Leitbild und Masterplan

Kurzanalyse
Die gute Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz und die innere Erschließung durch leistungsfähige Straßen und Schienen, sowie die hohe Freizeitqualität haben dazu geführt, dass sich die Schönbuchlichtung seit den 1970er und -80er Jahren zu einem bevorzugten Wohn- und Gewerbestandort entwickelte. Und auch in Zukunft kann mit weiteren Zuwächsen an Einwohnern sowie an Flächen für Siedlung und Infrastruktur gerechnet werden. In Folge dessen sind die Themen Flächenverbrauch und Perspektiven der Siedlungsentwicklung inzwischen von besonderer Relevanz.

Mit der wachsenden Bedeutung der Schönbuchlichtung stiegen aber auch die Belastungen für Mensch, Umwelt und Klima. So stellt die gute Verkehrserschließung, insbesondere die A 81, in vielen Abschnitten auch eine unüberwindbare Barriere für Mensch und Tier dar. Der große Zustrom an Erholungssuchenden vor allem an den Wochenenden sorgen im Einzelfall zu Überlastungserscheinungen an zentralen Anziehungspunkten wie dem Kloster Bebenhausen oder dem Wildgehege Entringen. In einigen Teilbereichen rund um Herrenberg, Nufringen und Gärtringen dominieren mittlerweile großflächige, strukturarme Ackerschläge das Landschaftsbild.

Auf Initiative der Schönbuchgemeinden wurde der Masterplan Schönbuch von Mitte 2014 bis Ende 2016 erarbeitet. Im Unterschied zum bisherigen Vorgehen wurde der Masterplan nicht an externe Planer vergeben, sondern vom Verband Region Stuttgart erstellt.

Ziele, Themen- und Handlungsfelder
Der Masterplan Schönbuch soll dazu beitragen, in den nächsten Jahren die Landschaft auf der Schönbuchlichtung als Lebens- und Erholungsgrundlage sowie als Grundlage nachhaltigen Wirtschaftens zu entwickeln.

Ansatzpunkte für die Planung sind sowohl landschaftliche, städtebauliche und infrastrukturelle Potenziale und Handlungserfordernisse, als auch die in den letzten Jahren unter Mitwirkung der Bevölkerung erstellten Gemeindeentwicklungsplanungen. Im Fokus stehen dabei die Bedürfnisse und Interessen der ortsansässigen Bevölkerung, aber auch die der Erholungssuchenden aus anderen Teilen der Region Stuttgart und angrenzenden Regionen. Gemeinsam mit den Kommunen wurden gebietsspezifische Zielvorstellungen erarbeitet, die als Leitlinie für zukünftige Projekte dienen können.

Sie umfassen:

  • Aufwertung des Raumes in Abstimmung mit und als Eingangstor zum Naturpark Schönbuch
  • Profilierung des Planungsraumes als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort: Verbesserung des Wohnumfelds und Erhöhung des Freizeitwertes
  • Zugang zu Informationen über Natur und Landschaft
  • Sicherung bzw. Wiederherstellung hochwertiger, miteinander vernetzter Landschaftsbestandteile
  • Abstimmung der Freizeitangebote auf ÖPNV-Erreichbarkeit

Besonderes Augenmerk liegt auf den interkommunalen „Leuchtturmprojekten“, deren Ausstrahlung weit über den jeweiligen Standort hinausgeht: die Aufwertung der Museumsroute, der Bau eines Aussichtsturms auf dem Stellberg bei Herrenberg und die Erarbeitung und Umsetzung des Wohnmobilkonzepts als Teil der Wohnmobilfreundlichen Region Stuttgart.