüner Wasserstoff“ im gleichnamigen Förderprogramm des baden-württembergischen Umweltministeriums und der EU. Dabei geht es nicht nur darum, grünen Wasserstoff als Energieträger voranzutreiben, sondern es sollen auch die damit verbundenen technologischen, wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkte untersucht werden.

Stimmen aus den Fraktionen

Wir sind an einer entscheidenden Wegmarke unserer Wirtschaftspolitik angelangt“, erklärte Andreas Koch (CDU/ÖDP). „Erfolgreich bleiben“ laute die Devise – garantiert werde dies allen voran von der Automobilindustrie und dem Maschinenbau. „Ein großer Teil der Arbeitsplätze und damit Existenzen hängt an diesen Branchen. Gleichzeitig sind diese Wirtschaftszweige angesichts des Klimawandels und neuer Produktionsmethoden starken Veränderungen unterworfen, da Mobilität CO2-neutral werden muss und die Digitalisierung Produktionsstandorte in Frage stellt“, legte Koch dar. Die Chancen der Region, vom globalen Markt für Umwelttechnologien ein großes Stück abzubekommen seien jedoch hervorragend. Die Hinwendung zu nachhaltiger Produktion sei nicht Ideologie, sondern ökonomische Vernunft zur Sicherung der Arbeitsplätze und ökologische Vernunft zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen. Das Kofinanzierungsprogramm gebe einen kraftvollen Impuls, um das Thema in der Region voranzubringen. Die Strategie sei dafür eine gute Grundlage.

Dr. Ludger Eltrop (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) betonte: „Für eine dekarbonisierte Wasserstoffwirtschaft brauchen wir regenerativen Strom – und zwar möglichst viel, möglichst bald.“ Denn nur grüner Wasserstoff könne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Vielfach sei es dabei effizienter, den Strom direkt einzusetzen z.B. für die Elektrifizierung des ÖPNV. Es sei Aufgabe der Region, die hiesige Wirtschaft dabei zu unterstützen, auf Wasserstoff als klimaneutrale Brenn- und Rohstoff umzusteigen. Für den Durchbruch des Wasserstoffs im System sei es zentral, das regionsspezifische Innovationscluster aus produzierendem Industriesektor, Maschinen- und Anlagenbau sowie innovativen Mittelstandsunternehmen und Forschungs­einrichtungen zu stärken.  „Mit der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Strategie haben wir nun den Rahmen, um unsere politischen Unterstützungs­maß­nahmen entsprechend zielgenau auszurichten“, schloss Eltrop. Das regionale Kofinanzierungsprogramm könne Impulse setzen, müsse aber zielgerichtet evaluiert und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

Für Gerd Maisch (Freie Wähler) wird Wasserstoff einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Energiewende zu meistern. Die Wasserstoffstrategie zeige dabei nicht nur die Chancen auf, sondern auch Rahmenbedingungen, die dafür geschaffen werden müssen. Neben der Regionalpolitik müssten viele ihren Beitrag leisten, um die Energie- und verkehrswende zu schaffen und so seien verschiedene Maßnahmen für verschiedene Gruppen definiert. „Hohe Investitionen sind für die Wasserstofftechnologie erforderlich. Die Region kann und soll dazu ihren Beitrag leisten“, bekräftigte Maisch. Seine Fraktion hätte es doch bevorzugt, erst Unterstützungsfelder und Projekte zu identifizieren und dann zu überlegen, wieviel Geld eingesetzt werden kann. „Mit den erfolgten Modifizierungen am Programm sind wir optimistisch, dass es gelingt, passende Projekte mit klarem regionalem Bezug zu fördern.“

„Die politisch auf den verschiedensten Ebenen definierten Klimaziele sind ein ziemlicher Kraftakt – volkswirtschaftlich, technisch, sozialpolitisch und organisatorisch“, so Dr. Jürgen Zieger (SPD). Die Dekarbonisierung sei nur durch die Ablösung der fossilen Energieträger in der Energieversorgung insgesamt zu erreichen, wobei Baden-Württemberg aktuell im Ländervergleich der grünen Stromproduktion auf den hintersten Rängen platziert sei. „Dem grünen Wasserstoff als einem idealen Speichermedium fällt zur Erreichung der Klimaziele eine Schlüsselrolle zu“, betonte Zieger. Trotzdem halte es seine Fraktion für ein mutiges Ziel der Region, die angestrebte Spitzenstellung in Entwicklung und Produktion von H2-Technologien zu erreichen. Es bedürfe daher deutlich höherer materieller Unterstützung von Bund und Land.  „Die Ressourcen des Verbandes können bestenfalls einen unterstützenden Beitrag leisten“, fasste Zieger zusammen.

Hans Dieter Scheerer (FDP) bezeichnete die Beschlüsse zum Wasserstoff als „kleinen Urknall“. Aus den Atomen des Wasserstoffs sei nach dem Urknall schließlich alles entstanden. Nun gehe es sofort los damit, die notwendigen Investitionen und Entwicklungen für eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft anzustoßen, gerade in einer guten Ausgangslage der Region. Er monierte jedoch, dass das Land die „Modellregion Grüner Wasserstoff“ nur mit zehn statt der erwarteten 31 Millionen Euro unterstütze. Für die Region komme es nicht nur darauf an, selbst im Rahmen ihrer Möglichkeiten Wasserstoff zu erzeugen, sondern vor allem die Technologie rund um den Wasserstoff zu entwickeln.

„Was heute frenetisch gefeiert wird, hält als Technologiepfad einer kritischen Betrachtung nicht stand“, befand Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT). Der Gesamtwirkungsgrad von grünem Wasserstoff zwischen Erzeugung und Verwendung entspreche einer „Energievernichtungsmaschine“. Wasserstoff habe das Potenzial, industrielle Kernsektoren zu dekarbonisieren und werde als Rohstoff für die chemische Industrie und in der Stahlproduktion benötigt. Ozasek erläuterte jedoch: „Die Region Stuttgart wird kein Standort für Wasserstoffproduktion sein. Baden-Württemberg ist Energieimportland.“ Eine im Zuge der Modellregion beschriebene Neckar-Wasserstoffpipeline beinhalte unzählige Zielkonflikte.

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news-1096 Thu, 16 Dec 2021 07:20:13 +0000 Kostenlose Bürgerbusnutzung mit VVS-Ticket Region zahlt Bürgerbusbetreiber ab 1. Januar 2022 einen Zuschuss, wenn sie Fahrgäste mit VVS-Ticket kostenlos mitnehmen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1096&cHash=b990a950824c7ee6744ba44b4c2222df Gute Nachrichten für alle Bürgerbusnutzer mit VVS-Ticket. Diese Fahrgäste können ab dem 1. Januar 2022 kostenlos mitfahren. Voraussetzung: der Betreiber des Bürgerbusses schließt sich einer neuen Regelung zur Finanzierung an. Grundlage dafür ist die Allgemeinen Vorschrift des Verbands Region Stuttgart, deren Änderung in der gestrigen Regionalversammlung beschlossen wurde. Sie sieht vor Bürgerbusbetreiber künftig durch Ausgleichsleistungen zu entlasten, wenn sie VVS-Fahrscheine akzeptieren.

In den letzten Jahren haben Bürgerbusverkehre in der Region Stuttgart deutlich zugenommen. „Ehrenamtlich betriebene Bürgerbusverkehre sind eine sinnvolle Ergänzung zum ÖPNV und schließen Angebots- und Netzlücken insbesondere in kleineren und mittelgroßen Gemeinden“, so die Regionaldirektorin des Verbands, Dr. Nicola Schelling. Um sowohl die Betreiber als auch die Fahrgäste finanziell zu entlasten, zählen künftig das Fahrpersonal und gegebenenfalls ergänzend der VVS wie viele Personen in den Bussen mitfahren. Auf dieser Basis erhalten die Betreiber einen Zuschuss. Somit können sie auf eine zusätzliches Kostenbeteiligung der Fahrgäste mit gültigem VVS-Ticket verzichten. Die neue Zuschussregelung gilt aber nur, sofern die Nutzung des Bürgerbusses nicht sowieso kostenlos ist.

„Die Zahl der meist ehrenamtlich betriebenen Bürgerbusse hat in den letzten Jahren zugenommen. Sie werden insbesondere als Ergänzung des normalen ÖPNV wahrgenommen und können flexibel zu den gewünschten Zielen eingesetzt werden. Um dieses Fundament des Ehrenamtes zu stärken, macht es Sinn, den Bürgerbusbetreibern einen Anteil der Fahrgeldeinnahmen der VVS- Fahrgäste zukommen zu lassen. Dies wird den oftmals älteren Menschen den Zugang zum Bürgerbus in ihrer Umgebung erleichtern“, sagte VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger.

Der Verband Region Stuttgart regelt über die Allgemeine Vorschrift unter anderem die Finanzierung der Busverkehre. Im Einvernehmen mit den Verbundlandkreisen und dem baden-württembergischen Ministerium für Verkehr wurde die Aufnahme von Bürgerbusverkehren in die Finanzierung beschlossen.

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news-1095 Thu, 16 Dec 2021 05:35:26 +0000 Dr. Alexander Lahl ist neuer Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart Mit knapper Mehrheit wurde Dr. Alexander Lahl von der Regionalversammlung zum neuen Regionaldirektor für die Zeit von 2022 bis 2030 gewählt. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1095&cHash=1656f10cced22afcc2a304c0c4a39c9a Die Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart hat in ihrer heutigen Sitzung entschieden, wer künftig den Verband gesetzlich vertreten soll. Mit 43 Stimmen hat sich Dr. Alexander Lahl im zweiten Wahlgang durchgesetzt.

Die Wahlen fanden geheim und mit Stimmzetteln statt. Als gewählt gilt, wer mehr als die Hälfte der Stimmen der anwesenden Stimmberechtigten erhalten hat. Da diese im ersten Wahlgang von keinem der Kandidierenden erreicht wurde, fand zwischen den beiden Bewerbern mit den meisten Stimmen eine Stichwahl statt.  Neben Dr. Alexander Lahl, der im ersten Wahlgang 34 Stimmen bekam, trat Andreas Junt (35 Stimmen) im zweiten Wahlgang an. Hier reichte die einfache Stimmenmehrheit. Mit 43 zu 39 Stimmen setzte sich der 51-jährige Theologe gegen seinen Mitbewerber durch. Der Verbandsvorsitzende Thomas S. Bopp, der der Regionalversammlung vorsteht, beglückwünschte den künftigen Regionaldirektor. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Lahl und bin sicher, dass wir ein gutes Team werden.“

Dr. Lahl ist derzeit Geschäftsführer der Pflegeunternehmen der Stiftung Liebenau und des Pflegeunternehmens der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist.  In seiner Vorstellungsrede ging er insbesondere auf die Neuausrichtung der Region hin zu einer zukunftsorientierten und nachhaltigen, klimaneutralen und erfolgreichen Wirtschaftsregion. „Es geht um nichts weniger als Wohlstand und Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger in der Region Stuttgart langfristig zu sichern“, betonte Dr. Lahl. Dabei sei es für ihn selbstverständlich die 179 Kommunen, die Landkreise und die Landeshauptstadt einzubinden.

„Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit sowohl mit der Regionalversammlung als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle. Der Regionalversammlung danke ich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.“

Dr. Alexander Lahl tritt voraussichtlich im Frühjahr sein Amt an. Er vertritt für acht Jahre den Verband Region Stuttgart, leitet die Verbandsverwaltung und vollzieht die Beschlüsse der Regionalversammlung. Damit folgt er auf Dr. Nicola Schelling, die seit 2014 das Amt innehat. „Ich freue mich sehr auf einen neuen Lebensabschnitt mit neuen spannenden Aufgaben“, so Schelling.

Beworben hatten sich 13 Personen, davon acht Männer und fünf Frauen. Fünf Bewerber*innen hatten die Möglichkeit, sich im Vorfeld im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart vorzustellen sowie in Gesprächen mit den Fraktionen Fragen zu klären. In der heutigen Regionalversammlung haben 83 Regionalrät*innen die finale Entscheidung getroffen.

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news-1093 Tue, 14 Dec 2021 09:56:19 +0000 Wichtige Weichenstellungen in der Regionalversammlung Regionalversammlung entscheidet am Mittwoch, 15. Dezember, über den Haushalt für 2022 sowie weitere wegweisende Themen für die Region. Eines davon ist die Wahl des/der künftigen Regionaldirektor/in. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1093&cHash=00beac752b34343ea7383ff05e0d2638 Am Mittwoch trifft sich die Regionalversammlung zur letzten, aber zugleich wichtigsten Sitzung des Jahres. Neben der Verabschiedung des Haushalts für das kommenden Jahr diskutiert und entscheidet die Regionalversammlung über die regionale Wasserstoff- und Brennstoffzellenstrategie der Region Stuttgart und sichert die Finanzierung der Internationalen Bauausstellung IBA 2027 StadtRegion Stuttgart.

Darüber hinaus findet die Wahl des Regionaldirektors/der Regionaldirektorin für die neue Amtszeit 2022-2030. Die derzeitige Amtszeit endet im März 2022.

Die Ausschreibung erfolgte Mitte September. Insgesamt sind 13 Bewerbungen beim Verbandsvorsitzenden eingegangen, darunter acht Männer und fünf Frauen. Der Ältestenrat hat in nichtöffentlicher Sitzung eine Vorauswahl getroffen. Diese Bewerber*innen hatten die Möglichkeit, sich im Vorfeld im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart vorzustellen. Der Ausschuss hat bestimmt, wer sich am Mittwoch in der Regionalversammlung vorstellen wird.

Wie Thomas S. Bopp, der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart, mitteilt, werden sich vier Bewerber/innen in alphabetischer Reihenfolge zur Wahl stellen:

  • Andreas Junt (39)

Diplom-Verwaltungswirt, Leiter der Stabsstelle Kommunalaufsicht und Rechnungsprüfung beim Landratsamt Freudenstadt

  • Dr. Alexander Lahl (51)

Theologe, Geschäftsführer der Pflegeunternehmen der Stiftung Liebenau und des Pflegeunternehmens der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist Meckenbeuren

  • Dr. Christine Rex (40)

Juristin, Leiterin des regionalen Sonderstabs für gefährliche Ausländer beim Regierungspräsidium Stuttgart

  • Dr. Nicola Schelling (54)

Juristin, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart

Der/Die Regionaldirektor/in wird von der Regionalversammlung als Beamter/in für acht Jahre gewählt. Er/Sie vertritt den Verband Region Stuttgart, leitet die Verbandsverwaltung und vollzieht die Beschlüsse der Regionalversammlung. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der Stimmen der anwesenden Stimmberechtigten erhalten hat.

Die Wahl findet statt am

Mittwoch, den 15.12.2021, voraussichtlich gegen 15:30 Uhr

Carl Benz Arena

Mercedesstraße 73 D

70372 Stuttgart

 

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news-1092 Thu, 25 Nov 2021 10:03:00 +0000 Mehr regionale Finanzierung für IBA’27 in Aussicht Wirtschaftsausschuss des Verbands Region Stuttgart spricht sich für Erhöhung der Grundfinanzierung der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart GmbH um jährlich 400.000 Euro aus /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1092&cHash=24411ad2666e2df1b565d1198cab79b5 Der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart hat am Mittwoch der Regionalversammlung empfohlen, die Grundfinanzierung der IBA’27 um jährlich 400.000 Euro für 2022 bis einschließlich 2027 zu erhöhen. Darüber entschieden wird im Rahmen des Haushaltsbeschlusses für 2022 in der Regionalversammlung am 15. Dezember. Die zusätzlichen Mittel der Region sollen über eine Erhöhung die Gesellschafterbeiträge des Verbands Region Stuttgart beziehungsweise der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) zur Verfügung gestellt werden. Der Beschluss fiel einstimmig auf Initiative eines interfraktionellen Antrags von CDU/ÖDP, Bündnis90/Die Grünen, Freien Wählern, SPD und FDP. Bisher bezuschusst die Region die IBA gemäß der 2018 von der Regionalversammlung beschlossenen Finanzierungsvereinbarung mit jährlichen Festbeträgen von 800.000 Euro. Entsprechend der jeweiligen Gesellschafteranteile entfallen davon 446.200 Euro auf den Verband Region Stuttgart und 353.800 Euro auf die WRS.

Das Land fördert die IBA, die als Leuchtturmprojekt mit Bedeutung für ganz Baden-Württemberg gilt, bisher mit jährlich 250.000 Euro sowie durch Unterstützung einzelner Projekte. Zusätzlich hat das Land für 2022 eine einmalige Förderung in Höhe von 300.000 Euro in Aussicht gestellt. Der regionale Wirtschaftsausschuss forderte das Land nun auf, als Gesellschafter in die IBA’27 GmbH einzutreten und den jährlichen Betrag analog zu den Gesellschafterbeiträgen der Landeshauptstadt Stuttgart und der Region spätestens vom Jahr 2023 bis zum Präsentationsjahr 2027 auf insgesamt 1,2 Millionen Euro aufzustocken.

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news-1091 Mon, 22 Nov 2021 09:42:35 +0000 Region bezieht Stellung zur ÖPNV-Strategie des Landes Ziel der weiteren ÖPNV-Verbesserung findet Zustimmung – grundsätzliche Hinweise vor allem zu Verantwortlichkeiten und Finanzierungsfragen /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1091&cHash=d6387827b91b15f228fa742b2d44e989 Der Verband Region Stuttgart unterstützt das Ziel der Landesregierung vollumfänglich, den ÖPNV weiter zu verbessern. Dennoch ist die Region mehrheitlich der Ansicht: Wer Verkehrsleistungen „bestellt“, soll sie auch bezahlen, und die bisherigen Verantwortlichkeiten dürfen nicht ausgehebelt werden. Das sind Kernaussagen der Stellungnahme, die der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Freitag zur „ÖPNV-Strategie 2030“ des Landes Baden-Württemberg beschloss.

Die „ÖPNV-Strategie 2030“ entspringt einem Dialogprozess des Landes von Juli bis Dezember 2020 mit ÖPNV-Akteuren in der sogenannten „Zukunftskommission“. Die daraus empfohlenen rund 130 Maßnahmen wurden im Januar 2021 veröffentlicht und sollen die ÖPNV-Nachfrage bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2010 verdoppeln.  Dies soll unter anderem erreicht werden durch eine Mobilitätsgarantie mit festgeschrieben Takten, dem weiteren Ausbau von Linienverkehren in Kombination mit flexiblen Bedienformen, der digitalen Vernetzung von Verkehrsträgern, einem verbesserten Preis-Leistungsverhältnis oder einem Imagewandel hin zu einer ÖPNV-Kultur. Mit dem Kabinettsbeschluss im Oktober startete die Anhörungsphase. Der Verband Region Stuttgart als Träger des regionalbedeutsamen ÖPNV hat nun Stellung bezogen - nicht zuletzt, da die ÖPNV-Nachfrage in der bevölkerungsreichen Region Stuttgart die landesweite Nachfrage wesentlich mitbestimmt.

In seiner Positionierung äußert sich der Verband Region Stuttgart nicht zu den einzelnen Maßnahmen, sondern verwies hierfür auf die Zielsetzungen im Regionalverkehrsplan. Die Einschätzungen der Region waren daher grundsätzlicher Art: Mit den bereits beschlossenen Verkehrsverbesserungen seien bereits wichtige Grundlagen auf den Weg gebracht, weitere Infrastrukturmaßnahmen sowie die Einführung von des digitalen Zugbeeinflussungssystems ETCS würden diesen Weg konsequent weiter fortsetzen. Zur Frage der Preisgestaltung verwies der Verband auf die Tarifreform als wesentlichen Beitrag für einen preislich attraktiven ÖPNV. Neben der Zusicherung des Landes, diese dauerhaft mitzufinanzieren, sei es zwingend notwendig, dass weitere Tarifabsenkungen, welche die „ÖPNV-Strategie 2030“ vorsieht, vom Land mitfinanziert werden. Über diese Punkte herrschte Einvernehmen. Bei weiteren Themen hingegen fiel der Beschluss mehrheitlich gegen die Stimmen der Fraktionen der Grünen und der Linke/Pirat: So wurde beschlossen, dass verbindliche Vorgaben des Landes für das ÖPNV-Angebot durch die Kommunen nur durch eine dauerhafte und vollumfängliche Landesfinanzierung akzeptabel seien. Die Einführung einer Mobilitätsabgabe zur Zielerreichung der ÖPNV-Strategie des Landes lehnt der Verkehrsausschuss überwiegend ab. Zudem wurde ÖPNV als Pflichtaufgabe für den Verband Region Stuttgart mehrheitlich abgelehnt. Die Regionalversammlung erfülle ihre Aufgaben diesbezüglich bereits auf freiwilliger Basis.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) betonte: „Man muss feststellen, dass wir als Verband Region Stuttgart einen Großteil der Maßnahmen bereits realisiert haben.“ Als Beispiel nannte er den 15-Minuten Takt der S-Bahn. Ganske weiter: „Wir haben den ÖPNV in der Region auf freiwilliger Basis sehr gut nach vorne gebracht.“ Daher brauche man keinen ÖPNV als Pflichtaufgabe. „Mit Blick auf die Zukunft auf der S-Bahn mit ETCS gibt es eine Fülle von Maßnahmen, die wir umsetzen wollen.“ Die Einführung einer Mobilitätsabgabe lehnte er ab.

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) sagte: „Es ist schizophren, dass der Verband Region Stuttgart die Ziele des Landes unterstützt und dann wesentliche Maßnahmen ablehnt.“ In der Hälfte Deutschlands sei der ÖPNV bereits Pflichtaufgabe. Lateier kann daher in der Stellungnahme keine „großartige inhaltliche Differenzen“ erkennen, zumal der Regionalverkehrsplan nun überarbeitet werde. Alle Punkte im Maßnahmenpapier des Landes dienten dem Klimaschutz und könnten die Wende in der Verkehrspolitik herbeiführen.

Bernhard Maier (Freie Wähler) stellte klar: „Wir haben die Aufgabe übertagen bekommen, einen Regionalverkehrsplan zu machen, und sind Träger der S-Bahn. Wir nehmen diese Aufgaben mit erheblichen kommunalen Mitteln sehr gewissenhaft wahr.“ Er kritisierte die „nicht demokratische legitimierte Vorgaben“ des Landes. ÖPNV als Pflichtaufgabe sei ein Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung. Zur Nahverkehrsabgabe forderte er, dass die Maßnahmen „bezahlen soll, wer sie fordert“, also das Land.

Auch Michael Makurath (SPD) forderte: „Das Geld muss der Aufgabe folgen.“ Die Inhalte der Strategie teile man. Wesentlich erscheint seiner Fraktion jedoch, wer darüber entscheide und wie die Maßnahmen ausgestaltet werden. Für eine Pflichtaufgabe ÖPNV gebe es „keine Veranlassung“. Er unterstütze grundsätzlich, über eine ÖPNV-Abgabe nachzudenken, aber nicht, um damit die Ziele des Landes zu finanzieren.

Holger Dorn (AfD) signalisierte die Zustimmung seiner Fraktion zum Beschlussvorschlag im Sinne einer zuverlässigen und streitbaren Vertretung regionaler Interessen.

Für Gabriele Heise (FDP) ist es wichtig, dass mehr Entscheidungen auch beim ÖPNV von den dafür gewählten Gremien getroffen werden. Die Stellungnahme habe nichts mit Opposition zu tun, sondern damit, Zuständigkeit zu beachten. Sie appellierte an das Land, sich daran zu halten.

Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) meinte, der ÖPNV als wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge dürfe keine freiwillige Aufgabe bleiben. Für mehr Verkehr über die Mindeststandards im ÖPNV hinaus brauche es die Nahverkehrsabgabe.

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news-1090 Tue, 16 Nov 2021 06:20:43 +0000 Weiterer Baustein für Fairtrade-Region Stuttgart Erstes Treffen der Steuerungsgruppe zur Verbreitung der Fairtrade-Idee. Region Stuttgart als Vorreiter-Region in Baden-Württemberg /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1090&cHash=a98168d8ca1ad6220ec3f3317c2e6149 In Deutschland werden pro Kopf jährlich durchschnittlich 11,5 Kilogramm Schokolade, 150 Liter Kaffee und 16 kg Bananen verbraucht. Dahinter steckt in den Anbauländern oftmals eine Entlohnung unter dem Existenzminimum oder Kinderarbeit ohne Aussicht der jungen Menschen auf Schulbesuch. Im Juli hat die Regionalversammlung beschlossen, dass die Region Stuttgart eine „Fairtrade-Region“ werden soll. Mit einer eigens eingerichteten Steuerungsgruppe aus regionalen Organisationen und Initiativen macht sich die Region nun auf den Weg, die Zertifizierung des Vereins „TransFair“ zu erhalten. Die Gruppe hat am Montag zum ersten Mal getagt. Sie soll das Thema in die gesellschaftliche Breite tragen und die Aktivitäten vor Ort koordinieren.

Elena Muguruza, FairHandelsBeraterin und eine Welt-Fachpromoterin Fairer Handel des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V., unterstrich die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens: „Die Situation von Millionen Menschen in vielen Ländern ist mit der Corona-Pandemie noch schlimmer geworden. Die Initiative der Region ist daher ein Zeichen der Hoffnung.“ Faire Produkte zu konsumieren, sollte Standard werden, fordert sie. Konkrete Vorhaben erarbeiten, Best Practice-Botschafter identifizieren und die Vernetzung mit anderen Fairtrade-Regionen suchen, das sind nun einige Vorhaben im weiteren Prozess. Die Steuerungsgruppe besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Verbands Region Stuttgart, der Eine-Welt-Initiative, der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH, der IHK Region Stuttgart, des Dialogforums der Kirchen, der JugendRegion Stuttgart, der Vereine Kultur- und SportRegion Stuttgart sowie Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart.

Die Steuerungsgruppe ist eine Voraussetzung für die Bewerbung. Ein weiteres Erfordernis ist es, bei den laufenden Geschäften des Verbands Region Stuttgart Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel zu verwenden. Zudem müssen Handel und Gastronomie in der Region eine Mindestanzahl an Produkten aus fairem Handel anbieten. Dasselbe gilt für den Einsatz der Produkte in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchengemeinden. Ergänzend sind Bildungsaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. All diese Kriterien sind durch die Gegebenheiten vor Ort in den Fairtrade-Kommunen der Region größtenteils erfüllt. Es wird erwartet, dass mit den Kommunen, die bereits im Zertifizierungsprozess sind, den Erfordernissen bald entsprochen werden kann.

Mit der Zertifizierung möchte die Region Vorreiter werden: Fünf Fairtrade-Regionen gibt es in Deutschland bisher, in Baden-Württemberg noch keine. Weltweit sind über 2.000 Kommunen in mehr als 36 Ländern als Fairtrade-Towns ausgezeichnet. In der Region Stuttgart sind es derzeit 31 Kommunen, fünf befinden sich im Zertifizierungsprozess.

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news-1089 Thu, 11 Nov 2021 07:49:38 +0000 Wie geht es weiter mit der Energie aus Wind und Sonne? Planungsausschuss diskutiert die weiteren Schritte zur Standortsicherung für Windkraft- und Photovoltaikanlagen in der Region /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1089&cHash=67ba7c83a8ece9789b143909ce134496 Was bedeuten die Festlegungen zum Klimaschutz und zum Ausbau der erneuerbaren Energien im Koalitionsvertrag der Landesregierung für die Region? Und wie wirken sich die Neuauflage des Windatlasses 2019 und eine entsprechend aktualisierte Datengrundlage auf die Auswahl von Standorten für Windkraftanlagen aus? Im Planungsausschuss am Mittwoch gab es eine Bestandsaufnahme zu diesen Fragen mit anschließender Diskussion zu den weiteren planerischen Überlegungen und Schritten.

Eine neue, zentrale Vorgabe durch die Landesregierung bildet in der dicht besiedelten Region Stuttgart eine besondere Herausforderung: Zwei Prozent der Landesfläche sollen für Windkraft und Photovoltaik auf Freiflächen gesichert werden. Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart wurde in diesem Zusammenhang damit beauftragt, das zuständige Landesministerium um Informationen zu den genauen Rahmenbedingungen zu bitten. Diese Vorgaben würden dann zusammen mit potenziellen Flächen für Wind- und Solarnutzung die Grundlage für eine Teilfortschreibung des Regionalplans bilden. Die Geschäftsstelle wird zwischenzeitlich einen Kriterienkatalog für die Findung möglicher Photovoltaik-Flächen vorlegen – basierend auf einer Potenzialstudie des Landes. Bei der Windkraft werden die Daten aus dem Windatlas 2019 zugrunde gelegt, um „Suchräume“ zu definieren, die eine für die Energiegewinnung ausreichende „Windhöffigkeit“ aufweisen.

Vorranggebiete für Standorte regionalbedeutsamer Windkraftanlagen wurden bereits 2011 im Entwurf zur Teilfortschreibung des Regionalplans ermittelt. Das Änderungsverfahren konnte jedoch nicht abgeschlossen werden und ruht derzeit. Die vorliegende Überarbeitung des Windatlasses als zentraler Datengrundlage und damit auch die Änderung des relevanten Schwellenwerts für die Eignung von Standorten, macht eine umfassende Revision des planerischen Vorgehens nötig. Wesentliche Eckpunkte wie Abstände zur Wohnbebauung und ganz aktuell die Umsetzung des Zwei-Prozent-Zieles bringen weiteren Klärungsbedarf. Bei den Arbeiten am Regionalplan wird auch die Öffentlichkeit Gelegenheit haben, sich über die Inhalte zu informieren und Stellung zu beziehen.  

Stimmen der Fraktionen

„Der Sachstandsbericht macht es nicht einfacher, zeigt aber, wo wir stehen und was auf uns zukommt“, befand Roland Schmid (CDU/ÖDP). „Regionen sind sehr unterschiedlich gestrickt, es gibt dichtere und weniger dicht besiedelte Bereiche.“ Daher gebe es Regionen mit 5-6 Prozent Fläche für erneuerbare Energien, aber auch Regionen, die nicht auf zwei Prozent kämen. Da der Windatlas 2019 andere Beurteilungskriterien anlege, stellte sich für Schmid die Frage: „Worauf kann man aufbauen und wo müssen wir von vorne anfangen?“ Photovoltaik sei besser mit der Landschaft vereinbar als Windkraftanlagen: „Hier müssen wir Schwerpunkte setzen“, so Schmid. „Wir waren damals schnell, inzwischen haben sich die Verfahren verfeinert, deshalb ist es auch klar, dass es neue Vorgaben geben muss“, konstatierte Dorothee Kraus-Prause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Mit den 27 Anlagen sei trotzdem schon ein namhafter Beitrag geleistet worden. Bezüglich der Photovoltaik-Anlagen verwies Kraus-Prause auf den Antrag ihrer Fraktion, Potentiale entlang von Bahn- und Autobahnstrecken zu heben, bevor Grünzüge dafür angedacht werden. Sie sprach sich für eine landesplanerische Regionalisierung aus: „Es leuchtet ein, dass die Region Stuttgart aufgrund ihrer Siedlungsdichte mit anderen Maßstäben gemessen werden muss.“ Um den Zeitplan machte sich Wilfried Wallbrecht (Freie Wähler) Sorgen, „vor allem den vom Land“. Er befürchtete „einen weiten Weg, der vor uns liegt.“ Regina Traub (SPD) hob hervor, dass zwölf Neuanlagen im Jahr 2020 nicht genug seien. „Ziel muss es sein, möglichst viele Standorte zu finden.“ Sie bat darum, neue Flächen, die sich durch den Windatlas 2019 ergeben, als Vorarbeit schon herauszusuchen. Weiter stellte sie die Frage, was mit Standorten passiere, die nach den neuen Berechnungen nicht mehr als geeignet gelten. „Teilweise sind dort schon Planungen entstanden“, so Traub. Bei Photovoltaik-Anlagen müsse man die Auswirkungen auf das Landschaftsbild bedenken.  Joachim Hülscher (AfD) bezeichnete das Zwei-Prozent-Ziel als „politisch aus der Luft gegriffen“. „Wir sehen ja, dass die Investoren nicht in Scharen Schlage stehen, dass muss man sich bewusst machen.“ Einen „harten Brocken“ sah Kai Buschmann (FDP) in den neuen Daten. „Bei 53 Prozent der Vorranggebiete haben wir Entscheidungen auf falscher Faktenbasis getroffen.“ Da mit diesem vorläufigen Plan aktuell noch bei Bauanträgen für Windkraftanlagen argumentiert werde, müsse man für die Zwischenphase entscheiden, wie man mit diesen Anträgen umgehe. „Es gibt andere Hinderungsgründe als die Regionalplanung und die liegen vor allem dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zugrunde“, betonte Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT). Er hoffe, dass diese durch die neue Evaluation ausgeräumt werden.

