Rien ne va plus! Kein Durchkommen auf überschwemmten Straßen, vollgelaufene Kanalsysteme können das Wasser nicht mehr ableiten. Umgeknickte Masten gefährden die Stromversorgung. Solche Szenarien sind eine Schreckensvorstellung. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass ähnliche Fälle eintreten können, nimmt zu. Grund dafür können Naturereignisse, aber auch andere Auslöser sein. Besonders empfindlich und damit „kritische“ Infrastrukturen sind diejenigen für Energie, Verkehr, Wasserversorgung und Gesundheit. Die Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung oder für die Wirtschaft können gravierend sein – gerade in der dicht besiedelten und wirtschaftlich dynamischen Region Stuttgart. Die skizzierten Gefahren können sich durch die Folgen des Klimawandels weiter verstärken. So ist davon auszugehen, dass in der Region Stuttgart die Wahrscheinlichkeit von Starkregenereignissen ebenso zunimmt wie die Zahl der Hitzetage.

Welche Möglichkeiten die Raumplanung hat, die Gefahren planerisch zu verringern oder zu vermeiden, beleuchtet das Modellvorhaben der Raumordnung aus dem Forschungsfeld „Vorsorgendes Risikomanagement in der Regionalplanung“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), an dem der Verband Region Stuttgart teilnimmt. Mit Unterstützung des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung der Universität Stuttgart wird ein „Risikomanagement Region Stuttgart“ erarbeitet.

Ziel des Modellvorhabens ist es, die Auswirkungen verschiedener raumrelevanter Risiken in der Region Stuttgart auf kritische Infrastrukturen herauszuarbeiten und Vorschläge zu entwickeln, wie damit auf verschiedenen Ebenen umgegangen werden kann.

Im Ergebnis soll eine integrative Strategie zu Risikovorsorge und -management entwickelt werden, die sich an den regionalen Herausforderungen im Zuge des Klimawandels orientiert und auf die Zuständigkeiten und Kompetenzen des Verbands angepasst ist. Im Vordergrund steht zwar die Regionalplanung, darüber hinaus sind die Projektergebnisse für die Kommunen und für Betreiber von kritischen Infrastrukturen relevant. Nicht zuletzt sind auch die Fachbehörden, insbesondere die Landkreise, Teil eines gesamtregionalen Risikomanagements. Deshalb werden verschiedenste Experten aus den genannten Bereichen in die Erarbeitung des regionalen Risikomanagementkonzepts mit einbezogen.

Das Projekt 

Laufzeit:

bis April 2019

Gesamtvolumen:90.000 Euro
Projektleitung:Verband Region Stuttgart
Wissenschaftlicher Kooperationspartner:

Universität Stuttgart, Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung (IREUS)

Link zur Projektseite des BBSR