S-Bahn Vertrag: Alle Details auf 700 Seiten
Wie oft fährt sie, wann werden die Züge erneuert, und wie viele Züge gibt es überhaupt? Das alles steht auf über 700 Seiten im Vertrag über den Betrieb der S-Bahn. Vertragspartner sind der Verband Region Stuttgart und die DB Regio AG/S-Bahn Stuttgart als Betreiberin. Der Verkehrsvertrag wurde in einem europaweiten Wettbewerbsverfahren vergeben. Er sichert einen weitsichtigen, qualitätsvollen und wirtschaftlichen S-Bahn-Verkehr.
Mit der Entscheidung über den Kauf von 58 neuen Zügen, dem Redesign aller Fahrzeuge und der Einführung von ETCS wurde der Vertrag angepasst und bis ins Jahr 2032 verlängert.
Mit vielen positiven Auswirkungen für die Fahrgäste:
- Die Fahrzeugflotte wird um nahezu 40 Prozent erhöht, und die Kapazitäten werden so massiv ausgebaut.
- ETCS/ATO sorgt für spürbare Qualitätsverbesserungen.
- Die Fahrzeuge erhalten eine neue Außenlackierung und werden auch im Innenraum neu und funktional gestaltet.
- Es kommen weitere Linien und Fahrten auf der S-Bahn.
S-Bahn-Vertrag ab 2032
Der aktuelle S-Bahn-Vertrag soll um 2,5 Jahre bis Ende 2034 verlängert werden. Ausschlaggebend hierfür sind neben der aktuellen Terminplanung von Stuttgart 21 auch die Rahmenbedingungen bei der Beschaffung von Neufahrzeugen. Durch die Vertragsverlängerung mit der DB Regio sollen zusätzliche betriebliche Risiken durch einen Betreiberwechsel mitten in der Einschwingphase des neuen Bahnknotens und von ETCS verhindert werden. Außerdem wird so der notwendige zeitliche Vorlauf für Fahrzeugbeschaffung und Betriebsaufnahme des künftigen Betreibers geschaffen.
Den Start des Vergabeverfahrens für einen neuen S-Bahn-Vertrag hat die Regionalversammlung im Juli 2026 beschlossen. Der Zuschlag wird nach der Durchführung des Vergabeverfahrens voraussichtlich Anfang 2028 erteilt.
Die wichtigsten Rahmenbedingungen für den neuen S-Bahn Vertrag
- Das zukünftige Verkehrsangebot basiert auf den etablierten Strukturen des S-Bahn-Netzes. Gleichzeitig werden die vertraglichen Voraussetzungen für zusätzliche Angebote und Netzerweiterungen geschaffen.
- Der neue S-Bahn-Vertrag soll mit einer Laufzeit von 15 Jahren als Bruttovertrag geschlossen werden: Das finanzielle Risiko liegt beim Verband Region Stuttgart. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) als Auftragnehmer erhält eine Kostenerstattung, unabhängig von den Fahrgeldeinnahmen durch Ticketverkäufe.
- Fokus Fahrgäste: Besondere Schwerpunkte liegen weiterhin auf den Themen Fahrgastinformation und Sicherheit. Für den Störungsfall sowie im Bereich der Kundenbetreuung werden die Fahrgastinformationen kontinuierlich verbessert. Für mehr Sicherheit soll ab 20 Uhr in allen S-Bahnen Sicherheitspersonal mitfahren, zusätzlich zur Videoüberwachung in den Fahrzeugen.
- S-Bahn-Fahrzeugflotte: Aktuell fahren 215 S-Bahnen durch die Region. Auch zukünftig werden dabei Neu- und Gebrauchtfahrzeuge mit Blick auf einen stabilen und wirtschaftlichen S-Bahnbetrieb im Einsatz sein. Im Rahmen des neuen Verkehrsvertrags plant der Verband Region Stuttgart die Beschaffung von mindestens 60 neuen Zügen.
- Für Neufahrzeuge und bei einem möglichen späteren Redesign der Bestandsfahrzeuge sollen neue Technologien angewendet werden, die die Effizienz und Flexibilität im Betrieb erhöhen können und so die Voraussetzungen für die nächsten Automatisierungsstufen im S-Bahn-Betrieb schaffen. Darüber hinaus erfolgte die Konzeption der Neufahrzeuge anhand folgender Leitlinien: Mehr Platz an jedem Einstieg für schnelleres Ein- und Aussteigen, durchdachte Anordnung der Steh- und Sitzplätze für mehr Komfort und Flexibilität, komplette Barrierefreiheit, verbesserte Klimatisierung, Fahrgast-WLAN und optimierter Mobilfunkempfang. Die 1. Klasse bleibt, WCs sind nicht vorgesehen.
- Im Wettbewerbsverfahren sollen die EVUs Maßnahmen vorstellen, die den S-Bahn-Betrieb ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltiger machen.
Weitere Informationen zum Verfahren hin zum neuen S-Bahn-Vertrag:
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