Über mögliche Verlängerungen der S-Bahn-Linien entscheidet die Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart. Hier eine Übersicht über alle beschlossenen Maßnahmen die aktuell in der Planungs- oder in Umsetzungsphase sind:
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Die S66 soll in Kombination mit der S60 zw. Renningen und Böblingen den 15-Minutentakt ermöglichen. Sie ersetzt die S62 und wird zudem von Feuerbach bis Schwabstraße verlängert.
Durch dem Digitalen Knoten Stuttgart wird eine Verlängerung der S5 möglich. Vier Züge pro Stunde und Richtung fahren bis Vaihingen und zwei davon weiter, mindestens bis Böblingen.
Für die S-Bahn nach Nürtingen laufen aktuell die Arbeiten. Nach der Verlagerung von Landes- und Fernverkehren auf die Neubaustrecke sollen die ersten S-Bahnen rollen.
Die Strecke Kirchheim (T) bis Weilheim soll für einen S-Bahnbetrieb reaktiviert werden.
1
S-Bahn statt Schusterbahn
In mehreren Schritten soll die Schusterbahn künftig als S-Bahn von Esslingen bis nach Walheim geführt werden. In diesem Zuge wird der Takt verdichtet.
2
S5 nach Vaihingen (E)
Für diese Linienverlängerung sind mehrere Varianten denkbar. Aktuell werden sie geprüft.
3
Haltestelle Mittnachtstraße
Wenn Stuttgart 21 in Betrieb geht, entsteht hier ein zentraler Umsteigepunkt. Es treffen sich die Linien S1, S2, S3 mit den Linien S4, S5, S6.
4
S66 Schwabstraße-Böblingen
Die S66 soll in Kombination mit der S60 zw. Renningen und Böblingen den 15-Minutentakt ermöglichen. Sie ersetzt die S62 und wird zudem von Feuerbach bis Schwabstraße verlängert.
5
S5 bis Böblingen
Durch dem Digitalen Knoten Stuttgart wird eine Verlängerung der S5 möglich. Vier Züge pro Stunde und Richtung fahren bis Vaihingen und zwei davon weiter, mindestens bis Böblingen.
6
S3 bis Neuhausen auf den Fildern
Die S-Bahn-Verlängerung bis Neuhausen befindet sich derzeit im Bau. Sie ist für das Jahr 2028 fest im Visier.
7
S1 bis Nürtingen
Für die S-Bahn nach Nürtingen laufen aktuell die Arbeiten. Nach der Verlagerung von Landes- und Fernverkehren auf die Neubaustrecke sollen die ersten S-Bahnen rollen.
8
S10 bis Geislingen (Steige)
Derzeit wird in die Planungen für eine neue S-Bahnlinie von Schwabstraße nach Geislingen an der Steige eingestiegen.
9
S7 über Panoramabahn
Verläuft auf der Strecke der Panoramabahn und dann weiter auf der Strohgäubahn bis Heimerdingen.
10
S1 nach Oberlenningen
Die kleine Teckbahn soll elektrifiziert werden und für einen S-Bahn Betrieb ausgebaut werden.
11
S1 nach Weilheim
Die Strecke Kirchheim (T) bis Weilheim soll für einen S-Bahnbetrieb reaktiviert werden.
S-Bahn-Verlängerung von Filderstadt nach Neuhausen
Die Verlängerung der S-Bahn-Strecke von Filderstadt (Bernhausen) nach Neuhausen auf den Fildern ist ein zentrales Infrastrukturprojekt für die Region Stuttgart. Die Strecke wird derzeit formal als Verlängerung der Linie S2 geplant und gebaut. Im künftigen Betrieb ist jedoch vorgesehen, dass die Linie S3 diese Verbindung übernimmt. Mit dem neuen Streckenabschnitt erhalten Sielmingen und Neuhausen erstmals eine direkte Anbindung an das S-Bahn-Netz – mit schnellen Verbindungen ohne Umstieg zum Flughafen und in die Landeshauptstadt.
