Springen Sie zum Inhalt
Verband Region Stuttgart

Wir haben viele interessante Themen.

Auf den folgenden Seiten gibt es daher weitergehende Informationen:

Aktuelles Presseinformationen |

Zukunftskonvent Region Stuttgart: Transformation gemeinsam bewältigen

Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft möchte der Verband Region Stuttgart einen strategischen, regionalen „Zukunftsdialog“ initiieren. Das Ziel: Stärken unterstützen, Rahmenbedingungen verbessern und die Entwicklung der Region Stuttgart gestalten.

Die Region Stuttgart steht vor großen Transformationsaufgaben: Von Strukturwandel über geopolitische Herausforderungen bis hin zu demografischem Wandel und Fachkräftesicherung.  Zwar weist die Region ein enormes Potenzial auf, die Umsetzung ihrer Stärken in die tatsächliche Wertschöpfung und Wirtschaftswachstum hat in den letzten Jahren jedoch deutlich an Dynamik verloren. 

Die Regionalversammlung hat in ihrer Sitzung vom Mittwoch beschlossen, mit der Durchführung eines Zukunftskonvents gemeinsam mit regionalen Partnern den Auftakt für einen Dialogprozess zu setzen, um die entscheidenden Akteurinnen und Akteure zusammenzubringen.  Vertreterinnen und Vertreter aus dem Wirtschafts- und Energiesektor sollen mit Wissenschaft und Forschung, Kammern, Gewerkschaften sowie Regional- und Landespolitik vernetzt werden. „Die großen Transformationsfragen lassen sich nur regional lösen. Der Zukunftskonvent Region Stuttgart bringt deshalb die entscheidenden Akteure zusammen. Hier werden gemeinsame Antworten entworfen, damit Lösungen mit Strahlkraft entstehen“, so Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart

Konkret bedeutet dies, die bestehenden Aktivitäten, Netzwerke, Plattformen und Initiativen einzubeziehen und ohne Doppelstrukturen für die regionale Ebene sinnvoll zu ergänzen. Führende Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretende in der Region werden eingebunden und die Rahmenbedingungen für den Technologietransfer optimiert. So soll auch die regionale Identität und Sichtbarkeit unterstützt werden.

Regionale Partnerinnen und Partner an Board

Eine wichtige Grundlage soll hierbei der Strukturbericht der Region Stuttgart bilden. Die im letzten Bericht aufgezeigten Handlungsempfehlungen sollen in den Prozess einfließen. Gleichzeitig können im Dialogprozess des Zukunftskonvents zentrale Inhalte für die Erarbeitung des neuen Strukturberichts geliefert werden. Auf die bewährte Zusammenarbeit des Verbands Region Stuttgart mit Wirtschafts- und Sozialpartnern (IHK Region Stuttgart, Handwerkskammer Region Stuttgart, IG Metall Region Stuttgart und Wirtschaftsförderung Region Stuttgart) wird zurückgegriffen und um den Hochschul- und Wissenschaftsbereich ergänzt. 

„Die Region Stuttgart soll auch künftig ein attraktiver Standort zum Leben und Arbeiten sein. Wichtige Stellschrauben sind dafür ein starker Innovationstransfer, eine konsequente Diversifizierung und der weitere Ausbau des regionalen Startup-Ökosystems. Ebenso gilt es, die Verfügbarkeit von Flächen und die bestehende Infrastruktur gezielt zu verbessern, um Investitionen zu erleichtern. Entscheidend ist auch, die Menschen mitzunehmen – mit passgenauen Qualifikationen für die Anforderungen des Arbeitsmarkts. Der Zukunftskonvent kann für all diese Themen eine wichtige Plattform bieten“, sagt Michael Kaiser, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH. 

„Die Region Stuttgart gehört zu den innovativsten Wirtschaftsregionen Europas. Damit das so bleibt, müssen wir den Wandel aktiv gestalten. Der Zukunftskonvent bündelt Kräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um gemeinsam Perspektiven für die Zukunft der Region zu entwickeln“, sagt Dr. Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart.

„Die großen Zukunftsaufgaben werden vor Ort umgesetzt – im Handwerksbetrieb, auf der Baustelle und in der Werkstatt. Das Handwerk der Region Stuttgart spielt eine Schlüsselrolle für Energiewende, Infrastruktur und regionale Wertschöpfung“, so Peter Friedrich, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Region Stuttgart. 

„Die Beschäftigten sind die eigentlichen Träger der Transformation. Mit Qualifizierung, Mitbestimmung und Investitionen kann die Region Stuttgart zeigen, dass industrieller Wandel sozial erfolgreich gestaltet werden kann“, sagt Liane Papaioannou, IG Metall Stuttgart, 1. Bevollmächtigte / Geschäftsführerin.

Unterstützung erhalten die bisherigen Partner auch von der Wissenschaft: „Für die Zukunft unserer Industrie sind technologische Durchbrüche von entscheidender Bedeutung. Die Region Stuttgart hat mit ihren Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Startups beste Voraussetzungen, durch transdisziplinäre Zusammenarbeit Forschungsergebnisse schneller in Innovation und Wertschöpfung zu übersetzen.“, sagt Prof. Dr. Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart, Erster Vorsitzender des Hochschul- und Wissenschaftsregion Stuttgart e.V.