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news-1088 Thu, 28 Oct 2021 10:52:28 +0000 Viele Bauarbeiten für Zukunftsfähigkeit des Bahnknotens Stuttgart notwendig S-Bahn Stuttgart kündigt Optimierungen für die nächste Stammstreckensperrung an. Zusätzliche Sperrungen der Stammstrecke in den Jahren 2024 und 2025 geplant /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1088&cHash=f936ae12b8cbc7e989676cd891f51617 In den Sommerferien war die Stammstrecke der S-Bahn erstmals in ihrer Geschichte für einen mehrwöchigen Zeitraum vom 31. Juli bis zum 12. September 2021 außer Betrieb. Grund waren notwendige Baumaßnahmen zur Ertüchtigung der Gleise und zur digitalen Weiterentwicklung der Strecke. Im Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart vom Mittwoch hat Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn Stuttgart, über den Betrieb, die Ersatzverkehre und Fahrgastinformation während der Baustelle berichtet und einen Ausblick gegeben, wie die Abläufe für das nächste Jahr optimiert werden können. Das Gremium hat in der Folge zugestimmt, die Kosten für einen kurzfristigen verkehrlichen Zusatzbedarf im Sommer zu tragen. Zudem hat der Ausschuss beschlossen, zusätzliche verkehrliche Entlastungsmaßnahmen wie die Taktverdichtung der RELEX-Buslinie X60 sowie die Verlängerung der Stadtbahn U34 bis Stuttgart-Vaihingen auch für den Zeitraum der Stammstreckensperrung 2022 zu bezuschussen. Darüber hinaus gab die Deutsche Bahn in der Sitzung einen Ausblick auf die anstehenden Baustellen der nächsten Jahre in der Region Stuttgart und kündigte weitere Stammstreckensperrungen in den Jahren 2024 und 2025 an. Zweitere steht im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Mittnachtstraße und mit einem Testbetrieb sowie dem Start der digitalen Schiene (ETCS).

Stammstreckensperrung im Sommer 2021

Während der ersten beiden Augustwochen erfolgte der Betrieb sehr zufriedenstellend. „Der Ersatzfahrplan der S-Bahn erwies sich als robust und die Kapazitäten im Busersatzverkehr waren ausreichend – nach geringen Anfangsschwierigkeiten hat es in Summe gut funktioniert“, äußerte sich Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn Stuttgart in der Sitzung. „Auch die Vorabkommunikation war zielführend und das Konzept wurde gut von den Reisenden angenommen.“ Ab der zweiten Augusthälfte kam es allerdings zu gravierenderen Problemen im S-Bahn-Verkehr: Bei zahlreichen S-Bahn-Fahrzeugen wurde ein außergewöhnlich hoher Verschleiß an den Rädern festgestellt, der mit der umleitungsbedingt intensiven Nutzung der bogenreichen Panoramabahn in Verbindung gebracht wird. Der S-Bahn-Verkehr auf der Panoramabahn wurde daher eingestellt. In den darauffolgenden Tagen konnte jedoch ein eingeschränkter Notbetrieb mit Ersatzfahrzeugen zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen aufgebaut werden. Hinzu kamen weitere Einschränkungen: Baustellen und unterschiedliche Sperrzustände auf der Gäubahn, die dreiwöchige Totalsperrung der Filstalbahn zwischen Stuttgart und Ulm und Störungen wie der Ausfall der Fernsteuerung des Stellwerks in Marbach. An mehreren Tagen kam es auch zu Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), infolge derer der gesamte S-Bahn-Verkehr reduziert wurde. Darüber hinaus wurde der Bonatz-Bau am Stuttgarter Hauptbahnhof über beinahe vier Tage hinweg aus Sicherheitsgründen gesperrt.

„Allerdings ist es uns gelungen, nach Inkrafttreten der Probleme innerhalb kürzester Zeit ein neues Betriebsprogramm zu entwickeln, abzustimmen und umzusetzen“, sagte Dr. Rothenstein. Um die Folgen abzumildern, wurde unter anderem in Absprache mit der SSB der Fahrplan der Linie U34 abermals ausgedehnt. Trotz der Probleme bei der diesjährigen Sperrung sei man zudem optimistisch, dass im kommenden Jahr während der Stammstreckensperrung das Konzept mit den S-Bahn-Umleitungen über die Panoramabahn wieder gefahren werden könne. „Das Ergebnis der Expertenanalyse zum erhöhten Radverschleiß an den Fahrzeugen der S-Bahn Stuttgart erwarten wir Ende November“, so Dr. Rothenstein. „Das Zwischenergebnis zeigt aber schon positive Ansätze. Die S-Bahn-Wendeschleife an der Schwabstraße weist ebenfalls einen engen Radius auf. Dort wird durch Schmieren der Schienen der Abrieb an Rädern und Schienen auf normalem Niveau gehalten“, sagte er. Auch Erfahrungen aus ähnlichen Situationen in Nordrhein-Westfahlen sprechen für diese Lösungsmöglichkeit.

Für die Stammstreckensperrung in 2022 möchte die S-Bahn Stuttgart zudem das bewährte Kommunikationskonzept erneut auflegen: „Darüber hinaus soll eine Linie des Regionalverkehrs während der Stammstreckensperrung über die Panoramabahn fahren“; sagte Dr. Rothenstein. Auch ein Probe-/Testbetrieb nach Abschluss der Baumaßnahmen vor der Wiederaufnahme des Regelverkehrs ist angedacht.

Baumaßnahmen ab 2022

In der Sitzung des Verkehrsausschusses stellte die Deutsche Bahn zudem weitere Baumaßnahmen vor, die den S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr in der Region Stuttgart in den folgenden Jahren mit erheblichen Einschränkungen betreffen. Hintergrund ist der Abbau des Instandhaltungsrückstaus sowie der Ausbau des Schienennetzes.  Konkreter werden zudem die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 mit dem neuen Hauptbahnhof und die Umstellung auf die digitale Leit- und Sicherungstechnik ETCS. Eine wichtige Rolle spielen hierbei weiterhin Arbeiten entlang der S-Bahn-Stammstrecke:

„Nach den Bauarbeiten in der Haltestelle Hauptbahnhof (tief), die planmäßig im November 2021 abgeschlossen werden, stehen nun die weiteren Haltestellen entlang der Stammstrecke an“, so Michael Groh, Leiter Regionalbereich Südwest bei der DB Station und Service AG. Die Maßnahmen an den Halten Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße, Universität und Österfeld sollen 2022 erfolgen, „wobei die Umbauarbeiten in den Haltestellen Feuersee und Universität eventuell auf 2023 geschoben werden“, sagte Groh weiter. „Gemeinsam mit den Umbauarbeiten im Bereich der Haltestelle Hauptbahnhof investiert die Deutsche Bahn rund 35 Millionen Euro.“

Ab 2022 finden zudem neben Gleisarbeiten und dem Austausch von Weichen Maßnahmen zur Montage und zum Anschluss signaltechnischer Elemente für die digitale Steuerungstechnik (ETCS) statt.

„Allerdings haben sich die Planungen in dem Sinne geändert, dass auch im Jahr 2024 eine Stammstreckensperrung erfolgen muss“, so Rüdiger Weiß, Leiter Betrieb und Fahrplan Südwest bei der DB Netz AG.

In Arbeit ist derzeit darüber hinaus ein Konzept für den Anschluss der neuen Strecken und der Haltestelle Mittnachtstraße an das bestehende Schienennetz und zur Inbetriebnahme von ETCS. Dies ist für den Sommer und Herbst 2025 angedacht. Auch hier wird es wieder zu Eingriffen in den S-Bahn, Regional- und Fernverkehr und einer Stammstreckensperrung kommen: „Der genaue Umfang der Sperrung ist allerdings noch nicht ausgearbeitet. Sobald dies erfolgt ist, werden wir das Konzept vorstellen“, so Weiß weiter.

Auch abseits der Stammstrecke stehen in den folgenden Jahren Maßnahmen an, die sich auf den Bahnverkehr auswirken. In Bad Cannstatt müssen von Februar bis Oktober 2022 von Montag bis Samstag zur Mittagszeit einzelne Gleise gesperrt werden. Die betreffenden Züge werden entsprechend auf andere Gleise umgeleitet. Hintergrund ist das Absammeln von Eidechsen.

Auf Grund der Erneuerung der Eisenbahnüberführung Feuerbach Borsigstraße müssen vom 15. Mai 2023 bis 14. Juni 2023 sowie vom 30. November 2023 bis 9. Dezember 2023 die S-Bahn-Gleise zwischen Zuffenhausen und Pragtunnel gesperrt werden. In der Folge entfallen die Linie S6/60 zwischen Stuttgart-Zuffenhausen und Stuttgart Schwabstraße sowie teilweise die Linien S4/S5 zwischen Ludwigsburg und Stuttgart Schwabstraße. In der zweiten Bauphase vom 30. Juni 2023 bis 4. Juli 2023 muss erneut die Linie S6/60 zwischen Zuffenhausen und Stuttgart Schwabstraße entfallen.

Stimmen aus den Fraktionen

Rainer Ganske (CDU/ÖDP) zeigte sich geschockt von der Ausweitung der Sperrungen von drei auf fünf Jahre: „Das ist fast eine Verdopplung der Bauzeit.“ Trotzdem sei es natürlich wichtig, dass ETCS nicht nur angeschlossen, sondern auch ausreichend getestet werde. „Wenn es dann nicht funktioniert, schießen wir uns ins eigene Knie.“ Rückblickend auf 2021 sagte er: „Es ist sicherlich kein alltägliches Thema, die verkehrliche Hauptschlagader einer Region sperren zu müssen.“ Die Vorbereitung sei nicht perfekt gewesen: „Aber gut war, dass man schnell reagiert hat“, so Ganske weiter. „Die S-Bahn auf der Panoramabahn herauszunehmen, war die richtige Entscheidung – Sicherheit geht vor.“ Zudem müssen man Überlegungen anstellen, gerade den On-Demand-Verkehr nicht nur im Schienenersatzverkehr, sondern auch im Regelbetrieb weiterzuentwickeln.

„Die weitere Sperrung in den Jahren 2024 und 2025 ist natürlich eine Hausnummer für die S-Bahn-Reisenden“, sagte Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Umso wichtiger sei es nun, der Öffentlichkeit transparent darzustellen, wie es um das Streckennetz in der Region steht. „Bleiben uns solche Maßnahmen in der Zukunft dann erspart?“ Die erste Hälfte der Stammstreckensperrung 2021 lobte der Regionalrat hingegen. „Jedoch muss man beachten, dass in den nächsten Jahren nicht mehr Corona-bedingt so wenige Fahrgäste unterwegs sind.“ Ein Auffangen durch die SSB könnte dann erschwert werden. Zudem forderte Lateier die Deutsche Bahn auf, nach Abschluss des Berichtes zum Radverschleiß an den S-Bahn-Zügen nochmals im Gremium vorstellig zu werden.

Bernhard Maier (Freie Wähler) zeigte sich besorgt, dass die S-Bahn durch die Verlängerung der Sperrungen ihren Ruf verliert. „Diese Maßnahme bedauere ich sehr und sie wird die Begeisterung für die S-Bahn definitiv nicht stärken.“ Jedoch sei die Sanierung der Stammstrecke alternativlos. Er lobte die Leistung und Logistik der vergangenen Sperrung, „vor allem auch in Situationen, die so absolut nicht vorhersehbar waren.“ Zudem betonte er die Notwendigkeit, aufzuklären, woher die Probleme auf der Panoramabahn herrührten. „Die Strecke soll künftig eine zentrale Rolle spielen, von daher ist es wichtig, einschätzen zu können, was die Panoramabahn leisten kann.

Die weiteren Sperrungen seien eine schlechte Nachricht für die Fahrgäste, äußerte sich Thomas Leipnitz (SPD) „Sorgen macht uns vor allem das Schienenersatzkonzept für 2025, wenn die Panoramabahn vielleicht gar nicht mehr zur Verfügung steht.“  Den langfristigen Schaden für die S-Bahn müsse man abwarten. Für Leipnitz war es klar, dass es bei einem solch großen Eingriff wie der Sperrung diesen Sommer zu Kinderkrankheiten kommt: „Alles andere wäre naiv.“ Wichtig sei es jetzt zu wissen: „Ist es tatsächlich mit einer besseren Schmierung getan oder was ist die endgültige Lösung für die Panoramabahn?“

Joachim Hülscher (AfD) appellierte an die Deutsche Bahn, bei den Baumaßnahmen alles Mögliche auszuschöpfen, um den Ablauf zu beschleunigen, „damit wir 2026 gut aus der Situation herauskommen“, so Hülscher. Bezogen auf die erste Sperrung dankte er für die logistische Leistung: „Das wurde souverän bewerkstelligt und wir hoffen, dass es in den nächsten Jahren ähnlich läuft.“ Zudem sei man gespannt auf den Abschlussbericht zum Thema Panoramabahn. 

Gabriele Heise (FDP) forderte die Deutsche Bahn auf, den Zeitpunkt für die Sperrung in Feuerbach zu überdenken: „Für den wichtigen Schulstandort ist eine Sperrung mitten in der Prüfungszeit schwierig.“ Armin Servani (FDP) dankte für den ehrlichen Bericht zur Sperrung in 2021: „Wo man früher nur Kleinigkeiten repariert hat, gab es jetzt den großen Rundumschlag.“ Der Regionalrat lobte zudem die sehr gute Kommunikation im Vorfeld. Allerdings gelte es zu berücksichtigen, dass bei den nächsten Sperrungen mit mehr Fahrgästen zu rechnen sei.

Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) zeigte sich ob der Verlängerung von drei auf fünf Jahre überrascht: „Ist damit auch die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 gefährdet?“ Zudem forderte er einen guten Ersatzverkehr für die Baumaßnahmen in Feuerbach. Für Wolfgang Hoepfner (DIE LINKE/PIRAT) hat bei der ersten Sperrung eine Menge gut funktioniert. „Trotzdem gab es auch vermeidbare Fehler.“ So solle die Deutsche Bahn prüfen, ob die Fahrer des Schienenersatzverkehrs ausreichend geschult wurden und gegebenenfalls im Jahr 2022 in diesem Bereich nachbessern.

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news-1087 Thu, 28 Oct 2021 10:45:59 +0000 RegioRadStuttgart nimmt weiter an Fahrt auf Der Jahresbericht zu RegioRadStuttgart zeigt ein wachsendes Netz und steigende Kundenzahlen. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet das Maßnahmenpaket des Verbands Region Stuttgart. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1087&cHash=ee087fac7ef87628d8cdd7fffb446f32 205 Stationen, 43 Kommunen, 1.500 Räder und über 32.500 Kunden, so die aktuellen Zahlen: Das RegioRadStuttgart-Netz ist auch im letzten Jahr gewachsen und das Verleihsystem verzeichnet trotz Pandemie einen stetigen Kundenzuwachs. Bei der Vorstellung des Jahresberichts im Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch sagte Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator von RegioRadStuttgart: „Unser umweltbewusstes und regionsweites Fahrrad- und Pedelecverleihsystem wird auch in Zukunft weiter ausgebaut. Mehr als 50 Stationen mit rund 270 neuen Rädern befinden sich aktuell in der Umsetzung, weitere sind in der Planung. Dies ist nicht zuletzt dem Förderprogramm des Verband Region Stuttgart zu verdanken“

Der Verband Region Stuttgart hat im Sommer 2020 ein umfangreiches Konzept beschlossen, das den Ausbau des interkommunalen Fahrrad- und Pedelecverleihsystems voranbringt. Herzstück ist das Förderprogramm „Zwei für eine“, mit rund einer Million Euro an regionalen Mitteln werden insgesamt 42 Stationen kofinanziert. Lena Wenninger koordiniert als regionale „Kümmerin“ Kommunenanfragen, Marketingaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit und fungiert als Bindeglied zwischen RegioRadStuttgart-Partnern, Landeshauptstadt, Verband und DB Connect. „RegioRadStuttgart ist ein Paradebeispiel interkommunaler Zusammenarbeit. Immer mehr Städte und Gemeinden der Region schließen sich der RegioRadStuttgart-Familie an. Bald können die Fahrräder und Pedelecs in rund 50 Kommunen in der Region entliehen werden“, so Wenninger. Der Verband hat zudem im August 2020 für PolygoCard-Inhaber 15 Freiminuten für Pedelecs ermöglicht, die sich einer hohen Nachfrage erfreuen: 71 Prozent aller Pedelec-Fahrten erfolgten seither im polygoCard-Tarif, 61 Prozent davon dauerten maximal 15 Minuten und waren somit gratis. Mit der Einführung einer Gruppenbuchungsfunktion können außerdem bis zu 15 RegioRäder und Pedelecs frühzeitig verbindlich reserviert werden.

Trotz insgesamt positiver Entwicklung machte sich die Pandemie bemerkbar: Mit 132.000 Nutzungsvorgängen lag der Wert im Jahr 2020 um 26 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Dämpfer ist vergleichbar mit anderen öffentlichen Fahrradverleihsystemen. Seit Januar 2021 ist wieder eine kontinuierliche Zunahme an Fahrten zu verzeichnen. Neben Touristen und Freizeitradlern als wichtiger Nutzergruppe wird für Pendelfahrten, die mit dem Lockdown zurückgingen, in Zukunft wieder ein deutlicher Anstieg prognostiziert.

Hintergrund

Das interkommunale und regionsweite Fahrrad- und Pedelecverleihsystem RegioRadStuttgart wird betrieben von der Deutschen Bahn Connect GmbH und koordiniert von der Landeshauptstadt Stuttgart. Tragende Idee ist es, ein regionsweites, möglichst lückenloses Verleihsystem sowohl entlang der Haltepunkte des öffentlichen Schienenpersonennahverkehrs als auch in der breiten Fläche anzubieten. Zielgruppe sind sowohl Pendler, Kurzstreckenfahrer als auch Tourenradler.

Stimmen aus den Fraktionen

Für Matthias Rady (CDU/ÖDP) liegt die positive Entwicklung nicht nur an den Subventionen, sondern auch an der Angebotserweiterung durch die vom Verband unterstützte Gruppenbuchung und Freiminuten für Pedelecs. „Was einfach zur Bewältigung der letzten Meile gedacht war, hat sich zu einem großen Netz entwickelt“, zeigte sich Rady erfreut. Potentiale sieht er „gerade in touristisch interessanten Gebieten wie dem Albtrauf, hier gibt es noch viele weiße Flecken und ein Ausbau wäre wünschenswert.“

„Nach zwei Jahren RegioRadStuttgart können wir nun eine Zwischenbilanz ziehen und erkennen, dass wir auf einem guten Weg sind“, betonte Philipp Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Er kritisierte, dass die kleinere Metropolregion Rhein Neckar fast 50 Prozent mehr Leihfahrräder anbiete. „Wir können also nicht am Ende angelangt sein.“ Wichtig sei es auch, daran zu arbeiten, die Barrieren zur Nutzung abzubauen, so zum Beispiel die korrekte Verfügbarkeitsanzeige in der App.

Karl-Heinz Balzer (Freie Wähler) war erfreut: „2018 war diese Erfolgsstory gar nicht denkbar.“ Seine Fraktion sehe aber auch Steigerungsbedarf, weshalb sie insbesondere die Marketingmaßnahmen für richtig und notwendig halten, so Balzer weiter. „Das Förderprogramm hat eingeschlagen, wenn nun auch noch die Marketingmaßnahmen einen Push nach oben geben, sind wir zuversichtlich.“

„Der Aufbau der Stationen ist das Geheimnis für mehr Nutzer, denn die benötigen ein dichtes Netz“, so Michael Makurath (SPD). Er kritisierte den „überdeutlichen Schwerpunkt in Stuttgart“, daher müsse man sich auf den Ausbau in den Kommunen konzentrieren. „RegioRadStuttgart muss ein festes Angebot der kommunalen Verkehrsangebote werden, daran müssen wir weiterarbeiten“, konstatierte Makurath.

„Alles was gut ist, kann man auch noch ein Stück besser machen“, betonte Gabriele Heise (FDP). Regional gebe es viele Flecken, die noch gefüllt werden können. Positiv bewertete Sie den Flyer mit den Radtouren als gelungene Werbemaßnahme.

Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) war überzeugt: „Wenn Kommunen sehen, was die Nachbargemeinde kann, werden sie sich vielleicht auch eine Station gönnen.“ Manchmal stehe bei Fahrrädern der Hinweis ‚defekt‘, daran müsse noch gearbeitet werden.

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news-1086 Thu, 21 Oct 2021 07:58:30 +0000 Region Stuttgart hat beim Glasfaserausbau Priorität Projektpartner Telekom Deutschland GmbH berichtet über Stand, Ziele und Perspektiven des Ausbauprogramms /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1086&cHash=1357febe282edf61946d8508cf5d2d78 Kann die Ausbaugeschwindigkeit in der Region erhöht werden? Wie sind die Chancen, 100 Prozent der Haushalte an Glasfaser anzuschließen? In der Regionalversammlung am Mittwoch ging Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie der Telekom Deutschland GmbH, auf Fragen rund um das Voranschreiten des regionalen Gigabitprogramms sowie die weitere Ausbaustrategie ein.

Basierend auf dem Rahmenvertrag aus Mai 2019 wird der Glasfaserausbau in der Region Stuttgart nach Aussage der Telekom im Vergleich zu anderen deutschen Regionen priorisiert – dies solle auch trotz der mittlerweile deutschlandweit vorangetriebenen Ausbauaktivitäten weiterhin so bleiben. Organisiert ist das Kooperationsprogramm mit der Telekom in der eigens dafür gegründeten Gigabit Region Stuttgart GmbH, die den Breitbandausbau gemeinsam mit den Zweckverbänden der Landkreise und der Landeshauptstadt steuert. Über 100 Gewerbegebiete in der Region wurden seither mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet sowie 200.000 Haushalte bis Ende 2021. In der gemeinsamen Planung festgehalten sind 80.000 Glasfaseranschlüsse pro Jahr. 100.000 pro Jahr sollen es künftig werden. Um das Tempo beim Ausbau zu erhöhen, müssten, so Goldenits, einige wichtige Voraussetzungen erfüllt werden: angefangen bei geringeren Auflagen bei Baumaßnahmen und kürzeren Genehmigungsverfahren bis zu erleichtertem Zugang zu Häusern und dem Einsatz digitalisierter Prozesse. „Wir brauchen auch die Möglichkeit, alternative Verlege-Methoden einzusetzen. Mit dem traditionellen Verfahren schaffen wir 150 Meter am Tag, mit neuen Verfahren 500 Meter und noch am selben Tag ist alles wieder zugemacht“, veranschaulichte er. Die Telekom habe alle Anforderungen des Vertrags erfüllt. Das Programm sei strategisch und politisch einzigartig. Ziel sei es, für die Region Stuttgart das beste Mobil- und Glasfasernetz Deutschlands zu bauen.  „Der Anteil der Telekom am Ausbau in Deutschland ist größer als 60 Prozent, für 100 Prozent sind weitere Anbieter nötig.  Deswegen öffnen wir unsere Netze für andere Provider und bauen gemeinsam mit Kommunen Netze aus.“ 

Arbeitsteilung mit Stadtwerken

Für den Ausbau der benötigten Infrastruktur hat die Telekom teilweise Einzelvereinbarungen mit den jeweiligen Stadtwerken der Mitgliedskommunen in den Zweckverbänden geschlossen, die in der Regel auf 30 Jahre ausgelegt sind. Die Stadtwerke verlegen die unbeschaltete Glasfaser, also Leitungen, an denen noch keine aktiven optischen Komponenten für Versand und Empfang von Daten über die Glasfaserverbindung angeschlossen sind. Diese noch „unbeleuchteten“ Netze werden von der Telekom für den Betrieb angemietet. Ein offener Marktzugang sieht die Telekom insoweit gewährleistet, dass die Endkunden zwischen der Telekom und deren Vertriebspartnern wählen können.

Stimmen aus den Fraktionen

Elisabeth Schick-Ebert (CDU) nahm „das klare Commitment der Telekom zum vorrangigen Ausbau der Breitbandversorgung in unserer Region gerne zur Kenntnis“. „Die Pandemie hat uns in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, wie wichtig eine gute digitale Infrastruktur ist. Mit der Gigabit Region Stuttgart wollten wir vom deutschen Schneckentempo des digitalen Ausbaus zumindest in den Trab wechseln – ein Ausbaugalopp wäre uns natürlich lieber.“ Denn die Bandbreite sei heute ein kritischer Wettbewerbsfaktor. Sie betonte: Wichtig sei es ebenfalls, im mobil geprägten Alltag auch den Ausbau des mobilen Netzes zu forcieren, nicht zuletzt als „Plan B“ bei überlasteten Netzen. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur mit der Gigabit Region Stuttgart sei effektiv, weil alle in der Region profitieren könnten und effizient, weil man dort die Expertise für die ganze Region gebündelt hätte. Zur langen Dauer von Genehmigungsverfahren forderte Schick-Ebert aber „einen politischen Diskurs, wie wir die Genehmigungsverfahren beschleunigen können.“

„Deutschland spielt bei der Glasfaser allenfalls in der zweiten Liga“, konstatierte Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Man sei auf Weltranglistenplatz 37. Breitbandversorgung sei existenziell für die Arbeit, die Bildung, das gesellschaftliche Leben, für die Zukunft. „Vor Start des Gigabit-Projekts hatten nur 1,3 Prozent der Anwohner Zugang zu Glasfaser. Und Glasfaser kostet Geld.“ Die Telekom sei in Vergangenheit zögerlich beim Ausbau gewesen, daher die Vorbehalte. Es sei jedoch nötig gewesen, die Kommunen zu bündeln, die Gigabit Region zu gründen und das Ausbauprogramm auszuschreiben, bei dem die Telekom eben gewonnen habe. „Der Glasfaserausbau ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Region. Umso erstaunter waren wir über Aussagen des Telekom-CEO zum bundesweiten 100-Prozent-Ziel.“  Lateier sah aber das Gute, denn „wer Zusagen über 100 Prozent macht, muss 90 Prozent schon vor 2030 bringen.“ Und wer bei seinen Aussagen außerdem Wettbewerber miteinbeziehe, müsse auch den „open access“ vorantreiben.

Andreas Hesky (Freie Wähler) stellte fest: „Marketingaussagen dürfen nicht immer für bare Münze genommen werden.“ Die Botschaft der Telekom, Deutschland bis 2030 ans Glasfasernetz zu bringen, hätte „ins Mark getroffen“, weil sie im „krassen Widerspruch“ zu den Absprachen mit der Region stünden. „Heute haben wir erfahren, es war anders gemeint und die Telekom setzt darauf, dass es auch andere Partner gibt, die mit ihr gemeinsam an der Mammut-Aufgabe arbeiten, Deutschland ans Netz zu bringen.“  Nach den ersten zweieinhalb Jahre seien erste zählbare Ergebnisse vorhanden, allzu große Euphorie sei aber verfrüht. Was bisher jedoch fehle, sei eine auf die veränderte Marktsituation mit mehr Anbietern angepasste Ausrichtung der Gigabit Region: „Die Aufgabe der Gigabit Region ist es, dass ein abgestimmtes Verfahren – ohne Rosinenpickerei und ohne Überbau bestehender Leitungen – stattfindet und Kommunen mit einer schwierigen Ausbautopografie leer ausgehen.“, so Hesky.

Michael Makurath (SPD) begrüßte es zu hören, dass die Telekom zur gemeinsamen Vereinbarung steht. „Wichtig ist es, dass die 90 Prozent Glasfaser in der Fläche umgesetzt werden und sich die Telekom nicht nur die Kirschen herauspickt.“ Denn das sei das, was das Gigabit-Projekt zum Leuchtturmprojekt macht. Deswegen sei es auch nicht erstaunlich, dass andere Regionen anklopften. „Aber die Ressourcen für Region müssen zeitnah da sein“, so Makurath. Man sei gut unterwegs und könne als „lernende Organisation“ mit der Gigabit Region, den Zweckverbänden und der Telekom Hemmnisse gemeinsam ausräumen. Um das Ziel der Flächendeckung zu erreichen, erwarte er von der Gigabit Region, dass sie gemeinsam mit den Partnern eine kluge Strategie entwickle.

Stephan Köthe (AfD) kritisierte, dass günstige, maximal schnelle Netzwerkanschlüsse und 100 Prozent Abdeckung zwar Realität in Stockholm seien, nicht aber in der Region Stuttgart. Basierend auf aktuellen Zahlen zum Ausbautempo bis 2020 müsse die Region bei gleichbleibendem Ausbautempo darauf noch 40 Jahre warten, anhand der neuen Zahlen immer noch über zehn Jahre für 90 Prozent Deckung. Er folgerte: „Es war ein Fehler, dass die öffentliche Hand die Telekommunikationsinfrastruktur aus der Hand gegeben hat.“ Man könne der Telekom nicht verübeln, dass sie nur dort ernsthaft an einem Glasfaser-Ausbau interessiert sei, wo eine Aussicht auf schnellen Gewinn gebe.

“Glasfaser faster, schnelles Internet schneller – das war das Versprechen, mit dem uns 2018 die Kooperation mit der Telekom über die Gigabit Region Stuttgart GmbH schmackhaft gemacht wurde”, sagte Gabriele Heise (FDP). Damals sei ihre Fraktion skeptisch gewesen, weil man damit einen Fast-Monopolisten ins Leben gerufen habe. Gemessen an den Zahlen habe man immer noch Zweifel. Rund 200.000 Haushalte seien bis Ende des Jahres versorgt – von über 1,4 Millionen Haushalten. Damit sei die große Mehrheit noch nicht mit schnellem Internet gesegnet. „Vielleicht ist es eine gute Leistung der Telekom, aber nicht genug gemessen am Bedarf. Die vielen Selbstständigen und Betriebe außerhalb von Gewerbegebieten ebenfalls nicht mit eingerechnet.“

„Wir müssen über das Problem reden, vor dem meine Fraktion damals gewarnt hatte“, erklärte Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT. „Es zeichnet sich ab, dass unwirtschaftliche Gebiete beim Ausbau nach hinten geschoben werden.“ Die Versorgung mit schnellem Internet gehöre in die öffentliche Hand. Nach Luckes Auffassung strebt die Telekom Monopolstellung in Sachen Breitbandausbau an und das zum Nachteil der Region Stuttgart und seiner Bürgerinnen und Bürger. Hier räche sich nun die Entscheidung, auf ein eigenes regionales Backbone-Netzwerk mit einem pluralistischen Angebot unterschiedlicher Provider zu verzichten. „Für uns gilt die Devise: Breitbandausbau auf jeden Fall, aber in Zukunft besser ohne die Telekom“, schloss Lucke.

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news-1085 Thu, 21 Oct 2021 07:54:40 +0000 Den Wirtschaftsstandort und Umweltschutz im Fokus Fraktionen bringen 88 Anträge in die Regionalversammlung ein. Aussprache zum Haushaltsentwurf für 2022 /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1085&cHash=5b9c5558ec1992ef1ac5bd27b0c439a1 88 Anträge haben die Fraktionen der Regionalversammlung am Mittwoch zum Haushalt 2022 des Verbands Region Stuttgart gestellt. Der Budgetentwurf, den Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling Ende September eingebracht hatte, umfasst ein Gesamtvolumen von knapp 680 Millionen Euro. Die Anträge beziehen sich in diesem Jahr vor allem auf die Förderung der Region als nachhaltigen Wirtschaftsstandort, auf eine sparsame und zukunftsgerichtete Inanspruchnahme von Flächen für Wohnen und Gewerbe, auf Klimaschutz, den Ausbau erneuerbarer Energien und Nachhaltigkeit sowie die Stärkung des ÖPNV.

Stärkung der Region als Wirtschaftsstandort

Die Künstlichen Intelligenz (KI) möchten CDU/ÖDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Freie Wähler, SPD und FDP mit einem interfraktionellen Antrag fördern. Die Region soll gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) ein Kofinanzierungsprogramm entwickeln, um Bausteine für einen Innovationspark KI auf den Weg zu bringen. Akteure sollen vernetzt und die Kooperation mit den Regionen Karlsruhe und Neckar-Alb soll fortgeführt werden.

Aber auch in anderen Wirtschaftszweigen soll der Standort Region Stuttgart weiter gestärkt werden: Die CDU/ÖDP sieht Chancen im Bereich IT-Hardware-Entwicklung und -Produktion, aber auch bei der Medienproduktion. Hierzu soll die WRS Standortanalysen durchführen und Konzepte erarbeiten. Für eine bessere Vernetzung soll ausgelotet werden, ob das Konzept „Factory Berlin“ in die Region Stuttgart expandieren kann.

Zur Geltung kommt auch das Thema „Fachkräfte generieren und binden“: Die CDU/ÖDP fordert hierzu ein Netzwerkangebot für neue Fachkräfte, damit diese sich schneller heimisch fühlen, die SPD einen Bericht über Angebote und Strukturen zur Qualifizierung Beschäftigter in den regionalen Leitindustrien im Zuge des Transformationsprozesses.

