Die S-Bahn - bequem und umweltfreundlich

Die S-Bahn ist das Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs im Gebiet des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart. Pro Tag erreichen etwa 435.000 Menschen bequem und umweltfreundlich ihre Ziele. Bundesweit gehört die S-Bahn Stuttgart zur Spitzengruppe in Sachen Pünktlichkeit und Qualität. Das tröstet nicht darüber hinweg, dass das Fahrerlebnis in jüngster Zeit getrübt war.

Der Verband Region Stuttgart ist laut Gesetz als Aufgabenträger für den "regional bedeutsamen Schienennahverkehr mit Ziel und Quelle in der Region" zuständig. Er „bestellt“ den S-Bahn-Verkehr bei der DB Regio AG, gibt vor in welchem Takt die S-Bahn rollt und kümmert sich um die Finanzierung des S-Bahn-Verkehrs, aber auch der Nebenbahnen. Dazu zählen die Teckbahn (Kirchheim u. T. – Oberlenningen) und die Schusterbahn (Untertürkheim – Kornwestheim).

Mehr S-Bahn ab Juni und Dezember 2019

Auch 2019 werden sukzessive weitere Angebotsverbesserungen für die S-Bahn umgesetzt:

  • Ab 9. Juni 2019 fährt die S 60 zwischen Renningen und Stuttgart auch samstags von etwa 15 Uhr bis 18 Uhr im Viertelstundentakt. Dafür werden weitere sechs Verbindungen bis zur Stuttgarter Schwabstraße verlängert, die bisher nur zwischen Böblingen und Renningen pendelten.
     
  • Ab Mitte Dezember 2019 fährt die S-Bahn montags bis freitags auch zwischen 12 Uhr und 15 Uhr im 15-Minuten-Takt. Damit wird der dichte Takt am frühen Nachmittag auf all jenen Strecken eingeführt, auf denen die S-Bahn viertelstündlich bereits von etwa 6 bis 10 Uhr und von 15 bis 20.30 Uhr verkehrt, und Stufe III auf dem Weg zum durchgängigen Viertelstundentakt umgesetzt.

15-Minuten-Takt im Außenbereich, Taktverbesserung S60 und S1, S-Bahn nach Nürtingen

Das S-Bahn Angebot kontinuierlich verbessern und ausbauen ist das Ziel des Verbands Region Stuttgart. Die Ausweitung des 15-Minuten-Takts an Werktagen zwischen 6 und 20 Uhr hat die Regionalversammlung bereits beschlossen. Sie wird sukzessive bis Ende 2020 umgesetzt. Wie sich eine solche Taktverdichtung auch dort umsetzen lässt, wo heute noch kein viertelstündliches Angebot existiert, wurde in Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht. Zusammenfassung der Ergebnisse der Studie: 

S 60 Böblingen – Renningen
Zur Einführung eines 15-Minuten-Takts auf der S60 Böblingen – Renningen bedarf es einiger infrastruktureller Anpassungen. In Bezug auf die verkehrlichen Wirkungen zeigt sich aber, dass der 15-Minuten-Takt auf der S60 gute Effekte erzielt. Diese sind bei einer Betrachtung von Böblingen nach Renningen doppelt so hoch wie bei einer Betrachtung von Sindelfingen nach Renningen. Täglich könnten durch die Taktverbesserung bis zu 7.800 zusätzliche Fahrgäste gewonnen werden. Aufgrund dieser vielversprechenden Zahlen soll die Planung weiter vertieft werden. Im Rahmen der Untersuchung wurde auch die Idee entwickelt, ein weiteres Gleis über Böblingen hinaus bis nach Hulb oder Ehningen zu bauen.