Sofortiger Start 

Nicht lange gewartet wird mit der Umsetzung: Der Auftakt des regionalen Dialogprozesses mit einer Abendveranstaltung für Netzwerkgespräche soll noch diesen Sommer erfolgen. Dies soll kein isoliertes Ereignis sein, sondern den Beginn eines zunächst einjährigen Dialogprozesses bilden. In der Zeit zwischen dem Auftakt und Abschluss 2027 wird in unterschiedlichen Formaten an den zentralen Zukunftsthemen der Region Stuttgart gearbeitet. Den Abschluss bildet der Zukunftskonvent 2027, der auch als Rahmen für die öffentliche Vorstellung des Strukturberichts 2027 genutzt werden könnte. Wenn sich das Format bei den Akteuren als Mehrwert für die Weiterentwicklung unserer Region etabliert, soll der Zukunftskonvent ab dem Jahr 2027 regelmäßig im Zweijahresrhythmus stattfinden.

Parallel zum Start dieses Prozesses hat die Regionalversammlung am Mittwoch die Eckpunkte des Förderprogramms Zukunftstechnologien beschlossen. Ziel des Programms ist, den Aufbau und die Weiterentwicklung von Innovationsinfrastrukturen zu unterstützen. Der Fokus liegt dabei auf der Errichtung und dem Ausbau von Innovations-, Start-up- und Scale-up-Zentren als Orte des Technologietransfers, der Unternehmensgründung und der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft in der Region. So sollen Unternehmensgründungen gestärkt, neue Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen geschaffen und erhalten und die Region als Technologie- und Innovationsregion positioniert werden. Ausgerichtet werden soll das Programm auf die Gesundheits- und Biotechnologien, Medizintechnik, Digitalwirtschaft, Luft- und Raumfahrttechnologien, Defense und Green Tech. Ebenfalls bis zum Sommer wird eine Förderrichtlinie erarbeitet und veröffentlicht, um ab der zweiten Jahreshälfte in die Ausschreibung zu starten.