Die AfD möchte einen Überblick zur Lage und Leistungsfähigkeit bestehender oder im Aufbau befindlicher Güterumschlagplätze bzw. Umladeterminals als Schnittstelle zwischen Güterfernverkehr und Verteilerverkehren in der Region und interessiert sich für Ergebnisse eines Pilotprojekts für stadtverträgliche Logistik.

Die FDP-Fraktion möchte im Zuge der verstärkten Nutzung von Mobilem Arbeiten 100.000 für die Entwicklung eines Büro- und Co-Working-Konzepts für Arbeitsplätze im ländlichen Raum Euro in den Haushalt einstellen.

Flächennutzung in der Zukunft: Wohnen und Gewerbe

Bei den Anträgen für das kommende Haushaltsjahr spielt für die Fraktionen die künftige Nutzung von Flächen eine wichtige Rolle. Die CDU/ÖDP möchte auf schnellere und einfachere Planungsverfahren hinwirken. Zudem fordert die Fraktion, im Umfeld von S-Bahn-Stationen weitere bauliche Verdichtung zu prüfen, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN möchte wissen, inwiefern eine Erhöhung der Bruttowohndichte sich auf die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum auswirkt. Gleich zwei Anträge stellt die SPD zum Thema Bruttowohndichte: Diese soll im Regionalplan um 10 Prozent erhöht werden und zudem bei der Genehmigung von Bebauungsplänen konsequent eingefordert werden. Die CDU/ÖDP fordert, eine wirtschaftlich tragfähige Strategie zur Zwischennutzung von Flächen für Wohngebäude zu entwickeln, Die entsprechenden Flächen sollen dazu ermittelt und zeitlich begrenzt für mobile Wohngebäude zur Verfügung gestellt werden. Von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stammen die Anträge für eine Ausweitung des Kofinanzierungsprogramms „Sicherung und Aktivierung regionalbedeutsamer Gewerbeflächen“ zur Nachverdichtung bestehender Gebiete sowie für Modellprojekte zur Flächenneutralität. Die SPD möchte für die ökologisch nachhaltige Gestaltung von Gewerbeflächen ein Ideen-Portfolio für die Kommunen, DIE LINKE/PIRAT beantragt ein Aktionsprogramm zur baulichen Aufwertung von Gewerbegebieten und Brachflächen im Bestand. Die FDP rückt bei der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans die mögliche Ablösung des Zentrale-Orte-Konzepts in den Fokus und möchte dafür 100.000 Euro in den Haushalt einstellen. 

Klimaschutz: Fotovoltaik und Windkraft im Fokus

Die Themenkomplexe Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben ebenso Eingang in viele Haushaltsanträge gefunden:

Sowohl BÜNDINS 90/DIE GRÜNEN als auch Freie Wähler setzen in ihren Anträgen auf die sogenannte „Freiflächen-Fotovoltaik“ und deren Möglichkeiten in der Region. Darüber hinaus soll laut BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die WRS eine „Solaroffensive Region Stuttgart“ durchführen. Die FDP fordert die Erstellung eines Konzeptes für Fotovoltaik-Anlagen auf Park and Ride-Parkplätzen und möchte hierfür 500.000 Euro bereitstellen. Darüber hinaus will sie über die bisherige Energieerzeugung in der Region und der Bedeutung von Fotovoltaik informiert werden.

Auch die Windkraft wird gleich in mehreren Anträgen thematisiert: Die Freien Wähler fordern neue Kriterien bei der Festlegung der Standorte, die SPD einen Bericht zum aktuellen Stand und zu einer möglichen Regionalplanänderung, die AfD eine Neubewertung der Windkraftvorranggebiete und einen Bericht zur Auswirkung auf die Netzstabilität.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und DIE LINKE/PIRAT verlangen in einem gemeinsamen Antrag die Aufnahme von Gesprächen mit der S-Bahn Stuttgart zur Umstellung auf Ökostrom. Als Anschubfinanzierung soll 1 Million Euro in den Haushalt eingestellt werden.

Eine Weiterentwicklung der Struktur für den Regionalmonitor und Regionalentwicklungsbericht beantragen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Es sollen die Indikatoren einer „Integrierten regionalen Nachhaltigkeitsberichterstattung" aufgenommen werden.

Die Freien Wähler fordern einen Klimaschutzmanager für die Region, auch für eine bessere Vernetzung der Kommunen, und einen Bericht zum Projekt „Klimaanpassung in Landkreis Böblingen“, die FDP möchte einen Bericht zu den Möglichkeiten, die Region klimaneutral zu machen. Sie setzt dabei auf den Emissionshandel. DIE LINKE/PIRAT beantragen, ein vorsorgendes Klima-Risiko-Management im Regionalplan zu verankern.

Verkehr: Ausbau, Barrierefreiheit und Stuttgart 21

„Die Panoramabahn zukunftstauglich machen“ fordern BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, FDP und die LINKE/PIRAT in einem interfraktionellen Antrag. Geklärt werden soll unter anderem: Welche Züge können darauf fahren, kann sie während der Gäubahn-Unterbrechung genutzt werden, gibt es Möglichkeiten für neue Haltestellen oder eine Beschleunigung? BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern ein Notfall-Konzept für eine mögliche Sperrung der Stammsstrecke nach Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs und möchten für ein Gutachten 50.000 Euro in den Haushalt einstellen. Im Zusammenhang mit Stuttgart 21 fordert die SPD einen Bericht zu den einzelnen S21 Optionen wie T-Spange und P-Option, sowie das Vorantreiben der Optionen gegenüber den Projektpartnern. In einem separaten Antrag wird eine Studie zum notwendigen Ausbaubedarf bei den Zulaufstrecken zum Tiefbahnhof vorgeschlagen.

Eine Weiterentwicklung der RELEX-Busse schwebt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD in einem gemeinsamen Antrag vor: Es sollen weitere Linien sowie ein 15- statt 30-Minuten-Takt untersucht werden. Die beiden Fraktionen befassen sich in zwei verschiedenen Anträgen zudem mit dem Thema Barrierefreiheit. Dabei setzen sie vor allem auf mehr Information und Transparenz für die Reisenden, sowie auf einen aktuellen Bericht.

Einige Anträge befassen sich mit dem Ausbau, bzw. der Ertüchtigung und Reaktivierung von Bahnstrecken: Für die Boller Bahn setzen sich Freie Wähler und AfD ein, die CDU/ÖDP möchte die Verlängerung der S5 nach Lauffen am Neckar prüfen lassen, die SPD unterstützt die Reaktivierung der Bottwartalbahn, die FDP möchte die Verlängerung der S1 nach Bondorf in den Blick nehmen und DIE LINKE/PIRAT eine Ertüchtigung der Teckbahn. Der weitere Ausbau von Park and Ride-Anlagen entlang der S-Bahn-Linien ist ein Anliegen der CDU/ÖDP.

Darüber hinaus beantragen die CDU/ÖDP die Aufwertung von Bahnhofsumfeldern durch ein Kofinanzierungsprogramm, die Freien Wähler die Prüfung eines 15-Minuten-Takts bis Geislingen, sowie BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein Gutachten für einen regionalen Mobilitätspass. Die SPD stellt die Frage nach der Auslastung und den Fahrgeldeinnahmen in der ersten Klasse in der S-Bahn, DIE LINKE/PIRAT bringt die Entwicklung eines „VVS-Mietertickets“ in die Debatte.

Information und Beteiligung der Öffentlichkeit, regionale Zusammenarbeit

In einem gemeinsamen Antrag fordern Freie Wähler und FDP die Entwicklung eines Modells der direkten Bürger- und Kommunalbeteiligung an Straßenbau- und Verkehrsprojekten. Basis für die Praxiserprobung soll die Weiterentwicklung des Nord-Ost-Rings sein. Die FDP bringt zudem eine „Taskforce Öffentlichkeitsarbeit“ auf die Agenda. Diese soll die Gründe für regionale Planungen und Entscheidungen verdeutlichen und nachvollziehbar machen. Insgesamt sollen 500.000 Euro für Öffentlichkeitsarbeit bereitgestellt werden. 50.000 Euro sollen laut einem weiterem FDP-Antrag in eine Studie zur lokalen und regionalen Willensbildungs-Analyse fließen. Die SPD bringt ein, den Strategieprozess „RS Reloaded“ um die Frage zu erweitern, welche politischen Verbesserungen in der Region notwendig sind, um die politische Handlungsfähigkeit der Region zu stärken, sowie die Strategien von Akteuren in der Region besser aufeinander abzustimmen.

Freizeit und Kultur

Neben Wirtschafts-, Planungs- und Verkehrsfragen wurden auch Anträge zu den Themenbereichen Freizeit und Kultur eingebracht. Gleich sechs Fraktionen möchten in einem gemeinsamen Antrag in Zusammenarbeit mit der KulturRegion Stuttgart eine Plattform zu jüdischen Spuren in der Region Stuttgart zu unterstützen.

Die CDU/ÖDP fordert eine Fortsetzung der Straßenradsport-Großevents 2023 sowie Ladesäulen für Pedelecs an Radwanderrouten. Die Freien Wähler beantragen die Initiierung einer Imagekampagne für die Rückgewinnung von Personal für das Gastronomie- und Hotel-Gewerbe sowie die Weiterentwicklung der Innenstädte zu Wohlfühlorten und die LINKE/PIRAT eine Badegewässerstrategie für die Region Stuttgart.

Stimmen aus den Fraktionen

Angesichts der Pandemie stellte Rainer Ganske (CDU) fest: „Corona hat wie ein Brandbeschleuniger fungiert und das Leben der Menschen, aber auch die Tätigkeit der Wirtschaft in unserer Region erheblich verändert.“ Als Beispiel führte er den kontinuierlichen Rückgang im ÖPNV, Homeschooling und Homeoffice an. Zum beschleunigten Wandel in der Automobil- und damit Zulieferindustrie meinte Ganske: „Die Zeichen stehen auf Sturm.“ Arbeitsplätze und der Wohlstand in der Region seien gefährdet. Auch nachhaltige Mobilität, regionale Planung und Wirtschaftsförderung im großen Maßstab seien Themen, die einzelne Kommunen nicht alleine lösen könnten. „Wir stehen heute vor Herausforderungen, die deutlich größer sind als bei der Gründung des Verbands Region Stuttgart.“ Zur steigenden Verkehrsumlage verwies Ganske beispielhaft auf die Beschaffung neuer S-Bahn-Fahrzeuge, die Ausweitung des Viertelstundentakts oder eine bessere Barrierefreiheit. Angesichts der Umlagefinanzierung meinte er: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.“ Gleichwohl stehe man vor dem Hintergrund der Klimaziele und des Standortwettbewerbs der Regionen zum Ausbau des ÖPNV`s. Ganske sprach den „Standortnachteil“ hoher Mieten und Kaufpreise von Immobilien in der Region an: „Wohnen heißt auch Wohnen mit zukunftsfähigen Standorten“. Das Umfeld von S-Bahn-Stationen sei hier oftmals untergenutzt. Zudem müsse man beim Planen und Bauen zu schnelleren und flexibleren Planverfahren kommen. In der Wirtschaft brauche die Region neue Themen und Felder, um zukunftsfähig zu sein, beispielsweise mit der Wasserstoffstrategie. Auch beim Thema „Künstliche Intelligenz“ rief Ganske dazu auf das vorhandene Konzept im Verbund mit der WRS und anderen Partnern rasch in die Umsetzung zu bringen. Im Bezug auf den Bürgerentscheid zum Vorhaltestandort Hungerberg meinte er, es brauche entsprechende Flächen und Angebote für die wirtschaftliche Transformation. „Wer glaubt, dass uns die Transformation allein auf bestehenden Flächen im laufenden Betrieb möglich ist, spricht von einer Operation am offenen Herzen mit hoher Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.“, schloss Ganske.

„Die Region muss zukunftsfest gemacht werden“, sagt Prof. Dr. André Reichel, (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). „Daher muss der Haushalt für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz, für eine proaktive Gestaltung des wirtschaftlichen Wandels, für behutsamen und vorsorgenden Umgang mit Flächen und für zukunftsfähige Mobilität stehen.“  Im Bereich Wirtschaft setzt seine Fraktion hierbei auf Künstliche Intelligenz-Technologien: „Auch wenn wir beim Wettbewerb des Landes mit unserem KI-Innovationspark nicht zum Zuge gekommen sind, ist es jetzt umso wichtiger, ein starkes Signal zu setzen und unseren Willen bekräftigen, die Aktivitäten fortzusetzen.“ Die Region Stuttgart müsse Heimat für KI-Entwicklungen und -Umsetzungen werden, so Prof. Dr. Reichel weiter. „Die ist auch ein wichtiger Baustein hin zu einer Nachhaltigkeitsregion. Der Prozess dahin wurde von der WRS in Gang gesetzt und wir Grünen unterstützen das gerne.“ Im Bereich Planung sieht er die Flächenneutralität bis 2030 als Ziel: „Schritte dazu sind ein strategischer Dialog mit den Landesnaturschutzverbänden und entsprechende zielführende Modellprojekte“, so der Regionalrat. Für den Bereich Verkehr betonte Prof. Dr. Reichel die Notwendigkeit eines neuen Finanzierungsinstrumentes. „Ohne einen regionaler Mobilitätspass als zusätzliche Säule kann der ÖPNV nicht zukunftsfest gemacht werden.“ Darüber hinaus bräuchte es neben der digitalen Schiene auch die aus Stahl: „Eine wichtige Bestandsinfrastruktur ist dabei die Panoramabahn im Stuttgarter Norden, die für uns unverzichtbar ist als Ausweichstrecke und zur Weiterentwicklung des Schienenverkehrs“. Dazu wolle man ähnlich wie der Landesverkehr und die Stadtbahn künftig auf Ökostrom bei der S-Bahn setzen. 

Laut Andreas Hesky (Freie Wähler) zeige der Haushaltsplan 2022 in aller Schonungslosigkeit das auf, worauf die Freien Wähler seit Jahren hinweisen: „Die Ausgaben für den ÖPNV lassen uns aufhorchen.“ Der ÖPNV sei das Rückgrat der wirtschaftlich starken Region Stuttgart: „Die Frage, wie das wirtschaftlich zu stemmen ist, muss dennoch erlaubt sein“, so Hesky. Man stehe zu den geplanten Ausgaben: „Bei manchen Maßnahmen hätten wir uns aber gewünscht, die Geschwindigkeit anzupassen, damit es andere nicht aus der Kurve trägt.“ Der Regionalrat der Freien Wähler mahnt zur Solidarität mit den Umlagefinanzierern: „Sie sind unsere Partner und nicht nur die Zahlmeister.“ An der wirtschaftlichen Transformation und an der nachhaltigen Region Stuttgart führe kein Weg vorbei.  „Beides braucht allerdings einen langen Atem“, so Hesky. Zudem müsse jetzt investiert werden, um auf Klimaneutralität umzusteigen. „Die Transformation der Industrie braucht aber auch dringend Flächen, die geeignet sind, bestehenden und neuen Unternehmen attraktive Ansiedlungsmöglichkeiten zu bieten.“ Deswegen bedauere man das Ergebnis des Bürgerentscheids in Dettingen. Zum Thema Wohnungsbau betonte er: „Es ist wichtig, dass neben der Innenentwicklung auch der Neubau im Außenbereich akzeptiert wird.“ Zudem sollte die Region sich auf die Frage fokussieren, „wo in unserer Region künftig mehr regenerative Energie erzeugt werden kann.“ Die 2-Prozent-Vorgabe des Landes könne helfen, der Windkraft neuen Schub zu geben. „Auch wir wollen unseren Beitrag zu den 1000 Windkraftanlagen in Baden-Württemberg leisten.“

„Die Anträge aller Fraktionen sind vielfältig“, sagt Thomas Leipnitz (SPD). „Wenn wir sie unter den Dreiklang der Nachhaltigkeit stellen und die ökologische, die ökonomische und die soziale Dimension berücksichtigen, dann können wir für die Menschen in der Region viel erreichen.“ Die Wirtschaft in der Region hänge stark von der Automobilwirtschaft ab, so der Regionalrat weiter. „Wenn wir die Transformation der Industriegesellschaft bewerkstelligen wollen, müssen wir vor allem die Menschen mitnehmen, die in diesem Bereich arbeiten und ihnen ermöglichen, diese Entwicklung mitzugestalten.“ Beim Thema Gewerbeflächen müsse man bereit sein neue Wege zu gehen: „Natürlich wäre es besser, durch reine Innenentwicklung große Gewerbegebiete zu schaffen – aber so einfach ist es eben nicht“, sagt Leipnitz. Deswegen werde es immer wieder Kompromisse und Abwägungsentscheidungen geben müssen, wenn man nicht den industriellen Kern der Region verlieren wolle. „Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum haben wir und das Land unsere Hausaufgaben nicht gemacht“, sagt Leipnitz. Darum gelte es jetzt, den gesetzlichen Rahmen voll auszuschöpfen und an der einzigen Stellschraube, die man habe, den Dichtewerten, zu drehen. Zudem brauche es in der Region eine Verkehrswende: „Um diese zu erreichen, benötigen wir einen weiteren Ausbau der Schieneninfrastruktur. Eins ist jetzt schon klar: es wird teuer und es wird dauern.“ Trotzdem gehe es darum die Weichen für die Zukunft des Schienenknoten Stuttgart nachhaltig richtig zu stellen.

Für Klaus Mauch (AfD) ist es primäre Aufgabe der Region, die Modernisierung des Landes voranzutreiben: „Es ist unser Ziel, einen sachgerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Bürger, der Wirtschaft, der Gesellschaft einerseits und den umwelt-, gesundheits- und klimapolitischen Zielen und der weltweiten Digitalisierung anderseits zu schaffen.“ Einen Fokus setzt die AfD dabei auf die Darstellung der Energiebilanz der Region: „Es geht hier darum, die wesentlichen Energieflüsse und die Energieerzeugung zu veranschaulichen“, sagt Mauch. Nur auf einer solchen Basis lasse sich der erzielbare Einfluss des Ausbaus von Windkraftanlagen oder PV-Anlagen auf die Gesamtenergiebilanz zuverlässig einschätzen und deren Kosten und Nutzen zu bewerten. Beim Thema Gewerbestandorte müsse man jetzt handeln: „Als Grundlage für strategische Überlegungen soll ein Leitfaden entwickelt werden für die erfolgreiche Entwicklung von regional bedeutsamen Gewerbestandorten“, sagt Mauch. Nur so könne man Verhinderungsinitiativen, die oftmals nicht die dortige Mehrheitsbevölkerung darstellen, entgegentreten.

„Die Region ist an einem Punkt angelangt, an dem wir mit Investitionen Weichen für die Zukunft stellen, so Kai Buschmann (FDP). Darum sei man auch bereit den hohen Etat 2022 mitzutragen und sogar zu steigern. „Wir unterstützen Investitionen in neue S-Bahn-Züge und Ausbaumaßnahmen, um das ÖPNV-Angebot zu stärken.“ Entsprechend habe man auch beantragt die Verlängerung der S 1 nach Bondorf jetzt umzusetzen. Gleichzeitig müssen die Beförderungstarife aufmerksam beobachtet werden: „Wenn das Land günstige Tickets will, dann muss es auch helfen, diese zu finanzieren“, so Buschmann. Nichtsdestotrotz wolle man nicht auf die Tugenden des sparsamen Haushälters verzichten. „Deswegen der Antrag mit der Frage, wie sich in diesen und künftige Haushalte eine Schuldenbremse einbauen lässt“, so Buschmann. „Bei der kommenden Landesentwicklungsplanung sehen wir den Entwicklungsplan aus dem Jahr 2002 als veraltet an, ebenso das Zentrale-Orte-Konzept“, sagt Buschmann Hier wolle man Veränderungen erzielen. Dies gelte auch beim Thema regionale Willensbildung: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Informationen an die Bürgerinnen und Bürger ausreichend fließen. Diese haben keine Holschuld, sondern wir haben eine Bringschuld.“

„Aktuelle Ereignisse haben eindrücklich aufgezeigt, dass die Region auf die Klimakrise und deren multiple Risiken unzureichend gerüstet ist“, sagt Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT). Die Klima-Resilienz müsse im Zentrum einer strategischen Fortschreibung des Regionalplans stehen. „Klimagerechtes Planen und Bauen ist jetzt Gebot der Stunde“, so Ozasek weiter. Vor allem gelte es Freiraum vor Bebauung zu schützen – eine Herausforderung, die zeitnah in Leitplanken des klimasensiblen Planens übersetzt werden müsse. „Die Bürgerinnen und Bürger von Dettingen haben es uns ins Stammbuch geschrieben: Finger weg vom regionalen Grünzug“, sagt der Regionalrat. Beim Verkehr setzt DIE LINKE/PIRAT auf On-Demand-Verkehre: „Um gesellschaftlich in eine sanfte und nachhaltige Mobilitätskultur hineinzuwachsen, gilt es, den öffentlichen Transport den Menschen anzupassen“, sagt Ozasek: On-Demand-Mobilität sei ein notwendiger Evolutionsschritt, um im Stadt-Umland-Gefüge bedarfsgerechte und demografie-sichere Teilhabe zu ermöglichen. „Entschlossenes Handel für die Verkehrswende, für die Bauwende, für den Schutz unserer Böden ist der Schlüssel zu einer gerechten Zukunft“ sagt er.

Der weitere Zeitplan

Die inhaltliche Diskussion über die Anträge findet öffentlich in den Ausschüssen statt: am 17. im Verkehrsausschuss, am 10. November im Planungsausschuss, sowie am 24. November im Wirtschaftsausschuss. Die Regionalversammlung soll den Haushalt 2022 des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch, 8. Dezember, beschließen.

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news-1084 Fri, 08 Oct 2021 10:38:53 +0000 Neuer Fahrplan hat mehr S-Bahnen im Angebot Neu ab 12. Dezember: 15-Minuten-Takt am Samstagnachmittag, alle Viertelstunde von und nach Filderstadt, Nachtverkehr auf S60 am Wochenende. Informationen ab 13. Oktober in der elektronischen Fahrplanauskunft. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1084&cHash=c6a211bcd9e6baadec743fb289b76e5b Starke Schiene: Für eine klimafreundliche Mobilität in der Region bauen der Verband Region Stuttgart und DB Regio das Angebot der S-Bahn weiter aus. Im neuen Fahrplan ab 12. Dezember 2021 gibt es bei der S-Bahn Stuttgart umfangreiche Verbesserungen, von denen die Fahrgäste profitieren.

15-Minuten-Takt am Samstag auf allen Linien

Die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart haben ab dem Fahrplanwechsel auch an Samstagen ein flexibles und attraktives S-Bahn-Angebot. Im Zeitraum von zunächst 13 bis 18 Uhr fahren die S-Bahnen auf den meisten Strecken im 15-Minuten-Takt. Auf den Linien S1 und S6 fährt die S-Bahn bereits heute samstags im dichteren Takt. Hier bleibt es beim frühen Beginn des Viertelstunden-Rhythmus um 8.30 Uhr.

Das sind die neuen Strecken und Zeiten des 15-Minuten-Takts am Samstag:

  • S1 Plochingen–Herrenberg: 8.30–18 Uhr,
  • S2 Schorndorf–Stuttgart-Vaihingen: 13–18 Uhr,
  • S3 Backnang–Stuttgart-Vaihingen: 13–18 Uhr,
  • S4 Marbach (Neckar)–Stuttgart Schwabstraße: 13–18 Uhr,
  • S5 Bietigheim–Stuttgart Schwabstraße: 13–18 Uhr,
  • S6 Weil der Stadt–Stuttgart Schwabstraße, 8.30–18 Uhr.

Mit der Ausweitung des Angebots am Samstag reagieren Verband Region Stuttgart und die S-Bahn darauf, dass vor Corona der Verkehr am Wochenende mehr und mehr an Bedeutung gewonnen hat - sei es zur Nutzung von Gastronomie, Einkaufsgelegenheiten, kulturellen Angeboten und Veranstaltungen. So ist bei der S-Bahn die Nachfrage an Samstagen zwischen 2015 und 2019 um knapp 20 Prozent und damit stärker als zu anderen Zeiten gestiegen. In einem zweiten Schritt fahren dann ab Ende 2022 die S-Bahnen auch am Samstagvormittag auf allen Linien im 15-Minuten-Takt.

Mit der S2 im Viertelstundentakt von und nach Filderstadt

Montags bis freitags kommt der Viertelstundentakt nach Filderstadt. Von 6 bis 20.30 Uhr – fährt die S2 alle Viertelstunde auf ihrer gesamten Strecke Schorndorf-Filderstadt. Für die rund 46.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Stadt südlich von Stuttgart verdoppelt sich damit in dieser Zeit das Zugangebot an der Station in Bernhausen.

Zu den Zeiten des 15-Minuten-Takts, wenn die S2 vier Mal in der Stunde zwischen Schorndorf und Filderstadt fährt, beginnt und endet die S3 in Stuttgart-Vaihingen. Außerhalb der Zeiten des dichten Takts fährt die S3 wie bisher im gesamten Linienabschnitt Backnang–Stuttgart Flughafen/Messe.

Durchgängiger S-Bahn-Verkehr auf der S60 am Wochenende

Nachtschwärmer an der S60 aufgepasst: In den Wochenendnächten und vor Feiertagen fährt jetzt auch die S60 Böblingen–Renningen durchgehend nachts im Stundentakt. Die insgesamt 17 neuen Zugfahrten pro Woche ersetzen die bisherigen Busse der Nachtlinie N60.

Ausblick auf September 2022: neue S62 ergänzt das Angebot der S6

Verband Region Stuttgart und S-Bahn reagieren auf die starke Nachfrage auf der S6 in der Zeit vor Corona. Die neue S62 soll ab 12. September 2022 nach den Sommerschulferien das Angebot auf der S6 ergänzen. In den Hauptverkehrszeiten – Montag bis Freitag zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 15.30 und 19 Uhr – fährt die S62 zunächst zwischen Weil der Stadt und Stuttgart-Zuffenhausen. Sobald im Bahnhof Stuttgart-Feuerbach das Bahnsteiggleis 130 fertiggestellt ist, soll die Linie bis dorthin verlängert werden. Damit erhöht sich zwischen Weil der Stadt und Stuttgart-Zuffenhausen das Zugangebot am Tag um 13 Züge je Richtung.

Unter Berücksichtigung der infrastrukturellen Möglichkeiten im gesamten Streckenbereich hält die S62 zwischen Weil der Stadt und Stuttgart-Zuffenhausen zunächst an den S-Bahn-Stationen Leonberg, Ditzingen, Weilimdorf und Korntal. Die Fahrgäste profitieren neben dem zusätzlichen Angebot des dichteren Takts auch von kürzeren Fahrzeiten. Von Weil der Stadt nach Ditzingen benötigt die S62 nur 16 Minuten anstatt 21 Minuten mit der S6. Mit den reduzierten Halten fungiert die S62 auf der Strecke als eine Art „Express-S-Bahn“. Auf der S62 setzt die S-Bahn Stuttgart die fabrikneuen Fahrzeuge der Baureihe 430 ein, die ab Ende des ersten Quartals 2022 von ALSTOM ausgeliefert werden.

Informationen ab 13. Oktober

Informationen zum neuen Fahrplan gibt es ab dem 13. Oktober auf bahn.de, in den Apps DB Navigator und Mobility Stuttgart sowie in den elektronischen Fahrplanauskünften des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS). Der 15-Minuten-Takt am Samstag, den der Verband Region Stuttgart Ende September beschlossen hat, ist voraussichtlich ab Mitte November in den Systemen verfügbar.

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news-1083 Thu, 07 Oct 2021 08:00:22 +0000 Weichen zur Steuerung des Strukturwandels Wirtschaftsförderung Region Stuttgart stellt konkrete Schritte für wirtschaftliche Diversifizierung und Etablierung von Zukunftstechnologien vor /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1083&cHash=7805a72703da86bf371966635bf8bc48 Unter der Losung „Region Stuttgart Reloaded“ (RS Reloaded) erarbeitet die Region Stuttgart seit 2018 Ansätze für neue Produkte, Technologien, Märkte und Geschäftsfelder für die regionale Wirtschaft. Ziel ist es Transformationspotenziale zu ermitteln und entsprechende Projekte zu initiieren, um den Strukturwandel aktiv zu begleiten. Im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung stellte WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg den aktuellen Stand des Strategieprozesses vor, der gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern, Politik und Gesellschaft vorangetrieben wird.

Zunächst hatte das Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO „Spotlights“ identifiziert: erfolgsversprechende Zukunftstechnologien und -themen für die Region und Optionen speziell für disruptive Innovationsfelder. Diese Spotlights hat das IAO zwischenzeitlich durch Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft ebenso wie aus Wissenschaft und Forschung bewerten lassen. Die Befragten aus der Wissenschaft sehen das größte Potenzial für eine erfolgreiche Diversifizierung in der Kreislaufwirtschaft. Eine hohe Relevanz wird zudem so genannten „transienten Materialien“ zugeschrieben: vollwertige Werkstoffe und Komponenten, die sich rückstandsarm auflösen können. Weitere Potenziale bei den Nachhaltigkeitstechnologien sieht die Wissenschaft zudem beim CO2-Management, künstlicher Fotosynthese und kleinen regenerativ betriebenen Energieeinheiten („Small Energy Harvesting“) für „kleine“ Verbraucher sowie Brennstoffzellentechnologie und Wasserstoffwirtschaft. Im IT- und Elektronikbereich haben insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) und Quantencomputing sowie Opto- und Neuroelektronik die höchste Relevanz.

Obwohl die Themen der Spotlights den Befragten aus der Wirtschaft teils zu forschungslastig waren, sind klare gemeinsame Prioritäten zu erkennen, vor allem in den Feldern KI und Quantencomputing, Kreislaufwirtschaft, CO2-Management und transienten Materialien, die auch in der Robotik bereits ihren Einsatz finden. Darüber hinaus wurden viele Technologien und Anwendungen aus den Themenkomplexen von Digitalisierung, Antrieben und Energie genannt. Dr. Walter Rogg betonte: „Mit der Studie des IAO haben wir nun empirisch belegte, faktisch begehbare Wege, wie die Region Stuttgart in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Es kommt jetzt darauf an, mit allen Partnern, die den Transfer unterstützen können, in die Umsetzung zu gehen, Fördermittel zu beantragen, die Unternehmen zu unterstützen.“ Die Region habe über 100 Jahre gut damit gelebt, dass individuelle Mobilität großgeschrieben wurde. Nun käme es darauf an, die Bedürfnisse für die Zukunft abzuschätzen. Dabei werde die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft oft unterschätzt. Rogg ergänzte: „Wir werden das ganze Instrumentarium, das uns zu Verfügung steht, einsetzen, ob Netzwerke, Veranstaltungen, Werkstätten oder die Gewinnung von Fördermitteln.“ Natürlich gehe es nicht nur um Technologien, letztlich gehe es um den Menschen. Technologien seien aber der Anfang und würden bei Lösungen für den Umweltschutz helfen. Es sei kein Widerspruch, wenn es erst einmal um Technik gehe.

Gemeinsam mit regionalen Partnern hat die WRS in einigen der Themenfelder bereits Projekte in Umsetzung oder in konkreter Planung. Beispielsweise wurden eine „KI-Community“ mit Unternehmen etabliert und das Startup- und Zukunftszentrum AI xpress in Böblingen eröffnet. Das IAO, die IBM Deutschland GmbH und die Gemeinde Ehingen haben die Vision für ein „Quantum Village Ehningen“ entwickelt. Ausgehend von ersten Veranstaltungen soll diese Initiative ausgebaut werden. Zur Unterstützung der Transformation in der Fahrzeugindustrie arbeitet die WRS derzeit an einem Antrag für den Aufbau eines Transformationsnetzwerks beim Bundeswirtschaftsministerium. In einem „Weiterbildungsverbund Region Stuttgart in der Automobilwirtschaft und Maschinenbau“ sollen außerdem Kompetenzen für Digitalisierung und KI in Unternehmen gefördert werden. Weiterhin werden Projekte für verschiedene Nachhaltigkeitstechnologien in der „Initiative Nachhaltige Region Stuttgart“ verfolgt, ein Gesundheit-Technik-Cluster durch WRS und die BioRegio Stern Management GmbH aufgebaut sowie das Angebot für internationale Gründer- und Start-up-Teams erweitert.