Die beiden neuen Stationen eröffnen zudem neue Chancen für die Entwicklung vor Ort – sowohl für Sielmingen als Teilort von Filderstadt als auch für die Gemeinde Neuhausen. Nach aktuellem Stand ist die Inbetriebnahme der Strecke für Ende 2028 vorgesehen. Die Infrastruktur ist so ausgelegt, dass künftig ein Viertelstundentakt möglich ist. Per Direktverbindung wird man in nur 10 Minuten von Neuhausen zum Flughafen und in 37 Minuten zum Stuttgarter Hauptbahnhof kommen.
Das Projekt wird gemeinsam von der Region, dem Landkreis Esslingen, der Stadt Filderstadt, der Gemeinde Neuhausen und der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) umgesetzt. Von der ersten Idee bis zum Bau sind zahlreiche Schritte erforderlich: Untersuchungen, politische Entscheidungen, Finanzierung, Planung und Genehmigung. Die Entwicklung des Projekts erstreckt sich über mehr als zwei Jahrzehnte.
Länge der neuen Strecke: 3,9 km
Maximale Steigung: 3,9 %
Neue Stationen: Sielmingen und Neuhausen
Bauzeit: rund 6 Jahre (2023–2028/29)
Gesamtinvestition: ca. 223 Millionen Euro
Planungs- und Bauphasen der S3-Verlängerung
2002–2004
2008-2012
2013
2014
2015
2017–2019
2022
2023-2024
2025–2028
Ende der 2020er
Ideen für die bessere Anbindung des Filderraums
Zu Beginn der 2000er-Jahre untersuchen der Verband Region Stuttgart und die Kommunen vor Ort, wie der Filderraum besser an das Schienennetz angebunden werden kann. Verschiedene Varianten werden geprüft, darunter Stadtbahn- und S-Bahn-Lösungen. Hintergrund ist das Wachstum der Region: mehr Menschen, mehr Arbeitsplätze, mehr Verkehr. Die Untersuchungen zeigen, dass eine leistungsfähige Schienenverbindung, insbesondere in Kombination mit Stuttgart 21 und einem neuen Flughafenbahnhof („Filderbahnhof“), eine nachhaltige Alternative zum Auto bieten könnte.
Projekt lohnt sich gesamtwirtschaftlich
In einer Wirtschaftlichkeitsprüfung („Standardisierte Bewertung“) wird untersucht, ob der Nutzen des Projekts die Kosten übersteigt – das ist Voraussetzung für eine Förderung durch Bund und Land. Es zeigt sich: Durch die Kombination mit weiteren Ausbauprojekten im Filderraum, insbesondere bei den Stadtbahnlinien U5 und U6, wird ein positiver Nutzen-Kosten-Faktor erreicht. Das Projekt ist also förderfähig und kann weiter konkretisiert werden.
Verband Region Stuttgart trifft Grundsatzentscheidung
Der Verband Region Stuttgart, der Landkreis Esslingen sowie die Kommunen Filderstadt und Neuhausen treiben das Projekt gemeinsam voran. Sie verständigen sich darauf, die S-Bahn von Bernhausen bis nach Neuhausen zu verlängern – entlang der Trasse der früheren Filderbahn. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ist als wichtige Partnerin eingebunden, da sie den Stadtbahnverkehr auf den Fildern betreibt und an den Untersuchungen zur künftigen Erschließung beteiligt ist. Eine Rahmenvereinbarung bildet die Grundlage für Planung, Finanzierung und Umsetzung des Projekts.
Planung startet konkret
Im Rahmen eines Zuschussvertrags zwischen dem Verband Region Stuttgart und der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) beginnt die vertiefte Planung der Strecke. Der Verband übernimmt dabei die Kosten für Vermessungen, Baugrund- und Umweltgutachten sowie technische Planungen für Strecke und Stationen. Ziel ist es, alle Voraussetzungen für die spätere Genehmigung zu schaffen und das Projekt technisch, wirtschaftlich und umweltverträglich auszuarbeiten.