STIMMEN DER FRAKTIONEN

CDU/ÖDP„Die Region Stuttgart befindet sich in einer schwierigen Situation“, sagt Dr. Bernd Vöhringer. Die Transformation verlaufe nicht reibungslos und verunsichere die Menschen. „Wir sind jetzt als Region gefordert. Aber haben wir die richtigen Antworten? Welchen Beitrag können wir als Impuls- und Taktgeber leisten?“ Denn gerade in schwierigen Zeiten müsse man wissen, wo man als Region stehe und ob man für die Zukunft gewappnet sei.  Man vertraue darauf, dass das neue Förderprogramm einen Beitrag zur Transformation leisten könne. „Aber reicht die Anpassung und Weiterentwicklung? Ist die Region richtig aufgestellt?“ Als Antwort darauf begrüße man den Zukunftskonvent ausdrücklich, so Vöhringer.  „Wir benötigen eine Wettbewerbsanalyse. Wo haben wir Chancen, wie gehen wir mit Risiken um?“ Finde man solche Nachteile, dürfe es keine Tabus geben. Der Strukturbericht müsse gleichzeitig weiterentwickelt werden. „Wir müssen von der Analyse und Beschreibung stärker hin zum Tun kommen.“ Es werde noch mehr regionaler Spirit benötigt, dafür brauche es einen starken Zusammenhalt. 
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN„Heute geht es darum, die gravierenden Probleme der regionalen Wirtschaft zu benennen und Lösungen zu suchen“, fasste Sabine Kober zusammen. Die Transformation sei in vollem Gange. Bei Lösungsansätzen käme neben dem Land auch die Region ins Spiel: „Mit vielen Bausteinen und mit Hilfe der WRS werden Projekte gefördert, die es ohne die Region gar nicht oder nur in geringerem Umfang geben würde.“ Mit dem geplanten Zukunftskonvent könne die Region relevante Akteure zusammenbringen, um dem Strukturwandel zu begegnen. Wichtig sei es, die Sichtbarkeit der Region zu erhöhen. „Denn nicht nur harte wirtschaftliche Kennzahlen lassen einen Wirtschaftsstandort wie den unseren glänzen, die Lebensqualität eines zukünftigen Arbeitsplatzes spielt eine ebenso große Rolle bei der Entscheidung von Fachkräften, wo und wem sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen.“ Ein weiterer Baustein sei ein auf Antrag der Grünen neu zu etablierendes Programm, das gezielt Zukunftstechnologien finanziere. Ziel sei es, „die Abhängigkeit von Automobilwirtschaft und Maschinenbau zu mindern und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen, junge Unternehmen zu fördern und die Region Stuttgart im Wettbewerb zu stärken“, so Kober.
FREIE WÄHLERFür Dr. Annette Silberhorn-Hemminger war der Ansatz, „Wirtschaft, Wissenschaft und Politik noch stärker zu vernetzen“, grundsätzlich sinnvoll. Man müsse sich aber fragen „Gibt es das noch nicht?“ Es mute seltsam an, so Silberhorn-Hemminger, „dass diejenigen, die gemeinsame Mit-Verantwortung für Arbeitsplätze, Innovation, Wohlstand haben, bisher nicht miteinander sprechen.“ Ihre Fraktion begrüße grundsätzlich das Format und die Zielrichtung. Messen lassen müsse es sich an konkreten Ergebnissen. „Die richtige Flughöhe finden – das ist die Kunst und genau dabei haben wir noch Zweifel“, gab Silberhorn-Hemminger zu bedenken. Es fehle strategische Klarheit und vieles bleibe im Ungefähren. „Der Strukturwandel verlangt konkrete Antworten, keine unverbindlichen Gesprächsstunden.“ Ihrer Fraktion komme es auf den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Impact an. 
AFDLaut Ulrich Deuschle führen „hausgemachte und schlecht gemanagte Krisen“ dazu, dass Bürger das Vertrauen in die Kompetenz der selbsternannten Eliten und in die Demokratie als Geschäftsmodell verlieren. Seine Fraktion unterstütze die Initiative des Zukunftskonvents. Die Region stehe vor einer schlimmen Strukturkrise. „Unsere Fraktion hält eine Strategie, die einseitig auf einen Strukturwandel mit Entkarbonisierung setzt, für einen illusionären Fehler“, konstatierte Deuschle. Dieser treffe vor allem Zulieferfirmen.  Ein Beitrag zur Entbürokratisierung sei der regionsweite Handwerkerparkausweis. Seine Fraktion lade ein „zu einem Wettbewerb um kreative, innovative Ideen im Sinne des Gemeinwohls und zum Wohle unserer Region.“
SPD„Der Strukturwandel verändert unsere Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend“, so Dr. Klaus Spachmann. Es sei wichtig, den Wandel erfolgreich und sozial gerecht zu gestalten. „Es geht um Arbeitsplätze, um Perspektiven – um die Zukunft unserer Region“, betonte Spachmann. Ziel müsse es sein, „möglichst viele Unternehmen und Menschen zu Gewinnern zu machen.“ Man müsse bestehende Unternehmen unterstützen und dafür sorgen, dass neue Unternehmen entstehen und wachsen. „Das Förderprogramm Zukunftstechnologien stärkt Innovation und macht unsere Region zukunftsfähig“, so Spachmann. Das allein reiche aber nicht aus. Ein Zukunftskonvent könne „die Kräfte der Region bündeln und ein wichtiger Impuls für die Entwicklung unserer Region sein.“ 
FDPLaut Osman Dönmez ist der heutige Strukturwandel „in weiten Teilen politisch herbeigeführt.“ Die notwendige Transformation müsse „pragmatisch und ideologiefrei gestaltet werden.“ Er warf der Region Schweigen zur Debatte um das Verbrenner-Verbot und dem vorgezogenen Ziel der Klimaneutralität durch das Land Baden-Württemberg. „Jetzt mit Subventionen heilen zu wollen, was man selbst angerichtet hat. Das wird scheitern“, betonte Dönmez. Der Hebel seien stattdessen verlässliche Rahmenbedingungen, „in denen sich Wettbewerb und Wirtschaft entfalten können“ und die finanzielle Entlastung der Kommunen und Kreise, so Dönmez. Er sprach sich dafür aus, die Beteiligungen der Region auf den Prüfstand zu stellen. 
DIE LINKE.
SÖS.
PIRATEN
„Die Wirtschaftsregion Stuttgart steht in der Krise“, so Marc Dreher. „Unsere Möglichkeiten als Region sind begrenzt, aber wir müssen sie nutzen.“ Man könne sich unter dem Begriff Zukunft viel vorstellen und sei gespannt auf das Konzept des Konvents. „Das Kofinanzierungsprogramm sehen wir hingegen kritisch“, so Dreher weiter.  „Die Umwandlung hin zu einem Programm, das auch die Rüstungsindustrie unterstützt, können wir so nicht beschließen.“ Hier folge die Region dem Irrglauben, dass man mit Rüstungsindustrie einen volkswirtschaftlichen Mehrwert schaffe.

Pressemitteilung als PDF-Download

Ab dem 13. März den Verband erleben

Immer auf dem aktuellen Stand Unser Newsletter

Der Verband Region Stuttgart informiert via Newsletter aus der Region für die Region: Politische Entscheidungen, Veranstaltungen, spannendes Hintergrundwissen. Wenn auch Sie künftig den Newsletter kostenlos abonnieren wollen, dann registrieren Sie sich.

* = Pflichtfeld

* = Pflichtfeld

Immer auf Empfang

Sie benötigen weitere Informationen, haben Fragen oder wollen uns etwas mitteilen? Dann melden Sie sich gerne. Wir freuen uns über Ihre Nachricht.

Kontaktieren Sie uns