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news-1082 Thu, 07 Oct 2021 07:57:41 +0000 Ökologische Modernisierung der Wirtschaft als regionales Ziel Thesen für den Weg der Region Stuttgart in Richtung einer nachhaltigen Wertschöpfung vorgestellt /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1082&cHash=14565d94c5318dfbfabe8678dfa75c5f Die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels und die Zerstörung der Ökosysteme werden nach heutigem Wissensstand sehr viel gravierender sein als die der Corona-Pandemie. Als Risiken sind hier vor allem die Unterbrechung von Lieferketten und die Zerstörung von Infrastruktur durch Extremwetterereignisse, schwindende natürliche Ressourcen, Hochwasser, hitzebedingt niedrige Wasserpegel und eine entsprechend teure Absicherung zu nennen. Hinzu kommen steigende CO2-Preise, so dass Produkte und Geschäftsmodelle mit hohen CO2-Emissionen perspektivisch einen immer größeren Wettbewerbsnachteil haben werden. Die Regionalversammlung hat bereits beschlossen, im Rahmen ihrer planerischen und innovationspolitischen Möglichkeiten auf eine kreislaufbasierte und CO2-neutrale Wertschöpfung hinzuwirken. Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) hat nun ausgehend vom regionalen Strategieprozess „RS Reloaded“ zur Begleitung des Strukturwandels zehn Thesen zur nachhaltigen Modernisierung der Wirtschaft vorgelegt. Diese Thesen und Zielsetzungen sollen als Leitlinien einer regionalpolitischen Willenserklärung dienen und wurden am Mittwoch im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung positiv diskutiert.

Die Kernbotschaft der Thesen lautet, dass sich die Region Stuttgart als Modellregion für ökologische Modernisierung positioniert und das Ziel des klimaneutralen und umweltkompatiblen Wirtschaftens verfolgt. Mit Veränderungsbereitschaft und Pioniergeist sollen Chancen genutzt werden, um Ökologie und Ökonomie miteinander in Einklang zu bringen. Dabei wird die ökologische Modernisierung als Innovationsmotor betrachtet – und als Voraussetzung dafür, dass die Region zukunfts- und wettbewerbsfähig bleibt und hochwertige Beschäftigung bietet. Zentral ist dabei das wirtschaftliche Prinzip, vom Ertrag zu leben, nicht von der Substanz. Bei allen wirtschaftlichen Aktivitäten sollen zudem nicht nur die ökologischen, sondern auch die sozialen Folgen betrachtet werden. Unter dem Strich soll die nachhaltige Transformation das Potenzial für eine ökologischere, leisere, saubere, gerechtere und smartere Wirtschaft und Gesellschaft entfalten. Regionale Netzwerke, insbesondere die Einbeziehung der Wissenschaft, und internationale Beziehungen unterstützen diesen Prozess.

„Wir haben die Chance, die erste Region zu sein, die sich unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Interessen zur Nachhaltigkeit bekennt,“ betonte WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg und verwies auf die Thesen als gute Grundlage dafür. Wenn man auf die vielen Kompetenzen der Region Stuttgart schaue, brauche es einem nicht bange sein, so Rogg. Wichtig dabei sei es, „sich auf die Grundbedürfnisse der Menschen in den nächsten 20 bis 30 Jahren einzustellen.“ Für die erste Jahreshälfte 2022 ist zunächst ein regionaler Nachhaltigkeitskongress geplant. Vorbehaltlich des Beschlusses im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen werden der WRS 119.000 Euro zur Verfügung gestellt, um die regionale Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln, insbesondere im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft und der effizienten Nutzung von biologischen Ressourcen.

Stimmen der Fraktionen

Für Andreas Koch (CDU/ÖDP) bietet die Nachhaltigkeit viele Chancen: „Wir finden die Thesen richtig und wir sind überzeugt davon, dass die Strategie die richtige ist.“ Seine Fraktion glaube, dass die regionale Wirtschaft mit ihrem Erfindergeist und ihrer Innovationskraft sehr gute Voraussetzungen habe und die Region so an der Spitze der Nachhaltigkeitsbewegung sein könne.

Heike Schiller (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) erklärte. „Mit dem Vorgehen zeigen wir, dass wir hier in der Region gemeinsam verstanden haben und dass die Regionalversammlung den Wandel mitgestaltet und aktiv für den Wandel einsteht.“ Die Regionalversammlung gebe der WRS die Aufgabe an die Hand, die Thesen mit Inhalt und Leben zu füllen. Dabei sei es die große Aufgabe, die Zweifler mitzunehmen und die Veränderungen gesellschaftlich verträglich zu gestalten,

„Das Ziel ist aufgezeigt, aber noch nicht der Weg“, merkte Andreas Hesky (Freie Wähler) an. Über den richtigen Weg werde man noch streiten müssen. Er nannte insbesondere die Ausweisung neuer Gewerbegebiete und die Fachkräftegewinnung als kritische Themen, aber immerhin brauche man keine Koalitionsverhandlungen. Hesky betonte zudem: „Wir müssen diejenigen überzeugen, die tagtäglich Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.“          

Dr. Jürgen Zieger (SPD) wollte die Ansätze nicht ideologisiert oder politisch überhöht wissen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetzt des Bundes habe den Auftrag klar vorgegeben. „Klimaneutralität ist nicht nur ein ökologisches Ziel. Der Verzicht auf Emissionen aus dem Verbrauch fossiler Energieträger ist auch ökonomisch geboten“, betonte Zieger. Nun gelte es, Wege zu finden, wie man Dekarbonisierung und Klimaneutralität regional umsetzen könne.

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news-1081 Mon, 04 Oct 2021 12:31:15 +0000 Strukturbericht Region Stuttgart 2021 Fokus der Analysen rund um die Entwicklung von Wirtschaft und Beschäftigung diesmal auf den Auswirkungen von Transformation und Corona-Pandemie /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1081&cHash=48fb92f7ae70c6a87e5169dd1c6e4e1d Die Region Stuttgart ist in vielerlei Hinsicht der Motor der baden-württembergischen Wirtschaft. Die grundsätzlich stabile und positive Entwicklung von Wirtschaft und Beschäftigung ist jedoch zunehmend geprägt von vielfältigen Transformationsprozessen in Bezug auf Digitalisierung sowie der Mobilitäts- und Energiewende. Zusätzlich zu diesen von technologischen, politischen und sozialen Veränderungen getragenen Prozessen wirkt sich seit März 2020 die Covid-19-Pandemie auf die Wirtschaft, die Unternehmen, die Beschäftigung und die Arbeitswelt in der Region aus. Daher nimmt der Strukturbericht Region Stuttgart 2021, den IG Metall Region Stuttgart, Handwerkskammer Region Stuttgart, Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und Verband Region Stuttgart am Montag vorgestellt haben, die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den laufenden Transformationsprozessen und der Corona-Krise vertieft in den Blick. Alle Kernbranchen werden untersucht, jedoch bleibt eine der zentralen Fragen: Schafft die Region Stuttgart die Digitalisierung und den Systemwechsel zur Elektromobilität und anderen Antriebsvarianten, um sich weiterhin als erfolgreicher Technologie- und Produktionsstandort zu behaupten?

Beschäftigungsentwicklung

Der langjährige Trend einer stetig sinkenden Arbeitslosenquote ist mit der Pandemie nun zunächst zum Ende gekommen. Für das Jahr 2020 sind für die Region Stuttgart wie auch in Baden-Württemberg und Deutschland insgesamt deutlich höhere Werte als 2019 zu verzeichnen. Im Landkreis Göppingen und im Rems-Murr-Kreis ist die Zahl der Beschäftigten mit Rückgängen von 1,3 und 1,2 Prozent am stärksten gesunken. Die Region gesamt liegt bei einem Prozent. In absoluten Zahlen waren 2020 68.000 Menschen arbeitslos gemeldet – 22.236 Menschen mehr als noch 2019. Dabei ist eine Verstetigung dieser Werte zu beobachten. Betroffen davon sind überdurchschnittlich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter 25 Jahren. Die für die Region erfolgskritische Automobilindustrie zeigte sich indessen mit einem Plus von 1,8 Prozent an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 2019 bis 2020 bemerkenswert widerstandsfähig. Laut IHK-Konjunkturumfrage im Frühjahr 2021 rechnen 46 Prozent der Unternehmen mit einer Verbesserung der Geschäfte und nur drei Prozent mit einer Verschlechterung. Jedoch überträgt sich der Optimismus nicht auf die Einschätzungen zur Beschäftigungsentwicklung. Während 39 Prozent der Unternehmen mit einem Rückgang der Beschäftigten rechnen, wurden in nur sechs Prozent der Unternehmen Einstellungen geplant. Die restlichen 55 Prozent gehen immerhin von einem konstanten Personalbestand aus. Die Verfasser des Berichts gehen davon aus, dass die negativen Erwartungen von allem auf die Unsicherheiten im Hinblick auf die Transformation zur Elektromobilität zu erklären sind. Die strukturellen Herausforderungen würden von der aktuellen Krise überlagert und zusätzlich beschleunigt. Für die ohnehin rückläufige konjunkturelle Entwicklung – die Inlandsproduktion der deutschen Automobilhersteller ging bereits von 2018 bis 2019 um neun Prozent zurück – kam 2020 Corona als Schock obendrauf. Die Produktion wurde teilweise komplett eingestellt und die Kapazitätsauslastung fiel auf historisch niedrige 45 Prozent. Das Instrument der Kurzarbeit zeigte sich hier als probates Mittel, um die Betriebe zu entlasten und Beschäftigung zu erhalten, nicht nur in der Automotivbranche. Dass nicht nur eine Konsolidierung eingetreten ist, sondern wieder mit Wachstum zu rechnen ist, zeigt die Konjunkturumfrage der IHKs für den Herbst: Die Indikatoren deuten hier weiter auf eine positive Entwicklung.

Handwerk als Querschnittsbereich aus Produzierendem Gewerbe und Dienstleistungssektor

Die Handwerkswirtschaft war im Corona-Jahr von einem nur leichten Rückgang von 0,2 Prozent betroffen, nachdem der Umsatz von 2014 bis 2019 jedes Jahr um durchschnittlich 7,1 Prozent gestiegen war. Das Handwerk mit seiner großen Vielfalt an Zweigen und Berufen ist sowohl Teil des Produzierenden Gewerbes als auch des Dienstleistungssektors. Entsprechend heterogen fallen auch die Pandemie-Auswirkungen aus und in der Folge auch strukturelle Effekte auf Aus- und Weiterbildung. Während das Baugewerbe 2020 teilweise sogar positive Effekte verzeichnete, hatten viele andere Gewerbegruppen zu kämpfen. Industrie- und gewerbenahe Handwerksbereiche beispielsweise verzeichneten teils drastische Umsatzeinbrüche ebenso wie personenbezogene Dienstleistungen, die auch von Schließungen betroffen waren.

Dienstleistungen, Handel und Gastrogewerbe

Im Dienstleistungssektor, beschreibt der Strukturbericht, wirkt sich die Corona-Krise sehr unterschiedlich und teils sogar gegenläufig aus. Unternehmensnahe Dienstleistungen wie etwa im Bereich IT waren kaum betroffen oder profitierten sogar, während Handel, Gastgewerbe, Tourismus und Kultur noch langfristig mit den Folgen der Pandemie kämpfen werden. Im Handel wie in der Gastronomie – Bereiche mit traditionell vielen geringfügig Beschäftigten – wurden auffallend viele Stellen abgebaut. Für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wurde dagegen zunächst vor allem auf Kurzarbeit zurückgegriffen. Im Gastgewerbe ist mittlerweile eine Verbesserung der Situation zu beobachten, die jedoch mehr vom Erholungs- und Tagestourismus getragen wird als von Geschäftsreisenden. Für den Erhalt belebter Innenstädte und der Vielfalt des Vor-Ort-Angebots werden gezielte Anstrengungen nötig sein: Das Wachstum des Online-Handels hat sich durch die Pandemie nochmals beschleunigt und betrifft einzelne Bereiche wie Textil- oder Möbelhandel ganz massiv.

Quo vadis Homeoffice?

Mit der zeitweiligen Verpflichtung der Betriebe zum Homeoffice haben sich verschiedene Formen von orts- und zeitflexiblem Arbeiten etabliert. Ähnlich wie während des ersten Lockdowns im April 2020 arbeiteten im Januar 2021 fast ein Viertel der Beschäftigten weitgehend oder ausschließlich im Homeoffice. Insgesamt konnten gerade bei den Unternehmen viele Vorbehalte abgebaut werden und die Erfahrungen im Homeoffice werden überwiegend positiv bewertet – trotz teilweise erschwerter Bedingungen durch Kinderbetreuung und Homeschooling. Während 2017 noch fast 70 Prozent der Meinung waren, dass Homeoffice die Zusammenarbeit mit den Kollegen erschweren würde, galt dies 2020 nur noch für 17 Prozent. Die Mehrheit der Betriebe will nach der Corona-Pandemie mehr Homeoffice ermöglichen. 

Auswirkungen auf die Mobilität

Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und des Straßenverkehrs gingen stark zurück: einerseits durch das Homeoffice, andererseits durch den Verzicht auf Fahrten in der Freizeit. Auch Dienstreisen fielen zugunsten virtueller Meetings aus. Laut Strukturbericht wurde oftmals deutlich, dass virtuelle Besprechungen nicht immer eine Notlösung sein müssen. Diese Erkenntnis verbindet sich mit der Hoffnung darauf, dass Arbeiten von zuhause einen Beitrag zur Verkehrswende leisten kann.

Hintergrund: Strukturbericht Region Stuttgart

Der Strukturbericht wird seit mehr als 25 Jahren in einer bundesweit einmaligen Kooperation von Verband Region Stuttgart, Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart, Handwerkskammer Region Stuttgart und IG Metall Region Stuttgart herausgegeben. Im zweijährigen Turnus untersuchen die beiden Forschungsinstitute IAW Tübingen und IMU Institut Stuttgart im Auftrag der Herausgeber aktuelle Entwicklungen und die Strukturen von Wirtschaft und Beschäftigung in der Region Stuttgart sowie ihren Landkreisen. Die Publikation gibt außerdem Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung und Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes.

Der Strukturbericht 2021 über Wirtschaft und Beschäftigung in der Region Stuttgart kann gedruckt als Lang- und Kurzversion bei der Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart bestellt werden. Der Bericht und ein Foliensatz mit den entsprechenden Grafiken stehen außerdem zum Download bereit unter: www.region-stuttgart.org/strukturbericht

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news-1079 Thu, 30 Sep 2021 06:50:04 +0000 Region stimmt Aufteilung der VVS-Tariferhöhung zu Die Preiserhöhung von durchschnittlich 2,5 Prozent soll nahezu gleichmäßig verteilt werden, Zeittickets werden etwas weniger belastet. Anträge zu weiteren Tarifthemen werden im November diskutiert. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1079&cHash=f24296631701a9e1c6571d4e0da47c8d Im Juli hat der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) eine Tariferhöhung zum 1. April 2022 um durchschnittlich 2,5 Prozent beschlossen. Verglichen mit anderen Verkehrsverbünden befindet er sich bundesweit damit im Mittelfeld. Nun hat sich der Verkehrsausschuss der Regionalversammlung am Mittwoch mit den Preisanpassungen bei den einzelnen Ticketarten befasst. Mehrheitlich stimmte er dem Vorschlag des VVS-Aufsichtsrates zu, den der VVS-Geschäftsführer Horst Stammler erläuterte. Der Vorschlag beinhaltet eine maßvolle Anpassung bei nahezu allen Ticketarten. Jedoch wird der Gelegenheitsverkehr insgesamt etwas stärker belastet als die Zeittickets, letztere verzeichneten in den letzten zwei Jahren stärkere Einbußen bei der Nachfrage. Stammler führte aus, dass die Einnahmen im VVS im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zu 2019 um 30 Prozent zurückgingen, die Fahrten um 40 Prozent. Die Verkehrsunternehmen im VVS gingen derzeit davon aus, dass die Nachfrage 2022 sukzessive steige und die Tarifanpassung keine negativen Auswirkungen haben werde.

Um die Nachfrage nach dem drastischen Rückgang seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder anzukurbeln, setzt der VVS seit dem Sommer ein Paket mit insgesamt 15 Marketingmaßnahmen um. Dazu gehören der „bwAboSommer“, der „bwWillkommensbonus“ sowie ermäßigte StudiTickets zum Wiedereinstieg ins Wintersemester. So möchte man die Bürgerinnen und Bürger zum Wiedereinstieg in den öffentlichen Verkehr bewegen. Es ist fraglich, ob es im Jahr 2022 einen weiteren Rettungsschirm geben wird.

Aus der Regionalversammlung gab es insgesamt 12 Anträge zum VVS-Tarif, zu denen der VVS eine erste Einschätzung abgegeben hat. Einige dieser Anträge werden im Tarifsymposium am 9. November behandelt. Dazu gehören Ideen, Abos noch attraktiver und flexibler zu gestalten – zum Beispiel durch Teilzeitnutzung, Mitnahmemöglichkeiten und weitere Maßnahmen zur Kundenbindung oder ein 365-Euro-Ticket. Ein Antrag der SPD, in Abstimmung mit den Stadt- und Landkreisen zu prüfen, inwiefern ein regionsweit einheitliches 365-Euro-Ticket eingeführt werden könnte, fand keine Mehrheit.

Diskutiert wurden auch Pläne des VVS, ihre Tarifanpassungen ab dem Jahr 2023 über mehrjährige Zeiträume zu beschließen. Die SPD beantragte, die Tarifanpassungen auch zukünftig jährlich in den demokratisch gewählten Gremien zu diskutieren. Der Verkehrsausschluss befürwortete jedoch mit großer Mehrheit den Übergang zu mehrjährigen Beschlüssen.

Hintergrund

Zeitpunkt und Höhe der Tarifanpassung im VVS werden in der Gesellschafterversammlung nach Vorberatung im VVS-Aufsichtsrat beschlossen. Den Wert geben die Verkehrsunternehmen nach ihrer voraussichtlichen Kostensteigerung vor. Widersprechen die Gesellschafter der öffentlichen Hand dem Vorschlag der Unternehmen, müssten sie ihnen die Einnahmelücke ausgleichen. Im nächsten Schritt beschließen die Gesellschafter die Verteilung der Tarifanpassung auf die einzelnen Tarifarten. Diese Entscheidung fällt am 12. Oktober.

Stimmen aus den Fraktionen

Durch die Tarifzonenreform und einen früheren Verzicht auf eine Tariferhöhung sei bereits „viel Geld ins System geflossen“, sagte Rainer Ganske (CDU/ÖDP). Die Erhöhung sei daher ein Kompromiss und moderat. Er begrüßte zwar den Ansatz, die Abo-Kunden zu schonen, sieht aber gerade im Gelegenheitsverkehr Wachstumspotenziale. Interessant sei für ihn, wie die einzelnen Ticketarten durch Corona eingebrochen sind und wie sie sich dann wieder erholen. Ein Beschluss von Tariferhöhungen über mehrere Jahre sei „eine Frage der Effizienz“.

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hätte sich zwar eine Tariferhöhung unter zwei Prozent gewünscht, hält sie aber für tragbar. Er begrüßte die zukünftige Mehrjährigkeit der Beschlüsse: „Sie erlaubt eine längere Diskussion mit den Verkehrsunternehmen und für die politischen Zielsetzungen.“ Die Grünen befürworten, das 10-er-TagesTicket bei den Erhöhungen auszunehmen und das TicketPlus preislich attraktiver zu gestalten ebenso wie die Marktoffensive des VVS. Sie würden zudem die Einführung eines 365-Euro-Tickets als Sozialticket begrüßen.

Bernhard Maier (Freie Wähler) bezweifelte, ob „die jährliche Diskussion der Attraktivität des ÖPNV zuträglich ist.“ Angesichts der Planungssicherheit für Kunden und des „bewährten Verfahrens“ begrüßte er mehrjährige Tarifbeschlüsse. Seine Sorge galt der „finanziellen Bugwelle“ für die öffentliche Hand durch die Tarifreform. Zu den Plänen des Landes für ein 365-Euro-Ticket fehlt ihm eine gesicherte Finanzierung: „Hier hat sich das Land bisher vornehm zurückgehalten.“

Thomas Leipnitz (SPD) fragte kritisch, ob eine Tariferhöhung die richtige Antwort auf die Fahrgasteinbrüche sei. Die SPD lehnt daher die Tariferhöhung insgesamt und ihre Verteilung auf die Tarifarten ab. Die Entscheidung über die Tariferhöhungen sollten sich weiterhin jährlich in den Diskussionen der demokratisch gewählten Gremien wiederspiegeln. Für die Einführung von 365-Euro-Sozialtickets wünscht sich seine Fraktion eine „Gesamtschau“ für die weitere Beratung.

Holger Dorn (AfD) sagte: „Die Tariferhöhung ist „angemessen und angesichts der prognostizierten Inflationsrate gut begründet.“ Jedoch solle man die Auswirkungen im Auge behalten, wenn sich die Erhöhung der Nachfrage verzögert. Ein „Kinderrabatt“ sei ganz im Sinn der AfD. Dorn fragte nach dem Marktanteil der einzelnen Ticketarten und ihre jeweilige Rabattierung in den letzten Jahren.

Armin Serwani (FDP) befand die nächste Erhöhung auch angesichts der Tarifzonenreform für angemessen: „Das Angebot im ÖPNV steigt ständig und das muss bezahlt werden.“ Die mehrjährige Tarifanpassung sei richtig, auch, damit die Verkehrsunternehmen besser kalkulieren könnten. Seine Fraktion wünschte ein 10-er-TagesTicket ohne Befristung. Die Einführung eines 365-Euro-Ticket sei „Sache der Stadt Stuttgart und der Landkreise“.

Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) meinte: „Die Fahrpreise können nicht immer weiter steigen, ohne ein Sozialticket ist dies ein unsoziales Programm.“ Eine Nahverkehrsabgabe solle im gesamten VVS-Gebiet bald in die Umsetzung kommen. Auch die Mitnahme von Kindern unter 14 Jahre sei wünschenswert. Er plädierte für eine weiterhin jährliche öffentliche Abstimmung über Tarifanpassungen.

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news-1077 Thu, 30 Sep 2021 06:45:25 +0000 Ringzentrale für besseren Verkehrsfluss Die Regionale Verkehrsmanagementzentrale wird konkret. 2022 soll sie mit den ersten Pilotkorridoren an den Start gehen. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1077&cHash=03a6283c02f94833e730eded5f6db99b Unter dem Namen „Ringzentrale“ soll künftig eine regionale Verkehrsmanagementzentrale zu einem effizienten, sicheren, umweltgerechten sowie wirtschaftlichen Verkehrsablauf beitragen. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern der Pilotkorridore – den beteiligten Landkreisen, Kommunen, der Stadt Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg – wird damit begonnen, die Schaltungen der Lichtsignalanlagen (Ampeln) koordiniert auf regelmäßig vorkommende Verkehrsüberlastungen abzustimmen. Grundlage dafür ist ein Kooperationsvertrag nach den im ÖPNV-Pakt 2025 vereinbarten Grundzügen.  Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat am Mittwoch diesem Kooperationsvertrag mit dem Land sowie den weiteren Kooperationspartnern zugestimmt und sicherte eine weitere Unterstützung des Projekts über alle Fraktionen hinweg zu. Um weitere Maßnahmen des Verkehrsmanagements zu ermöglichen, hat das Gremium zudem beschlossen, die automatische Belegungserfassung von P+R-Parkplätzen in die Ringzentrale einzubinden. Der Verkehrsdirektor des Verbands Region Stuttgart Dr. Jürgen Wurmthaler wies darauf hin, dass die Verantwortung der Verkehre weiterhin in der jeweiligen Kommune verbleibe und der Verband Region Stuttgart moderierend tätig sei. Die EU beteilige sich mit Fördermitteln für dieses Projekt, mit der Vorgabe, dass es für Nachhaltigkeit und Innovation steht und auch der ÖPNV berücksichtigt werden muss, so Dr. Wurmthaler.

Auch weitere Kommunen und Landkreise können Vertragspartner des Kooperationsvertrags werden und dabei von den für die Region aufbereiteten Verkehrsinformationen profitieren und sich zur Lösung gemeinsamer Verkehrsprobleme austauschen.

Zeitplan, Beteiligte und Funktionsweise

Der Aufbau der Ringzentrale erfolgt in einem eng gestrickten Zeitplan bis zum Frühjahr 2022. In der ersten Pilotphase werden Steuerungsstrategien für Ampelschaltungen festgelegt, die unter vordefinierten Bedingungen von den jeweiligen Lichtsignalanlagen (LSA)-Zentralen umgesetzt werden. Dafür wurden auf Initiative der Kommunen unter der fachlichen und organisatorischen Moderation der Region die folgenden Pilotkorridore erarbeitet:

  • Ludwigsburg – Stuttgart-Nord
  • Ditzingen – Leonberg
  • Böblingen
  • Waiblingen – Fellbach – Stuttgart

 

Die Steuerungsstrategien werden mit allen relevanten Bedingungen in Strategievereinbarungen gefasst, die von den jeweiligen Projektpartnern des Korridors getragen werden. In den vier Pilotkorridoren liegen für einen Start der Ringzentrale 32 definierte Initial-Verkehrssituationen mit den hierfür vorgesehenen 32 Initial-Strategien mit darin insgesamt enthaltenen 200 Einzelmaßnahmen vor. Die Kommunen lassen die Anpassungen der Lichtsignalanlagen in eigener Verantwortung durch Ingenieurbüros und Signalbaufirmen umsetzen. Die Kosten dafür werden aus dem RegioWIN-Projekt gefördert.

So wird es möglich, dass die Signalsteuerung auf wesentlichen innerörtlichen Streckenzügen auf die übergeordnete Verkehrslage reagieren kann: Wenn nötig werden Kapazitäten erhöht oder bei zu hoher Auslastung wird der innerörtliche Verkehr gegenüber dem Durchgangsverkehr priorisiert, indem von außen zuströmender  Verkehr begrenzt wird. Die Zuständigkeit für die Signalanlagen bleibt auch hier bei den Kommunen bzw. Kreisen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung des Straßenverkehrs wird erwartet, dass die Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen über die Maßnahmen informiert werden können. Daher sollen die Informationen künftig auch vom MobilitätsDatenMarktplatz des Bundes für Navigationsdienstleister abrufbar werden.

Einbindung von P+R

Bestandteil des regionalen Verkehrsmanagements ist auch das Park-and-Ride (P+R). Die Ringzentrale soll daher die Funktion übernehmen, freie P+R-Plätze zu kommunizieren. So wird auf der P+R-Plätzen sukzessive eine technische Belegungserfassung eingerichtet – ein gemeinsames regionales und kommunales Interesse vorausgesetzt. Die ersten so ausgestatteten P+R-Anlagen werden Bondorf, Kirchheim (Neckar) und Neustadt-Hohenacker sein.

Kosten und Finanzierung

Für den Aufbau der Ringzentrale sowie der örtlichen Maßnahmen der Kommunen und Landkreise werden die RegioWIN-Mittel des Projektes „Regionale Mobilitätsplattform“ eingesetzt. Für die Vernetzung mit den Einrichtungen der Bundes- und Landesstraßen stehen zudem Mittel des Landes zur Verfügung. Für den laufenden Betrieb werden sich die kommunalen Vertragspartner des Kooperationsvertrags mit einem Beitrag zwischen 5.000 und 10.000 Euro pro Jahr beteiligen. Die mit dem Aufbau der Ringzentrale entstehenden laufende Kosten für technische Einrichtungen einschließlich Software und Betrieb, Miete und Personal in Höhe von bis zu 500.000 Euro pro Jahr. Diese werden im Wesentlichen vom Verband Region Stuttgart im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgabe der Koordinierung und Förderung des regionalen Verkehrsmanagements getragen.

Stimmen aus den Fraktionen

„Diese Investition und der laufende Betrieb ist eine nachhaltige Maßnahme“, sagte Helmut Noë (CDU/ÖDP). Es sei ein wichtiges Merkmal des Projekts, dass alle Verkehrsteilnehmer davon profitieren. Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) begrüßte das Ziel, eine gemeinsame Strategie für die Region zu erarbeiten und damit CO2 einzusparen. „Die Einbindung der Park-and-Ride-Anlage ist konsequent.“, so Lateier. Rainer Gessler (Freie Wähler) freute sich: „Ein guter Vorschlag liegt auf dem Tisch“. Das Projekt sei eine „wichtige Zukunftsvision für das regionale Verkehrsmanagement und Miteinander in der Region“. Michael Makurath (SPD) meinte, die unterschiedlichen Ebenen zusammenzubringen, sei gut gelungen. Er begrüßte, Park-and-Ride-Anlagen einzubinden und digitale Kanäle zu nutzen. Für Holger Dorn (AfD) ist das Projekt ein „Paradebeispiel für die Aufgabenstellung der Region und ihre Zukunftsfähigkeit.“ Hans Dieter Scheerer (FDP) begrüßte die regionale Koordination und mahnte an, dass das Projekt nicht allzu bürokratisch sein dürfe. Für Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) ist es wichtig, damit auch den ÖPNV zu verbessern und bei Bedarf nachzujustieren.

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news-1076 Thu, 30 Sep 2021 06:36:33 +0000 Mit der S-Bahn alle 15 Minuten auch an Samstagen Die S-Bahn Stuttgart verkehrt ab Dezember 2021 auch an den Samstagen im 15-Minuten-Takt. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1076&cHash=d8a369ef5401609dcd4f5f0eec65b883 Erst zum vergangenen Fahrplanwechsel im Dezember 2020 wurde die abschließende Stufe des 15-Minuten-Takts bei der S-Bahn montags bis freitags umgesetzt. Nun geht der Verband Region Stuttgart den nächsten Schritt zum weiteren Ausbau der Kapazitäten. Der Verkehrsausschuss hat in seiner Sitzung am Mittwoch die Umsetzung des 15-Minuten-Takts an Samstagen in zwei Ausbaustufen beschlossen. Ab Dezember 2021 soll zunächst am Nachmittag der Takt verdichtet werden, die zweite Ausbaustufe hin zu einem ganztägigen 15-Minuten-Takt soll ab Dezember 2022 erfolgen. Darüber hinaus wurde das Gremium zu weiteren Veränderungen zum Fahrplanwechsel, sowie über baubedingte Fahrplaneinschränkungen im Herbst 2021 und Frühjahr 2022 informiert.

Umstellung in zwei Stufen

Gegenwärtig gibt es bereits samstags auf den besonders nachfragestarken Linien S1 und S6 teilweise einen Viertelstundentakt. Die S1 ist dabei zwischen Esslingen und Schwabstraße auf einen Viertelstundentakt von 8:30 Uhr bis 15:30 Uhr verdichtet. Auf der S6/60 wird der Abschnitt zwischen Renningen und Schwabstraße von ca. 8:30 Uhr bis 18 Uhr im Viertelstundentakt bedient. Diese Taktung bleibt erhalten bzw. wird auf der S1 für eine bessere Verständlichkeit des Fahrplans bis 18 Uhr sowie bis Plochingen und Herrenberg ausgeweitet. Auf den Linien S2 bis S5 wird ab Dezember 2021 der Fahrplan zunächst am Nachmittag von 13 bis 18 Uhr auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet. Weil für den ganztägigen Ausbau deutlich mehr Fahrpersonal erforderlich ist, das zunächst rekrutiert werden muss, ist eine Umsetzung in zwei Stufen unumgänglich. Davon ausgenommen ist der Abschnitt zwischen Vaihingen und Flughafen, da hier bereits ein 10/20-Minuten-Takt durch den Wechsel von S2 und S3 erfolgt.

Ein Jahr später, ab Dezember 2022, soll dann zum Zielzustand übergegangen werden. Hierbei wird samstags auf allen Linien zwischen 8:30 und 20:30 Uhr der Viertelstundentakt dort eingeführt, wo dies auch montags bis freitags der Fall ist, einschließlich der S2 nach Filderstadt. Die Mehrkosten betragen für das Jahr 2022 3,4 Millionen Euro und ab dem Jahr 2023 dann 6,9 Millionen Euro jährlich.

Weitere Verbesserungen im Jahr 2022

  • Ab Dezember 2021 wird montags bis freitags der 15-Minuten-Takt bis Filderstadt eingeführt. Fahrgäste von und nach Filderstadt erhalten somit an Wochentagen knapp 30 zusätzliche Zugpaare der S2. Die S3 wird künftig zwischen Stuttgart-Vaihingen und Backnang verkehren.
  • Die S60, die bislang im Wochenend-Nachtverkehr durch einen Bus bedient wurde, wird in den S-Bahn-Nachtverkehr integriert.
  • Die stark nachgefragte Linie S6 zwischen Weil der Stadt und Feuerbach wird durch zusätzliche Fahrten entlastet. Nach dem Ende der Sommerferien 2022 wird montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten morgens zwischen 6 Uhr und 9 Uhr und nachmittags zwischen 15:30 Uhr und 19 Uhr die Expressbahn S62 zwischen Weil der Stadt und Zuffenhausen verkehren. Insgesamt 13 neue Zugpaare werden im Halbstundentakt die Zwischenhalte Leonberg, Ditzingen, Weilimdorf und Korntal bedienen. Für die Fahrgäste bringt das zusätzliche Angebot neben einem dichteren Takt auch kürzere Fahrzeiten. Von Weil der Stadt nach Ditzingen benötigt die S62 nur 16 Minuten anstatt 21 Minuten.

