Die Region Stuttgart treibt die Planungen für eine neue S-Bahn-Linie voran: Künftig soll die Strohgäubahn über die Panoramabahn bis nach Stuttgart-Vaihingen mit S-Bahn-ähnlichen Fahrzeugen durchgebunden werden. Das hat die Regionalversammlung am Mittwoch entschieden und mit der Freigabe zur Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung das Go für weitere Planungen gegeben. Auf Grundlage der Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie ist diese Variante nach Umsetzung des 3. Bausteins des Digitalen Knotens Stuttgart und Realisierung des Pfaffensteigtunnels die Einzige, die den Erhalt der Panoramabahn dauerhaft gewährleisten kann.
Wichtiger Schritt für den Nahverkehr der Zukunft
Mit dem Projekt wird die Panoramabahn, die im Zuge von Stuttgart 21 ihre bisherige Funktion verliert, langfristig gesichert und in das regionale S-Bahn-Netz integriert. Ziel ist es, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen und mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf die Bahn zu bewegen. Die neue Linie S7 soll im 30-Minuten-Takt zwischen Heimerdingen und Stuttgart-Vaihingen verkehren. Geplant ist ein durchgehender elektrischer Betrieb mit Oberleitung und S-Bahn-ähnlichen Fahrzeugen. Hierfür muss die Strohgäubahn elektrifiziert und für den S-Bahn-Verkehr ertüchtigt werden. Insgesamt werden dafür voraussichtlich zehn zusätzliche Fahrzeuge benötigt.
Für die Umsetzung muss die Panoramabahn grundsaniert werden. Den Betrieb der Infrastruktur wird die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) übernehmen. In der Prüfung hat sich für einen langfristigen Betrieb eine Variante mit drei zusätzlichen Verkehrsstationen als Optimum ergeben. Der Halt Heilbronner Straße bietet einen guten Anschluss der Schulzentren sowie einen leistungsstarken Umstieg zur Stadtbahn. Die Station Lenzhalde bietet insbesondere eine gute Erschließung des dicht bebauten Einzugsbereichs sowie eines direkt an der Station liegenden Schulstandorts. An der Verkehrsstation Herderplatz wird eine Verknüpfung zur Stadtbahn geschaffen sowie der Einzugsbereich des ehemaligen Westbahnhofs wieder für den Eisenbahnverkehr erschlossen. Im Verlauf der Strohgäubahn sind am Bahnhof Korntal Anpassungen erforderlich.
Projekt wirtschaftlich sinnvoll
Das Bewertungsergebnis zeigt: Der Nutzen des Projekts übersteigt die Kosten. Damit bestehen gute Chancen auf eine Förderung durch den Bund nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). Besonders positiv wirkt sich aus, dass neue Fahrgäste gewonnen und bestehende Verbindungen verbessert werden. Die Kostenbeteiligung des Verbands Region Stuttgart beschränkt sich in der Rahmenvereinbarung auf einen Teil der Planungskosten der Leistungsphasen 1-2 für den Abschnitt der Strohgäubahn. Das Land fördert die Planungen. Die Partner der Rahmenvereinbarung (Land Baden-Württemberg, Landeshauptstadt Stuttgart, Zweckverband Strohgäubahn, SWEG Schienenwege GmbH sowie Verband Region Stuttgart) entscheiden nach Abschluss der Planungen der Leistungsphasen 1-2 über die weitere Umsetzung.