Eine neue Expressbuslinie könnte Schorndorf über den Schurwald und Plochingen mit Neuhausen auf den Fildern verbinden. Eine Machbarkeitsstudie zeigt, dass die Strecke Potenzial hat. Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat die Ergebnisse in seiner Sitzung vom Mittwoch diskutiert. Der Ausschuss hat zugestimmt, die neue Verbindung langfristig weiterzuplanen.
Die Studie vergleicht drei mögliche Streckenführungen zwischen Schorndorf, Plochingen und Neuhausen. Die meisten Fahrgäste werden auf der Strecke über Winterbach, Hohengehren, Baltmannsweiler, Reichenbach und Plochingen sowie weiter über Deizisau und Denkendorf nach Neuhausen erwartet. Für diese bevorzugte Variante rechnet die Studie mit rund 2.110 Fahrgästen pro Tag von Montag bis Freitag. Die Fahrt auf der 35,8 Kilometer langen Strecke würde etwa 56 Minuten dauern. Die jährlichen Betriebskosten werden auf rund 2,13 Millionen Euro geschätzt. Dabei geht die Studie davon aus, dass die Busse unter der Woche ganztägig alle 30 Minuten und am Wochenende stündlich fahren. Für alle drei Varianten gilt: Die Buslinie könnte erst starten, wenn die S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen in Betrieb ist.
Zudem steht die angespannte Haushaltslage einer schnellen Umsetzung der Expressbuslinie entgegen. Die Verbindung kommt deshalb erst mittel- bis langfristig infrage. Die weiteren Planungen sollen mit den betroffenen Landkreisen und Kommunen abgestimmt werden.
Weitere Verbindungen mit Potenzial
Die Studie hat außerdem drei weitere mögliche Expressbuslinien untersucht, allerdings weniger ausführlich. Für die Strecke Sindelfingen – Tübingen über Holzgerlingen werden rund 1.790 Fahrgäste pro Tag von Montag bis Freitag erwartet. Die Fahrt würde etwa 47 Minuten dauern. Die Busse sollen nicht über den Umsteigeknoten Böblingen fahren. Das verkürzt die Fahrzeit und vermeidet eine Konkurrenz zur Schönbuchbahn. Auch diese Verbindung wird als realisierbar eingeschätzt.
Für eine Linie von Bietigheim-Bissingen über Brackenheim nach Eppingen rechnet die Studie mit rund 1.930 Fahrgästen pro Tag von Montag bis Freitag. Allerdings erscheint es planerisch und wirtschaftlich wenig sinnvoll, die Busse von Brackenheim ohne Zwischenhalt bis Eppingen weiterfahren zu lassen. Der Gutachter empfiehlt daher eine Prüfung, ob die Linie bereits in Brackenheim enden könnte.
Auf der Strecke Göppingen – Heidenheim über Donzdorf werden rund 1.140 Fahrgäste pro Tag von Montag bis Freitag erwartet. Die meisten würden den Abschnitt zwischen Göppingen und Donzdorf nutzen. Die lange Gesamtstrecke bedeutet zugleich eine lange Fahrzeit und hohe Kosten.
Alle drei Verbindungen kommen erst langfristig infrage. Gründe sind die nötigen Abstimmungen, die langen Strecken und die Kosten. Für eine Umsetzung müssten der Verband Region Stuttgart und die jeweils zuständigen ÖPNV-Träger außerhalb der Region die Linien gemeinsam verantworten und finanzieren.
Expressbusse ergänzen das regionale Schienennetz
Die bestehenden RELEX-Linien und die Planung weiterer Linien zeigen, wie schnelle Busverbindungen das Schienennetz ergänzen können. Sie schaffen direkte Verbindungen zwischen Orten, die mit der Bahn oft nur über größere Umsteigebahnhöfe erreichbar sind.