 

Baubedingte Fahrplaneinschränkungen

Im laufenden Jahr stehen noch diverse Baumaßnahmen im Bahnnetz in der Region an.  Durch geplante Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten soll das Bahnnetz modern und intakt gehalten werden und damit ungeplante Störungen reduziert werden. Reisende können sich vor den jeweiligen Fahrten wie üblich beim VVS und der DB über Alternativrouten und Ersatzverkehre informieren.

  • Auf der Strecke der S3 zwischen Waiblingen und Winnenden finden jeweils an den Wochenenden 5./6. und 12./13. März 2022 Gleis- und Weichenarbeiten statt, so dass die S-Bahn und Regionalzüge diesen Abschnitt nicht befahren können. Als Ersatz wird ein Busverkehr eingerichtet.
  • Wegen Gleiserneuerungsmaßnahmen kann die Strecke zwischen Ludwigsburg und Marbach am 18./19. September, am 16./17. Oktober, am 4./5. Dezember sowie an allen Wochenenden im November 2021 nicht durch die S-Bahn-Linie S4 bedient werden. Zwischen Ludwigsburg und Marbach wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
  • An den beiden Wochenenden 23./24. Oktober und 30. Oktober bis 1. November 2021 werden in Zuffenhausen Weichenerneuerungen durchgeführt und in Feuerbach mit der Erhöhung des Bahnsteigs 1 begonnen. Die Züge der Linien S4 und S5 werden in jeweils einer Richtung über die Ferngleise umgeleitet, so dass der Halt in Feuerbach nicht bedient werden kann. Zusätzlich entfallen die Fahrten der S6/60 zwischen Zuffenhausen und Schwabstraße vollständig.
  • Im Rahmen der Arbeiten zum Ausbau der Autobahn A81 wird für die Bahnstrecke zwischen Böblingen und Sindelfingen eine Behelfsbrücke errichtet. Hierfür ist eine Totalsperrung der Strecke in den Herbstferien vom 1. bis 5. November 2021 erforderlich. Die Züge der Linie S60 aus und in Richtung Renningen enden und beginnen in Sindelfingen.
  • Wegen Brückenbauarbeiten wird in Ditzingen die Bahnstrecke vom 6. bis 9. Januar 2022 gesperrt. Die Züge der Linie S6 können dabei den Bahnhof Ditzingen von beiden Seiten nicht anfahren und wenden somit in Leonberg und Korntal. Dazwischen wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

 

Stimmen aus den Fraktionen

Für Rainer Ganske (CDU/ÖDP) ist die wichtigste Botschaft: Die Fahrgäste kommen zurück. „Wir haben nun die Chance ein positives Signal zu setzen und auch Danke zu sagen durch diese Verbesserungen.“ Man dürfe schließlich nicht nur die Tarifhöhe betrachten, sondern eben auch das entsprechende Angebot. Mit dem 15-Minuten-Takt am Samstag solle bewusst ein frühes und schnelles Signal gesetzt werden: „So stärken wir nicht nur den ÖPNV, sondern auch die Wirtschaft und den Einzelhandel“, sagte Ganske weiter.

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) freut sich, dass die Umstellung auf den 15-Minuten-Takt am Samstag fast sofort umgesetzt werden kann. Dies sei ein großer Sprung. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es ein verändertes Fahr- und Nutzerverhalten gibt“, so Lateier. „Der Gelegenheits- und Freizeitverkehr am Samstag wächst am schnellsten und muss auch nach der Pandemie wieder schnell wachsen.“ Dass die Anschlüsse durch den Busverkehr nicht ebenfalls sofort erfolgen kann, sei klar, aber zu verkraften.

Bernhard Maier (Freie Wähler) befürwortet zwar generell die Einführung des 15-Minuten-Takts auch am Samstag, plädiert jedoch für ein langsameres Vorgehen. „Die Landkreise wurden noch in keiner Weise eingebunden, so brüskieren wir unsere Partner“, so der Regionalrat. Entsprechend stimmte seine Fraktion für einen Antrag, dass die Einführung erst mit der zweiten Stufe im Dezember 2022 erfolgen soll. „Zudem ist die Nachfrage am Samstag aktuell noch überhaupt nicht gegeben“, ergänzte Maier.

„Der Wochenendverkehr rückt mehr in den Fokus“, ist Thomas Leipnitz (SPD) überzeugt. „Die Zahlen steigen und wir müssen jetzt nachziehen.“ Wenn die Landkreise mit den Anschlussverkehren nachziehen wollen, sei dies zwar ein dickes Brett, trotzdem sei es sinnvoll, schon jetzt in die erste Stufe einzusteigen. „Die Kosten sind ein gut angelegtes Geld, um weitere Fahrgäste für den ÖPNV zu gewinnen.“

Holger Dorn (AfD) möchte trotz der steigenden Nachfrage an den Samstagen erst im Jahr 2022 in die Umstellung auf den 15-Minuten-Takt einsteigen. „Das gibt uns die Möglichkeit zunächst in die Abstimmung mit den Landkreisen zu gehen und darüber im Gremium zu berichten.“ Zudem stellte er in Frage, ob die Personalplanungen für die Umsetzung so schnell gelingen können.

Laut Hans Dieter Scheerer (FDP) müsse man sich jetzt vor allem auf den Kunden konzentrieren. „Dieser muss ein attraktives Angebot bekommen.“ Gerade das vermehrte Homeoffice werde dafür sorgen, dass der Freizeitverkehr verstärkt in den Fokus rücke, um neue Fahrgäste zu gewinnen.

„Man darf nicht vergessen, dass bereits jetzt Sonderverkehre am Samstag eingesetzt werden“ so Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT). Diese könne man sich künftig in Teilen ersparen. „Spätestens zur zweiten Stufe im Dezember haben wir hoffentlich wieder Fahrgastzahlen auf hohem Niveau und sprechen dann vielleicht über einen 15-Minuten-Takt am Sonntag.“

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news-1078 Thu, 30 Sep 2021 05:59:00 +0000 Region investiert in Sicherheit bei S-Bahnen Mehr Sicherheitspersonal und Machbarkeitsstudie zur künftigen Videoüberwachung. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1078&cHash=5e5045f6cdd49d591432c5f3f6479393 Die Fahrgäste der S-Bahn Stuttgart bewerteten in den Jahren 2019 und 2020 die Sicherheit auf Basis von Schulnoten jeweils mit der Note 2,0 und somit besser als den zwischen S-Bahn Stuttgart und Verband Region Stuttgart vereinbarten Zielwert von 2,5. Bestätigt wird dieses positive Sicherheitsgefühl auch durch die Zahlen der Deutschen Bahn zur Konzernsicherheit. Bei den dort hinterlegten Vorfällen ist für die Jahre 2020 und 2021 keine Steigerung der Anzahl im Vergleich zu den Vorjahren zu erkennen. Um dieses gute Niveau zu halten, hat der Ausschuss für Verkehr des Verbands Region Stuttgart in seiner Sitzung vom Mittwoch eine Aufstockung des Sicherheitspersonals beschlossen. Darüber hinaus werden 60.000 Euro in eine Machbarkeitsstudie für eine künftige Video-Überwachung an den Haltestellen investiert.

Derzeit dient die Videoüberwachung der Betriebsführung der S-Bahn sowie der Strafverfolgung. Die Deutsche Bahn hat signalisiert, dass es zur Abdeckung des betrieblichen Aspekts an den meisten Stationen keiner Kameras mehr bedarf. Die Bundespolizei sieht die Notwendigkeit vor allem an sieben S-Bahn-Stationen. Soll die Videotechnik an allen Stationen fortgeführt werden, muss der Verband Region Stuttgart als Aufgabenträger für die Kosten an den übrigen S-Bahnstationen aufkommen. In diesem Zusammenhang soll nun eine Machbarkeitsstudie die technischen Voraussetzungen und Kosten prüfen.

Ein weiterer Sicherheitsaspekt neben der Video-Überwachung ist der Einsatz von Sicherheitspersonal an den Bahnsteigen und in den S-Bahn-Zügen. Im Verkehrsvertrag sind derzeit rund 1.500 Doppelstreifen pro Jahr vorgesehen. Die DB Regio hat dieses Kontingent auf freiwilliger Basis und auf eigene Kosten auf derzeit 2.124 Doppelstreifen aufgestockt. Ein dauerhafter Anspruch auf diese Aufstockung besteht jedoch nicht. Um eine über den Verkehrsvertrag hinausgehende Bestreifung außerhalb der Stammstrecke an Freitagen und Samstagen zwischen 16 und 3 Uhr zu sichern, übernimmt der Verband Region Stuttgart die Kosten von 93.000 Euro für drei zusätzliche Doppelstreifen für das Jahr 2021 und 141.00 Euro jährlich für zwei zusätzliche Doppelstreifen ab 2022.

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news-1075 Mon, 27 Sep 2021 07:11:48 +0000 Region bedauert Ausgang des Bürgerentscheids in Dettingen unter Teck Fokus richtet sich nun auf die Suche nach Alternativen /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1075&cHash=5b2ee5538f72cdea70e3537f60f9a3c9 Mit einer guten Zwei-Drittel-Mehrheit hatte die Regionalversammlung das Verfahren zur Entwicklung eines Strategischen Vorhaltestandorts für Industrie und Gewerbe im Bereich Hungerberg auf den Weg gebracht. Bereits 2009 zeigte eine Machbarkeitsstudie, dass sich der Bereich für eine solche Entwicklung besonders eignet. Vorerst gestoppt wurde das Planungsverfahren, nachdem sich ein Bürgerentscheid zu dieser Frage abzeichnete. Nach dem Votum gegen eine Bebauung auf dem Areal des Hungerbergs, steht die Entscheidung in der Regionalversammlung an, wie die Bereitstellung von geeigneten Flächen zur Begleitung des tiefgreifenden Strukturwandels gelingen kann.

Stimmen der Region

Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin Verband Region Stuttgart:
„Die Region Stuttgart hat nach wie vor ein hohes Wohlstandniveau und bietet entsprechende Lebensqualität. Eine prosperierende Wirtschaft ist jedoch kein Selbstläufer. Die strukturellen Umbrüche, die sich gerade in der Automobilindustrie abzeichnen, erfordern unser aktives Zutun – auch in Form der Bereitstellung der für einen erfolgreichen Wandel benötigten Flächen. Wir müssen neue Zukunftsinvestitionen ermöglichen und den Unternehmen eine zuverlässige Perspektive bieten. Nur so können wir Wertschöpfung und Innovation in der Region halten und Arbeitsplätze sichern. Innenentwicklung und die Reaktivierung industrieller Brachen hat selbstverständlich Vorrang. Wenn der Bedarf in solchen Brachflächen allerdings nicht gedeckt werden kann, darf die Bebauung von Freiflächen zur Sicherung unserer Zukunft kein Tabu sein. Der Standort Dettingen wäre mit verhältnismäßig geringen Eingriffen verbunden gewesen, für deren Ausgleich zudem ein weitgehendes Konzept vorgelegt wurde. Es ist daher auch bedauerlich, dass dieser innovative Ansatz zur gleichzeitigen Entwicklung von Gewerbeflächen und Freiraum hier nicht umgesetzt werden kann.“

Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS):
„Der Wille der Menschen ist klar: Ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit müssen zusammengedacht werden. Das schließt nach dem Willen der Bürgerinnen und Bürger einen zusätzlichen Flächenverbrauch in Dettingen unter Teck aus. Die WRS wird nun einen anderen Platz für einen Vorhaltestandort suchen. Denn selbstverständlich sind wir nach wie vor von der Notwendigkeit überzeugt, eine große zusammenhängende Fläche für Zukunftstechnologien in der Region vorzuhalten. Unsere regionale Wirtschaft braucht dringend zusätzlichen Raum, um die Digitalisierung und die dringend anstehende Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit stemmen zu können. Die Reaktivierung von Brachen und die Innenverdichtung allein können nämlich den Bedarf an den akut benötigten neuen Gewerbeflächen so kurzfristig nicht decken.“

Hintergrund: Konzept der regionalen Vorhaltestandorte

Die Region Stuttgart steht angesichts eines tiefgehenden Strukturwandels in der wirtschaftlich prägenden Automobilindustrie vor weitreichenden Herausforderungen. Das Konzept des „regionalen Vorhaltestandortes“ soll es ermöglichen, bei zeitnah Flächen zur Begleitung der Transformationsprozesse bereitzustellen: Wenn Investitionen in Zukunftstechnologien – von Digitalisierung über Elektromobilität und autonomem Fahren – anstehen, sollten auch in der Region Stuttgart wettbewerbsfähige Angebote verfügbarsein.

Derzeit sind allerdings solche baureifen Flächen, die sich für größere und unter Umständen emissionsträchtige Gewerbe- und Industrievorhaben eignen, Mangelware. In den im Regionalplan ausgewiesenen Regionalen Gewerbeschwerpunkten sind zwar rund 320 Hektar für eine bauliche Entwicklung gesichert, jedoch sind davon nur sechs Gebiete größer als 20 Hektar – und keines davon baureif. Die bis zu einer Bebauung erforderliche Regelung der Eigentumsverhältnisse, notwendige Planungsverfahren und Erschließungsmaßnahmen erweisen sich dabei als äußerst langwieriger Prozess – zudem mit offenem Ausgang. Da auch die Potenziale in den bestehenden Werksarealen schnell ausgeschöpft sind (und zudem nur von den jeweiligen Eigentümern genutzt werden können), sind die Optionen zur Unterbringung neuer Technologien mit größeren Flächenbedarfen derzeit außerordentlich begrenzt. 

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news-1074 Thu, 23 Sep 2021 07:38:23 +0000 Größtes Haushaltsvolumen in der Geschichte des Verbands Region Stuttgart Knapp 680 Millionen Euro für 2022 vorgesehen. Größter Anteil erneut im Verkehrsbereich aufgrund zahlreicher Verbesserungen bei der S-Bahn /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1074&cHash=bcfec9d597e55d8e95c9b98213251e84 Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling hat in der heutigen Regionalversammlung den Haushaltsentwurf und damit die Arbeitsschwerpunkte des Verbands Region Stuttgart für 2022 eingebracht. „Unsere Herausforderungen sind groß“, betonte Schelling. „Wie schaffen wir es, die Region für möglichst viele Menschen als attraktiven und lebenswerten Standort zu erhalten und auszubauen?“ Die Meinungen, was heute gut und richtig ist, seien geteilt. Daher stellte Sie die Planungen für 2022 unter das Motto „Suchet der Region Bestes“.

Eckdaten des Haushalts 2022

Mit über einer halben Milliarde Euro (679 Millionen Euro) ist es der bisher größte Haushaltsentwurf in der Geschichte des Verbands. Gegenüber dem Vorjahr sind das 261 Millionen Euro mehr. Die Verbandsumlage steigt um 4,2% auf 23,6 Millionen Euro, die Verkehrsumlage steigt um 22,5% auf 73,2 Millionen Euro. Kreditaufnahmen sind in Höhe von rund 266 Millionen Euro geplant. Im Haushaltsplan 2022 sind Tilgungen in Höhe von 5,8 Millionen Euro eingeplant. Der Schuldenstand erhöht sich von rund 104 Millionen Euro auf knapp 368 Millionen Euro.

Größter Posten bleibt der Verkehr

Wie in den Vorjahren entfallen die meisten Ausgaben und Einnahmen auf den Verkehrsbereich. So stehen den geplanten Ausgaben in Höhe von 638 Millionen Euro entsprechende Erträge aus u.a. Fahrgeldeinnahmen (118,7 Millionen Euro, -5,6 Millionen Euro im Vgl. zu 2021), Regionalisierungsmitteln (111 Millionen Euro, +2,9 Millionen Euro) und Zuweisungen, vor allem Landeszuschüssen (84,7 Millionen Euro) sowie der Verkehrsumlage (73,2 Millionen Euro, +13,4 Millionen Euro) gegenüber.

„Europa, Bund, Land - auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen sind der Mobilitätswandel und dessen Förderung ein Thema. Wir sind hier früh aktiv geworden und haben enorm in den S-Bahnverkehr investiert“, so Schelling. Konkret handle es sich dabei um die Kosten für den kontinuierlichen Ausbau des Viertstundentakts, neuerdings bis nach Filderstadt, die zusätzliche Beschaffung von 56 S-Bahnen, die Verbesserung der Barrierefreiheit sowie Maßnahmen aus der Qualitätsoffensive für die Schieneninfrastruktur. Ganz neu sind 3,4 Millionen für den möglichen Viertelstundentakt am Samstagnachmittag. Dessen Einführung ist nächste Woche im Verkehrsausschuss in der Debatte, der Haushalt ist dafür gewappnet. Zusätzlich soll das erfolgreiche Förderprogramm zum Ausbau von RegioRad fortgesetzt werden.

„Es wird Zeit für eine versöhnende Betrachtung von ÖPNV und Individualverkehr. Kein entweder oder – beides wird gebraucht, um den Mobilitätsanforderungen sowie unserer Wirtschaft gerecht zu werden“, so Schelling. So sind 3,8 Millionen Euro für eine regionale Mobilitätsplattform zur Verflüssigung des Verkehrs vorgesehen, wovon man sich auch eine CO2-Reduktion verspricht. Für den Betrieb kommen jährlich 500.000 Euro hinzu sowie rund 200.000 Euro an Personalkosten. Mit Blick auf Potenzial für autonomes Fahren betonte Schelling die Untersuchung der Nutzung stillgelegter und nicht reaktivierbarer Schienenstrecken. Diese könnten als Teststrecken sowie als Einstieg in ein künftiges Netz für autonomes Fahren dienen.

Wirtschaftsförderung

Auch 2022 kommt der Wirtschaftsförderung und der Begleitung des Transformationsprozesses eine bedeutende Rolle zu, sodass hier der Ansatz auf 18,6 Millionen Euro erhöht wurde. Davon erhält die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) 10,2 Millionen Euro. Erhebliche Posten bei der WRS sind Kofinanzierungsmittel für laufende Projektbewerbungen, die im Zusammenhang mit der notwendigen Begleitung des Strukturwandels stehen. Die Plattform Fachkräfte – zielend auf anforderungsgerechte Fortbildung - ist ein Beispiel dafür. Zusätzlich bewirbt sich die Region Stuttgart als Modellregion Grüner Wasserstoff unter dem EFRE Verteilungsprogramm des Landes. Hinzu kommt das von der Regionalversammlung beschlossene Kofinanzierungsprogramm Wasserstoff mit dem die Region vier Jahre mit je fünf Millionen Euro Projekte zu diesem Thema fördern will. Der KI Park, der nicht unter die Landesförderung gebracht werden konnte, bleibt dennoch. Er wird als vernetzte, engagierte Genossenschaft unter Beteiligung von Wirtschaftsförderung und Verband ein Partner der Zukunft.

Wohnen, Gewerbe und Naherholung

„Wir haben ein weiteres zentrales Thema in der laufenden Diskussion, die Nutzung der Flächen in der Region. Die Gelder für die Vorbereitung eines Vorhaltestandort für innovatives Gewerbe sind vorhanden“, so Schelling. Die Entscheidung, ob es der Hungerberg werden kann, fällt am kommenden Sonntag. Weiter gilt, so Schelling, das regionale Programm zur Gewerbeflächenentwicklung auszubauen und besser auf die Bedürfnisse der Kommunen zuzuschneiden.

Die Region biete vieles und brauche vieles, so Schelling weiter, weshalb auch die Themen Wohnen und Naherholung von Bedeutung sind. Mit Ersterem beschäftigt sich auch die IBA StadtRegion 27, an der die Region maßgeblich beteiligt ist. Deren finanzielle Ausgestaltung müsse im kommenden Halbjahr erörtert werden. Über die Kofinanzierungsprogramme Landschaftspark Region Stuttgart (1,5 Millionen Euro) sowie Wirtschaft und Tourismus (450.000 Euro) sollen die Landschaft aufgewertet werden, die Naherholung gefördert werden und innovative Ideen in die Umsetzung gebracht werden.

Mit bestehenden Mitteln soll an der Weiterentwicklung der Kommunikation weitergearbeitet werden. Schwerpunkte 2022 sind die Arbeiten an einer Ausstellung, die die Bedeutung des Zusammenwirkens über Gemeindegrenzen hinweg verdeutlicht, um Verständnis und Akzeptanz für regional bedeutsame Maßnahmen bei politischen Gremien und Bürgern zu erreichen. Gleiches gilt für die Neugestaltung des Internetauftritts des Verbands Region Stuttgart und weiterer Kommunikationsmittel.

Zeitplan der Beratungen

Die Fraktionen und Gruppen bringen ihre Anträge zum Haushaltsentwurf in die Regionalversammlung am Mittwoch, 20. Oktober, ein. Danach finden die Beratungen in den Ausschüssen statt: am 10. November im Planungsausschuss, am Mittwoch, 17. November, im Verkehrsausschuss und abschließend am Mittwoch, 24. November, im Wirtschaftsausschuss. Die Regionalversammlung soll den Haushalt 2022 des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch, 15. Dezember, beschließen.

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news-1073 Thu, 23 Sep 2021 07:34:50 +0000 Planen und Bauen neu denken Ministerin berichtet in der Regionalversammlung über innovative Landesentwicklung, Studierende entwickeln Lösungen für schienennahe Standorte /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1073&cHash=3af3ac8fdd493ea79d8b5f328c7f8c22 In der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch sprach MdL Nicole Razavi, baden-württembergische Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, in ihrem Bericht zur „Innovativen Landesentwicklung für Baden-Württemberg“ darüber, wie Planen und Bauen neu gedacht werden kann. „Wie wir unser Land und seine Flächen nutzen, wie wir Räume ordnen und strukturieren ist ein Megathema und eine elementare Zukunftsfrage“, erklärte Razavi. Deswegen wolle man die Aufstellung eines neuen Landesentwicklungsplans zügig anpacken, um Themen wie wirtschaftliche Transformation, Digitalisierung, Mobilität, Klimaschutz und Klima-Resilienz sowie bezahlbares Wohnen zu adressieren. Dabei seien der Verband Region Stuttgart und die anderen Regionalverbände zentrale Partner, so die Ministerin. „Wohnraum ist die soziale Frage unserer Zeit. Zusammen müssen wir alles unternehmen, um noch schlummernde Flächenpotenziale zu entdecken.“ Eine Idee seien beispielsweise rückbaufähige Zwischennutzungen für „Enkelgrundstücke“. Darüber hinaus plane ihr Ministerium, den Kommunen so genannte „Flächenscouts“ an die Seite zu stellen. Razavi versprach zudem, sich für ein noch stärkeres Engagement des Landes bei der Internationalen Bauausstellung einzusetzen, denn „die IBA wirkt mit ihrer hervorragenden fachlichen Beratung als Werkbank in die Kommunen hinein.“

Ideenwettbewerb: Baupotenziale im Umfeld von S-Bahn-Haltestellen nutzen

Die hohe Nachfrage und erheblichen Preissteigerungen auf dem regionalen Wohnungsmarkt in den letzten Jahren verdrängen Menschen zunehmend aus zentraleren Lagen an günstigere und besser verfügbare Standorte. Diese sind jedoch häufig weniger gut an das Schienennetz und den öffentlichen Nahverkehr insgesamt angebunden, was eine höhere Belastung der Straßen und mehr Schadstoffausstoß zufolge hat. Wie vorhandene Baupotenziale direkt am Schienennahverkehr umgesetzt werden können, zeigt ein Ideenwettbewerb, der von Verband Region Stuttgart und Hochschule für Technik Stuttgart (HfT) mit einem Preisgeld von 6.000 Euro ausgelobt wurde. Unter dem Titel „Glorious Hubs – die Wiederentdeckung der Bahnhofsareale als zentrale Lebensorte der Region Stuttgart“ haben insgesamt 266 Studierende und Absolventen aus acht Hochschulen ihre städtebaulichen Entwürfe und Konzepte eingereicht, wie freie oder nicht optimal genutzte Bereiche in Haltestellennähe aktiviert werden könnten. Dabei standen fünf Standorte zur Auswahl, und zwar Böblingen-Hulb, Geislingen, Renningen Süd, Stuttgart Nürnberger Straße und Tamm. Thomas Kiwitt, Planungsdirektor des Verbands Region Stuttgart, betonte das Ziel der Übertragbarkeit: „Die Stationen sind in unterschiedlich großen Städten, von vollständig bebaut bis untergenutzt. Sie sind ein repräsentativer Querschnitt durch die Bahnhofsumfelder der Region Stuttgart.“ So könne man sich die Entwürfe auch an anderen Orten mit ähnlichen Gegebenheiten vorstellen. Ob konventionell oder mutig, ihnen gemeinsam sei eine moderne Plansprache, die – durchaus erwünscht – zu Widersprüchen und Diskussionen anrege. Die „Testentwürfe“ mit ihren innovativen Lösungsansätzen sollen den Kommunen Impulse für ihre weitere Entwicklung geben. Aus 55 Wettbewerbseinreichungen erhielten vier Arbeiten einen Preis und zwei weitere eine Auszeichnung.

Dr. Philipp Dechow, Professor für Architektur und Gestaltung an der HfT, warf ein „kleines Spotlight“ auf einige der Entwürfe. Er erläuterte, dass das international stark, aber in Deutschland bisher weniger verbreitete Planungssystem des „Transit Oriented Development“ (TOD) als ein zentraler Gedanke durchschlage. Demnach soll in der der Nähe verkehrsgünstiger Infrastruktur mit höherer Dichte gearbeitet werden. Gleichzeitig sollen die Verkehrsknotenpunkte aber auch wichtige Bezugsorte für Quartiere sein, die eine gute Aufenthaltsqualität und vielfältige Funktionen bieten. Neben Lösungsansätzen für die Kombination von Wohnen und Produktion, für die Gestaltung von Transformationsprozessen und für die Verbesserung der Qualität, hätten sich entsprechend folgende Erkenntnisse durchgesetzt: „Die S-Bahn kann Vernetzer sein, nicht nur für Infrastruktur, sondern auch für die gemeinsame Nutzung verschiedener Funktionen und Angebote an verschiedenen Orten, etwa für Start-ups über eine entsprechende App. Ein Bahnhof kann Quartierszentrum sein, nicht nur Verkehrsknotenpunkt. Unter anderem wurden auch die Bahnhofsvorplätze als attraktive, offen und hell gedachte Aufenthaltsräume betrachtet.“ Als ein Beispiel zeigte Dr. Dechow ein kompaktes hybrides Bahnhofsgebäude mit Fahrradstellplätzen, Co-Working-Spaces, „normalen“ Arbeitsplätzen und Werkstätten, Sportmöglichkeiten, temporären Wohnangeboten, Cafés samt Seilbahn aus den höher gelegenen Stadtteilen und Landeplätzen für Lufttaxis auf dem Dach. Ausgewählte Arbeiten sollen zu einem späteren Zeitpunkt in einer Ausstellung gezeigt werden.

Regionales „Aktionsprogramm Wohnen“

Die Wettbewerbsentwürfe zeigen Wege auf, wie die klimaschonende Bewältigung der Mobilität und die flächensparende Bereitstellung von Flächen für Gewerbe und Wohnen gelingen kann. Bedarfsgerechte Wohnraumbereitstellung ist, nicht nur für die Region, eine dauerhafte Herausforderung. Seit 2016 unterstützt der Verband Region Stuttgart im Rahmen seines „Aktionsprogramms Wohnen“ Kommunen und andere Maßnahmenträger mit verschiedenen Angeboten: Kommunen werden vor Ort in verschiedenen Gesprächs- und Präsentationsformaten intensiv beraten und im Rahmen von Veranstaltungen mit anderen für den Wohnungsbau wichtigen Akteuren zusammengebracht – zum interkommunalen Austausch ebenso wie zur fachlichen Betrachtung und Diskussion spezifischer, umsetzungsrelevanter Themen und Instrumente. Für die Kommunen wurden Kommunikationsmittel wie eine Best-Practice-Broschüre zum verdichteten Bauen sowie vielfältige Handreichungen erstellt. Nicht zuletzt stellt der Verband auch Mittel aus dem Kofinanzierungsprogramm zum Landschaftspark Region Stuttgart für Aufwertungen in Siedlungsbereichen zur Verfügung.

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news-1071 Wed, 22 Sep 2021 12:39:04 +0000 Gemeinsame Presseinformation: Durchgehende Öffnungszeiten in den DB Video-Reisezentren bei der S-Bahn Beratung rund um die Uhr: Deutsche Bahn weitet die Öffnungszeiten zu 24/7 Service aus. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1071&cHash=38e378962cd72b5817add784f65c2e58 Die Deutsche Bahn (DB) macht die klimafreundliche Schiene zum leistungsstarken Verkehrsträger. Dazu weitet die Bahn den Service der DB Video-Reisezentren in der Region Stuttgart aus und verlängert die Öffnungszeiten zu einem deutschlandweit einmaligen 24/7-Angebot. Ab sofort können Kundinnen und Kunden der Video-Reisezentren auch außerhalb der bisherigen Öffnungszeiten Verbund- und Nahverkehrs-Tickets kaufen.

An Stationen der S-Bahn Stuttgart wie in Kirchheim (Teck) profitieren die Fahrgäste von einem Rund-um-die-Uhr-Service am Bahnhof. Heute hat die Bahn dort die Ausweitung des Services gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Kirchheim unter Teck, Pascal Bader, und dem Vorsitzenden des Verbands Region Stuttgart, Thomas Bopp, vorgestellt. Zugleich holte die Bahn die aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallene Eröffnung des DB Video-Reisezentrums mit einer symbolischen Schlüsselübergabe nach.

„Insbesondere zu den Randzeiten ist häufig noch individueller Beratungsbedarf vorhanden. Von den Öffnungszeiten abends und nachts profitieren vor allem Spontanreisende im Freizeitverkehr und Pendlerinnen und Pendler, die im Schichtdienst arbeiten“, sagte Reinhold Pohl, Leiter regionaler Vertrieb Süd von DB Vertrieb.

„Für alle Reisenden ist es ein enormer Qualitätsvorteil, dass mit den Video-Reisezentren jetzt rund um die Uhr ein Angebot inklusive Beratungsmöglichkeit zum Fahrkartenverkauf zur Verfügung steht“, sagte Thomas Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart. „Gerade in den späten Abendstunden, wenn der ÖPNV seltener fährt, ist es umso wichtiger die passende Verbindung zu bekommen. Mit einem Knopfdruck erhalte ich die Information und auch noch das passende Ticket dazu.“

Dr. Pascal Bader, Oberbürgermeister der Stadt Kirchheim unter Teck: „Wir freuen uns, dass unseren Bürgerinnen und Bürgern durch das Video-Reisezentrum nun in den Randzeiten sowie an Wochenenden und Feiertagen ein attraktiver, moderner Zugang zum ÖPNV und Bahnverkehr mit persönlicher Beratung zur Verfügung steht.“

Der Verband Region Stuttgart hat die Einführung dieses Formats im Bereich der S-Bahn Stuttgart 2019 beschlossen. In diesem Jahr wird das Angebot in der Region von zunächst sechs auf insgesamt 19 Standorte erweitert. Bundesweit sind seit dem Start 2013 120 Video-Verkaufsstellen in Betrieb gegangen. Die Handhabung der Technik für das Video-Gespräch ist einfach und unkompliziert. Beratung und Verkauf starten, indem Kundinnen und Kunden die Ruf-Taste betätigen.

Standorte der DB Video-Reisezentren im Bereich der S-Bahn-Stuttgart:

Backnang, Böblingen, Echterdingen, Esslingen (Neckar), Fellbach, Kirchheim (Teck), Korntal, Kornwestheim, Leonberg, Ludwigsburg, Marbach, Rommelshausen, Schorndorf, Stuttgart-Universität, Stuttgart-Zuffenhausen, Waiblingen und Winnenden. Plochingen und Sindelfingen folgen im Laufe des Jahres.

Die Webseite deutschebahn.com/vrz bietet weitere nützliche Informationen zum digitalen Service.

Bild zum Download:

https://datentransfer.region-stuttgart.org/#/public/shares-downloads/LZll4wrKojVmiM2uleb5sP4evfp1U719

Bildunterschrift:

Symbolische Eröffnung des DB Video-Reisezentrums Kirchheim (Teck). V.l.n.r.: Thomas Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart, Dr. Pascal Bader, Oberbürgermeister der Stadt Kirchheim unter Teck, Reinhold Pohl, Leiter regionaler Vertrieb Süd von DB Vertrieb.

Bildnachweis: DB AG

„Pressemitteilung als PDF-Download“

 

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news-1072 Fri, 17 Sep 2021 12:45:00 +0000 Gemeinsame Presseinformation: Bunte RegioRäder als Botschafter der Verkehrswende überreicht Kommunenradübergabe 2.0: Neue Kommunenräder rollen durch Stuttgart und die Region. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1072&cHash=aa37fda580d69cebc5d2d6dd18e0298f RegioRadStuttgart wächst. Städte und Gemeinden sowie weitere Kooperationspartner beteiligen sich zunehmend an dem regionsweiten und interkommunalen Fahrrad- und Pedelec-Verleihsystem RegioRadStuttgart. Sie bieten damit vor Ort ein flexibles und zukunftsorientiertes Mobilitätsangebot, sowohl in der Landeshauptstadt als auch in der Region.

