In seiner Sitzung vom Mittwoch hat der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart beschlossen, 150.000 Euro für eine strategische Energieinfrastruktur- und Versorgungssicherheitsanalyse der Region freizugeben. Welche Energieressourcen stehen der Region zur Verfügung? Wie kann die Versorgungssicherheit mittel- und langfristig gesichert werden? Wie kann Energieversorgung bezahlbar und nachhaltig gehalten werden? Das sind die Kernfragen, die die Erhebung klären soll. In einem ersten Schritt wird ein Vergabeverfahren gestartet.
Schnittstellen erkennen, regionale Lösungen finden
Der künftige Energiebedarf von Wirtschaft und Bevölkerung wird im Zuge der Elektrifizierung und Digitalisierung weiter ansteigen. Um die Region Stuttgart zuverlässig mit einem stabilen Stromnetz versorgen zu können, muss der Ausbau erneuerbarer Energien auf den Ausbau von Stromnetzen und den notwendigen Speichern abgestimmt werden. Diese und weitere Zusammenhänge soll die Studie untersuchen, die von Verband und Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) vergeben wird. Die Ausschreibung soll keine reine Energie-Studie sein, sondern eine strategische regionale Energieinfrastruktur- und Versorgungssicherheitsanalyse. Das bedeutet, sie soll Schnittstellen zwischen Energieversorgung, Raum- und Flächenplanung, Wirtschafts- und Standortentwicklung, Industrietransformation, Systemdienlichkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit aufzeigen.
Zu dieser Thematik hatte der Verband Region Stuttgart bereits Ende Juli 2026 gemeinsam mit diversen Partnern ein „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet. Mit der Absichtserklärung soll die Energiewende vorangetrieben, Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigt und so der Stromnetzausbau schneller vorangetrieben werden. Ein Steuerungskreis und ein ergänzendes Netzwerk auf Arbeitsebene soll sich diesen Aufgaben widmen und wird nun eingerichtet. Im Zentrum der geplanten Analyse steht eine aktuelle Bestandsaufnahme der Energieressourcen in der Region, einschließlich möglicher Importe. Außerdem soll den Fragen nachgegangen werden, wie die Energieversorgung der Region Stuttgart mittel- und langfristig gesichert werden kann und wie eine bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung gelingt. Dabei sollen mögliche Konflikte betrachtet werden, wie der Flächenbedarf für Umspannwerke, Stromleitungen oder Elektrolyseure. Diverse Szenarien sollen die künftige Entwicklung des Wirtschaftsstandorts in diesem Kontext skizzieren.