Betriebskonzept steht fest
Simulationen zeigen, wie die Strecke künftig betrieben werden kann. Ergebnis: Zwischen Bernhausen und Sielmingen ist ein zweigleisiger Ausbau notwendig, um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. Richtung Neuhausen reicht zunächst eine eingleisige Streckenführung aus. Dieses Konzept sieht den Abbau möglicher Verspätungen auf den zweigleisigen Abschnitten vor. Gleichzeitig wird ein Viertelstundentakt als Ziel festgelegt.
Genehmigungsverfahren läuft
Mit dem Planfeststellungsverfahren beginnt die offizielle Genehmigungsphase. Das Regierungspräsidium Stuttgart ist dafür zuständig und klärt, ob ein Projekt gebaut werden darf – und unter welchen Bedingungen. Dabei werden alle Auswirkungen des Projekts geprüft und gegeneinander abgewogen – etwa zu Umwelt- und Lärmschutz, Wasser, Landwirtschaft sowie zu Einwendungen von Bürgerinnen und Bürgern. Am Ende steht ein Beschluss, der das Baurecht schafft.
Baurecht, Finanzierung und Beschluss
Das Regierungspräsidium Stuttgart erteilt den sogenannten Planfeststellungsbeschluss – mit für große Infrastrukturprojekte üblichen weitreichenden Auflagen zum Schutz von Menschen, Natur und Landschaft. Damit ist der Bau der neuen Strecke genehmigt. Wenige Wochen später fasst der Verband Region Stuttgart den Baubeschluss. Die SSB setzt zum ersten Mal den Bau eines S-Bahn-Schienenprojekts um. Fördermittel von Bund und Land werden bewilligt – eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung des Projekts.
Baustart und erste Bauphasen
Mit dem Spatenstich beginnen die Bauarbeiten. In den kommenden Jahren entstehen rund vier Kilometer neue Strecke sowie zwei Stationen in Sielmingen und Neuhausen. Zunächst wird die Strecke freigemacht: Flächen werden geräumt und erste Rückbauarbeiten durchgeführt. Anschließend folgen Erdarbeiten und die Planierung der künftigen Trasse. Parallel starten die Arbeiten an den ersten Ingenieurbauwerken wie Tunnel-, Trog- und Rampenabschnitten, die auch umfangreiche Maßnahmen für Umwelt- und Lärmschutz umfassen. Schritt für Schritt entstehen die baulichen Grundlagen für die neue Strecke. Der Arbeiten greifen tief in bestehende Strukturen ein. Neben der Strecke werden auch Straßen, Kabeltrassen und Anschlüsse für die Energieversorgung neu geordnet. So werden die Voraussetzungen für die technische Ausrüstung geschaffen.
Strecke, Gleise und Technik entstehen
Schritt für Schritt entsteht die Bahnstrecke – auf die Vorbereitung der Trassen folgt der Gleisbau. Dabei werden Schotter, Schwellen und Schienen präzise verlegt und dauerhaft stabilisiert. Parallel wird die Eisenbahntechnik installiert: Dazu zählen Signale, Weichensteuerungen, Stellwerkstechnik sowie Systeme zur Zugbeeinflussung, die für einen sicheren und pünktlichen Betrieb sorgen. Parallel entstehen die neuen Stationen in Sielmingen und Neuhausen. Straßenräume werden umgebaut, neue Wege geschaffen und die Bahnhofsareale entwickeln sich zu wichtigen Mobilitätsknoten.
Inbetriebnahme und neue Verbindungen
Die S-Bahn erreicht Neuhausen. Sielmingen erhält mit der S-Bahn-Station samt einem barrierefreien und überdachtem Zugang zu den Buslinien erstmals einen direkten Anschluss an das Schienennetz. In Neuhausen entsteht ein neuer Endbahnhof mit einem Mix aus Mobilitätsangeboten wie Park-and-Ride und Fahrradstellplätzen. Die neue Verbindung verkürzt Wege deutlich: Der Flughafen ist in rund zehn Minuten erreichbar, die Stuttgarter Innenstadt in etwa 37 Minuten. Grundlage dafür ist das Zusammenspiel von Infrastruktur und moderner Leit- und Sicherungstechnik.