S1 Plochingen – Kirchheim/Teck
Die Ausweitung des 15-Minuten-Takts nach Kirchheim lässt sich nur mit aufwändigen Infrastrukturmaßnahmen sinnvoll umsetzen und brächte massive Beeinträchtigungen für den Individualverkehr in Wendlingen mit sich. Daher empfiehlt das Gutachten die Weiterführung der heute in Plochingen endenden S-Bahn-Linie nach Nürtingen. Dadurch entsteht ein neues S-Bahn-Angebot im Halbstundentakt auf diesem Abschnitt. Unter Berücksichtigung der mit S21 geplanten Regionalverkehre von Nürtingen in Richtung Flughafen ergibt sich durch einen kurzen Umstieg in Nürtingen ein Ringschluss ins Neckartal. Auch für Oberboihingen ergibt sich durch einen S-Bahn-Halt nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 eine deutliche Verbesserung der Anbindung an den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr. Parallel dazu wird erwogen, den Fahrplan der Expressbuslinie Kirchheim/T – Flughafen (X10) so anzupassen, dass dieser quasi ein viertelstündliches Angebot zwischen Wendlingen und Kirchheim/T sicherstellt.  So könnte auch in diesem Abschnitt ein attraktives viertelstündliches Angebot entstehen, weshalb der Verkehrsausschuss diese Planung konkretisieren möchte.

S4 Marbach – Backnang
Die Ausweitung des 15-Minuten-Takts von Marbach nach Backnang ist aufgrund der anspruchsvollen Topografie und der langen nur eingleisigen Strecke sehr aufwendig. Das Gutachten hat drei unterschiedliche Varianten untersucht, die alle Infrastrukturinvestitionen im dreistelligen Millionenbereich erfordern. Es werden zwar teilweise interessante verkehrliche Wirkungen erzielt, diese stehen aber in keinem Verhältnis zu den erforderlichen Investitionen.

Schusterbahn
Bei der Ausweitung des Angebots auf der Schusterbahn wurden zwölf Varianten betrachtet. Unter anderem die Ausweitung des Angebots auf den ganzen Tag, die Ausdehnung des halbstündlichen Angebots nach Inbetriebnahme von Suttgart 21 in Richtung Esslingen und Plochingen sowie eine mögliche Ausweitung in Richtung Bietigheim. Insgesamt werden erhebliche Infrastrukturaufwendungen, insbesondere für die Weiterführung in Richtung Ludwigsburg erforderlich. Die besten verkehrlichen Wirkungen werden allerdings nicht auf der Schusterbahn selbst erzielt, sondern auf dem Abschnitt der S1 zwischen Plochingen und Untertürkheim. Die Schusterbahn profitiert vor allem auch durch Umverteilungseffekten der Fahrgäste.

S2 Vaihingen und Flughafen
In einer früheren Untersuchung wurde die Einführung des 15-Minuten-Takts der S2 zwischen Vaihingen und Flughafen mit möglicher Weiterführung nach Filderstadt/Neuhausen betrachtet. Erste Abstimmungen hierzu laufen. Im Rahmen des Planänderungsverfahrens für die S-Bahn Verlängerung nach Neuhausen werden diese Mehrverkehre bereits vorausschauend mitbetrachtet.

Zum PDF-Download: Machbarkeitsstudie 15-Minuten-Takt in den Außenbereichen, Schusterbahn, Kapazitätssteigerungen
Stefan Tritschler (VWI), Matthias Laug (DB E&C)

 

Mit ETCS in die Zukunft

Mit einem umfassenden Bündel von Beschlüssen hat die Regionalversammlung den Weg frei gemacht für mehr Zuverlässigkeit, mehr Kapazitäten und damit die Zukunft des S-Bahn-Verkehrs in der Region Stuttgart. So ist die Anschaffung von 58 neuen S-Bahn-Fahrzeugen genauso entscheidend für ein besseres und zuverlässigeres Verkehrsangebot bei der S-Bahn wie die Ausrüstung der gesamten S-Bahn-Flotte mit ETCS/ATO. Damit verbunden ist die Verlängerung des Verkehrsvertrags mit der DB Regio AG über den Betrieb der S-Bahn um weitere vier Jahre. Das europaweit standardisierte Zugbeeinflussungssytem ETCS (European Train Control System) Level 2 in Verbindung mit digitaler Stellwerkstechnik (DSTW) und einer Teilautomatisierung des Betriebs (ATO GoA 2) soll im Stuttgarter Schienenknoten als bundesweites Pilotprojekt erprobt werden und ab 2025 im Regelbetrieb zur Verfügung stehen. Alle Einzelheiten zu den geplanten Maßnahmen und Hintergründe zur Technik finden Sie auf unserer Seite zu ETCS zusammengestell.