Die Deutsche Bahn Connect GmbH stellt als Betreiber des Verleihsystems allen am RegioRadStuttgart beteiligten Städten und Gemeinden ein individuell gestaltetes RegioRad zur Verfügung. Auf dem Fahrradrahmen sind beispielsweise der Stadtname und/oder das Stadtwappen abgebildet. Zudem haben die Räder jeweils eine besondere, vom RegioRad‐Blau abweichende Farbe. Mit den Kommunenrädern will die DB zum einen die Beteiligung der jeweiligen Partnerstädte am Bikesharing‐System hervorheben. Zum anderen soll damit der Ausbau nachhaltiger Mobilität in der gesamten Region zum Ausdruck gebracht werden. Die ersten 26 Kommunenräder sowie 14 Pedelecs wurden bereits im Juni 2021 präsentiert und rollen seitdem als farbenfrohe Botschafter durch Stuttgart und die Region. Weitere sieben Kommunenräder wurden im Rahmen des „RegioRadStuttgart-Aktionstags“ zur Stuttgarter Mobilitätswoche gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Verband Region Stuttgart, der Deutsche Bahn Connect GmbH sowie der RegioRadStuttgart-Kommunen, der Universität Hohenheim, der Studierendenvertretung stuvus und der Universität Stuttgart auf dem Karlsplatz präsentiert. Neben der Betrachtung der Kommunenräder konnten Interessierte am Aktionstag die Fahrräder, Pedelecs und Lastenpedelecs kostenlos Probe fahren, an einem Gewinnspiel teilnehmen und sich rund um das öffentliche Verleihsystem informieren und beraten lassen.

Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verband Region Stuttgart, zeigte sich begeistert: „Die bunten Kommunenräder sind ein Zeichen der Vielfalt der Städte und Gemeinden der Region. Sie verdeutlichen zudem die individuelle Mobilität, die das regionsweite Angebot von RegioRadStuttgart schafft. Wir freuen uns, durch das Förderprogramm ‚Zwei für eine‘ des Verband Region Stuttgart wesentlich zur Ausweitung und Verdichtung des Stationsnetzes von RegioRadStuttgart beizutragen. Dadurch wird das Verleihsystem noch flexibler und attraktiver.“ Bereits 24 Antragssteller profitieren von der attraktiven Förderung. So wurde bei 42 Verleihstationen die Kofinanzierung mit bis zu 50 Prozent der Kosten bis zum Ende der Vertragslaufzeit 2026 beschlossen. „Zu Beginn des nächsten Jahres planen wir außerdem eine weitere Förderrunde aufzulegen“, kündigt Dr. Schelling an.

Holger Krämer, Partnermanager der Deutsche Bahn Connect GmbH, erklärte: „Die nach den Wünschen der Kommunen gestalteten RegioRäder sind eine farbenfrohe Ergänzung unseres stetig wachsenden Angebots an Fahrrädern, Pedelecs sowie Lastenpedelecs. Sie rollen als Botschafter einer nachhaltigen Mobilität durch Stuttgart und die Region. Dabei bieten sie insbesondere auch eine wichtige Anschlussmobilität und Ergänzung des ÖPNV in der Region. Wir freuen uns, dass sich immer mehr Städte und Gemeinden, aber auch weitere Kooperationspartner unserem zukunftsweisenden Verleihsystem anschließen.“

Die bunten Räder werden umgehend in das Verleihsystem integriert. Sie sind Teil der gesamten Fahrradflotte und können von allen RegioRadStuttgart‐Nutzern geliehen und an jeder beliebigen Station wieder zurückgegeben werden.

Ralf Maier-Geißer, Gesamtkoordinator von RegioRadStuttgart, über die positive Entwicklung: „Das Verleihsystem hat jetzt auch in der Region stark an Fahrt aufgenommen. Wir freuen uns, dass neben den kommunalen Auftraggebern acht weitere Kooperationspartner zur RegioRadStuttgart-Familie zählen, darunter die Universität Hohenheim, die Studierendenvertretung Universität Stuttgart, der Flughafen Stuttgart und die Landkreise Böblingen und Ludwigsburg. Darüber hinaus werden in den kommenden Wochen und Monaten mehr als 50 neue Stationen hinzukommen, unter anderem an der Messe Stuttgart, in Backnang, Esslingen, Korntal-Münchingen, Leutenbach, Marbach, Hochdorf, Steinheim an der Murr, Weil der Stadt, Winnenden und Pforzheim. Die individuell gestalteten RegioRäder fahren auch als Zeichen der stetig wachsenden RegioRadStuttgart-Familie durch die Region.“

Im Herbst ist ein regionsweiter Wettbewerb geplant, bei dem ermittelt wird, welches der rund 50 individuell gestalteten RegioRadStuttgart-Räder die größte Entfernung zu seiner Heimatkommune zurückgelegt hat.

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche finden in der ganzen Region Veranstaltungen mit RegioRadStuttgart statt. Als besonderes Angebot gibt es vom 16. bis 22. September für alle Nutzerinnen und Nutzer für jede Fahrt mit dem RegioRad 60 Freiminuten, die Fahrt mit dem Pedelec ist 15 Minuten kostenlos – und das unabhängig vom Tarif. Auch nach der Mobilitätswoche kann man mit der polygoCard besonders günstig weiterradeln. Im polygoCard-Tarif sind stets die ersten 30 Minuten auf dem Fahrrad und die ersten 15 Minuten auf dem Pedelec bei jeder Fahrt gratis. Wer mehr über RegioRadStuttgart erfahren möchte, kann auch am Sonntag, 19. September, auf dem 3. Cargo-Bike-Day auf dem Stuttgarter Karlsplatz vorbeikommen und sich am Mittwoch, 22. September, von 14 bis 18 Uhr im Stuttgarter Rathausfoyer beraten lassen.

Hintergrund

Rund 1.500 Fahrräder und Pedelecs des öffentlichen Verleihsystems können mittlerweile an 207 Stationen in Stuttgart und 42 weiteren Kommunen der Region für vielfältige Zwecke entliehen werden. In den kommenden Monaten wird das regionsweite Angebot um mehr als 50 Verleihstationen, rund 250 Räder und über zehn neue Kommunen und Kooperationspartner erweitert.

Die Nutzung von RegioRadStuttgart ist einfach: Es bedarf lediglich einer Registrierung auf www.regioradstuttgart.de, der RegioRadStuttgart‐App oder telefonisch. Im Anschluss können die RegioRäder und RegioPedelecs an jeder Station per polygoCard, App oder Telefon entliehen werden und an jeder beliebigen Station wieder zurückgegeben werden. Mit einer polygoCard erhält man bei jeder Fahrt 30 Freiminuten für Fahrräder und 15 Freiminuten für Pedelecs geschenkt. Die polygoCard kann kostenlos unter www.mypolygo.de bestellt werden.

Ein attraktives Angebot für Pendlerinnen und Pendler bietet auch der Übernachttarif. Zwischen 18 und 9 Uhr des Folgetags können die RegioRäder und RegioPedelecs für nur 1,50 Euro mit der polygoCard oder 2 Euro im Basis‐ oder Light‐Tarif mit nach Hause genommen werden. Wer gerne mit Freunden unterwegs ist oder ein Team-Event plant, profitiert von der Gruppenbuchungsoption für bis zu 15 RegioRäder oder RegioPedelecs. Weitere Informationen rund um das RegioRadStuttgart gibt es auf www.regioradstuttgart.de. Wer zudem Inspirationen für RegioRadStuttgart‐Touren durch die Region sucht und dabei Freiminuten gewinnen möchte, findet diese unter www.stuttgart‐tourist.de/radfahren‐wandern‐stuttgart‐region/regiorad‐stuttgart sowie zugportal.de/sbahnstuttgart.

Die Deutsche Bahn Connect GmbH betreibt RegioRadStuttgart im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart und den Kommunen der Region. Das Bikesharing‐System ist Teil der Call-a-Bike‐Familie. Damit stehen den Kunden deutschlandweit mehr als 16.000 Räder in über 80 Städten zur Verfügung.

Bild zum Download:

https://datentransfer.region-stuttgart.org/#/public/shares-downloads/BzJArXE6w6Mraj4b7GYGprxYJD8XO6Tj

Bildunterschrift:

RegioRad übergibt auf dem Karlsplatz Leihfahrräder an Kommunen. Mit individuell gestalteten Kommunenrädern will die DB die Beteiligung der jeweiligen Partnerstädte am Bikesharing‐System hervorheben und den Ausbau nachhaltiger Mobilität in der gesamten Region zum Ausdruck bringen.

Bildnachweis: Leif Piechowski, Rechte: LHS

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news-1070 Thu, 16 Sep 2021 07:58:19 +0000 Regionaler Ausgleich für regionale Eingriffe Neuer Ansatz für die regionalplanerische Begleitung von Projekten mit Fokus Freiraumentwicklung im Planungsausschuss vorgestellt /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1070&cHash=9c6e2151e57e8a9a1fe074a257eb985b Am 26. September zeigt sich beim Bürgerentscheid in Dettingen unter Teck, wie es um die Zukunft des potenziellen Gewerbegebietes am Hungerberg steht. Der Verband Region Stuttgart zeigt derweil in einer Konzeption exemplarisch auf, wie die regionalplanerische Begleitung zukünftiger Bau- und Infrastruktur-Projekte im Sinne der Freiraumentwicklung aussehen kann. Wenn Flächen zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes für Gewerbe und Industrie bebaut werden, entstehen zwangsläufig Nachteile für Natur und Landschaft. Um dieses Dilemma zu adressieren, wurde im Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch nun der neue Ansatz „Regionaler Ausgleich für regionale Eingriffe“ vorgestellt, der veranschaulicht, wie Nachteile auch über die bestehenden gesetzlichen Anforderungen hinaus kompensiert werden könnten.

Am Beispiel des Dettinger Hungerbergs wurden zum einen ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der ökologischen Leistungsfähigkeit und Naherholungsqualität des Gebietes erarbeitet, als auch Anbindungsmöglichkeiten an den Öffentlichen Nahverkehr betrachtet. Die Maßnahmen folgen fünf Prinzipien: Das Landschaftsbild soll durch grüne Strukturen gestärkt werden, Zugänge zur freien Landschaft einladend gestaltet, umweltfreundliche Wegeverbindungen zwischen Arbeit, Stadt und Erholung geschaffen, Biotope zur Stärkung der Artenvielfalt miteinander verbunden sowie insgesamt gesunde Erholung in der Nachbarschaft ermöglicht werden. Planungsdirektor Thomas Kiwitt warb für die Verbindung von Bau- und Ausgleichsmaßnahmen: „Wo gebaut werden muss, müssen die Gemeinden ohnehin Geld in die Hand nehmen und die Eigentumsstrukturen verändern. Dabei bietet sich die Gelegenheit, Ausgleichsmaßnahmen direkt mitzudenken und vor allem auch umzusetzen.“ Neben Naherholung und Mobilitätskonzepten im Umweltverbund könne mit dem Thema „Industriekultur“ und durch die Einbindung der Zivilgesellschaft zudem die soziale Komponente der Nachhaltigkeitstrias gestärkt werden. Konkret wurden Visualisierungen möglicher Maßnahmen erstellt, die die Potenziale des Gebiets am Hungerberg illustrieren.

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news-1066 Mon, 06 Sep 2021 13:44:26 +0000 Radsport-Sonntag in Stuttgart und Region – Start frei für das Brezel Race Auf eine besondere Premiere können sich viele Hobbyradsportler freuen. Am Sonntag, den 12. September, fällt für sie der Startschuss für das „Brezel Race Stuttgart & Region“: Das neue Rennen für Jedermann und Jedefrau haben die Landeshauptstadt Stuttgart und der Verband Region Stuttgart auf den Weg gebracht. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1066&cHash=779f97de34ce053bab0c951e3c6763ec Aufgrund der Corona-Situation verteilt sich der Start auf zwei Orte. Die lange Strecke mit Start in der Mercedesstraße führt über wellige 72 km, die kurze Strecke mit Start in Korntal-Münchingen (Stadtteil Korntal) erstreckt sich auf eine Distanz von 46 km bis zum Zieleinlauf in der Friedrichstraße mitten in Stuttgart. Die Strecke für Alltagsradler, das Sunday Morning Cycling, startet ebenfalls in Stuttgart und verläuft über 14 km bis nach Remseck. Details zu den Strecken sind abrufbar unter: https://www.brezelrace.de/brezelrace/

Den Startschuss in der Landeshauptstadt Stuttgart geben Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart Thomas S. Bopp und der Vorsitzende der SportRegion Stuttgart und Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer.

„Die Premiere des Brezel Race ist das langersehnte Happy End für das Stuttgarter Radsportjahr“, sagt Dr. Frank Nopper, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart. „Die Corona-Pandemie hat das neue Rennen um mehr als ein Jahr nach hinten verschoben, jetzt geht es endlich los. Über 2.100 ambitionierte Radsportlerinnen und Radsportler werden sich in Stuttgart und der Region auf gesperrten Straßen verausgaben. Die Zieldurchfahrt in der Stuttgarter Friedrichstraße entschädigt die Radler danach sicher für viele Strapazen“, so der Oberbürgermeister. „Ich wünsche allen Brezel Racern viel Spaß und danke dem Verband Region Stuttgart für die gute Zusammenarbeit“, ergänzt Nopper.

„Mit dem Brezel Race zeigen wir unseren Bürgerinnen und Bürgern, wie viel Spaß das Radfahren in der hügeligen Region Stuttgart machen kann. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt bringen wir die Region aufs Rad – so auch mit dem interkommunalen Radverleihsystem RegioRadStuttgart. Besonders freuen wir uns auch, dass so ein Event nach der langen Corona-Pause wieder für alle möglich ist – darauf haben wir lange gewartet“, führt Thomas S. Bopp, Vorsitzender Verband Region Stuttgart, aus.

„Wie radsportbegeistert die Region Stuttgart ist, hat sich ja bereits im Jahr 2018 gezeigt, als am Finaltag der Deutschland Tour Tausende am Jedermann-Rennen teilnahmen. Es freut mich sehr, dass nun in diesem Jahr die Brezel-Race-Premiere stattfinden wird und mit dem Start des kurzen Brezel Race in Korntal eine weitere Kommune in der Region eine herausragende Rolle spielt. Ich selbst werde auch in die Pedale treten und freue mich schon auf die vielen wunderbaren Ecken, die unsere Region zu bieten hat“, sagt Matthias Klopfer, Oberbürgermeister der Stadt Schorndorf und Vorsitzender der SportRegion Stuttgart.

Was „brezeln“ mit dem Rad heißt, spürt man spätestens nach dem Start mit freier Fahrt auf gesperrten Straßen heraus aus Stuttgart, entlang des Neckars, über Remseck und Kornwestheim ins Strohgäu. Dort geht es dann ordentlich zur Sache! Zunächst verläuft die Strecke in einem ständigen Auf und Ab über Korntal-Münchingen, mitten durch Hemmingen und Ditzingen und gipfelt in einem sehr anspruchsvollen Finale. Hinter Gerlingen, wieder auf Stuttgarter Gemarkung, wartet mit der unter Radfahrern bekannten Bergheimer Steige ein Klassiker. Haben die Radfahrer das Schloss Solitude passiert, geht es wieder hinab ins Feuerbacher Tal und dann ein letztes Mal über Stuttgarts Höhen. Auf der Abfahrt in den Talkessel und bei der Zieleinfahrt in der Friedrichstraße können es alle Alltagsradler richtig brezeln lassen.

Dafür, dass das Rennen auch rund um Stuttgart deutlich sichtbar wird, haben sich die Vertreter der Region besonders stark gemacht. Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling wird zusammen mit dem Bürgermeister von Korntal-Münchingen und Vorstandsmitglied der SportRegion Stuttgart Dr. Joachim Wolf den Startschuss des kurzen Brezel Race in Korntal geben.

Zwei Startorte für das Brezel Race kurz und das Brezel Race lang: 

  • Lange Distanz und Sunday Morning Cycling in der Mercedesstraße Stuttgart mit Startzeiten zwischen 09:00–09:30 Uhr.
  • Kurze Distanz in Korntal-Münchingen (Stadtteil Korntal) mit Startzeit ca. 10:30 Uhr. Wer nach dem Ziel nach Korntal zurückkehren möchte, kann dies mit dem Rad, der S-Bahn oder einem eigens dafür eingerichteten Shuttle-Bus tun.

Zielbereich ist in der Innenstadt von Stuttgart:

  • Für alle Brezel Racer ist das Ziel am Börsenplatz in der Friedrichstraße im Übergang zur Stuttgarter Theodor-Heuss-Straße.
  • Im Zielbereich wird es einen Zuschauerbereich geben. In einem abgesperrten Bereich werden unter Berücksichtigung der 3G-Regel – geimpft, genesen, getestet – max. 1.000 Zuschauer Platz finden. Der Nachweis erfolgt beim Eingang zum abgesperrten Bereich.
  • Alle Teilnehmenden erhalten weiterhin das exklusive Brezel-Race-Trikot. Im Ziel gibt es eine Nachzielversorgung to go – alles im „Täschle“.

Der Anmeldeschluss zum Brezel Race war am 2. September, Nachmeldungen sind noch am Vortag (11. September 2021) bei der Ausgabe der Startunterlagen im Stadion Festwiese im Stuttgarter NeckarPark, möglich.

Hygienevoraussetzung

Das Hygienekonzept, das für insgesamt maximal 3.000 Teilnehmende auf Basis der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ausgelegt ist, wurde von der Landeshauptstadt Stuttgart auf Grundlage der derzeitigen Corona-Infektionslage genehmigt. Für alle Teilnehmenden des Brezel Race gilt am Veranstaltungstag die 3G-Regel: geimpft, genesen, getestet. Der Nachweis muss am Vortag oder am Morgen bei der Ausgabe der Startunterlagen erbracht werden.

Wichtige Verkehrsinformation

Ein Sportereignis wie das Brezel Race ist mit zeitweisen verkehrlichen Einschränkungen für die Anwohner verbunden. In enger Abstimmung mit den Kommunen und Sicherheitsbehörden werden die Auswirkungen von Sperrungen so gering wie möglich gehalten. Bitte beachten Sie auch die beigefügte Detailinformation zu den Sperrungen am Veranstaltungstag.

Hintergrund/Ausblick

Die Deutschen Straßenradmeisterschaften fanden vom 19.–20. Juni 2021 in Stuttgart und der Region statt. In diesem Rahmen hätte auch das „Brezel Race Stuttgart & Region“ seine Premiere feiern sollen. Coronabedingt wurde das Brezel Race auf den 12. September 2021 verschoben. Der Gesamtevent ist ein von der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart gefördertes Gemeinschaftsvorhaben. Die Streckenplanung und Organisation für beide Rennen verantwortet der regionale Veranstalter FREUNDE Eventagentur aus Sindelfingen-Maichingen. Die Gesamtkommunikation zum neuen Jedermann-/Jedefrau-Rennen sowie zu den Deutschen Straßenradmeisterschaften 2021 begleitet das Stuttgarter Agenturtandem SANSHINE Communications und WortFreunde Kommunikation. Das „Brezel Race Stuttgart & Region“ soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden und sich in der Region langfristig etablieren. Auch das Finale der Schlussetappe der Deutschland Tour, neu geplant für Ende August 2022, wird von der Landeshauptstadt und dem Verband Region Stuttgart gemeinsam gefördert. Teil des Finales ist die Jedermann-Tour mit Start und Ziel in Stuttgart und zwei Strecken durch die Region.

Pressekontakt

WortFreunde Kommunikation GmbH

Dr. Linda Mayer, Hermannstr. 5, 70178 Stuttgart

Tel.: 0711 50 53 06-38, E-Mail: mayer@wortfreun.de

Internet: https://www.wortfreun.de

Veranstalter

FREUNDE Eventagentur GmbH           

Albrecht Röder, Friedensstraße 11, 71069 Sindelfingen

Tel.: 07031 632 03-80, E-Mail: info@freunde-eventagentur.de

Internet: https://www.freunde-eventagentur.de

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news-1065 Thu, 02 Sep 2021 14:23:25 +0000 Bei Freibad-Pommes den Neckar mitgestalten Verband Region Stuttgart sammelt vor Ort Ideen für mehr Aufenthaltsqualität am Neckar. Eine Online-Bürgerbefragung geht der Frage auf den Grund, wie wichtig der Fluss als Naherholungsgebiet ist und was verbessert werden kann. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1065&cHash=fba860f83b4379c85421bfc272465767 Der Verband Region Stuttgart möchte in Kooperation mit der IBA ʼ27 von den Bürgerinnen und Bürgern wissen, was für Ideen und Wünsche sie für Freizeit und Erholung am Neckar haben. Für die Schaffung attraktiver Aufenthalts- und Verweilorte am Wasser sind dabei die bestehenden Schiffsanlegestellen in den Fokus gerückt, die zum Teil direkt am Neckartalradweg liegen. Diese „Adressen am Fluss“ werden nicht alle von der Neckar-Personenschifffahrt erreicht, aber alle eignen sich als Ausgangspunkt für unterschiedliche Wassersportaktivitäten, Ausflüge in die angrenzenden Landschaftsräume oder als naturgebundene Verweilorte am Flussufer. Allerdings ist der überwiegende Teil der Umgebung an den Anlegestellen bisher noch nicht sehr einladend. Häufig fehlt auch eine ausgeschilderte Anbindung an die Ortskerne. Das möchte der Verband gemeinsam mit den Neckar-Kommunen gerne ändern: Die Schiffsanlegestellen sollen aufgewertet werden und über ihre Funktion hinaus zum Aufenthalt, zu Sport und Spiel, Begegnung und Naturerleben einladen.

Austausch in Besigheim, Mundelsheim und Remseck am Neckar

Neckarfreunde sind eingeladen, bei einer Portion Pommes rot-weiß ihre Wünsche und Ideen zu teilen und auch durchaus kreativ zu werden. Denn die Entwürfe für die „Adressen am Fluss“ sollen möglichst nah an den lokalen Gegebenheiten und Bedürfnissen entstehen.

Termine „Adressen am Fluss“:

11. September 2021, 12.00 bis 15.00 Uhr, Besigheim – Bootshafen Walter

12. September 2021, 12.00 bis 15.00 Uhr, Mundelsheim – Ufer Käsberghalle

23. September 2021, 13.00 bis 18.00 Uhr, Remseck am Neckar – Marktplatz

Online-Befragung als weitere Grundlage für Entwicklung der Neckar-Orte

Welche Rolle spielt der Fluss für die Bürgerinnen und Bürger? Was wünschen sie sich für einen Aufenthalt am Fluss? Und wie könnten die Gegebenheiten verbessert werden? Um diese und andere Aspekte auch regionsweit in Erfahrung zu bringen, führt der Verband Region Stuttgart Online-Befragung durch. Die Ergebnisse sollen dem interkommunalen Projekt „Adressen am Fluss“ als Grundlage dienen, um die Flusslandschaft aufzuwerten. Zunächst richtet sich der Blick auf Stuttgart flussabwärts bis Kirchheim am Neckar, mit dem Ziel, die Erkenntnisse auf weitere Orte zu übertragen.

Neben der Chance für eigene Vorschläge, zielt die Online-Befragung konkret auf die Erreichbarkeit des Neckars und die Anbindung an die Stadt ab. Die Meinung der Bürgerinnen und Bürger ist aber auch hin­sichtlich der Aufenthaltsplätze am Neckar­ufer wie Sitz- und Ruhebereiche und Wasserzugänge bis hin zu Veranstaltungswiesen, Grill- und Rastmöglichkeiten oder gewässerpädagogi­sche Angebote für Kinder und geschützte, naturnahe Uferzonen gefragt.

Das Ausfüllen dauert rund fünf bis zehn Minuten. Der Fragebogen ist komplett anonym, und es werden keine personenbezogenen Daten er­hoben. Die Umfrage ist bis zum 15.10.2021 hier freigeschaltet

Basierend auf den Ergebnissen werden Studierende der Fachbereiche Stadt- und Landschaftsplanung sowie Architektur aus Hochschulen der Region im Frühjahr 2022 Ideen für die Neckarorte weiterentwickeln. Diese bieten den Kommunen eine konzeptionelle Grundlage für die weitere planerische Entwicklung. Für die Realisierung haben die Kommunen dann die Möglichkeit, Mittel aus dem Kofinanzierungsprogramm zum Landschaftspark Region Stuttgart mit einer finanziellen Unterstützung von bis zu 50 Prozent der Projektkosten zu beantragen.

Die Presseinformation als PDF-Download

Flyer Frittenbude Besigheim
Flyer Frittenbude Mundelsheim
Flyer Frittenbude Remseck am Neckar

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news-1060 Thu, 29 Jul 2021 08:45:17 +0000 Region Stuttgart will Fairtrade-Region werden Verband Region Stuttgart startet Verfahren zur Zertifizierung – Steuerungsgruppe aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft begleitet /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1060&cHash=481edf7a93790879383b069f2237ca09 Die Regionalversammlung hat am Mittwoch beschlossen, dass für die Region Stuttgart eine Zertifizierung als Fairtrade-Region angestrebt werden soll. Sie beteiligt sich dazu an der Kampagne des Vereins TransFair e.V. in Köln. Die weltweite Kampagne „Fairtrade-Towns“ und „Fairtrade-Regionen“ wolle dem Thema fairer Handel zu mehr Sichtbarkeit verhelfen, führte Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling aus. Es gehe um die soziale Dimension der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Inzwischen gibt es über 2.000 Fairtrade-Kommunen in mehr als 36 Ländern. In Baden-Württemberg sind es bereits 99 Kommunen, davon 31 in der Region Stuttgart. Fünf weitere Städte und Gemeinden in der Region sind derzeit im Bewerbungsverfahren. Für eine Zertifizierung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Zertifizierung
Der Verband Region Stuttgart wird das Verfahren zur Zertifizierung als „Fairtrade-Region“ einleiten. Notwendig ist die Verwendung fair gehandelter Produkte seitens des Verbands selbst, aber auch von genügend Akteuren in der Region. Hierfür muss eine nach der Gesamteinwohnerzahl der Region festgelegte Zahl von Organisationen aus der Zivilgesellschaft Produkte aus fairem Handel verwenden. Dieses Kriterium ist für die Region bereits erfüllt. Zudem müssen ausreichend Einzelhandelsgeschäfte, Cafés und Restaurants mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten. Nach heutigem Stand wird diese Voraussetzung dann erfüllt, wenn alle die in Bewerbung befindlichen Kommunen in der Region Stuttgart eine Zertifizierung erhalten haben. Darüber hinaus sollen Bildungsaktivitäten zum Thema „fairer Handel“ durchgeführt werden, ebenso ist eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit beispielsweise durch Fairtrade-Veranstaltungen vorgesehen.

Steuerungsgruppe
Für den Weg dahin bedarf es einer Steuerungsgruppe. Diese Steuerungsgruppe koordiniert zuerst den Weg hin zur zertifizierten Fairtrade-Region und begleitet dann den weiteren Prozess mit Impulsen und Ideen. Sie soll aus Mitgliedern unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche bestehen, die über umfassende Netzwerke in die Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft verfügen. Dies soll den „fairen Gedanken“ in der Region voranbringen. Folgende Besetzung ist vorgesehen: je eine Vertretung der sieben Fraktionen der Regionalversammlung, der Verbandsvorsitzender, die Regionaldirektorin sowie zwei Personen aus der Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart. Eingeladen werden zudem je eine Vertretung aus einer Eine-Welt-Initiative, der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH, der Kulturregion Stuttgart e.V., der Sportregion Stuttgart e.V., des Dialogforums der Kirchen in der Region Stuttgart, die Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart e.V, die JugendRegion Stuttgart sowie die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart. Die Zertifizierung muss alle zwei Jahre erneuert werden.

Stimmen der Fraktionen
„Die Erfahrungen aus der Pandemie haben gezeigt, wie eng die ganze Welt ineinander verwoben ist“, sagte Susanne Wetterich (CDU/ÖDP). „Erfolgreich zu sein, erfordert, über den Tellerrand zu schauen“. Auch die Fairtrade-Idee folge dem weltweiten Ansatz. Dabei gehe es um eine gleichberechtigte Partnerschaft des Nordens mit dem Süden. „Fairtrade-Region“ zu sein, stärke das Image. Deshalb sei es auch richtig, dass diesen Titel nur erhält, wer klare Kriterien erfüllt. Es gehe darum nachzuweisen, dass der Fairtrade-Gedanke einen stabilen Rückhalt in der gesamten Region hat und sich ihm Kommunen ebenso wie Institutionen der Zivilgesellschaft in ausreichender Zahl verpflichtet fühlen. Hierfür bedürfe es in den nächsten Jahren einiger Anstrengungen „Machen wir uns also auf den Weg“, so Wetterich.

Der heutige Beschluss sei „notwendig und überfällig“, konstatierte Margit Riedinger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Ihre Fraktion habe beantragt, dass der Verband Region Stuttgart ein fairer Verband werden soll. Allein mit Fairtrade seien „komplexe Probleme marginalisierter Regionen“ nicht zu lösen, aber als Teil einer breiteren Entwicklungsstrategie führe der faire Handel zu sozialen, wirtschaftlichen und ökonomischen Verbesserungen, so Riedinger. Besonders begrüßte sie das kürzlich verabschiedete Lieferkettengesetz. Weiter: „Die angestrebte Auszeichnung darf nicht das Ende der Bemühungen sein, sondern der Anfang.“ Eine gute Vernetzung in die Zivilgesellschaft sei wichtig. Ihre Fraktion werde den weiteren Prozess aktiv begleiten und unterstützen.

Als Oberbürgermeister einer bereits zertifizierten Stadt, meinte Gerd Maisch (Freie Wähler): „Fairtrade ist mehr als bessere Preise für die Erzeuger in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Es geht auch um Sozial- und Umweltstandards“. Erfreulicherweise sei das Angebot an fair gehandelten Produkten vielfältig. Sein Appell: „Fairtrade kann auch mit einem überschaubaren persönlichen Aufwand unterstützt werden“, so Maisch weiter. Es komme nun auf das Handeln an. Um das Bewusstsein für fairen Handel zu stärken, brauche es Multiplikatoren. Deshalb sei es gut, wenn nicht nur viele Kommunen zertifiziert sind, sondern auch die Region.

„Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Andrea Klöber (SPD). Mit Blick auf einen Antrag ihrer Fraktion vor Jahren für eine Fairtrade-Region führte sie fort: „Jetzt, nach weiteren Anträgen aus der Mitte der Regionalversammlung, nimmt das Thema Gestalt an.“ Die Geschäftsstelle habe in der Umsetzung des Fairtrade-Gedankens „noch deutlich Luft nach oben“. Klöber bat die Geschäftsstelle, „endlich Nägel mit Köpfen zu machen.“ Sie hege keinen Zweifel, dass die Region Stuttgart die nötige Zertifizierung erhalte. Es sei wichtig, endlich ins Tun zu kommen, um dem Ziel einer weltweit fairen Wertschöpfungskette näherzukommen.

Fairer Handel solle auch für Unternehmen Richtlinie des Handelns sein, forderte Daniel Lindenschmid (AfD): „Qualität, anständige Löhne und die Sicherung regionaler Arbeitsplätze müssen ein gewichtiger Faktor bei der Vergabe von Aufträgen sein.“ Mit dem Antrag seiner Fraktion, bei Veranstaltungen der Region fair gehandelten Kaffee und Tee aus Burundi anzubieten, sei ein „wichtiger Grundstein für faire Produkte“ gelegt. Die AfD bekannte sich zur sozialen Marktwirtschaft, nur sie wahre die soziale Sicherheit.

Volker Weil (FDP) meinte: „Es ist keine Frage, dass die Produzenten ihren angemessenen Anteil an der Wertschöpfung erhalten müssen.“ Fair handeln müsse für alle gelten. Er bemängelte jedoch, dass die Steuerungsgruppe für eine effektive Arbeit „zwei Nummern zu groß“ sei. Für die Strategie einer Fairtrade-Region Stuttgart hob er die Region Nürnberg mit dem Ansatz „fair, regional und bio“ als gutes Beispiel hervor.

Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) kritisierte viele ethische, ökologische und soziale Belastungen, die mit dem Konsum von Lebensmitteln einhergehen. Er bemängelte zudem das „schleppende Engagement“ des Verbands Region Stuttgart bei „ökofairer“ Bewirtung und Beschaffung seit einem Antrag seiner Fraktion seit einigen Jahren. Die Fairtrade-Region mit ihrem partizipativen Prozess sei ein „wichtiges Signal“.

