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Verband Region Stuttgart

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Auf den folgenden Seiten gibt es daher weitergehende Informationen:

Jahresfahrplan 2027: Verband Region Stuttgart informiert über Änderungen im Schienenverkehr

Keine Stammstreckensperrung im neuen Jahr – dennoch müssen Fahrgäste mit unvermeidbaren Einschränkungen durch Baumaßnahmen rechnen.

In der Sitzung des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart vom Mittwoch wurde über die aktuelle Situation im Schienenverkehr, anstehende Baumaßnahmen, zukünftige Entwicklungen sowie die Stammstreckensperrung diskutiert. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 soll das bestehende Angebot weiterhin gefahren werden. 

Stammstreckensperrung – Aus- Und Rückblick

Mit Blick auf 2027 können Pendelnde zunächst aufatmen: Nächstes Jahr wird es keine Stammstreckensperrung geben. Dies hängt mit der Verschiebung der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 zusammen, die erst im Dezember 2031 erfolgt. In diesem Sommer war die S-Bahn-Stammstrecke acht Wochen lang gesperrt. Die Gründe: Arbeiten am Digitalen Knoten Stuttgart (ETCS), die Erneuerung der Gleise im Bereich Schwabstraße sowie Modernisierungsmaßnahmen im Tunnel. Damit verbundene Zugausfälle und Verspätungen stellten die Geduld der Fahrgäste auf die Probe. Die Maßnahmen tragen aber längerfristig zur Verbesserung des Fahrbetriebs und der Infrastruktur bei. Für den Schienenersatzverkehr (SEV) während der Sperrung lässt sich eine positive Bilanz ziehen: Die hohe Auslastung vor Ferienbeginn konnte durch zusätzliche Busse bewältigt werden, außerdem konnten Fahrgäste zum ersten Mal fast flächendeckend Echtzeit-Fahrplandaten für den SEV nutzen. 

Weitere Baustellen 2026 und 2027 mit schienenersatzverkehr

Bis zum Ende des Jahres wird es weitere baubedingte Streckensperrungen geben. Betroffen davon ist der Streckenabschnitt zwischen Marbach und Backnang auf der Linie S4 vom 5. bis 8. Oktober 2026. Vom 24. bis 30. Oktober 2026 ist die Strecke zwischen Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen erneut voll gesperrt. Die Linie S5 und alle weiteren Züge entfallen auf dieser Linie. Der Grund ist die Erneuerung einer Eisenbahnüberführung in Ludwigsburg. Vom 24. bis 27. Oktober 2026 werden zwischen Wendlingen und Kirchheim (Teck) Schienen erneuert, es kommt zu Ausfällen auf der Linie S1. Vom 21. bis 29. November 2026 finden unter Vollsperrung umfangreiche Arbeiten zu Gleiserneuerung und Entwässerung zwischen Leonberg und Renningen statt. Zudem ist die Strecke zwischen Böblingen und Sindelfingen vom 28. November bis 3. Dezember 2026 wegen Weichenerneuerung gesperrt. Für alle oben beschriebenen S-Bahn- und Zugausfälle wird ein entsprechender Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, um die negativen Auswirkungen auf die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. 

Unter www.s-bahn-stuttgart.de/Betriebslage können sich Fahrgäste zu aktuellen Baustellen und Störungen informieren. 

Massive Einschränkungen für 2027 im Rems-Murr-Kreis erwartet

Die Bahnstrecke zwischen Waiblingen, Backnang und Schwäbisch Hall-Hessental muss von 14. Mai bis 9. Juli 2027 gesperrt werden. Gleichzeitig wird die Strecke zwischen Marbach und Backnang für den Bahnverkehr gesperrt. Grund dafür sind Brückenarbeiten an der B14 bei Backnang sowie mehrere weitere Maßnahmen entlang der Strecke. Der große räumliche und zeitliche Umfang der Sperrung ist für Fahrgäste der Murrbahn eine massive Einschränkung. Durch ein gutes SEV-Konzept mit Bussen sollen die Fahrtausfälle aufgefangen werden. 

