Die Sperrung des Engelbergtunnels auf der A81 infolge des schweren Lkw‑Brandes Anfang März hat die Verkehrsströme in der gesamten Region rund um Ditzingen und Leonberg stark beeinträchtigt. Der Ausweichverkehr sorgte in umliegenden Ortschaften zu erheblichen Belastungen. Anders als bei bisherigen Vollsperrungen des Engelbergtunnels, etwa in Folge von Auslösungen der Brandmeldeanlage oder im Rahmen geplanter Wartungsarbeiten, kam es diesmal insbesondere für die Städte Ditzingen und Leonberg unerwartet zu erheblichen Beeinträchtigungen, die zudem deutlich länger andauerten als zunächst angenommen.
Innovative Verkehrssteuerung
Für solche Lagen hat die Region Stuttgart gemeinsam mit Städten, Landkreisen und dem Land Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren ein regional abgestimmtes Verkehrsmanagement aufgebaut. Durch die sogenannte Regionale Mobilitätsplattform kann der Verkehr gezielt gesteuert werden. Der Kern ist ein digitales System, das Ampelschaltungen situationsabhängig optimiert und in Echtzeit auf Störungen reagieren kann.
Durch die Sperrung des Engelbergtunnels war insbesondere der Korridor zwischen Ditzingen und Leonberg betroffen. Dieser Bereich wurde bereits zuvor in die Regionale Mobilitätsplattform eingebunden, sodass schon am Tag nach dem Unfall an den entsprechend ausgerüsteten Ampelanlagen spezielle Steuerungsprogramme aktiviert werden konnten. Diese sorgten dafür, dass der Verkehr auf den Hauptachsen flüssig geführt werden konnte, unter anderem entlang der Siemensstraße in Ditzingen.
Während der Hauptverkehrszeiten kamen diese Programme über einen Zeitraum von rund zwei Wochen durchgehend zum Einsatz. Trotz der angespannten Lage konnte so die Verkehrssituation insgesamt stabil gehalten werden. Nach der teilweisen Öffnung des Tunnels wird die Verkehrssteuerung inzwischen flexibel eingesetzt. Sensoren erfassen das Verkehrsaufkommen in Echtzeit und aktivieren die Maßnahmen nur bei Bedarf.
Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor
Die Lage rund um den Engelbergtunnel zeigt deutlich, wie wichtig ein leistungsfähiges regionales Verkehrsmanagement ist. Trotz massiver infrastruktureller Einschränkungen gilt es, ein Höchstmaß an Verkehrsfluss und Sicherheit zu gewährleisten. Dank eng verzahnter Zusammenarbeit von Verband Region Stuttgart, Kommunen, Landkreisen, Polizei und der Autobahn GmbH konnte schnell auf die Situation reagiert und die Region bestmöglich entlastet werden. Die Region Stuttgart gilt dabei bundesweit als Vorreiter mit einem umfassend vernetzten Verkehrsmanagements, bei dem zahlreiche Akteure eng zusammenarbeiten.
Mehr Informationen zur Regionalen Mobilitätsplattform gibt es unter https://www.region-stuttgart.org/de/bereiche-aufgaben/mobilitaet/mobilitaetsplattform/.