Hintergrund:
Die Kampagne „Fairtrade-Towns“ und „Fairtrade-Regionen“ startete im Jahre 2000 in Großbritannien. 2008 ist auch Deutschland hinzugekommen. Weltweit zählen derzeit etwa 1,66 Millionen Bauern und Arbeiterinnen zum Fairtrade-System, 1240 Fairtrade-Produzentenorganisationen sind in insgesamt 75 Ländern tätig. Rund 88 % der Produzenten sind Kleinbauern, 12 % sind Beschäftigte auf Plantagen.

Mehr zu der Kampagne unter https://www.fairtrade-towns.de/aktuelles
Presseinformation als PDF-Download
Karte Fairtrade-Kommunen in der Region Stuttgart als PDF Download

 

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news-1059 Thu, 29 Jul 2021 06:36:01 +0000 Startschuss für die Prüfung zweier neuer regionaler Gewerbeschwerpunkte Regionalversammlung bringt zwei Regionalplanänderungsverfahren auf den Weg /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1059&cHash=602130c09286b7b3056c81437f5f5c47 Die Regionalversammlung hat in ihrer Sitzung am Mittwoch mehrheitlich für die Einleitung zweier Regionalplanänderungsverfahren samt Strategischer Umweltprüfung zur Entwicklung eines Regionalen Gewerbeschwerpunktes gestimmt. Dabei geht es um Gebiete auf der Gemarkung Aichelberg im Bereich der A 8 und der Gemarkung Mundelsheim im Bereich „Benzäcker“. In der Region Stuttgart besteht aktu­ell nur ein sehr eingeschränktes Angebot an gewerblichen Flächen. Zwar sollen zunächst bereits erschlossene, versiegelte Flächen nachgenutzt werden, jedoch sind große Flächen, gerade auch für emissions- und störungsintensive Vorhaben, nicht verfügbar. Wenn es sie gibt, sind sie oft Privateigentum und damit für eine aktive Standortpolitik, die den technologischen Wandel strategisch begleitet, nur sehr bedingt geeignet. Daher ist die Inanspruchnahme bislang nicht baulich genutzter Flächen erforderlich. Die Ausweisung „regionaler Gewerbeschwerpunkte“ im Regionalplan verfolgt dabei das Ziel, die am besten geeigneten Flächen zu bestimmen: Standorte, die relativ geringe Eingriffe in Freiraumfunktionen erfordern, verkehrsgünstig gelegen sind und zu den Anforderungen der ansässigen Wirtschaft passen.

Standort Aichelberg
Sowohl die regionale Perspektive als auch der Bedarf der örtlichen Unternehmen sind wichtig. Bei ihrer Fortschreibung des Flächennutzungsplans (FNP) haben sich die Gemeinden des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) Bad Boll mit einem Standort an der Anschlussstelle Aichelberg befasst. Das Gebiet liegt unmittelbar nördlich der A 8, ist damit hervorragend angebunden und kann erreicht werden, ohne die Ortschaft zu durchfahren. Gemeinsam mit dem Verband Region Stuttgart wurde eine Lösung für die gewerbliche Entwicklung des Teilraums an der Anschlussstelle erarbeitet unter Berücksichtigung einer Standorteignung für regionalbedeutsame Vorhaben. Mit Ausnahme von Bad Boll wollen sich die Gemeinden – dies sind Aichelberg, Dürnau, Gammelshausen, Hattenhofen und Zell unter Aichelberg – an der Entwicklung eines interkommunalen Gewerbestandortes beteiligen und haben bereits entsprechende Grundsatzbeschlüsse gefasst. Die Regionalversammlung hat nun beschlossen, dass ein Änderungsentwurf des Regionalplans mit Festlegung eines regionalen Gewerbeschwerpunktes. Dafür müsste ein regionaler Grünzug reduziert werden.

Standort Mundelsheim
Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart wurde im Rahmen der Haushaltsverabschiedung im Dezember 2020 beauftragt, die Ausweisung eines regionalen Gewerbeschwerpunktes an der Anschlussstelle der A 81 in Mundelsheim zu prüfen, das Interesse der Gemeinden zu klären und ein entsprechendes Planänderungsverfahren vorzubereiten. Dabei geht es um einen neuen regionalen Gewerbeschwerpunkt „Benzäcker“. Zusätzlich dazu wird nun auch der bestehende Gewerbeschwerpunktes „Ottmarsheimer Höhe“ betrachtet. Durch einen koordinierten Betrieb der beiden Gewerbegebiete könnte ein qualitativ abgestimmtes Gewerbeflächenangebot geschaffen werden: mit kleinteiligen Nutzungen im noch verfügbaren Bereich der „Ottmarsheimer Höhe“ und Vorhaben mit größerem Flächenbedarf im Gebiet „Benzäcker“. Die Gemeinden des örtlichen Zweckverbandes, zu denen aus der Region Stuttgart Besigheim, Gemmrigheim, Mundelsheim und Wahlheim gehören, haben in einem „Letter of Intent“ bereits ihre Bereitschaft signalisiert, die Gebiete gemeinsam zu entwickeln. Für den Bereich eines möglichen regionalen Gewerbeschwerpunktes „Benzäcker“ legt der Regionalplan derzeit noch einen Grünzug sowie ein Vorhaltsgebiet für Landwirtschaft fest. 

Was bedeuten die Beschlüsse der Regionalversammlung?
Vor der Erarbeitung des konkreten Planentwurfs werden zunächst die Träger öffentlicher Belange über die Einleitung des Verfahrens in Kenntnis gesetzt. Diese „frühzeitige Unterrichtung“ ermöglicht es den entsprechenden Stellen, den Verband Region Stuttgart über geplante oder bereits in der Umsetzung befindliche Maßnahmen, die für die Planänderung von Belang sein könnten, vorab zu informieren. Die eigentliche Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, Gemeinden und Umweltverbände sowie der Öffentlichkeit erfolgt dann erst ein einem weiteren Schritt, wenn die Regionalversammlung die Offenlage eines Änderungsentwurfs beschließt. Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart würde anschließend das insgesamt dreimonatige öffentliche Beteiligungsverfahren durchführen. Die Bewertung der während des Verfahrens eingereichten Stellungnahmen und die Abwägung der verschiedenen Interessen erfolgt wieder durch die Regionalversammlung.

Stimmen aus der Regionalversammlung
„Es ist eine zentrale Aufgabe der politischen Ebenen, Unternehmen Raum für ihre Entwicklung zu schaffen“, sagte Jan Tielesch (CDU/ÖDP). „Zugleich stehen wir als Regionalversammlung in der Verantwortung, einen Ausgleich zwischen Wirtschaftsinteressen einerseits und dem Landschaftsschutz andererseits herzustellen.“ Der Vorwurf, leichtfertig Flächen zu opfern, sei immer schnell erhoben, habe aber wenig Substanz. „Die heutige Einleitung der Änderungsverfahren für Regionale Gewerbeschwerpunkte ist nicht mit einem Freibrief für jegliche Planungen versehen“, so Tielesch. Stattdessen steige man in ein geordnetes Verfahren ein, um die Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit anzuhören. „In Aichelberg und in Mundelsheim schaffen wir die Möglichkeit, Unternehmen große zusammenhängende Flächen anzubieten, die in dieser Form in der Region nicht mehr zur Verfügung stehen“, so Regionalrat Tielesch. Darüber hinaus seien die Standorte verkehrlich bestens angeschlossen, innerörtliche Belastungen werden vermieden. „Die Region Stuttgart war und ist die Kernregion und der Motor Baden-Württembergs als Ort für Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur, Sport, Wirtschaft und als Verkehrsdrehscheibe“, so Tielesch. Die Region Stuttgart müsse aber vor allem auch ein Versprechen für die Zukunft sein, für heutige und kommende Generationen, für Ideen und für Neues. „Dafür braucht es Raum, Zeit und Entfaltungsmöglichkeiten.“

Ingrid Grischtschenko (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) sprach sich gegen die Änderung des Regionalplans aus: „Wie will die Region Kommunen zum Flächensparen bringen, wenn man ihr vorwerfen kann: Ihr macht doch selber die Tür auf in eure Grünzüge“, so die Regionalrätin. Es sei bekannt, dass der Strukturwandel in der Region bereits stattfindet. „Die Transformation der Schlüsselindustrie ist in vollem Gang und neue Arbeitsplätze und neue Ausbildungsplätze mit neuen Umsätzen sollen Gesundheit und Wohlstand sichern“, sagte Grischtschenko. Aber dafür seien keine zusätzlichen Flächen notwendig:  „In den im Jahr 2015 festgelegten vier Regionalen Gewerbeschwerpunkten entlang der A 81 zeichne sich eine bauliche Entwicklung nur vereinzelt ab – warum weisen wir dann ein fünftes aus?“, fragte die Regionalrätin. Zudem hätten bereits jetzt viele Betriebe Puffer für Erweiterungen. „Statt in die Vorbehaltsgebiet für Landwirtschaft zu gehen, revitalisieren wir die Leerstände. Das ist der Idealzustand.“ Es gehe bei Landschaftspflege und beim Naturschutz im großen Stil um „unsere Lebensversicherung“, so Grischtschenko. „Die biologische Vielfalt und die Landwirtschaft sorgen dafür, dass unsere Böden fruchtbar bleiben, unsere Ernährung gesichert ist, die Lieferketten kurz sind und unser Klima nicht noch mehr aus dem Gleichgewicht kommt.“

Die Fraktion von Wilfried Dölker (Freie Wähler) stimmte den Beschlussvorschlägen für beide Standorte zu. „Wenn wir eine der stärksten Wirtschaftsregionen in Europa und im Land bleiben möchten, darf es bei Gewerbeansiedlungen und strukturellen Veränderungen im Gewerbebesatz keinen Stillstand geben“, so Dölker. Denn Stillstand sei Rückschritt. „Die angeblichen Reserven in bestehenden Gewerbegebieten gibt es nicht, sie sind zudem in fast allen Fällen nicht frei verfügbar“, ergänzte er. Zudem ermöglichen die Beteiligungsverfahren eine gründliche Umweltprüfung. „In beiden Fällen wird es im Rahmen der Bebauungsplanverfahren Ausgleichskonzepte geben.“  Dass der regionale Grünzug angepasst und zurückgenommen werden müsse, sei auch der weiträumigen Ausweisung der regionalen Grünzüge geschuldet. „Beide Standorte liegen zudem unmittelbar an der Autobahn und sind so ohne Ortsdurchfahrten vom gewerblichen Verkehr erreichbar“, so Dölker, der sich ein zügiges Verfahren wünschte.

Regina Traub (SPD) erwartet von dem Verfahren umfangreiche Informationen und Anregungen für eine Abwägung. „Auf Grundlage dessen entscheiden wir im Anschluss in der Regionalversammlung, ob wir diesen Eingriff mittragen können oder nicht“, so Traub. Entsprechend stimme man dem Beschlussantrag zu. Denn: „Um den Strukturwandel zu bewältigen, fehlen gerade für die Schlüsselbranchen Flächen, die zeitnah und zügig erschlossen und genutzt werden können“, sagte Traub. Diese müssen nicht nur auf dem Plan existieren, sondern in der Realität verfügbar sein. „Um aber einen regionalen Grünzug aufzuheben, muss erarbeitet werden, wie sich die Eingriffe auf die Schutzgüter auswirken“, sagte Traub.  Zudem betonte sie, dass für ihre Fraktion eine smarte Infrastruktur mit gemeinschaftlichen, flächeneffizienten Einrichtungen für den ruhenden Verkehr sowie mehrgeschossiger, modularer Bauweise von Produktions- und Lagergebäuden, oberste Prämisse sei.

„Die Wirtschaft ändert sich weltweit rasant“, so Holger Dorn (AfD). Viele Unternehmen werden in den kommenden Jahren Arbeitsplätze abbauen. „Daher ist es Aufgabe der Region neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Dorn. „Wir brauchen Entwicklungsmöglichkeiten für neue Unternehmen.“ In der Region herrsche aktuell ein eklatanter Mangel an geeigneten Flächen. Es wäre fahrlässig, darauf zu spekulieren, dass durch den Wirtschaftswandel auch irgendwann Gewerbeflächen freiwerden. „Wir können es uns nicht leisten, so lange zu warten“, sagt der Regionalrat.  „Es ist verständlich, dass niemand vor seiner Haustür ein neues Gewerbegebiet mit entsprechendem Lärm und Verkehr haben möchte.“ Die davon betroffenen Menschen davon zu überzeugen werde nicht leicht sein, sei aber notwendig.

Hartfrid Wolff (FDP) befürwortet die Suche nach Gewerbestandorten in der ganzen Region. Wichtig sei für ihn eine sachliche Abwägung der unterschiedlichen Belange und diese wolle der Verband Region Stuttgart auch: „Die vorliegenden Beratungsunterlagen sind argumentativ, klar gegliedert, verständlich und faktenreich.“ Seine Fraktion stehe dafür, dass es für die Region nur eine einzige Strategie gibt, die Menschen wie Firmen, Erfolg und wirtschaftliche Sicherheit bringen könne: „Optimale Ressourcennutzung für optimale Wertschöpfung. Klimaschutz inklusive“, so Wolff. „Heute wird beschlossen, das Verfahren zur Regionalplanungsänderung einzuleiten: Im Moment sind alle Optionen offen. Am Ende ist entscheidend, die Menschen zu überzeugen“, sagte Wolff weiter. Die Region Stuttgart könne zur Modellregion für modernes „Arbeiten und Leben“ werden.

Sebastian Lucke (DIE LINKE/PIRAT) und seine Fraktion lehnen Änderungen des Regionalplans und den Ausverkauf des regionalen Grünzugs für eine kurzfristig orientierte Gewerbeflächenpolitik ab. „Überdimensionierte Neuausweisungen von Produktionsanlagen, umgeben von ländlich geprägten Gemeinden, gehören in die Wirtschaftspolitik des vergangenen 20. Jahrhunderts“, so Lucke.  Spannend sei jedoch der Ansatz der Teilrücknahme eines bestehenden Gewerbeschwerpunktes und dessen Renaturierung als regionaler Grünzug. „Im konkreten Fall von Mundelsheim müsste man hier sehr genau auf den Qualitätsgrad des Flächenausgleiches und die damit verbundenen Begleitmaßnahmen schauen“, sagte Lucke. Entsprechend enthalte sich seine Fraktion beim Standort Mundelsheim bis zur weiteren Klärung dieses zentralen Punktes. Beim Standort Aichelberg stimme man gegen die Beschlussvorlage.

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news-1058 Thu, 29 Jul 2021 06:31:51 +0000 Rohstoffvorkommen und -abbau in der Region sichern Regionalversammlung beauftragt Verfahren zur Änderung des Regionalplans /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1058&cHash=8bf0a1b726f55c23a4076bfdefa90e61 Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart soll einen Änderungsentwurf zur Rohstoffsicherung und zum Abbau oberflächennaher Rohstoffe an den Standorten Marbach-Rielingshausen, Markgröningen und Weissach einschließlich der Strategischen Umweltprüfung erarbeiten sowie die frühzeitige Unterrichtung der Träger öffentlicher Belange durchführen. Dies hat die Regionalversammlung am Mittwoch mehrheitlich beschlossen. Vor der Erarbeitung des konkreten Planentwurfs werden zunächst die Träger öffentlicher Belange über die Einleitung des Verfahrens in Kenntnis gesetzt. Diese „frühzeitige Unterrichtung“ dient den entsprechenden öffentlichen Stellen dazu, über geplante oder bereits in der Umsetzung befindliche Maßnahmen, die für die Planänderung von Belang sein könnten, informieren zu können. Die eigentliche Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgt dann erst ein einem weiteren Schritt, wenn die Regionalversammlung die Offenlage eines Änderungsentwurfs beschließt.

Standort Marbach-Rielingshausen
In Marbach-Rielingshausen hat das dort ansässige Abbauunternehmen die Ausdehnung des Gebietes für den Abbau ober­flächennaher Rohstoffe um circa neun Hektar nach Osten beantragt. Diese Vergrößerung des Abbauareals soll den Betrieb des Steinbruchs für die nächsten Jahre gewährleisten und somit Planungs- und Investitionssicherheit bieten. Der Marbacher Gemeinderat und der Ortschaftsrat von Rielingshausen lehnen eine Er­weiterung des Gesteinsabbaus über den bereits genehmigten Bereich hinaus ab, da die Flächen für kommunale Wohnbauentwicklung und eine mögliche Ortsumfahrung in der Nähe der geplanten Erweiterung erhalten bleiben sollen. In Anbetracht der Proteste vor Ort möchte das Unternehmen den geplanten Abbau in größtmöglicher Entfernung zur nächsten Siedlung weiterführen. Dies würde aus abbautechnischen Gründen einen Eingriff von etwa 0,7 Hektar in das angrenzende Landschaftsschutzgebiet erfordern. Der Konflikt zwischen Schutzgebietsverordnung und dem raumordnerischen Ziel einer Fläche für den Rohstoffabbau kann jedoch nach Einschätzung des Regierungspräsidiums Stuttgart grundsätzlich überwunden werden und steht daher dem Verfahren zur Änderung des Regionalplans nicht entgegen. Die Flächen westlich der Verbindungsstraße nach Rielingshausen sind fast vollständig abgebaut und weitgehend rekultiviert. Daher sollen diese im Regionalplan nach dem Änderungsverfahren nicht mehr als Abbaugebiet dargestellt werden.

Standort Markgröningen
In Markgröningen soll das südöstliche Teil des Gebiets zur Sicherung von Rohstoffen früher als ursprünglich vorgesehen zum Abbau herange­zogen werden. Das dort ansässige Abbauunternehmen sieht außerdem den Bedarf, das Abbaugebiet zu vergrößern. Hintergrund ist, dass des im Regionalplan festgeschriebenen Gebietes für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe aufgrund der Eigentumsverhältnisse nicht für einen Abbau zur Verfügung steht. Im Änderungsentwurf würde das Ge­biet zur Sicherung von Rohstoffen daher in ein Gebiet zum Abbau oberflächennaher Rohstoffe umgewandelt und gleichzeitig deutlich vergrößert werden. Erkundungsbohrungen des Unternehmens haben bereits gezeigt, dass die südlichen Teilfläche und die östlich angrenzenden Gebiete gute Abbaumöglichkeiten bieten.

Standort Weissach
In Weissach soll mittelfristig ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden, wo sich derzeit noch ein Gebiet zur Sicherung von Rohstoffen für Muschelkalkvorkommen befindet. Es hat nur ein geringes Potenzial als Lagerstätte zur Gewinnung von Natursteinen für den Verkehrswegebau. Über dem Rohstoffvorkommen befindet sich eine gut erhaltene, typische kleinteilige Heckengäulandschaft mit großem Artenreichtum. Daher regt das Regierungspräsidium Stuttgart an, die Fläche im Zuge eines Änderungsverfahrens als Si­cherungsgebiet zu streichen und den Regionalen Grünzug beizubehalten.

 

Sicherung und Abbau von Rohstoffen in der Region Stuttgart
Die Region Stuttgart verfügt über recht großflächige Vorkommen mineralischer Rohstoffe. Es handelt sich dabei um Muschelkalk, der für die Produktion von Schotter, Kies und Sand oder – seltener – als Naturwerkstein verwendet wird, Ziegeleirohstoffe, hier vor allem Ton, sowie Sande. Gemäß dem Landesentwicklungsplan (LEP) ist der Verband Region Stuttgart für die Sicherung abbauwürdiger Rohstoffvorkommen auf seinem Gebiet zuständig. Regional bedeutsame Abbaustätten und gegebenenfalls abbaufähige Reserven sind im Regionalplan als Bereiche zum Abbau oder zur Rohstoffsicherung festgeschrieben und sollen nicht dauerhaft bebaut werden. Antragsverfahren zur Erweiterung bestehender Abbaustellen oder zur Anlage neuer Abbaustellen können nur zugelassen werden, wenn die betreffenden Flächen im Regionalplan als Vorranggebiete ausgewiesen sind. Bereits aktive Abbaustandorte sollen erst vollständig abgebaut werden, bevor neue Vorkommen erschlossen werden. Mit der letzten Regionalplanfortschreibung 2009 sind 31 Gebiete für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe mit 420 Hektar und 30 Gebiete mit 430 Hektar für deren Sicherung festgelegt worden. Davon sind 21 Abbaustätten derzeit aktiv, während durch den fortschreitenden Abbau der letzten Jahre die Gesamtfläche um 20 Prozent zurückgegangen ist. Da sich zwischenzeitlich auch Siedlungen ausgeweitet haben und teilweise Schutzgebiete die Vorkommen überlagern, ist von einer zusätzlichen Verringerung abbaufähiger Vorkommen auszugehen. Jede aktive Gewinnungsstätte spielt eine wichtige Rolle für die Rohstoffversorgung vor Ort und sorgt dafür, dass aufwändige und emissionsreiche Rohstofftransporte von außerhalb der Region geringer gehalten werden. Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling bekräftigte: „Die Region ist auf die Gewinnung mineralischer Rohstoffe angewiesen. Recycling ist aufgrund des begrenzten Rückflusses von Material noch nicht ausreichend möglich.“ Die Geschäftsstelle des Verbands empfehle daher die Einleitung eines Planänderungsverfahrens mit der Erarbeitung entsprechend umfangreicher Unterlagen als Beschlussgrundlage.

Stimmen aus der Regionalversammlung
Laut Roland Schmid (CDU/ÖDP) sollte die vorgeschlagene Beschlussfassung am Beginn des Verfahrens keine große Debatte auslösen. Die Regionalplanung habe den gesetzlichen Auftrag, Stellen für Rohstoffsicherung und -abbau festzulegen und dies auf einer breiten Faktengrundlage. Der Regionalplan müsse „atmen“, Bedarfe und Nutzungskonflikte würden sich über lange Planungszeiträume ändern und müssten überprüft werden. „Auch uns ist klar, dass man mit derart großen Anlagen keinen Beliebtheitspreis gewinnt. Gesteinsabbau hinterlässt tiefe Spuren. Allerdings gibt man Natur und Landschaft durch Rekultivierung nach dem Abbau auch an uns zurück.“ Man müsse preisgünstige Wohnungen bauen. Dafür brauche es Rohstoffgewinnung vor Ort mit verhältnismäßig geringen Emissionen. Die Regionalräte der ÖDP enthielten sich, da sie laut Guido Klamt beim Standort Rielingshausen und einer möglichen Erweiterung auf ein Landschaftsschutzgebiet nicht mitgehen könnten.

Die Zukunft sei „Cradle-to-Cradle“, Holzbau, Recycling, Innovation, sagte Leo Buchholz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Jedoch müsse man für die Probleme von heute schon Lösungen finden, ob bei der nachhaltigen Mobilität oder bei der Schaffung von Wohnraum. Man könne nicht auf die Bauwirtschaft der Zukunft warten. „Wer mit dem alleinigen Verweis auf die Innovationen der Zukunft gegen die Vorlage stimmt, der spielt indirekt Freiraum- und Flächenschutz gegen Wohnraumkrise und die Verkehrswende aus“, signalisierte Buchholz die Zustimmung seiner Fraktion zum Planänderungsverfahren. Während Weissach verfolgt werden solle und Markgröningen sinnvoll sei, brauche es bei Rielingshausen vornehmlich einen „Faktencheck“. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Landschaftsschutzgebiet rund um den Eichbach sich mit einem Steinbruch verträgt oder 350 Meter Abstand zum nächsten Wohngebiet bei Sprengungen ausreichen.“

„Rohstoffe sollten ortsnah gewonnen und verarbeitet werden. Das spart Emissionen, Transportkosten und schont Ressourcen“, betonte Thomas Bernlöhr (Freie Wähler). Natürlich sei der Gesteinsabbau für die betroffenen Gemeinden eine Belastung: individuell durch Lärm, Staub, Erschütterungen und Verkehr, für das Gemeinwesen bei den Entwicklungsperspektiven für Wohnen und Naherholung. Dies sei seiner Fraktion in Rielingshausen nicht entgangen. „Wo welche Bodenqualitäten für die Landwirtschaft oder welche Gesteinsformationen für den Abbau vorherrschen, kann jedoch nicht verändert werden“, so Bernlöhr weiter. Die Einleitung eines Verfahrens bedeute keine Vorentscheidung, sondern die Chance, die raumordnerischen Themen so objektiv wie möglich gegenüber zu stellen.

„Wurde schlecht geplant oder verstärkt abgebaut?“, fragte Regina Traub (SPD). Erweiterungsbedarfe in vorhandenen Abbaugebieten seien von den Betreibern angezeigt worden, obwohl die Flächen bis 2049 hätten ausreichen sollen. Ihre Fraktion unterstütze das Konzept, Recycling und Ersatzstoffe anstatt einheimischer Rohstoffe als wesentliche Bausteine der Rohstoffversorgung zu nutzen. Der Abbau stelle einen erheblichen Eingriff in Schutzgüter dar. In Rielingshausen sei vor allem das „Schutzgut Mensch“ betroffen. Traub verstehe die Sorgen vor Ort. Markgröningen sei dagegen unkritisch, weil es sich bebauungsfern entwickle. In Rielingshausen sei es aber wichtig, auf Basis detaillierter Fakten zu prüfen, welche Auswirkungen der Steinbruch bei einer Erweiterung hätte.

„Mit der heimatnahen Versorgung mit Rohstoffen können wir Energieverbrauch und CO2-Emissionen reduzieren“, bekräftigte Joachim Hülscher (AfD). „Mit dem heimischen Abbau tun wir dem Weltklima gut.“ Seine Fraktion stimmte für die Einleitung des Verfahrens. Die unterschiedlichen Belange sollten im Sinne der regionalen Aufgabenstellung der Festlegung von Gebieten zur Gewinnung abbauwürdiger Rohstoffe fachgerecht gegenübergestellt werden. Während Markgröningen und Weissach nicht so komplex seien, sei er vor allem auf die weiteren Anhörungsergebnisse in Bezug auf eine Steinbrucherweiterung in Rielingshausen gespannt, zumal hier bei der Regionalplanfortschreibung 2009 kein weiteres Interessensgebiet genannt wurde.

„Zu diesem Zeitpunkt werden keine Steinbrucherweiterungen in Rielingshausen oder Markgröningen beschlossen, sondern die Einleitung eines ergebnisoffenen Verfahrens“, konstatierte Kai Buschmann (FDP). Die Frage, wo die Steine für Bauvorhaben in der Region herkommen sollen, könne so demokratisch, rechtverbindlich und für die nächsten Jahrzehnte zweifelsfrei geklärt werden. Buschmann weiter: „Die Menschen in der Nähe der Steinbrüche haben einen Anspruch auf Klarheit. Die Firmen, die die Steinbrüche betreiben, Anspruch auf Klarheit und Planungssicherheit.“ Die Bürgerinitiativen spielten bei der Entscheidungsfindung eine Schlüsselrolle. Ihren Argumenten müsse die Planung standhalten.

„Menschen am Rande eines aufgeschlossenen Tagebaus sind eingedeckt durch den Staub der Gesteinsbrecher, Lärm durch LKW und Sprengladungen, ihre Häuser Rissen ausgesetzt“, stellte Christoph Ozasek (DIE LINKE/PIRAT) fest. Für die Familien von Rielingshausen sei dieser Ausnahmezustand Alltag. „Die Bauwende und das Ziel 2040 des neuen Klimaschutzgesetzes werden scheitern, solange der Zugriff auf Primärrohstoffe nicht gedrosselt wird.“ Warum solle bei billigen Rohstoffen in Baustoffrecycling investiert werden? Im Regionalplan seien ausreichend Reserveflächen für den Rohstoffabbau definiert, so Ozasek. Seine Fraktion stimmte gegen die Einleitung eines Planänderungsverfahrens.

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news-1057 Thu, 29 Jul 2021 06:15:36 +0000 Entwicklungsachse mit neuem Planentwurf Im vergangenen Dezember hat die Regionalversammlung ein Verfahren zur Änderung des Regionalplans eröffnet. Untersucht, abgewogen und entschieden wird dabei, ob zwischen Marbach und Backnang eine Regionale Entwicklungsachse entsteht. Nach der Öffentlichkeitsbeteiligung und der Bewertung der eingegangenen Stellungnahmen beschloss die Regionalversammlung die Offenlage eines leicht veränderten Planentwurfs. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1057&cHash=585ce3341f0d4530cfa3e73f42582fc3 Nach Abwägung der Stellungnahmen von Öffentlichen Trägern und Öffentlichkeit hat die Regionalversammlung am Mittwoch einstimmig mit fünf Enthaltungen entschieden, den Entwurf zur Änderung des Regionalplans im Bereich der Entwicklungsachse anzupassen: Im Vergleich zum ersten Planentwurfs wird zusätzlich der Ortsteil Burgstetten-Erbstetten als Siedlungsbereich definiert. Die Geschäftsstelle des Verbands Region Stuttgart wurde damit beauftragt, ein erneutes Beteiligungsverfahren mit den entsprechend neu aufbereiteten Planunterlagen durchzuführen.

Warum werden Entwicklungsachsen festgelegt und warum soll eine Entwicklungsachse zwischen Marbach und Backnang entstehen?
Der Landesentwicklungsplan gibt vor, dass Siedlungswachstum insbesondere an Standorten erfolgt, die über einen leistungsfähigen ÖPNV-Anschluss verfügen. Ziel dabei ist es, dass möglichst viele Menschen einen besseren Zugang zum Nahverkehr erhalten und sich infolgedessen der Anteil öffentlicher Verkehrsmittel am Gesamtverkehrsaufkommen erhöht. Dieses Prinzip wird über die Ausweisung von Regionalen Entwicklungsachsen beziehungsweise Landesentwicklungsachsen umgesetzt. Je nach Lage zu diesen Achsen sind die Gemeinden in der Region Stuttgart in zwei Kategorien eingeteilt: Gemeinden an einer Entwicklungsachse liegen im Siedlungsbereich. Das heißt, sie dürfen und sollen bei der Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen auch Wanderungsgewinne berücksichtigen – über den Bedarf der ansässigen Bevölkerung und Unternehmen hinaus. Das heißt, neue Baugebiete können so bemessen werden, dass in den Gemeinden auch Zuzug miteinkalkuliert wird. Zudem würde sich die Bruttowohndichte, die für die Berechnung zugrunde gelegt wird, von derzeit 55 auf 60 Einwohnern pro Hektar etwas erhöhen. Die Gemeinden, die nicht im Siedlungsbereich liegen sind „beschränkt auf Eigenentwicklung“. Mit dem Ausbau der S-Bahn-Linie S4 zwischen Marbach und Backnang wurde die Schienenverbindung für die Anrainergemeinden aufgewertet. Damit erfüllt dieser Bereich die Voraussetzung, um als „Regionale Entwicklungsachse“ festgelegt zu werden. Gleichzeitig würden die Anrainergemeinden mit der Regionalplanänderung künftig den Status einer „Gemeinde im Siedlungsbereich“ erhalten. Ein Automatismus zur Festlegung Regionaler Entwicklungsachsen entlang von Bahnstrecken besteht allerdings nicht.

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news-1056 Fri, 23 Jul 2021 15:04:44 +0000 Begeisterung für das neue Außendesign der S-Bahn Einen Monat lang lief der Fotowettbewerb: Die Menschen in der Region Stuttgart sollten das einzige S-Bahn-Fahrzeug, das bereits im neuen Außendesign auf der Strecke ist, fotografieren. Die besten Einsendungen wurden am Freitag dem Verband Region Stuttgart und der DB Regio AG gekürt. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1056&cHash=b4ce9a98ca460e26bed97e78f3efe4d4 Ein bisschen Geduld müssen die S-Bahn-Reisenden in der Region noch haben: Ab 2022 werden dann immer mehr neue Fahrzeuge im noch ungewohnten lichtgrauen Außendesign auf der Strecke sein. Dass bereits ein Fahrzeug in lichtgrau unterwegs ist, hat vor allem planerische Gründe. Die S-Bahn Stuttgart möchte so die Prämissen des weiteren Lackierverfahrens besser festlegen können. Nur ein lichtgraues Fahrzeug unter vielen roten: Das macht es umso herausfordernder, dieses auch zu Gesicht zu bekommen. Verband Region Stuttgart und DB Regio AG hatten im Juni und Juli dazu aufgerufen, den Zug zu finden und zu fotografieren. Die besten Einsendungen wurden am Freitag in der Ausstellung des Infoturms Stuttgart (ITS) gekürt. Für die Gewinner Benjamin Klöpfer, Justus Schlüter, Patrick Gaulocher und Jan Hämmerling gab es hochwertige Preise aus der Region und dem Bereich Fotografie. Die Preisträger nahmen nicht nur ihre Gewinne entgegen, sondern auch die neue S-Bahn als Modell in der Ausstellung des ITS genau in Augenschein– dieses Mal ohne Sorge, dass sie gleich wieder davon rollt.