Neuerungen im S-Bahn-Fahrplan 

Der Fern- und Regionalverkehr auf der Gäubahn wird neu konzipiert. Das bedeutet: der IC fährt künftig als einheitliche Linie im Stundentakt, wobei die Bedienung einiger Halte künftig durch zusätzliche Regionalzüge übernommen wird. Fahrgäste können wie gewohnt alle Züge mit Fahrkarten des Nahverkehrs nutzen. Das neue Gäubahn-Konzept soll stabiler fahrbar sein und sich somit auch positiv auf die S1 auswirken, die bisher vor der Abfahrt in Herrenberg oft andere Züge passieren lassen musste. Zusätzlich zur pünktlichen Abfahrt kann die S1 in Zukunft im einheitlichen Takt ohne Haltausfälle zwischen Herrenberg und Böblingen fahren. Zum Fahrplanwechsel kommt es außerdem auf den meisten S-Bahn-Linien an einzelnen Halten zu Verschiebungen des Takts um eine Minute, da die Haltezeiten punktuell großzügiger geplant werden. Auswirkungen auf Anschlussverbindungen werden nicht erwartet.

STIMMEN DER FRAKTIONEN

CDU/ÖDPFür Hartmut Holzwarth zeigt der ernüchternde Bericht zur Fahrplankonferenz: „Vor uns liegen weitere große Herausforderungen.“ Für seine Fraktion sei es besonders wichtig, dass Qualität und Verlässlichkeit des Schienenverkehrs im Mittelpunkt stehen. „Die angekündigten Sperrungen unklarer Art müssen so gut wie möglich mit SEV abgefedert werden“, betonte Holzwarth. Für die Kunden aber auch anliegende Kommunen seien die Sperrungen schwer vermittelbar. „Der Eindruck ist nicht, dass verstanden worden ist, was das für die Nutzer bedeutet“, so Holzwarth. 
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN„Das tägliche Störgeschehen auf der Stammstrecke seit Ende der Sperrung ist nicht akzeptabel“, konstatierte Philipp Buchholz. Seine Fraktion begrüße es, dass hier vom VRS vehement eine Verbesserung der Betriebsqualität eingefordert werde. Ebenfalls nicht akzeptabel seien die langen Sperrungen im Rems-Murr-Keis. „Da zeichnet sich ein Verkehrskollaps ab, man sollte schauen, wie man das entflechten kann“, gab Buchholz zu bedenken. Er bat vor der Sperrung um Vorlage eines Konzeptes. Positiv merkte er an, dass es eine Verschnaufpause bei der Stammstreckensperrung gebe. 
FREIE WÄHLERFür Frank Buß soll der Fahrgast im Mittelpunkt stehen. „Aber wenn man das Dilemma der letzten Jahre anschaut, hilft das der Glaubwürdigkeit dieses Ausschusses nicht“, so Buß. Außer Hinweisen und punktuellen Anträgen könne man nicht viel tatsächlich bewegen. Mit Blick auf die Stabilität und Zuverlässigkeit der S-Bahn müsse man sich mit der Frage beschäftigen, „ob wir das bisherige Angebot fahren lassen müssen oder ob außerhalb der Hauptverkehrszeiten durch Reduzierung der Fahrten das Gesamtsystem besser aufgestellt werden kann.“
AFD„Die Stabilität, die man sich auf der Gäubahn erkauft dadurch, dass der IC nicht mehr hält, wird im Bereich Herrenberg stark diskutiert“, gab Uwe Mardas zu bedenken. Er sehe aber auch, dass bei der Diskussion innerhalb der Fahrplankonferenz die Offenheit zugenommen habe, „das ist ein gutes Signal.“ Trotzdem werde man nicht alle Fehler wegdiskutieren können. 
SPDMichael Makurat war es wichtig zu betonen, „dass die Probleme, über die wir reden, nicht vom VRS verursacht werden und wir auch nicht in der Lage sind, diese Probleme zu reduzieren.“ Die Adressaten der Klage seien andere. Dennoch habe der VRS viele Impulse gesetzt, um mehr Qualität für die Fahrgäste herauszuholen. 
FDPGabriele Heise fragte sich, ob man bei der Stammstreckensperrung aufgrund der Verzögerungen bei S21 damit rechnen müsse, dass sich die Sperrungen weiter in die Folgejahre schieben als bisher vermutet. „Auch unabhängig von der Fertigstellung von S21 könnten wir damit noch länger zu tun haben“, so Heise. 

Pressemitteilung als PDF-Download

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