„Das Redesign ist einer von vielen Bausteinen auf dem Weg zu einem immer smarteren und komfortableren ÖPNV“, sagte Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, bei der Verleihung. „Wir entwickeln den ÖPNV stetig weiter. Es ist schön, dass wir gemeinsam mit der DB Regio AG durch den Fotowettbewerb viele Interessierte auf diesem Weg mitnehmen und für die neue S-Bahn begeistern konnten.“

„Die Aufgabe, das bislang einzige S-Bahn-Fahrzeug im neuen Design als Fotomotiv zu ergattern, ist durchaus anspruchsvoll. Wenn viele die notwendige Ausdauer dazu mitbringen, dann ist das ein Anzeichen dafür, dass unser Redesign Anklang findet“, äußerte sich Dr. Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart und dankte den Teilnehmenden des Fotowettbewerbs. Der Look der neuen S-Bahn soll den Reisenden nicht nur die Orientierung beim Zustieg erleichtern, sondern ist auch Ausdruck für Angebotsausweitungen sowie erweiterte Kapazitäten der neuen S-Bahn im Digitalen Knoten Stuttgart.

Redesign und Vergrößerung der Flotte

Die Züge der S-Bahn bekommen nicht nur einen neuen Look, sondern die Flotte wird um 58 neue Fahrzeuge auf insgesamt 215 anwachsen. Ab Ende 2021 werden vom Hersteller Bombardier Transportation die neuen Fahrzeuge der Baureihe 430 ausgeliefert, 48 davon kommen 2022 im neuen Außenlook. Die im Rahmen des Redesigns beschlossenen Innenelemente für verbesserten Fahrgastservice und Komfort werden anschließend ab 2024 umgesetzt. Die Erneuerung muss im laufenden Betrieb stattfinden und wird bis zum Umbau der kompletten Flotte mehrere Jahre andauern.

Bild zum Download:

https://datentransfer.region-stuttgart.org/#/public/shares-downloads/rR3PRDpYk1sHtngx3Ldfpw8z6UbPtcMe

Bildunterschrift:

Dr. Nicola Schelling (links), Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, und Dr. Dirk Rothenstein (rechts), Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart, mit den Gewinnern der Fotoaktion.

Bildnachweis: Ferdinando Iannone

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news-1055 Thu, 22 Jul 2021 10:13:15 +0000 Region beschließt Untersuchungen für Ausweitung des ÖPNV-Angebots Geprüft werden mehr S-Bahn-Fahrten an Samstagen, nachts unter der Woche, mittelfristig auf der S-Bahn-Stammstrecke sowie auf der Schuster- und Teckbahn. Der Regionalverkehrsplan wird an aktuelle Entwicklungen angepasst. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1055&cHash=0f22f29b10b8e9f7688cc5ee9d7b4a3a Die S-Bahn ist ein Erfolgsmodell. Nachdem der Verband Region Stuttgart vor 25 Jahren die Aufgabenträgerschaft für den regionalbedeutsamen Schienenverkehr in der Region Stuttgart – insbesondere den S-Bahn-Verkehr – übernommen hat, wurde das Angebot stets weiterentwickelt. Nun sollen weitere Ergänzungen das ÖPNV-Angebot in der Region Stuttgart noch besser machen, so das einhellige Anliegen des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart. Mit diesen Ergänzungen hat sich der Ausschuss Ende Juni in einer Klausursitzung auf Grundlage verschiedener Anträge befasst. Anhand der daraus gewonnen Erkenntnisse beschloss er am Mittwoch einstimmig, eine Ausweitung des S-Bahn-Angebots an Samstagen sowie nachts unter der Woche zu untersuchen. Mittelfristig sollen mit dem digitalen Zugbeeinflussungssystem ETCS mehr S-Bahn-Züge durch die S-Bahn-Stammstrecke fahren. Auch der Ausbau der Schuster- und Teckbahn soll vorangetrieben werden. Dazu sind weitere Untersuchungen vorgesehen.

Im Einzelnen wurde folgende Maßnahmen auf den Weg gebracht:

- Die S-Bahn soll ab 2022 an Samstagen einen 15-Minuten-Takt erhalten. Ein Angebotskonzept, gemeinsam entwickelt mit der DB Regio AG, soll den Weg dahin aufzeigen. Mit einem 15-Minuten-Takt möchte man die Innenstädte in der Region besser erreichbar und damit attraktiver machen.

- Die nächtliche Angebotslücke im S-Bahn Verkehr montags bis freitags zwischen ca. 1 Uhr und 5 Uhr soll verkürzt werden. Dafür möchte die Region ein zusätzliches Fahrtenpaar auf allen S-Bahn-Linien auf die Schiene bringen. Dies wird nun geprüft, insbesondere, ob ein zusätzliches frühes oder spätes Angebot geeigneter ist.

- Der Ausbau der Schusterbahn soll zeitnah vorangetrieben werden. Um hier die Chancen auf das Schienenreaktivierungsprogramm des Landes und auf eine GVFG-Bundesförderung optimal zu wahren, sind zu den bisherigen Erkenntnissen weitere Untersuchungen erforderlich: Insbesondere spielen aktuelle Entwicklungen bei der Markgröninger Bahn eine Rolle, aber auch eine Betrachtung der zukünftigen Betriebsabläufe im Bahnhof Ludwigsburg. Darauf aufbauen kann die notwendige, sogenannte „Standardisierte Bewertung“ als Ermittlung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses. Sie ist für die Bundesförderung notwendig.

- Um zukünftig weitere Fahrgäste aufnehmen zu können, werden mehr Zugfahrten aus den Außenbereichen durch die S-Bahn-Stammstrecke erforderlich. Das digitale Zugbeeinflussungssystems ETCS Level 2 ermöglicht auf der Stammstrecke mehr Züge. Es geht mit Inbetriebnahme des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs an den Start. Mittelfristig sollen so 30 Züge pro Stunde und langfristig sogar bis zu 36 Züge pro Stunde fahren. Eine entsprechende Fahrplanuntersuchung für das gesamte Stuttgarter S-Bahn-Netz wird bei der DB Netz AG beauftragt.

- Auch die Nebenbahnen tragen ihren Anteil an der Verkehrswende. In Abstimmung mit den Kommunen soll ein Konzept für die weiteren Ausbauperspektiven der Teckbahn aufzeigen.  

- Zudem soll eine Konzeption über eine Verlängerung der Expressbuslinie X 93 von Göppingen über Bad Boll nach Kirchheim unter Teck mit Anschluss an die S1 erarbeitet werden. Dieses Zeichen setzte der Ausschuss an den Landkreis Göppingen als neues Mitglied im VVS-Verbund.

- Eine mögliche Verlängerung der S5 nach Mühlacker, insbesondere im Hinblick auf noch offenen Fragestellungen, soll gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg und dem Enzkreis untersucht werden.

Auch der Regionalverkehrsplan wird weiterentwickelt. Er ist das Herzstück der regionalen Verkehrsplanung. Mit ihm wird der Bedarf für Maßnahmen in die Verkehrsinfrastruktur und für das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr in der Region Stuttgart festgelegt. Er wird nun an aktuelle Entwicklungen angepasst. Beispielsweise sind dies neuere Klimaschutzvorgaben, ein verändertes Mobilitätsverhalten im Zuge der Corona-Pandemie oder durch neue Verkehrsmittel, die Weiterentwicklung des Deutschlandstakts, aktuelle Überlegungen zum Schienenknoten Stuttgart sowie die derzeitigen Verkehrsziele der Landesregierung. Zudem möchte der Verband das Mobilitätsgeschehen zukünftig auch mithilfe von Mobilfunkdaten analysieren.

Stimmen aus den Fraktionen

„Wir wissen alle, welche dramatischen Fahrgasteinbrüche wir haben und wir können nicht mit einem ÖPNV-Rettungsschirm 2022 rechnen,“ sagte Helmut Noë (CDU/ÖDP). Dennoch sei die Zukunftsfähigkeit der S-Bahn wichtig. Bezüglich des Antrags seiner Fraktion, eine mögliche Anbindung des Raums Göppingen mit dem Expressbus X93 an die S1 zu betrachten, sagte er: „Wir sollten ein Zeichen setzten für die Integration des Landkreises Göppingen in den VVS.“ Des Weiteren müsse die Schusterbahn „gesamthaft geplant und auf Wirtschaftlichkeit geprüft“ werden. Hier solle man „vernünftig einen Schritt nach dem anderen machen“. Bei der Zugstrecke nach Mühlacker sieht er an erster Stelle das Land in der Pflicht.

Michael Lateier (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) lobte die Klausursitzung: „Es war sinnvoll, einen Tag lang über den Ausbau von S-Bahn und sonstiger Schiene zu reden.“ Für den Ausbau der Schusterbahn forderte er: „Wir wollen die die Landesförderung gerne mitnehmen und Verbesserungen schnellstmöglich umgesetzt sehen.“ Mehr S-Bahn-Verkehr auf der Stammstrecke bewertete Lateier wie folgt: „36 Züge ja, aber es ist auch wichtig, Stabilität in das System zu bringen.“ Darüber hinaus wünschte er sich auch eine Debatte über längerfristige Maßnahmen wie die Verlängerung der S 5 nach Mühlacker: „Wir sehen ein großes Potenzial für diese Strecke.“ Seine Fraktion wünschte sich eine Behandlung „zeitnah nach Stuttgart 21“.

Bernhard Maier (Freie Wähler) verwies auf den „historischen Beschluss“ der Regionalversammlung Ende Januar 2019, unter anderem über ein „riesiges Maßnahmenpaket“ zur Stärkung des Schienenknotens Stuttgart: „Dieses Paket ist noch nicht im Ansatz finanziert, das erfolgt erst im Laufe des Jahrzehnts.“ Es werde enormen Belastungen nach sich ziehen, auch für die Kreise, so Maier. Angesichts der aktuellen pandemiebedingten Situation regte er an, zukünftig zu überlegen: „Was können und was wollen wir uns noch leisten?“ Bezüglich der S5-Verlängerung wollte er erst abwarten, welchen Verkehr das Land für die Strecke vorsieht.

Thomas Leipnitz (SPD) knüpfte an seinen Vorredner an: „Es geht darum, was wir uns leisten müssen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.“ Er drängte auf ein hohes Tempo, „sonst ist der Zug im wahrsten Sinne des Wortes abgefahren.“ Was die Nacht-S-Bahnen angehe, sei es nicht zu vermitteln, warum Nachtbusse der SSB die ganze Nacht fahren und die S-Bahn hingegen nicht. Leipnitz begrüßte die ETCS-Untersuchung für das gesamte Netz, um Engpässe auf der Zulaufstrecken aufzuzeigen. Der Ausbau der Schusterbahn solle mit Priorität vorangetrieben werden, denn „die Fördermöglichkeiten von Land und Bund sind so günstig wie nie.“

Auch Holger Dorn (AfD) äußerte sich zur Schusterbahn: „Eine abschnittsweise Priorisierung ist gerechtfertigt, in der Summe aber nicht, da der Aufwand hierfür zu hoch ist.“. Nacht-S-Bahnen hielt er für „zu teuer“, ein 15-Minuten-Takt an Samstagen sei hingegen wichtig. Eine Verlängerung der S5 sei grundsätzlich unterstützenswert. „Wir sehen aber keine Notwendigkeit, das Verfahren weiter zu beschleunigen, solange es auf der Agenda bleibt“, meinte Dorn.

„Die FDP steht zum Ausbau der Schusterbahn“, stellte Gabriele Heise (FDP) fest. Man brauche aber mehr Offenheit, zum Beispiel über die notwendige Infrastruktur wie zusätzliche Haltepunkte. Zur S5-Verlängerung solle man mit der Raumschaft wegen Bedenken, dass dann der Metropolexpress eingestellt werden würde, gut abstimmen. Sie begrüßte den umfassenden Überblick, den ihr die Klausursitzung gab.

Michael Knödler (DIE LINKE/PIRAT) konstatierte: „Die Investitionen sind viel Geld, aber es sind Investitionen in die Zukunft.“ Er bemängelte, dass man in Straßenbaumaßnahmen oft größere Summen investiere. „Bei der Nacht-S-Bahn ist es erfreulich, dass es vorwärts geht.“ Dies sei ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Hintergrundinformationen

Aktuell verkehrt die S-Bahn von Montag bis Freitag bereits in einem durchgängigen Viertelstundentakt von 6 Uhr bis 20.30 Uhr. An den Wochenenden gibt es ein durchgehendes Angebot im Nachtverkehr. Mit zusätzlichen S-Bahn-Fahrzeugen ab nächstem Jahr können weitere Angebote bestellt und die Züge verlängert werden. Im Jahr 2019 nutzten die S-Bahn im Schnitt täglich 455.000 Fahrgäste. Die Verkehrsleistung wurde bis 2021 auf 12,1 Millionen Zugkilometer pro Jahr gesteigert.

Ein wichtiger Baustein zum Erreichen der Klimaziele ist der weitere Ausbau des S-Bahn-Netzes als Rückgrat des öffentlichen Personenverkehrs. Daher hat der Verband Region Stuttgart in den letzten Jahren umfangreiche Maßnahmen beschlossenen: Dazu gehören zukünftig unter anderem eine S-Bahn-Verbindung nach Nürtingen, die S62 nach Feuerbach, vier zusätzliche Züge pro Stunde und Richtung durch den Hasenbergtunnel bis Vaihingen (und zwei davon weiter bis Ehningen) , der Viertelstundentakt auf der S60 oder ein Viertelstundentakt auf der S2  nach Fertigstellung der S-Bahn-Verlängerung bis nach Neuhausen. In der Hauptverkehrszeit ermöglichen neue S-Bahn-Fahrzeugen ab 2022 sukzessive mehr Langzüge in Hauptverkehrszeiten. Hinzu kommt der barrierefreie Ausbau von über 30 S-Bahn-Stationen. Die Informationen über das Verkehrsangebot erhalten die Nutzer rund um die Uhr über Video-Reisezentren oder an Mobilitätspunkten. Die S-Bahn-Stationen werden mit Park-and-ride-Angeboten sowie RegioRadStuttgart-Stationen noch besser an das Umfeld angebunden – beides wird gefördert vom Verband Region Stuttgart.

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news-1054 Thu, 22 Jul 2021 10:09:22 +0000 Region investiert weiter in Barrierefreiheit Der Verband Region Stuttgart investiert rund 11,5 Millionen Euro für stufenlosen Einstieg in S-Bahn und kleine Teckbahn. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1054&cHash=a8e7f78d2feb72ae8e03a17387e343ce Die Deutsche Bahn hat im Juni 2021 in Stetten-Beinstein ihre Bauarbeiten abgeschlossen: Nun sind alle Stationen der S-Bahn Stuttgart für die Fahrgäste stufenfrei erreichbar. Darüber hinaus sollen die Bahnsteige, insbesondere der Abstand zwischen Bahnsteigkante und S-Bahn-Fahrzeugen, schnellstmöglich so angepasst werden, dass ein Ein- und Ausstieg an allen S-Bahn-Stationen niveaugleich möglich ist. Vor diesem Hintergrund hat der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig bei einer Enthaltung Investitionen in Höhe von bis zu 11,5 Millionen Euro verabschiedet. Mit den Geldern soll die Planung und Umsetzung zum stufenlosen Einstieg an zunächst elf S-Bahn-Stationen und an sechs Stationen der kleinen Teckbahn vorangetrieben werden. Darüber hinaus diskutierte der Ausschuss über die Perspektiven der Umsetzung aller nötigen und wünschenswerten Maßnahmen für eine uneingeschränkte Nutzungsmöglichkeit der S-Bahn und die Verbesserung der Mobilitätschancen insgesamt.

Michael Groh, Leiter Regionalbereich Südwest der DB Station&Service AG, erläuterte den aktuellen Stand der Planungen und Arbeiten. Er zeigte sich zuversichtlich, bis 2035 alle 32 Stationen, deren Bahnsteige angepasst werden müssen, weitreichend barrierefrei ausrüsten zu können. Die Barrierefreiheit sei verbindlich definiert. Dafür sei in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Behindertenrat und den verschiedenen Nutzergruppen ein Kriterienkatalog erarbeitet worden. „Während der Schwerpunkt in der Vergangenheit auf der Stufenfreiheit lag und wir bei den Kriterien für Anzeige und Akustik schon immer recht gut ausgestattet waren, geht es nun verstärkt um taktile Leitsysteme.“ Diese würden bereits im Rahmen der Bahnsteigerhöhungen mit umgesetzt.

Maßnahmen im Detail

Insgesamt rund 5,7 Millionen Euro investiert die Region für Planungsmaßnahmen an den Stationen Esslingen am Neckar, Kornwestheim, Backnang, Zuffenhausen, Oberesslingen, Zell, Obertürkheim und Altbach. In Mettingen und Maubach ist die Vorentwurfsplanung bereits abgeschlossen. Hier investiert die Region rund 380.000 Euro in die weitere Planung. Am Standort Rommelshausen ist die Planung bereits abgeschlossen. Um die Aufhöhung der Bahnsteige bis 2023 umsetzen zu können, soll der entsprechende Finanzierungsvertrag dem Verkehrsausschuss nach der Sommerpause zur Abstimmung vorgelegt werden. Im Sinne einer Prozessoptimierung verständigten sich die DB Station&Service und der Verband Region Stuttgart zudem auf projektbeschleunigende Maßnahmen. Dazu sollen Vertragswerke stärker gebündelt und Genehmigungs- und Förderungsprozesse vom Unterzeichnungszeitpunkt der Vertragswerke entkoppelt werden. Ebenso wird künftig bei jeder Maßnahme geprüft, ob das Investitionsbeschleunigungsgesetz greift.

Weitreichende Barrierefreiheit

Insgesamt müssen die Bahnsteige an insgesamt 32 S-Bahn-Stationen erhöht werden. Neben der Anpassung der Bahnsteighöhe auf die Einstiegshöhe der S-Bahn-Fahrzeuge werden für die weitreichende Barrierefreiheit folgende Teilbereiche überprüft und nach Bedarf verbessert: Fahrgastinformationsanlagen, Lautsprecheranlage oder Akustikmodul, taktiles Leitsystem auf dem Bahnsteig, taktiler Weg zum Bahnsteig, Stufenmarkierung, taktile Handlaufschilder an Treppen und Rampen, Wegeleitung und Beschilderung, Herstellung der Stufenfreiheit auf dem Bahnsteig sowie Wetterschutzeinrichtungen.

Maßnahmen an der kleinen Teckbahn

Die Station Kirchheim/Teck ist bereits stufenlos zugänglich. Im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes für Verkehrsstationen im ländlichen Raum soll auch an den anderen Teckbahnstationen – Kirchheim/Teck-Süd, Dettingen/Teck, Owen/Teck, Brucken, Unterlenningen und Oberlenningen – der stufenlose Zugang hergestellt beziehungsweise verbessert werden. Die Bahnsteige, die neu gebaut werden, erhalten ein taktiles Leitsystem. Die Bahnsteighöhen werden für die dort eingesetzten Fahrzeuge für den niveaugleichen Einstieg angepasst. Da zum Vergabezeitpunkt noch nicht für alle Stationen die notwendigen finanziellen Baufreigaben vorlagen, können sie nicht wie bisher vorgesehen gemeinsam im Jahr 2021 umgesetzt werden. Anstatt die Baumaßnahmen auf zwei Jahre mit entsprechenden Unterbrechungen des Bahnbetriebs aufzuteilen, entschieden sich DB Station&Service, DB Regio und die Region für die zeitgleiche Umsetzung der Maßnahmen an allen sechs Verkehrsstationen und dem Bahnübergang in Brucken in der fahrgastarmen Zeit der Sommerferien 2022 – unter Vollsperrung der Teckbahn und mit Schienenersatzverkehr. Hier investiert die Region bis zu drei Millionen Euro.

Stimmen aus den Fraktionen

Helmut Noё (CDU/ÖDP) begrüßte zunächst das Zukunftsprogramm der Bahn, von dem auch einiges für die S-Bahn Stuttgart abfalle. „Die Zeitachse gerade bei der Erhöhung der Bahnsteige macht uns jedoch sorgen. Die Maßnahmen sollten spätestens bis zum Ende des Verkehrsvertrags 2032 abgearbeitet werden“, forderte Noё. Gehörlose und Blinde beispielsweise sollten ohne große Probleme zu den S-Bahn-Stationen kommen. Erfreut zeigte er sich über die Investitionen der Bahn von 40 Millionen zu Helligkeit und Sauberkeit an den Stationen der Stammstrecke. Sie seien wichtig, damit die Fahrgäste sich wohl fühlen. „Wir glauben, dass die Bahn sich sehr bemüht, aber es muss zügiger gehen. Dabei appellieren wir aber auch ans Land und das Eisenbahnbundesamt für eine Erleichterung und Beschleunigung der Verfahren.“ Damit der Anteil von Region und Bahn an den Kosten nicht ausufere, sei es hier auch wichtig, Zuschüsse zu prüfen.

„Alle sind stetig bemüht“, konstatierte Michael Lateier (Bündnis 90/Die Grünen). Jedoch „dauern allein die Vertragsverhandlungen mehrere Monate bis zu einem Jahr und dann sind noch kein Steinchen und noch keine Leitlinie gesetzt.“ Bei den Umsetzungsmaßnahmen könne es ebenfalls nicht befriedigen, dass die Barrierefreiheit erst in zehn Jahren oder später erreicht würde. Dabei sei mit der Aufhöhung der Bahnsteige noch gar nichts erreicht, wenn die Kommunen bei der Barrierefreiheit im rückwärtigen Bereich der Bahnhöfe nicht mitinvestieren würden. Es sei nicht richtig, wenn der Bahn hier die gesamte Bahnhofsumgebung zu Last gelegt würde. „Auch nach der Aufhöhung gibt es erhebliche Probleme für Bewegungseingeschränkte. Sie müssen teils lange, bis zu 800 Meter laufen, um eine stufenfreie Stelle zu erreichen.“ Bei den taktilen Systemen könne jedoch von Bahnseite jedoch selbst mehr Schwung kommen.

Bernhard Maier (Freie Wähler) stellte fest: „Wir wollen die Barrierefreiheit quer durch alle Fraktionen, doch es geht uns zu langsam.“ Die Ausschussvorlage lasse eine Einschätzung über die Schwierigkeiten im Einzelfall zu. Maier bedauerte es in diesem Zusammenhang, dass das neue Gesetz zur Verfahrensbeschleunigung noch nicht den erhofften Beschleunigungseffekt habe. Maier weiter: „Wir sehen es mit Bedauern, dass wir bis in die 30er Jahre kommen, bis wir die Maßnahmen erledigt haben. Dabei werden wir mit unserem Anteil als Verband für die Umsetzung aller nötigen Maßnahmen künftig einen noch viel größeren finanziellen Aufwand schultern müssen.“ Jedoch sei die Barrierefreiheit klares politisches Ziel seiner Fraktion.

„Ein diskriminierungsfreier Zugang zum ÖPNV hat direkte Auswirkung auf die Nutzungszahlen“, betonte Harald Raß (SPD). Der gesellschaftliche Zusammenhang müsse sich genau hier ausdrücken. „32 von 88 Stationen sind nach wie vor nicht ausreichend ausgerüstet und aus unserer Sicht mangelhaft. Irritierend ist, dass für die Angleichung der Bahnsteige von Planung bis Inbetriebnahme trotz kurzer Bauzeiten acht Jahre benötigt würden. Raß sieht die Bahn außerdem gefordert, ihren Service, etwa beim Winterdienst zu gewährleisten. „Das Ziel der Barrierefreiheit gehört zum Butter- und Brot-Geschäft der Bahn. Jedoch scheint das Delikatessengeschäft mit WLAN oder erster Klasse Priorität zu genießen.“

Laut Holger Dorn (AfD) scheint das aktuelle Angebot der S-Bahn angesichts steigender Kundenzufriedenheit nicht ganz schlecht zu sein. Die Kosten für die Modernisierung seien ein „saurer Apfel, der in Kauf genommen werden müsse.“ Barrierefreiheit sei dabei ein richtiges Großprojekt, dass verständlicherweise lange dauert. Er fügte jedoch hinzu: „Nicht ganz klar ist, warum die gesamte Planungs- und Bauphase bei bis zu acht Jahren liegt, wenn „die Planung etwa vier Jahre und die Bauphase im Schnitt ein Jahr brauchen.“

Gabriele Heise (FDP) fasste zusammen: „Wir sind grundsätzlich auf einem guten Weg. Es handelt sich um immense Investitionen, es kostet zu viel und dauert viel zu lange, auch angesichts langer Verfahren.“ Sie kritisierte, dass die Bahn bei der Zugänglichkeit der Bahnhöfe lediglich auf die Zuständigkeit der Kommunen verweise. „Da macht es sich die Bahn zu leicht, wenn die Bahngäste dann nicht wissen, wie sie zu ihrer Anschlusshaltestelle kommen sollen“, sagte Heise. Wichtig sei es außerdem, dass die Bahn angesichts des langen Zeitraums bis vielleicht sogar 2040 die technischen Entwicklungen mitdenke.

Michael Knödler (Die Linke/Pirat) sieht bei Barrierefreiheit für Blinde und Sehbehinderte noch viel Nahholbedarf. Er begrüßte dabei, dass die Bahn kleinere, aber effektive Maßnahmen auch auf eigene Initiative hin umsetzt. Er stellte Frage in den Raum, ob es mit mehr Geld nicht schneller gehen würde. „Ich würde auch gerne gleich zu Beginn mehr investieren, um die Umsetzung der Barrierefreiheit zu beschleunigen“, so Knödler.

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news-1053 Thu, 22 Jul 2021 10:07:47 +0000 Aktueller Stand S-Bahn Verlängerung nach Neuhausen a.d.F. Der Verband Region Stuttgart unterstützt die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) bei der Optimierung zeitkritischer Prozesse und treibt die Einführung der digitalen Leit- und Sicherungstechnik ETCS auch auf dieser Strecke voran. /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1053&cHash=452d340fde14a7c8c34d13211bb62a4d Das Projekt S2-Verlängerung nach Neuhausen a.d.F. umfasst den Neubau einer rund vier Kilometer langen S-Bahn-Strecke zwischen Filderstadt und Neuhausen a.d.F. mit Halt in Sielmingen. Die Maßnahme wird von der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) umgesetzt. Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart wurde am Mittwoch vom bisherigen Projektleiter Dr. Volker Christiani, SSB-Leiter Stabsbereich Planung, und dem zukünftigen Projektleiter Daniel Kohler, SSB-Fachbereichsleiter Projektsteuerung, über den aktuellen Stand informiert. Danach geht die SSB davon aus, dass der Baubeschluss für das Gesamtprojekt durch die Projektpartner frühestens im April 2022 erfolgen kann. Die Inbetriebnahme wäre im günstigsten Fall im Mai 2027 bei einem Baubeginn im Februar 2023. Zu Verzögerungen beim Genehmigungsverfahren ist es unter anderem durch eine pandemiebedingte Verschiebung des Erörterungstermins, die erneute Planauslage aufgrund des neuen Vorkommens geschützter, vermutlich eingeschleppter Mauereidechsen sowie durch Verzögerungen im Antragsverfahren des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) gekommen.

Um Terminrisiken aus der Vergabe- und Ausschreibung zu reduzieren und damit weiteren Verzögerungen beim Projekt vorzubeugen, hat der Verkehrsausschuss beschlossen, die SSB AG bei der Beschleunigung der Baumaßnahmen zu unterstützen. So sollen unter anderem die Vergabeverfahren für den Gebäudeabbruch und Rodungsarbeiten gegebenenfalls schon vor dem GVFG-Bescheid und des Baubeschlusses eingeleitet werden. Ebenso möchte man auch die Vergabeverfahren für den Rohbau, die Bauüberwachung und Bauoberleitung sowie die Projektversicherung bereits vor Baubeschluss einleiten. Die Aufträge aller genannten Vergabeeinheiten werden allerdings erst mit Vorliegen des Baubeschlusses vergeben.

Die aufgezeigte Verzögerung könnte aber auch dazu beitragen, dass sich die Förderung dieses Projektes durch Bund und Land deutlich verbessert: Der Förderantrag sieht nun eine Förderung als Streckenreaktivierung vor. Diese bietet die Chance auf eine deutlich bessere Förderquote. Klarheit besteht allerdings erst, wenn der Förderbescheid vorliegt. Die Weitergabe des Förderantrags durch das Land sollte noch diesen Monat erfolgen.

Darüber hinaus beschließt der Ausschuss die Ausrüstung der Strecke mit der digitaler Leit- und Sicherungstechnik ETCS. Dafür werden Planungsmittel in Höhe von 200.000 Euro in den Haushalt 2022 aufgenommen. Da der Stuttgarter Schienenknoten ebenfalls mit ETCS ausgerüstet wird, fährt die S2 dann auf der gesamten Strecke bis Neuhausen mit einem einheitlichen Zugsteuerungssystem. So können die Vorteile einer möglichen kürzeren Zugfolge voll ausgeschöpft werden.

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news-1052 Thu, 22 Jul 2021 10:05:25 +0000 Öffentlicher Nahverkehr auf Abruf Der Verband Region Stuttgart und seine Verkehrspartner wollen On-Demand-Angebote im ÖPNV durch Studien und Versuchsprojekte voranbringen /presse/artikel?noMobile=mjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%253FnoMobile%3Dmjhrnjlo%2520onfocus%3DblurLink%28this%29%22&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1052&cHash=76839fd5d41cb52989f734fc5ac809bd Außerhalb der üblichen Betriebszeiten und in Räumen mit geringer Siedlungsdichte ist es schwer, mit einem linien- und fahrplangebunden ÖPNV ein qualitativ hochwertiges Angebot bereitzustellen. Eine mögliche Lösung sind On-Demand-Verkehre, also Fahrdienstangebote, die auf Abruf Fahrgäste befördern, Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat in seiner Sitzung vom Mittwoch mehrheitlich beschlossen, künftig bei On-Demand-Verkehren, auch über Landkreisgrenzen hinaus einheitlich vorzugehen und diese in die multimodale Mobilitätsplattform zu integrieren.  Darüber hinaus hat der Verband Region Stuttgart verschiedene Möglichkeiten von On-Demand-Verkehren für die Region untersucht und dem Verkehrsausschuss vorgestellt. Während der anstehenden S-Bahn-Stammstreckensperrung wird zudem der klassische Schienenersatzverkehr (SEV) an Wochenenden durch einen On-Demand-Verkehr ergänzt. Mit diesem Angebot möchte die S-Bahn Stuttgart die Akzeptanz von On-Demand-SEV-Leistungen testen.

Versuch zur Stammstreckensperrung

Während der Stammstreckensperrung der S-Bahn in den Sommerferien wird ein Schienenersatzverkehr mit zwei Buslinien vom Stuttgarter Hauptbahnhof zur Universität und von der Universität nach Stuttgart-Vaihingen durchgeführt. Zusätzlich werden zwischen Innenstadt und Vaihingen an Sams- und Sonntagen von 0 bis 6 Uhr sowie zwischen Vaihingen und Universität an Samstagen von 20 bis 24 Uhr sowie an Sonntagen in der Zeit von 10 bis 20 Uhr On-Demand-Kleinbusse unterwegs sein. Die Kleinbusse fahren auf Abruf und ohne festen Fahrplan zwischen den Haltestellen und je nach Fahrtziel auch auf unterschiedlichen Routen. Weitere Mitfahrer mit ähnlichem Ziel können unterwegs einsteigen. Durch das sogenannte Ridepooling sollen die Fahrzeuge optimal ausgelastet sowie Straßen und Umwelt entlastet werden. Die S-Bahn Stuttgart wird die Ergebnisse dieses Testlaufs in einer der nächsten Ausschusssitzungen vorstellen.

Studien zu On-Demand-Angeboten

Die Region hat im Rahmen des EU-Projekts „Dynaxibility4CE“ von der Universität Stuttgart untersuchen lassen, ob bedarfsorientierte und in den Öffentlichen Verkehr integrierte autonome Ridesharing-Fahrzeuge zukünftig ein Potenzial bergen. Das Projekt wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im INTERREG-Programmraum Mitteleuropa sowie durch das „Bundesprogamm Transnationale Zusammenarbeit“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat gefördert. Für die Studie wurden Gemeinden im Schurwald ausgewählt, die nicht an eine S-Bahn- oder Regionalbahnhaltestelle angebunden sind. Im Ergebnis zeigte sich, dass je nach Szenario zwar der Anteil des Öffentlichen Verkehrs am Modal Split steigt, die Bündelungswirkung mit einem Besetzungsgrad von knapp zwei Fahrgästen je Fahrt jedoch gering ist. Zudem sind die Betriebskosten und der Energieaufwand in allen Szenarien mit Ridesharing höher als beim regulären Buslinienbetrieb. Parallel zur Studie hat der Verband Region Stuttgart Gespräche mit der Bahntochter ioki über einen flächendeckenden On-Demand-Service im S-Bahn-Gebiet geführt. Laut einer von ioki durchgeführten und finanzierten Studie besteht nur in den Mittelzentren und in Stuttgart ausreichend Nachfrage für solche Dienste. Als Standorte kämen Böblingen, Bietigheim-Bissingen, Leonberg, Fellbach, Esslingen und S-Vaihingen in Frage.

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